College Football, Woche 6: Keulen über Keulen

Schlechtes Wochenende im College Football: Anstelle von Krachern wie Texas – WVU, South Carolina – Georgia oder Florida – LSU bringt ESPN America die komplette Nacht lang Schmarren wie Grand-Am Rolex Series, MLB-Player Polls oder den Auftakt der Divisional Baseball-Playoffs aus der MLB (okay, ab Mitternacht wenigstens mit den Oakland Athletics vom famosen General Manager Billy Beane, Stichwort „Moneyball“).

ESPN Americas Programm zum College Football ist bescheiden: Ab 15h30 zeitversetzter Einstieg in den College GameDay aus Columbus/SC, ab 18h zum dreihundertfünfundzwanzigsten Mal in dieser Saison die Penn State Nittany Lions, die nach der Paterno-Ära mehr TV-Coverage kriegen als vor Sandusky, gegen die #24 Northwestern Wildcats. Northwestern gehört mit 5-0 zu den Erfolgsstorys dieser Saison und QB Kain Colter wird leise gehypt. Die bisherigen Vorstellungen (und der sehr glückliche Auftaktsieg gegen Syracuse) lassen mich persönlich aber skeptisch bleiben, selbst gegen Penn State mit seiner inexistenten Offense.

Schmalhans auch bei den ESPN-Tapes: Am Mittwoch, 10.10. um 15h wenigstens #6 South Carolina Gamecocks vs. #5 Georgia Bulldogs, das möglicherweise entscheidende Duell um den Gewinn der SEC-East und den damit verbundenen Einzug in das SEC-Endspiel im Dezember. Möglicherweise. Denn es gibt noch einen Dritten im Bunde: Die #10 Florida Gators. Florida spielt zuhause gegen die #3 LSU Tigers (Tape am Donnerstag, 11.10. um 13h).

Dabei wird der überraschend starke Gators-QB Jeff Driskel die erste ernsthafte Defense gegen sich spielen sehen, aber entscheidender dürfte ein anderes Matchup sein: Wie kommt LSUs katastrophal schwache Offense gegen die nicht zu unterschätzende Gator-Defense zurecht? LSU würgte sich in den letzten beiden Wochen zu relativ knappen Siegen über Auburn und Towson (FCS), und sieht einer aufkommenden Debatte um QB Zach Mettenberger entgegen.

Um noch mal zurückzukommen auf South CarolinaGeorgia: Ich traue den Gamecocks durchaus die kleine Überraschung zu. Marcus Lattimore ist einer meiner absoluten Favoriten, eine Pracht von Running Back, so schwer zu tackeln, trotz seiner jüngsten Verletzungspause. Bei Georgia sollen QB Murray und die vielen unbekannten Running Backs über den Erwartungen spielen, aber die Defense lässt doch mehr Punkte zu als man aufgrund der vielen draft-kompatiblen Namen erwarten würde.

Am Donnerstag um 11h30 auch noch als ESPNA-Tape: Air ForceNavy mit zirka zweitausend Rushing Yards auf beiden Seiten.

Eurosport 2

Für mich nicht empfangbar: ES2 bringt ab 22h30 Michigan gegen die nicht völlig zu unterschätzenden Purdue Boilermarkers, die dank der vielen Sperren in ihrer Division (Ohio State, Penn State) vielleicht sogar eine Außenseiterchance auf das Finale der Big Ten bekommen könnten.

Morgen um 8h das Tape einer der größten Rivalitäten der 80er Jahre, #9 Notre Dame vs. Miami Hurricanes („Catholics vs. Convicts“). Die Rivalität wurde von ESPN in der „30 for 30“-Serie über The U (University of Miami) aufgearbeitet und scheint sehr wild, für heutiges Vorstellungsvermögen sogar unglaublich wild gewesen zu sein, mit Schlägereien beim Einlauf an der Tagesordnung.

Only LKW

#11 Texas – #8 West Virginia. Die Mountaineers kommen von einer Rekord-Partie mit zirka 8 Pass-TDs und nochmal 100x mehr Pass-Yards gegen Baylor, ihr QB Geno Smith hat sich jüngst als neuer Favorit im Heisman-Rennen positioniert, aber die Texas Longhorns werden dank ihres pragmatischen DefCoords Manny Diaz eine ganz andere Hausnummer von Abwehr entgegenstellen. Weil Texas mit QB David Ash auch einen extrem effizienten Spielmacher aufbieten kann, dürfte West Virginia nur sehr leicht favorisiert sein.

#7 Kansas State – Kansas. Bill Snyder gegen Charlie Weis. Mehr kulturelle Differenz geht eigentlich gar nicht. Die kleinen Wildcats sind mit erstaunlichen 24 Punkten favorisiert.

#15 TCU – Iowa State. TCUs Saison könnte mit dem jüngsten Chaotentrip von QB Casey Pachall (DWI – driving with intoxication) den Bach runtergehen, weil Head Coach Gary Patterson Pachall auf unbestimmte Zeit aus dem Kader geworfen hat. Mit Pachall ist TCUs Offense ein Spitzenkandidat. Ohne eine Wundertüte.

#2 Oregon – #23 Washington. Oregon ist klarer Favorit in einem Spiel, in dem es nur so an Big Plays rauschen dürfte. Die Ducks dürften aufgrund des Ergebnisses bei Utah-USC auch bereits eine gute Vorstellung vom werdenden Endspielgegner im Pac-12 Finale haben.