Die Baltimore Orioles haben es nicht geschafft,

sich für die Playoffs zu qualifizieren. Ein Jahr nach dem sensationellen 93-69 Lauf inklusive Playoff-Quali stürzten di O’s auf 85-77 ab und verpassten die MLB-Playoffs deutlich. Wie viel schlechter waren die O’s?

Nun, nehmen wir die Pythagoreische Erwartung her: Nach dieser verbesserten sich die O’s von letztem Jahr auf dieses Jahr, und zwar von 82-80 (2012) auf 85-77 (2013). Woran lag der Absturz also? Batting-Probleme? Schwache Nerven? Ein leerer Medizinschrank?

Nope. Die Antwort lautet: One-Score Games, oder besser: One-Point Games. Ein Jahr nach der sensationellen 29-9 Bilanz in Spielen mit einem Punkt Differenz, der besten solchen Bilanz in der mehr als 100jährigen MLB-Geschichte, stürzten die “Clutch”-O’s auf den 28ten von 30 Plätzen in der “Clutch”-Rangliste ab und gingen 20-31 in Spielen mit einem Punkt Differenz.

Das ist der Unterschied. In einer Sportart wie Baseball, in der jedes einzelne Spiel fast ein Münzwurf ist, viel mehr noch als in der NFL, gleichen sich Glück und Pech oft über 162 Saisonspiele in etwa aus. Aber nicht immer. Die O’s 2012 und 2013 sind ein weiteres Indiz dafür, wie viel Zufall generell im Sport und insbesondere in den recht „sozialistisch“ aufgebauten US-Profisportligen herrscht. Du kannst deine Mannschaft danach zusammen- und aufstellen, dass sie möglichst viele Hits und Runs macht und möglichst wenige kassiert, aber du kannst dich nicht darauf verlassen, dass die Runs immer im rechten Moment gemacht oder verhindert werden.

Monday Night Game, #4: New Orleans Saints – Miami Dolphins Preview

Ich wundere mich ja eigentlich immer, wenn ESPN für sein Monday Night Game Interconference-Spiele zwischen Teams auswählt, die nicht zur absoluten Liga-Elite gehören, aber die heutige Paarung (ab 02h30 SPORT1 US) hat es nach den bisher gesammelten Eindrücken in sich: New Orleans Saints (3-0) gegen Miami Dolphins (3-0), beide ungeschlagen, und beide durchaus recht überzeugend ungeschlagen.

Die Saints hatte ich vor der Saison schon auf dem Radar gehabt: Exzellente Offense, ein hervorragender Trainerstab, eine Defense, die schlicht besser werden musste, von Pech geplagtes 2012. Anders die Dolphins, bei denen ich mir ob des Erfolgs des massiven Kaderumbaus nicht sicher war. Beide Teams haben in den ersten Wochen gute bis sehr gute Leistungen gezeigt und geben heute ein würdiges Matchup für die US-Primetime ab.

Miami hat seine Vorteile vor allem in der Defense: DE Cameron Wake spielte bisher alles an die Wand und sollte gegen den unerfahrenen LT Charlie Brown – ein schwer kritisierter Mann bei den Saints – erneut die Chance für Terror im Sperrbezirk bekommen. Wake ist die Einmann-Abrissbirne der Saints, weil der „andere“ End, der hoch gedraftete Dion Jordan, bisher wenig Druck im Passrush zustande bekommt. Insofern könnten die Saints Wake mit einem Tight End auf die Nüsse steigen, aber wen von den zirka zweiunddreißig Passempfängern will Sean Payton dafür vom Platz nehmen? Riskiert Payton lieber, dass QB Drew Brees 50 Pässe mit Passrush im Gesicht abfeuert und dabei wie gewohnt 1-2x überzieht?

Ein von mir bisher unterschätzter Teil der Dolphins-Defense ist die Secondary: Die beiden Safetys waren mir neu, gefallen aber beide außerordentlich, und auch CB Brent Grimes macht bisher einen fantastischen Job, viel besser als erwartet, und sofern Grimes fit bleibt (Fragezeichen), hat es jeder Angriff schwer gegen Miami, denn nicht vergessen: Weil „dort vorne“ so bombensicher getackelt wird und die Lauf-Defense wie schon letztes Jahr überragend ist, muss Miami nicht dauerhaft acht Mann dorthin „in die Box“ stellen.

Apropos Safetys: Schnell mal gegoogelt, und man findet einen schönen Artikel von Robert Mays über einen dieser beiden Dolphins-Safetys, Reshad Jones. Ehemaliger 5th-Round Pick, der lernen musste, die Big-Hits für solideres Spiel aufzugeben. Und man sieht das auf dem Feld: Reshad Jones ist ein fanastischer Spieler, diszipliniert, flink, physisch.

Auf der anderen Seite sah die Dolphins-Offense der ersten Wochen gar nicht so schlecht aus; die als Sollbruchstelle ausgemachte Left Tackle-Position wird vom jungen Jonathan Martin solider ausgefüllt als befürchtet, und auch wenn QB Ryan Tannehill nicht den ganz großen Glanz versprüht: Das Passspiel ist trotz 14 Sacks in drei Spielen gerade effizient genug um genügend Punkte vorzulegen, dass es reicht. WR Mike Wallace ist längst nicht der monströse Receiver, den viele in ihm sehen, aber wenn du als Cornerback gegen Wallace 1-vs-1 aufgestellt bist oder der Safety in der Cover-2 hinter dir einmal pennt, hätte Tannehill ausreichend Wurfarm, um die Defense zum Big Play-TD zu verbrennen. Bisschen zu steif wirkt die Offense aber noch, zu verzagt, zu wenig downfield orientiert.

Miami ist kein Spitzenteam, weil es – zumindest bis jetzt – zu wenig Explosivität in der Offense ausstrahlt und das Laufspiel etwas minder ist. Aber vielleicht verdeckt der unspektakuläre Augentest auch wie gut Miami ist. Immerhin gut genug, um Cleveland komplett abzuwürgen, um verdient die Colts zu schlagen, die eine Woche später San Francisco platt machen, und gut genug, um den Selbstzerstörungsmodus der Atlanta Falcons zu nutzen.

Miami hat die Spielanlagen. Nicht ausgeschlossen, dass die Waffen der Dolphins heute ausreichen, aber im extrem lauten Superdome tue ich mir nach wie vor schwer, gegen die New Orleans Saints zu setzen.

NFL-Gameday #4 zum Abendessen: Detroit Lions, Chicago Bears und die Krümeln zum Aufputzen

[22h33] Seattle gewinnt 23-20 in Houston in der Overtime (nach 3-20 Rückstand zur Pause). Der Depp des Tages ist CB #25 Kareem Jackson, der eine dieser Personal-Foul Strafen beging, für die man eigentlich eine Sperre für Dummheit verhängen sollte: Per Schulterwurf einen schon gebremsten Receiver zu Boden geschlagen – 15yds kassiert, Houston in FG-„Reichweite“ und K Hauschka versenkt Sekunden später.

In Buffalo beenden die Ravens ihr Trauerspiel auch mit einer Strafe gegen OLB #55 Suggs wegen Personal-Foul, und es kommt zu tumultartigen Szenen inklusive minutenlanger Diskussionen. Viel Frust bei den Ravens, die zwar immer noch 2-2 sind, aber sich wie ein 0-4 anfühlen.

[22h35] Ein eigentlich toller Punt von Shane Lechler wird von WR #81 Golden Tate aus der eigenen EndZone raus returniert, bis an die SEA 31. Mutig – und geglückt.

[22h17] Detroit gewinnt sein Heimspiel gegen die Chicago Bears 40-32. Chicago noch mit zwei langen Drives zum Anschluss, aber am Ende konnte Stafford abknien.

[22h12] Overtime im Reliant Stadium: Houstons nächste verpasste Chance: A.Johnson wird im dritten Down der Ball kurz vorm Catch aus der Hand geschlagen – Punt, Seattle kriegt nun den Ball an der eigenen 20. Field Goal gewinnt den Hawks nun das Spiel.

[22h07] Und Roethlisberger vergibt die Chance: Kassiert ohne Timeouts einen Sack und fumbelt. (sack allein wäre genug gewesen, um das Spiel zu beenden) Roethlisberger hätte es besser wissen müssen: Riskiere im schlimmsten Fall eine Intentional-Grounding, aber in dieser Situation einen Sack zu kassieren, ist echt ein übler Fehler des Quarterbacks. Pittsburgh ist sensationell 0-4.

[22h05] Pittsburgh steht nach einem spektakulären Catch im Nachfassen von WR Antonio Brown auch 22sek vor Ende an der MIN 6 bei 7pts Rückstand.

[22h04] Seattles Defense hält. 28sek vor Schluss muss Houston punten.

[21h52] HOU 20, SEA 20/Q4 2:40. Unglaubliche Szene in Houston: 3rd-Down, die Seahawks gehen komplett mit dem Spielzug nach links mit, außer einem: CB #25 Richard Sherman. Schaub wirft den Play-Action Pass rechts raus, aber Sherman springt dazwischen und macht den Ausgleich per INT-Return TD! Fassungslos.

(Chicago mit dem 22-40 durch Jeffery und dem 24-40 durch Jeffery)

[21h47] Monströser Druck der Texans, die aber auch die Disziplin haben, Wilson nicht aus der Pocket laufen zu lassen; Wilson wirft einen gewagten Ball, und CB #24 joseph macht die INT! HOU beginnt nun an der eigenen 43.

[21h44] Ausgangslage in Houston: Texans führen 20-13, aber die Stimmung ist gen Seattle gekippt. Die Seahawks scorten eben den Anschluss-TD durch einen 2yds-Run Lynch, dann wurde Houstons Offense blitzschnell gestoppt, und es bleiben noch 6:18 Minuten um auszugleichen. Seattle beginnt an der HOU 47.

Detroit Lions – Chicago Bears

[21h42] DET 40, CHI 16/Q4 8:57. Paar „Sidearm“-Pässe Staffords, die im Gegensatz zum letzten Jahr ihre Abnehmer finden (in Form von #18 Durham) und schwupps, Detroit mit dem nächsten Field Goal. Spiel entschieden, ich switche mal hinunter nach Houston, wo es eine spannende Schlussphase zu werden verspricht.

[21h34] Cutler hat heute aber auch einen schwachen Tag mit vielen unnötigen schlechten Bällen ohne Druck. Hatte eben Glück, nicht eine vierte INT zu kassieren. Chicago 0/9 bei dritten Downs.

[21h25] DET 37, CHI 16/Q3 0:20. Turnover-Festival geht weiter: DT Suh bricht im dritten Down mal wieder durch, schlägt Cutler mit einer Art „Swim-Move“ den Ball aus der Hand und DT-Kollege #98 Fairley nimmt den Ball auf und trabt die paar Yards in die EndZone.

Chicago hatte im dritten Viertel etwas Erfolg mit einem zusätzlichen Vorblocker an der Anspiellinie; der fehlte zuletzt wieder. Schon waren Suh/Fairley wieder in jedem Snap meterweit im Backfield.

[21h23] Riskanter Pass Staffords auf einer Slant-Route, INT durch S Wright. Konnte ich nicht genau sehen und ergo auch nicht besser beurteilen. Nächste verpasste RedZone-Chance der Lions.

[21h16] Good Cutler: Drittes Down, toller Ball für WR #80 Bennett, aber OG #75 Long kriegt ein Facemask gegen #90 Suh gepfiffen. Erneut drittes Down, diesmal dritter und 18: Jetzt wieder Bad Cutler, der zwar Zeit kriegt und sekundenlang an der Line of Scrimmage wartet, aber dann überfeuert, direkt in die Arme des Safetys. INT #26 Delmas, Cutlers dritte INT.

[21h09] Nächster schneller Punt der Lions, die nur ein 1st-Down hinkriegen. Detroit ist nun 2/8 bei dritten Downs (Chicago allerdings noch schlechter: 0/7). Im zweiten Down wurde TE Pettigrew angespielt und anschließend von zwei Bears-Safetys in die Zange genommen. Pettigrew sah nachher nicht fit aus, trabte erstmal in Richtung der falschen Sideline.

[21h05] Ich hab jetzt die Verletzung von Seattles DE Michael Bennett gesehen, und rate nicht, es nachzumachen. Bennetts Nacken wurde übel zusammengestaucht, und nach minutenlanger Behandlung wurde er sachte aus dem Stadioninneren gefahren. Bennett soll aber seine Extremitäten mittlerweile wieder spüren.

