Preview NFC Championship Game – 49ers@Falcons

Meine Preview kommt wie letzte Woche schon in der Form von drei interessanten match-ups. Eine ausführlichere Vorschau kommt dann am Sonntag von korsakoff.

49ers Laufspiel vs Falcons Front-7

Die 49ers sind eines der aufregendsten Teams der Liga. Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist das ungemein kreative Laufspiel. Niemand in der NFL hat so viele verschiedene Formationen und Spielzüge wie die 49ers auf dem play calling sheet.  Sie haben Plays nicht nur mit einem oder zwei Leuten im Backfield, sondern spielen gerne auch mal mit Backs. Ebenso haben sie Formationen mit einem Tight End ebenso im Repertoire wie mit zwei oder auch drei TEs. Auch die Spielzüge an sich kommen teilweise aus der Mottenkiste des modernen Footballs. „You’ll see some running plays I don’t think I’ve seen since Tecmo Super Bowl.“ hat Rams LB James Laurinaitis dieses Jahr gesagt. Man sieht jede Menge Trap-Plays und noch seltenere blocking schemes.

San Franciscos Offensive Line ist aber auch von der individuellen Klasse her in der oberen Spitze. 150kg Schrank Mike Iupati (Left Guard) schiebt seine Gegenspieler meistens direkt bis auf den Parkplatz und wenn Left Tackle Joe Staley erstmal ins Laufen kommt, räumt er auch mal zwei oder drei überforderte Linebackers aus dem Weg. Die gesamt OLine ist hervorragend eingespielt, wobei ihr auch zugute kam, daß es in den letzten zwei Jahren kaum verletzungsbedingte Ausfälle gab.

Auf der anderen Seite sieht die Laufverteidigung der Falcons aus wie ein Adventskalender nach Weihnachten. Mit fast fünf yards pro carry bilden sie den Bodensatz der NFL. Zu allem Überfluß ist auch noch DE John Abraham schwer angeschlagen. Die 49ers werden einige offene Türchen zum Einrennen finden.

Und über Colin Kaepernick und die read option haben wir dabei noch gar nicht geredet.Viel Spaß damit, Atlanta! Wie man dem taktisch am besten begegnet, hat der Kollege Flo Zielbauer hier schon anschaulich beschrieben.

Tony Gonzalez vs Bowman/Willis

Die 49ers sind wohl das einzige Team, daß zwei Linebackers hat, die in so gut wie allen passing situations spielen können. Sie können das, weil sowohl LBs Patrick Willis als auch NaVorro Bowman hervorragend in coverage sind. Die beiden können auch die besten TEs oder RBs decken.

Atlantas lebende Tight-End-Legende Tony Gonzalez ist für Matt Ryan überlebenswichtig. Wenn gar nichts mehr geht und der Ball schnellstmöglich aus seinen Händen muß, kann er im Notfall immer einfach in die Nähe von Gonzalez werfen. Normalerweise. Gegen Bowman und Willis sollte das nicht so einfach möglich sein.

Gerade wenn Ryan unter Druck ist, braucht er seinen TE. Gonzalez muß wieder eine absolute Glanzleistung bringen, wenn Atlanta in schwierigen Situationen drives am Leben halten will.

Matt Ryan vs pressure

Wo wir gerade über Ryan und pressure reden. San Francisco ist eines der Teams, daß am besten Druck auf den gegnerischen Quarterback ausüben kann – wenn DE Justin Smith topfit ist. In den letzten Wochen hat er einige Spiele verletzt gefehlt und war auch letzte Woche noch angeschlagen (Muskelverletzung im Oberarm). Darunter hat der gesamte Pass Rush gelitten. Rush End/OLB Aldon Smith ist ohne seinen fitten Namensvetter Justin nur die Hälfte wert, hatte man den Eindruck.

Die Offensive Line der Falcons mit den beiden Tackles Sam Baker und Tyson Clabon ist nicht überragend, aber wenn die Smiths und OLB Ahmad Brooks es nicht schaffen, Ryan immer wieder unter Druck zu setzen, werden ihnen die Bälle auf WRs Roddy White und Julio Jones nur so um die Ohren fliegen. San Frans Cornerbacks sind eine Klasse unterhalb von Seattles Richard Sherman und Brandon Browner und selbst gegen diese sahen Jones und White letzte Woche ganz gut aus.

San Francisco muß unbedingt schaffen, big plays zu verhindern. Denn bei Spielen wie diesem NFC Championship Game, bei dem beiden Mannschaften insgesamt recht ausgeglichen sind, entscheiden am Ende immer drei Dinge: Turnovers, Special Teams und big plays.

N/A

Ich weiß leider nicht, woher ich die Zeit nehmen soll, daher beschränke ich mich auf drei Verlinkungen im schlichtweg bizarren Fall des Notre-Dame-Linebackers Manti Te’o, dessen emotional monatelang so gepushte Story mit seiner gestorbenen Freundin sich als gigantischer Schwindel herausstellte. Zwei Todesfälle innerhalb von Stunden von engsten Familienmitgliedern sind prinzipiell sehr krass; ich hatte die Sache aber unter Wyatt Earp Effect eingeordnet. Zur Sache selbst. Deadspin.com hat Recherche-Arbeit vom Feinsten geleistet und am 16.1. 22h MEZ pünktlich zum Einschlummern einen der besten Artikel der letzten Jahre gebracht: Manti Te’o’s Dead Girlfriend, The Most Heartbreaking And Inspirational Story Of The College Football Season, Is A Hoax.

Weitere Gedanken und Links zum Thema hat dogfood bei Allesaussersport auffn Schirm gebracht.

Ein paar Storystreams am heutigen Tag dazu: Notre Dame ist seit 26.12. informiert und hatte die Informationen per Privatermittlungen schon am 4.1. raus. Aus dem Mannschaftskreis dringen nun (noch anonyme) Stimmen durch, die Te’o gutes Schauspieltalent und Ausschlachten der „emotionalen“ Lennay-Kekua-Story vorwerfen. Ein Fullback der Arizona Cardinals will die imaginäre Freundin schon gekannt haben, bevor Te’o mit ihr zusammen war. Diverse polynesische Spielerkollegen distanzieren sich schonmal sachte von der Geschichte. Bei Twitter wird bereits hinter vorgehaltener Hand über noch privatere Dinge bei Te’o spekuliert. Ein angedachtes Interview Te’os mit ESPN wird wohl aufgrund des berüchtigten, weil extrem aggressiven Journalisten Jeremy Schaab verschoben oder abgesagt. Die Story ist momentan so heiß, dass sie selbst in den großen Medien der Armstrong-Beichte Konkurrenz macht bzw. sie sogar in den Schatten stellt. Wie heftig muss der Druck auf Te’o sein? Bei Deadspin wird unter diesem Tag weiter gestrickt.

Te’o war einer der exponiertesten Spieler im College Football. Er gilt (galt?) als Erstrundendraftpick. Die Interviews im Zuge der NFL-Combine Ende Februar gewinnen damit an Thrill.