Black Monday

Keine Notwendigkeit, den heutigen Black-Monday in der NFL (Kettensägen an Trainerstühlen) weiter zu sezieren: dogfood von Allesaussersport hat alles Nennenswerte bereits vorweggenommen. (Achtung, am Ende werden die Wildcard-Ansetzungen gespoilert!)

Ebenso empfehlenswert, ich hatte es schon gestern verlinkt: Don Banks/SI.com mit seiner Zusammenfassung der Lage der Dinge.

26 Kommentare zu “Black Monday

  1. Ganz kurz die eben aufgeschnappten News:

    – NYJ: GM Tannenbaum gefeuert, HC Rex Ryan bleibt.
    – JAX: GM Smith gefeuert.
    – PHI: HC Reid gefeuert.
    – CLE: HC Shurmur gefeuert, GM Heckert gefeuert.
    – OAK: OffCoord Knapp gefeuert (welch Wunder!)
    – CAR/TEN: Beide Coaches sind nicht sicher im Sattel, aber eine Entscheidung wird, wörtlich, „take time“.

  2. Arizona: HC Whisenhunt und GM Graves raus.
    San Diego: HC Turner und GM Smith raus.
    Buffalo: HC Gailey & Trainerstab raus.
    Kansas City: HC Crennell raus.

    Sieben Head Coaches bisher gefeuert.

  3. Lovie Smith gefeurt ?????? Da freuen sich schon einige andere Teams , die Ihr Problem damit schnell gelöst haben !
    ach so , frohes neues + glückliches neues Jahr wünsch ich allen Football verrückten

  4. Bin ich der einzige der Lovie Smith für überbewertet hält? Mir ist bekannt das er sowohl bei Fans als auch Spielern ein hohes Ansehen genießt aber mir kam er immer etwas zu konservativ rüber. Die Offense war diese Saison ein ums andere mal so dermaßen berechenbar das es fast weh getan hat und litt generell an der Seuche ja nix zu riskieren. Wenn das Turnoverglück dann noch leise servus sagt oder man halt nix drauß macht (wie z.B. gegen die Lions am Sonntag), geht der Record über den Jordan. Nach dem 7-1 Start musste bei dieser Spielweise die von korsakoff so oft gepredigte Regression zur Mitte erfolgen. Gut man könnte jetzt anführen das es einiges Verletzungspech gab, das ging Green Bay aber auch nicht anders. Man könnte es auch einfach auf den tranigen OC schieben (der gehört sowieso noch aussortiert wenn man sich in der Windy City einen Gefallen tun will) aber am Ende hat der OC den Hut auf.

    Mit etwas Glück setzen die Bears als OC und HC gute Leute ein und arbeiten in der Offseason per Trade und/oder Draft an der O-Line.

  5. Bin ich der einzige der Lovie Smith für überbewertet hält?

    Vermutlich ja, denn bei allen Flauseln, die es unter Lovie Smith gab, hatte der Mann seit Jahren ein sehr gutes Team mit einer großartigen Defense beisammen. Man sagte ihm schlechtes Challenging und zu viel Konservativismus nach, aber mal ehrlich: Das kannst du ca. 20-25 von 32 Head Coaches nachsagen, da ist Smith dann per se schon wieder „durchschnittlich“.

    Gescheitert ist Lovie Smith wohl an zwei Dingen:

    a) wenig Konstanz bzw. keine gute Idee, wie man die Offense überhaupt gestalten möchte und v.a. mit welchen Offense-Coaches.
    b) schlechte Offensive Line.

    ich halte es für möglich, dass GM Emery Smith das Angebot machte, in Zukunft selbst den Offense-Trainerstab zusammenzustellen, Smith damit nicht einverstanden war und deshalb die Trennung erfolgte.
    Zu Punkt b) gibt es ein sehr interessantes Transkript Emerys, der Einblicke in seinen Denkprozess in Sachen Personalpolitik in der Offensive Line gibt.
    Emery sagt prinzipiell: Sorry Jungs, ich hab euch die falschen Leute eingekauft, aber euer Pech, dass ihr daraus nix gemacht habt. Und deswegen wird Smith gefeuert?

