NFL-Week 15, Preview auf die Abendspiele

Diesmal aus Zeitgründen eine geteilte TV-Guideline für die Wochenendspiele in der National Football League. Heute dran: Die 19h-Spiele vom Sonntagabend.

Atlanta Falcons – New York Giants

Tape ESPN America, Montag 16h

Fast jedes Abendessenbegleitspiel hat Playoff-Implikationen. Zum Beispiel Atlanta (11-2) – NY Giants (8-5), das Re-Match von jenem Playofflangweiler im letzten Jänner, als sich die Falcons in New Jersey nach zwei gescheiterten 4th-down Sneaks wehr- und willenlos abschlachten ließen. Diesmal steht für Atlanta mal wieder der Top-Seed in der NFC auf dem Programm, während New York gewinnen sollte, um in der NFC East nicht noch in Bedrängnis zu kommen. Atlantas Mannschaft ist in Offense und Defense dafür gebaut, im heimischen Georgia Dome zu gewinnen: Viel Passspiel hinter mittelmäßig guter Offensive Line und eine recht „softe“ Defense. Wenn die Falcons Ende Jänner ins windige San Francisco müssen, garantiere ich für nix, deswegen werden zumindest zwei Siege in den letzten drei Spielen wohl zum Imperativ.

Chicago Bears – Green Bay Packers

19h LIVE bei ESPN America

Das vorgezogene „Endspiel“ um den Divisionssieg in der NFC North sieht die Packers (9-4) nach Chicago (8-5) fahren. In Woche zwei überzeugte bei Green Bay vor allem der Passrush gegen Cutler, aber mittlerweile haben wir weder einen Packers-Passrush zu vermelden, noch ist sicher, ob Cutler überhaupt wird im Besitz seiner vollen Kräfte sein. Bei aller Größe der Bears-Defense: Chicago muss Turnovers erzwingen, um seine selbst mit Cutler schwache Offense zu übertünchen. Ob es gegen den fehlerarmen QB Rodgers ein probates Mittel ist? Ich zweifle leise in mich hinein…

Houston Texans – Indianapolis Colts

Auch die AFC South ist noch so was ähnliches wie offen: Houston (11-2) sechs Tage nach der Demontage zu Foxboro gegen das Überraschungsteam Indianapolis (9-4), das nun tatsächlich aus eigener Kraft noch die Division gewinnen kann! In reality wird daraus kaum was werden, nachdem wir bei den Texans immer noch von einer Top-5 Mannschaft sprechen, aber allein der Fakt, dass die AFC South noch nicht entschieden ist…

Baltimore Ravens – Denver Broncos

Tape ESPN America, Mo 13h30

Baltimore (9-4) vs. Denver (10-3) komplettiert das round robin der vier wahrscheinlichen Divisisionssieger in der AFC: New England und Houston waren darin jeweils 2-1, Baltimore ist 1-1, Denver 0-2. Sofern wir am Ende ein four way tie um den Top-Seed sehen sollten, wird Denver auf alle Fälle rausfallen. Ist aber noch nicht so weit, und weil man in Baltimore nach der Umstellung von ex-OffCoord Cam Cameron auf den leisen OffCoord Jim Caldwell auf mehr vom bisher unproduktiven Laufspiel erhofft, gehe ich ehrlicherweise auch nicht unbedingt davon aus, dass die Ravens hier zwingendermaßen etwas reißen.

Cleveland Browns – Washington Redskins

Weiters im 19h-Portfolio: RG3! Oder zumindest die begeisternden Washington Redskins (7-6), deren überraschender Run gen Playoffs in Cleveland eine Fortsetzung finden kann. Ob und wie fit Sensations-Rookie QB Robert Griffin III sein wird, steht nach der „Grad 1“ Bänderdehnung vom letzten Sonntag erstmal in der Sternen, aber allein die Tatsache, dass nicht ein einziges Band gerissen ist, zählt für mich nach Sichtung der Bilder als kleines Wunder. Heute sind die Redskins in Cleveland, und ich warne stets davor, die Browns zu unterschätzen. Nein, Cleveland ist kein Topteam. Aber Cleveland hat Waffen in Offense und Defense, die gegen viele NFL-Teams für eine Überraschung sorgen können.

