College Football Week 14, der Freitag: Conference-Finals, der erste Schwung

Heute Nacht hat die Big East Conference mit dem Duell Louisville (9-2, 4-2 in der Conference) vs. Rutgers (9-2, 5-1) den Boden geschaffen – oder bereits die Entscheidung, wenn Rutgers gewonnen hat – für die Meisterkrönung, die ein Fixticket in eine BCS-Bowl (entweder Sugar Bowl oder Orange Bowl) bedeutet. Das Spiel wird heute um 17h bei ESPNA aufgezeichnet, und es hat auch so was wie Totengräberstimmung für die Big East Conference, nachdem Louisville wohl ab 2015 in die ACC wechseln wird, und Rutgers in die Big Ten Conference gehen soll. Stand heute. Stand auch morgen? Who knows.

MAC-Finale: #17 Kent State – #21 Northern Illinois

Ab 1h live bei ESPNA: Das Endspiel um den Titel in der Mid-American Conference (MAC) aus dem Nordosten der Staaten, mit mehreren kleineren Universitäten, die für die große Schwester Big Ten zu unattraktiv sind. Der gebotene Sport kann sich allerdings sehen lassen: Die MAC glänzt häufig mit Passfeuerwerken.

In dem Spiel steht möglicherweise ein Platz in einer BCS-Bowl auf dem Tablett: #17 Kent State von Coach Darrel Hazell kann, wie ich schon am Dienstag schrieb, bei Finalsieg und entsprechenden Ergebnissen auf anderen Plätzen, durchaus in die Top-16 rutschen und wäre dann ein AQ, wenn entweder der Conference-Champ von Big Ten (Nebraska aktuell #12, Wisconsin ungerankt) oder Big East (Rutgers #18, Louisville #22, Syracuse NR, Cincinnati NR) hinten der Golden Flashes bleiben.

Kent State ist trotzdem eine Anomalie. Die Mannschaft ging in der frühen Saisonphase gegen das SEC-Schlusslicht Kentucky mit 33 Punkten Differenz baden und hat nach SRS ein Rating von +1.5. SRS favorisiert Northern Illinois, und zwar mit 6.2 Punkten.

Die Huskies sind an #21 gerankt, haben ihre einzige Saisonniederlage gegen eine zu Saisonbeginn akzeptable Iowa-Truppe kassiert (mit einem Punkt), und fahren mit QB Jordan Lynch ein spannendes double threat auf. So sehr ich es Kent State gönnen würde, aber NIU fühlt sich wie ein deutlicher Favorit in dieser Partie an – ich glaube nicht an einen Mid-Major in einer BCS-Bowl dieses Jahr.

Pac-12 Finale: #8 Stanford – #16 UCLA

Nicht bei ESPN America, weil in den Staaten FOX die Rechte daran hat: Das Pac-12 Finale ab 02h MEZ. 02h MEZ? Klingt wie Freitagnachmittag, 17h Ortszeit an der Bucht – bei der Verkehrssituation in und um Palo Alto (Heimat der Stanford University) keine Garantie, dass das neue Stanford Stadium zu Spielbeginn gefüllt sein wird.

#8 Stanford vs. #16 UCLA Bruins – eine Ansetzung, die man so nicht hatte erwarten können. Stanford ist damit ausgerechnet im Jahr eins nach Andrew Luck zum ersten Mal seit Ewigkeiten vor dem Sprung in die Rose Bowl – ausgerechnet nach einer Saison mit mehreren Quarterbackwechseln. UCLA war das letztes Jahr schon, aber damals nur wegen der USC-Sperre. Diesmal hat man die Finalqualifikation aus eigener Kraft geschafft.

Letzte Woche sicherte sich die sehr physische Stanford-Truppe das Heimrecht mit einem recht deutlichen Auswärtssieg bei – ausgerechnet – UCLA, und das Rezept war dabei das sofortige Einbremsen vom versierten Laufspiel um RB Jonathan Franklin.

Für UCLA ist es trotzdem die Chance, das Ticket zur Rose Bowl im Heimatstadion in Pasadena zu fixieren – zum ersten Mal seit gut und gerne 15 Jahren. Aber selbst wenn Außenseiter UCLA in dem Spiel nix reißen sollte: Die Debütsaison von Head Coach Jim Mora jr. gilt als gelungen, allen Unkenrufen (auch von meiner Seite) zum Trotz.

SRS favorisiert Stanford mit 8 Punkten.

Date am Donnerstag, #13: Atlanta Falcons – New Orleans Saints

Die NFC South ist nach den Ergebnissen vom Sonntag fast schon entschieden, aber hinter den allein ihre Kreise ziehenden Atlanta Falcons (10-1) kämpfen noch zwei Truppen um die Wildcards in der National Football Conference, die mit 10-6 oder 9-7 vom Tablett gehen dürften.

Atlanta      10-1
Tampa Bay     6-5
New Orleans   5-6
Carolina      3-8

Parallel dazu geht es für die Atlanta Falcons aber auch um den #1-Seed in der NFC, weswegen das heutige Donnerstagsspiel auch über die I-85 Rivalry hinaus Brisanz birgt.

Vor wenigen Wochen gab es das „Hinspiel“ im Louisiana Superdome, das 31-27 pro Saints endete – eine Partie, die offenlegte, wie stark die Atlanta Falcons auf ihre Pass-Offense um QB Ryan, TE Gonzalez und die WRs White/Jones angewiesen sind, weil das Laufspiel um RB Turner viel zu träge ist bzw. der wuseligere, agilere junge RB Jaquizz Rodgers von Oregon State erstaunlich selten eingesetzt wird.

Passfreudiges Offensivspiel ist gegen New Orleans nie eine schlechte Idee, auch wenn die Konzepte von DefCoord Spagnuolo mit zunehmendem Saisonverlauf etwas besser zu greifen schienen: Der Passrush ist mau genug, dass auch bei 70% Konzentration auf das Passspiel nur bedingt Druck gen Quarterback durchkommt, und so reicht es gegen die Saints, sein Laufspiel nur stark dosiert zur zwischenzeitlichen Verarsche einzusetzen.

Für Atlanta wird es ohnehin wichtiger, die immer besser aufkommende Armada von QB Brees einzubremsen. San Francisco zeigte zuletzt, dass man gegen die Offensive Line einiges an Druck erzeugen kann – und Atlanta hat mit den Herrschaften DE Abraham und DE Bierman schon recht gute Passrusher im Kader.

Trotzdem fühle ich, dass die Spread-Offense der Saints für die Falcons kein gutes Matchup sind. Es mag täuschen, aber wenn eine der beiden Abrissbirnen der Falcons keinen guten Tag hat, könnte Atlantas Defense erledigt sein.

Sieg New Orleans.

ESPNA und SPORT1+ live ab 2h30. ESPNA am morgigen Freitag mit Tape ab 19h30.

Power Rankings, Woche 12: Führungswechsel

Die idiotischen Overtime-Entscheidungen der Head Coaches Schwartz und Kubiak im Thanksgiving-Spiel zu Detroit wollen mir nicht recht aus dem Kopf gehen. Eine kurze Recherche im „Play-Finder“ von Pro Football Reference zeigt uns die Trefferquoten der NFL-Kicker von 2011 und 2012, vom 40yds-Fieldgoal aufsteigend bis zum 50yds-Fieldgoal.

ENTF    GOOD  FG    %
40yds   47    57    82
41yds   47    60    78
42yds   44    53    83
43yds   52    64    81
44yds   31    44    70
45yds   37    47    79
46yds   33    42    79
47yds   41    55    75
48yds   45    59    76
49yds   32    50    64
50yds   26    45    58

Ich will nicht verschweigen, dass es über 50yds Distanz zwei Ausreißer gibt (51+53yds Kicks waren in den letzten beiden Jahren äußerst präzise mit ca. 80% Quote), aber generell treffen Kicker über 50yds keine zwei Drittel (63%).

Die Trefferquote bei Kicks zwischen 30 und 39yds ist fast 90%, jene darunter noch höher (über 97%).

Aus der Region, aus der Schwartz kicken ließ, gehen dagegen nur zirka 75% der Kicks rein.

Und Schwartz kickte freiwillig (!) im dritten Down (!!!) einen 47-Yarder, der prompt an die Stange ging – war sicher auch Pech, aber wenn ein number’s guy unter den NFL-Coaches solche schlechten Entscheidungen trifft, freut sich der Mathlet ganz leicht innerlich, dass der Kick nicht reinging.

Und er war mit ein Grund, dass die Detroit Lions trotz Top-10-Platzierung in den Power-Rankings von Sideline Reporter zu 99% aus dem Playoffrennen sind.

Die Rankings.

