Vom Niedergang der Oakland Raiders

Der ehemalige Spieleragent Joel Corry hat in einem Online-Eintrag detailliert aufgezeichnet, wie die Oakland Raiders in den letzten zehn Jahren niedergewirtschaftet werden. Es passiert immer mal wieder, dass Teams aus diversen Gründen ein Tal durchlaufen, dass einige Jahre dauert, und die Gründe sind so vielfältig, dass man stundenlang darüber schreiben könnte: Verletzungen, schlechtes Vertragsmanagement, Rücktritte, knappe Niederlagen, schlechtes Scouting, Eintauschen von hohen Draftpicks für Mittdreißiger usw.

In Oakland wurde in den letzten Jahren unter Al Davis alles auf einmal falsch gemacht: Gute Coaches wurden aufgrund von Meinungsverschiedenheiten gefeuert, College-Spieler nur aufgrund einer Eigenschaft gedraftet (Schnelligkeit), Multimillionendeals an alte Kämpen ausgezahlt, und im Draft kam ein Bust nach dem anderen, bis hin zum Vorzeige-Bust QB Jamarcus Russell, dessen Einberufung 2007 heute schon synonym für alles schlechte Potenzial in einem Draftpick steht.

GM Reggie McKenzie saniert den Laden seit eineinhalb Jahren, und er ist mittlerweile schon soweit, dass dieses Jahr zwar ca. 40% der Salary Cap für einen Geist draufgehen („dead money“), aber heute in einem Jahr kann Oakland mit der besten Ausgangslage und fast 70 Millionen Dollar Platz unter der Gehaltsobergrenze auf den Transfermarkt gehen; ich bezweifle zwar, dass McKenzie (der aus Green Bay kommt) haufenweise Multimillionen-Einkäufe machen wird, aber zumindest kannst du dir mit solchem Freiraum deine eigenen besten Spieler halten und gezielt einige gute Einkäufe für dein System machen.

Und: Der Mannschaftskader ist in diesem Jahr mau genug besetzt, dass es nicht ganz auszuschließen ist, dass Oakland 2014 erneut unter den ersten Drei pickt; einige der höchst gehandelten Granaten der letzten Jahre im NFL-Draft werden dann im Draft sein. Da musst du als GM fast „hoffen“, dass dein Team nicht für einige wenige Wochen heißläuft, auf 6-10 hochschnellt und dann außerhalb der Top-5 pickt…

…wenn da nicht diese andere Geschichte passiert wäre: Mark Davis, Als Sohnemann und currently Raiders-Owner, feuerte vor kurzem den PR-Frontmann Zac Gilbert aufgrund einiger unliebsamer Zeilen in einer Sports Illustrated-Story. Warum das einen Absatz wert ist? Nun, Gilbert war vor zwei Jahren der von McKenzie höchstpersönlich auserkorene Frontmann der „neuen“ Raiders-Kommunikationsabteilung. Bin ich komplett neben den Schuhen, wenn ich in diese Entlassung die alte Raiders-Ungeduld hineininterpretiere und einen ersten Warnschuss in Richtung McKenzie sehe? Wie ernst meint es Davis mit seinen Durchhalteparolen von wegen „wir müssen durch diesen Rebuilding-Prozess durch, egal wie bitter es wird“?


Lesenswert auf alle Fälle, um nachzuvollziehen, wie man eine Franchise nach Bilderbuch in die Scheiße managen kann: Agent’s take: Examining what went wrong with the Oakland Raiders.

2 Kommentare zu “Vom Niedergang der Oakland Raiders

  1. Ohne zynisch wirken zu wollen, aber Al Davis kam einem in seinen letzten Jahren wirklich so vor wie ein Pokerspieler, der kurz vor Casinoschluss die lächerlichsten Risiken eingeht, nur um „mit Plus“ rauszugehen und von den kumulierten niedrigen Wahrscheinlichkeiten auf den nackten Boden der Tatsachen gesetzt wird.

  2. Terrelle Pryor wird die Raiders wieder auf Trap bringen,auch wenn der junge vorsichtig aufgebaut werden sollte wünsche ich mir das er diese Season schon eine menge Spielpraxis bekommt.

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