Sofa-QBs nach dem Wildcard Wochenende

Sportradio360 hat die Sofa-Quarterbacks wieder zusammensitzen lassen (Nicolas Martin/GFL TV, Kai Pahl/Allesaussersport, Gregor Teicher/SKY und Andreas Renner/SKY). Diesmal eine sehr lange (77min) Ausgabe mit Rückschau auf das Trainerkarussell, auf Björn Werner und das Wildcard-Weekend, sowie einer Vorschau auf die Divisional Playoffs. Sofa-QB hier entlang.

Vor allem die Diskussion um Shanahan/RG3 empfehle ich anzuhören (Teil 3 ab 9:40min). Ich habe in der Nacht auf Montag noch ein Weilchen das Spektakel in den US-Medien verfolgt. Zum ESPN-Sportscenter mit Chris Berman & Trent Dilfer verkneife ich mir mal nen Kommentar. Leicht erstaunt war ich aber über diverse Twitter-Reaktionen, die durchaus nicht dem Klischée des toughen Amerikaners entsprachen; da prügelten einige auch namhafte US-Sportjournalisten auf Shanahan ein, während, wie Kai Pahl im Podcast auch anmerkt, vor allem ehemalige Profis Verständnis für Shanahan und RG3 zeigten.

Ich fand, man hätte RG3 schon nach dem Fast-Safety runternehmen sollen. Bis dahin hatte es doch so ausgesehen, als sei der angeknockte Griffin wenigstens in der Lage, noch per Pass für Gefahr zu sorgen, und auch der Spielstand (14-13 pro WAS) war zu dem Zeitpunkt noch hoffnungsvoll genug gewesen, dass man seinen Superstar-Rookie nicht verfrüht runternimmt. Spätestens als RG3 aber in der Endzone alle Probleme der Welt hatte, einem mäßigen Pass Rush der Seahawks auszuweichen und die Ball ohne Pfeffer unterwarf, wurde allerdings offensichtlich, wie angeschlagen Griffin war.

Mein Verständnis für Shanahan, Griffin noch drei weitere Serien drinnen zu lassen, hielt sich immer mehr in Grenzen und schlug in blanke Wut um, als Griffin mit schmerzverzerrtem Gesicht zu einem 8yds Scramble links raus… naja, was war das: Scramblete? Humpelte? Kroch? Es war unverantwortlich von Shanahan, und im tiefen Boden von Washington absehbar, dass da noch ein negativer Höhepunkt kommen würde.

Dazu auch ein schönes Essay aus der deutschen Blogosphäre: Die NFL und die Verletzungen. (warum die NFL nur gewisse Spieler schützt)

BCS-Championship 2013 LIVE: #1 Notre Dame – #2 Alabama

Preview

BCS Finale 2013.

[05h41] Endstand Notre Dame 14, Alabama 42.

Dritter Titel in vier Jahren, ein dreiviertel Jahr nach dem Verlust der halben Defense an die NFL. Sogar Saban, dieser Weltverdruss von Mensch, kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, nur um im nchsten Satz schon wieder von morgen zu reden („two days from now we have to look for next year“). Mal schauen, wie Alabama nächstes Jahr aussehen wird: QB McCarron wird bleiben, aber C Jones und der absolut dominante G #65 Warmack werden wohl in die NFL gehen, wie auch RB Lacy. Für Notre Dame dagegen wird die Chance auf einen National Title wohl so schnell nicht wiederkommen.

[05h27] Das gibt es auch nur bei Alabama: Du gewinnst gleich deinen dritten Titel in vier Jahren, und überall grimmige Gesichter: Saban an der Seitenlinie in konstanten Scharmützeln mit den Referees, und auf dem Feld eine Rangelei von QB McCarron mit seinem C Jones: delay of game, McCarron hüpft wie ein Rumpelstilzchen durch die Gegend und staucht Jones zusammen. Jones schubst McCarron weg und das Stadion reagiert mit dem lautesten Raunen der kompletten Nacht.

[05h22] Notre Dame 14, Alabama 42/Q4 7:51. QB Goldson für RB #6 Theo Riddick. Zuletzt ließ der Druck der Front-Seven der Crimsons etwas nach, schon kann Golson etwas besser scrambeln und improvisieren.

