St Louis Rams – Arizona Cardinals Preview

Auftakt zur Woche 5 heute Nacht im Edward Jones Dome zu Saint Louis mit einer Partie aus der NFC West: Rams (2-2) gegen die Arizona Cardinals (4-0). Beide kommen mit viel Optimismus in die Partie: St Louis putzte am Wochenende knapp die Seattle Seahawks, Arizona würgte einen Dreckssieg gegen Miami nach Hause, ein Spiel Markenzeichen gewinnen nur große Mannschaften. Really?

Meine Probleme mit den Cardinals statistischer Natur habe ich gestern dargelegt, aber es gibt auch Haptischeres. Beginnend bei der Offensive Line, die selbst gegen nicht überaus druckvolle Defenses schnell kollabiert und den dahinter stehenden Quarterback Kevin Kolb schneller als gewünscht in Bedrängnis bringt. Man möchte sich nicht vorstellen, was die bislang ordentliche Rams-Defensive Line um DE Chris Long da mit den Tackles Batiste/Massey veranstalten wird.

Auch Kolb selbst ist nicht der entschlossenste Mann unter der Sonne, kassiert selbst für diese Line zu viele Sacks und ist bestenfalls mit „blass“ beschrieben. Gegen eine Rams-Truppe, deren größte Stärke das Defensive Backfield zu sein scheint, keine guten Attribute. Wenig hilfreich ist auch ein komplett abgewracktes Laufspiel um Wells/Williams, das keinerlei Akzente zu setzen vermag.

Auf der anderen Seite ist auch die Offense der Rams nicht wirklich zu den überzeugenderen zu zählen. QB Sam Bradford wirkt, als hätte er Fortschritte gegenüber der jüngeren Vergangenheit gemacht, aber „Fortschritte“ liest sich in harten Fakten immer noch so: 61.6% Completion Rate, 5.6 NY/A, 1 Sack pro 10 Dropbacks. Nuff said.

Zugegeben, Bradford hat es auch nicht einfach: Die lichten Momente bei den Wide Receivers sind rar, worüber man bei den völlig indisponierten Tight Ends sogar noch froh wäre. Und die Protection um die Tackles Hunter/Richardson dürfte gegen Arizonas extrem starke D-Line um DE Calais Campbell eine lange Nacht erleben, selbst wenn Arizonas brandgefährlicher Allrounder Dockett weiterhin verletzt ausfallen sollte.

Ich traue der Rams-Offense nicht. RB Steven Jackson wirkt wie ein Schatten seiner selbst, und mein Vertrauen in die Backups Richardson und Isaiah Peed ist den Bach runtergegangen. Meine Rübe – Peed. Aus dem College in bester Erinnerung behalten, aber in der NFL bisher kein Gefühl für die wenigen offenen Lücken gezeigt. Es wäre mehr als erstaunlich, wenn sich dies ausgerechnet gegen die gefinkelte Linebacker-Crew der Cardinals ändern sollte.

Der X-Faktor ist dann auch schnell ausgemacht: Rams-K Greg Zuerlin, genannt „Legatron“, ein Rookie, der sich mit dutzendweisen extrem langen Kicks schnell einen Namen in der NFL gemacht hat. Ich frage mich, wie viel dabei Produkt der heimischen Halle der Rams war, und ob Zuerleins Wunderkicks tatsächlich ein zukunftsträchtiges, vertrauenswürdiges Mittel für die aseptische Rams-Offense ist.

Das Spiel ist auf alle Fälle von Wichtigkeit. Für die Cardinals geht es nicht bloß darum, endlich auch in den großen Mainstream-Medien die nötige Akzeptanz als überdurchschnittliches Team in der NFL zu bekommen, sondern auch und vor allem darum, die 49ers weiterhin auf Distanz zu halten. Die Rams dagegen, die nur wenige Playoff-Hoffnungen hegen, können mit einem Heimsieg in Schlagdistanz bleiben. Ich sehe diesbezüglich gar nicht schwarz.

Partie wird ab 02h30 bei ESPN America und SPORT1+ übertragen. Die Tapes gibt es morgen im Laufe des Tages.