[21h02] DET 30, CHI 16/Q3 9:05. Cutler mit zwei tiefen Bomben: Erst für WR Marshall – riskanter Pass, der locker hätte auch schief gehen können. Dann für WR Jeffery, der einen schwierigen Catch in enger Doppeldeckung macht – fabulöser Catch. In der RedZone hält die Lions-Coverage – Trestman nimmt das Field Goal.

[20h58] Punt auch der Lions.

[20h52] Back in Motown. Chicago wieder mit einem Three’n’out, und danach mit einem weiteren dieser schlechten Punts, die nur den Returner davon abhalten sollen, an den Ball zu kommen. Spurlock hatte einen langen Return, ja. Aber warum schenkste in der Folge in jedem Punt dem Gegner 10-15yds durch diese kindischen Punts?

[20h50] Mal kurz hinüber gegangen ins Wembley-Stadion (just kidding), und Steelers-QB Roethlisberger geht tiiiiiiiiieeeeeeeeuuuuuuuuuuuuuuuuuf für WR #84 Brown, gegen sich sich der Vikes-DB mit der #21 nur mit Pass-Interference zu helfen weiß (war die wirklich notwendig?). Zwei Plays später versenkt RB #26 Bell und im Hintergrund rauscht ein extrem tiefer Stadionsound aus dem Wembley-Stadion durch den Äther.

[20h47] Eindrücke aus dem dritten Viertel und Stats vom kompletten Spiel lassen eine famose Vorstellung der Browns-Defense gegen Cincinnati vermuten. Die 3-4 klappt hervorragend, NT Phil Taylor ist lt. Kommentatoren der Schlüsselspieler.

[20h40] Furchtbar pathetische Schlussminute, die die Baltimore Ravens in Buffalo spielen. Die Ravens haben sieben Punkte zustande gebracht und die kamen aus einem 27yds-Drive.

[20h35] Halbzeit Detroit 30, Chicago 13. Langer Ball für WR Jeffery, der jenem INT-Pass vorhin ähnelte, aber diesmal springt S Quin zu spät in den Ball und die Bears kriegen Catch und noch drei Punkte vor der Pause.

Ansonsten eine Klassevorstellung der Detroit Lions in dieser ersten Halbzeit. Die Führung ist vielleicht einen Score zu hoch, weil doch viele Events zusammenkommen mussten, damit diese Punkteexplosion Mitte zweites Viertel zustande kam, aber nichtsdestotrotz ist das eine massive Vorstellung: Letzte sieben Drives: FG, FG, FG, TD, TD, TD + der verlorene Fumble Staffords.

Offense: Staffords Pässe sind nicht alle präzise, aber Stafford vermeidet die riskanten Würfe (drei zu hohe Würfe, die alle für freie Receiver gewesen wären). Laufspiel klappt über den besten aufgelegten RB Bush sensationell (Bush mit 11/112 und TD, plus 3 Catches für 24yds). Bei den Tight Ends Scheffler mit einem bitterbösen Drop im dritten Down, aber danach zwei wertvollen Catches.

Defense: Die Line um DT #90 Suh pulverisiert die OL der Bears. Vor allem die Guards haben keine Chance. Cutler muss oft früh werfen. Dahinter haben die Linebackers freie Hand, das Defensive Backfield mit wohl recht solider Coverage, ansonsten würde Cutler manchmal schneller werfen. Jo, es gab zwei lange Runs, wie schon in Woche eins der eine lange Run gegen Peterson zugelassen wurde. Aber wenn die Schotten für den Rest des Spiels so massiv dicht gemacht werden, nehme ich das gern in Kauf.

30 Punkte sind vielleicht ein paar zu viele. Aber nicht vergessen: Detroit hätte mit einem Fetzen mehr Konsequenz in der RedZone (oder mehr Eiern des Coaches) noch mehr scoren können.

Spiel lebt noch, Chicago kriegt als erstes den Ball nach der Pause.

[20h33] 21sek vor der Pause grabscht #90 Peppers Stafford das Ei aus der Hand, Fumble, Turnover.

[20h22] DET 30, CHI 10/Q2 2:43. Reggie Bush x2. Zuerst für 15yds, Fumble, aber der hinterherhechelnde Calvin Johnson sichert den Fumble. Nächstes Play, wieder Bush, wieder großes Loch aufgeblockt und Bush zündet den Nachbrenner und explodiert förmlich aus dem Stand nach einem Sprung.

[20h19] Erneutes Three’n’Out der Bears-Offense, die von der Wucht der Lions-DL komplett übermannt wird. Lauf für -2yds, Sack gegen Cutler und ein kurzer Checkdown. Lions beginnen an der Spielfeldmitte.

[20h15] DET 23, CHI 10/Q2 5:47. Grottenschlechter Wurf von QB Cutler, der vom hinteren Fuß aus eine Bogenlampe rechts downfield loslässt, die dem einfach wartenden S #30 Quin in die Hände fällt. Quin returniert an die CHI 2, C. Johnson verwertet im nächsten Spielzug mit artistischem Catch zum TD.

[20h10] DET 16, CHI 10/Q2 6:09. Stafford für Johnson, 9yds. Bush für ein halbes Yard. Im dritten Down wird geworfen, und TE Scheffler hält den Ball diesmal fest an die 0,5yds Line. Dann kommt der QB-Sneak, und Stafford muss bei Brady Nachhilfe gehen: Stafford fumbelt den Ball in die EndZone hinein und während ich Hotelmobiliar aus dem Fenster werfe, fasst Stafford nach und scort doch noch den TD. Brady hätte das besser hingekriegt, aber gut: Endlich mal die gute Ausgangslage zum TD verwertet.

[20h05] Jetzt wieder eine erstklassige Serie der Lions-Defense, die jetzt die Offense Line der Bears dominiert. Punt, und #15 Spurlock mit einem sehr guten Return hinein an die CHI 22yds Line. Spurlock braucht danach eine Prise Sauerstoff.

[19h59] DET 9, CHI 10/Q2 10:21. Erneut ein vielversprechender Lions-Drive mit viel gutem Laufspiel über RB Bush zu Beginn, dann einigen guten Passspielzügen über TE Scheffler, aber schon wieder scheitert ein 3rd-und-1 in der RedZone (diesmal ein Drop von Scheffler) – und schon wieder wird das Field Goal gekickt. Detroit hat minimum 4-8 Punkte schon verschenkt.

[19h49] DET 6, CHI 10/Q2 13:44. Kompletter Zusammenbruch der Lions-Laufdefense, die sich erst vom End-Around des WRs #17 Jeffery verarschen lässt und ein Play später kommt RB #22 Forté ohne Berührung durch und läuft 53yds zum TD durch. Zwei Plays der Bears. 80 Yards.

[19h44] DET 6, CHI 3/Q2 14:28. Stafford hat heute mal wieder ein eher lockeres Abzugshändchen mitgenommen und überwirft seine Receiver in dieser Anfangsphase. Zweite Chance der Lions in der RedZone, zweites Mal muss man mit dem Trostpreis Vorlieb nehmen.

[19h34] Exzellente Serie für Detroits Defense: Erst wird die Pocket mehrfach zusammengefaltet, dann im dritten Down springt FS #26 Delmas schnell in einen für WR Jeffery gedachten Ball; lt. Kommentator Billick war Cutler wohl zuallererst auf Rookie-CB Slay gegangen.

[19h27] DET 3, CHI 3/Q1 2:40. Vom Drive hab ich nicht allzuviel gesehen, aber Schwartz kehrt bei 4th and 1 innerhalb der Bears 10yds Line wieder in tiefste Steinzeit zurück und lässt das Fieldgoal kicken. Meine am Vormittag geäußerten Hoffnungen auf Besserung im PlayCalling haben sich schnell zerschlagen.

[19h15] DET 0, CHI 3/Q1 8:35. Recht einsames Leben, das QB Jay Cutler in seiner Pocket lebt. Cutler mit einigen schönen Pässen (z.B. für #83 Bennett), aber der schönste Catch zählt nicht: WR Marshall ist in der EndZone mit einem Fuß aussm Spielfeld. Daher nur ein kurzes Fieldgoal für Chicago.

[19h09] Zarte Versuche der Lions, ihr Offensivspiel um RB #21 Reggie Bush aufzuziehen: 3 Läufe, ein Anspiel. Das funktioniert relativ gut, aber die anderen beiden Pässe, die Stafford warf, waren überworfen. Somit Punt.

[18h42] N’Abend aus London – aber nicht von NFL-International. Ich bin anderweitig hier. NFL hab ich nur gestern kurz geschnuppert, als ich am frühen Nachmittag kurz in der Regent Street vorbeischaute, wo sich Steelers und Vikings einer gesalzenen Menschenmenge präsentierten. Okay, Vikings ist eine Annahme, da ich nur Pittsburghs Protagonisten erspähen konnte: Mike Tomlin, Roethlisberger und die Steelers-#24 (Ike Taylor?) standen für ein paar Minuten auf einem recht niedrigen Podium einem hageren alten Mann Frage und Antwort. Ein paar Minuten später mischte sich Roethlisberger soweit ich sehen konnte unter die Menschen, um ein paar Autogramme zu geben.

Generell fand ich den Auflauf recht groß. Die Steelers-Fans waren ziemlich präsent, und es waren gewiss nicht bloß Briten, die da rumturnten. Ich hab kurz mit Holländern und Dänen gesprochen, aber weil ich quasi keine Zeit hatte um mich länger umzuschauen, kann ich wenig Substanzielleres beitragen.

Okay, eins noch: Es war ziemlich viel „Jacksonville Jaguars“ da: Ein Jaguars-Maul als Eingang, durch den man sich in die NFL-Zone schlängeln konnte, und ein Jaguars-bemalenes Auto. Es wird schon ein klein wenig die Werbetrommel für das neue „London-Team“ gerührt. Dazu aller Schnickschnack wie testweise Football spielen für Kleinkinder und Hüpfburgen in den Mannschaftsfarben von Vikes und Steelers.

Heute kündige ich gleich mal an, dass ich mich im Liveblog primär anderen Spielen widmen werde. Zu Vikes-Steelers gibt es in den nächsten Tagen vielleicht noch einen Lokalaugenscheinbericht ausdann wirklich allererster Hand.

Vorschau zu allen Spielen habe ich schon am Vormittag online gestellt.

NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week #4

Einer der Vorteile, wenn man einen kompletten Spieltag aussetzt und sich in den freien Minuten der danach folgenden Tage haufenweise Condensed-Tapes durchschaut: Man kriegt 10-12 Spiele vorgesetzt, die man spoilerfrei sehen kann. Der Nachteil: Es dauert fast bis zum nächsten Spieltag, bis man alle Ergebnisse und Spiele kennt. Daher fiel diese Woche das Performance-Barometer aus. Es wird nun in aller Kürze nachgeholt. STL-SF hab ich noch nicht gesehen und kenne noch kein Ergebnis. Das Power-Ranking habe ich schon einmal durchlaufen lassen, aber mit den alten Koeffizienten; die nonlineare multivariate Regression für die Ermittlung der Koeffizienten werde ich erst am Dienstag oder Mittwoch durchführen können. Daher ein letztes Mal Grüppchenbildung.

Weekometer 3

CU in February Fraktion: Seattle | Denver. Die beiden stehen unüberraschend im provisorischen Power-Ranking ganz oben, und es ist not even close. Sie sind dem Rest der Liga momentan meilenweit voraus.

Rest der Top-Ten: New Orleans | Atlanta | NY Jets (!) | Indianapolis | Detroit | Kansas City | Miami | NY Giants (!). Die Colts haben die zweitbeste Lauf-Offense und sind das mit riesigem Abstand disziplinierteste Team, wenn es nach Penaltys geht. Miami ist in letzterer Kategorie übrigens Zweiter. Detroit hat die drittbeste Pass-Offense. Die Jets machen mich ziemlich baff, aber es ist wahr: Recht solide Pass-Offense und zweitbeste Pass-Defense nach Seattle. Die Giants sind zwar 0-3, aber das Modell sieht in ihnen eine gute Pass-Offense, eine INT-Quote des QBs, die nach Regression förmlich schreit (7.6% INT-Quote ist irre) und ein extrem diszipliniertes Team; plus: NYG hatte den schwersten Schedule bisher, und das mit Abstand.