    Wenn die Entlassung erfolgt ist, weil Emery eine glasklare Vorstellung hat, wie das Team ab sofort auszuschauen hat, kann ich die Entlassung noch halbwegs nachvollziehen. Wenn es aber passiert ist, weil die Playoffs am letzten Spieltag mit 10-6 verpasst wurden, nachdem man (eben wegen Regression zur Mitte) die Pace der ersten Saisonhälfte nicht halten konnte, naja…
    Dann ist das so eine Entlassung wie mehrmals bei Schottenheimer, bei Gruden in Tampa oder bei Coughlin in Jacksonville: Yup, Coach, Sie haben uns ein über Jahre konstant gutes Footballteam gecoacht, aber weil es mal wieder nicht zum Superbowl gereicht hat, wollen wir einen Wechsel. Nur allzu oft kommen dann irgendwelche Coaches, die hauptsächlich „anders“ sind; „besser“ sind sie oft nicht.

    Zu bedenken ist auch der Zeitpunkt: Der Generationswechsel in der Defense ist noch ein bis zwei Jahre entfernt, das Fenster zum Erfolg schien also noch bis ca. 2014 offen.

    Wäre ich ein GM in sagen wir San Diego (wo es eine brauchbare Offense schon gibt), würde ich mir dringend überlegen, Lovie Smith einzukaufen, und wir hätten innerhalb von zwei Jahren eine superbowlfähige Mannschaft.

  6. Als schlecht wollte ich Lovie Smith nicht bezeichnen. Wahrscheinlich hätte es schon viel gebracht ihm einen potenten OC an die Seite zu stellen. Er kommt ja doch eher aus der Defensivecke. Dann noch ein bisschen bessere Personalpolitik was die O-Line angeht und wer weiß wie es dann gelaufen wäre.

    Das ist jedoch alles ein wenig wie fischen im trüben, es gibt noch keine Quervergleiche wie sich Lovie Smith andernorts als HC schlägt, vielleicht steckte er auch einfach in einer suboptimalen Infrastruktur. Vielleicht sind wir nächstes Jahr um diese Zeit schlauer was das angeht. Eine finale Einschätzung würde ich mir mit meinem gefährlichen Halbwissen nicht so recht zutrauen.

    Generell sehe ich es aber ähnlich, wenn man sich gesagt hat „so du hattest jetzt 9 Jahre Zeit, ist leider nicht geworden was wir uns erhofft hatten, wir haben einen Plan wie es weitergehen soll, viel Erfolg im weiteren Leben“ kann ich das verstehen. Sollte die Entscheidung nur gefallen sein weil man mit Pech an den Playoffs vorbeigeschlittert ist, dann wäre das echt fad.

  7. Wenn ein Coach ohne gescheiten Quarterback (ergo Smith vor der Cutler-Zeit) über Jahre ein beständiges Programm führt, das 7-11 Siege einfährt, dann hat der Coach einiges auf dem Kasten (siehe auch: Rex Ryan/Jets), denn er muss um viele Probleme herumbasteln, die Teams mit sehr guten Quarterbacks eben dank selbiger kaschieren können.

    Lovie Smith hatte über Jahre mit Leuten wie einem noch unreifen Kyle Orton, Grossman oder Craig Krenzel zu arbeiten und war damit mehrmals in den Playoffs bzw. scheiterte knapp dran; auch 2011 und 2012 fehlte der Eckpunkt der Offense QB Cutler jeweils verletzt für einige Zeit.

    Ein Team, das über Jahre mit schlechten Quarterbacks spielen muss, braucht sehr gutes Coaching, um ohne Ausreißer nach unten 7-11 Siege einfahren zu können.

    Es spricht IMHO weiters für Smith, welches Standing er in der Mannschaft besaß und dass in all den Jahren in Chicago trotz wiederholter Frustrationen (knapp verpasste Playoffs, NFC-Finale 2010/11) nie über die Medien Schmutz gewaschen wurde oder Interna an die Öffentlichkeit gerieten.