Rk  (LW)  TEAM              WP    E16   SOS   Rs   W-L
1    (2)  San Francisco    .72   11.6   .50   14   8-2-1
2    (1)  Denver           .72   11.5   .50   16   8-3
3    (3)  Houston          .65   10.4   .47   27  10-1
4    (4)  Seattle          .63   10.0   .53    3   6-5
5    (5)  Carolina         .63   10.0   .53    5   3-8
6    (6)  Atlanta          .58    9.2   .47   28  10-1
7   (10)  New England      .57    9.2   .49   22   8-3
8    (7)  Detroit          .57    9.1   .51   13   4-7
9   (11)  Cincinnati       .56    8.9   .46   31   6-5
10   (9)  N.Y. Giants      .55    8.8   .52    7   7-4
11  (12)  Washington       .53    8.8   .51   12   5-6
12   (8)  Green Bay        .53    8.8   .51   10   7-4
13  (13)  St Louis         .52    8.5   .53    4   4-6-1
14  (21)  Miami            .53    8.4   .49   24   5-6
15  (16)  Chicago          .52    8.3   .52    9   8-3
16  (15)  Pittsburgh       .49    7.9   .48   25   6-5
17  (14)  Dallas           .49    7.8   .52    8   5-6
18  (17)  Tampa Bay        .48    7.7   .49   20   6-5
19  (20)  Buffalo          .47    7.6   .49   21   4-7
20  (23)  Baltimore        .47    7.5   .47   30   9-2
21  (19)  N.Y. Jets        .46    7.4   .56    1   4-7
22  (18)  Minnesota        .46    7.4   .50   15   6-5
23  (24)  Indianapolis     .46    7.4   .44   32   7-4
24  (22)  San Diego        .46    7.4   .47   29   4-7
25  (25)  Philadelphia     .41    6.5   .50   17   3-8
26  (27)  Cleveland        .41    6.5   .49   23   3-8
27  (26)  New Orleans      .40    6.5   .53    6   5-6
28  (28)  Oakland          .39    6.2   .48   26   3-8
29  (29)  Tennessee        .37    6.0   .50   19   4-7
30  (30)  Arizona          .36    5.7   .54    2   4-7
31  (31)  Kansas City      .30    4.9   .50   18   1-10
32  (32)  Jacksonville     .27    4.3   .51   11   2-9

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 12.


Die Broncos fallen hinter San Francisco zurück, und ich vermute, primär aus Gründen vom Schedule: Kansas City als Gegner ist einfach zu schwach, als dass eine überdurchschnittliche Leistung ausreicht, um nicht trotzdem runtergezogen zu werden. In der NFC fallen die Packers nach der Demontage zu New York knapp zurück. In der AFC steigen vor allem New England, Miami und Cincinnati auf, aber den ersten Wildcardplatz im Playoffrennen hält eine andere Mannschaft:

Indianapolis Colts

Es gibt fast jedes Jahr ein, zwei Teams, die im Playoffrennen mitmischen, obwohl die reinen Statistiken eher ein Team vermuten ließen, das im kommenden NFL-Draft an fünfter Position picken wird. Dieses Team 2012 sind die Indianapolis Colts, nach 12 Wochen mit einer 7-4 Bilanz aktuell auf dem Playoffseed #5 (erster Wildcard-Platz), obwohl sie noch letztes Jahr um diese Zeit überhaupt um den ersten Saisonsieg spielten.

Die einfachsten Erklärungen in den US-Talkstudios: Rookie-QB Andrew Luck und das Feuer der „on mission“ Colts nach der Krebserkrankung von Head Coach Chuck Pagano. In Wirklichkeit ist die Sache komplizierter.

Erste Auffälligkeit: Indianapolis hat eine Bilanz von 6-1 in Spielen mit einem Score Differenz – eine kaum zu erhaltende Strähne, gell Arizona, Philly und Co? Die pythagoreische Erwartung von 4.3 Siegen (2.7 Spiele unter den sieben bisher erreichten Siegen) lässt zudem ein schwaches Punkteverhältnis vermuten – und selbst dieses berücksichtigt noch nicht, dass Indianapolis gegen den bis dato einfachsten Schedule gespielt hat. Splitten wir die Qualität der Colts-Gegner, bekommen wir folgendes Ergebnis:

Gegner aus dem oberen Viertel (Top-8):

New England        L 24-59

Gegner aus dem zweiten Leistungsviertel (9-16):

Green Bay          W 30-27
Chicago            L 21-41
Miami              W 23-20

Gegner aus dem dritten Leistungsviertel (17-24):

Buffalo            W 20-13
NY Jets            L  9-35
Minnesota          W 23-20

Graupen (25-32):

Jacksonville       L 17-22
Cleveland          W 17-13
Tennessee          W 19-13
Jacksonville       W 27-10

Der Bodensatz wird knapp geschlagen, gegen mittelmäßige und gute Mannschaften wird teilweise haushoch verloren – untrügliches Zeichen von unterdurchschnittlichen Teams. Einzig der Sieg über Green Bay sticht heraus: Das war wirklich ein tolles, feuriges Colts-Spiel, allerdings hatten selbst da die Packers in der letzten Sekunde die Chance, per Field Goal eine Overtime zu erzwingen.

Die Spielzugstatistiken lassen trotz der schwachen Qualität bei den Gegnern eher lauwarm: 15t-beste Passoffense (6.4 NY/A), siebteffektivste Lauf-Offense, 21t-beste Passdefense (obwohl schon zweimal Gabbert, einmal Tennessee, einmal Buffalo im Schedule war). Im Vergleich zu DVOA überschätzt dieses Modell die Colts sogar noch: DVOA sieht Indy an #28, mit der schwächsten Defense und ähnlich schwachen Special Teams.

Im verbleibenden Colts-Schedule verbleiben noch zwei Graupentruppen (Tennessee, Chiefs), weswegen es am Saisonende tatsächlich zu einem Playoffeinzug kommen könnte, auch unter Berücksichtigung der Probleme bei der direkten Konkurrenz in Pittsburgh, Cincinnati und Miami. Die Colts sollten aber dringend nicht den Fehler machen, sich in der Offseason vom Hype dieser Tage blenden zu lassen.

Die Saison ist gemessen an den Erwartungen im Frühjahr und Sommer gut, keine Frage, aber solche Serien in engen Spielen und solche unterdurchschnittlichen Play-by-Play Stats riechen verdächtig nach regression towards the mean in naher Zukunft – die Beispiele in der jüngeren Vergangenheit warnen (insbesondere Tampa 2010 vs. 2011!).

Tipps

Letzte Woche war Excel 12-4 (overall damit in dieser Saison 86-41, also 0.677), ich tippte dagegen nur 10-6 (damit im gleichen Zeitraum 84-43).

HOME              %   AWAY
Atlanta          75   New Orleans      25
Buffalo          77   Jacksonville     23
Chicago          40   Seattle          60
St Louis         24   San Francisco    76
Miami            49   New England      51
NY Jets          67   Arizona          33
Detroit          68   Indianapolis     32
Green Bay        66   Minnesota        34
Tennessee        21   Houston          79
Kansas City      19   Carolina         81
Denver           85   Tampa Bay        15
Oakland          53   Cleveland        47
San Diego        43   Cincinnati       57
Baltimore        52   Pittsburgh       48
Dallas           65   Philadelphia     35
Washington       55   NY Giants        45

Welche sind die besten offenen Trainerstellen im Winter?

Jason Lisk von The Big Lead hat sich die „besten“ Trainerstellen in der NFL für 2013 angeschaut. Wenig überraschend führen die Carolina Panthers (3-8) die Auflistung an: Ein Coach, der aufgrund absurd schwacher Entscheidungspolitik in Hebel-Situationen (3rd downs, 4th downs, Punts) dringend gefeuert werden muss, aber eine Mannschaft, deren Saisonbilanz nicht nur deswegen ein absoluter Witz ist – der Nachfolger von Ron Rivera (so er denn gefeuert wird) wird ein Team mit zwar einigen Baustellen vorfinden, aber auch eine explosive Offense mit einem jungen Star-Quarterback Cameron Newton, und er wird schnell die Siege abstauben, die Rivera hergeschenkt hat. Ein bisschen das Kevin-Sumlin-Phänomen bei Texas A&M, der dieses Jahr die Partien gewinnt, die die Aggies im letzten Jahr noch unter Vorgänger Sherman abgeschenkt hatten.

Was macht die NFL-Spitze 2012 aus?

Chase Stuart hat im Fifth Down Blog der New York Times die NFL-Franchises mit den besten Bilanzen 2012 unter die Lupe genommen, und sich jeweils die Schlüsseleigenschaften angeschaut. Mit dabei sind alte Bekannte wie Close Win Index (Bilanz von Teams in engen Spielen), Fumble-Glück, aber auch der ewig von allen überschätzte Faktor „Qualitätssiege“. Ein Klick zahlt sich aus: Key Statistics of N.F.L. Contenders.

College Football 2012 nach dem Rivalry Weekend

Wer noch ESPNA-Tapes sehen will, für den sei eine Spoilerwarnung angebracht. Für die anderen: Hier ein kurzer Ausblick auf BCS und den Rest.

BCS-Championship

Das Chaos ist ausgeblieben, die ersten Neun haben sich nicht verändert – die BCS erlebte ein erstaunlich „ruhiges“ Rivalry-Weekend. Und wir sind schlauer. #1 Notre Dame wird Mitte Jänner in Miami/FL im Stadion eines Erzfeindes um die BCS-Kristallkugel spielen. Der Gegner wird aus der SEC kommen: #2 Alabama und #3 Georgia gaben sich am Wochenende keine Blöße, fuhren ihre innerstaatlichen Rivalen Auburn und Georgia Tech humorlos an die Wand, und werden im SEC-Finale kommenden Samstag, 21h30, den BCS-Finalrivalen ausspielen.

