Der weise Lombardi

Letzte Woche hatte ich dem großartigen Vince posthum zum 100ten gratuliert, aber wie es ausschaut, ist Vince ein Schulbube verglichen mit der Klugheit eines anderen Lombardi – Michael Lombardi nämlich. Über die „Weisheiten“ von Michael Lombardi dürfen wir bei Joe Fortenbach in der National Football Post lesen, der beim Gedanken an das, was er unter Michael lernen durfte, fast abspritzt: The Magic Number is 50.

Mit solchen Zahlendrehereien kommst du durch keinen Anfängerkurs heil durch. Michael Lombardi war im letzten Jahrzehnt General Manager einer der schlimmsten Franchises der NFL, den Oakland Raiders. Die 2-14 Bilanzen dort kannst aufgrund der verkrusteten Strukturen noch irgendwie entschuldigen. Michael Lombardi ging ins TV, wo er zu einem von mir verhasstesten Pundit wurde. Ich hoffte aber, dass Teams wie Green Bay seinen Weisheiten zuhören würden. Not gonna happen. Michael Lombardi ist seit diesem Winter General Manager bei den Cleveland Browns.

Gratulation, Cleveland Browns.

(Ja, mir gehen Jungs wie Lombardi und Fortenbach auf den Sack, weil Leute wie sie mit ihren „Analysen“ und „Weisheiten“die Statistik bescheißen. Lombardi und Fortenbach finden zufällig irgendwo einen Fakt und verkaufen das Ding als nugget of information. Als ein Stück Information, das Football-Strategie erklären soll. Und der Durchschnittsamerikaner am TV glaubt den Scheiß. Ich sage, was Lombardis Erkenntnis offenlegt: Seine einzigartige Ignoranz. Unglaublich, dass man nach einer langen Lernzeit unter Belichick noch immer kein Jota begriffen hat. Lombardi hat zufällig eine Verbindung zwischen einer wirren Zahlenkombination und einer „Playoffgarantie“ gefunden, unhinterfragt übernommen und in die Welt hinausposaunt. 80% des US-Pundits sind Hohlköpfe, aber Lombardi ist einer der fünf schlimmsten. Oder wie es Chase Stuart so cool formulierte: Die Jungs, die Ende viertes Viertel abknien, gewinnen 98% der Spiele.)