Die Hallowe’en Power Rankings: Wir würfeln wieder

Instant Replay…

zerstört die Wunder.

Finishes wie bei DallasNew York Giants gehören zu meinen absoluten Favoriten – nicht nur wegen der Spannung. Der Dez-Bryant-Catch ist so bizarr, weil er die Geschichte eines kompletten Spiels so ungeheuerlich verfälscht, ja verdreht, weil er die Sichtweise von Fans, Pundits und Bloggern so dramatisch zu beeinflussen imstande ist.

Es ist wie ein Lattenschuss in der 92. Minute bei 0:1. Wie sind alle gefangen vom Ergebnis, wir akzeptieren nicht, dass unkontrollierbare Winzigkeiten über Spielausgänge, Meisterschaften, Millionenauszahlungen entscheiden. Wir tun uns schwer einzugestehen, dass zwei Gegner sechzig oder neunzig Minuten lang auf Biegen und Brechen aufeinander losgehen, nur um am Ende den Sieger ausgewürfelt zu bekommen.

„Verdient“ und „unverdient“ werden relativ. Glückspilz und Pechmarie sind die besseren Worte. Nicht immer. Aber oft.

Waren die Giants besser? In diesem Spiel – vielleicht. Langfristig – vielleicht ja. Aber es war für dieses eine Spiel nicht entscheidend. Denn dieses eine Spiel wurde entschieden, weil Dez Bryant am Morgen vergessen hatte, sich die Fingernägel zu schneiden.

Zu den Power-Rankings nach Woche 8 – nein, ich möchte nicht Hallowe’en-like jemanden erschrecken.

Nr.  TEAM              WP     E16    SOS   RK   W-L
#1   Denver           .722   11.6   .508   12   4-3
#2   San Francisco    .713   11.4   .512   10   6-2
#3   Houston          .690   11.0   .480   23   6-1
#4   Carolina         .620    9.9   .533    8   1-6
#5   N.Y. Giants      .617    9.9   .552    4   6-2
#6   Seattle          .610    9.8   .570    1   4-4
#7   Atlanta          .605    9.7   .501   16   7-0
#8   Miami            .588    9.4   .498   20   4-3
#9   Dallas           .578    9.2   .568    2   3-4
#10  Chicago          .573    9.2   .500   17   6-1
#11  Detroit          .569    9.1   .543    7   3-4
#12  New England      .564    9.0   .487   21   5-3
#13  Green Bay        .557    8.9   .504   14   5-3
#14  Philadelphia     .532    8.5   .512   11   3-4
#15  St Louis         .532    8.5   .551    5   3-5
#16  Pittsburgh       .531    8.5   .500   18   4-3
#17  Washington       .523    8.4   .498   19   3-5
#18  Minnesota        .504    8.1   .463   26   5-3
#19  Oakland          .489    7.8   .475   24   3-4
#20  Tampa Bay        .487    7.8   .474   25   3-4
#21  N.Y. Jets        .450    7.2   .554    3   3-5
#22  Baltimore        .450    7.2   .487   22   5-2
#23  Cincinnati       .447    7.1   .446   28   3-4
#24  Arizona          .428    6.8   .551    6   4-4
#25  San Diego        .413    6.6   .430   32   3-4
#26  Indianapolis     .392    6.3   .437   31   4-3
#27  Cleveland        .386    6.2   .458   27   2-6
#28  Buffalo          .364    5.8   .441   29   3-4
#29  Tennessee        .337    5.4   .503   15   3-5
#30  New Orleans      .265    4.2   .505   13   2-5
#31  Jacksonville     .256    4.1   .521    9   1-6
#32  Kansas City      .210    3.4   .439   30   1-6

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rk die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 8.


Carolina Panthers

Ich bin selbst jede Woche wieder baff, wie es die Carolina Panthers mit ihrer 1-6 Bilanz schaffen, so weit oben gerankt zu sein. Um das Ranking kurz zu erläutern: Die Panthers besitzen mit 7.0yds/Pass die fünftbeste Pass-Offense (yup, die von Cameron Newton angeführte Pass-Offense!), sie haben die sechstbeste Lauf-Defense und sind das viertdisziplinierteste Team in der National Football League.

Sie gehören in Sachen Lauf-Offense (#14) und Pass-Defense (#14) irgendwo ins Liga-Mittelmaß und sind einzig in den sehr volatilen Kategorien Turnovers wirklich schlecht. Dazu gleich mehr.