Middle Class (11-20): Dallas | New England | Carolina | Tampa Bay (!)| Buffalo | Philadelphia | Houston | Cincinnati | Tennessee | San Diego. Carolina ist nirgendwo herausragend, hatte aber den zweitschwersten Schedule. Tampa sticht auch hervor: Superbe Pass-Defense und gespielt gegen den drittschwersten Schedule. Chargers werden durch eine „Flop 3“ Pass-Defense runtergezogen.

Graue Mäuse (21-28): Oakland | San Francisco | Green Bay (!)| Pittsburgh | Cleveland | Chicago (!!) | Minnesota | Baltimore (!). Chicago wird vom Modell wegen seiner viertschlechtesten Pass-Defense verachtet; die Bears hielten sich durch extremst viele Turnover und Return-TD bisher über Wasser – sie werden Regression zur Mitte erleben. Auch Baltimore ist so ein Fall: Sie sind in allen Kategorien weit unterdurchschnittlich. Der Kantersieg über Houston war z.B. u.a. zwei Return-TDs mit zu verdanken, das ist nicht zu halten. Green Bay wird durch die drittschlechteste Pass-Defense abgestraft, und weil es bisher kaum INTs fing, konnte man dies nicht kaschieren.

Bodensatz (29-32): St Louis | Arizona | Washington | Jacksonville. Eigene Kategorie für dieses Quartett, weil es im Modell meilenweit hinter den Ravens die letzten vier Plätze besetzt. Rams haben eine schwache Pass-Defense, Cards sind in beiden Pass-Statistiken weit unter Durchschnitt. Redskins haben die mit Abstand schlimmste Pass-Defense, Jacksonville völlig unüberraschend die mit weitem Abstand schlechteste Pass-Offense.

Nochmal: Vieles an diesem Modell ist noch unscharf, a) wegen der noch relativ kleinen Datenmenge und b) wegen der noch nicht aktualisierten Koeffizienten. Das Modell kratzt sich nicht um den Record einer Mannschaft, sondern versucht, die stabilsten Statistiken für Sieg und Niederlagen zu messen und sie für Down und Schedule zu adjustieren – es ist ein Modell, das versucht, künftige Leistungen zu schätzen.

Der TV-Sendeplan von heute

SPORT1 US hat heute folgendes Programm im Petto:

19h    Houston – Seattle
19h    Pittsburgh – Minnesota (*) (Wembley-Spiel)
22h25  Denver – Philadelphia
22h25  San Diego – Dallas (*)
02h25  Atlanta – New England

Die mit (*) gekennzeichneten Spiele laufen bei SKY im Multifeed-Kanal.

PULS4 bringt ab 22h30 die Partie Denver BroncosPhiladelphia Eagles.

Abendmahlzeit um 19h

Zwei Ansetzungen haben Spitzenspiel-Charakter: HoustonSeattle ist zwar ein Interconference-Spiel, aber beide sind die Favoriten in ihren jeweiligen Divisions, und beide sind noch ungeschlagen. Die um Welten besseren Eindrücke hinterließen dabei allerdings die Seahawks. Die Texans stehen im Ruf, gegen die Liga-Elite nur allzu schnell den Schwanz einzuziehen und zu abhängig von ihrer Front-Seven zu sein. In diesem Matchup gibt es die Chance, das Gegenteil zu beweisen: DE Watt und ILB Cushing gegen die heiß/kalt Protection der Hawks? Diese Front-Seven ist bisher die beste Lauf-Defense der Liga. Der zweite Vorteil pro Houston: Die laute Heimspielatmosphäre. Auswärtsspiele in lauten Stadien behagen Seattle nicht. Ich kann mir einen Texans-Sieg zwar ausmalen, aber die Seahawks sind mir zu gut drauf, als dass ich hier gegen sie tippen möchte.

Detroit Lions (2-1) – Chicago Bears (3-0) ist die andere nominelle Top-Paarung, und diesmal ist es ein Divisionsduell. Die Bears haben mich bisher nicht vollends überzeugt, aber es gibt positive Anhaltspunkte vor allem die besser funktionierende Offense um QB Cutler. Auf der anderen Seite wird die Leistung der Bears vielleicht durch bereit oben angesprochene Return-TDs geschönt: Man war gegen Cincinnati die schwächere Mannschaft, brauchte gegen Minnesota alles Glück der Welt und hatte gegen Pittsburgh eine schwer zu haltende +5 Turnover Ratio.

Detroit ist Detroit: Das Gesamtbild der Mannschaft sieht in etwa gleich aus wie letztes Jahr mit einer Prise mehr Konsequenz. Zuletzt hatte RB #35 Bell einen relativ guten Tag als Bush-Ersatz, aber im Laufspiel ist immer noch viel Leerlauf. HC Schwartz sammelte mit seiner 4th-Down Entscheidung gegen Spielende mächtig Pluspunkte: Schwartz‘ letzte 12 Monate als Entscheider an der Seitenlinie waren so desaströs, dass ich ihm schon die Qualität absprechen wollte. Das ausgespielte 4th Down gegen die Redskins zeigte, dass der studierte Ökonom (und einst als Wunderkind des Football-Pragmatismus gepriesene) Schwartz doch noch so etwas wie Spielgefühl besitzt.

So. Lions vs Bears. Seit etlichen Jahren gibt es dabei einen Knackpunkt: WR #81 Calvin Johnson gegen CB #33 Charles Tillman – gegen keinen direkten Gegenspieler hat Johnson mehr Probleme. Auf der anderen Seite war Chicago in den letzten Jahren für Detroit immer ein schlagbarer Gegner, gegen den nur ein einziges Mal hoch verloren wurde.

Tampa BayArizona ist das Duell zweier strauchelnder Offenses gegen jeweils recht gute Defenses. Die Buccs stehen bei 0-3 und haben den QB-Wechsel von Josh Freeman auf den Rookie Mike Glennon bereits unter der Woche vollzogen. Ich mag den Wechsel nicht, aber das hat in erster Linie persönliche Gründe: Josh Freeman ist mein aktueller NFL-Lieblingsspieler. Er hatte lichte Momente dieses Jahr, aber viel zu wenige. Der Wechsel schießt die Buccs nicht automatisch ab: Die Pass-Offense war wirklich schwach bisher, und viel tiefer wird sie mit Glennon auch nicht fallen.

Die 0-3 Bilanz täuscht aber auch hinweg: In beiden der ersten zwei Spiele machte man trotz lauer Leistung jeweils genug um zu gewinnen, verlor dann aber durch Field Goals in letzter Sekunde. Gegen New England verlor man höher, aber es war auch Pech dabei, u.a. bei vier ausgespielten 4th-Downs viermal gescheitert.

Es gibt Stimmen, die vermuten, dass HC Schiano das nichtmal so unrecht war: Schiano hatte zuvor wegen seines konservativen Handlings gegen die Saints in der Kritik gestanden, u.a. weil er seinen QB Freeman die drei Yards in einem entscheidenden 4th-Down nicht zu getraut hatte. Jezz kann Schiano die harten Nippel rausstellen und sagen, seht es euch doch an! Er hat’s ja doch nicht drauf.

Alleur: Spiel der letzten Hoffnung für die Buccs. Und das Debüt des dritten Rookie-QBs dieses Jahr.

Bei Jacksonville (0-3) – Indianapolis (2-1) gehen die Colts nach zwei richtig guten Vorstellungen als klarer Favorit ins Rennen. Das Ding letzte Woche in San Francisco war der Statement-Sieg der Colts; bisher waren es zumeist knappe, kämpferisch gute, aber spielerisch schon seeehr wackelige Siege gewesen oder einfach eine geile Story (Chuckstrong vs Packers 2012). Aber dann nach San Francisco zu fahren und die 49ers (die FOURTYNINERS!) so zu plätten, das hatte was. Beste Vorstellung der Colts seit HC Paganos Einstellung. Wenn das kein einmaliger Ausreißer war, sondern die in den letzten beiden Spielen gezeigten Ansätze „for real“ sind, sind die Colts Playoff-Anwärter. Im Power-Ranking Erstansatz von 2013 scheinen die Colts jedenfalls auf Platz 6 auf, was ein gutes Zeichen für den Rest der Saison ist.

Kansas CityNY Giants, oder wie es Kollege Herrmann schrieb:

Nächste Woche reisen die Giants nach Kansas City zu Eintracht Langeweile – allerdings haben diese in der Verteidigung mit Tamba Hali und Justin Houston noch bessere pass rushers als Carolina. Das wird dann entweder der Saisonabschluß der Giants oder der Beginn der alljährlichen Aufholjagd.

Für die Giants ist es das gefühlte Rematch des NFC-Finals 2011/12. Zumindest ist der Gegner eine 1A-Kopie, sogar im richtigen Farbton.

MinnesotaPittsburgh ab 19h aus dem Wembley-Stadion als erster Part der heuer zweiteiligen „International Series“ (am 27.10. kommt JAX-SF) der NFL. Alle beide sind sieglos gestartet. Vor allem die Steelers sind bereits im Alarm-Modus und auf der Suche nach ihrer Offense. Einen sehr bedachten Artikel zum Thema „Wie rette ich die Steelers-Offense?“ hat Mike Tanier in seinem Blog verfasst.

Kernproblematik der Steelers neben dem katastrophalen Laufspiel (25% Success-Rate ist so unterirdisch, dass sie fast von allein besser werden muss) sind bisher alerdings „glücklicherweise“ die Turnovers: Sie verlieren in der Offense in unglaublichen 6.2% der Spielzüge den Ball durch Fumble. Ligaschnitt ist heuer 2.3% und war in den letzten Jahren immer so um die 1.2% (wird sich auch dieses Jahr dahin bewegen). Man denke mal drüber nach: Pittsburgh hatte in nur drei Spielen so viele Lost Fumbles wie man normalerweise in einem ganzen Jahr verliert! Das wird besser werden. Auch Roethlisberger wird nicht ewig 3.6 INTs pro 100 Passversuchen werfen. Und dass die Defense noch nicht einen einzigen Turnover kreierte, hilft auch net.

Ich würde Pittsburgh trotz aller offensichtlichen Probleme schon allein wegen „Regression zur Mitte“ in angesprochenen Kategorien nicht abschreiben. Yup, der erste Monat war schlecht, aber es waren jetzt bei allen Problemen auch keine totalen Blamagen gegen Titans (ein Score Differenz), @Bengals (AFC-Mitfavorit) und @Bears (eingangs viertes Viertel nur ein Score Differenz, exzellente 3rd Down Defense). Alleine regelt die natürliche Regression logisch nicht alles, aber sie wird helfen.

Minnesota, das Team mit den dicksten Eiern, das einfach weiß, wie man enge Spiele gewinnt (letztes Jahr 5-1) ist dieses Jahr 0-2 in Spielen mit einem Score Differenz, mit zwei Pleiten in den finalen Sekunden. Problematisch dort ist vor allem der leblose Passrush und eine indiskutable Front-Seven. Dass RB Peterson keine 4yds/Carry zustande bekommt, ist ein Problem der vielen „9 men boxes“, die man sich als Gegner erlauben kann, weil die Vikes ein bestenfalls durchschnittliches Passspiel um QB Ponder aufziehen.

ClevelandCincinnati als Ohio-Derby. Die Browns zuletzt mit einer couragierten Leistung, aber ob das gegen diese Bengals reicht? Diese Bengals, die zwar nicht kritikfrei im Angriff sind, aber nach dem fulminanten Comeback-Heimsieg über Green Bay auch der Wahrnehmung der großen Medien im Kreis der möglichen AFC-Kandidaten angekommen sind?

Die 22h-Spiele

Die nominelle Top-Paarung ist Denver Broncos (3-0) vs Philadelphia Eagles (1-2). Denver ist zwar im Power-Ranking die #2, aber dennoch etwas schwer einordenbar: Drei glatte Siege über Gegner, die bisher sonst nicht viel gerissen haben (Baltimore, Giants, Oakland). Klare Siege über inferiore Konkurrenz ist das Zeichen einer dominanten Mannschaft, aber Denver ist im Augentest noch nicht bei 100%: Zweimal war das eine eher zähe Geschichte in der ersten Halbzeit, und der Passrush in der Abwehr ist eher so mittelmäßig zu verorten. Okay, OLB Miller fehlt noch immer, aber dennoch: Ein komplettes Team ist Denver noch nicht, und 8.9 NY/A sind auch für einen QB Peyton Manning nicht zu halten.

