GFWTC, late Rounds: Füllmaterialien

Die GFWTC biegt in die Zielgerade ein, und die letzten Runden sind dazu da, die Mannschaften zu komplettieren, geeignete Spieler für diue Vervollständigung der Ideen zu finden. Die allergrößten Superstars im besten Alter sind vom Board, es bleiben noch drei Kategorien von Spielern übrig: die zweite Garnitur der Topspieler, große Namen, die den Zenit überschritten haben, aber noch 1-2 Jahre guten Value bringen, und blutjunge Prospects, denen man eine gute Zukunft prognostiziert, die aber noch nicht allzu viel bewiesen haben.

LB Dont’a Hightower (17. Runde) ist einer dieser Spieler. Am College in Alabama war Hightower für mich der dominierende Abwehrspieler mit seinem Speed und seiner Spielintelligenz. Im NFL-Draft 2012 ging Hightower erst gegen Ende der ersten Runde vom Tablett, was mich angesichts seiner Leistungen in Alabama überraschte, und sein Rookiejahr war dann auch etwas durchwachsen, mit Eingewöhnungsproblemen. An Hightower mag ich seine Dynamik, seine Instinkte. Er macht relativ wenige Fehler und ist ein grundsolider Tackler, der aber leichte Schwächen in der Deckung besitzt. Er besitzt zwar noch recht wenig Profierfahrung, aber bei Alabama spielte er drei Jahre als Starter durch, müsste also einen gewissen Level an Spielintelligenz besitzen. Hightower ist in der 17ten Runde vielleicht ein leichter „Reach“, aber was bleibt mir angesichts des sich ausdünnenden Feldes an Outside Linebackers noch anderes übrig als ihn zu holen, will ich zumindest in Ansätzen eine 4-3 Defense spielen?

Value-Spielchen

In der 18. und 19. Runde hatte ich einfaches Spiel, was die Positionen anging: Ich wusste, dass Tight End und Defensive Tackle meine Prioritäten waren. Bei den Offensive Tackles waren nur mehr drei Plätze zu vergeben, und zwischen den drei verbliebenen OTs Jake Long, D’Brickshaw Ferguson und Eugene Monroe gibt es so wenig Qualitätsdifferenz und das Alter ist auch kaum ein Faktor, dass ich beruhigt warten konnte. Bei den Centern war der Qualitätsunterschied zu klein. Bei den Receivers waren sieben Plätze, und ich hatte noch genau sieben Jungs auf meinem Board. Auf DE/OLB konnte ich ebenso abwarten. Und weil Andy Goldschmidt, der die beiden Picks zwischen meinen beiden hat, beide Positionen bereits vergeben hatte, konnte ich machen, was ich wollte.

Ein Jahr Tony Gonzalez…

… ist mir mehr wert als mehrere Jahre von anderen Tight Ends? TE Tony Gonzalez von den Atlanta Falcons kündigte diesen Sommer nach etlichen Jahren des Zweifels an, nach dieser Saison endgültig Schluss machen zu wollen. Gonzalez ist im Winter 38 und versucht sich diesen Herbst zum letzten Mal auf seinem Halali. Normalerweise würde ich von so einem Spieler in der GFWTC zurückschrecken, aber dann sah ich mir die verbliebenen Optionen auf Tight End an:

  • Tony Moeaki von den Chiefs ist einer der Männer, die es mir angetan haben seit seinem exzellenten Rookiejahr 2010. Leider ist Moeaki seither ein wandelndes Verletzungsproblem und als Receiver ist er nicht gut genug, um die vorhandenen Schwächen zu kaschieren.
  • Jermaine Gresham und Brandon Pettigrew sind beides Jungs, die mir zu unkonstant sind.
  • Aaron Hernandez sitzt zu 99,9% im Knast.
  • Antonio Gates war mal der beste Tight End von allen, aber mittlerweile mit 30+ ein Bröckerl und obwohl noch immer „gut“, nur mehr ein Schatten seiner selbst. Gates hatte zudem zu viele Verletzungsprobleme. Ich würde ihn normalerweise trotzdem bedenkenlos nehmen, aber es sind reizvollere Spieler auf dem Tablett.
  • Heath Miller ist einer der Jungs, die gern unterschätzt werden: Grundsolider Fänger, grundsolider Blocker, mit 30 Lenze noch nicht weit übern Zenit hinaus, aber die Leistungskurve wird demnächst beginnen abzufallen.
  • Jermichael Finley gehört zu meinen Lieblingsspielern und er wäre mein favorisierter Pick gewesen. Finley ist leider auch einigermaßen frustrierend, weil er häufig zu unkonzetriert spielt und gerne mal einen unnötigen Ball fallen lässt. Finley ist ein Freak von Athlet und mit fünf Jahren Profierfahrung noch kein altes Eisen, aber er ist auch brutal eindimensional.

„Eindimensional“ ist auch Tony Gonzalez, und zwar so eindimensional wie eine Scheibe Toastbrot. Wenn ich aber in meiner Offense, die meinem QB Aaron Rodgers relativ wenig Schutz gibt, schon einen Tight End mit Fokus „Receiving“ gebe, dann muss diese Fänger-Qualität so ausgeprägt sein, dass ich die Defense wirklich abschrecke.

Tony Gonzalez ist ein Altmeister, aber die letzte Saison deutete in keinster Weise darauf hin, dass er diesen Herbst plötzlich mit voller Wucht den Mann mit dem Hammer sieht und komplett eingeht. Gonzalez hätte es nicht mehr unbedingt notwendig, noch ein letztes Jahr dranzuhängen. Dass er es macht, gibt mir das Gefühl, dass er sich noch das allerletzte Halali zutraut. Ich glaube nicht, dass Gonzalez nur für das Ziel Superbowl-Ring seine Großmutti oder seinen Ruf opfern würde. Wenn Gonzalez noch ein Jahr spielt, dann in erster Linie weil er glaubt, noch volle Leistung bringen zu können und weil er noch eine letzte Chance auf den Ring bekommt.

