The Countdown, T-minus 14: Florida Gators

The Countdown

#14 Florida Gators.
SEC, Eastern Division.
2012: 11-2.

Ästhetisch ansprechend ist das, was die Florida Gators unter Head Coach Will Muschamp spielen, nicht, aber es ist erfolgreich: Letztes Jahr kam Florida in der zweiten Saison unter Muschamp mit 11-1 Siegen durch die Regular Season, und nur eine unglückliche Niederlage gegen Georgia verhinderte den Divisionssieg in der SEC-East. In der Sugar Bowl ging man dann zwar als hoher Favorit gegen Louisville baden, aber das konnte die guten Eindrücke nicht mehr trüben: 2012/13 wird in Gainesville als Erfolg gewertet.

Die University of Florida war in den letzten zwei Jahrzehnten eine Angriffsschmiede mit Passfeuerwerken unter Steve Spurrier in den 90ern und einer sehr erfolgreichen Zeit mit Spread-Option-Laufoffense und dem gefeierten Triumvirat HC Urban Meyer, WR Percy Harvin, QB Tim Tebow. Seit Muschamp da ist, regiert rohe Physis und Fokus auf perfekte Ausführung der Basics im Football: Tackling, Blocken, Laufspiel über die Mitte. Optisch schreit nix nach den klassischen „Florida Gators“, aber immerhin ist es nach zwei, drei Jahren Mittelmaß wieder erfolgreich.

Das alles überrascht ein wenig, denn OffCoord Brent Pease kommt aus der Schule der Boise State Broncos und hatte dort eine der schönsten Offenses überhaupt unter seinen Fittichen. In der aktuellen Florida-Mannschaft fehlt für diese Spread-Offense der kleinen Schritte aber das Spielermaterial, und so hat der Angriff einen merkwürdigen Look: Es gibt zwar viele Spielzüge mit drei, vier potenziellen Ballfängern im Line-Up, es gibt auch die aus Boise bekannte Bewegung vor dem Snap mit vielen Motions, aber es folgt in aller Regelmäßigkeit ein trockener Lauf ohne viel Trara. Geworfen wird nur, wenn unbedingt notwendig. Wenn deine Defense das Spiel eng halten kann, ist das bei aller Hässlichkeit ein probates, risikoloses Mittel.

Und so ist der mobile QB Jeff Driskel vor allem darauf bedacht, nur ja keine unnötigen Fehler zu begehen. Notfalls lieber den Sack kassieren als eine Interception zu riskieren (Driskel wird in jedem achten Passversuch gesackt – rekordverdächtig). Den Rest sollen Offense Line und Running Backs machen und schauen, wie lange es dauert, bis selbst Monster-Defenses wie LSU oder FSU klein beigeben. Fehlerminimierung in ihrer reinsten Form geht allerdings häufig auf Kosten des K.o.-Schlags, und so war Floridas Offense zuletzt berüchtigt für ihre banale RedZone-Offense (im Zweifelsfall wird das 3rd down ins Aus geworfen und fast immer das Field Goal gekickt). Diese bodenlose RedZone-Offense kostete Florida nicht zuletzt im einzigen verlorenen Spiel der Regular Season gegen Georgia den Divisionssieg und die Aussicht auf das BCS-Finale.

Mal sehen, wie die Offense dieses Jahr aussieht. Jungs wie RB Mack Brown oder noch viel mehr Matt Jones deuteten großes Potenzial an, und in WR/KR Trey Burton gibt es auch einen dieser aufregenden Playmaker in der Tradition von Harvin oder Austin.

Die Defense war zuletzt unüberwindbar für gegnerisches Laufspiel und zwang sämtliche Gegner zu Passspiel. Die Frage ist nun, nach den Abgängen der drei wichtigsten Ecksteine DT Floyd, LB Bostic und S Elam (alle Erst- und Zweitrundendraftpicks), wie sich dieses Rezept halten lässt. Floridas Passrush war auch mit Sharrif Floyd nicht gefürchtet, und mit Bostic und Elam müssen die zwei schnellsten Tackler ersetzt werden. Kann die Defense überhaupt ihr Level halten? Wichtig werden auch die Special Teams: P Kyle Christy war letzte Saison ein wichtiger Faktor für den Feldpositionskampf, und auch er sollte zumindest annähernd die Leistung halten können, um die anderen beiden Mannschaftsteile so weit wie möglich zu entlasten.

Wird spannend. Florida geht nach common sense als leichter Divisionsfavorit in der SEC-East ins Rennen; der Schedule ist wie immer nicht zu unterschätzen (@LSU als alljährlicher Gegner ist eines der schwierigsten „Rivalry“-Lose, aber zumindest FSU ist kein Conference-Spiel) und im Vergleich zu Truppen wie South Carolina dieses Jahr ein echter Nachteil.

Persönlich habe ich das Gefühl, dass wir alle zusammen Florida leicht überschätzen: Die Bilanz letztes Jahr ist durch ein 4-1 in engen Spielen leicht geschönt, die Mannschaft hatte etwas Turnoverglück (viele abgefälschte Bälle wurden abgefangen), und immer wenn bei Teams mit in diesem Eintrag beschriebenen Charakteristika Defense und Special Teams einen Zapfen nachlassen und die Offense in Zugzwang zu werfen kommt, droht die eine oder andere unnötig ausschauende Niederlage…

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2 Kommentare zu “The Countdown, T-minus 14: Florida Gators

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