[05h16] Während Alabamas Defense weiterhin volle Kanne draufgeht und tackelt, diskutiert man bei ESPN bereits über das nächste Jahr: Jeder Punkt, den Alabama heute noch erzielt oder verhindert, wird Stimmen für ein entsprechend hohes Preseason-Ranking für 2013/14 bringen (Alabama wird wohl #1 eröffnen). Als zweiter Kandidat für die Top-5 wird gerade Texas A&M mit Johnny Manziel in Stellung gebracht.

[05h08] Notre Dame 7, Alabama 42/Q4 11:27. Sechster dieser langen TD-Drives für Alabama (fünf über 70yds, einer 61yds) – diesmal 14 Plays, 86yds. McCarron mit nur einer Incompletion in der zweiten Pause (ein tiefer Pass in die EndZone für #9 Cooper), schließt aber mit seinem vierten TD-Pass ab. Das Stadion ist auch schon halbleer.

Drittes Viertel

[05h00] Ende Q3. Notre Dame hat sein letztes Ziel erreicht (Shutout verhindert) und versucht nun nur noch, kein weiteren Big Plays zu kassieren. Alabama marschiert dagegen weiter mit viel Klein-Klein.

[04h49] Notre Dame 7, Alabama 35/Q3 4:08. In den Kommentaren wurde ein Link zu einem älteren Eintrag gepostet, in dem ich anscheinend ein 35-7 prognostiziert hatte… (Achtung, Hindsight Bias) naja, Notre Dame versucht sich nun mit tiefem Passspiel, und WR Jones mit zwei sehr schönen, artistischen Catches; Alabamas Defense versuchte noch, den Shutout zu retten, aber QB Golson fällt für 2yds in die EndZone und schafft das, was LSU letztes Jahr nicht gepackt hatte: Anschreiben auf der Tafel.

[04h42] Höchster Sieg in einem BCS-Finale war übrigens 2005 USC 55-19 über Oklahoma – ein Spiel, das die NCAA im Zuge der Bush-Ermittlungen aus den Geschichtsbüchern gestrichen hat. Und noch was: Es gab bisher nur ein Shutout (Alabama letztes Jahr gegen LSU). Alabama ist schon wieder Richtung Shutout unterwegs…

[04h37] Notre Dame 0, Alabama 35/Q3 7:34. 10 Plays, 79yds, TD-Pass McCarron rechts raus für WR #9 Cooper, der vereinsamt in die EndZone trabt.

[04h28] Ein Turnover hatte uns ja noch gefehlt: QB Golson geht rechts das Spielfeld runter, CB #29 Milliner fälscht ab und CB #6 Clinton-Dix staubt die INT an der BAMA 3yds Line ab. Bis dahin hatte es aber zumindest nach Zuckungen in der Offense von Notre Dame ausgesehen.

[04h23] Brian Kelly hält QB Golson – wohl auch mit Blick auf die Zukunft – die Stange.

Zweites Viertel

[04h10] Halbzeit-Stats:

Notre Dame   25 Plays, 124yds
Alabama      41 Plays, 309yds
McCarron 12/18 für 156yds, 2 TD
Golson    8/16 für 93yds
Lacy   12 Rushes, 96yds (TD) + 2 Catches, 17yds, TD
Yeldon 10 Rushes, 48yds (TD) + 1 Catch,    0yds

Nicht mal Turnovers. Notre Dame hatte schlicht keine Chance.

[04h00] Halbzeit in Miami. Brian Kelly wirkte im Interview schon sehr resigniert und konnte sich nur im allerletzten Nebensatz noch zu einem „let’s see if we can get this closer, or to win“ durchringen. Kurzzusammenfassung: Alabama fährt da drüber.

[03h55] Notre Dame 0, Alabama 28/Q2 0:31. Der letzte Sargnagel, und wir sind immer noch in der ersten Halbzeit. Das ist eine komplette Demontage, QB McCarron kriegt alle Zeit der Welt, findet seine Leute (z.B. WR Jones oder RB Lacy), und dann sind auch die Deckungen und Tacklings von Notre Dame alles andere als überzeugend. RB Lacy mutiert den Kurzpass zum TD.

