NFL 2012/13, Week 2 um 19h

[23h31] Jetzt läuft der Gamepass übrigens wieder erstklassig, nachdem es zwischen 20h45 und 22h doch ziemlich geruckelt hatte. (generelle technische Probleme oder nur meine Verbindung?)

[23h14] Kein 19h-Spiel, aber trotzdem: Kuriose Szene in St Louis.

RB Steven Jackson fumbelt an der Goal Line, aber schon die erste Wiederholung zeigt: Der Ellbogen war am Boden. Die Kommentatoren fordern vehement eine Challenge von HC Jeff Fisher.

[WERBEPAUSE]

Wir sind zurück auf dem Spielfeld und die Kommentatoren Myers/Ryan prügeln auf Fisher ein, der eine Challenge weggeschmissen hat, weil die Turnovers seit Neuestem auch automatisch reviewt werden.

Fisher hätte genau genommen eine Raumstrafe bekommen müssen, weil er nach neuen Regeln gar keine Challenge hätte verlangen dürfen. Die Kommentatoren verspotten Fisher. Sie verspotten die Referees.

Sie hätten am besten sich selbst gleich mit verspotten können.

Die Rams kommen wieder an der 1yds-Line auf das Feld. Jackson erzielt den Touchdown, der nicht gegeben wird. Jackson wirft verärgert den Ball weg. Kassiert eine 15yds-Raumstrafe wegen unsportlichem Verhalten.

Diesmal lässt Fisher die Flagge stecken. Diesmal hätte er nicht nur challengen sollen, sondern müssen. Rams kicken ein 33yds Fieldgoal.

[22h46] Extrem spannende Spiele waren da heute dabei.

[22h40] Endstand Philadelphia Eagles 24, Baltimore Ravens 23. Flaccos Ball gerät beim 4th down zu hoch für #27 Rice (Kudos auch für den Rookie-LB #59 Kendricks, der sehr gut deckt). Die Eagles gewinnen 24-23. Drama-Queens. Fünf Turnovers letzte Woche, vier Turnovers heute, und sie haben beide Spiele mit einem Punkt Differenz gewonnen, und beide Male nach Comeback-Drive in den letzten Minuten. Knappe Dinger, aber: Sie gewinnen mit Stil: 11.2 Nettoyards/Passversuch für Vick, was allerallerallererste Sahne ist (Flacco zum Vergleich: 5.1 NY/A). Das ist ein Team, bei dem man eher denke „oh, noch Luft nach oben“, denn: „Wahnsinn, wie viel bei denen zusammenkommen muss, damit sie mal einen Sieg herauswürgen“.

Wenn die Philadelphia Eagles das Phänomen „Regression zur Mitte“ erleben und weniger Bälle herschenken, ist das ein ganz heißer Anwärter.

[22h35] Baltimores K Tucker machte lange FG heute: 56, 51, 48yds. Zeichen, dass er’s drauf hat. Zeichen aber auch, dass die Ravens bis auf die beiden Touchdowns (eine davon nach INT schon in der RedZone gestartet) nie wirklich weit nach vorne gekommen waren.

[22h32] PHI 24, BAL 23/Q4 1:55. Dann aber mal eine coole Ansage, Vick aus der Shotgun mit einem verzögerten QB-Draw in die EndZone tauchen zu lassen. Die Eagles könnten aber zuviel Zeit auf der Uhr gelassen haben…

[22h28] Die Philadelphia Eagles stehen 2:00 vor Schluss nach einem astreinen Drive an de 2yds-Line. Sagen einen merkwürdigen Spielzug an, bei dem Vick wie die Hennen im Stall links rausrollen und improvisieren muss. Vick fummelt den Ball gerade noch vor dem Sack vom Körper, und die Refs geben einen Fumble. Müsste eigentlich per Review incomplete gegeben werden.

[22h27] Auch in New York wurde es spannend, ja dramatisch. Im letzten Drive hatten die Referees eine haarige Entscheidung bei einem Catch/Nicht-Catch von WR #19 Mike Williams zu treffen – und sie haben IMHO richtig entschieden.

[22h25] Zur Ehrenrettung der Patriots sei noch gesagt, dass der TD-Lauf von Woodhead mit 45sek auf der Uhr zurückgepfiffen worden war wegen eines Holdings gegen #87 Gronkowski, das mehr als zweifelhaft war.