Geht es nach dem Simple Rating System (SRS), ist Alabama dabei mit 7 Punkten favorisiert. Das SRS klassifiziert die drei verbleibenden BCS-Finalanwärter wie folgt:

#SRS UNIVERSITÄT         SRS  BCS   W-L
#2   Alabama            26.5   #2  11-1
#6   Notre Dame         19.6   #1  12-0
#7   Georgia            19.5   #3  11-1

Die weiteren Erkenntnisse des Wochenendes: Das Bild für die BCS-Bowls wird klarer.

ROSE BOWL – Die Big Ten Conference wird den Sieger aus NebraskaWisconsin nach Pasadena schicken, und der Gegner wird aus der Partie StanfordUCLA (Pac-12 Championship) kommen. Wer mir eines dieser vier Matchups prognostiziert hätte, dem hätte ich eine Steige Bier zukommen lassen. Klar ist damit auch: Das wohl beste Team aus diesen beiden Conferences, #5 Oregon (11-1), wird außen vor sein. Die BCS- und SRS-Rankings dieser fünf Teams:

#SRS UNIVERSITÄT         SRS  BCS   W-L
#1   Oregon             27.0   #5  11-1
#9   Stanford           17.9   #8  10-2
#20  UCLA               12.3  #16   9-3
#25  Nebraska           11.0  #12  10-2
#26  Wisconsin          10.4   NR   7-5

Erst musste Luck gehen, dann bekam Stanford die Chance zur Rose Bowl. Oder UCLA ein Heimspiel. Oder ein nicht in den BCS-Rankings vertretenes Wisconsin.

FIESTA BOWL – die Big 12 Conference wird je nach Ausgang in der letzten Wochen entweder Kansas State (10-1, 7-1) oder Oklahoma (9-2, 7-1) schicken. K-State hat das direkte Duell gegen Oklahoma gewonnen, und beide haben am Wochenende ähnliche Aufgaben: Oklahoma @ TCU, K-State daheim gegen Texas. TCU und Texas sind in etwa gleich stark einzuschätzen: Am Donnerstag putzte TCU die Longhorns in einem sehenswerten Spiel knapp 20-13.

SUGAR BOWL – noch wenig Zuckerschlecken: Der SEC-Champ wird im BCS-Finale spielen, also wird die Sugar Bowl ein Ersatzteam einberufen… und da wird es spannend, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Sugar Bowl ein one lossFlorida (11-1) einem SEC-Finalverlierer Alabama/Georgia (dann jeweils 11-2) vorgezogen würde, auch in Anbetracht des viel schwierigeren Spielplans der Gators im Vergleich zu den beiden anderen Kontrahenten, und ungeachtet des gewonnenen direkten Duells mit Georgia.

ORANGE BOWL – die ACC wird den Sieger aus FSUGeorgia Tech schicken, und geht es nach dem Gesehenen, sind die Seminoles so gut wie durch. Weil die Orange Bowl in der zweiten Bieterrunde die letzte Bieterin sein wird, droht der ungebliete BigEast-Champ übrig zu bleiben, also ein Matchup gegen Rutgers (wenn es gewinnt) oder gegen einen aus dem potenziell punktegleichen Quartett Rugerts/Louisville/Cincinnati/Syracuse (wenn Rutgers verliert) – einen verrückten möglichen Ausnahmefall sehen wir gleich.

Denn es gibt at-large bids und weitere AQ.

AT-LARGE BIDS. Florida, wie ich schon angeschnitten hatte, bekommt fast sicher den zweiten SEC-Spot neben dem BCS-Finalisten aus der SEC, was entweder Alabama oder Georgia wegen der Conference-Beschränkungen komplett aus der BCS fallen ließe.

Bleiben zwei Spots: Einer in der Fiesta Bowl, einer in der Sugar Bowl. Oregon ist ein ganz heißer Favorit, von der Fiesta Bowl (pickt als erste seinen at-large Bid) genommen zu werden.

Der zweite Platz wird spannend. Der Zweite aus der Big12 (also Oklahoma oder K-State) könnte den Platz bekommen, aber es gibt da einen BCS-Spoiler, der in den letzten Wochen klammheimlich die Rankings hoch geklettert ist: #17 Kent State (11-1) aus der Freak-Conference MAC (Mid-American Conference), eines meiner dark horses im Sommer, das gegen Northern Illinois im MAC-Finale antritt.

Die #16 ist in den BCS-Rankings sehr begehrt, denn sie besagt: Ein Mid Major bekommt einen Platz in den BCS-Bowls, wenn er wenigstens an #16 gerankt ist und höher gerankt ist als mindestens einer der Meister einer anderen BCS-Conference. Wisconsin (NR) oder ein BigEast-Vertreter (Rutgers an #18 am höchsten) sind derzeit hinter Kent State…

…und UCLA ist an #16 genau vor Kent State. Wenn UCLA am Wochenende das Pac-12 Finale auswärts gegen Stanford verliert…

Potenziell also folgende BCS-Bowls:

BCS-Finale: Notre Dame – Alabama/Georgia
Rose Bowl: Wisconsin/Nebraska – Stanford/UCLA
Fiesta Bowl: Kansas State/Oklahoma – Oregon
Sugar Bowl: Florida – Oklahoma/Kansas State/Big East Champ/Kent State
Orange Bowl: FSU/Georgia Tech – Big East Champ/Kent State

Ein BCS-Spoiler! Und nicht genug: Boise State ist an #20 gerankt (etwas hoch, wie ich finde), mit minimalsten Chancen, in die Top-16 zu rutschen, und selbst dann bin ich mir noch nicht sicher, ob da noch was geht (MWC-Champ wird nicht offiziell benannt, nachdem auf alle Fälle ein Tie-Breaker hermuss).

Perfect

Ohio State nach dem hart umkämpften Sieg gegen Michigan 12-0 und ungeschlagen. Die Buckeyes sind die für Bowl-Season aus bekannten Gründen (Tressel/Pryor und Tattoogate) gesperrt und dürfen daher nicht an den BCS-Rankings partezipieren. Aber möglicherweise werden die Buckeyes trotz lauwarmer Stärke (SRS-Stand #16, 14.1pts über Durchschnitt) an #2 oder #3 im AP-Poll gerankt werden; ich kann mir nicht vorstellen, dass die AP selbst bei einer Niederlage Notre Dames im BCS-Finale für einen „split“-Titel sorgt. Nächstes Jahr ist OSU wieder im BCS-Konzert.

Upcoming: Conference-Finals

Fr      1h    MAC      Kent State - Northern Illinois
Fr/Sa   2h    Pac-12   Stanford - UCLA
Sa     18h    C-USA    Central Florida - Tulsa
Sa     21h30  SEC      Alabama - Georgia
Sa/So  02h    ACC      Florida State - Georgia Tech
Sa/So  02h17  Big Ten  Nebraska - Wisconsin

Tschö

Trainerwechsel sind immer unterhaltsam – dieses Jahr zwar keine Kracher der Güteklasse Rich Rodriguez, Rick Neuheisl oder Todd Graham, aber dafür flog ein Meistercoach keine zwei Jahre nach dem Gewinn der National Championship: Gene Chizik, in Auburn sang- und klanglos gefeuert, trotz hoher Ablöse (kolpotiert werden rund 7.2 Mio. Dollar). Chiziks Legende wird immer bleiben: mit 5-19 Bilanz aus Iowa State nach Auburn gekommen, dort im zweiten Jahr mit einem alles in Grund und Boden spielenden QB Cam Newton und vielen knappen Comebacksiegen den BCS-Titel geholt, zwei Jahre danach alles in Flammen stehend verlassen. Stewart Mandel hat einen genaueren Blick drauf geworden.

In Colorado wurde Jon Embree nach nur zwei Jahren gefeuert: Colorado lag nach dem missglückten Experiment mit Dan Hawkins (ex-Boise State, hatte verzweifelt versucht, seinen Sohn als QB zu implementieren) eh am Boden, und der local guy Embree machte nicht viel aus der Situation: Heuer war Colorado 1-11, im SRS an #114 von 124 Teams gerankt (-15.6pts auf das durchschnittliche Team). Colorado ist keine Pfeifen-Uni: In den 90ern noch war man mal National-Champ.

Der College-Coach von Markus Kuhn wurde ebenso gegangen: Tom O’Brien ist bei NC State raus. O’Briens letztes großes Aufsehen war vor eineinhalb Jahren, als er Russell Wilson (nun Sympathieträger in den NFL bei den Seahawks) ohne Grund vom Campus und nach Wisconsin jagte. NC State heuer 7-5, als größtes Resultat einen Comebacksieg über FSU verzeichnend.

Weitere geschasste Coaches: Der bankrotte John L. Smith (angeblich über $ 40 Mio. Privatschulden) der am Wochenende bei 10-17 Rückstand im Schlussviertel von der 1yds-Line ein Field Goal kickte! Das einzige, was Smith damit von Ron Rivera unterscheidet: Rivera hätte gepuntet. Arkansas verlor natürlich, und Arkansas war heuer 4-8. Frank Spaziani bei Boston College runter, Danny Hope in Purdue.