[03h46] Alabama schickt nun vereinzelte Blitzes aus der Secondary oder via OLB #42 Hubbard, und das reicht weiterhin um QB Golson schnell zum aufgescheuchten Huhn zu mutieren. Ich bin mir aber nicht sicher, inwiefern die Statue Tommy Rees hier Verbesserung bringen würde.

[03h38] Notre Dames Front-Seven ist nun auch besser im Spiel, ist aber immer noch abhängig von einfachen Drops (RB Lacy) oder leicht überworfenen tiefen Bällen (WR #9 Cooper in vollem Lauf 10m vor der EndZone). Zu allem Überfluss wird ND an der eigenen 2yds Line beim Punt gestoppt.

[03h32] Bei Notre Dame erwägt HC Brian Kelly offenbar, QB Rees einzuwechseln, um die Nerven des überrumpelten QB Golson zu beruhigen.

[03h26] Im vierten Drive kriegt Notre Dames Front-seven erstmals Zugriff und sogar mit zwei Mann Druck. Alabama muss punten, und eine vielversprechende Feldposition wird durch einen Punt-Muff zerstört. Notre Dame muss innerhalb der eigenen 10yds Line beginnen.

[03h22] In Ermangelung von „sicheren“ Optionen muss Notre Dame schnell tief gehen: Klappte einmal, aber im 4th down kein zweites Mal. Turnover on downs, und das einzige, was mich gerade überrascht, ist: Musberger/Herbstreit diskutierten eben den „Underdog“ in dem Spiel, und meinten damit Alabama.

[03h15] Notre Dame 0, Alabama 21/Q2 14:56. „MVP“ ist da bisher die Offensive Line der Crimsons, die nicht bloß ein paar 1st-round draftpicks produzieren will, sondern hier Alabamas Front-Seven komplett pulverisiert. Die Play-Action Pässe müssen nur halbherzig ausgeführt werden, um effektiv zu sein, und RB T.J. Yeldon kann an der GoalLine aus 1yds abstauben.

Erstes Viertel

[03h14] Zsf. Q1: Alabama 22 Plays/220yds, Notre Dame 8 Play/23yds.

[03h08] Vielleicht bleibt McCarron auch am College, weil es in Tuscaloosa reicht, Alabama-Quarterback zu sein, um die heißen Schnitten abzuschleppen.

[03h04] Musberger und Herbstreit haben den Schlüssel schon schön herausgearbeitet: Alabamas Defense versucht, QB #5 Golson in der Pocket zu halten. Golson versucht dagegen, aufgrund des Drucks über die Mitte, schnell aus der Pocket rauszurollen. Golsons Würfe aus dem Lauf kommen bisher aber auch nicht gut, und so muss Notre Dame nach nur einem 1st down schon wieder punten.

[02h54] Notre Dame 0, Alabama 14/Q1 6:14. QB McCarron hat es sich gemütlich gemacht in seiner Pocket, die ihm alle Zeit der Welt gibt. McCarron wichst seine lupenreinen Kurzpässe durch die Gegend, und zur Abwechslung können die Running Backs durch die riesigen Löcher… fräsen ist das falsche Ausdruck. Sie können traben. TD per Kurzpass für #89 Williams. LB Te’o bisher ein Nullfaktor.

[02h46] Notre Dame versucht zu Beginn, TE #80 Eifert, unseren NFL-Star in spe, ins Spiel zu bringen und scheut sich dabei nicht, gegen den besten CB Milliner zu gehen; Eifert macht knapp zwei Catches an der Seitenlinie nicht. Punt, und die Referees bringen das halbe Stadion gegen sich mit einem möglicherweise übertriebenen Call („Catch Interference“) auf.

[02h36] Notre Dame 0, Alabama 7/Q1 12:03. Das ging einfacher als gedacht: 82yds-Drive in keinen drei Minuten, und während Notre Dame noch alles in die Lauf-Defense steckt, verarschen McCarron und WR #83 Norwood die Defense mit einem tiefen Play-Action Pass an die 50yds-Line. Notre Dame, geschockt, lässt sich danach über RB Yeldon und RB Lacy überrennen, und Lacy kann über eine Autobahn über die Mitte scoren.

[02h25] Guten Morgen. Notre Dame gewann den Münzwurf und deferrte.