    Wie gesagt: Sofern Smith Lust hat, 2013 zu coachen, würde ich ihn wie auch Reid/PHI mit Kusshand nehmen, am allerbesten wenn ich eine Mannschaft mit bereits halbwegs gelöster QB-Situation bin (San Diego dürfte IMHO ein Traumszenario sein).

  8. Hm alles valide Argumente und keine schlechten. Da muss ich wohl zugeben selber Opfer geworden zu sein von dem beliebten Phänomen allzu gern auf den Coach einzudreschen. Ich bin gespannt wo Lovie Smith dann nun landet und wie es sich dort entwickelt.

    Im Umkehrschluss würdest du also sagen das man es bei den Jets richtig gemacht hat, weil der „arme Schlucker“ von Coach bereits mit Sanchez gestraft war und man ihm dann auch noch das Medien-Ei Tebow ohne spielerischen Wert gelegt, man aber mit dem GM den eigentlichen Übeltäter ausgemerzt hat?

  9. Re: Jets.
    Sehe ich prinzipiell so, ja. Die Jets haben ihr Team unlogisch zusammengestellt: Ich feuere Mangini und Favre, drafte einen blutjungen Quarterback und stelle um diesen jungen QB eine Mannschaft zusammen, die primär aus alternden Free Agents besteht?

    Ryan war sicher mit seinem Großmaul-Gehabe anfangs eine Nervensäge und vielleicht ursprünglich auch Teil des Problems, aber wie die Jets um ihren QB-Flop herum arbeiteten und gleich zweimal ins Conference-Finale schlüpften, hatte was und war vor allem einer fantasitschen Defense geschuldet.

    Ich würde meine Finger ins Feuer legen, dass der Tebow-Trade nicht auf Rex Ryans Kappe ging (Übeltäter war wohl der geltungssüchtige Owner). Dass Tebow trotz aller Probleme von Sanchez in der Medienmetropole und bei diesem unwürdigen Schauspiel, das ESPN und die Zeitungen um Tebow (nichtmal als Spieler, sondern als „Marke“) machten, nicht umfiel und Sanchez Woche für Woche nicht bloß aufstellte, sondern stark redete, spricht meiner Meinung nach deutlich für Ryan, der auch nicht das letzte Wort in der bizarren Vertragsverlängerung für Sanchez gehabt haben dürfte (sowas geht normalerweise auf den GM).

    An Stelle von Rex Ryan würde ich alles unternehmen, um einen gestandenen OffCoord zu kriegen (z.B. hatte ein Norv Turner noch überall Erfolg als Coordinator!) und hoffen, dass der aus Sanchez wenigstens irgendwas rauspresst, denn die Jets-Defense war trotz aller Verletzungsprobleme (remember: Der absolute Schlüsselspieler in Revis fiel das ganze Jahr aus) und geringer Kadertiefe (Personalpolitik = GM) wieder relativ gut unterwegs. Gescheitert ist man an der schlimmen Offense, die dann auch nicht so sehr Ryans Metier ist…

  10. Bill Barnwell (ja, schon wieder, aber es trifft den Nagel auf den Kopf):

    Let’s be honest: Had the Packers beaten the Vikings on Sunday and pushed the Bears into the NFC playoffs, Lovie Smith wouldn’t be getting fired this offseason. You can argue that new general manager Phil Emery probably wanted to hire a new head coach after taking over last offseason, but coaches with Smith’s track record and popularity within the organization don’t get fired after making a playoff run. Smith’s status as Chicago’s head coach is basically tied to a terrible game from Tramon Williams against the Vikings, which seems like too flimsy of a pretense to create an organizational shift. Making decisions based on what happened in Week 17 one day afterward is rash.

    Quelle: Grantland.com.

  11. Update Kansas City:

    Yahoo meldet es nun als fix, dass die Chiefs Andy Reid als neuen Head Coach eingestellt haben; GM Pioli wird im selben Aktionszug nun doch rasiert.

    Reid und die Chiefs? Da wird schnell ein neuer QB gesucht werden, aber was gedenkt Reid mit der RB-Combo Charles/Hillis zu veranstalten?

