Recap Week 9: New York Giants – Pittsburgh Steelers

Spoilerwarnung at the top.

Es war vielleicht das beste Saisonspiel der Pittsburgh Steelers, die ihre Partie trotz hektischer Anreise in die Meadowlands 24-20 gewannen und wirklich die rundere, bessere Mannschaft an diesem Tag waren.

Die Steelers gruben sich aus einem psychischen Loch, in das sie in der ersten Halbzeit mit drei, vier fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen geworfen wurden: Zwei Pass Interferences gegen Steelers-DBs waren so lauwarm, dass dagegen das (geschenkte) Personal Foul gegen S #25 Ryan Clark wie eine verständliche Entscheidung der Refs aussieht… Okay: Clarks Hit sah im Realtempo schon sehr heftig aus, und kann insofern wohl entschuldigt werden.

Richtig geschenkt schaute dagegen der Giants-TD zum zwischenzeitlichen 14-7 für New York aus, ein Fumble-Return des LBs Michael Boley: QB Big Ben Roethlisberger hatte den Ball im Wurfversuch verloren. Yup, der Ball kam seeeeehr früh in der Wurfbewegung raus, aber ich hätte doch spätestens nach Instant Replay doch die wohl „richtigere“ Entscheidung – Incomplete Pass – erwartet gehabt.

Sei’s drum. Die Steelers spielten die Giants auch so aus. Hilfe kam von den Special Teams mit mehreren langen Returns, aber spätestens in der zweiten Halbzeit brauchte Pittsburgh nicht mal mehr diese: Roethlisberger machte kein überragendes, aber ein kontrolliertes Spiel und verteilte die Eier entweder auf den heiß laufenden RB #33 Isaac Redman (IMHO die eigentlich bloß zweite oder dritte Option im Steeler-Backfield) oder an die wuseligen Wide Receivers.

Herausragend war dabei vor allem der Touchdown-Lauf des WR #17 Mike Wallace, der sensationellen Speed zeigte und die eigentlich exzellent positionierten Giants-DBs einfach mal so wie Statisten aussteigen ließ – und das im vierten Viertel, in ELIS VIERTEL.

Der angebliche „Clutch“-Eli brachte in Halbzeit zwei kein Bein mehr auf den Boden, kollabierte unter dem doch beträchtlichen Druck der Steelers und fabrizierte zwei oder sogar drei Three’n’Outs en suite, als seine Wunderkräfte als Comebacker am dringendsten benötigt gewesen wären.

Interessant war auch die von Steelers-Chef Mike Tomlin gewohnte Aggressivität. Ein 4th down wurde konventionell ausgespielt. Ein weiteres nicht: Ganz nah an der EndZone versuchte sich Pittsburgh an einem Fake-Fieldgoal, das durch eine bärenstarke Reaktion eines „Blauen“ verhindert werden konnte. Ich meine, als Defense wäre ich bei so kurzen Fieldgoals immer auf einen Fake besonders aufmerksam, weswegen ich eigentlich erwartet hätte, dass die Steelers wenn, dann per Sneak oder kurzen Lauf auf traditionelle Weise den Versuch angehen würden.

War wurscht. Steelers gewinnen. Steelers back in the hunt.

MACtion in der Wahlnacht

Darauf habe ich lange gewartet: Wie aus den letzten Jahren gewohnt, bringt ESPN America mit Novemberstart die ersten Spiele aus der Freak-Conference MAC („Mid-American Conference“). Die MAC ist geographisch so was wie die kleine Schwester der Big Ten Conference, mit den verrücktesten Universitätspräsidenten in den Staaten und einer unberechenbaren sportlichen Qualität der Mannschaften.

Rückwirkend lesen sich meine Previews auf dem Sommer für Ost– und Westdivision bis dato gar nicht so deplatziert. Kent State bisher mit einer starken Saison, daneben sind auch Toledo, Ohio und Bowling Green vorne dabei. Heute und morgen gibt es vier MAC-Teams bei ESPNA:

TEAM            W-L    SRS
Toledo          8-1   -0.3
Ball State      6-3   -2.3
Ohio            8-1   -3.7
Bowling Green   6-3   -5.9

Toledo – Ball State

In der Nacht auf morgen, Mittwoch 02h MEZ, werden in den Staaten nicht nur die Präsidentschaftswahlen durchgedrückt, sondern treffen auch die Toledo Rockets (8-1) auf die Ball State Cardinals. Toledo scheint den Wechsel hin zum blutjungen neuen Head Coach Matt Campbell ganz gut hingekriegt zu haben, allerdings gibt es auf der Quarterback-Position nicht mehr die gewohnte Doppelspitze. Terrance Owens scheint nun das Spiel allein in die Hand gedrückt zu bekommen.

Toledo ist mit einer 5-0 Conference-Bilanz gleichauf mit Northern Illinois und kann sich aufgrund des noch kommenden direkten Duells sogar im schlimmsten Fall eine Niederlage heut’ Nacht erlauben.

Die Rockets würgten sich zuletzt sogar als #25 in die BCS-Polls rein – allein: Aus den Ergebnissen werde ich nicht schlau. Da sind hauchzarte Siege gegen Bodensatztruppen wie Wyoming, Coastal Carolina, Eastern Michigan oder Buffalo mit dabei. Auf der anderen Seite putzte man vor zweieinhalb Wochen die #21 Cincinnati Bearcats und verlor zum Saisonauftakt erst in der Overtime gegen die Arizona Wildcats, die spätestens seit dem Upset gegen USC als ernst zu nehmende Nummer gesehen werden. Das SRS sieht in Toledo eine fast haargenau durchschnittliche FBS-Mannschaft.

(Wiederholung morgen Mittwoch, 17h30)


Bowling Green – Ohio

In der Nacht auf Donnerstag überträgt ESPNA ab 02h MEZ dann Bowling Green FalconsOhio Bobcats; Ohio ist auch so ein Team, das nicht narrisch weit von den Top-25 weg ist, aber auf der anderen Seite wackelig genug auftritt, um gegen die schwächste FBS-Mannschaft Massachussetts nut 37-34 zu gewinnen und im Zuge einer Serie an engen Spielen zuletzt gegen Miami/OH die erste Saisonpleite kassierte.

Ohio habe ich einmal gesehen, in Woche 1 bei den Penn State Nittany Lions, als ein eindrucksvoller Sieg eingefahren wurde – von Fumbles und Turnovers begünstigt, aber die Nüsse und die Physis in der zweiten Halbzeit waren damals beeindruckend. QB Tettleton und RB Blankenship formen diesbezüglich ein begeisterndes Trio.

(Wiederholung übermorgen, Donnerstag 17h30)