The Countdown, T-minus 22: Northwestern Wildcats

The Countdown

#22 Northwestern Wildcats.
Big Ten Conference.
2012: 10-3.

Die Northwestern University aus der Nähe von Chicago ist eine relativ kleine, private Eliteschule, die außer zwei sensationellen Conference-Siegen 1995-1996 in der Big Ten Conference im American Football bisher wenig Aufregendes zustande gebracht hatte und auch als eher kleiner Fisch wahrgenommen wird. Seit zwei Jahren aber gibt es wieder einigen Buzz um die Wildcats, die vom Lokalpatrioten Pat Fitzgerald gecoacht werden. Fitzgerald war der Quarterback jener beiden legendären 90er-Teams, die es jeweils in die Rose Bowl schafften und auf dem Campus immer noch wie Helden verehrt werden. Fitzgerald kennt die Herausforderungen, die ein Coach bei Northwestern zu bewältigen hat: Schule, die ihren Fokus woanders als Sport hat, schwieriges Recruiting, weil die Athleten auch gute Noten brauchen, mittelmäßig interessiertes Publikum.

Trotzdem war Northwestern in den letzten beiden Jahren überraschend stark. 2012 schloss man beispielsweise mit 10-3 ab, zum ersten Mal zweistellige Siege seit fast zwei Jahrzehnten. Und es hätte sogar mehr sein können, hätten die Jungs nicht dreimal klare Führungen im Schlussviertel vergeigt. Northwestern kennzeichnet eine ruhige Offense aus, die kaum 70yds-Spielzüge hinlegt, aber dafür geile Unterhaltung aus dem Backfield heraus fabriziert. Der QB Kain Colter zum Beispiel ist nicht bloß Werfer und Ballträger, nein, Colter ist auch immer wieder für einen launigen Catch zu haben, der für Stimmung auf den Tribünen sorgt.

Northwestern hat nicht die allerbeste Offense, aber sie minimiert die Dummheiten, wenn man mal in RedZone-Nähe ist, und gehört zu den effizientesten Maschinen, wenn es drum geht, Punkte aus halbwegs aussichtsreichen Lagen mitzunehmen. In der Defense hat man bedenklich wenig Tiefe und Schwierigkeiten, wildes Passspiel zu verteidigen, aber da in der Big Ten Conference eh nur wenig Passgewalt ansteht, dürfte das Problem nicht so grausig zuschlagen.

Der Schedule ist nicht ungünstig: Michigan, Michigan State und Ohio State werden zuhause empfangen. Die schwersten Auswärtsspiele sind mit Nebraska und Wisconsin zwei Teams, die eh kaum Passspiel zustande bringen und somit für Northwestern einfacher zu verteidigen sein sollten. Für Northwestern wird es vermutlich wieder einige knappe Spiele geben, und man muss hoffen, dass die Münzen so oft wie möglich auf der richtigen Seite umfallen. Denn nur mit guten Siegbilanzen wird sich für Fitzgerald und seine Eliteschule das Recruiting, die Basis für die Zukunft, vereinfachen.