Weihnachts-Quarterbacks

Die Sofa-Quarterbacks haben sich am gestrigen Heiligen Abend wieder zusammengesetzt und den 16ten Spieltag besprochen: Andreas Renner/SKY, Nicolas Martin/GFL TV, Dieter Hoch/Huddle und Kai Pahl/Allesaussersport waren mit dabei. Themen sind unter anderem: Spieltagsanalyse, NFC-Playoffbild, Suche nach dem Rookie des Jahres.

NFL Power-Rankings, Week 16: Der nicht mehr ganz so heimliche Gigant

Die Seattle Seahawks, in diesem Power-Ranking schon seit vielen Wochen in den Top-5, mausern sich nun langsam auch in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Geheimfavoriten.

Seattles Stärken sind schwer auszumachen, da sie überall liegen: Die Offense ist prinzipiell eine Lauf-Offense, die hinter einer sehr, sehr soliden Offensive Line mit zwei fantastischen Running Backs aufwartet: RB #24 Marshawn Lynch gibt dabei das Arbeitstier, Rookie-RB #30 Robert Turbin so was wie den Speedster. Vor allem Lynch spielt eine MVP-würdige Rolle und so gut, wie ich es von ihm noch nie gesehen hatte. Als Lynch gegen San Francisco mal wieder drei Abwehrspieler aus dem Weg rammte, dachte ich heimlich „beast mode“; es vergeht keine halbe Sekunde und Al Michaels bei NBC: „somewhat beast mode by Marshawn Lynch“

Rookie-QB #3 Russell Wilson muss den Angriff nicht gänzlich allein tragen, aber seine Rolle ist im Laufe der Saison immer größer, wichtiger geworden. Wilson macht wenige Fehler, obwohl er kein Play aufgibt und sich weigert, den Ball bei der ersten Gelegenheit auf die Tribüne zu befördern. Diese Scrambles bei kollabierender Pocket warden zum letzten Mal anno 2004 von Donovan McNabb gesehen. Der Receiving-Corp ist nichts narrisch zu werden, aber die Leute sind solide und machen die Plays, wenn es sie braucht: WR #89 Doug Baldwin ist ein Mann, den man knuddeln könnte, und sogar WR #18 Sidney Rice hat seine Tendenzen, wichtige Bälle fallen zu lassen, offenbar aufgegeben.

Die Defense lebt von ihrer phänomenalen Secondary, die alles abräumt, was überhaupt an Bällen dorthin kommt. Was S #29 Earl Thomas zum Beispiel spielt, ist seit den Glanzzeiten von Polamalu und Reed ungesehen in der NFL (man gebe sich wirklich mal ein paar All-22 Tapes, das ist sensationell), und mit CB #25 Richard Sherman gibt es einen grundsoliden Manndecker, der für eineinhalb zählt.

Etwas mau finde ich zwar mittlerweile den Pass Rush der Defensive Line, weswegen viele Blitzes geschickt werden müssen; aber wenn du aus der zweiten Reihe einen OLB #51 Bruce Irvin schicken kannst, gibt es größere Probleme… und dass die Hawks kaum Verletzungssorgen haben, hilft natürlich auch.

Es hängt nun viel vom letzten Spieltag ab: Seattle kann bei entsprechenden Ergebnissen gar noch bis an #2 hoch springen und wäre dann ein monströser Superbowl-Kandidat. Aber selbst an Seed #5 würde ich die Jungs in Washington oder Dallas favorisieren, und wer weiß, was dann in Atlanta oder Green Bay drin ist…

Vielleicht wird die Saison in den Playoff von einem „Rookie-Tag“ des Russell Wilson beendet. Vielleicht ist die Diskrepanz Heim/auswärts bei den Hawks tatsächlich größer als bei anderen Teams und die Hawks werden fern ihres großartigen Heimstadions durch den fünften Seed entscheidend geschwächt.

