Audiosport zum Independence Day

Flo Zielbauer und Benni Köpfle haben die bereits siebte Folge des Hard Count Podcasts aufgenommen (fast 86 Minuten!). Das Themenspektrum ist diesmal extrem breit: Es geht kurz um die GFWTC, um Hernandez, in einem sehr langen Diskussionspunkt um das goldene Rookie-Trio Luck/RG3/Wilson und dessen Aussicht für das zweite Profijahr, um die Over/Under-Wetten in der AFC South und am Ende werden etliche Zuhörerfragen beantwortet. Unter anderem werden Football-Bücher vorgestellt und der Begriff des „Hard Counts“ erklärt.


In der Big Show 108 diskutieren Nicolas Martin, Heiko Oldörp und Andreas Renner noch einmal um das Thema Aaron Hernandez sowie um die Offseason der 49ers und Ravens. Bei Hernandez vermutet die Polizei mittlerweile eine Verbindung zu einem Doppelmord vom letzten Sommer. Die These scheint zu sein: Odin Lloyd, das Mordopfer vom Juni 2013, könnte möglicherweise von einer eventuellen Verbindung von Hernandez zu jenem Doppelmord gewusst haben und Hernandez damit erpresst haben. Dazu passt auch die angebliche Aussage von Hernandez auf dem Videotape „you can’t trust anybody anymore“ („Niemandem kannste mehr vertrauen“).

GFWTC, Rd 4 und 5: Das Big Board ist geräubert. Fast.

Am Montag habe ich meine ersten drei Draftpicks in der German Football Writers Team Challenge (GFWTC) diskutiert. Es wird seither weiter fleißig am perfekten Footballteam gebastelt, und heute seien die nächsten beiden Picks in meinem Team korsakoff angeschnitten. Es sind die Picks #39 und #42 overall.

Pick #39: WR Julio Jones

Einer meiner ganz fetten Punkte zu Beginn der GFWTC war die (erfolgreiche) Suche nach einem „echten“ Nummer-1 Wide Receiver, einem groß gewachsenen Schlaks für die Außen – meine „true number 1“-Wunschliste las sich wie folgt:

  1. Calvin Johnson
  2. A.J. Green
  3. Julio Jones
  4. Andre Johnson
  5. Larry Fitzgerald

Ich wusste, dass ich keine Chance auf Johnson und Green bekommen würde, da ich in den ersten Runden unbedingt 1-2 meinen Vorstellungen entsprechenden Abwehrspieler draften wollte. Durch den Aaron-Rodgers-Pick verschob sich die Priorität dann noch zusätzlich in Richtung Defense, da ein Rodgers unabhängig vom Spielermaterial Punkte vorlegen kann.

Rodgers hin, Rodgers her, ein #1-WR war immer noch mein Ziel. Die GFWTC ist immerhin eine Allstar-Liga mit zehn vermeintlichen Top-Teams und -Defenses. Julio Jones war Ende der vierten Runde der letzte verbliebene Mohikaner in dieser Aufstellung der echten Nummer-1 WR-Kandidaten, und ich wollte nicht später auf einen Jungen wie Demariyus Thomas oder einen Achillessehnen-verletzten Michael Crabtree zurückgreifen müssen, da es sich dabei jeweils um relativ „systemabhängige“ Spieler handelt.

Jones ist flexibler, unabhängier, und in vielerlei Hinsicht ein guter Draftpick: Der Mann ist jung, ein beinharter Knochen, schnell, von der Statur die prototypische Nummer 1, und er ist ein veritables deep threat, das die zu erwartenden Monster-Defenses in dieser GFWTC auseinander ziehen kann.

Jones ist kein Green, aber Jones wäre in jedem der letzten beiden Drafts der beste Wide Receiver gewesen und beide Male in den Top-5 vom Tablett gegangen. Vor zwei Jahren blätterten die Atlanta Falcons einen nur schwer zu verantwortenden Preis für die Rechte an ihm hin, und man kann heute konstatieren: Jones ist die erhoffte Verstärkung für die Falcon-Offense (die Opportunity-Costs rechnen wir mal nicht ein).

