NFL 2012 Woche 3, Notizblock Eagles@Cardinals

Den Notizblock zum gestrigen Besuch der Philadelphia Eagles in der Wüste bei den Arizona Cardinals gibt es aus Spoilergründen erst nach dem Klick.

Es gibt zwei gute Nachrichten für die Eagles: das Spiel hat nicht in Philadelphia stattgefunden und so konnten die Fans das Stadion nicht anzünden. Und Michael Vick lebt noch. Sein Körper muß sich allerdings heute (und den Rest der Woche) anfühlen wie eine Packung Cornflakes. Selten wurde ein Quarterback dermaßen oft in den Stadionboden gerammt wie der zierliche QB der Eagles gestern Abend.

Philadelphia fand in der ersten Halbzeit überhaupt kein Mittel gegen das Abwehrbollwerk Arizonas. Wie auch letzte Woche gegen New England spielte Arizona fast ausschließlich in ihrer 2-4-5-Aufstellung mit Darnell Dockett und Calais Campbell als einzigen down linemen. Das können sie die Cardinals einerseits erlauben, weil die Front-6 um Dockett/Campbell und den mal wieder überragenden ILB Daryl Washington auch ohne siebten Mann ganz gut gegen den Lauf aussehen und andererseits weil Phillys HC Andy Reid und OC Marty Mornhinweg in altbekannter Sturköpfigkeit passen lassen bis Vick der Arm abfällt.

In der ersten Halbzeit hatte RB Shady McCoy tatsächlich vier Läufe. Vier! Aber das ist ja auch logisch, wenn die Verteidigung die gesamte Zeit über mit der Nickel-D spielt. Ach nee. Andersrum. Das ist genau das Gegenteil von logisch. So haben Dockett, Campbell, die OLBs Acho, Schofield & Groves (und auch ILB Washington bei blitzes) Michael Vick hinter seiner miesen Offensive Line bei fast jedem Snap dermaßen vermöbelt, daß man auf das weiße Handtuch aus der grünen Ecke gewartet hat.

Um das Abzukürzen: Vick war ständig unter Druck, Arizona hat immer mit fünf DBs gespielt (von denen einer auch noch der für zwei spielende Patrick Peterson ist), Philadelphia hat trotzdem immer geworfen und das waren die Ergebnisse der Drives in Hälfte Eins: 3&out, Punt, Fumble, 3&out, 3&out und schließlich noch ein Fumble von Vick der von Safety James Sanders mit dem Halbzeitpfiff über 93 Yards zum 24-0 zurückgetragen wurde. Zwischendurch hat der Rookie Johnson auch noch einen Punt gefumblet. Zur Halbzeit war das Spiel schon entschieden.

In der zweiten Halbzeit hat McCoy dann einige Carries bekommen, was auch recht gut funktioniert hat. Aber zu mehr als zwei Field Goals hat es nicht gereicht.

Arizonas Offense war so schlecht wie gewohnt, aber durch die vielen guten Feldpositionen war auch nicht viel nötig. Kevin Kolb, der wieder für den noch verletzten John Skelton anfangen durfte, hat haufenweise schnelle Pässe bekommen (Slants und shallow crosses hinter der Line of Scrimmage), wodurch der Pass Rush der Eagles keinen großen Einfluß hatte. Wenn Kolb mal für etwas tiefere Routen geschaut hat, mußte er fast immer Bekanntschaft mit der Grasnarbe machen.

Einen längeren Ball gab es zu Larry Fitzgerald, der bei einem Play-Action-Paß Nnamdi Asomugha böse verbrannt hat und auch prompt in der Endzone gelandet ist. Überhaupt hat Fitzgerald Asomugha und Dominique Rodgers-Cromartie – die meistens man coverage gespielt haben – einige Male schlecht aussehen lassen.

Zum Schluß haben die Cardinals sogar ganz abgezockt mit gutem Laufspiel die Uhr gekillt. Dabei sind wieder alte Schwächen der Eagles-D in Laufverteidigung zutage getreten. Sogar einen 3rd&17 konnten die Cards mit einem Drawplay im vierten Viertel verwandeln. Da haben alle schon gedacht „Come on, Philly!“ – aber DRC hat als Sahnehäubchen noch eine unsportsmanlike conduct penalty obendrauf gepackt. Ryan Williams hat seinen Fehler von letzter Woche wieder gutgemacht und beim wichtigen Drive im 4th quarter mit fünf Läufen 42 Yards gemacht und Minute um Minute gefressen.

Weil wir nicht schon wieder Daryl Washington zum Spieler des Spiels machen wollen, lassen wir diese Ehre dem oft geschmähten Safety Kerry Rhodes zuteil werden. Rhodes war überall, hat gut gegen den Paß verteidigt, immer wieder McCoy gestoppt, wenn er mal durchkam und auch den Fumble von Vick kurz vor der Halbzeit verursacht.

Die Cardinals sind jetzt 3-0, aber müssen erst noch beweisen, daß sie auch mit einem Rückstand spielen können. Glücklicherweise wird ihnen das mit dieser Defense wohl nicht allzu oft passieren. Die Eagles und vor allem Vick können froh sein, daß sie nicht jede Woche gegen so eine Verteidigung spielen müssen. Nächste Woche allerdings kommen erstmal die Giants und wollen Vick rupfen. Hals und Beinbruch!

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