Ist wurscht. Ich weiß auf alle Fälle, wem ich in den Playoffs dieses Jahr heimlich die Daumen drücken werde.

Die Power-Rankings.

NFL 2012/13 - Power Ranking Woche 16

NFL 2012/13 – Power Ranking Woche 16

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 16. Fettgedruckte Teams sind bereits für die Playoffs qualifiziert.


Comments

  • Die „Big-2“ Denver/San Francisco sind erstmals seit vielen Wochen aufgebrochen, weil die eh schon dominanten Seahawks reinschossen und um ein Haar fast die Spitzenposition übernommen hätten. Seattle und San Francisco haben zudem für Playoff-Teams unheimlich schwere Schedules gespielt.
  • Seattle ist nicht in den letzten Wochen explodiert, wie man uns weismachen will. Seattle rangiert seit vielen, vielen Wochen den Top-6 der NFL, according to dieses Model. In Woche 8 z.B. war Seattle 4-3 und in diesem Modell trotzdem an #5 gerankt. Seither sind die Hawks noch besser, noch dominanter geworden, aber es ist nicht so, dass sie im Oktober nicht auch schon eine Spitzenmannschaft gewesen wären.
  • Ein Team, das wohl zugleich überschätzt und unterschätzt ist: Die Atlanta Falcons, die vielleicht nicht 13-2 Kaliber sind, aber mal ehrlich: Solche Bilanzen erreichst du in der NFL ohne etwas Glück nicht. Die Mannschaft ist vom Potenzial ein grundsolides 11-5 Team mit einer herausragenden Pass-Offense und guter Defense, und sie sollte auf alle Fälle das Leistungsvermögen haben, ihr Playoff-Stigma abzulegen. Ob es zum Superbowl reicht? Nicht sicher, aber es wäre keine Schande, es in diesem NFC-Playofffeld nicht zu packen.
  • WR Calvin Johnson brach den ersten der beiden “großen” Yards-Rekorde (der nächste ware der Rushing-Rekord), aber es fühlte sich recht „leer“ an. Dass Johnson der beste von allen ist, war eh jedem klar gewesen, aber die dummen Fehler in dummen Zeitpunkten machten Detroit auch gegen den NFC-Seed Atlanta einen Strich durch die Rechnung. Besonders ärgerlich diesmal: Jim Schwartz lässt bei 21-13 Rückstand in der Schlussphase ein Field Goal von der 2yds-Line kicken! WFT? Vom angeblichen numbers guy Schwartz war diese Saison nichts zu sehen.
  • Bei den Arizona Cardinals hätte Tebow (2011 mit 4.7 NY/A) gute Chancen auf den Starter-Platz: Die Cards bringen 4.4 NY/A im Passspiel zustande, was Werte sind, über die die Lions von 2008 oder die Rams von 2009 lachen würden. Allerdings haben die Cards dabei auch gegen den schwersten Schedule der Liga spielen müssen – und am Sonntag geht es noch nach San Francisco…

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Week 17

Woche 16 war mit 10-6 richtigen Tipps für dieses Modell nicht mehr ganz der Brenner wie die Wochen vorher; Excel ist nun mit 131-60 bei 68.6% richtigen Tipps. Letzte Woche – und wenn nicht noch ein kolossaler Kollaps folgt, war es ein viel besseres Jahr für das Modell als ich es erträumt hatte.

HOME              %   AWAY              %
Atlanta          70   Tampa Bay        30
Buffalo          52   N.Y. Jets        48
Cincinnati       61   Baltimore        39
Detroit          55   Chicago          45
Tennessee        66   Jacksonville     34
Indianapolis     36   Houston          64
New Orleans      33   Carolina         67
N.Y. Giants      60   Philadelphia     40
Pittsburgh       69   Cleveland        31
San Diego        60   Oakland          40
San Francisco    91   Arizona           9
Seattle          72   St Louis         28
Minnesota        37   Green Bay        63
New England      60   Miami            40
Denver           92   Kansas City       8
Washington       62   Dallas           38