Auf alle Fälle ist die Eagles-Offense heute Abend aber die beste Offense, die Denver bisher gesehen hat. Wobei: Die Iggles sind noch ein kleines Rätsel. Dem furiosen Auftakt gegen Washington folgten ein lala-Spiel gegen San Diego und ein Grottenkick gegen Kansas City. In allen Spielen gab es zwischendurch Drives, in denen alles „klickte“ und in drei Plays waren die Eagles drunten in der EndZone. Aber in den letzten beiden Wochen gab es immer mehr Stotter-Drives.

Einiges kann man an der Offense Line festmachen: Die war im ersten Spiel nicht völlig überzeugend, aber noch akzeptabel. Im zweiten gab es Risse gegen den Einmann-Passrush Dwight Freeney. Im dritten war das eine Katastrophe. LT #71 Peters allein wurde von Hali fertig gemacht, der OT #68 Lane Johnson von Houston regelrecht gedemütigt. Dahinter zeigten sich bei QB Vick altbekannte Schwächen in Form von schnellen und überhasteten Pässen.

Zwei Erklärungsansätze für die Eagles-Formkurve bisher: Die gegnerische Abwehr wurde mit jedem Spiel eine Klasse stärker. Und die neu installierten Konzepte des Chip Kelly (v.a. das rasende Tempo) sind noch nicht völlig in der Team-DNA, was verständlich wäre. Fast alle Teams erlebten diese growing pains.

Denver halte ich in diesem Spiel für klar favorisiert: Sollte die Broncos-Defense tatsächlich allzu große Probleme mit Vick und Kollegen kriegen, hat man immer noch Manning gegen die alles andere als überzeugende Iggle-Defense.

OaklandWashington ist die Partie, bei der es für die Redskins händeringend darum geht, den ersten Saisonsieg einzufahren. Wenn es für die Skins gegen die Raiders nicht klappt, wann dann? Und immerhin: Zuletzt gab es aufsteigende Tendenz: Daheim gegen die Lions konnte man ein relativ offenes Spiel gestalten. Die Offense um RG3 funktioniert erwartungsmäßig besser mit zunehmendem Saisonverlauf: RG3s Würfe kommen besser, auch wenn es oft noch etwas zögerlich wirkt. Die grottenschlechte Secondary sollte mit den Raiders eines der einfachsten Lose bekommen: So beherzt Terrelle Pryor in seinen ersten Spielen aufgeigt, so ist es doch zu wenig konstant, was Pryor fabriziert. Redskins-DefCoord Haslett muss seinen Gameplan ironischerweise in erster Linie darauf ausrichten, Pryor zum Werfen zu zwingen.

Ab 22h05 übrigens auch im Programm: Jets @ Tennessee, eines der Spiele mit dem meisten Slapstick 2012. Diesmal allerdings ohne QB Sanchez. Dafür mit der Frage, welche Penalty-Rekorde New York heute brechen wird.

Um mir nicht vorwerfen lassen zu müssen, ich hätte was vergessen: Zu San DiegoDallas fällt mir net allzu viel ein. Chargers-QB Rivers bislang viel besser als erwartet, die Mannschaft macht insgesamt kaum Fehler und begeht wenige Strafen, aber die Defense ist relativ abhängig von 1-2 Einzelspielern (DE Freeney, S Weddle). Dallas ist mal so, mal so. Aber letzte Woche schossen sie die Rams so dermaßen ab, dass ich keine Ahnung habe, was das Gesicht der Boys ist. Eigentlich hätte St Louis von der Anlage alle Waffen gehabt, um Dallas Paroli zu bieten, aber schon nach wenigen Spielminuten war klar, wo der Hammer hängt.

Sunday Night Game

Das Sunday Night Game Atlanta Falcons (1-2) vs New England Patriots (3-0) ab 02h20 verspricht einiges an Erkenntniswert. Die Pats sind ein 3-0 Team, dem man am liebsten misstraut, aber es gibt trotz Holperstart positive Signale, und das nicht nur wegen der Siege.

Die Offense sah zwei Spiele lang komplett asynchron aus; gegen Tampa kam erstmals etwas Leben rein. Man muss bei rundumerneuertem Spielerpersonal aber auch von anfänglichen Wehwehchen ausgehen, vor allem wenn der wichtigste TE Gronkowski und der zweitwichtigste WR Amendola verletzt ausfallen. Die jungen WR #85 Thompkins und WR #17 Dobson sahen in den drei Spielen bisher extrem viele Bälle, und obwohl es brutal viele Drops und suboptimales Timing gab: Es waren auch die toughen Catches dabei, die dir nicht jedermann macht. QB Brady fiel zwar durch Wutanfälle auf, aber so ganz schuldlos scheint mir Brady auch nicht zu sein: Zumindest gegen Jets und Buccs waren das auch von Brady Wackelspiele mit mehr als einer Handvoll abmahnwürdigen Würfen.

Auf der anderen Seite wird die Pats-Defense nicht ganz zu Unrecht für einen ordentlichen Saisonstart gelobt, aber die gegnerischen Offenses waren halt auch eher untere Schublade: Manuel/Buffalo, Smith/Jets (mit Abstrichen zumindest) und Freeman/Buccs rissen bis dato gegen keine Defense Besonderes. Der Gewinn zu den Vorjahren: New England hatte damals teilweise selbst gegen solche Offenses Probleme.

Bei aller guter Front-Seven sind DE #95 Chandler Jones und CB #37 Dennard frustrierende Spieler, weil sie immer nach einem großen Play wieder für drei Spielzüge abtauchen und schwer erklärbare Bolzen begehen; junge Spieler: ja, aber die Pats müssen auf diese Herrschaften bauen, wenn sie in den Superbowl wollen.

Atlanta habe ich erst zweimal gesehen. Die Offense gab zweimal relativ schnell das Laufspiel auf, obwohl es so schwach nie aussah. Die Offense Line hat einige Probleme über ihre linke Seite. Die Defense ist vor allem in der Secondary besser als befürchtet (CB Alford gefällt mir außerordentlich), aber wo bitteschön soll der Passrush kommen?

Atlanta hat den Heimvorteil und ist wohl der bislang kompletteste Gegner, den New England in dieser frühen Saisonphase sieht. Gut möglich, dass eines der Schlüssel-Matchups sein wird, ob der wie ein Linebacker gebaute CB #31 Talib mit seiner physischen Spielweise den WR #11 Julio Jones in den Griff bekommen kann. Ist Jones ausgeschaltet oder eingebremst, wird es für Atlanta schwierig. Atlanta ist aber extrem heimstark, deswegen halte ich die Falcons hier für favorisiert.

(Green Bay und Carolina haben spielfrei)

College Football 2013/14, Preview Week 5 am Samstag

Vierter Spieltag am Samstag, und diesmal gibt es die besten Matchups nicht mehr am Freitag, sondern am Samstag. Gleich zu Beginn das TV-Programm bei uns – ich konnte es nicht testen, aber ich schnappte auf, dass SPORT1 US zuletzt die Sendepläne eingehalten hat – diesmal soll es folgender sein:

18h    West Virginia - Oklahoma State
21h30  Minnesota - Iowa
01h    Arkansas - Texas A&M
04h30  Washington State - Stanford
04h    Arizona State - USC

Programm des ESPN-Players dürfte im Tagesverlauf bei Allesaussersport aufschlagen. Ich hab heute keinen Zugriff drauf. Ab 21h30 dürfte Notre Dame-Oklahoma im NBC-Stream zu sehen sein; in den letzten zwei Wochen gab es dort keinen Geoblock. Das Spitzenspiel des Tages, Georgia-LSU ab 21h30, könnte im CBS-Stream zu sehen sein, aber ich wurde informiert, dass der Stream möglicherweise geogeblockt sein wird.

Liveblogging gibt es vermutlich wieder bei DerDraft.de. Weiterlesen

Friday Night Football, #5: San Jose Spartans – Utah State Aggies Preview

Friday Night Football ist der Slot im College Football, an dem sich meistens zwei kleinere Teams aus der Football Bowl Subdivision messen, und dankenswerter Weise ist SPORT1 US ab 03h in der Nacht auf morgen dabei: Diesmal treffen die San Jose State Spartans (1-2) auf die Utah State Aggies (2-2), beide Teams aus der Mountain West Conference (MWC), und das Duell hat durchaus seine Reize.

San Jose State und Utah State beendeten letztes Jahr die Regular Season jeweils mit 10-2 Siegen, und beide waren richtig gute Mannschaften. Beide verloren im Anschluss daran ihre Head Coaches an BCS-Schulen, aber beide sind mittlerweile für Mid-Majors richtig gut aufgestellt, mit grundsolider Personalpolitik ohne große Spinnereien. Daher durften sie von der aufgelösten WAC in die etwas besser besetzte MWC (die im Prinzip aber fast ausschließlich aus ehemaligen WAC-Unis besteht) wechseln.

Utah State kam recht solide in die Saison, verlor gegen zwei Pac-12 Unis jeweis nur knapp (@USC mit drei Punkten, gegen Utah mit vier Punkten). San Jose State hatte bisher hohe Niederlagen gegen Stanford (okay) und Minnesota (weniger okay).

San Jose State bringt in QB David Fales einen Mann, in dem viele Scouts NFL-Potenzial sehen. Seine Pässe sind zwar keine Granaten und die Flugkurven mir als etwas bogenlampig in Erinnerung, aber Fales ist der Typ QB, der diese Furchtlosigkeit vor Bällen in engste Deckungen ausstrahlt. Gegen durchschnittliche College-Defenses kann Fales auch mal 400yds in nur einer Viertelstunde Ballbesitz hinknallen, wie letzte Woche gegen Minnesota geschehen. Fales‘ Go To Guy ist WR Noel Grigsby, möglicherweise auch einer für die NFL; Grigsby ist lt. Play-by-Play letzte Woche ausgefallen, und ich habe nix in Erfahrung gebracht, ob er heute antreten kann.

Die Offense der Spartans ist nicht das Problem; die Defense ist es. Bisher wurde man in den Spielen von Stanford und Minnesota völlig vom Laufspiel überrumpelt (u.a. 8 zugelassene Rush-TDs), aber es gibt Stimmen, die behaupten: San Jose State ist dafür gebaut, schnelle Offenses zu stoppen, nicht physische. In der Secondary gibt es z.B. in CB Bene Benewikere nicht nur einen Mann für das All-Name Team, sondern auch jemanden mit leisen Profi-Hoffnungen. „Schnelle Defense“ würde ganz gut in die MWC passen, wo eher trickreicher, denn Power-Football gespielt wird. Insofern beginnt der Spaß des Lebens für diese Defense wohl erst heute Nacht.

Die Frage ist nur, ob das gegen Utah State und seinen QB Chuckie Keeton einen Unterschied macht: Keeton ist gleichermaßen ein Scramble-QB wie ein guter Werfer, und egal ob du die read-option Plays auspackst oder Keeton ein broken play zum 69yds-TD Scramble münzt: Der Mann hat definitiv was.

Utah State hat eine spektakulär gute Defensive Line, aber eine suspekte Secondary, die gegen exzellente Quarterbacks oft Probleme kriegt. Letztes Jahr lieferten sich diese beiden Mannschaften ein wildes, wildes Matchup, als Utah State 13 (in Worten: dreizehn) Sacks gegen David Fales fabrizierte und trotzdem 467 Pass-Yards kassierte!

Auf der anderen Seite scheint die Rush-Offense der Aggies um Keeton und die zirka sieben Runningbacks auch ein Mismatch für San Jose zu sein: Vergangenes Jahr wurden mehrere hundert Yards am Boden zu insgesamt sieben Lauf-TDs gegen San Jose erzielt.

Läuft also alles auf ein spektakuläres Spiel zweier interessanter Mid-Majors hinaus.