Was das Ranking nicht berücksichtigt: Special Teams. Diese sind nach Football-Outsiders an #26 gerankt und dürften neben den Turnovers mitverantwortlich sein für die horrenden Starting-Feldpositionen der Panthers-Drives sein:

#32 in der Offense (OWN 22.9 YDS line)
#28 in der Defense (OWN 29.6 YDS line)

Carolina hat mit jedem Ballwechsel einen Feldpositionsnachteil allein von 6.8 Yards (zum Vergleich: die in dieser Kategorie führenden Atlanta Falcons haben einen Vorteil von 6.9 Yards!, das sind fast 14 Yards Unterschied pro Drives mit Offense + Defense).

Dazu kommt das Phänomen Cameron Newton: Der gute Mann kriegt trotz guter Stats Woche für Woche auf die Fresse, weil er zu unkonstant spielt. Auf die Fresse kriegen sollte noch mehr jedoch OffCoord Chudzinski, der mit seiner Implementierung von Laufspiel mit Gewalt und einem konservativeren Kurzpassgewichse auf besten Spuren Greg Knapps wandelt; Knapp, Stammlesern ist das bekannt, gehört zu den verhasstesten Coaches auf diesem Blog. Knapp presste einst Michael Vick in Atlanta in ein System, das jenem der Panthers der letzten Wochen zumindest ähnlich sah. Falls der Panther-Staff auf gefühlten öffentlichen Druck („Newton ist an allem schuld. Hängt ihn!“) hin ein „traditionelles“ Offensivsystem basteln, um ihre Köpfe zu retten, gehören Head Coach Ron Rivera und Kumpanen spätestens zu Saisonende gefeuert.

Überhaupt Rivera: An Gespür für Spielsituationen ist der Mann in einer Liga mit Clevelands Pat Shurmur (das ist, falls es Sie interessiert, keine gute Gesellschaft); das Spiel in Atlanta bei den noch ungeschlagenen Falcons wurde komplett hergeschenkt, und ansonsten spielen die Panthers wankelmütig und ohne Plan 4th downs aus, und 4th downs nicht aus. Die Pressekonferenzen zeigen dick und fett: Rivera („We have to implement power running game“ (sic!)) hat keinen Schimmer, wo die wahren Probleme der Panthers liegen (Newton die Shotgun weggenommen, Verletzungen).

Newton ist natürlich nicht ganz freizusprechen, waren es doch ein paar Turnovers zu viel. Diese müssen aber für die Zukunft nicht zwingend ein schlechtes Vorzeichen sein, und außerdem kamen mehrere – zuletzt am Sonntag bei den mächtigen Chicago Bears – zu beschissenen Zeitpunkten.

Fazit: Panthers haben starke Stats gegen einen sehr starken Schedule eingefahren. Sie waren in sechs Spielen mit einem Score Differenz (1-5 Bilanz). Sie haben dabei in kritischen Situationen versagt oder einfach bloß Pech gehabt. Sie hätten wenigstens zwei davon (Atlanta, Chicago) gewinnen müssen – zufällig zwei der Teams, die in den meisten Power-Rankings in den Top-3 gerankt sind. Von daher dürfte die zweite Saisonhälfte in Sachen Sieg/Niederlage Besserung bringen.

Bleibt zu hoffen, dass Rivera bis zu seiner Entlassung im Jänner nicht mehr allzu viele schwierige In-Game-Entscheidungen zu treffen hat, respektive OffCoord Chudzinski bald wieder zur Besinnung kommt.


Die Favoriten errechnet

Natürlich verloren die St Louis Rams letzte Woche in Wembley. Trotzdem prophezeihten die Stats zehn von 14 Siegern richtig (ich war 9-5), und so gibt es nun seit Beginn der Aufzeichnungen in dieser Saison Gleichstand: Excel ist 46-24, ich bin 46-24 seit ich ab Woche 4 mitrechne.

Hier die errechneten Siegwahrscheinlichkeiten des Modells für Woche 9:

HOME              %     AWAY               %
San Diego        78     Kansas City       22
Cincinnati       17     Denver            83
Cleveland        47     Baltimore         53
Green Bay        70     Arizona           30
Tennessee        27     Chicago           73
Indianapolis     31     Miami             69
Washington       41     Carolina          59
Jacksonville     20     Detroit           80
Houston          89     Buffalo           11
Seattle          69     Minnesota         31
Oakland          55     Tampa Bay         45
N.Y. Giants      67     Pittsburgh        33
Atlanta          59     Dallas            41
New Orleans      24     Philadelphia      76

4 Kommentare zu “Die Hallowe’en Power Rankings: Wir würfeln wieder

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