[22h20] Die Patriots legen sich irgendwo am Rande der RedZone nieder, anstelle für mehr Yards zu gehen. Gostkowski tritt und an und setzt den Kick zirka zehn Meter links daneben. Ryan Williams kullern grad die Felsen vom Herzen. Cardinals gewinnen 20-18.

[22h18] Baltimore hat ein FG drauf legen können: 23-17. Vier Minuten to go.

[22h16] Absolut fassungslose Szene in Foxboro! 3rd-and-13, New England ohne Timeouts, 1:10 zu spielen… und dann fumbelt der RB #34 Ryan Williams den Ball!! Knie nieder, punte, schenkt Brady mit 25sek den Ball, aber FUMBLE? Pats in FG-Nähe, FG reicht zum Sieg.

[22h11] In Indianapolis versenkt Vinatieri 8sek vor Schluss ein 53yds-FG zum möglicherweise ersten Sieg in Andrew Lucks Profilaufbahn.

[22h07] 2:06 vor Schluss bringt Brady den Drive der rattenscharfen Kurzpässe zu Ende – allerdings mit einer Referee-Entscheidung beim 3rd-down, die schwer nach „Heimschiedsrichter“ roch. Die 2pts-Conversion scheitert, Patriots liegen 20-18 zurück. Zwei Timeouts für New England plus 2min-Warning.

[22h02] In New England versucht sich vier Minuten vor Schluss Brady am Comeback. Der Drive sieht bis dato nicht schlecht aus, jeder Pass eine Completion.

[21h57] Die Ravens stehen dem in nichts nach und müssen sich mit einem 51yds-FG begnügen. 20-17 BAL, elfeinhalb Minuten vor Schluss.

[21h52] Die Eagles bringen sich mit idiotischen Strafen in Bedrängnis. Baltimore klopft in der RedZone an.

[21h41] Am Spieltag der offenbar überraschenden Ergebnisse werden in Philadelphia adäquate Spielzüge geliefert: WR #10 DeSean Jackson eben mit einer Superbowl-Reminiszenz für Manningham. (dauert dann aber nix, dann wirft Vick die zweite INT/vierter Turnover PHI)

[21h28] Die Ravens machen überhaupt keinen Stich mehr. Flacco hat maximal zwei Pässe an den Mann gebracht, ist mittlerweile in der Tebow-Region angelangt: 4.3yds/Passversuch für Flacco (Vgl. Vick 10.7yds/Passversuch). Vick übernimmt 4:11 im dritten Viertel wieder.

[21h22] Die Eagles nutzen wieder nicht alle sich ihnen bietenden Chancen und kommen nach einem eigentlich ordentlichen Drive nur zu drei Punkten, weil Andy Reid den Panik-Anfall bekommt und beim 4th-and-1 an der 5yds-Line den Kick nimmt. Ausgleich, 17 beide. Auffallend ist aber die eher zurückhaltende Ravens-Defense, die sich nicht mehr traut, vollen Pass Rush zu schicken.

[21h13] Nächster ausfallender Offensive Lineman bei den Eagles: Der extrem groß gewachsene LT Dunlap muss runter – und Dunlap war schon Ersatzmann für den All-Pro LT Peters gewesen.

[21h05] Das All-22 Tape zeigt das Missverständnis zwischen Safety #20 Reed und dem Cornerback. Der Cornerback schien davon auszugehen, dass Reed auch Passverteidigung spielt. Reed dagegen ging aggressiv auf Vick. Maclin dankt.

[21h01] PHI 14, BAL 17/Q3 10:40. Die Ravens haben immer noch einen Heidenrespekt vor Vicks Scrambles. Vick rollt links raus, und der Safety starrt solange auf Vick, bis er seinen Gegenspieler WR #18 Maclin komplett vergessen hat. Maclin ist rund 10m allein in der EndZone und kann verkürzen.

Für die Eagles eine schlechte Nachricht: C Kelce mit Knieverletzung raus.

[20h57] Wenig Pass Rush der New Orleans Saints gegen QB Cameron Newton, der gemütlich seine Kreise ziehen darf. Abzuwarten bleibt, wie es mit WR Steve Smith ausschaut, der sich nach Zusammenprall am Boden krümmt und windet.

[20h48] Im eher ungemütlichen Foxboro haben die Patriots die Führung dieses Field-Goal-Schießens übernommen. Die Offense wirkt aber weiterhin unrhythmisch, auch weil Arizonas Secondary richtig gut deckt.