Mehr als Interimsnachfolger wurden noch nicht benannt.

Kaepernick oder nicht Kaepernick?

Eine lange Episode Sofa-Quarterbacks für ein extrem langes Wochenende: Wir – Nicolas Martin/GFL TV, Andreas Renner/SKY, Manfred Groitl/fantasy-football.de und klein-korsakoff haben heute Abend diskutiert über:

  • zu emotionale Head Coaches an den Seitenlinien
  • zu viele Eiertritte im Fallen
  • zu viele Kompletteinbrüche in einem Viertel
  • zu viel Tebow
  • zu starke Giants

und eine Quarterback-Kontroverse, die das Potenzial birgt, die San Francisco 49ers vom Topteam zum Superbowl-Favoriten zu transformieren, oder zum Mauerblümchen verkommen zu lassen.

Grey Cup #100

Seit einigen Minuten bei ESPN America: Das Tape vom Jubiläums-Grey Cup, der #100. Die Toronto Argonauts aus der Eastern Division treffen auf die Calgary Stampeders aus der Western Division. Toronto, das Team aus dem größten und wichtigsten kanadischen Markt, spielt sozusagen „zu Hause“ – und das Rogers Center ist nicht wiederzuerkennen: Volle Hütte, 55000 im Stadion, und eine Stimmung, als würden wir in Regina bei den Roughriders spielen. In der Pause gibt es für die Kids noch Justin Bieber – und wenn ich das richtig mitbekommen habe, wurde Bieber bei seiner Vorstellung wüst ausgebuht. Kann ja heiter werden.

MNF #12 Preview: Philadelphia Eagles – Carolina Panthers

Was vor Saisonstart wie ein tolles Matchup zweier explosiver Mannschaften und schwarzer Scramble-Quarterbacks ausgesehen hatte, riskiert nun, in Woche 12 zum Rohrkrepierer zu werden: Eagles (3-7) vs. Panthers (2-8) ist sportlich eine Monday Night-Ansetzung, die den ESPN-Kollegen den Ekel herauftreiben dürfte.

Die Panthers sind, wie ich schon mehrmals schrieb, heuer ein Freak-Team ([1] [2]), das im Prinzip gegen fast alle Gegner exzellent mithalten konnte und mehrere Topteams am Rande einer Niederlage hatte, aber durch Eigenfehler und einen Head Coach, dem völlig das Gefühl für die Situation abgeht, böser abschmierten, als dass es ihnen die Medien und Fans nachsehen würden.

Neben Ron Rivera ist auch ein zweiter Mann im Brennpunkt: QB Cam Newton, der Mann im zweiten Jahr, der über Jahre nie gelernt hatte, zu verlieren, der in etlichen Werbespots im GamePass auftritt. Newton zeigt diese Saison bei allen sehr guten Statistiken auch pubertäre Züge, vor allem auf Pressekonferenzen und angeblich auch an der Seitenlinie – man sollte Newton und den Panthers bewusst machen, wie viel weiter sie eigentlich als komplette Mannschaft im Vergleich zu den letzten beiden Jahren sind.

„Weiter“ sind die Eagles eher nicht. Mein persönlicher NFC-Favorit schmierte richtig ab: Zu Saisonbeginn hatte sich diese Mannschaft noch mit zu vielen Turnovers abgeschossen, aber die spielerischen Leistungen wurden auch danach nie wirklich besser. QB Michael Vick, mit seiner Unkonstanz sicher ein Teil des Problems, wurde hinter einer waidwunden Offensive Line abgeschossen, und mannschaftsintern scheint es auch nicht soooo gestimmt zu haben (DefCoord Castillo wurde in der laufenden Saison gefeuert).

Jetzt ist Head Coach Andy Reid nur noch lame duck und scheint es in den letzten Wochen mit dem Rookie-QB Nick Foles zu versuchen. Das heißt auch: Die Offense muss vereinfacht werden, Foles soll noch nicht in der Lage sein, drei oder vier Optionen pro Spielzug zu checken. Riecht für die Panthers danach, die erste Anspielstation ausfindig zu machen, ein zwei wohl getimte Blitzes gen Foles zu schicken, um dem Mann die Zeit zu nehmen, weitere potenzielle Ballfänger zu nehmen.

Ich rieche hier einen Panthers-Auswärtssieg.

Spiel wird bei ESPNA und SPORT1+ live ab 02h30 übertragen und bei ESPNA morgen um 18h30 aufgezeichnet.

NFL #12: New Orleans Saints – San Francisco 49ers live

[01h56] Gleich noch das Sunday Night Game. Vorschau hat Herrmann dazu geschrieben – ich leg mich dann noch für ein paar Stündchen aufs Ohr.

[01h54] SD 13, BAL 16/OT. Ein toller Catch von WR Torrey Smith brachte Baltimore in die FG-Reichweite; danach machten beide Coaches einen guten Job in Sachen Zeitmanagement – am Ende ist wieder mal der Meister der vermeidbaren Niederlagen, Norv Turner, auf der Verliererseite. Das Spiel war überhaupt erst durch einen verwerteten 4th-und-29 im vierten Viertel (Ray Rice tanzte sich durch die Abwehr) ermöglicht worden.

[01h44] Endstand New Orleans 21, San Francisco 31. Verdienter Sieg der 49ers, die zwar zwei unwahrscheinliche Return-TDs brauchten, aber auch abseits davon die effizientere Offense spielten und die Saints bis auf ein oder zwei Big Play in Schach hielten. QB Kaepernick mit einer erneut sehr guten Vorstellung, deutlich geduldiger im Ausgucken von Anspielstationen als vor zwei oder drei Wochen – insgesamt runde Vorstellung. Saints damit 5-6 und im Playoffrennen wieder ein Wackelkandidat.

[01h38] An Chargers-Stelle hätte ich das 4th down ausgespielt, selbst an der eigenen 27: Für San Diego ist ein Remis wie eine Niederlage (gefühlt und technisch), wenn ich mir die Standings im AFC-Playoffbild anschaue.

[01h37] Die Overtime in San Diego geht auch hin und her, und es sind nur mehr fünfeinhalb Minuten, bis uns das nächste Remis droht…

[01h23] Gerade die Entscheidung bei NO-SF: Ein tiefer Ball fällt incomplete, San Francisco wird mit hoher Wahrscheinlichkeit hier den Sieg abstauben. Zwei Stände auf anderen Feldern: SD-BAL geht gerade in die Overtime, und in Kanada hat der 100te Grey Cup begonnen. Toronto spielt „zu Hause“ gegen Calgary – ein Viertel ist schon um. Das Tape gibt es morgen bei ESPNA ab 20h30.

[01h20] Jetzt ist die Analyse bei den Homern etwas objektiver.

[01h08] Ich habe mir grad im Gamepass nochmal die Szene Moss vs. Jenkins von eben angeschaut: Moss reißt klar Jenkings Arm weg – eindeutige Offensive Pass Interference. Die beiden Jungs in der 49ers-Kabine sahen keine Spur davon („OPI wäre ein Witz gewesen“). (Flagge der Refs blieb stecken)

[01h05] NO 21, SF 31/Q4. Wichtiger GoalLine-Stand aus Saints-Sicht – Differenz wird zwar zwei Scores, aber immerhin nicht zwei Touchdowns.

[00h46] Aikman bewertet Kaepernicks Vorstellung heute als exzellent, vor allem wegen der lauten Fans in einem ungemütlichen Auswärtsstadion.

[00h44] Offensive Pass Interference gegen #13 Morgan: In der Saints-Kabine hätte man eher Offset gepfiffen, weil beide zogen, die 49ers-Homies regen sich fürchterlich auf, weil Morgan hier eine INT verhindert habe. So verschieden können die Blickwinkel sein.

[00h38] Eben wegen dieses Ref-Fehlers ist der Drive schnell beendet, Punt, NO beginnt in aussichtsreicher Feldposition.

[00h34] Der anti-Forsett: Michael Crabtree wird zu Unrecht zurückgepfiffen – Knie war deutlich nicht am Boden. Die Lions werden aufmerksam zugeschaut haben.

[00h28] NO 21, SF 28/Q3. Aus Spannungssicht wichtiger Drive der Saints, die sich variabel zeigen: Paar kraftvolle Läufe zu Beginn, dann eine tiefe Bombe für #16 Lance Moore (der so heftig mit dem Buckel auf den Boden knallt, dass ich mich frage wie der Mann noch geradeaus gehen kann), dann ein kurzer Screenpass für FB Collins.

[00h17] NO 14, SF 28/Q3. 49ers machen Pass Rush mit bloß drei Leuten, während der vierte in die Deckung zurückfällt. Brees feuert tieft, einen Tick zu hoch für WR #12 Colston, der den Ball nur noch abfälschen kann. Fällt S #31 Donte Whitner in die Arme, und schwupps hat San Francisco den zweiten INT-Return zum TD des Tages. Zum Überfluss fällt Colston so unglücklich, dass er wohl mit Gehirnerschütterung raus ist.

[00h12] NO 14, SF 21/Q3. Blitzsauberer Drive der 49ers. Gibt wenig zum Analysieren oder Aussetzen.

[23h53] Halbzeit und damit Zeit für eine Suppe.

