Power Rankings, Woche 12: Führungswechsel

Die idiotischen Overtime-Entscheidungen der Head Coaches Schwartz und Kubiak im Thanksgiving-Spiel zu Detroit wollen mir nicht recht aus dem Kopf gehen. Eine kurze Recherche im „Play-Finder“ von Pro Football Reference zeigt uns die Trefferquoten der NFL-Kicker von 2011 und 2012, vom 40yds-Fieldgoal aufsteigend bis zum 50yds-Fieldgoal.

ENTF    GOOD  FG    %
40yds   47    57    82
41yds   47    60    78
42yds   44    53    83
43yds   52    64    81
44yds   31    44    70
45yds   37    47    79
46yds   33    42    79
47yds   41    55    75
48yds   45    59    76
49yds   32    50    64
50yds   26    45    58

Ich will nicht verschweigen, dass es über 50yds Distanz zwei Ausreißer gibt (51+53yds Kicks waren in den letzten beiden Jahren äußerst präzise mit ca. 80% Quote), aber generell treffen Kicker über 50yds keine zwei Drittel (63%).

Die Trefferquote bei Kicks zwischen 30 und 39yds ist fast 90%, jene darunter noch höher (über 97%).

Aus der Region, aus der Schwartz kicken ließ, gehen dagegen nur zirka 75% der Kicks rein.

Und Schwartz kickte freiwillig (!) im dritten Down (!!!) einen 47-Yarder, der prompt an die Stange ging – war sicher auch Pech, aber wenn ein number’s guy unter den NFL-Coaches solche schlechten Entscheidungen trifft, freut sich der Mathlet ganz leicht innerlich, dass der Kick nicht reinging.

Und er war mit ein Grund, dass die Detroit Lions trotz Top-10-Platzierung in den Power-Rankings von Sideline Reporter zu 99% aus dem Playoffrennen sind.

Die Rankings.

Rk  (LW)  TEAM              WP    E16   SOS   Rs   W-L
1    (2)  San Francisco    .72   11.6   .50   14   8-2-1
2    (1)  Denver           .72   11.5   .50   16   8-3
3    (3)  Houston          .65   10.4   .47   27  10-1
4    (4)  Seattle          .63   10.0   .53    3   6-5
5    (5)  Carolina         .63   10.0   .53    5   3-8
6    (6)  Atlanta          .58    9.2   .47   28  10-1
7   (10)  New England      .57    9.2   .49   22   8-3
8    (7)  Detroit          .57    9.1   .51   13   4-7
9   (11)  Cincinnati       .56    8.9   .46   31   6-5
10   (9)  N.Y. Giants      .55    8.8   .52    7   7-4
11  (12)  Washington       .53    8.8   .51   12   5-6
12   (8)  Green Bay        .53    8.8   .51   10   7-4
13  (13)  St Louis         .52    8.5   .53    4   4-6-1
14  (21)  Miami            .53    8.4   .49   24   5-6
15  (16)  Chicago          .52    8.3   .52    9   8-3
16  (15)  Pittsburgh       .49    7.9   .48   25   6-5
17  (14)  Dallas           .49    7.8   .52    8   5-6
18  (17)  Tampa Bay        .48    7.7   .49   20   6-5
19  (20)  Buffalo          .47    7.6   .49   21   4-7
20  (23)  Baltimore        .47    7.5   .47   30   9-2
21  (19)  N.Y. Jets        .46    7.4   .56    1   4-7
22  (18)  Minnesota        .46    7.4   .50   15   6-5
23  (24)  Indianapolis     .46    7.4   .44   32   7-4
24  (22)  San Diego        .46    7.4   .47   29   4-7
25  (25)  Philadelphia     .41    6.5   .50   17   3-8
26  (27)  Cleveland        .41    6.5   .49   23   3-8
27  (26)  New Orleans      .40    6.5   .53    6   5-6
28  (28)  Oakland          .39    6.2   .48   26   3-8
29  (29)  Tennessee        .37    6.0   .50   19   4-7
30  (30)  Arizona          .36    5.7   .54    2   4-7
31  (31)  Kansas City      .30    4.9   .50   18   1-10
32  (32)  Jacksonville     .27    4.3   .51   11   2-9

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 12.


