College Football 2012/13 vor dem Rivalry-Weekend

Ich habe noch immer nicht ausgeweint, aber weil alles nix nützt, schon mal vorab die Vorausschau auf das Rivalry-Weekend, dem für die meisten Teams letzten Wochenende der Regular Season in dieser Saison. Die BCS wurde durch die Upsets am letzten Wochenende wüst durcheinandergeschüttelt, und steht in der Spitze gerade so:

 #1  Notre Dame       11-0
 #2  Alabama          10-1
 #3  Georgia          10-1
 #4  Florida          10-1
 #5  Oregon           10-1
 #6  Kansas State     10-1
 #7  Louisiana State   9-2
 #8  Stanford          9-2
 #9  Texas A&M         9-2
#10  Florida State    10-1

Ich werde im Laufe dieser sehr langen Woche noch genauer darauf eingehen, aber vorab schon mal die Ausgangslage.

#1 Notre Dame spielt auswärts gegen USC und ist mit einem Sieg im BCS-Finale. Eine Niederlage würde dagegen mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit das Aus bedeuten. Notre Dame, heuer schon mehrfach auch Pächter von Fortuna, kriegt ein weiteres „Break“: USC-QB Matt Barkley wird verletzt ausfallen.

#2 Alabama wird zuhause hoch gegen Auburn (3-8) gewinnen und ins SEC-Endspiel einziehen. Dort geht es am 1. Dezember gegen #3 Georgia. Georgia schätze ich an #3 für überbewertet ein. Die Dawgs sind potent, aber inkonstant, und profitierten primär von einem einfacheren Schedule gegenüber #4 Florida

… die an diesem Samstag zum innerstaatlichen Rivalen #10 Florida State („Sunshine Showdown“) müssen. So, und da wird es kompliziert.

Denn sollte Georgia am Samstag in einem Upset gegen Georgia Tech verlieren und nächste Woche trotzdem das SEC-Finale gegen Alabama gewinnen, könnte Florida tatsächlich noch an SEC-Champ und SEC-East-Champ vorbeirutschen. Unwahrscheinliches Szenario, klar, aber nicht ausgeschlossen.

Auf alle Fälle ist die erst vor acht Tagen abgeschriebene SEC vor den letzten beiden Spieltagen schon wieder mit 3 Teams in den Top-4 vertreten.

Pac-12: Das Rennen ist bizarr. Der Finalort in der Schwebe.

Die Situation in der Pac-12 ist vor dem letzten Spieltag wie folgt (nur Conference-Record eingeblendet):

Northern Division:

TEAM              CONF    OVR
Stanford           7-1    9-2
Oregon             7-1   10-1
Oregon State       6-2    8-2
Washington         5-3    7-4
Cal                2-7    3-9
Washington State   0-8    2-9

Southern Division:

TEAM              CONF    OVR
UCLA               6-2    9-2
USC                5-4    7-4
Arizona            4-4    7-4
Arizona State      4-4    6-5
Utah               2-6    4-7
Colorado           1-7    1-10

Der Thrill ist unübersehbar. #5 Oregon muss auswärts zu #15 Oregon State, und muss gewinnen und hoffen, dass dreieinhalb Stunden später #8 Stanford bei #17 UCLA verliert, um überhaupt noch in das Pac-12 Finale reinzurutschen (direktes Duell zählt für Stanford).

Nun ist aber UCLA bereits direkt qualifiziert für das Finale und kann sich prinzipiell seinen Gegner aussuchen und eventuell freiwillig gegen Stanford verlieren, um nicht auf Oregon treffen zu müssen. Zusätzlich hat die Pac-12 keinen fixen Finalort, sondern trägt ihr Endspiel im Stadion der Uni aus, die den besseren Conference-Record aufweist. Man könnte Verständnis dafür aufbringen, dass UCLA lieber nach Palo Alto fährt als nach Eugene…

… ist alles in dem Moment wurscht, in dem Oregon sein Spiel gegen Oregon State verliert. Dann kann UCLA mit einem Heimsieg über Stanford das Rematch nächste Woche in der heimischen Rose Bowl fixieren (man hätte dann das direkte Duell bei jeweils 7-2 gewonnen).

Oregon State ist auf alle Fälle draußen, weil es selbst bei optimalen Ergebnissen immer hinter Stanford liegen würde, das Oregon State und Oregon geschlagen hat.

Realistische BCS-Titelchancen hat primär wohl nur noch Oregon, für die aber alles, wirklich alles perfekt laufen müsste.

BCS-Restkaliber

#6 K-State dürfte nach der hohen Schlappe gegen Baylor froh sein, wenn es am nächsten Wochenende gegen Texas besteht und überhaupt die Big 12 Conference gewinnt und in die Fiesta Bowl einzieht. BCS-Finale ist wohl außer Reichweite gerutscht, auch weil es kein Big-12-Finale mehr gibt, in dem man seinen Schedule noch mal hätte aufbolstern können.

#7 LSU, #8 Stanford und #9 Texas A&M dürften aufgrund ihrer jeweils zwei Saisonpleiten höchstens noch eine theoretische Restchance besitzen und es bräuchte ein finales Wochenende wie 2007/08, als sämtliche Würfel fielen.

Größer, wenn auch nicht besonders groß, dürften die Hoffnungen der #10 Florida State Seminoles sein: Man spielt zuhause gegen #4 Florida und könnte sich mit einem Kantersieg profilieren. Allerdings wird man im ACC-Finale nach dem Rückzieher der Miami Hurricanes wohl „nur“ auf Georgia Tech treffen (nur: wenn GT gegen #3 Georgia ein Upset schaffen sollte, könnte das dem Schedule von FSU noch mal einen unverhofften Boost verschaffen).