Ein Jahr Tony Gonzalez ist es mir wert, in der 18. Runde andere Optionen wie Miller, Finley oder Gates zu übergehen. Tight End ist keine Position, um die man eine NFL-Mannschaft baut. Wenn ich in einem Jahr ohne Tight End da stehe, muss ich nicht mein komplettes Mannschaftsgebilde umbauen wie das z.B. mit einem 39jährigen Quarterback wäre. Ich glaube, die 18. Runde ist Value-mäßig auch ein angemessener Ort für einen 38jährigen Tight End, der als bester aller Zeiten gilt, der in sechs Jahren in der Hall of Fame stehen wird, und der allen Eindrücken aus dem letzten Jahr noch den größten Teil seiner Leistung abrufen kann – und sei es nur durch seine fassungslose Spielintelligenz.

Nose Tackle

Zu Beginn der 19ten Runde fiel meine Wahl auf DT Fletcher Cox von den Philadelphia Eagles. Ich hatte in den mittleren Runden gehofft, Fairley oder Michael Brockers zu bekommen, aber datt war dann nix. Was brauche ich für meine 4-3 Under Defense? Keinen sensationellen „Flashy“-Spieler, sondern einen Mann, der imstande ist, „two-gap“ zu spielen um für meinen Nebenmann, DT McCoy ein 1-vs-1 zu ermöglichen. Das ist die Aufgaben meines Nose Tackles in der 4-3 Under Defense. Cox ist in erster Linie ein guter Passrusher, aber Cox wird auch als komplett genug angesehen, um in Philadelphias neuem Spielsystem als Defensive End eingesetzt zu werden, mit der Absicht, viele double-teams zu sehen. Das ist in meiner Basis-Defense auch Cox‘ Aufgabe: double-teams zu fordern. Ich habe drei überragende Passrusher als Nebenleute: Pierre-Paul, McCoy und Orakpo. Da muss der Tackle in der Mitte die Drecksarbeit übernehmen.

Ich hatte ein Weilchen überlegt, ob ich nicht Seymour nehmen sollte. Der war mir letztlich zu alt und passt athletisch auch nicht wirklich 100%ig auf diese Rolle. Die andere Option, die ich fast gezogen hätte: Dontari Poe von den Chiefs. Really. Poe mag ein Prospect sein, bei dem kein Mensch weiß, was am Ende rauskommt, aber ich finde die Abgesänge auf diesen Draftpick #11 von 2012 (Poe ging einen Pick vor Cox im NFL-Draft) zu früh. Wer sich ein wenig die Tapes von Kansas Citys Abwehr anschaut, der wird merken, dass Poe teilweise double-teams anzog, und das nicht immer nur qua Design. Poe ist jung, unerfahren, ungeschliffen und ungehobelt, aber er hat massives Potenzial – Potenzial, das er am College in Memphis nicht nutzen konnte, schlicht weil es dort keine Coaches von Format gab.

Ich entschied mich am Ende mit Cox aber doch für die „sicherere“ Option und bin mit der angedachten Defensive Line DE Orakpo (strong-side, 5-tech oder 7-tech), NT Cox (strong-side, 1-tech), DT McCoy (weak-side, 3-tech) und DE Pierre-Paul (weak-side, 5-tech) mehr als zufrieden. Diese Line dürfte solide genug den Lauf einbremsen, dass mich niemand ohne Variation überläuft, und sie macht als Quartett so viel Terz im Passrush, dass ich dahinter nur vereinzelte wohl getimte Blitzes schicken brauche, und im schlimmsten Fall auch eine Halbzeit mit Cover-2 und bend-but-don’t-break Defense durchkomme. Und ich gehe jede Wette ein, dass ein halbwegs kreativer Defensive Coordinator mit einem Pierre-Paul durchaus auch den einen oder anderen Zone-Blitz einbauen kann. Ach ja: Cox ist auch ein ziemlich guter Passrusher. Ich kann ergo im Fall der Fälle auch flott auf die 4-3 Over Defense switchen.

Fünf Spieler kriege ich noch. Vor den letzten fünf sehen die Empty Bottles so aus:

OFFENSE                      DEFENSE
---------------------------------------------------
QB   Aaron Rodgers           DE   Jason Pierre-Paul
RB   Jamaal Charles          DT   Gerald McCoy
WR   Julio Jones             NT   Fletcher Cox
WR                           DE   Brian Orakpo
WR   Victor Cruz             ILB  Brian Cushing
TE   Tony Gonzalez           OLB  Donta Hightower
OT   Nate Solder             CB   Patrick Peterson
OG   Carl Nicks              CB   Devin McCourty
C                            CB   Stephon Gilmore
OG   Kevin Zeitler           S    Earl Thomas
OT                           S    Kam Chancellor
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2 Kommentare zu “GFWTC, late Rounds: Füllmaterialien

  1. In den letzten Runden hast du echt ein Gespür dafür entwickelt, mir meine Wunschspieler kurz vorher wegzunehmen. Gilmore, Hightower und Cox waren die Spieler, die ich zum jeweiligen Zeitpunkt als nächstes nehmen wollte. Insofern kann ich dir zu den Picks nur gratulieren, auch wenn ich es nicht gerne mache… 😉

  2. Pingback: GFWTC 2013 Recap: Die Empty Bottles sind komplett | Sideline Reporter

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