NFL Notizblock, Week 4: TNF 49ers @ Rams

Sowohl die San Francisco 49ers als auch die St. Louis Rams gingen mit einer 1-2-Bilanz in dieses Spiel. So wie die Seattle Seahawks sich präsentiert haben, geht es für Rams wie `Niners jetzt erstmal nur darum, um Platz zwei in der NFC West zu spielen. Beide Mannschaften waren mit großen Erwartungen in die Saison gestartet, hatten aber erstmal einige Fragezeichen produziert: San Francisco mit zwei deutlichen Niederlagen gegen Seahawks und Indianapolis Colts; die Rams mit zwei deutlichen Niederlagen gegen Falcons und Cowboys. Für San Francisco kamen noch die vielen verletzten (und versoffenen) Spieler auf der defensive Seite des Balles hinzu: OLB Aldon Smith, NT Ian Williams, CB Nnamdi Asomugha und LB Patrick Willis.

San Franciscos Defense hatte Glück: die Offense der Rams hat gespielt, wie man das seit Jahren von ihnen kennt – nur ohne das Laufspiel. In altbekannter Manier hat Offensive Coordinator Brian Schottenheimer ein wahres Paßfeuerwerk abgefackelt. Nur lehnt man sich mittlerweile nicht weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, daß Bradford kein besserer Quarterback ist als Mark Sanchez. Bradford wirft teilweise sehr schlechte Pässe; trifft immer mal wieder ganz schlechte Entscheidungen und wird geradezu unbrauchbar, wenn er es in der pocket mit pressure zu tun bekommt. Am Ende waren es dann wieder fast 50 Paßspielzüge für Bradford, damit hält er seinen Schnitt von 47 Pässen pro Spiel.

Stats / Gamebooks

Gamebook 49ers@Rams

Wobei man hier wohl Schottenheimer auch mal den benefit of doubt zustehen sollte: diese Offensive Line und diese Running Backs – Daryl Richardson und ein gewisser Benny Cunnningham – sind einfach nicht dafür gemacht, gegen eine `Niners-Defense zu laufen. 16 Versuche für 22 Yards – gegen eine Defense, die drei Stammspieler der Front Seven ersetzen mußte.

Paßspiel nicht gut, Laufspiel schlecht, damit man trotzdem irgendwie vorwärts kommt, haben die Rams ihren top-ten pick in eine blitzschnelle Allzweckwaffe investiert. Aber warum waren eigentlich alle so scharf auf Tavon Austin? Im Angriff spielt er überhaupt keine Rolle und auch als Punt Returner sieht er schlecht bis mittelmäßig aus.

Die besten Spieler bei San Fran waren DE Justin Smith, der ganz gemütlich die OLine durch die Gegend geschoben hat; und vor allem LB NaVorro Bowman mit etlichen Tackles, zwei Sacks, einem abgefälschten Paß und dem erzwungenen Fumble von Bradford beim Stand von 3-21 tief in der Rams-Hälfte.

So war das Spiel auch enger, als es das Endergebnis vermuten läßt. San Franciscos Offense war über weite Strecken des Spiels alles andere als überzeugend. Vor allem Colin Kaepernick sieht nun aus wie ein Rookie und nicht mehr wie die heißeste Erfindung seit der Dampfmaschine. Er hat vor allem das Problem, daß er sich immer an seinem first read festklammert und diesen dann manchmal so lange anstarrt, bis auch der letzte Bratwurstverkäufer im Stadion gemerkt hat, zum wem er werfen will. Nur knapp entging er so zwei Interceptions. Kaepernick muß von seinem Offensive Coordinator Greg Roman regelrecht gepampert werden mit einfachen reads: viel play-action, designed rollouts oder durchs Spielzugdesign kreierte 1-gegen-1-Situationen von WR Anquan Boldin und TE Vernon Davis gegen körperlich unterlegene Gegenspieler.

Das funktioniert auch alles, solange Kaepernick nicht das Spiel auf seinen Schultern tragen muß. Gegen eine erschreckend schwächliche Laufverteidigung der Rams sind Frank Gore und Kendall Hunter hinter einer endlich mal wieder bärenstarken Offensive Line für mehr als 200 Yards gelaufen. Aber, wie gesagt: es stand bis zu Bradfords Fumble im vierten Viertel nur 21-3 und nicht gegen jeden Angriff werden die 49ers defensiv so glänzen können wie gestern.

Date am Donnerstag, #4: St Louis Rams – San Francisco 49ers Preview

Das letzte Septemberwochenende in der NFL bedeutet den Beginn der vierten Spielwoche. Den Auftakt machen in der Nacht auf morgen, 02h (live bei SPORT1 US) die St Louis Rams (1-2) und die San Francisco 49ers (1-2) im direkten Duell zweier Mannschaften aus der NFC West. Das Spiel hat aufgrund der Siegbilanzen beider Mannschaften bereits erhöhte Brisanz.

Bei den 49ers herrscht nach der zweiten Pleite en suite zwar noch keine Panik, aber doch dezente Beunruhigung: In Seattle kann man bei beschissenem Spielverlauf schonmal auch höher verlieren, aber zuhause gegen die Colts – und dann auch noch höchst verdient? No way, dass nach so einer Leistung einer der dominantesten Mannschaften des letzten Jahres alles ruhig bleibt.

Wenn die 49ers den Ball haben

Gegen die Colts wurde man nicht nur von einem superben QB Andrew Luck besiegt; es war schlicht und einfach frappierend, wie San Francisco, diese physische Gewalt, körperlich unterlegen war. Es gab einen einzigen guten Drive, und zwar den ersten oder zweiten in der ersten Halbzeit, als das 49ers-Laufspiel um RB Frank Gore und RB Kendall Hunter wieder an gute alte Tage erinnerte: Superbes Vorblocking, und die Backs, die jede Lücke nutzten um zu beschleunigen und durchzubrechen. Das war’s dann aber auch. Danach wurden 2-3 Läufe eingebremst, und dann gab der Coaching-Staff in der zweiten Hälfte komplett das Laufspiel auf.

Mehr Passspiel ist bei fast allen Mannschaften eine gute Idee, aber San Francisco ist ein etwas speziell gelagerter Fall mit seinem jungen QB Kaepernick und seinem Einmann-Receiving Corp Anquan Boldin. TE Vernon Davis ist nicht fit, und dann gibt es niemanden mehr. Eigentlich unglaublich, aber Kaepernick hatte nur zwei vollständige Pässe zu Wide Receivers, die nicht Boldin hießen (2x Williams, 12yds).

Diese Eindimensionalität ist ein Problem. Ein Problem ist auch Kaepernicks zuletzt wieder verstärkt gezeigte Tendenz, seinen Receiver (Boldin) bis zum letzten Moment anzustarren und dann trotzdem den Pass zu werfen. Wenn der Gegner merkt, dass der Quarterback nur zu einem einzigen Receiver werfen möchte weil er nur diesem einzigen vertraut, ist es einfach, seinen GamePlan danach auszurichten. „Kaep“ ist ein junger Spieler, für den solche Krisen normal sind, aber aus Niners-Sicht könnte es in der derzeitigen Divisions-Konstellation (bereits eine Divisions-Niederlage) ein größeres Problem werden…

…sofern die „wahre“ Defensive Line der Rams jene aus den ersten beiden Spielen (ARI, @ATL) ist und nicht jene aus dem dritten (@DAL). Jeder bescheinigte den Rams und vor allem DE Robert Quinn nach zwei Spielen sensationelle Frühform. Ohne richtig darauf geachtet zu haben: Die Offense Lines von Arizona und Atlanta sind nicht dafür bekannt, zu den besseren zu gehören. Im ersten „echten“ Test gegen Tyron Smith sah Quinn wie ein Normalsterblicher aus, und DE Chris Long völlig von der Rolle: Langsam, träge und wenig Gegenwehr.

San Francisco hat eine Unit im Angriff, die derzeit kein Problem stellt, und das ist die O-Line. Dominiert diese auch die Rams (und die Wetten stehen gut), sehe ich gute Chancen, dass die 49ers zurück in die Spur finden.


Wenn die Rams den Ball haben

Aber auch das andere Duell hat seine Reize: San Franciscos plötzlich recht marginal aussehende Defense gegen die eher schwache Rams-Offense. Zuerst zu den Rams, wo QB Sam Bradford auch im vierten Profijahr keinen rechten Fortschritt machen möchte. Den Rams geht rein vom Spielertypus abseits von vielleicht WR Chris Givens ein echtes deep threat ab. Trotzdem ist es schwer erklärbar – und fällt irgendwann auf den Quarterback zurück – wenn zwei von drei Passversuchen 3yds-Checkdowns für die Runningbacks sind. Checkdowns sind nicht per se zu verachten (sie bringen immerhin relativ sichere kurze Yards und sind weniger turnover-anfällig), aber wenn sie der Kernbestandteil bzw. fast der einzige Bestandteil der Offense sind, wird das zum Problem.

(Täuschte es oder wurde LT Jake Long am Sonntag tatsächlich auf die Bank gesetzt?)

Gut möglich, dass wir uns vom extrem langweiligen Eindruck, den St Louis im Angriff hinterlässt, in die Irre führen lassen, aber auch fortgeschrittene Stats unterstützen die These, dass Bradfords übervorsichtiges Spiel (bzw. übervorsichtiges PlayCalling des Coaching-Stabs) ein Handicap stellen.

San Franciscos Defense 2013? Kränkelnd. Die Unit kämpft mit Verletzungssorgen und Alkoholproblemen beim wichtigsten oder zweitwichtigsten Passrusher Aldon Smith (Smith für die nächste Zukunft: Inactive wegen Entziehungskur). LB Patrick Willis ist alles andere als fit. Und was fast alle anderen Mannschaften schon lange kennen, schlägt nun auch bei den Niners zu: Wenn die Superstars fehlen oder nur mit halber Kraft spielen können, müssen die Backups ran, und das führt natürlich häufig zu Qualitätsverlusten.

Wenn sich dann noch dazu eine ganze Latte an uncharakteristischen Fouls (late hits, Pass-Interferences) gesellen, sieht die einst beste Defense im Lande schonmal schnell aus wie eine ganz gewöhnliche Abwehr der Güteklasse Detroit. Genau das ist in den ersten drei Spielen (mit Ausnahme vielleicht einer Halbzeit in Seattle) der Niners 2013 der Fall.

Es steht also heute Nacht ziemlich vieles auf dem Spiel; und weil beide Teams klar ersichtliche Probleme haben, werden wir hoffentlich auch viele optische Eindrücke sammeln können. Letztes Jahr gingen beide Spielen zwischen diesen Teams in die Overtime (ein Remis, ein Rams-Sieg). Beide Spiele waren Abwehrschlachten mit zwar immer wieder guten Anflügen in beiden Offenses, die aber mit brutal disziplinierter Spielweise jeweils wieder schnell eingebremst wurden. Vor allem die Rams werden heute weiter so diszipliniert spielen müssen, weil sie die immer noch schwächere Offense besitzen.

Ich tippe auf San Francisco, weil die 49ers trotz allen aktuellen Problemen mehr Wucht in ihrem Angriff haben.

Die Akademische Viertelstunde, Woche 4: Das weiße Fähnchen

Vor zwei Wochen schrieb ich an dieser Stelle über eine Recherche-Artikelserie von Sports Illustrated, die sich mit jahrelangen Verfehlungen im Athletic Department an der Oklahoma State University befasste. Die Artikelserie ist mittlerweile veröffentlicht worden, und die Reaktionen darauf waren überraschende: SI.com wird von allen Seiten angefeindet. Zum ersten, weil die Recherche-Arbeit der Journalisten schlampig war. Aber es sind auch andere Phänomene zu beobachten:

  • Es ist nur „ein weiterer Skandal“.
  • Die Leute haben sich damit abgefunden, dass College-Sport abgrundtief korrupt ist. Wo es um so viel Geld geht, ist ein maroder Unterbau scheinbar latent akzeptiert.
  • Die Leute sind es satt, sich den Spaß am College-Sport nehmen zu lassen. Sie wollen Brot und Spiele.

Sind das zu pauschale Verurteilungen? Ist das der Freischuss zur Korruption? Es gibt gewisse Parallelen zur latenten Resignation in Sachen Sportpolitik in FIFA und im Internationalen Olympischen Komitee.

Stand der sportlichen Dinge

Woche vier hatte den vielleicht schwächsten Spielplan in dieser Saison. Ich hatte dennoch auf ein Highlight gehofft, in Form des Besuchs des Heimspiels der Indiana Hoosiers gegen Missouri, doch das fiel kurzfristig flach. Indiana ist eigentlich gut in die Saison gekommen und spürt mit einer attraktiven Spielweise viele Sympathien, aber Mizzou war am Ende doch zu viel und Indiana verlor zuhause mit 28:45.