[20h36] Allem Anschein nach fürchterlicher Football von den Jacksonville Jaguars in der Offense. Ich meine: Der strömende Regen kann nicht entschuldigen, dass QB Gabbert in 13 Passversuchen -4 (in Worten MINUS VIER) Passyards zustande gebracht hat.

[20h32] Halbzeit PHI 7, BAL 17. Die Eagles werden für ihre ängstliche Taktik in der eigenen RedZone bestraft und kassieren mit einer Sekunde auf der Uhr nicht bloß Boo Birds, sondern auch noch drei Punkte durch einen 56yds-Kick von K Tucker.

Die Eagles sind in diesem Spiel nicht unterlegen, ganz im Gegenteil. Sie sind allerdings zu fehlerhaft. Drei Turnovers werden aber selbst Philadelphia nicht mehr in Halbzeit zwei passieren, weswegen diese Partie noch lange nicht vorentschieden ist.

[20h20] Nächster Turnover der Eagles in der RedZone! Diesmal ist nicht die Ballübergabe an den Running Back schuld, sondern RB McCoy selbst. Dritter Turnover für Philadelphia.

[20h08] Eli Manning hat heute auch ein eher lockeres Abzugshändchen aufgesetzt. Tampa sagt artig danke.

[20h02] PHI 7, BAL 14/Q2 8:34. Sensationeller TD-Pass Flaccos für CB Jacoby Jones – höchste Präzision. Da konnte selbst der zweitbeste Deckungsspieler unter der Sonne, CB Asomugha, nur staunenden Begleitschutz geben.

[19h51] Gleich wird ESPN Riesenschlagzeilen über „dirty“ Ndamukong Suh #10 DeSean Jackson und #29 Williams auffahren. Schon die dritte Schlägerei im Spiel, und wir sind zwei Minuten im zweiten Viertel.

[19h47] Leider keine Belohnung für den Mut der Ravens, die beim 4th-and-4 einen Punt-Trick versuchen.

[19h42] Angeknockte Tight Ends überall: TE Celek in Philadelphia wird an der Seitenlinie zärtlich gestreichelt, während TE Hernandez in New England „questionable“ in der Umkleidekabine sein soll.

[19h35] PHI 7, BAL 7/Q1 2:08. Langer Return der Ravens, runder Drive mit vielen I-Formationen der vielen Varianten (gerade, strong-I) und Flacco mit viel Zeit zum Werfen. Ein Drive, der auch geprägt war von Schlägereien.

[19h24] PHI 7, BAL 0/Q1 5:40. McCoy bringt die an der GoalLine zähe Geschichte zu Ende, aber Vick wird Spielzug für Spielzug böse abgeschossen und geht schon im ersten Viertel nicht mehr rund. Lobenswert: Die Eagles spielten ein 4th down an der 5yds-Line aus.

[19h20] Der Ton in der Audiospur ist heute auch perfekt synchron mit dem Bild.

[19h15] Ich habe nun in die Tonspur der Eagle-Radiokommentatoren gewechselt, da der Eagles-Mann zu meinen Favoriten (nach Paul Allen aus Minnesota) gehört – ich höre bei dieser Stimme immer McNabb, McNabb in meinen Ohren und werde nostalgisch. Quasi als Einstand forciert DE #58 Trent Cole den Sack/Fumble, und Philadelphia kriegt in der RedZone den Ball zurück.

[19h12] Guter Vick, schlechter Vick. Die Eagles eröffnen mit 23yds und 17yds-Pässen und schauen potent gegen nicht immer mit mehr als drei Leuten kommende Ravens aus. Vick kriegt in der RedZone dann für einmal Druck, muss rechts rausrollen (was er nicht mag), kriegt dort die Chance, 4-5yds zu erscrambeln. Aber im letzten Moment feuert Vick gegen seine Laufrichtung den Ball in die EndZone – und unterwirft. S #31 Bernard Pollard springt in den Ball und macht die INT.

[19h03] Das Wetter in Philadelphia steht dem unsrigen in nichts nach. Hoffentlich holen sie sich da unten keine Sonnenbrände.

[18h44] Wunderschönen guten Abend. Ich hole mir noch eine Schüssel Obst und werde dann pünktlich zum Ravens/Eagles-Spiel aufschlagen. Gleich vorneweg poenzielle Spoiler-Warnungen: Es muss als „wahrscheinlich“ angenommen werden, dass ich ein wenig zwischen den Partien hin- und herspringen werde.

