New Orleans Saints in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record         7-9    --
Enge Spiele    4-5 
Pythagorean    8.2   (15)
Power Ranking   .489 (18)
Pass-Offense   7.2    (2)
Pass-Defense   7.4   (32)
Turnover        +2

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Die Saints haben ein Jahr für die Grütze hinter sich: Bountygate, Rechtsstreit mit dem NFL-Commissioner, Head Coach suspendiert, und dann verpasste man nicht nur die Superbowl im eigenen Stadion: Man war sogar zu keinem Zeitpunkt im Rennen um einen Superbowl-Platz, weil man sich nach vier Spielwochen in ein tiefes 0-4 Loch eingebuddelt hatte. Jetzt soll vieles besser werden: Sean Payton ist zurück mit Headset an der Seitenlinie, und noch viel wichtiger: Es werden einige Stellschrauben in der Defense gedreht.

Diese Defense war so absurd schlecht, dass sie ein Team mit der mitunter potentesten Offense in der kompletten Liga in die Kacke ritt: Das von Steve Spagnuolo gepredigte druckvolle Spiel machte nur Druck auf die eigene Secondary und sorgte für eine der schlechtesten Pass-Verteidigungen, die ich in zehn Jahren NFL gesehen habe. Da waren wir nicht mehr weit weg von den 2009er Lions.

Jetzt soll die Abwehr unter dem neuen DefCoord Rob Ryan hauptsächlich zu einer 3-4 Formation umgemodelt werden. Umstellungen brauchen immer Zeit und nicht selten im Kinderschuh-Status mit einigen Leistungsschwankungen verbunden, aber wenn in New Orleans deine Alternative „weitermachen wie bisher“ ist, macht der Systemwechsel Sinn. Denn tiefer kann man eh nicht fallen.

Das wichtigste Ziel muss sein: Vorne halbwegs gegen den Lauf dicht machen und mehr Wirbel im Passrush zu erzeugen. Ich sehe dabei zwei gewaltige Needs: Nose Tackle und wenigstens einmal Outside Linebacker. Die Saints haben in DT Bunkley, DE Cam Jordan und DE Akiem Hicks brauchbare Leute für die Positionen des Defensive Ends, aber keiner ist groß und schwer genug, um die so wichtige Fettsack-Position direkt in der Fresse des Offensive-Centers zu spielen. Ein fehlender Nose Tackle ist in vielen NFL-Teams der Grund, weswegen die 3-4 Defense nicht bis in die letzte Konsequenz zündet – und auch New Orleans dürfte …..

Dahinter die Linebackers: Vilma ließ seinen Vertrag so umbauen, dass er gehalten werden konnte, und Vilma dürfte das System noch aus seiner Zeit bei den Jets kennen und immer noch athletisch genug dafür sein. Aber Vilma deckt (gemeinsam mit Hawthorne/Lofton) eher die Spielfeldmitte ab denn gewaltigen Druck auf den Quarterback zu erzeugen, und da sind wir beim Punkt: Ich würde nicht drauf wetten, dass Wilson und Galette die einzigen Alternativen für die zweitwichtigste Position in der 3-4 Defense bleiben: Outside Linebacker – die Männer, die pausenlos auf den QB geschickt werden.

Die Secondary bekam am meisten auf die Rübe und wenn eine Passdefense 7.4 NY/A aufgibt, ist es nie gut, aber viele der Deckungsprobleme werden sich in nichts auflösen, wenn erstmal „vorne“ der Druck erzeugt wird. Trotzdem ist es um die Tiefe im Defensive Backfield der Saints nicht am besten bestellt: CB Robinson und S Malcolm Jenkins sind die einzigen Athleten mit Starpotenzial, S Harper ist immerhin auch eine Schachfigur, mit der du arbeiten kannst – aber dahinter wird es schnell dünn.

Fazit: Die Abwehr ist noch eine massive Baustelle. Die drei Prioritäten, die nach einer Salarycap-bedingt ruhigen Free Agency bleiben, sind NT, OLB und Ergänzungsspieler auf Cornerback.

Die Offense

Es gibt nach dem Abgang des LT Jermon Bushrod einen wichtigen „Need“ auf der Blindside des QBs Drew Brees; Bushrod war aber nie ein Mann, dem man Top-Niveau nachsagte und deswegen könnte es sein, dass sich die Saints entweder mit einer Billiglösung oder einem Mann aus den Tiefen des eigenen Kaders behelfen, zumal Brees als spielintelligent genug gilt, um viele Protection-Sorgen zu negieren.

Ansonsten ist alles paletti: Brees hat noch minimum drei, vier Jahre auf höchstem Niveau im Armgelenk und wird den Laden gemeinsam mit dem furchtlosen HC Payton zusammenhalten. Die WR-Crew ist in Spitze und Breite nicht mehr das Kaliber früherer Tage, aber gemeinsam mit dem monströsen TE Graham gut aufgestellt. Ich kann mir vorstellen, dass GM Loomis in den hinteren Draft-Runden aktiv wird und einen billigen role player auf WR einberuft.

Auf Running Back hat man den f-a-m-o-s-e-n Darren Sproles, eine Wunderwaffe auf verschiedensten Wegen und einer der vielseitigsten Spieler in der NFL; man hat Pierre Thomas, nicht den verlässlichsten Mann und zudem ein paar Probleme mit den Bändern im Knie, aber gut gebräuchlich für sieben Carries und zwei Catches im Spiel; man hat immer noch den ultimativen Parasiten RB Ivory. Und man hat Mark Ingram jr., dessen Einberufung die Saints immer mehr bereuen dürften. Ingram ist kein schlechter Mann, aber Ingram fühlt sich in New Orleans wie Luxus an – Luxus ohne viel Zusatznutzen. Ich wette, Loomis würde viel geben um den Pick zurückzuhaben um was Gescheiteres damit anzustellen.

Fazit: Offense ist gut aufgestellt. Es gäbe immer ein paar Kleinigkeiten, an denen man arbeiten könnte, aber weil die Defense eine dermaßen große Baustelle ist, erwarte ich nicht mehr als das Einberufen von Entwicklungs-Prospects in der Offense in den späteren Runden.

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