Ganz oben in den AP-Rankings bleibt alles unverändert. #1 Alabama gewann locker 31:6 gegen Colorado State, und das einzige, was einige Experten darüber zu erzählen wissen, ist die Tatsache, dass Bama in den Spielen gegen kleine Mannschaften oft nicht überzeugt, und es auch diesmal nicht machte.

#5 Stanford hatte mit #23 Arizona State überhaupt keine Probleme und gewann locker mit 42:28. Die 14 Punkte Differenz sahen zur Halbzeit noch etwas anders aus: Stanford führte da bereits mit 29:0 und beeindruckte die Pollster mit seiner kraftvollen Spielweise. Es läuft für die Kalifornier alles auf den großen Saisonhöhepunkt „Heimspiel gegen Oregon“ im November hinaus.

Die einzige andere Mannschaft aus den Top Ten, die wirklich stürzen hätte können, war #3 Clemson, aber die Tigers gewannen bereits am Donnerstag Abend locker 26:14 gegen N.C. State.

Bei den Texas Longhorns beruhigten sich die Gemüter fürs erste: Das 31:21 gegen die Kansas State Wildcats war der erste Sieg über K-State seit zehn Jahren. Viel wichtiger für den nahe der Entlassung stehenden Coach Mack Brown war aber die Art und Weise, mit der die sehr farblose Offense von K-State gestoppt wurde: Keine Big Runs für K-State, Texas zum ersten Mal seit langem mit einer brauchbaren Abwehrleistung.

Das Spiel der Woche fand Freitagnacht in Fresno statt, wo im Spitzenspiel der Mountain West Conference die Fresno State Bulldogs nach einem sehr spannenden Spielverlauf die Boise State Broncos mit 41:40 besiegten. Der hoch gelobte QB von Fresno State, Derek Carr, lieferte eine wahnsinnige Leistung mit 460 Passing Yards und dem entscheidenden Touchdown kurz vor Spielende. Zusammen mit einer tollen Stimmung im Stadion bleibt von Fresno State das Bild des vielleicht besten non-AQ Teams diesen Herbst. Die Bulldogs sind 3-0 und damit nur noch eines von drei ungeschlagenen Teams aus einer der Mid Major-Ligen. Ein so markanter Sieg über Boise hilft, die Bulldogs ernst zu nehmen.

Woche 5 bietet wieder mehr Action. Wir werden noch gründlicher darauf eingehen, aber wenn Georgia und L.S.U. gegeneinander spielen, dann geht es immer um einiges in der S.E.C. Das andere klangvolle Spiel ist Notre Dame gegen Oklahoma. Bei Notre Dame werden viele nervös, weil man vor zwei Wochen gegen Michigan verlor und Michigan seither Probleme hatte, selbst schwache Mannschaften aus den kleinen Conferences zu schlagen. Wie gut ist Notre Dame ein Jahr nach der B.C.S.-Finalqualifikation noch?

Die Mercy Rule

In Abwesenheit von besseren Themen gibt es für Woche 4 nur noch die „Mercy rule“ als Aufreger. Bei Miami (Fla.) gegen Savannah State (Endstand 77:7) und Louisville gegen Florida International (Endstand 72:0) kam jeweils im letzten Spielviertel die ansonsten nur im Highschool-Bereich angewandte „Mercy Rule“ zum Einsatz: Eine Spieluhr, die in Real-Zeit tickt, und ein verkürztes letztes Viertel. Das ist sozusagen das weiße Fähnchen, das die Coaches hissen.

Die N.C.A.A. möchte die Anwendung der Mercy-Rule nur in absoluten Ausnahmefällen gestatten. Bei Florida International ist es unglücklich, weil die Panthers momentan ein sehr tiefes sportliches Loch durchmachen. Bei anderen Teams, und zwar jenen aus der F.C.S., ist der Kern der Problematik das Scheduling.

Ein Team wie Savannah State wird auch im regulären Spielbetrieb von Gleichgesinnten platt gemacht. Es gibt gute oder sehr gute Teams in der F.C.S., wie zum Beispiel North Dakota State, die jederzeit in einer F.B.S.-Conference mitspielen könnten, aber diese Teams sind die Ausnahme. Weil das momentane Regelwerk natürlich keine Unterscheidung zwischen „guten“ und „schlechten“ F.C.S.-Teams macht, sind auch zukünftig Blowouts in dieser Art möglich. Der einzige Weg, dem aus dem Weg zu gehen, ist die Teilung der F.C.S. in zwei Divisionen, ähnlich der Spaltung der früheren Division-I, die Ende der 70er Jahre in Division I-A (heute F.B.S.) und Division I-AA (heute F.C.S.) gemacht wurde, und nachfolgend ein Verbot, Teams aus der Division I-AAA (nenne ich mal so) in den Spielplan aufzunehmen.

Es hat niemand was davon, wenn Savannah State mit 70 Punkten besiegt wird und es nur keine 100 werden, weil das Fähnchen gehisst wird. Als Anschauung: Miami nahm seine Starter nach zwei oder drei Drives vom Feld. Die Stars in der Offense, Stephen Morris und Duke Johnson, hatten zusammen neun Ballkontakte.

Redskins

Rick Reilly, millionenschwerer ESPN-Blogger, thematisiert in seiner Kolumne dieser Woche den in den USA durchaus kontrovers diskutierten Franchise-Namen der Washington Redskins („Rothäute“): Have the people spoken? Mancher namhafte Sportjournalist und nicht bloß eine große Zeitung verzichten mittlerweile auf die Nennung des Teamnamens und geben als Grund Rassismus-Bedenken an. Reilly hat eine andere, eindeutige Meinung zu diesem durchaus streitbaren Agendapunkt und zählt Argumente für seine Einstellung pro „Redskins“ auf. Es gibt bessere Argumente in einer durchaus erlaubten Diskussion in beide Richtungen, aber das ist nicht der Punkt.

So weit, so gut. Der harzige Happen steckt im Schluss von Reillys Kolumne:

Trust us. We know what’s best. We’ll take this away for your own good, and put up barriers that protect you from ever being harmed again.

Kind of like a reservation.

Holy Fuck. Wer die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner („Redskins“) und den problematischen Umgang der Weißen mit ihnen kennt (Stichwort Reservate), da läuten die Alarmglocken. Es gibt Medien, die Reilly mit so einem Statement freistellen würden.

NFL Notizblock, Week 3: New York Giants @ Carolina Panthers (+ MNF)

Das Monday Night Game ist so gelaufen, wie es alle erwartet haben und wie es auch Seminole hier gevorschaut hatte. Die Oakland Raiders haben die ihnen zugedachte Rolle als Fußabtreter erfüllt, ohne sich lächerlich zu machen. Sie haben gekämpft, sie haben sich nicht aufgegeben, QB Terrelle Pryor sieht manchmal ganz gut aus und sogar RB Darren McFadden hat einen TD-Paß zu seinem Fullback geworfen. In Verbindung mit der Exzellenz Peyton Mannings, der wie immer gegen deutlich schlechtere Mannschaften eine alberne stat line produziert hat – 32/37, 374 Yards, 3TD, 0 INT – konnte man sich das Spiel sogar angucken. Aber viel gelernt haben wir nicht, darum statt eines Notizblock zum MNF kommt hier der Notizblock zum Spiel NY Giants@Carolina vom Sonntag 01.00pm.

Als diese beiden Teams letztes Jahr in Woche 3 aufeinandertrafen, haben die G-Men Cam Newton und seine Panthers dermaßen verprügelt, daß sie zwei Monate brauchten, sich davon zu erholen. Diese Saison wiederholte sich das Schauspiel – allerdings mit vertauschten Rollen. Die Cardiac Cats haben die Giants erbarmunglos in Stücke gerissen. Dominiert hat dabei vor allem die Front Seven der Panthers. Nach einer bärenstarken Leistung in Woche 1 gegen Seattle und einer mäßigen in Woche 2 gegen Buffalo steht der Zeiger auf dem Großartig-Überbewertet-Tacho jetzt ganz klar auf der linken Seite.

In der ersten Hälfte hatte New Yorks Offense sechs Drives. Ergebnis: zwei First Downs. 15 von 24 Spielzügen für null oder negativen Raumgewinn. Insgesamt 18 Yards. Achtzehn Yards Raumgewinn in der ersten Halbzeit. Sechs Drives, sechs Sacks. Shocking.

Zumal New Yorks Offensive Line in letzter Zeit auch nicht mit besonders schlechten Leistungen aufgefallen wäre. Am Sonntag ist dann ausgerechnet Left Tackle Will Beatty mit einem absolut fürchterlichen Auftreten in nie gekannte Tiefen abgestürzt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er in seinem ganzen Leben schonmal so schlecht gespielt hat. Er sollte sein Gehalt für dieses Spiel spenden an eine Organisation, die sich um ehemalige Quarterbacks mit körperlichen Langzeitschäden kümmert. Die anderen Vier rechts neben ihm waren aber auch nicht viel besser.

Die game winner waren also die Herren Greg Hardy, Star Lotulelei, Kawann Short und Charles Johnson, freundlich unterstützt von Luke Kuechly und Thomas Davis.  Die aufgrund von Verletzungen komplett umgebaute Secondary verdient wohl auch großen Respekt, wobei ich bei der Übertragung nicht erkennen konnte, ob sie so gut gedeckt haben oder ob Eli Manning mehr mit seiner Gesundheit beschäftigt war als mit seinen WRs.

New Yorks Angriff hatte 43 plays (das passiert, wenn man nur 10 First Downs erreicht), Carolina hatte alleine 44 Laufspielzüge. Die Panthers haben 38 Punkte gemacht, obwohl Steve Smith nur drei Bälle gefangen hat und Cam Newton alles andere als überragend gespielt hat. In der Verteidigung der Giants war niemand, der das Laufspiel Carolinas davon abhalten konnte, ständig First Downs zu machen (44 Läufe für 195 Yards, 15 First Downs).

Nächste Woche reisen die Giants nach Kansas City zu Eintracht Langeweile – allerdings haben diese in der Verteidigung mit Tamba Hali und Justin Houston noch bessere pass rushers als Carolina. Das wird dann entweder der Saisonabschluß der Giants oder der Beginn der alljährlichen Aufholjagd. Carolina hat spielfrei und besucht in Woche fünf die Arizona Cardinals in der Hoffnung, das erste Mal in der Ära Ron Rivera nicht gleich zu Saisonbeginn den Anschluß an die Spitze der NFC South zu verlierenn.

NFL Notizblock, Week 3: Green Bay Packers @ Cincinnati Bengals

Zwei sichere Playoffkandidaten trafen gestern um ein Uhr in Ohio aufeinander. Da beide Mannschaften mit einer 1-1-Bilanz antraten, ging es für beide auch darum, das Fallen in die erste kleine Grube der Saison zu verhindern. Ein Spitzenspiel war es dann tatsächlich auch, mit vielen Spielern, die herausstachen – positiv wie negativ. Die Einzelheiten nach dem Klick.

Cincinnatis Cornerback Leon Hall hat gestern gegen eine der besten QB-WR-Combos gezeigt, daß er einer der besten Defensive Backs der Liga ist. Er hat Randall Cobb überallhin verfolgt, war also die meiste Zeit im slot, und hielt ihn bei fünf catches für 50 Yards. Gekrönt hat er seine Leistung mit einer starken Interception beim Stand von 21-30 in der eigenen redzone. Diese hat wahrscheinlich das Spiel gerettet.

Stats / Gamebook

Gamebook Packers@Bengals

Fast ebenso auffällig waren Cincys Defensive Ends Michael Johnson und Carlos Dunlap. Ständig haben sie die Offensive Line der Packers wie heillos überforderte Amateure aussehen lassen. Diese Drei, Hall, Johnson und Dunlap, waren auch die Hauptverantwortlichen dafür, daß diese Spiel nicht schon in der ersten Halbzeit für die Bengals zu einem blowout wurde.

Die Bengals marschieren im ersten Drive über das gesamte Feld, Rookie RB Gio Bernard schließt spektakulär zum 7-0 ab. Den folgenden Kickoff fumblet Green Bays Kick Returner Jeremy Ross. Einen Spielzug später steht Ben-Jarvus Green-Ellis in der Endzone: 14-0 Bengals nach sechs Minuten.