NFL 2012/13: Vor dem zweiten Spieltag

Woche 2 im TV

ESPN America LIVE

So, 19h00 PHI - BAL
So, 22h25 PIT - NYJ
So, 02h20 SF  - DET
Mo, 02h30 ATL - DEN

ESPN America Tapes

Mo, 14h30 CAR - NO
Mo, 16h30 JAX - HOU
Mo, 18h30 SF  - DET
Di, 10h30 PHI - BAL
Di, 12h30 PIT - NYJ
Di, 18h30 ATL - DEN

PULS4 As-live

So,  0h30 SEA - DAL

SPORT1+ LIVE

So, 19h00 CAR - NO
So, 22h25 SEA - DAL
Mo, 02h30 ATL - DEN

Eines der großen Themen waren die Schiedsrichterleistungen der ersten Woche. Schiedsrichterleistungen, die ich nach Sichtung von 15.5 Spielen nicht so schlecht fand. Es gab die eine oder andere fragwürdige Fehlentscheidung (Review eines Ravens-TD, nicht gegebene Strafe bei einem Return-TD für Green Bay, viertes Timeout für Seattle) und eine recht happige Flut an Pass Interference-Strafen (ich schätze mal mindestens 25 bis 30 in 16 Spielen), aber um ehrlich zu sein: Solche Dinge passieren immer wieder, und sie passieren auch den McAuleys und Hochulis der NFL-Zebragarden. Der Super-GAU blieb zumindest in Woche 1 aus. Nun auf ein Neues.

Pass, Baby!

Zweites Thema waren die vielen Interceptions. Oder waren es gefühlt viele Interceptions? 35 abgefangene Pässe in 16 Spielen liest sich enorm viel. Aber es gab 1124 geworfene Pässe, da entspricht dies einer INT-Quote von 3.11% – der Schnitt in der vergangenen Saison war 2.91% gewesen, also kein ganz grober Ausreißer für einen einzigen Spieltag. Auch die Pass-Ratio war nach Durchsicht der Zahlen kleiner als ich auf Basis der Tapes angenommen hatte: 58:42 pro Pass, nach einer Saison mit im Schnitt 56:44 im letzten Jahr.

Der Trend zu explosiven Offenses setzt sich dagegen weiter fort: Obwohl wir fünf Rookie-Quarterbacks (plus die sehr unerfahrenen QB Skelton in Arizona und QB Locker in Tennessee) spielen sahen, gab es im Schnitt 49.4 Punkte pro Partie (angeblich der zweitpunktereichste Spieltag ever) und bewegten die Pass-Offenses die Ketten netto 6.5yds/Passversuch (Vergleich zum Rekordjahr 2011: damals waren es 6.3yds/Passversuch gewesen).

Es gibt da Teams wie New Orleans, die lange apathisch spielen und dann zwei Touchdown-Drives hinlegen, die zusammen kaum zwei Minuten von der Uhr nehmen. Offenses werden immer explosiver, wie Brian Burke in einer gut fundierten Studie herausgearbeitet hat. Das bedeutet: Feldposition wird mittelfristig an Wert verlieren. Ballbesitz wird zunehmend an Wert gewinnen. Daher gehen Teams wie Washington selbst mit einem Rookie-QB in den Schlussminuten auf Risiko, spielen die Downs mit Passspiel aus, um das 1st down zu erreichen und nicht den Ball um 40sek Zeit runterspielen willen mit einem (wenn auch vielleicht langen Punt) hergeben zu müssen.

Woche 1: Was ich noch vergessen hatte

Nebenan noch einmal alle Links zu den ausformulierten Reviews von Woche 1. Ein paar Anmerkungen zu ein paar anderen Spielen seien noch angebracht.

Tampa Bay – Carolina. Zu den überraschenderen Dingen gehörte am ersten Spieltag, wie die Buccs die eigentlich sehr gute, weil sehr variable Lauf-Offense der Panthers abwürgten. Die Buccs, die zu den schwächsten Lauf-Defenses der letzetn Jahre gehörten! Was DT #93 Gerald McCoy (#3-Pick 2010) da ablieferte, gehörte zum feinsten, was ich je von einem Defensive Tackle gesehen habe.