Die Broncos fallen hinter San Francisco zurück, und ich vermute, primär aus Gründen vom Schedule: Kansas City als Gegner ist einfach zu schwach, als dass eine überdurchschnittliche Leistung ausreicht, um nicht trotzdem runtergezogen zu werden. In der NFC fallen die Packers nach der Demontage zu New York knapp zurück. In der AFC steigen vor allem New England, Miami und Cincinnati auf, aber den ersten Wildcardplatz im Playoffrennen hält eine andere Mannschaft:

Indianapolis Colts

Es gibt fast jedes Jahr ein, zwei Teams, die im Playoffrennen mitmischen, obwohl die reinen Statistiken eher ein Team vermuten ließen, das im kommenden NFL-Draft an fünfter Position picken wird. Dieses Team 2012 sind die Indianapolis Colts, nach 12 Wochen mit einer 7-4 Bilanz aktuell auf dem Playoffseed #5 (erster Wildcard-Platz), obwohl sie noch letztes Jahr um diese Zeit überhaupt um den ersten Saisonsieg spielten.

Die einfachsten Erklärungen in den US-Talkstudios: Rookie-QB Andrew Luck und das Feuer der „on mission“ Colts nach der Krebserkrankung von Head Coach Chuck Pagano. In Wirklichkeit ist die Sache komplizierter.

Erste Auffälligkeit: Indianapolis hat eine Bilanz von 6-1 in Spielen mit einem Score Differenz – eine kaum zu erhaltende Strähne, gell Arizona, Philly und Co? Die pythagoreische Erwartung von 4.3 Siegen (2.7 Spiele unter den sieben bisher erreichten Siegen) lässt zudem ein schwaches Punkteverhältnis vermuten – und selbst dieses berücksichtigt noch nicht, dass Indianapolis gegen den bis dato einfachsten Schedule gespielt hat. Splitten wir die Qualität der Colts-Gegner, bekommen wir folgendes Ergebnis:

Gegner aus dem oberen Viertel (Top-8):

New England        L 24-59

Gegner aus dem zweiten Leistungsviertel (9-16):

Green Bay          W 30-27
Chicago            L 21-41
Miami              W 23-20

Gegner aus dem dritten Leistungsviertel (17-24):

Buffalo            W 20-13
NY Jets            L  9-35
Minnesota          W 23-20

Graupen (25-32):

Jacksonville       L 17-22
Cleveland          W 17-13
Tennessee          W 19-13
Jacksonville       W 27-10

Der Bodensatz wird knapp geschlagen, gegen mittelmäßige und gute Mannschaften wird teilweise haushoch verloren – untrügliches Zeichen von unterdurchschnittlichen Teams. Einzig der Sieg über Green Bay sticht heraus: Das war wirklich ein tolles, feuriges Colts-Spiel, allerdings hatten selbst da die Packers in der letzten Sekunde die Chance, per Field Goal eine Overtime zu erzwingen.

Die Spielzugstatistiken lassen trotz der schwachen Qualität bei den Gegnern eher lauwarm: 15t-beste Passoffense (6.4 NY/A), siebteffektivste Lauf-Offense, 21t-beste Passdefense (obwohl schon zweimal Gabbert, einmal Tennessee, einmal Buffalo im Schedule war). Im Vergleich zu DVOA überschätzt dieses Modell die Colts sogar noch: DVOA sieht Indy an #28, mit der schwächsten Defense und ähnlich schwachen Special Teams.

Im verbleibenden Colts-Schedule verbleiben noch zwei Graupentruppen (Tennessee, Chiefs), weswegen es am Saisonende tatsächlich zu einem Playoffeinzug kommen könnte, auch unter Berücksichtigung der Probleme bei der direkten Konkurrenz in Pittsburgh, Cincinnati und Miami. Die Colts sollten aber dringend nicht den Fehler machen, sich in der Offseason vom Hype dieser Tage blenden zu lassen.

Die Saison ist gemessen an den Erwartungen im Frühjahr und Sommer gut, keine Frage, aber solche Serien in engen Spielen und solche unterdurchschnittlichen Play-by-Play Stats riechen verdächtig nach regression towards the mean in naher Zukunft – die Beispiele in der jüngeren Vergangenheit warnen (insbesondere Tampa 2010 vs. 2011!).

Tipps

Letzte Woche war Excel 12-4 (overall damit in dieser Saison 86-41, also 0.677), ich tippte dagegen nur 10-6 (damit im gleichen Zeitraum 84-43).

HOME              %   AWAY
Atlanta          75   New Orleans      25
Buffalo          77   Jacksonville     23
Chicago          40   Seattle          60
St Louis         24   San Francisco    76
Miami            49   New England      51
NY Jets          67   Arizona          33
Detroit          68   Indianapolis     32
Green Bay        66   Minnesota        34
Tennessee        21   Houston          79
Kansas City      19   Carolina         81
Denver           85   Tampa Bay        15
Oakland          53   Cleveland        47
San Diego        43   Cincinnati       57
Baltimore        52   Pittsburgh       48
Dallas           65   Philadelphia     35
Washington       55   NY Giants        45

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