Und dann fällt alles auseinander. Es folgen vier Turnovers in den folgenden vier Drives – alle in der eigenen Hälfte. TE Jermaine Gresham fumblet, RB BJGE fumblet, QB Andy Dalton verliert einen Ball und wirft auch noch eine Interception. Ein Fumble wird direkt zum Touchdown returniert. Die anderen drei aussichtsreichen Möglichkeiten kann die Packers-Offense aber nur in zwei Field Goals ummünzen. Nach dieser Leistung muß sich Cincinnatis Verteidigung vor niemandem mehr fürchten. Aaron Rodgers macht aus 43 Paßversuchen nur 244 Yards und hatte sein erstes Spiel mit zwei Interceptions seit drei Jahren. Rodgers konnte aber auch fast nur kurze, schnelle Pässe werfen, weil er sonst im Krankenwagen hätte nach Hause fahren müssen. Seine OLine spielt mindestens zwei Klassen unter der DLine der Bengals.

Stark waren bei den Cheeseheads vor allem Rookie RB Jonathan Franklin bei seinen 13 Läufen (103 Yards)  und der unnachahmliche Jordy Nelson, der alles, aber auch wirklich alles fängt, was irgendwie in seine Richtung gesegelt kommt.

Auf der anderen Seite war Cornerback Sam Shields das Gegenstück zu Hall. Shields fing die angesprochene Interception von Dalton und hatte auch A.J. Green erstklassig im Griff. Wie auch Hall spielte er nicht eine feste Position, sondern verfolgte Green auf Schritt und Tritt. In der ersten Hälfte fing Green nicht einen Paß; insgesamt waren es bei acht targets vier catches für weniger als 50 Yards.

In Hälfte eins sah das Laufspiel ganz ordentlich aus. Vor allem Rookie Bernard macht jede Menge Spaß. Sehr gut im Griff hatten die Packers die beiden Tight Ends Gresham und Rookie Tyler Eifert.

In der ersten Hälfte hat die Defense die Bengals im Spiel gehalten; in der zweiten Hälfte hat sie das Spiel gewonnen. Nach dem TD zum 30-14 enden die folgenden drei  Packers-Drives mit Interception (Terrence Newman), Interception (Hall) und Fumble (Johnson schlägt Franklin den Ball aus der Hand). QB Andy Dalton sah sehr solide aus und führte im vierten Viertel einen lebenswichtigen Drive über 95 Yards zum Touchdown.

Wildes Spiel, einige sehr gute individuelle Leistungen, acht Turnovers. Viel besser kann ein Ein-Uhr-Spiel für die Zuschauer gar nicht sein. Und beide Mannschaften sind immer noch klare Playoff-Kandidaten.

NFL Gameday No. 3 Monday Night Game Preview: Denver Broncos – Oakland Raiders

Tja, es ist Monday Night Game, und ESPN hat nichts Besseres zu tun als uns eine Partie zu bescheren, die man erst gar nicht anzupfeifen braucht. Der Sieger steht eh schon fest: Denver. Der Verlierer auch: Der Fan. Denver BroncosOakland Raiders ist eine Ansetzung, auf die man glatt verzichten könnte, weil auch kein Al Davis mehr die Giftpfeile aus dem Grab schießen kann.

Alle Experten waren sich vor der Saison einig, dass Denver in der A.F.C. der Favorit sein wird und dass sie wegen vieler Ausfälle höchstens in den ersten Spielen Schwierigkeiten bekommen werden. Diese Schwierigkeiten äußerten sich in Form von 49:27 und 41:23 Siegen gegen die vermeintlichen schwierigsten Gegner! Mit linearer Extrapolation weiter geführt ist das mindestens ein Sieg mit 30 Punkten gegen die Raiders für Peyton Manning und Kollegen.

Die Raiders können einem ja fast leid tun. Da lobt jeder den General Manager für sein clevers Handeln, während Trainer und Mannschaft genau deswegen einen guten Mitspieler nach dem anderen verlieren und am Ende des Tages sogar einen Quarterback einsetzen müssen, bei dem niemals jemand daran gelaubte dass er fähig genug für die N.F.L. ist. Und genau dieser Quarterback wird dann zu einem der Stars der ersten beiden Wochen. Terrelle Pryor ist niedlich anzuschauen und spielt wenn schon nicht fehlerlos, dann wenigstens spektakulär mit seinen tollen Läufen! Mit diesem Kochrezept hätte Pryor vor zwei Wochen fast die Indianapolis Colts ums Eck geschlagen. In Week 2 war es gegen die Jags angerichtet für den ersten Sieg.

Statistisch möchte man in der Underdog-Rolle immer einen Zug haben, der höchstmögliche Varianz anbietet. Viel Varianz, weil der Underdog damit nur gewinnen kann: Im besten Fall ein unerwarteter Sieg, im Worst Case eine hohe Niederlage, die aber nicht weh tut, weil der Underdog sowieso fast immer verliert, wenn er mit normalem Risiko spielt. Diese Theorie der hohen Varianz scheinen die Raiders zu verfolgen. Es ist nur die Frage erlaubt, warum. Die höchstens Draftpicks kriegen in der N.F.L. die, die am öftesten verlieren, und die Oakland Raiders müssen 2013 so oft wie möglich verlieren, um die besten Talente zu bekommen. Ein Terrelle Pryor kann in diesem Unterfangen im schlimmsten Falle mit zu vielen Siegen schaden.

Heute ist es eh egal, denn die Raiders können aufstellen, wen sie wollen. Denver wird sowieso gewinnen.

NFL 2013-14, Gameday #3 am Sonntag

Bitte nicht erschrecken. Ich muss diesen Sonntag für den urlaubenden korsakoff einspringen, der mir noch das Sendeprogramm der deutschsprachigen TV-Sender mit auf den Weg gegeben hat:

19h    Baltimore - Houston
19h    Washington - Detroit (*)
22h05  Miami - Atlanta (*)
22h25  San Francisco - Indianapolis
02h25  Pittsburgh - Chicago

Die mit (*) markierten Spiele laufen bei SPORT1 US auf SKY via Multifeed.

PULS4 in Österreich bringt ab 22h30 San FranciscoIndianapolis mit dem neu akquirierten Runningback der Colts, Trent Richardson.

Im NFL Gamepass gibt es heute ein Gratis-Spiel New Orleans SaintsArizona Cardinals. Man muss sich aber anmelden, und dann rechtzeitig wieder kündigen.


Zuerst zu den Spielen, die MESZ ab 19:00 Uhr ausgetragen werden. Ich hoffe, meine „Expertise“ reicht für das lesende Publikum aus.

Cincinnati Bengals – Green Bay Packers

Bei diesem Spiel muss ich immer an meinen Host Daddy aus der Schulzeit als Austauschschülerin in Pennsylvania denken: Glühender Bengals-Fan, der nach vielen Jahren Seuche zum ersten Mal so etwas wie Hoffnung spürte. Cincinnati qualifizierte sich in jenem Herbst zum ersten Mal seit 15 oder so Jahren für die Playoffs, und es waren selige Weihnachten, aber dann riss sich der Franchise-Quarterback alle Bänder und die Seuche ging weiter. Bis jetzt. 2013 treten die Bengals nach langen Jahren wieder mit echten großen Hoffnungen an. Überwiegende Meinung: Es fehlt ihnen nur noch eins, und das ist ironischerweise ein richtiger „Franchise-Quarterback“. QB Andy Dalton ist zwar ein Guter, aber nicht einer der besten. Das sah beim Monday Night Game gegen Pittsburgh in Week 2 dann so aus: Jeder längere Wurf segelte viele Meter am Ziel vorbei, oder drüber.

Tipp: Wenn wir schon über Franchise Quarterbacks sprechen, dann hat Green Bay nicht nur einen den besseren, sondern den Besten. Green Bay gewinnt.

Tennessee Titans – San Diego Chargers

Gäbe es Punkte für Attraktivität, dann hätten diese beiden Teams im Sommer nicht bloß keine bekommen, sondern Punktabzüge. Und dann starten beide mit 1-1 in die Saison und lehren dabei die Großen das Fürchten: Tennessee mit Auswärtssieg in Pittsburgh und nur knapper Auswärtsniederlage in Houston, San Diego verlor auch haarscharf gegen Houston und gewann auswärts in Philadelphia. Die besseren Impressionen hinterließ San Diego, die schon wieder von den Playoffs träumen.

Tipp: San Diego Chargers.

Washington Redskins – Detroit Lions

RGIII ist noch längst nicht wieder der Alte und humpelt zähnefletschend über das Feld, aber der einzige Weg, einen gesunden RGIII zu einem fitten RGIII zu einem _spielfitten_ RGIII hochzuziehen, ist es, RGIII spielen zu lassen. Deswegen werden sich die Schreie nach seinem Ersatzmann schnell einstellen. Der einzige Grund, ihn gegen Detroit keine Spielpraxis sammeln zu lassen, ist der gemeingefährliche Ndamukong Suh von den Lions, vor dem selbst die eigenen Mitspieler im Training Angst haben, weil er seine Energie nicht im Zaume halten kann.

Tipp: Detroit.

New England Patriots – Tampa Bay Buccaneers

Es war die erste Saison, in der ich rechte Hoffnungen hatte, dass es mit Evil B.B. und dem Modelficker (*) abwärts geht, und nix: Zwei Spiele, zwei Siege. Ja, es war zweimal knapp und gegen zwei der schlechtesten Teams (sagen zumindest alle über Buffalo und Jersey-B), aber das gehört alles zu B.B.s Plan. B.B. hat den ganzen Sommer damit verbracht, den Schedule zu studieren und kam zum Schluss, dass die ersten Games der Pats so einfach seien, dass sie selbst mit der B-Reserve zu gewinnen sind. Besser erstmal auf die richtigen Gegner einspielen und die schmutzigen Wins mitnehmen. Klappte ja hervorragend, auch wenn der Modelficker das in seinen Wutausbrüchen wohl nicht so sah, Aaron Dropson und Kenbrell Dropkins sei Dank.

Heute folgt Stufe zwei des B.B. Plans, und sehr zur Freude geht es gegen den besten Kumpel, Greg Schiano, den einzigen NFL Coach, der noch unsympathischer ist ohne B.B.s Kultigkeit zu besitzen. Die halbe Mannschaft des B.B. besteht aus Jungens, die Schiano am College in Rutgers unter seinen Fittichen hatte. Das ist kein Zufall. B.B. weiß, dass alle Menschen, die schonmal unter Schiano arbeiten mussten, dankbar sind, unter B.B. arbeiten zu dürfen. Um das zu verdeutlichen, hält B.B. gemeinsame Trainings mit Schiano ab.

Schiano steht nach dem missglückten Auftakt der Bucs (0-2) schon mit dem Rücken zur Wand. Dass Schiano ein menschliches A****loch ist, verheimlicht niemand. Wichtige Spieler wie Darrelle Revis kritisieren Schiano öffentlich oder denken an einen schnellen Abgang wie Josh Freeman. Dieser ist der Quarterback, und der spürt von Schiano so viel Rückhalt, dass er bei der Heimniederlage gegen New Orleans nicht einmal 3 Yards in der letzten Minute ausspielen durfte.

Tipp: New England.

[Update] (*) Um der Entrüstung Einhalt zu gewähren, ein Verweis auf die eine oder andere Stelle aus den Tiefen der Vergangenheit dieses Blogs. – korsakoff[/Update]

Die anderen Spiele

St. Louis Rams – Dallas Cowboys. Wenn es nicht so egal wäre: Cowboys gewinnen das.

Minnesota Vikings – Cleveland Browns. Das Duell der großen Running Backs ist nach dem Abgang von Trent Richardson in Cleveland zu einem Rohrkrepierer geworden. So wird es zum Duell der QB Chris Ponder gegen Brian Hoyer. Chris Ponder wuppt das. Tipp: Vikings.

New Orleans – Arizona Cardinals. Tipp ist nicht schwierig: New Orleans.

Carolina Panthers – New York Giants. Spielen hier die beiden unsympathischsten Quarterbacks gegeneinander? Nein, New England ist nicht mit von der Partie. Tipp: New York Giants.

