GFWTC Team Herrmann – Die Linebackers

Mit den Picks in den Runden 14 und 18 ist nun auch mein linebacking corps komplett. Pittsburghs OLB LaMarr Woodley (gedraftet an 137. Position) ist ein perfect fit für meine 3-4-D und Jacksonvilles Paul Posluszny (177.) hat zwar kaum Erfahrung als 34-ILB, aber mit seinem skill set sollte er sich sehr gut mit meinem anderen ILB Daryl Washington ergänzen.

Meine LBs (Runde [pick])

3 (24) OLB DeMarcus Ware
9 (84) ILB Daryl Washington
14 (137) OLB LaMarr Woodley
18 (177) ILB Paul Posluszny

LaMarr Woodley paßt dermaßen perfekt in Dick LeBeaus Steelers-Defense, daß er gar nicht weiter auffällt. Er ist einer dieser typischen Spieler in Pittsburghs Verteidigung: gedraftet zwischen der zweiten und fünften Runde (2nd rd-pick 2007), nur Ersatzspieler in seiner ersten Saison, stark und diszipliniert gegen den Lauf, zuverlässig in coverage, stark im pass rush (52 sacks in sechs Jahren) und auch wenn er nicht immer die spektakulären highlight plays macht, so muß doch kein Steelers-Fan Angst haben, daß er auch nur ein big play zuläßt (hier ist der Patriots-Fan in mir besonders neidisch, wo doch jeder Patriots Verteidiger immer mal wieder gut ist für ein „Oh-mein-Gott-wie-konnte-ihm-denn-DAS-passieren-Moment?!?“).

Nachdem er lange Jahr selbst „der Junge“ war, der von der Präsenz der alten Hasen (James Harrison, Larry Foote, James Farrior) profitierte, muß er in der kommenden Saison Vorbild und Anker für Jason Worilds sein, der den ROLB spot von Harrison übernimmt.

Die letzten Runden

13 (124) S Tyvon Branch
14 (137) OLB LaMarr Woodley
14 (144) S Antoine Bethea
16 (157) RB Marshawn Lynch
17 (164) WR Antonio Brown
18 (177) LB Paul Posluszny

Auch Paul Posluszny wurde 2007 in der zweiten Runde gedraftet. Da er bis 2010 bei den Buffalo Bills gespielt hat, konnte ich als Pats-Fan ihn auch regelmäßig spielen sehen, obwohl er bei einem „kleinen“ Team angestellt war. Posluszny ist mir dabei nicht nur aufgrund seiner wilden Mähne aufgefallen, sondern weil auch er ein Mister Zuverlässig ist.

Nach einer durch Verletzung auf drei Spiele reduzierten Rookie-Saison war er der Mike Backer in Buffalos 43-D, bevor die Bills 2010 die 34-D einführten und Posluszny in ebendieser ILB wurde. Er ist nicht der beste blitzer, aber Publikumsliebling wurde er im hohen Norde durch seine harten tackles, die immer saßen. Eher ging der Mann mit schöneren Haaren als Clay Matthews zum Friseur, als daß er einen tackle verpaßte. Laut PFF war er über mehrere Spielzeiten der dritt-sicherste Tackler unter den Linebackern, nur geschlagen von Patrick Willis und Takeo Spikes. Gute Gesellschaft.

Wichtig für meine Defense ist darüber hinaus, daß er auch in coverage sehr brauchbar ist. Er ist kein Willis oder NaVorro Bowman, aber mit sechs Interceptions in den letzten vier Jahren hat er soviele Bälle abgefangen wie die beiden zusammen.

Für das große Geld (mehr als $40 Millionen) wechselte er zur Spielzeit 2011 aus dem kalten NFL-Niemandsland Buffalo ins warme Niemandsland Jacksonville.

Mein Linebacking Corps besteht nun aus zwei wilden playmakers, die für die sacks und die Highlights zuständig sind (Ware und Washington) und zwei überaus zuverlässigen allrounders (Woodley und Posluszny), die den anderen beiden den Rücken freihalten. Zumal alle noch relativ jung sind (26, 28, 28 und 30 Jahre alt), sieht diese Viererbande auf dem Papier ganz hervorragend aus.

