Aus der Heimat des zwölften Mannes: Texas A&M Aggies – LSU Tigers live

[22h00] Endstand Texas A&M 19, LSU 24. Mit einem grinsenden Les Miles geht die Partie zu Ende. LSU gewann dank 4 Turnovers, aber das alte LSU der letzten zwei Jahre hätte eine solche Partie mit 42-12 nach Hause gefahren. Die Offense ist weiterhin nicht Fisch, nicht Fleisch, und in dieser Verfassung gebe ich den Tigers in zwei Wochen selbst zuhause gegen Alabama kaum eine Siegchance.

Texas A&M hat das Spiel weggeschmissen. Die Offense ist interessant, spannend. QB Manziel hat alle athletischen Tools drauf und ich kann verstehen, warum man bei dieser Russell-Wilson-artigen Spielweise solche Begeisterung für Manziel zeigt, aber die Coaches müssen diese viel zu langen, unnötigen Scrambles aus Manziel herausbringen und dem Knaben beibringen, den Ball irgendwann wegzuwerfen, um sich nicht in jedem zweiten Spielzug in Kalamitäten zu bringen.

[21h50] LSU kriegt sein Strafenproblem nicht unter Kontrolle, kassiert den Anschluss-TD. aTm 19, LSU 24, zwei Timeouts aTm, 1:17 to go, Onside Kick ist gescheitert.

[21h36] Next Play: TD LSU, die Entscheidung. LSU 24, aTM 12, 3:12 to go.

[21h35] Dreieinhalb Minuten vor Schluss sorgt QB Manziel höchstpersönlich wohl für den Sargnagel, wirft eine unbedachte INT, die dritte heute. (CB Simon machte sie)

[21h29] Ein Spiel auf Biegen und Brechen. Jetzt stoppen die Aggies die Tigers mit Ach und Krach, und mit wiederholt viel Druck gegen QB Mettenberger. Fünf Minuten bleiben den Aggies, die eine verheerende Bilanz seit dem ersten Viertel aufweisen (u.a. 2 INT, 1 Fumble, 2 verkickte FG).

[21h19] Ein verunsichert wirkender QB Manziel bringt nichts zustande und dann verkickt der Kicker aus kurzer Entfernung!

[21h16] Bäm. RB #20 Trey Williams, der schon seit Monaten massiv hochgejazzt wird, returniert den anschließenden Kick 76yds in die gegnerische RedZone.

[21h12] Trainerentscheidungen, die ich nicht fassen kann: LSU bewegt die Eier mit Leichtigkeit, hat die Aggies eigentlich am Boden, und wird dann ganz nah am Touchdown ultrakonservativ, nimmt lieber das Field Goal zum 19-14 als den möglichen TD zur Neunpunkteführung zu versuchen.

[21h00] Diesmal verschießt K Bertolet aus 54yds. Vorangegangen war mäßige Spielzugansage der Aggies.

[20h53] Ganz schlechtes Zeitmanagement der Tigers, die ganz nahe an der EndZone ein drittes Down nicht mehr früh genug ausgespielt bekommen und nun in den starken Wind punten müssen. Könnte ca. 10-20yds Feldposition ausmachen.

[20h47] Das Spiel hat viel von seinem Schwung verloren, weil die LSU Tigers mit ihrer Umstellung von 4-3 auf 3-3-5 (teilweise auch 3-4) die Aggies-Offense nun vollends in den Griff bekommen haben.

[20h36] Die Offense der Aggies ist gerade wieder unterwegs, in Schwung zu kommen, als WR #13 Evans einen wunderbaren Slant-Pass unbedrängt nicht fangen kann und der dadurch abgefälschte Ball einem LSU-Verteidiger direkt in die Arme fällt. Dritter Turnover der Aggies.

[20h21] Um an die Diskussion in den Kommentaren anzuschließen: Extending the play muss nicht immer ein Übel sein. Manziel z.B. scheint athletisch genug zu sein, um auch mal fünf Passrushern zu entfleuchen – wie eben: aus potenziell -10yds nicht einfach per Wegwerfen null gemacht, sondern mit einem wilden Scramble +12yds gemacht. Die Frage ist, inwiefern das Coaching den unerfahrenen Manziel soweit bringt, die „schlechten“ Play-Verlängerungen aus dem Repertoire zu entfernen.

[20h19] LSU knüpft im dritten Viertel an das erste an: Three and out.

[19h51] Reibungslos ist anders, aber 11sek vor der Pause gelingt mal einer der vielen längeren Passversuche von QB Mettenberger – wieder nach ausgespieltem 4th down an der 30yds-Line. Und wir haben das Spiel auf den Kopf gestellt. Texas A&M 12, LSU 14.