Baltimore Ravens – Houston Texans. Hier sind die Namen größer als die Leistung. Baltimore ist weniger Not als Houston Elend. Deswegen: Ravens gewinnen und schicken Ed Reed nachher einen Blumenstraß mit nach Houston.


Weiter mit den Spielen, die zwischen 22:05 Uhr und 22:25 Uhr MESZ angestoßen werden.

New York Jets – Buffalo Bills

Zweimal schwarze Rookie-Quarterbacks. E.J. Manuel für die Bills war der erste 2013 genommene Quarterback im Draft, Geno Smith für die Jets der zweite. Beide Teams stehen bei 1-1. Beide gewannen ein Heimspiel gegen einen vermeintlich überlegenen Gegner mit einem Punkt. Beide profitierten dabei von haarsträubenden Fehlern beim Gegner, Strafen und schlechte Coach-Entscheidungen. Beide spielten schon gegen die Patriots, und beide verloren trotz guter Leistung knapp. Die Bills verloren mit 2 Punkten, die Jets mit 3, aber die Jets spielten auswärts gegen die Pats. Nach dieser Logik müsste es ein ausgeglichenes Spiel werden.

Tipp: Jets haben Heimvorteil, Jets gewinnen.

San Francisco 49ers – Indianapolis Colts

Es gibt bei diesem Spiel nur eine Storyline, und die ist das Wiedersehen von Colts-QB Andrew Luck mit seinem ehemaligen Head Coach am College, nun Head Coach in San Francisco: Jim Harbaugh. Für das breitere Verständnis ist hier ein wenig Kontext angebracht. Die beiden arbeiteten an der Stanford University zusammen. Diese Uni war für alles bekannt, nur nicht für hohe Ambitionen im Football. Bis Jim Harbaugh kam, der früher mal NFL-Quarterback gewesen war bei den *pling* Indianapolis Colts. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte Harbaugh Stanford von einem der schlechtesten Teams zu einem der besten.

Mit half die von ihm gepredigte Disziplin. Aber ebenso half Andrew Luck, der Quarterback, den Harbaugh rekrutiert hatte. Ich war damals Auslandsstudentin in den Vereinigten Staaten und nur nur periphär am Football interessiert, aber ich erinnere mich an ein Spiel zurück, das an der Westküste stattfand, aber auch bei „uns“ im Südosten Wellen schlug: Stanford mit Harbaugh und Luck schlug auswärts als Wett-Underdog von 41 Punkten die landesweite #1 Southern Cal! Die Geburtsstunde der Legende von Stanford, Harbaugh und Luck. Gemeinsam gewannen sie nie den National Title, aber sie spielten wenigstens zu Harbaughs Abschied in der Orange Bowl und gewannen deutlich. Jim Harbaugh ging 2011 in die National Football League und machte in San Francisco aus einem der schlechtesten Teams eines der besten. Luck folgte 2012 und half in Indy mit, das schlechteste Team zu einem Playoff-Team zu machen.

Über die Connection Harbaugh-Colts, Colts-Luck, Luck-Harbaugh tummeln sich viele weitere Gestalten aus dem damaligen Umfeld von Stanford in den beiden Mannschaften. Harbaugh hat beispielweise seinen Offensive Coach Greg Roman mit in die N.F.L. genommen. In Indy spielt mit TE Coby Fleener ein ehemaliger Stanford Cardinal, und Offensive-Coordinator Pep Hamilton war auch Lucks Positionscoach an der Uni.

Tipp: San Francisco gewinnt klar und deutlich.

Seattle Seahawks – Jacksonville Jaguars

Wiedersehen war das Thema, Wiedersehen ist das Thema: Bei diesem Spiel geht es um Gus Bradley, formerly Defensive Coordinator bei Seattle, und jetzt Head Coach bei Jacksonville. Für ihn ist es die Rückkehr in sein altes Stadion, wo er den Grundstein legte für die Defense der ‘Hawks, die jetzt die beste der N.F.L. ist. Überhaupt ist Seattle eines der besten Teams und ein Super Bowl Favorit. Da muss es für Bradley ein Kulturschock gewesen sein, denn Seattle und Jacksonville sind nicht bloß geographisch tausende Meilen entfernt – vom äußersten Nordwesten in den (fast) äußersten Südosten – sondern auch footballerisch. Die Jags sind das schlechteste Team der Liga! So schlecht, dass sich letztens sogar der lokale Broadcast-Ableger von CBS in Florida entschuldigte, das Jaguars-Spiel vertraglich übertragen zu müssen.

Jacksonville hat bisher gegen zwei der drei schlechtesten Teams von 2012 gespielt. Das dritte im Bunde waren sie übrigends selbst. Dabei haben die Jags insgesamt ganze elf Punkte erzielt. Zum Vergleich: Seattle hat gegen zwei der besseren Teams gespielt, und insgesamt ganze zehn Punkte ZUGELASSEN!

Die einzige Gefahr vor einem solchen Spiel ist der „Hangover“, das Unterschätzen des Gegners. Genau über diese Gefahr und wie er damit umgeht, hat der Cornerback Richard Sherman bei Sports Illustrated geschrieben. Sherman mag ein Lautsprecher sein, aber er hatte mal ein Scholarship bei Stanford. Richard Sherman ist nicht dumm.

Tipp: Die Jaguars sind mein Lieblingsteam in der NFL, aber nichts liegt heute ferner als ein weiteres Debakel. Das ist vielleicht auch gut so, denn es vergrößert die Chancen auf hohe Draftpicks 2014. Seattle gewinnt mit wenigstens vier Touchdowns Differenz.

Miami Dolphins – Atlanta Falcons. Atlantas Schönwetterspieler kriegen schönes Wetter in Miami. Tipp: Falcons.


Und schließlich das Sunday Night Game um 2:20 Uhr MESZ.

Pittsburgh Steelers – Chicago Bears

Das Sunday Night Game lebt mehr von den großen Namen als von der Qualität der beiden Mannschaften. Mal ehrlich: Die Steelers sind 0-2, und sie sind verdient 0-2. Die Bears sind 2-0, aber es waren die sprichwörtlichen engen Spiele, die ihnen dazu verhalfen: Touchdowns in den letzten Sekunden und Fehler beim Gegner ohne Ende. Der gemeinsame Nenner zwischen den beiden ist Cincinnati: Beide haben schon gegen die Bengals gespielt. Chicago gewann daheim glücklich mit +3, Pittsburgh verlor auswärts verdient mit -10. Wenn wir die Heimvorteile in allen drei Spielen berücksichtigen, ist Chicago trotz Auswärtsspiel mit 4 Punkten favorisiert, und in etwa so ist die gefühlte Ausgangslage auch vor diesem Spiel. Jay Cutler wird es richten.

College Football 2012/13 vor Woche 4

Keine Zeit heute für große Previews. Notwendig ist es eigentlich auch nicht, denn der Schedule bei SPORT1 US (und wohl auch im ESPN-Player) kommt diesmal aus der unteren Schublade:

18h    Georgia Tech - North Carolina
21h30  Wisconsin - Purdue
01h    Alabama - Colorado State
04h15  Brigham Young - Utah

EUROSPORT2 bringt ab 21h30 Bewegtbilder von Penn StateKent State aus State College, der Heimat des schönsten Footballstadions der Welt.


Der Spieltag gibt so wenig her, dass in den Vereinigten Staaten ESPN seinen berühmten College GameDay (Vorberichterstattung ab drei Stunden vor Kickoff der 18h-Spiele) diesmal von einer Uni aus der zweitklassigen FCS bringt: North Dakota State! Da weißt du, wie du dran bist.

Wer kein Anhäger irgendeiner der Unis ist, die um 18h spielt, wird sich schwer tun, sich anhand diesem Programm einen runterzuholen. #4 Ohio State gegen das unterklassige Florida A&M? #7 Louisville gegen FIU aus der Conference-USA? Okay, kannst du QB Bridgewater begutachten. FIU ist eine der schlechtesten Mannschaften in der FBS. Die ausgeglichenste Ansetzung sollte aus der ACC kommen und Georgia TechUNC sein, und auch die optisch beste: Georgia Tech spielt die mittlerweile fast ausgestorbene flexbone triple option-Offense, eines der letzten reinen Option-Systeme, das fast ausschließlich mit Laufspiel auskommt. Bei UNC gibt es einen QB Bryn Renner, der durchaus NFL-Potenzial hat.

Ein Problem von UNC seit vielen Jahren: Sie kriegen nie Zugriff auf die Offense von Georgia Tech, die nur mit extrem viel Disziplin zu schlagen ist. Das Problem ist allen bekannt, aber niemand in North Carolina konnte es bisher lösen.

Um 21h30 könnte #24 WisconsinPurdue aus der Big Ten Conference im Angebot sein. #24 Wisconsin muss sich von dem Schock der bizarren Pleite bei Arizona State erholen. Ob Joel Stave noch einmal in seiner Karriere abknien wird? Alternativ kann man die Zuschauer bei USC gegen Utah State per Handschlag begrüßen oder sich die dieses Jahr überraschend starken Maryland Terrapins gegen West Virginia geben. Penn StateKent State kommt bei EUROSPORT2: Die Nittany Lions scheinen dieses Jahr spielerisch größere Probleme zu haben als in der überraschend guten Saison 2012. Vielmehr Brauchbares seh ich um die Zeit net.

Beim 1h-Spiel #1 Alabama vs Colorado State spielt Bama gegen seinen ehemaligen Offensive Coordinator, aber wenn das kein Blowout wird, weiß ich auch nicht. Ab 1h45 das Tigerduell #6 LSUAuburn, beide noch ungeschlagen. Auburn hat mit dem QB-Neuling Nick Marshall sein Passspiel wieder gefunden, und wenn LSU dieses Jahr bisher eine kleine Defense-Schwäche angedeutet hat, ist es die Passabwehr. Trotzdem ist LSU haushoher Favorit.

Ab 2h möglicherweise im ESPN-Player (Spiel läuft in den Staaten bei ABC): TexasKansas State. Beide kommen dieses Jahr brutal schwer in die Gänge. K-State verlor sogar gegen ein FCS-Team (allerdings ein gutes, North Dakota State, wo heute besagter GameDay ausgesteahlt wird), Texas hat schon zwei Saisonpleiten, und beide Male über 40 Punkte kassiert.

Schließlich ab 4h15 der „Holy War“ BYUUtah zwischen den beiden untereinander verfeindeten Mormonen-Universitäten aus dem Bundesstaate Utah. Das Spiel ist Teil der inoffiziellen Serie um den Beehive-Boot, den Bienenkorb, der Trophäe für die beste Mannschaft im Bundestaate. Das mögliche Knackpunkt ist die BYU-Offense, die brutal physisch spielt; bei Utah ist unter diesem Blickwinkel genau an der falschen Stelle der falsche Spieler abhanden gekommen – DT Star Lotulelei als Anker der Defense Line ging in die NFL.

Für Trüffelschweine

IMHO in Europa nicht über offizielle Wege zu sehen sind einige der namhafteren Ansetzungen heute: #19 FloridaTennessee und #22 Notre DameMichigan State (die zweitwichtigste Rivalität für Notre Dame nach USC) ab jeweils 21h30, sowie das Duell der zweitbesten Pac-12 Mannschaften in ihren jeweiligen Divisionen #5 Stanford (aus dem Norden) gegen #23 Arizona State (aus dem Süden) ab 1h MEZ.

Dieses letzte Spiel ist auch soweit ich überblicken konnte, das einzige direkte Duell zweier im AP-Poll gerankter Teams. Stanford ist bisher etwas träge in die Saison gekommen, aber Stanford sieht im Augentest immer etwas lahmer aus als es wirklich ist. Man ist favorisiert, aber Vorsicht: Arizona State ist eine dieser Mannschaften, die zwar nicht ohne 3-4 Stolperer durch die Saison kommen, aber jederzeit das Potenzial abrufen können, um für ein Top-10 Team zum unerwarteten Stolperstein zu werden. Und man hat in DL #90 Will Sutton ein Kaliber, das möglicherweise nächstes Jahr im Draftprozess rauf und runter diskutiert wird. Dieses Kaliber reichte allerdings letzte Woche nicht, um nicht trotzdem 8.2yds/Lauf zu kassieren und von Wisconsin überlaufen zu werden. Stanford spielt ähnlich physisch…