Notizblock Woche 7 – Redskins@Giants

Robert Griffin The Third, der Mann, den sie in New York „Bob Griffin“ nennen, hatte am Sonntag das erste Divisionsspiel seiner Karriere. Seine Washington Redskins besuchten Eli Manning und seine New York Giants in den Meadowlands. Am Ende gab es einen überraschenden Mann des Spiels. Gewonnen hat der aber trotzdem nicht. Alles weitere nach dem Klick.

Wir hacken wir ja gerne und oft auf Washingtons Defensive Coordinator Jim Haslett rum. Haslett hat es sich zur Aufgabe gemacht, selbst in den unmöglichsten Situationen auf Teufel komm raus zu blitzen und seine bestenfalls zweitklassigen Defensive Backs Mannverteidigung spielen zu lassen. Blitzen mit man coverage dahinter ist schon keine gute Idee gegen Quarterbacks wie Eli Manning. Und völlig plump ständig dasselbe (blitz & man) zu machen ist eine noch viel weniger gute Idee.

Gegen die Giants hat Haslett nun aber ein Kaninchen aus seinem Hut gezaubert. Für alle Beteiligten völlig überraschend gab es kaum Blitzes und sehr viel Zonenverteidung. Daher standen dann zweimal Verteidiger in Regionen, in denen Eli Manning sie niemals erwartet hätte und konnte ganz simpel die Bälle abfangen. Auch sonst schien Eli öfter mal irritiert zu sein und hat einen Moment zu lange gezögert. Hier also ganz klar Mann des Spiels: Jim Haslett.

Am Ende konnte er die Niederlage trotzdem nicht verhindern –  weil seine DBs einfach zu schlecht sind. Eine Minute vor Schluß, die G-Men liegen drei Punkte hinten, rechnet Safety Madieu Williams tatsächlich nicht damit, daß Victor „Salsa“ Cruz einfach mal tief geht und hat schon drei Schritte Rückstand als er sich dann endlich mal umgedreht hat und mitläuft (also: versucht, mitzulaufen). Eli muß sich kurz das Lachen verkneifen, wirft dann – endlich mal – einen perfekten Paß und NY gewinnt.

Die andere starke und stark überraschende Leistung hat Head Coach Mike Shanahan abgeliefert. Gleich drei vierte Versuche hat Shanahan im vierten Viertel ausspielen lassen. Der statistisch äußerst versierte Kollege von footballissexbaby hat jede dieser Entscheidungen in einem eigenen Eintrag auseinandergenommen. Shanahan, der sonst nicht dafür bekannt ist, in Sachen playcalling so aggressiv zu sein wie eine in die Ecke gedrängte Löwenmutter, hat mit aller Macht versucht, dieses Spiel zu gewinnen. Während die meisten anderen Coaches in der Regel nur hasenfüßig versuchen, ein Spiel nicht zu verlieren. Und wenn sie dann doch verlieren, wenigstens alles dafür getan haben, die Schuld für die Niederlage auf ihren Spielern abladen zu können.

Das war stark von Shanahan – aber am Ende nicht genug. Ziemlich gut war auch Bob Griffin wieder. Allerdings hat er sich in der zweiten Halbzeit zu viele (Rookie-)Fehler geleistet. Die Interception zu Stevie Brown war katastrophal und der Fumble nach Sack von Jason-Pierre Paul sollte so auch nicht passieren. Daß dann Alfred Morris und Santana Moss auch noch zwei Fumbles in der zweiten Halbzeit beigesteuert haben, hat den Redskins beinahe jede Chance geraubt. Aber am Ende sah man gut aus gegen den Super Bowl Champion und das macht Freude auf mehr.

Bei den Giants stach vor allem in der ersten Halbzeit die schlechte Laufverteidigung raus. Beim live-gucken schien es vor allem zwei Schwächen zu geben. 1) „setting the edge„: die RBs konnten nicht „innen“ gehalten werden, was in der 4-3-D die Aufgabe der DEs ist; 2) wenn es doch mal einen Lauf zwischen den Offensive Tackles gab, waren die Linebacker immer zu aggressiv in eine Richtung, was ständig cut back lanes eröffnet hat, die RB Morris zuverlässig genutzt hat. (Mir ist gegen die ganzen kleinen Wuseler Washingtons übrigens das erste Mal so richtig aufgefallen, wie groß eigentlich die LBs der Giants sind. Matthias Kiwanuka ist 6’5; Chase Blackburn und Michael Boley jeweils 6’4; wenn 6’2 Keith Rivers mal daneben spielt, denkt man er wär ein Safety.)

In der zweiten Hälfte war auch der pass rush New Yorks viel besser. Allerdings zeigten sich dabei auch wieder Schwächen Griffins in Sachen pocket awareness. Manchmal läuft er schnurstracks in Sacks hinein, weil er den Überblick verliert und zu schnell versucht er, sich Zeit mit seinen Beinen zu erkaufen. Bei seiner herausragenden Athletik kann er dabei aber trotzdem immer wieder einige Yards aus scheinbar aussichtslosen Situationen herausholen.

Bei der Giants Offense fiel noch auf, daß die beiden Tight Ends Martellus Bennett und Bear Pascoe eine immer größere Rolle zu spielen scheinen. Also im Grunde, wie das in den letzten Jahren mit Typen von Kevin Boss bis Jake Ballard auch war. Coaching Staff und Eli fassen immer mehr Vertrauen zu den Typen und in Dallas wird man sich wundern, warum Bennett bei ihnen nicht so gut aussah.

Ein Kommentar zu “Notizblock Woche 7 – Redskins@Giants

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