[23h51] NO 14, SF 14/Q2. Brees wirft die INT zurück und LB #55 Ahmad Brooks returniert zum Touchdown. Ein erstaunlich unvorsichtiger Wurf von Drew Brees in eine eigentlich gut gedeckte Zone mit 3 Verteidiger gegen 1 TE Graham.

[23h48] 38sek zur Pause, und eben warf QB Kaepernick nach einem schlechten Snap eine überhastete INT gegen #21 Patrick Robinson.

[23h36] Bei den 49ers fallen immer wieder Probleme auf, die Spielzüge rechtzeitig durchgesagt zu bekommen – QB Kaepernick musste schon mehrfach haarscharf an der Grenze zum delay of game operieren. Weil danach die Saints-DL sehr aggressiv zu Werke geht, riskieren die 49ers zudem Holding-Strafen.

[23h21] NO 14, SF 7/Q2. Ein muffed punt seitens Teddy Ginns, und die Saints haben leichtes Spiel – schon zwei, dreimal ging es nun mit Erfolg über die Spielfeldmitte. Ein Wort zu den Radiokommentatoren der 49ers: Fürchterliche Homer. Ich wechsel in die Saints-Spur.

[23h12] Den Rechtshänder Kaepernick nach links rausrollen zu lassen, ist keine besonders grandiose Idee. Diese Serie war kein Ruhmesblatt für die 49ers-Offense.

[23h09] Genug von Buck/Aikman. Ab in die Radiospuren.

[23h00] NO 7, SF 7/Q1. TE #85 Thomas macht den TD, und Aikman ist wohl noch nicht bei der Sache, oder noch zu vertieft im gestrigen College-Football-Modus, redet an der down-by-contact Regel vorbei.

[22h44] NO 0, SF 7/Q1. Nach einem großen Lauf-nach-Catch vom eben noch geprügelten WR Manningham sprintet QB Kaepernick in einem designten Scramble in die EndZone. Alex Smith nimmt’s leicht angesäuert zur Kenntnis.

[22h32] Die 49ers eröffnen mit zwei Läufen, ehe beim dritten Versuch WR Manningham ein halbes Yard zu kurz ist – und Aikman prügelt auf Manningham wegen schlechtem Routenlaufen ein.

[22h30] Viel Druck gegen QB Brees – three’n’out zum Beginnen. Jezz kommt Kaepernick.

[22h28] Oh Mann, drei Tage nach Thanksgiving nun schon wieder dreieinhalb Stunden Joe Buck und Aikman.

[22h19] Nach der gestrigen Schlappe, bei der kein Mensch was anderes erwartet hatte, hat die Auburn University tatsächlich Gene Chizik zwei Jahren nach dem National Title 2010/11 (wie schon vor Wochen angekündigt) gefeuert. Quelle: ESPN.com.

[22h16] Willkommen zum NFC-Kracher New Orleans (5-5) vs. San Francisco (7-2-1). Was im Vorfeld durchgedrungen ist: Jim Harbaugh wird mit seiner zweiten hot hand gehen und tatsächlich QB Colin Kaepernick einsetzen, obwohl auch der langjährige Starter Alex Smith eigentlich fit sein soll.

NFL-Week 12 zum Abendessen

SNF-Preview

Giants – Packers

[22h13] Fertich. Alle Spiele 19h beendet oder entschieden. Ich eröffne gleich den Blogeintrag zum 22h25-Kracher New Orleans – San Francisco.

[22h10] Eine Pass-Interference beendet das Spiel in Indianapolis. Ab nach Pittsburgh, wo Backup-Backup-QB Charlie Batch und Co. Selbstzerstörung vom Allerfeinsten betreiben (7 Turnovers gegen Cleveland).

[22h08] Auch Buffalos Chan Gailey mit eher suboptimalem Handling mit seinen Timeouts in der Crunch-Time.

[22h01] In Jacksonville ist die Schüssel wieder halbleer, aber den Leistungen und Zahlen von Qb Chad Henne nach zu urteilen, hätte die Mannschaft mehr verdient. Henne mit dem zweiten statistisch exzellenten Spiel in Serie (heute 8.5 NY/A, ein ligaweiter Topwert).

[21h58] K Dan Carpenter versenkt in Miami mit auslaufender Uhr zum Sieg für Miami über Seattle.

[21h54] Endstand Tampa Bay 23, Atlanta 24. Die letzte Hail Mary – ein extrem beeindruckender 60yds-Wurf von Freeman – wird in der EndZone abgefangen. Tampas Head Coach Schiano wird sich wegen des Mis-Managements der Uhr in den letzten Minuten prügeln lassen.

Mike Smith hätte übrigens rechnerisch tatsächlich punten sollen, sagt der 4th down Rechner.

[21h52] 13sek vor Schluss verkickt K Matt Bryant aus 48yds (ich muss morgen nachrechnen, ob in dieser Situation nicht sogar ausspielen oder punten besser gewesen wäre!). Tampa hat 8sek, um in FG-Reichweite zu kommen – wie weh tun nun diese völlig sinnlos verschenkten Sekunden von Schiano?

[21h48] Das Clock-Management von Buccs-Head Coach Greg Schiano spottet jeder Beschreibung. Mit 1:44 auf der Uhr haben die Falcons nun die Chance, die Uhr runterlaufen zu lassen und ein extrem schnelles Spiel (keine 3h) siegreich zu beenden.

[21h46] Die Luft in Chicago ist raus, spätestens seit diesen schlecht ausgeführten Plays beim 3rd und 4th-and-2.

[21h44] K Connor Barth/TB aus 56yds knapp rechts vorbei.

[21h42] Viertel vor zehn und bis auf zwei Spiele sind noch alle innerhalb eines einzigen Scores.

[21h32] TB 23, ATL 24/Q4. Speedy Michael Turner, oder so.

[21h25] Ich verfolge das CHI-MIN Spiel nur noch mit meinem schwächeren linken Auge, aber ich frage mich leise, wie lange QB Chris Ponder in Minnesota nach einer wiederholt schwachen Vorstellung noch den Bonus des jungen 2nd-year-QB genießen darf.

[21h23] TB 23, ATL 17/Q4.

[21h21] CB #31 Biggers kommt bei einem Blitz völlig ungeblockt durch, schlägt Matt Ryan das Ei aus der Hand, und weil DT #93 McCoy auf das Ei fällt, übernehmen die Buccs nun in der Platzhälfte der Falcons.

[21h13] TB 20, ATL 17/Q4. Bei den Buccs ist das eine deep pass-Offense, die dazu führt, dass die zwischendurch eingestreuten verzögerten Ballübergaben an RB Doug Martin extrem effektiv sein können.

[21h09] Auch diese Woche sind die Spielstandanzeigen im FOX-Laufticker falsch (eben z.B. PIT-CLE).

[21h04] Ist ja geil. In Miami ist das Spiel unterbrochen, weil seit Minuten die Besprinkelungsanlage spinnt und das Spielfeld unter Wasser setzt.

[20h56] CHI 25, MIN 10/Q3. Lebenszeichen von den Vikings, die eine kurze Feldposition aus einer INT Cutlers (Rezipient: CB Winfield) zum TD verwerten (Pass Ponder für Rudolph).

[20h49] TB 13, ATL 17/Q3. Konter der Falcons. Erstes Pass, geht tief für WR #11 Julio Jones, der durchläuft. Wohltuendes Kontrastprogramm zu der zähen Begegnung in Chicago.

[20h46] Ich kanns wegen dem Skirennen grad nicht testen, aber in den Staaten haben einige TV-Märkte gerade von CHI-MIN auf TB-ATL gewechselt – ist ESPNA nachgezogen?

[20h43] TB 13, ATL 10/Q3. Die Buccs-Offense ist boom or bust. Auf großartige Plays wie einen tiefen Sideline-Catch für WR #83 Jackson folgen völlig überworfene und verfehlte Bälle von QB Josh Freeman in die EndZone. Field Goal fühlt sich zu wenig an.

[20h39] Riskante Aktion von den Colts, die ohne Timeout mit 12sek vor der Pause einen Pass werfen, der an der GoalLine gestoppt wird. Luck spikt den Ball mit zirka zwei Zehntelsekunden auf der Uhr. Noch ein Field Goal für Indy, IND 13, BUF 6.

[20h30] Halbzeit Chicago 25, Minnesota 3.

Schwache Vorstellung der Minnesota Vikings, deren beste Aktion tatsächlich ein geblocktes Field Goal mit auslaufender Uhr war. Die Offense der Vikes liegt unter der Erde, aber auch der maue Pass Rush gegen QB Cutler ist enttäuschend: Cutler kann sich mit ein, zwei Moves stets leicht aus der Bedrohung ziehen.

Es wäre nicht so, dass die Bears eine starke Offense spielen würden. Sie nutzen halt die Fehler und Turnovers der Vikes und die kurzen resultierenden Feldpositionen. Wenn Minnesota nun QB Ponder das Spiel in die Hand drücken muss…

[20h24] Die Bengals verpassen kurz vor der Pause in Cincinnati den frühen Sargnagel, führen aber immer noch klar mit drei Touchdowns gegen Oakland.

[20h21] CHI 25, MIN 3/Q2. Spektakulärer Pass QB Cutlers für TE #89 Spaeth.

