Vor Tennessee – Pittsburgh: Wer trügt denn nun?

Erstes Faktum, wenn ich auf das Donnerstagnachtspiel (Nacht von heute auf morgen, 02h30 live bei ESPN America und SPORT1+) gucke: Mein Ranking-System favorisiert die Tennessee Titans daheim gegen die Pittsburgh Steelers! Und zwar mit 52:48 Prozent Siegchance. Wie das?

Antwort: Schedule und Heimvorteil. Die Steelers haben zwar die bisher leicht bessere Pass-Offense (6.4 NY/A vs. 6.1 NY/A) auf die Beine gestellt und die klar bessere Pass-Defense (5.9 NY/A vs. 7.4 NY/A), bei etwas besseren Turnoverwerten und praktisch identischem Laufspiel auf beiden Seiten. Aber nachdem Tennessee bisher gegen den schwersten Schedule der NFL spielen musste (NE, SD, DET, HOU, MIN) und in dieser Partie den Heimvorteil besitzt, rückt Tennessee für den Algorithmus völlig überraschend in die Favoritenrolle.

(memo to me: yup, ich habe noch nix weiteres Erklärendes dazu geschrieben, aber ich habe fertig gewerkelt)

Klassischer Fall, in dem mein Bauchgefühl den harten Fakten klar widerspricht: Ich halte Pittsburgh in der heutigen Partie für recht klar favorisiert. Das liegt nicht nur an der sehr wechselhaften Offense der Titans, wo RB Chris Johnson nur noch eine Nebenrolle eingeräumt wird und der für den verletzten Stamm-QB Locker einspringende QB Matt Hasselbeck am letzten Wochenende einen extrem unvorbereiteten Eindruck gemacht hat.

Auch die Defense der Titans kommt völlig identitätslos daher. In der Line soll es mächtig Stunk geben, weil der junge DT Karl Klug trotz Forderungen von Pundits und Fans kaum mehr zum Einsatz kommt, und dahinter macht niemand den Eindruck, mal ein „Zeichen“ setzen zu können. Ein Team wie die Minnesota Vikings konnte zuletzt genüsslich und im Halbschlaf gegen Tennessee seine Yards und Punkte produzieren.

Pittsburgh mit seinem furiosen QB Ben Roethlisberger ist da ein Kaliber, das dieser Secondary 300yds wie nichts einschenken dürfte, ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Einziges ganz großes Problem der Steelers im ersten Saisonviertel: Die enorme Anfälligkeit gegen Strafen. Es sind nichtmal so sehr die großen Personal Fouls, sondern False Starts, Holdings und die eine oder andere Pass Interference, die den Steelers mächtig zusetzen und mehrere Drives pro Spiel im Angriff abwürgen und in der Defense verlängern.

Ich sehe aber trotzdem nicht, wie Tennessee in dieser Partie die Steelers schlagen möchte. Außer natürlich, QB Hasselbeck erinnert sich an die Superbowl-Niederlage einst gegen Pittsburgh und zaubert einen ganz großen Tag aus dem Zylinder.

12 Kommentare zu “Vor Tennessee – Pittsburgh: Wer trügt denn nun?

  1. Heimvorteil hin oder her wäre ein Sieg von Tennessee ein Upset im Bereich von Indy/Packers. Eine viel zu schlechte Secondary und eine defensive Front, die keinen Druck ausüben kann (auch wenn die Steelers O-Line wohl höchstens durchschnittlich ist) sind ein Desaster Rezept gegen diese explosive Offense.

  2. Ich hab das Vikings – Titans spiel gesehen….

    Ab der 1 Sekunde hatten die Titans null Socken. Einfallsloses und schwaches Laufspiel, ungenaue Pässe, keinen Pass – rush und schlechte coverage…

    chancen mMn gleich null….

  3. Schließe mich dem an. Die Steelers leuchteten zwar auch nicht unbedingt gegen die Eagles, das ist aber auch ein anderes Kaliber als die Titans. Bei den Titans ist es fast egal, welchem blutarmen QB die Chance eingeräumt wird. Weder Locker, noch Hasselbeck sind geeignet, die Steelers D in Verlegenheit zu bringen. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass das Receiver-Corps nicht wirklich der Hammer ist. Und Chris Johnson scheint seine beste Zeit leider hinter sich gelassen zu haben, um für ausreichende Entlastung zu sorgen.

  4. Tja… Das macht mir Hoffnung, dass die Packers doch gegen die Texans gewinnen aber Angst, dass die Vikings gegen die Redskins verlieren… Mal schaun… Ganz schön unberechenbar diese season…

  5. @ Meikleson -> daraus schließe ich dass du sowohl mit dem Pack als auch mit den Vikings sympathisierst?!

    Wie lässt sich denn diese Tatsache vereinbaren?!

  6. @Punisha: Als Nicht-Amerikaner geht das schon! :-)) Ich bin prinzipiell seit Ewigkeiten Packers-Fan aber da ich in Österreich großer Fan der Vienna Vikings bin, mag ich auch die Wikinger aus Minnesota… 😉

  7. Pingback: Recap: Titans – Steelers | Sideline Reporter

  8. Und es kam wie ich es kommen sah… Packers siegen Gott sei Dank wieder und auch noch sehenswert… Vikings verlieren leider, da muss ich mir morgen das condensed game erst anschauen…

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