Kansas City – Atlanta. Sehr flottes erstes Viertel mit einem Chiefs-QB Cassell, der zwar nicht gigantisch aussah, aber in dieser Form doch durchaus souverän eine Offense zu leiten imstande ist. Überhaupt hielten die Chiefs trotz einer von Ausfällen geplagten Defense relativ lange mit. Der Knackpunkt war plus/minus das versiebte 40yds-Field Goal nach sechs Minuten im dritten Viertel (Stand 20-17 ATL). Atlanta kam auf das Feld, mauserte sich mit WR #11 Julio Jones (in dem Spiel integralster Bestandteil dieser Offense) und viel Klein-Klein das Feld runter, und QB Ryan schloss mit einem QB-Scramble zur Vorentscheidung ab. Das 40-24 als Endstand spiegelte IMHO aber nicht wirklich die wahren Kräfteverhältnisse wider; Kansas war sooo übel nicht eingestellt.

Baltimore – Cincinnati. Keine Frage, die Ravens waren das insgesamt bessere, reifere Team in dieser Partie. Aber der Blowout täuscht dann doch etwas über den Spielverlauf hinweg. Cincinnati war lange Zeit (zweieinhalb Viertel) dran. Der Knackpunkt war eine horrende Entscheidung von Bengals-Coach Marv Lewis, der 8:59 im dritten Viertel ein 4th und 1 von der gegnerischen 1yds-Line (!) nicht ausspielen ließ, sondern ein Field Goal zum 13-17 kickte. Der 4th down-Rechner sagt uns: Lewis verschenkte damit zumindest 10% Siegchance. So sehr ich Lewis mag, so unteriridisch finde ich sein PlayCalling in manchen Momenten.

Minnesota – Jacksonville. Kuriose Entscheidung der Jaguars, bei Fünfpunkterückstand 2:00 vor Spielende mit nur zwei eigenen Timeouts zu punten. Ging am Ende insofern „gut“, als dass sie den Ball nach einer Strafe gegen Minnesota mit 1:18 auf der Uhr zurückbekamen, ein 4th down verwerteten und 20sek vor Schluss per langem TD die zwischenzeitliche Führung erzielten (MIN konnte noch ausgleichen und dann in der Overtime gewinnen), aber ich empfand den Punt als eher überraschend. Nicht die einzige merkwürdige Entscheidung von HC Mularkey: Im ersten Viertel hatte er von der gegnerischen 1yds-Line ein Field Goal kicken lassen.

Houston – Miami. Die Zahlen für Rookie-QB Tannehill (5.0yds/Pass, 3 INT) waren schlecht, keine Frage. Aber in der ersten Halbzeit gab es durchaus gute Ansätze von Tannehill, und alle drei INTs waren abgefälschte Bälle, die jedermann, auch Brady und Eli Manning, passieren. Die Abgesänge kommen mir da deutlich zu früh. Miamis Offense schaute eigentlich in der ersten Halbzeit auch als Gesamtes nicht völlig neben den Schuhen aus, aber dann kollabierte man mit drei Turnovers in den letzten beiden Minuten vor Halbzeit (Houston machte daraus 3 TD und beendete die Partie).

Enge Spiele. In Woche 1 endeten wieder genau 50% der Partien innerhalb eines Scoring-Drives (max. 8 Punkte Differenz).

Heimvorteil. 9 von 16 Spielen endeten mit Heimsiegen. Das ist haargenau der Durchschnitt der letzten 20 Jahre NFL (56%).

Punkte. Zusätzlich zur zweitpunktereichsten NFL-Woche ever war es erst das sechzehnte Mal, dass am selben Spieltag jede im Einsatz gestandene Mannschaft mindestens zehn Punkte erzielte.