[20h15] Besorgnis erregend, wie viele Leute QB Chris Ponder da downfield übersieht oder überwirft. Erst wird WR Wright gnadenlos ignoriert, ein Play später #19 Aromashodu überworfen – INT wird in die RedZone returniert.

[20h07] CHI 18, MIN 3/Q2. RB Bush wuchtet sich rein, nachdem CB #22 Winfield in der EndZone eine PI an WR Marshall begangen hatte (fragwürdiger Call). Danach ein gefaketer Snap zur 2pts-Conversion. Sieht nicht gut aus, was die Defensive Line der Vikes gegen die bröselige Offense Line von Chicago aufsteckt.

[20h02] Bei den Bears läuft die Angriffsmaschine holprig (eben fällt ein weiterer Offense Lineman aus, wer soll ihn nun ersetzen?), aber was wunderbar klappt, sind diese mit OT Carimi verstärkten „Power“-Lauf-Sets, die noch jedes Mal bei 3rd-und-kurz einen neuen 1st down produziert haben.

[19h53] Infos von der Seitenlinie: #23 Hester wird nun wegen möglicher Gehirnerschütterung gecheckt, CB #33 Tillman (heute: 1 FF, 1 FR) wird zur nächsten Serie wieder fit genug für einen Einsatz sein.

[19h49] Die Bears reagieren sehr heftig auf PlayAction, aber in der EndZone halten die viel kritisierten Safetys Conte/Wright gegen TE Rudolph den Laden frei, und ein Play später blockt Peppers (?) den FG-Versuch aus 30yds.

[19h43] Ende Q1, und die besten Vorstellungen der Offenses scheint es in Tampa zu geben, wo noch kein einziger Pass incomplete war, und schon drei lange Drives. Dagegen ist das im Soldier Field eine eher schwache Partie.

[19h40] CHI 10, MIN 3/Q1 – obwohl WR Marshall 15yds den Rückwärtsgang einlegte.

[19h37] Windelweiche Penalty gegen QB Cutler, der nach einem Scramble einen Cornerback verarscht haben soll.

[19h31] Was geht in Kansas City ab? Wenn der ESPN-Spielbericht nicht komplett abschmiert, ist der Quarterback in der Anfangsphase nicht Cassel, nicht Quinn, sondern Peyton Hillis!

[19h31] Die Vikes-Offense sieht ohne WR Harvin nicht gut aus, muss schon wieder punten – und selbst der geht schief, weil P Kluwe vor lauter Angst vor den Returnern Hester/Weems ins Aus kickt. CHI beginnt an der eigenen 43.

[19h26] Es gibt noch zwei andere Spiele, die heute um 19h von speziellem Interesse sind: TB-ATL, wo beide Teams schon früh im Spiel lange Drives hinknallen, und IND-BUF, wo in der Anfangsphase Superzwerg T.Y. Hilton zaubert.

[19h22] CHI 7, MIN 3/Q1. Zwei scharfe Pässe plus ein kräftiger 1yds-Lauf zur Bears-Führung.

[19h17] Fortsetzung dieser Bizarro-Anfangsphase in Chicago: Noch keine 10yds Raumgewinn für beide Offenses zusammen, aber schon zwei verlorene Fumbles – diesmal von RB Adrian Peterson, und nun beginnt Chicago schon in Scoring-Range.

[19h15] Zu Beginn der zweiten Angriffsserie haxelt C Garza seinen QB Cutler. Weil der Vikes-Rush eine Nummer zu groß ist, müssen die Bears dann auch sofort wieder punten.

[19h12] Field Goal Vikes. CHI 0, MIN 3. Wird nun interessant, wie Mike Tice das PlayCalling anstellt. Tice gilt nicht als Fan von Laufspiel.

[19h08] Auch das erste Play der Bears geht in die Hose: RB #22 Forté fumbelt den Ball und wenn ich es richtig gesehen habe, hat der eigene Tight End den Ball freigeschlagen. Vikes beginnen an der 28yds Line der Bears.

[19h06] Große Protection-Probleme der Vikes im ersten Drive, wo die Defense Line (namentlich #69 DT Melton) locker durchbrechen kann.

[18h57] Herrmann hat mittlerweile eine detaillierte Vorschau auf das Sunday Night Game online gestellt.

[18h54] Ich liebe Regenrennen, und wenn man nach so viel, das gegen dich läuft, inklusive strategische Fehler der Teamleitung, trotzdem den Titel verteidigt, hat man sich den Pokal verdient. Ab zur NFL.

NFL Woche 12: SNF Packers @ Giants

Am Sonntagabend treffen zur besten Sendezeit in den Meadowlands die beiden letzten Super-Bowl-Sieger aufeinander. Die Green Bay Packers (7-3) haben mit fünf Siegen in Folge ihren Stotterstart vergessen lassen. Die New York Giants (6-4) scheinen dagegen mal wieder in einem ihrer typischen November-Täler zu stecken. Immerhin haben sich Head Coach Tom Coughlin und QB Eli Manning mit ihren zwei Ringen mittlerweile so viel Respekt erarbeitet, daß selbst nach einer Niederlage gegen Green Bay niemand aus dem New Yorker Presserudel ihren Kopf fordern wird, wie das bis letzten November in aller Regelmäßigkeit der Fall war.

Vor allem Eli Manning bot in den letzten Wochen viel Angriffsfläche. Gegen Dallas, Pittsburgh und Cincinnati brachte er gerade mal 54 von 99 Pässen an den Mann, für mickrige 532 Yards und null Touchdowns bei vier Interceptions. Erklärungsansätze für die schlechten Leistungen gab es einige. Greg Cossell und Ron Jaworski meinten, Elis Arm sei zu erschöpft; andere meinten, ein QB, der so viele Risiken eingeht wie Manning wird immer wieder solche Spiele haben; viele versuchten es auch mit Wirbelsturm Sandy und den Verwüstungen in Verbindung zu bringen. Warum auch immer: Eli hat gegen drei sehr gute Defenses schlecht gespielt, das passiert den besten Quarterbacks.

Allerdings sollte er diesen Sonntag dringendst mal wieder eine Schippe draufpacken, schließlich sind Cowboys wie Redskins nur noch 1,5 Spiele hinter den G-Men in der NFC East. Das matchup sieht für New York auch sehr vorteilhaft aus. Das größte Problem für Eli und die Offense war der ständige Druck durch den gegnerischen Pass Rush. Aber was sowohl Cowboys, Steelers und Bengals hatten, nämlich (mindestens) einen bärenstarken Pass Rusher, haben die Packers nach der Verletzung von OLB Clay Matthews nicht. Wenn Eli zu viel Zeit in der pocket hat, wird das ein ganz langer Abend für Green Bays secondary. Die Defense um DC Dom Capers muß es schaffen, auf kreative Weise mit vier Mann Druck zu machen.

Auf der anderen Seite wird Aaron Rodgers wohl nicht allzu viel Zeit bekommen. Nach Derek Sherrod hat sich nun auch noch Bryan Bulaga auf IR verabschiedet und so sind Rodgers´ wichtigste Beschützer auf den Tackle-Positionen der allenfalls zweitklassigen Marshall Newhouse und der gelernte Guard T.J. Lang. Dass ist nicht das vertauenswürdigste Personal wenn Jason Pierre-Paul, Osi Umenyiora und Justin Tuck Quarterback-Hunger haben. Allerdings muß man auch sagen, daß einzig JPP bisher konstant starke Leistungen gezeigt hat, während Tuck und Umenyiora meist unter ihren Möglichkeiten blieben. Ein Primetime-Spiel gegen die Packers und einen Rodgers, der mit 32 Sacks öfter umgerissen wurde als jeder andere QB, könnte die Giants ganz schnell wieder zurück in den Favoritenkreis holen.

NFL-Week 12 am Sonntag

Zweieinhalb von drei Thanksgiving-Spielen boten adäquate Unterhaltung, und heute geht es weiter. Wieder ein kurzer Blick auf ein paar ausgewählte Spiele – alle Partien unter die Lupe hat wieder Andy Goldschmidt genommen.

19h – Chicago vs. Minnesota

TV-Programm

ESPN America LIVE

19h   CHI - MIN
22h25 NO  - SF
02h20 NYG - GB
02h30 PHI - CAR

ESPN America Tape

13h   IND - BUF
15h30 TB  - ATL
18h   NYG - GB
18h30 PHI - CAR

SPORT1+ LIVE

19h   CHI - MIN
22h25 NO  - SF
02h20 NYG - GB
02h30 PHI - CAR

PULS 4

22h30 NO - SF

ESPNA und SPORT1+ mit jeweils derselben Partie, die für die hochklassigste NFL-Division (NFC North) massive Playoff-Implikationen haben wird: Die Bears (7-3) wurden am letzten Sonntag zu zahmen Plüschtieren degradiert, zeigten eine erstaunlich verwundbare Defense, und verloren vorübergehend ihre Divisionsführung, während Minnesota (6-4) mit grundsolide exekutierten Basics immer noch am Eck um einen Wildcard-Platz hängt.

Bei Chicago wurde das Erwartete offensichtlich: QB Jay Cutler wird extrem vermisst, und sollte Cutler heute noch wegen einer Gehirnerschütterung ausfallen, werden die Bears Probleme bekommen – dass WR Jeffery sich schon wieder verletzt hat, hilft auch net.