[19h44] aTm/Manziel suchen kurz vor der Pause in jedem Play den tiefen Ball, müssen beim dritten Down dann ein paar Sekunden von der Uhr laufen… und RB #1 Ben Malena fumbelt den Ball weg.

[19h37] Tja, und so schnell geht’s. LSU würgt sich auch dank einer PI-Strafe in die gegnerische Platzhälfte, spielt dann gegen den Wind ein 4th down mit einem sehenswerten Trickspielzug über zwei Running Backs aus und ein Play später sprintet RB #42 Michael Ford auf der anderen Spielfeldseite aus fast 20yds zum TD. Texas A&M 12, LSU 7.

[19h32] Wenige Plays nach einem erneuten abgewürgten dritten Down gegen LSU wirft QB Manziel eine Interception bei einem tiefen Spielzug. LSU startet an der eigenen 42 – weiter vorne waren sie heute eh erst einmal.

[19h20] Mit starkem Wind im Rücken trauen sich die Aggies ein langes 49yds-Fieldgoal zu, das K Taylor Bertolet mit Bravour versenkt – der Ball wäre auch aus 60yds reingegangen. Texas A&M 12, LSU 0 in einem Spiel, in dem die Defense der Tigers LSU im Spiel hält.

[19h11] Die Tiger-Offense kommt schon allein deswegen nicht in Gang, weil die Tackles gegen die Defensive Ends der Aggies kein Land sehen; vor allem DE #94 Demontrae Moore terrorisiert QB Mettenberger bisher – drittes oder viertes Three’n’Out für Louisiana State.

[19h02] Keine gute Anfangphase der LSU Tigers, deren Offense so blutleer wie gegen Auburn auftritt. Weiterer möglicher Knackpunkt: Den Tigers gehen nach und nach Spieler verloren, was vor allem in der wenig breit besetzten Defense schmerzhaft wäre. Die Defensive Line z.B. kriecht schon jetzt auf dem Zahnfleisch.

[18h53] Mit dem Ende des ersten Viertels zeigt sich ein weiteres Charakteristikum bei Johnny Manziel: Er sucht das Play – eventuell auf Kosten eines Sacks. Lieber scrambeln als den Ball auf die Tribüne zu werfen. Ich würde behaupten, das ist bei 19jährigen Freshmen kein Wunder.

[18h50] Kyle Field ist so windig, dass die Referee-Ansagen kaum verstanden werden.

[18h33] Ja spinn ich oder lassen sich die LSU Tigers da gerade nach Strich und Faden ausspielen?  QB Manziel kann teilweise sogar kurze Slant-Pässe für WR #13 Evans werfen – ich kann mich nicht erinnern, dass LSU in den letzten beiden Jahren jemals so offen über die Mitte war wie heute. In der RedZone zerstört eine Strafe einen TD, aTm muss mit dem Field Goal Vorlieb nehmen – Texas A&M 9, LSU 0.

[18h18] Ich lese gerade, dass RB Lattimore nachher gegen Florida „nicht starten“ wird – was bei entsprechender Auslegung eines Starts im Football nicht viel heißen muss.

[18h12] Sehr ansehnlich, was die Oregon Ducks Texas A&M Aggies da in ihrer ersten Serie spielen: Die Strategie scheint zu sein, ohne Huddle ein brutales Tempo zu spielen. Im Pass werden kurze Screen- und Swingpässe für die vielen an der Anspiellinie verteilten Wide Receivers geworfen, und dann vertraut man im Laufspiel, dass die mächtig gebaute Offensive Line um die beiden Tackles Joeckel/Matthews die beiden Super-DEs der Tigers, Montgomery und Mingo, in Zaum halten können, und läuft gnadenlos über die Mitte. Ist erfolgreich, RB Christine Michael schließt aus 2yds zum TD ab, 6-0 Aggies nach dem verkickten P.A.T.

[18h02] Scheint windig zu sein in College Station. Schon vor dem Kickoff wird der Ball zweimal vom Tee geblasen.

[17h47] Guten Abend. Heute mal wieder Liveblogging zum College Football, diesmal aus einem der besten Stadien auf dieser Welt, dem Kyle Field in College Station/Texas („Home of the 12th man“). Die BCS-#18 Texas A&M Aggies spielen gegen die #6 LSU Tigers. Mit dabei: Der extrem gehypte Freshman-QB Johnny Manziel der Aggies, auf den ich gespannt bin wie ein Regenschirm.

The Return of the College Football zu ESPN America

Die MLB-Playoffs sind gütlicherweise genau so ausgegangen, dass heute wieder die volle Dröhnung College Football gezeigt werden kann. Ab 15h College GameDay aus Gainesville, der Heimatstadt der Florida Gators, und danach zweimal SEC-Derby vs. ein ACC-Klassiker. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben sollten: Die Conference-Saison kommt in die Gänge, die Saison im College Football gewinnt an Thrill.