New Orleans Saints – Tampa Bay Buccaneers

Wenigstens noch die Buccs im Playoffrennen sehen wir bei New Orleans (5-8) vs. Tampa Bay (6-7). Jo, die Saints sind technisch noch am Leben, aber mit dieser Defense und mit den notwendigen Ergebnissen andernorts: Können wir uns drauf einigen, dass dieses verkorkste Jahr inklusive sehr spät aufgehobener Kopfgeld-Strafen und Headcoach-Sperre nicht im Heim-Superbowl enden wird? Tampa gehört dagegen zu den unglücklicheren Teams in der NFC: Yup, 6-7 liest sich nicht so überragend, aber gefühlt gehört diese Mannschaft für mich eigentlich in die Playoffs. Wird dieses Jahr wohl nix mehr werden, aber wenn Greg Schiano da einen Weg findet, a) das ineffiziente Laufspiel zu stärken und b) die furchtbare Secondary zu „upgraden“, wird die NFC South auch nächstes Jahr wieder eine heiße, sehr heiße Geschichte.

St Louis Rams – Minnesota Vikings

Schließlich die Minnesota Vikings (7-6) auswärts gegen die Rams (6-6-1): Minnesota würgt sich mit einem Passspiel, das man seit Wochen nicht mehr „Passspiel“ nennen kann, durch die Saison. Es sieht nach eigentlichem verheißungsvollem Start in die Saison nicht sexy aus, was QB Chris Ponder da produziert, aber es es ist häufig wurst, weil das Laufspiel mächtig auf Touren gekommen ist: Die in den letzten zwei, drei Jahren verbal so geprügelte Offense Line gefällt mir außerordentlich gut, und dahinter läuft RB Adrian Peterson (1600 Yards, 6.0yds/Carry in 13 Einsätzen) mal so richtig heiß.

Ich habe Adrian Peterson zum ersten Mal in meinem Leben Anfang 2007 in der Fiesta Bowl spielen sehen. Seither ist mir dieser markante, kraftvolle Laufstil mit den wackelnden Schultern nicht mehr aus dem Kopf gegangen und ich konnte zu jedem Zeitpunkt den Hype um Peterson nachvollziehen, aber so gnadenlos wie dieses Jahr war Peterson noch nie. Natürlich hilft die Line. Aber ohne eine angemessene Entlastung durch das Passspiel, und mit der Erinnerung dieser schweren Knieverletzung vor nicht mal 12 Monaten, kann man konstatieren, dass Peterson einer der Spieler der Saison ist, ein Running Back, der JamaalCharles-artige Stats einfährt und der wohl wichtigste Baustein dieser Offense ist.

Minnesota muss in St Louis auf Teufel komm raus gewinnen, nachdem das Wildcardrennen der NFC brutal eng ist und die Vikes wichtige Tie-Breaker (z.B. gegen Seattle oder Tampa) bereits verloren haben. Selbst wenn es am Ende nicht reichen sollte: In den Twin Cities wird man das Jahr jetzt schon als Erfolg werten. Wenn sie denn bloß etwas Passspiel hätten…

Miami Dolphins – Jacksonville Jaguars

Tja, und eine recht unwichtige, weil nicht direkt die Playoffs betreffend, Partie bleibt uns: Miami (5-8) vs. Jacksonville (2-11), eine Art „Florida-Derby“ light. Die Jags jagen nun auch mit QB Henne den Top-Draftpick, während Miami schonmal praktisch nur noch Trainingsspiele für die Zukunft bestreitet.

6 Kommentare zu “NFL-Week 15, Preview auf die Abendspiele

  1. keine ahnung wie man JJ Watt aufhalten soll, gerade innen ist die O-Line seeehr anfällig, und das ist ne Untertreibung 🙂

  2. Pingback: NFL-Week 15, TV-Guideline | Sideline Reporter

  3. Das bedeutungsvollste Spiel ist sicherlich CHI-GB, weil es massive Auswirkungen auf Playoffs und Heimvorteil haben kann. Dahinter BAL-DEN, das ich eher für ein Mismatch halte.

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