Morgen gibt es ein Tape von Indy-Buffalo, wobei die Colts (6-4) nach der Demontage zu Foxboro wieder gewinnen sollten, steht doch ein eher harter Schedule gen Saisonende hin an. Ebenso als Aufzeichnung bei ESPNA: Tampa Bay – Atlanta, Divisionsduell aus dem NFC-Süden, wobei es bei „Big Play“ Josh Freeman gegen „Big Play“ Matt Ryan nach einem Passfestival riecht.

Nur im GamePass: Das Pfeifkonzert zur Rückkehr des Carson Palmer nach Cincinnati (wobei: Der Kuhhandel sieht in der Retrospektive für die Bengals wie ein Geschenk aus), und der nächste Einsatz des Chad Henne, diesmal als Starter gegen Tennessee. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, mir das JAX-HOU Spiel anzusehen, aber in der Schlussphase und Overtime sah das bei Henne und seinen Receivern leider wiede verdammt nach Gabbert und seinen Receivern aus.

22h – New Orleans vs. San Francisco

Das Thema Colin Kaepernick überschattet dieses Spiel: Yup, Kaepernicks Vorstellung gegen Chicago war fassungslos gut, und sowohl dieser rattenscharfe Wurfarm als auch die Scrambler-Fähigkeiten Kaepernicks wirkten MVP-reif. Nicht mal die Tendenz, sofort loslaufen zu wollen, war mehr ein Problem – bleibt abzuwarten, ob es dabei bleibt, und ob er überhaupt für Alex Smith eingesetzt wird.

Auf der anderen Seite wird New Orleans mit seinem QB Brees für die bis dato großartige 49ers-Defense der größte Test dieser Saison werden; die Saints sind mit 5-5 weiterhin im must win-Modus und zeigten über mehrere Wochen einen auf allen Ebenen deutlich erkennbaren Aufwärtstrend.

Bei San Diego – Baltimore darf Ravens-FS Ed Reed mitmachen, nachdem ihn die NFL vorübergehend wegen eines legalen (!) Hits hatte suspendieren wollen. Baltimore könnte sich im Extremfall eine Niederlage erlauben, nachdem man sich mit dem Sieg über Pittsburgh erstmal etwas Puffer in Richtung Divisionssieg geschaffen hatte.

02h – New York Giants vs. Green Bay

Die Revanche für das Playoffspiel im Jänner, in dem die Giants die Packers so derart zerlegten, dass es selbst für einen Neutralen weh tat, Green Bay nach einer 15-1 Saison so ausgespielt zu werden. Jetzt ist das Vorzeichen eher umgekehrt: Bei New York ist im Angriff Sand im Getriebe, während die Packers um QB Rodgers analog zu New Orleans immer besser in Schwung kommt und mittlerweile schon wieder in der NFC North führt.

Matchup des Spiels sollte die Pass Protection Green Bays gegen den versierten Pass Rush der Giants um DE Pierre-Paul werden: New York braucht diesen Pass Rush, um den häufig pulverisierten CB Webster nicht komplett blank zu stellen.

Tipps

Siegertipps sind groß geschrieben. Tippstand 2012: 102-58 nach Thanksgiving (0.629).

CHICAGO – Minnesota
CINCINNATI – Oakland
Cleveland – PITTSBURGH
Indianapolis – BUFFALO
Kansas City – DENVER
Miami – SEATTLE
TAMPA BAY – Atlanta
JACKSONVILLE – Tennessee
San Diego – BALTIMORE
Arizona – ST LOUIS
NEW ORLEANS – San Francisco
NY GIANTS – Green Bay
Philadelphia – CAROLINA

Vor dem Sunshine Showdown 2012

Wenn heute um 21:30 Uhr in Tallahassee, Florida Kickoff-Zeit ist, erleben wir den ersten bedeutungsvollen Sunshine Showdown seit fast einem Jahrzehnt: Die #10 Florida State Seminoles spielen gegen die #4 Florida Gators, das Spiel zwischen zwei der drei großen Footballteams in Florida (das dritte sind die Miami Hurricanes).

Bobby Bowden Field at Doak Campbell Stadium

Bobby Bowden Field at Doak Campbell Stadium

F.S.U. und Florida sind mit Sicherheit nicht die Universitäten mit der größten Footballtradition, aber seit vielen bedeutungsvollen Kämpfen in den 1990er Jahren, wo es am letzten Spieltag häufig um den National Title ging, gehört der Sunshine Showdown (Sunshine wie Sunshine State wie Florida) zu den elektrisierendsten Angelegenheiten im College Football. korsakoff hat schon einmal eine Chronik der Ereignisse zusammengestellt.

Bloß: Aufregung kann man bei solchen Rivalrys stets viel machen, aber der richtige Thriller wird es nur, wenn auch was Richtiges auf dem Spiel steht. Im Fall von zwei so großen, reichen Programmen mit so großen Stadien und so vielen Fans landesweit heißt das: B.C.S.

Heute haben beide noch B.C.S.-Chancen, wenn auch nicht so große. #4 Florida ist in seiner Division hinter Georgia festgenagelt, weil man im direkten Duell den Ball nicht festhalten konnte. #10 F.S.U. spielt nächste Woche im A.C.C.-Finale gegen Georgia Tech, musste aber im Lauf der Saison eine Upset-Pleite gegen North Carolina State hinnehmen und hat dementsprechend nur noch B.C.S.-Chancen, wenn es heute einen hohen und überzeugenden Sieg gegen Florida gibt.

Das wird schwer, denn alle erwarten eine Abwehrschlacht. Florida State hätte zwar eine ansprechende Offense zu bieten, mit dem Quarterback E.J. *schmacht* Manuel voran, aber Florida ist weit weg von den Fun-and-Gun-Tagen unter Steve Spurrier oder den Trillionen Option-Plays mit Tim Tebow. Die Gators wissen noch nichtmal, wer heute Abend Quarterback spielen soll: Jeff Driskel, der langweilige Starter, der kaum Fehler macht, oder der Backup Jacoby Brissett. Driskel ist auf jeden Fall immer noch halb verletzt.

So wird es auf ein enges Spiel hinauslaufen, in dem die Abwehrreihen dominieren. Da kann der deutsche Defensive End Björn Werner glänzen und den Scouts sein Talent für den NFL-Draft unter Beweis stellen. Die Offensive Line von Florida gilt als leicht überwindbar und kassiert im Verhältnis viele Sacks.

Dazu kommt die Formkurve, die bei F.S.U. nach oben zeigt und bei Florida nach unten: Vor zwei Wochen wurde Jacksonville State aus der F.C.S. nur mit Hängen und Würgen geschlagen, damit man heute überhaupt noch eine Titelchance hat.

Es wird eine große Footballnacht, und nicht wenige trauen den Noles die kleine Überraschung zu.

GO NOLES.

Rivalry-Weekend 2012, der Samstag

Los geht der lange Tag ab 10h mit dem Tape vom Donnerstagsspiel, #16 TexasTCU, dem „Nachfolger“ vom eingestellten Lone Star Showdown zwischen Longhorns und Texas A&M Aggies. Texas (8-2) hat noch Außenseiterchancen auf eine BCS-Bowleinladung, die aber angesichts der beiden katastrophalen Schlappen gegen WVU und vor allem Oklahoma ein Witz wäre. Zuletzt soll sich wenigstens die absurde Defense verbessert haben (tiefer ging eh nimmer). TCU gehört mit 6-4 zu den kleinen Enttäuschungen, erlebte auch ein ungutes Jahr inklusive Quarterback-Rauswurf (Pachall kokste zuviel), und muss nun hoffen, dass an den Abwanderungsgerüchten, die den großartigen Coach Gary Patterson umgeben, nicht allzu viel dran ist.

Dann kommt der Abend.

18h – Ohio State Buckeyes – Michigan Wolverines

18h LIVE bei ESPN America

Wenn die beiden Flagship-Universitäten zweier benachbarter Bundesstaaten über 120 Jahre gegeneinander spielen, und die Rivalität immer noch nicht mehr als schlicht The Game getauft wurde, haben wir es mit Ohio State – Michigan zu tun, die beiden Aushängeschilder der Big Ten Conference, Kontrahenten im Spiel, das im Nordosten der Vereinigten Staaten als beste College-Rivalität überhaupt gesehen wird.

Die Ausgangslage ist heute muddy: Michigan kann abhängig von dem, was Nebraska gestern gespielt hat (ich weiß es noch nicht), noch ins BigTen-Finale schlüpfen. Ohio State wird aufgrund der Bowl-Sperre sein letztes Saisonspiel bestreiten, kann aber eine der leisesten „perfect seasons“ ever abschließen und danach sechs Wochen lang hoffen, dass wenigstens die AP den National Title nach Columbus vergibt.

So gut war Ohio State diese Saison vielleicht nicht, aber in der Debütsaison vom Starcoach Urban Meyer wurde nach einem schwachen Übergangsjahr 2011 wenigstens die Grundlage für eine solide Zukunft geschaffen, u.a. um eine starke Defense und den überzeugenden QB Braxton Miller.

