Ein paar Zentimeter sind die Welt

Bei Grantland schreibt Robert Mays derzeit über einige versteckte Superstars in der NFL. Letzte Woche war DE Cameron Wake von den Miami Dolphins dran. Der Artikel schildert ausführlich Wakes unkonventionellen Weg in die National Football League. Ich hatte zum Beispiel nicht gewusst, dass Cam Wake eigentlich „Derek“ heißt und von allen Jugendfreunden noch immer so genannt wird; „Cameron“ ist nur der zweite Vorname, der nur durch Zufall „offiziell“ wurde. Wake war ein ungedrafteter Rookie aus dem College von Penn State, der über verschiedene Tryouts in die CFL zu den B.C. Lions aus Vancouver kam, und seit 2009 in Miami die NFL aufmischt.

Die beste, interessanteste Botschaft des Artikels  ist die Schilderung, wie der Coach der Lions, Wally Buono, aus dem bereits abgeschriebenen 4-3 OLB Wake, der sich fast schon damit abgefunden hatte, sein Leben als Kleinunternehmer zu verbringen, einen Defensive End machte, der heute zu den besten in der NFL gehört und von PFF.com zum achtbesten Spieler der Saison 2012/13 gewählt wurde:

In talking about his choice to move Wake to defensive end, Buono uses some variation of „explosion“ four times. „He just explodes out of his stance,“ Buono says. „It was just so evident. I think his vertical [was measured at] like 46 inches.“ That’s not an exaggeration. At the NFL combine, Wake’s standing vertical was 45.5 inches. As an outside linebacker in a 4-3, a player forced to move both backward and laterally, the advantages of that explosion are lost. „The instincts of a linebacker and the instincts of a defensive end are completely different,“ Buono says. „If you take a fish out of water, he can’t swim.“ The analogy is a cliché, but it’s apt. As a rusher, Wake resembles a shark gliding through the shallows. It looks like what he was born to do.

Wake war zum Passrushen geboren. Deckung gehörte nie zu seinen Stärken, weshalb er in der Von-Miller-Rolle als 4-3 OLB nicht funktionierte. Es brauchte den CFL-Coach Buono, der Wakes optimale Position fand, ein paar Zentimeter weiter „vorne“ in der Defensiv-Front, teilweise mit einer Hand im Schlamm. Defensive End mit Fokus Passrush. Ein paar Zentimeter, die die Welt ausmachen, aus einem unterdurchschnittlichen Gescheiterten einen der besten Spieler der NFL.

Die Wake-Geschichte ist auch eine Geschichte des Zufalls. Wake hatte Riesenglück. Auch Buono hatte Glück. Aber es ist auch eine Geschichte, die zeigt, wie häufig absolute Kleinigkeiten den großen Unterschied ausmachen können. Jede Wette, dass da draußen viele potenzielle Pro Bowler verbrannt werden oder im dritten Platz im Depth-Chart gefangen sind, weil die kleine Nuancierung, das kleine Adjustment für sie noch nicht gefunden wurde. Bei den meisten wird es nie gefunden. Einige, wie Wake, haben Glück.

9 Kommentare zu “Ein paar Zentimeter sind die Welt

  1. naja, „versteckter“ superstar? Wake fliegt doch schon spätestens nach seiner zweiten saison ÜBER dem radar.

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  3. 😀 so gesehen schon, aber ich denke den meisten football fans ist Wake schon ein begriff…. so hab ich das gemeint 😉
    bin gespant wie Jordan sich macht – die beiden könnten ein grandioses pass rusher duo werden

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