Ist also noch vieles denkbar, wenn auch nicht alles wahrscheinlich.

Das Simple Rating System sieht übrigens für das Wochenende in genannten Spielen von Woche 13 folgende Spreads kommen:

HOME         AWAY          FAVORIT      SPREAD
USC        - Notre Dame    Notre Dame      1.6
Alabama    - Auburn        Alabama        32.1
Georgia    - Georgia Tech  Georgia        17.6
Florida St - Florida       Florida St      0.4
Oregon St  - Oregon        Oregon          6.2
UCLA       - Stanford      Stanford        0.1

Ja. FSU ist dank Heimvorteil gegen Florida favorisiert. Vier von den sechs direkt die BCS beeinflussenden Spielen innerhalb eines Scores erwartet.

Big Ten Conference

Gestern gaben die Maryland Terrapins ihren Wechsel in die reiche und traditionsreiche Big Ten Conference bekannt – wahrscheinlich wird Rutgers aus der Big East Conference noch folgen, was in anderen Conferences Dominosteine ins Fallen bringen wird. Für die B1G ein recht riskanter Move, Stichwort Verwässerung. Für die Terps und vor allem auch Rutgers mit seinem neuen Stadion sicherlich ein Upgrade.

Sportlich geht es am Wochenende um zwei Dinge: Wer wird Finalgegner von Wisconsin? Michigan und Nebraska sind Kopf-an-Kopf, aber Nebraska hat das direkte Duell gewonnen und mit @Iowa den einfacheren Gegner. Michigan muss dagegen zu Ohio State, und da wären wir beim zweiten Ding: OSU ist noch ungeschlagen und im AP-Poll mittlerweile an #4 gerankt. Für die BCS ist man „ineligible“, aber sollte Ohio State als einzige Uni ungeschlagen durch die Saison kommen, wie wahrscheinlich ist es, dass die Associated Press im Januar den National Title an Ohio State vergibt? (Wäre sportlich auch eher ein Treppenwitz, nachdem Ohio State im SRS z.B. trotz aller Siege nur an #19 gerankt ist)

Tennessee Volunteers

Die Tennessee Vols haben am Wochenende die Entlassung von Head Coach Derek Dooley bekannt gegeben. „Betonfrisur“ Dooley wird vor allem als underachiever in Erinnerung bleiben und als einer, unter dem immer wieder trotz guter Ansätze die Rückkehr der Vols in die obere Ebene des College Football verpasst wurde. Dooley wird mir aber vor allem wegen dieses einen Moments in Erinnerung bleiben, der seine kurze Amtszeit geprägt hat: Ein Moment, der hätte der „signature win“ werden können, sollen, müssen. Letzten Endes wird er aber dafür stehen, was Derek Dooley war. Gut, aber im entscheidenden Moment von allen guten und schlechten Geistern verlassen.

13 Kommentare zu “College Football 2012/13 vor dem Rivalry-Weekend

  1. heist es das Alabama schon aus dem BCS rennen raus sind,und nur im SEC finale spielen? und was ist mit den Ohio State Buckeyes wie lange sind die noch gesperrt für die bowl games.

  2. Nein, Alabama hat natürlich auch noch Chancen auf das BCS-Endspiel – sogar nicht die schlechtesten. Gewinnt Alabama gegen Auburn und danach das SEC-Finale, ist Alabama sogar mehr oder weniger fix dabei.

  3. Pingback: Die eierigste Woche des Jahres | Sideline Reporter

  4. Falls Notre Dame dieses Wochenende gewinnt, sind sie dann „sicher“ auch noch nach den conference championship games auf #1 oder können andere Mannschaften in den Polls so hochgerankt werden, dass ND auf 3 oder tiefer abrutscht?

  5. @Axel: „Sicher“ ist nix, da kein Mensch die genauen Computeralgorithmen der BCS-Zulieferer kennt. Ein ungeschlagenes Notre Dame wird allerdings auf alle Fälle:

    – #1 in beiden menschlichen Polls sein
    – einen ziemlich starken Strenght of Schedule vorweisen können, der den Kernpunkt in den BCS-Computern ausmacht.

    Von daher ist auszugehen, dass ein ungeschlagenes Notre Dame #1 sein wird. (Verliert Notre Dame allerdings bei USC im letzten Play durch eine Hail Mary oder einen verschossenen P.A.T., kann man davon ausgehen, dass ein 11-1 Notre DAme nicht ins BCS-Finale kommen wird, weil Sieg/Niederlage sowohl von Menschen, als auch von Computern überbewertet wird)

  6. Gegen Stanford umstritten der Sieg in Overtime, gegen Pittsburgh haben wahrscheinlich alle katholischen Geistlichen des Planeten gleichzeitig für ND gebetet, zu Hause gegen Purdue, BYU oder Michigan auch nicht gerade unglücklich. Sollte die Niederlage jetzt doch noch kommen, wäre es für mich mehr als nachvollziehbar, wenn sich die menschlichen Voter an diese Spiele zurückerinnern würden.

    Ein Finale Notre Dame – Alabama wär trotzdem ein Traum.

  7. Nein, weil ich denke, dass sich dort zwei Teams gegenüberstehen, die auf beiden Seiten des Balls etwas vorweisen können. UND… weil allein vom Namen her Bama und die Irish ordentlich was her machen. Was ja leider bei Kansas State, die ich sportlich sogar noch nen Tick stärker als ND sehe, nicht ganz so der Fall ist.

    Bist Du wirklich der Meinung, Bama würde Notre Dame derart demütigen?

  8. @gamecock ich wünsche mir gerade 10sec im sec title game… man da hätten die dawgs halt auch nix anbrennen lassen heute..

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