The Countdown, T-minus 29: TCU Horned Frogs

The Countdown

#29 TCU Horned Frogs.
Big 12 Conference.
2012: 7-6.

The Countdown wird bei der Nummer 29 angelangt sein. Es ist mit den Horned Frogs von der Texas Christian University (TCU) aus Fort Worth ein ewiger Underdog, der erst letztes Jahr den Status des Mid-Majors los wurde und in die große Big 12 Conference aufgenommen wurde. TCU ist das Werk des Head Coaches Gary Patterson, der im letzten Jahrzehnt in minutiöser Kleinarbeit ein darnieder liegendes Programm saniert hat und als Höhepunkt den Sieg in der Rose Bowl 2011 vorweisen kann. Ein Mid-Major in der Rose Bowl! Das allein war schon sensationell.

Wie es allerdings so oft ist mit aufstrebenden Programmen: Sie werden am Höhepunkt interessant für die Cash-Cows, werden zu deren Partys eingeladen und können in der Phase des Re-Buildings erstmal nicht an die alte Glanzzeit anknüpfen. Was in einer kleinen Conference wie der MWC, aus der TCU kommt, nicht weiter auffällt weil man auch mit 80% Leistungsvermögen gewinnt, schlägt in einer Big 12 auf dem Papier nieder, in Form von Niederlagen en masse. TCU kassierte letztes Jahr, seiner Debütsaison in der Big 12, deren sechs. Schon kamen Unkenrufe auf („siehste, die Mid-Majors sind überschätzt, ich hab’s dir immer schon gesagt…“).

Unsinn.

TCU hatte nach der Rose Bowl mit einigen Problemen zu kämpfen. Die charakteristische schnelle Defense wurde drastisch verjüngt und machte folgerichtig Fehler. Dann wurden drei, vier Stützen dieser sanierten Abwehr in einem Drogenskandal von der Uni gekickt. Dann wanderte der hoffnungsvolle neue QB Casey Pachall in die Entzugskur (Marihuana). Soweit das Produkt auf dem Feld. Abseits war es ähnlich turbulent: Das uni-eigene Stadion wurde in Rekordtempo aufgemotzt zu einem Schmuckkästchen, und die Uni wurde auf der Suche nach einer neuen Conference (MWC zu Big East zu Big 12 und zwischendurch wussten die Jungs wohl selbst nicht, wohin sie wollten) erst im zweiten Anlauf fündig.

Patterson blieb cool und navigierte die Frogs durch die wilden Gewässer. Das Debüt in der Big 12 war geprägt von all den Drogensperren, von extrem vielen Verletzungen und einer Unzahl an eingesetzten Grünschnäbeln (16 Freshmen!). Trotzdem hatte TCU die beste Defense der Big 12. „Beste Defense der Big 12“ ist nicht die größte Auszeichnung vor dem Herrn, aber es ist wenigstens ein untrügliches Zeichen dafür, dass TCU nicht komplett vom Rand fällt.

Pachall ist wieder da und hat eine Chance auf den Starter-Platz; ein fitter Pachall ist vielleicht der beste Quarterback in der kompletten Conference. Die Offense dürfte das sein, was US-Pundits als „loaded“ bezeichnen, also fit für den Durchbruch. Die Defense wird an ihren Aufgaben wachsen und sollte mit dem einen oder anderen gereiften Grünschnabel noch besser sein als 2012. Im Schedule steht zum Season-Opener Louisiana State aus der SEC (Spiel im Dallas Cowboys Stadium), aber diese Partie zählt nicht für die Big 12. In der Big 12 zählen die Horned Frogs dieses Jahr für mich zu den zwei, drei Topteams und ein Conference-Champ TCU wäre alles andere als eine Überraschung.

Viel wichtiger für TCU ist aber der Fokus auf die mittelfristige Zukunft. Da ist zum einen besagtes heimische Stadion: 45000 gehen rein, womit es zwar immer noch das kleinste Stadion der Conference ist, aber für TCU, wo sich früher kaum 20000 zu Heimspielen verirrten, ist das bemerkenswert. Zum anderen ist das Recruiting extrem wichtig: Der direkt vor den Toren der Uni liegende Markt Dallas/Fort Worth gehört zu den attraktivsten, was Highschool-Talente angeht, und während diese Jungs früher zu den Arrivierten wie Texas oder Texas A&M gehen mussten, um Elite-Football zu spielen, kann nun auch TCU mit diesem Zuckerl wedeln. Gary Patterson hat ganz neue Möglichkeiten, und es zweifelt niemand dran, dass er sie zu nutzen weiß.