Die Spiele von Woche 2

(Siegertipps in Kapitalien, Saison in der Sterndeutung; letzte Woche: 12-4)

Buffalo – KANSAS CITY
CINCINNATI – Cleveland
INDIANAPOLIS – Minnesota
Carolina – NEW ORLEANS
Jacksonville – HOUSTON
Miami – OAKLAND
NEW ENGLAND – Arizona
NY GIANTS – Tampa Bay
PHILADELPHIA – Baltimore
St Louis – WASHINGTON
Seattle – DALLAS
PITTSBURGH – NY Jets
SAN DIEGO – Tennessee
San Francisco – DETROIT
ATLANTA – Denver

Sind ein paar Schmankerln dabei, und die TV-Stationen übertragen angenehm verschiedene Partien. Ein paar Gedanken zu Spielen, die ich ins Auge gefasst habe:

  • Cincinnati – Cleveland. Ist QB Weeden wirklich so schlecht wie letzten Sonntag gegen Philadelphia angedeutet? Kann Shurmur der Offense ein besseres Gesicht verpassen? Wie reagieren die Bengals auf die katastrophale zweite Halbzeit in Baltimore?
  • Carolina – New Orleans. Die Saints-Defense schaute am Sonntag phasenweise komplett überfordert aus; auf der anderen Seite brachte Carolina sein an sich potentes Laufspiel überhaupt nicht auf den Boden. Zu beachtender Punkt auch: Das PlayCalling der Saints. Letzte Woche wenig überzeugende Ansagen, u.a. auch mit einem Field Goal bei 14-30 Ende drittes Viertel.
  • Jacksonville – Houston. QB Gabbert war im Vergleich zur letzten Saison nicht wiederzuerkennen, auch wenn es „nur“ Minnesotas Defensive Backfield war. Houston wurde gegen Miami überhaupt nicht gefordert. Für die Texans könnte diese Jaguars-Defense schon ein erster Härtetest werden.
  • New England – Arizona. Wenn die Cardinals-Defense auch Brady und dessen Offense Line so ins Schwitzen bringen kann, dann wird es Zeit, diese Abwehr ernst zu nehmen. Arizona dürfte im Backfield aber zu wenige Deckungsspieler haben, um die vielen Anspielstationen der Patriots hinreichend abzudecken.
  • Philadelphia – Baltimore. Es hatte was, mit welchen Eiern Flacco auf das Feld ging und im allerersten Play 50yds downfield ging. Die Eagles sind eines meiner Lieblingsteams… wenn dieser Angriff ins Klicken kommt, look out. Spannend, ob das gegen die furztrockene Raven-Defense sein wird.
  • St Louis – Washington. Chris Brown erklärt in einem großartigen und unbedingt zu empfehlenden Beitrag (das ist ein versteckter Lesebefehl!), wie intelligent die Shanahans Griffin III letzte Woche einsetzten. Die Frage wird nun sein: Wie gut können sich die Rams darauf einstellen? Werden die Redskins überhaupt noch einmal diese Serie an Pistol- und Spread-Aufstellungen bringen? Auf der anderen Seite wird von St Louis eine Leistungssteigerung notwendig sein, nachdem vergangenen Sonntag nur viele Interceptions im haargenau richtigen, letztmöglichen Moment eine klare Niederlage in Detroit verhinderten.
    Ach, und: Man vergesse nicht das viele Gefussel Rams/Redskins/RG3. #NFL-Draft_2012
  • Pittsburgh – NY Jets. Wo kann ich dieser gekünstelten Tebowmania aus dem Weg gehen, wenn selbst NFL.com jeden Tag mit neuen Tebow-Stories aufmacht? (Deadspin sammelt fleißig die idiotischsten Tebow-Artikel) Ich möchte mich in diesem Rematch des 2010/11er AFC-Finals auf Football konzentrieren. Danke. (CB Revis wird übrigens wegen Gehirnerschütterung ausfallen)
  • San Francisco – Detroit. Handshake Bowl, die Zweite. Fast ein Jahr nach dem völlig überhypten harten Handgriff Harbaughs sehen sich 49ers und Lions wieder. Bei der Spielweise der beiden Mannschaften rieche ich eine Begegnung mit fuffzehnmal unnecessary roughness und dreiundzwanzig Holdings. Auf der anderen Seite zeigte San Francisco letzte Woche in Green Bay richtig dicke Nüsse und bewegte sogar genüsslich die Eier durch die Lüfte. Jetzt kommt eine ernsthafte Front-Seven.
  • Atlanta – Denver. Beide sind erfolgreich gestartet, aber die Falcons mit QB Matt Ryan haben noch keinen ernsthaften Pass Rush gesehen. Jetzt kommen #92 Dumervil und #58 Von Miller. Auf der anderen Seite wird Peyton Manning auf eine Secondary treffen, die mit CB Grimes den besten Deckungsspieler verloren hat – und Manning warf schon letzte Woche gegen eine vermeintlich bessere Secondary famose Zahlen (8.6 NY/A).