Cincinnati Bengals in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record        10-6    WC
Enge Spiele    5-4  
Pythagorean    9.9   (10)
Power Ranking   .520 (15)
Pass-Offense   6.1   (19)
Pass-Defense   5.6    (6)
Turnover        +4

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Sie sind wieder da! Die Sezierstunden 2012/13 beginnen mit den Cincinnati Bengals, die zum zweiten Mal in Serie in den Wildcardplayoffs gegen Houston scheiterten. Obwohl die Bengals damit für ihre Franchise schier Historisches leisteten (aufeinanderfolgende Playoffqualifikation gab es zum letzten Mal vor 30 Jahren), warf das enttäuschende Ausscheiden altbekannte Fragen auf. Die Kritik fokussierte sich einmal mehr auf Head Coach Marvin Lewis (viermal Playoffs, noch kein Sieg) und den jungen Quarterback Andy Dalton.

Insbesondere Dalton lieferte eine bedenkliche Vorstellung ab und zeigte, wie aufgeschmissen er sein kann, wenn man ihm seinen Go-To Guy WR A.J. Green wegnimmt. Der Schlaks Green ist eine sensationelle Waffe, wird in jedem dritten Passversuch Daltons angespielt (31.3% um genau zu sein), kann den Angriff aber nicht im Alleingang tragen: Von 175 Anspielen fing Green 102 Bälle für 1430yds und 11 Touchdowns – starke Werte, die aber zeigen: Cincinnati braucht Entlastung.

Der TE Jermaine Gresham und der junge Slot-WR Artrell Hawkins gelten als gute Optionen für die Spielfeldmitte, sind aber keine Leute, die eine Defense auseinander ziehen können. Da würde man eher an den WR Marvin Jones denken (32% Bälle über 20yds), der in der zweiten Saisonhälfte Potenzial andeutete und den ebenso jungen WR Mohamed Sanu nach dessen Verletzung mehr als würdig vertrat. Es sind Leute da, aber ich weiß nicht, ob man zu diesem Bulk an Receivern das allergrößte Vertrauen hegen oder nicht doch noch den einen oder anderen groß gewachsenen Receiver für die Außen einkaufen sollte.

Nicht schaden würde auch ein fangstarker Running Back für die Screenpässe, nachdem die Bengals mit „Law Firm“ RB BenJarvus Green-Ellis nur einen parasitären Back besitzen, der nicht imstande ist, aus eigener Kraft Yards zu produzieren und Hände aus Butter besitzt.

Ob mit oder ohne Frischblut: Dalton ist nach einem durchwachsenen zweiten Jahr angezählt. Es ist nicht nur die extreme Fokussierung auf Green, es sind auch die vielen Sacks, die Dalton kassiert (48 an der Zahl), obwohl es an der Offensive Line anerkannt wenig auszusetzen gibt. Dalton wird die Entwicklung hin zu einem etwas komplizierteren und weniger durchschaubaren Spielsystem schaffen müssen, oder wir reden in einem Jahr über seine Nachfolge.

Die Defense vermittelt ein ähnliches Bild: Gut, aber es fehlt der eine „difference maker“. DT Geno Atkins gilt unisono als Naturgewalt und Ankermann, aber sein Einfluss als Tackle kann eben nur so weit gehen. Es fehlt an wirklich dominanten Defensive Ends als Passrush-Entlastung für Atkins; DE Michael Johnson ist Free Agent und dürfte teurer werden als gewünscht. DE Dunlap sagte man ein eher durchwachsenes Jahr nach und fehlende Disziplin gegen den Lauf. Und hinter diesem Duo wird es schnell ganz dünn.

Größter Handlungsbedarf dürften die Linebackers sein: MLB Maualuga sagte man zu steife Hüften und einen schwachen Herbst nach und man geht gemeinhin davon aus, dass Maualugas auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. An dessen Stelle könnte der unerfahrene Vontaze Burfict treten, jene Knalltüte von Arizona State, die Cincinnati vor einem Jahr als ungedrafteten Free Agent von der Straße holte und der sofort zum Starter wurde. Ob allerdings Burfict die Spielintelligenz für Mike Zimmers Defense besitzt? Und wer gibt dann den OLB, nachdem Lawson gefeuert wurde?

Schließlich die Deckung: Die Cornerbacks sollten mit Leuten wie Hall, Newman und dem jungen Kirkpatrick passen und maximal in der Breite verstärkt werden, aber auf Safety klafft dann doch ein großes Loch: Clements und Crocker werden wohl ziehen gelassen, aber die Alternativen lauten Mays, Reggie Nelson und Iloka: Das abgelaufene Jahr zeigte, wie aufgeschmissen die Defense ohne Nelson sein kann – ich erwarte den einen oder anderen Move in der Offseason.

Das Gesamtbild der Bengals über die letzten beiden Jahre war stets ein gutes, aber kein wirklich großartiges. Der Kern des Kaders steht, aber die Fragezeichen sind vertrackte: Ist der Quarterback for real? Kann die Defense jemals über Mehltauniveau hinauswachsen?

Nachdem davon ausgegangen werden kann, dass der Vertrag mit RT Andre Smith ohne größere Umstände verlängert werden wird, dürfte sich der Fokus eindeutig auf die zweite WR-Position, auf einen Outside Linebacker und einen Safety richten. Platz unter der Gehaltsobergrenze ist locker gegeben, aber wird der notorisch geizige Owner Mike Brown die Schatulle öffnen? Oder beschränkt man sich wieder „nur“ auf billige Problemcharaktere und hofft, dass die good guys Lewis, Zimmer und OffCoord Gruden die Jungs hinbiegen?

5 Kommentare zu “Cincinnati Bengals in der Sezierstunde

  1. Pingback: Glaskugel 2013: Cincinnati Bengals | Sideline Reporter

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