Michigan ist mit 8-3 dagegen eher eine Enttäuschung, wobei – wie im Sommer schon geschrieben – der Schedule auch nicht einfach war und Coach Brady Hoke weiters auf das Verletzungspech von QB Denard Robinson (Ellbogen) verweisen kann. Das ging so weit, dass zuletzt der unerfahrene QB Devin Gardner aufgeboten wurde, während der Supersprinter Robinson mit seinem verletzten Wurfarm eben zum Starting-Running Back für den ebenso verletzten Einser-RB Fitzgerald Touissant umfunktioniert wurde! Gegen eine schnelle, physische Front-Seven dürfte Robinson aber zumindest teilzeitlich als Quarterback aufgestellt werden.


Ebenso ein 18h-Spiel ist die Rivalität „Clean, Old-Fashioned Hate“ zwischen #3 Georgia Bulldogs (10-1) und Georgia Tech Yellow Jackets (6-5), die morgen ab 9h30 bei ESPNA aufgzeichnet wird. Beide sind in ihren Conferences jeweils bereits für die Finals qualifiziert (wenn auch nur schedule- bzw. sperrenbedingt), weswegen es für Georgia allein darum geht, sich im BCS-Rennen schadlos zu halten, um eventuell nächste Woche mit einem Upset über Alabama noch die BCS zu stürmen. Georgia Tech ist mit seiner ungewöhnlichen Flexbone-triple option Offense von Paul Johnson sowieso ein ständiger Hingucker.

Wasses nur im ESPN-Player zu sehen gibt: Tennessee – Kentucky, die beiden Erzfeinde mit Interimscoaches, und Virginia – Virginia Tech. Dazu steht der schwache Backyard-Brawl-Ersatz Pitt-Rutgers an.

21h30 – Alabama Crimson Tide – Auburn Tigers

21h30 LIVE bei ESPN America

Da könntest du kotzen. Parallel läuft FSU-Florida, und ESPNA bedient sich des gigantischen Mismatches #3 AlabamaAuburn („Iron Bowl“). Nicht dass wir uns falsch verstehen: Diese beiden Nachbar-Unis aus dem Bundesstaate Alabama sind seit Jahrzehnten in inniger Feindschaft vereint und lieferten schon viele legendäre Duelle, zuletzt das Spiel der Spiele vor zwei Jahren.

2012 wäre aber selbst eine „knappe“ (2-3 TD) Niederlage von Auburn schon eine Überraschung, nachdem Auburn einen unterirdischen Herbst spielt und nun möglicherweise von innen heraus NCAA-Ermittlungen wegen Recruiting-Verletzungen angezettelt hat, um den Meistercoach von 2010, Gene Chizik, einen der teuersten Cheftrainer überhaupt, ohne Abfindung feuern zu können.

Während der Gegner mit sich selbst beschäftigt ist, zieht Alabama mit einem Sieg ins SEC-Finale nächste Woche in Atlanta ein, wo man wiederum um das BCS-Finalticket gegen Georgia spielt. Dass es heute ein Sieg wird, daran zweifelt niemand.

Im College ist immer ein Upset möglich. Immer, außer in diesem Spiel.


Zu den weiteren Spielen um 21h30. Das Parallelspiel #10 Florida State#4 Florida („Sunshine Showdown”) wird bei uns noch im Laufe des Tages schon in einem Lagebericht aus erster Hand abgearbeitet.

Bei EUROSPORT2 gibt es live MinnesotaMichigan State, wobei sich letztere mit ihrer großartigen Defense, aber inexistenten Offense noch durch die Hintertür für die Bowl Season qualifizieren können (Spartans sind tatsächlich auf 5-6 abgeschmiert!).

Das „Bedlam“-Derby #13 Oklahoma (8-2) – #21 Oklahoma State (7-3) hat Implikationen auf die Big 12, da Oklahoma noch eine kleine Chance auf den Titel hat (wenn K-State nächste Woche abschmiert) und bietet einen von den drei neuen Cowboys-Quarterbacks auf, die für viel Furore gesorgt haben sollen.

Das wichtigste Spiel um die Uhrzeit ist aber der „Civil War“ (Theorie dahinter hier), #15 Oregon State Beavers#5 Oregon Ducks ab 21h aus Corvallis: Oregons famose Offense kämpft um die letzte Chance in Pac-12 und BCS. Die Tie-Breaker Situation ist kompliziert und ich habe versucht, sie irgendwie verständlich in Worte zu fassen. Das Spiel ist hierzulande nirgendwo auf richtigem Weg zu sehen, nachdem sich „drüben“ das Pac-12 Network damit zu profilieren versucht.

Um Mitternacht

Sofern Oregon gewinnt, muss es ab 0h30 nach Pasadena schielen, wo die #17 UCLA Bruins #8 Stanford empfangen – Oregon hat nur mit eigenem Sieg plus Stanford-Niederlage noch eine Finalchance. Verliert Oregon, geht es bei UCLA-Stanford nur noch um das Heimrecht im Pac-12 Finale nächste Woche. (Oregon hätte im Finale immer Heimrecht) Ich halte UCLA-Stanford für ziemlich offen, nachdem UCLA zwar einen famosen RB in Jonathan Franklin aufweist, aber Stanford als Gesamtes irgendwo mehr einschüchtert. Spiel ist nicht im ESPN-Player, weil in den Staaten auf FOX.

Ab 01h im ESPN-Player: #11 Clemson (10-1) vs. #12 South Carolina (9-2), eine Partie mit vielen Verbalscharmützeln im Vorfeld (höhö, ist auch Steve Spurrier mittendrin und nicht nur dabei). Für die Gamecocks ist die Saison in Sachen BCS nach zu vielen Verletzungen mal wieder gegessen, während die Super-Offense der Clemson Tigers um QB Tajh Boyd mit einem überzeugenden Sieg durchaus noch ein Kandidat für einen attraktiven „at-large“-Bid in der BCS werden könnte – vielleicht gar ein attraktiveres Spiel als das ACC-Champ bekommen wird (der spielt in der Orange Bowl höchstwahrscheinlich gegen eine Gurkentruppe aus der Big East).

02h – USC Trojans – Notre Dame Fighting Irish

02h LIVE bei ESPN America

Die Dramaturgie an diesem Samstag will es, dass der Abend im Spiel der #1 Notre Dame Fighting Irish kulminiert, die bei den USC Trojans zum allerersten Mal ihren Einzug ins BCS-Finale fixieren können, um zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten um den Landesmeistertitel zu spielen.

Notre Dame ist nicht irgendein Team. Notre Dame ist in den Staaten Legende, Sitz vieler gewonnener National Titles und Heisman Trophys und Heimat etlicher berühmter Charakterköpfe und Traditionen – und Notre Dame ist die landesweit bekannteste Katholikenuniversität. Notre Dame ist immer ein Gesprächsthema, selbst nach 20 Jahren Siechtum, hat auch hierzulande noch beträchtliche Anhängerschaft.

Seit das Offensivgenie Brian Kelly vor drei Jahren aus Cincinnati geholt wurde, bieten die Fighting Irish eine dominante Defense (sic!) auf, inklusive Quarterback-Problemen in der Murmeltierschleifen, die jedes Jahr viel versprechende Saisons den Bach runtergehen ließen. Diesmal nicht so: Der meistens eingesetzte Freshman-QB Everett Golson vermied die größten Bolzen, und ansonsten reichten die Stoßgebete für die Erzengel, um Thriller um Thriller fast ohne Offense zu gewinnen.

Eine Hürde steht noch aus: Der größte, älteste Rivale von Notre Dame, die USC Trojans, seit 90 Jahren gegeneinander um die Jewelled Sillabaugh spielend, und mit vielen Mythen um das Zustandekommen der in den 20ern doch recht ungewöhnlichen Cross-Country-Rivalität umrankt. Nun ist Notre Dame bizarrerweise genau in der Position, in der eigentlich die #1 in der Preseason, der heutige Gegner USC, hätte sein sollen.

Doch die Trojans von Kotzbrocken-Head Coach Lane Kiffin, kamen nie richtig auf Touren, sind 7-4 und verloren letzte Woche sogar das sicher geglaubte Finalticket für die Pac-12. Was bleibt, ist die Aussicht, dem Erzfeind den BCS-Traum zu versauen.

Das Unterfangen beginnt nicht gut: QB Matt Barkley wird ausfallen und durch den Grünschnabel Max Wittek ersetzt – gehypter Highschool-Star, aber noch keine zehn Pässe am College geworfen.

Wittek kann zwar auf zwei Wide Receivers von landesweitem Ruf bauen (Robert Woods/Marquise Lee), aber gegen eine Front-Seven um Manti Te’o wird es zu einem nicht einfachen Unterfangen, überhaupt die Pässe loszuwerden. Te’o ist der Mann mit der #5, ein Linebacker und Leadertyp par excellence, der gut genug spielt, um möglicherweise als erster reiner Defensivspieler die Heisman Trophy abzustauben.

Notre Dame ist Favorit, nicht zuletzt aufgrund der schwachen Defense von USC. Aber Vorsicht: Notre Dame war heuer oft Favorit, und wackelte schon gegen sehr viel wackeligere Gegner als Southern Cal mehrfach bedrohlich…