Texas A&MLouisiana State birgt abseits des Manziel-Watchings (Manziel ist Freshman-QB der Aggies) Spannung, inwiefern die Tigers nach mehreren blutleeren Vorstellungen mit dem Heimsieg über South Carolina wieder in Schwung gekommen sind. LSU gewann verdient, recht souverän gegen die Gamecocks in einem Spiel.

Die spielen ab 21h30 im Kracher möglicherweise um den SEC-East-Divisionssieg, auswärts bei den Florida Gators. Und ausgerechnet dann droht RB Marcus Lattimore verletzt auszufallen… riecht nach einer defensivorientierten, nicht allzu punktereichen Partie. Ein Knackpunkt, der vor allem im GameDay rauf und runter diskutiert werden dürfte: Steve Spurrier kehrt zurück an die University of Florida. Spurrier war in den 90ern der Head Coach gewesen, der mit seiner Fun’n’Gun-Offense die Gators überhaupt erst auf die Landkarte der Top-Footballprogramme gebracht hatte, und ist spätestens seit dem National Championship 1996/97 eine Legende, ehe er in der NFL aufgrund von eklatanten Problemen mit der Blitz-Protection in Washington grandios scheiterte und dann zu South Carolina ging. Spurrier spricht in Interviews interessanterweise immer noch von we, as und our, wenn es um die University of Florida geht.

Noch zwei andere Teams aus Florida matchen sich am Samstag: Miami Hurricanes vs. Florida State Seminoles ist ein Duell, das Reminiszenzen an die Vergangenheit weckt. Canes und Seminoles waren vor allem in den 80ern und frühen 90ern zwei der College-Programme schlechthin gewesen, mit Spielen mit teilweise bis zu 50 (!) späteren NFL-Profis auf dem Spielfeld. Aus der ESPN-Doku „The U“ war einiges an Thrill zu entnehmen, was diese beiden Rivalen angeht; weil die University of Miami seit Jahren sportlich besonders arg krankt und zuletzt durch Booster-Skandale gebeutelt war, ist die Rivalität etwas abgeflaut, aber beide sehen sich gegenseitig immer noch als Rivalry #1.

Miami spielt normalerweise vor halbleerem Haus im Sunlife Stadium. Wenn es nachts gegen die Noles geht, ist die Hütte aber rappelvoll, und die Stimmung im Stadion ist kaum beschreiblich. Allerdings ist das Gutelaune-Publikum in Miami bei Blowouts auch recht NFL-like schnell verschwunden und wir erleben – wie vor zwei Jahren beim 7-42 gegen die Noles – ein Schlussviertel vor leeren Rängen, während die Fans in – sagen wir – Nebraska auch bei 0-50 fast geschlossen bis zur Schlusssirene im Stadion bleiben.

Spielplan Week 5 bei ESPN America

Der Sendeplan – falls nicht wieder dreimal überarbeitet – ist diesmal voll genug, dass zum ersten Mal seit viiiiiielen Wochen (oder Monaten?) auch wieder ein Footballtape am Sonntagmorgen gesendet wird. Das hatten wir laaaaaaaaange nicht mehr, vor lauter halbstarker Motocrosser.

LIVE

    20.10.2012  15h    College GameDay aus Gainesville
    20.10.2012  18h    Texas A&M - Louisiana State
    20.10.2012  21h30  Florida - South Carolina
20./21.10.2012  02h    Miami/FL - Florida State

TAPES

    21.10.2012  05h30  Syracuse - UConn
    21.10.2012  11h30  Miami/FL - Florida State
    22.10.2012  05h30  Oregon State - Utah
    25.10.2012  11h    TCU - Texas Tech
    25.10.2012  13h30  Tennessee - Alabama
    25.10.2012  16h    Miami/FL - Florida State

Auch TCU – Texas Tech ist nicht uninteressant. TCU muss ohne den suspendierten QB Pachall mit einer umgekrempelten Offense antreten, während die Red Raiders von Head Coach Tommy Tuberville bisher eine überraschend starke Saison spielen und in den mathematischen Rankings ganz, ganz weit vorne zu finden sind.

Bei TennesseeAlabama dürfte es für Head Coach Derek Dooley um Schadensbegrenzung gehen: Dooley kann sich vermutlich keinen Blowout leisten, will er nächstes Jahr noch Coach der Vols bleiben. Gespannt darf man auch hier auf die Stimmung sein: „Rocky Top“ im 100000er-Stadion zu Knoxville ist in sportlich erfolglosen Zeiten wie diesen häufig recht leise drauf, aber gegen Giganten wie Alabama war das Rund mit den extrem steilen Rängen auch in jüngerer Vergangenheit oft rowdymäßig drauf.