Es gibt unterschiedliche Sichtweisen dazu, ob die Offense in Atlanta primär um Jones oder Roddy White gebaut ist; Richard Sherman hat eine unmissverständliche Meinung. Pro Football Focus sieht eher White als den „Star“, und Jones als die Komplementärwaffe. Ich sehe es so: Jones ist im Vergleich zu White noch mehr wie eine Nummer 1 gebaut. Jones hat in den zwei Jahren wenig Anlass gegeben, an seinem Potenzial zu zweifeln. Und Jones ist der jüngere der beiden Spieler.

Jones war das letzte verbliebene wirklich komplette Paket auf Wide Receiver, und der letzte richtige Nummer-1 Mann. Ein Brandon Marshall ist zu sehr possession receiver, ein Vincent Jackson und wahlweise Mike Wallace zu viel bloß deep threat, Thomas und Crabtree zeigten sich in den letzten Jahren als systemabhängiger, ein Steve Smith ist leider mit 34 Jahren schon zu alt um so hoch gedraftet zu werden. Jones = sehr zufrieden stellender Draftpick für meine Offense. Zu diesem Zeitpunkt.

Pick #42: CB/PR Patrick Peterson

Peterson war auf meinem CB-Board einen Platz höher gerankt als der ähnlich junge CB Joe Haden von den Cleveland Browns. Ich gebe zu, ich hätte eine Münze schmeißen können, aber am Ende gaben doch greifbare Kleinigkeiten den Ausschlag: Peterson ist in erster Linie der gesegnetere Athlet. Er hat in zwei Jahren bei den Arizona Cardinals bereits auf die harte Tour lernen dürfen, wie man sich auf der „Insel“ im 1-vs-1 gegen den gegnerischen Top-Receiver fühlt, und dabei nicht die schlechteste Figur abgegeben. Und Peterson bietet als potenzieller All-Pro Punt Returner auch eine klasse Option für die Special Teams. (tja, und auf Haden musst‘de erstmal vier Wochen wegen Dopingsperre verzichten)

Haden ist einer der Jungstars, die mich am meisten faszinieren: Am College war er einer der unauffälligeren Spieler in einer überaus dominanten Florida-Mannschaft, und in der NFL verlor ich ihn ohne Gamepass lange Zeit aus den Augen, weil er bei den Cleveland Browns versauern musste (Browns waren nur selten bei ESPN America).

Die Noten für Haden bei Pro Football Focus waren stets exzellent, er gilt schon in jungen Jahren als einer der zehn besten Cornerbacks der letzten fünf Jahre. Hadens All-22 Tape hab ich in einigen Spielen durchgespult, und es ist zugegeben teilweise grandios – ein echter Shutdown Corner. Aber auch Peterson zeigt Ansätze von Shutdown-Cornerback, und obwohl Peterson der im direkten Vergleich (noch?) deutlich fehleranfälligere Mann ist, lässt sich nur schwer leugnen, dass die Cards phasenweise eine schlicht erstaunliche Last auf Petersons Schultern legen.

Und dann sind da noch diese Returns… eben Kleinigkeiten, die entscheiden.

Zwischenstand

Nach meinem Fünftrundenpick ist nur noch ein einziger meiner Top-20 Spieler noch im Draftpool verfügbar. Alle fünf der bisher von mir gedrafteten Spieler schienen auf meinem Top-20 Board auf, und zwar als Nummern:

#1  QB Aaron Rodgers
#8  DT Gerald McCoy
#9  DE Jason Pierre-Paul
#18 WR Julio Jones
#19 CB Patrick Peterson

Ich hatte ehrlicherweise viele der älteren Superstars schon gar nicht aufs Board genommen, weil ich einen zukunftsfähigen Mannschaftskern will, der auch 2016 das Gerüst eines Superbowl-Anwärters bilden kann, aber mit fünf Spielern von meinem Big Board hatte ich nicht gerechnet.

Ich habe außerdem in allen der drei wichtigsten Football-Positionen (Quarterback, Defensive End, Cornerback) einen Top-3 Spieler von meinem Board bekommen. Und zumindest Rodgers, Pierre-Paul und Jones haben trotz ihres Alters schon gestählte Nerven durch große Playoff-Erfahrung und sollten in den kommenden Playoffs nicht mehr das ganz große Nervenflattern bekommen.

Talent und Frischblut auf den wichtigsten Positionen sind schonmal da. Insofern: Mein GFWTC-Team bleibt on track.