Team Herrmann nach 18 Runden

Position Name, Team (Runde) Position Name, Team (Runde)
LT Andrew Whitworth, CIN (12) DE J.J. Watt, HOU (1)
LG Mike Iupati, SF (8) NT
C DE Calais Campbell,ARI (4)
RG OLB DeMarcus Ware, DAL (3)
RT Sebastian Vollmer, NE (7) ILB Daryl Washington, ARI (9)
TE Vernon Davis, SF (6) ILB Paul Posluszny, JAX (18)
QB OLB LaMarr Woodley, PIT (14)
RB Marshawn Lynch, SEA (16) CB Darrelle Revis, TB (2)
WR Vincent Jackson, TB (5) CB Leon Hall, CIN (10)
WR Dwayne Bowe, KC (11) S Tyvon Branch, OAK (13)
WR Antonio Brown PIT (17) S Antoine Bethea, IND (15)
? DB

Ein paar Zentimeter sind die Welt

Bei Grantland schreibt Robert Mays derzeit über einige versteckte Superstars in der NFL. Letzte Woche war DE Cameron Wake von den Miami Dolphins dran. Der Artikel schildert ausführlich Wakes unkonventionellen Weg in die National Football League. Ich hatte zum Beispiel nicht gewusst, dass Cam Wake eigentlich „Derek“ heißt und von allen Jugendfreunden noch immer so genannt wird; „Cameron“ ist nur der zweite Vorname, der nur durch Zufall „offiziell“ wurde. Wake war ein ungedrafteter Rookie aus dem College von Penn State, der über verschiedene Tryouts in die CFL zu den B.C. Lions aus Vancouver kam, und seit 2009 in Miami die NFL aufmischt.

Die beste, interessanteste Botschaft des Artikels  ist die Schilderung, wie der Coach der Lions, Wally Buono, aus dem bereits abgeschriebenen 4-3 OLB Wake, der sich fast schon damit abgefunden hatte, sein Leben als Kleinunternehmer zu verbringen, einen Defensive End machte, der heute zu den besten in der NFL gehört und von PFF.com zum achtbesten Spieler der Saison 2012/13 gewählt wurde:

In talking about his choice to move Wake to defensive end, Buono uses some variation of „explosion“ four times. „He just explodes out of his stance,“ Buono says. „It was just so evident. I think his vertical [was measured at] like 46 inches.“ That’s not an exaggeration. At the NFL combine, Wake’s standing vertical was 45.5 inches. As an outside linebacker in a 4-3, a player forced to move both backward and laterally, the advantages of that explosion are lost. „The instincts of a linebacker and the instincts of a defensive end are completely different,“ Buono says. „If you take a fish out of water, he can’t swim.“ The analogy is a cliché, but it’s apt. As a rusher, Wake resembles a shark gliding through the shallows. It looks like what he was born to do.

Wake war zum Passrushen geboren. Deckung gehörte nie zu seinen Stärken, weshalb er in der Von-Miller-Rolle als 4-3 OLB nicht funktionierte. Es brauchte den CFL-Coach Buono, der Wakes optimale Position fand, ein paar Zentimeter weiter „vorne“ in der Defensiv-Front, teilweise mit einer Hand im Schlamm. Defensive End mit Fokus Passrush. Ein paar Zentimeter, die die Welt ausmachen, aus einem unterdurchschnittlichen Gescheiterten einen der besten Spieler der NFL.

Die Wake-Geschichte ist auch eine Geschichte des Zufalls. Wake hatte Riesenglück. Auch Buono hatte Glück. Aber es ist auch eine Geschichte, die zeigt, wie häufig absolute Kleinigkeiten den großen Unterschied ausmachen können. Jede Wette, dass da draußen viele potenzielle Pro Bowler verbrannt werden oder im dritten Platz im Depth-Chart gefangen sind, weil die kleine Nuancierung, das kleine Adjustment für sie noch nicht gefunden wurde. Bei den meisten wird es nie gefunden. Einige, wie Wake, haben Glück.