  12. Durchaus eine potente Mischung würde ich spontan urteilen. Ich denke beide haben eine gute Wahl getroffen. Sowohl die Chiefs mit Reid als Trainer als auch andersrum, denn klar, die Chiefs haben ein Problem auf QB, sind ansonsten nicht so übel bestückt würde ich meinen (vielleicht blenden da aber auch die 5 Pro Bowler?). Vielleicht lässt sich das QB-Problem ja auch mittels der Draft lösen auch wenn der kommende Jahrgang ja nicht so QB-lastig sein soll.

    Ebenso spontan aus der Hüfte geschossen würde ich sagen das Reid dumm wäre wenn er die RB-Combo nicht in seine Pläne involviert oder liegt ihm das Spiel mit RBs nicht so?

  13. @Whistler82
    Reid wurde in Philadelphia schwer kritisiert, seine Running Backs viel zu selten einzusetzen und wenn, dann primär als Ballfänger von Kurzpässen (siehe Brian Westbrook). Charles dürfte ins Anforderungsprofil passen, aber Hillis? Der neue Duce Staley, den Reid in Philadelphia absägte?

    (ist zugegeben zu dem Zeitpunkt Spekulieren ins Blinde rein ohne zu wissen, was Reid vorhat)

  14. @korsakoff
    Peyton Hillis hat nur einen 1-Jahres-Vertrag bei den Chiefs unterschrieben und ist jetzt ein Free Agent, von daher glaube ich nicht, dass Reid ihn resignen wird.

  15. Update Carolina: Ron Rivera bleibt. Naja…
    Qu: ESPN.com

    Wie ich schonmal schrieb: Die Panthers sollen eine Kappe in die Ränge werden und wer sie fängt, darf die Plays ansagen. Wäre ein Patentrezept für die sicheren Playoffs.

    Lovie Smith – Interview Bills
    Chip Kelly – Cleveland hatte ihn.. fast. Kelly wird nun mit Buffalo und Philadelphia sprechen; Cleveland soll „positiv“ und im Rennen bleiben.

  16. Nachtrag noch: Die Bills haben Doug Marrone aus dem College von Syracuse geholt. Marrones NFL-Vergangenheit hatte zuletzt als OffCoord in New Orleans gelegen, von wo er 2008 oder 2009 nach Syracuse gewechselt war.
    Quelle: ESPN.com.

  17. Adam Schefter, normalerweise eine zuverlässige Quelle (auch wenn es in diesem Coaching-Karussell schon mal anders war), weiß zu bestätigen, dass Chip Kelly also tatsächlich bei Oregon bleibt.
    Quelle: ESPN.com.

  18. Update Jacksonville: HC Mularkey nach nur einem Jahr entlassen.

    Wenn dem Owner mit Tebow wirklich ernst ist, möchte ich den Trainer sehen, der sich dafür einspannen lässt.

  19. Der Jaguars Besitzer scheint ja eh so ein Typ zu sein wo einem jeder Fan der Mannschaft nur leid tun kann.

    Die Browns haben den ehemaligen Panthers OC Rob Chudzinski zu ihrem neuen HC gemacht. Keine Ahnung wie man das werten soll, ich kann den Mann nicht einschätzen aber es wirkt ein bisschen so als bleibt man mit dieser Einstellung hinter den hoch gesteckten Ambitionen zurück. Andererseits kann’s ja eigentlich nur ein Upgrade gegenüber Shurmur sein. 😉

  20. Und um das auch noch gleich zu posten: Zwei Trainerwechsel.

    In Chicago kommt Marc Trestman aus der CFL.

    In Philadelphia *Überraschung* hat jetzt doch Chip Kelly unterschrieben. Quelle: ESPN.

  21. Aus Dallas kommt noch J.DeCamillis, als ST-Co und Assistent HC. Hört sich für mich nach einer Rückversicherung an, zumal er auch als HC im Gespräch/Interview war und im Final Cut aussortiert wurde.

    Auf C.Kelly bin ich gespannt. Bei Oregon vs. Cal hat er Kiffin Senior ordentlich auf den Topf gesetzt, ich hoffe da mal dass Monte da seine Revanche in der NFL bekommt. Auch aus Fansicht…

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