Die furchtlose NFL-Vorschau 2013/14: Second Down, die grauen Mäuse

Referenzen

Zweiter Teil der furchtlosen NFL-Vorschau auf die Saison 2013/14 mit den Mannschaften, die ich diese Saison im grauen NFL-Mittelmaß erwarte: Die Teams, die nicht schon im November eliminiert sein werden, aber es auch nicht in den Jänner schaffen werden. Call it die Ciao im Dezember-Fraktion der NFL. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich nicht bei allen dieser Teams glaube, dass sie schlechter als das 16t-beste Team der NFL sein werden; es ist schlicht die Kombination aus erwarteter Stärke, Schedule und Division, die mich zu der Einteilung bringt.

Indianapolis Colts

Division   AFC South
Headcoach  Chuck Pagano
2012       11-5
Tipp 2013  Zweiter

Die feel good-Geschichte von 2012 waren die Colts, die in einer extrem einfachen Division den sensationellen Sprung vom schlechtesten Team der Liga in die Playoffs schafften. Die Playoffs sollten auch in diesem Jahr nicht komplett außer Reichweite sein; dafür sorgen die maue AFC und die noch viel mauere AFC South. Aber es gibt genügend Hinweise darauf, dass Indianapolis dieses Jahr einen Rückschlag hinnehmen wird müssen.

Größter Faktor dürfte der simple Faktor „Regression zur Mitte“ in engen Spielen sein: Indy gewann letztes Jahr neun von zehn Spielen innerhalb eines Scores Differenz – eine Bilanz, die nicht zu halten ist. Die Colts waren nach meinem Power-Ranking (und nicht nur meinem) leistungsmäßig im unteren Drittel der NFL zu verorten (#26) und spielten einen extrem einfachen Schedule (den einfachsten der Liga). Trotzdem wurde man mit 357-387 Punkteverhältnis um 30 Punkte „outgescort“. Die Defense war horrend auf allen Ebenen und in der Offense war das Laufspiel nur mittelmäßig überzeugend.

Wenn Indianapolis dieses Jahr annähernd sowas wie die 11-5 Bilanz wiederholen möchte, wird noch mehr Druck auf die Schultern vom sensationellen QB Andrew Luck geladen werden müssen. Luck musste letztes Jahr eine Hardcore-Version der downfield-Offense spielen, schaffte ergo auch nur 54.5% Completion-Rate. Luck hatte 18 Interceptions und zudem die meisten gedroppten potenziellen INTs in der NFL. Mit der Installation des OffCoords Pat Hamilton kriegt Luck einen alten Vertrauten aus College-Zeiten beigestellt; die Offense wird kurzpasslastiger werden, mit mehr Einbeziehung der Tight Ends Allen und Fleener, mit mehr Laufspiel und Play-Action.

Das ist gewiss nicht schlecht, denn an Wide Receivers ist nicht allzu viel vorhanden: Reggie Wayne hatte 2012 eine sensationelle Saison, aber Wayne ist 35 – ein Alter, in dem historisch gesehen fast alle WRs (Ausnahme: Jerry Rice) leistungsmäßig endgültig eingebrochen sind. Vielleicht kann Wayne den Trend schlagen, aber die Wetten stehen nicht allzu günstig. Und hinter Wayne gibt es fast ausschließlich unerfahrene Jünglinge á la Brazill oder Hilton.

Die O-Line wurde leicht verstärkt (RT Cherilus, OG Thomas), die Runningbacks bleiben grosso modo dieselben, bis auf Oldie Bradshaw aus New York, der zuletzt schwer angeschlagen durch den Herbst tingelte. In der Defense, die trotz schwachem Schedule zu den seichtesten gehörte kommt mit dem OLB Björn Werner die größte deutsche Footballhoffnung nach Indianapolis. Werner galt nicht als prototypischer 3-4 OLB, insofern bleibt abzuwarten, wie der Move einschlägt. Auf der anderen Flanke kommt OLB Mathis (auch schon 32 Lenze) – der Passrush ist noch die größte Stärke.

GM Grigson versuchte auch, ein bissl Leadership einzukaufen: LB Walden aus Green Bay, DL Jean-Francis aus Frisco, S Landry aus New York, CB Smith aus Miami und CB Toler aus Arizona kamen für relativ fette Kohle – wenn du so viel Cap-Space hast wie die Colts, sicher kurzfristig kein Problem, aber wenn man sich die PFF-Noten einiger dieser Jungs ansieht, könnten die Moves in 2-3 Jahren weh tun. Vor allem Waldens Einkauf – ein gruseliger Vertrag.

Immerhin: Durch diese Einkäufe, durch die Rookieklasse und durch den zu erwartenden Rückgang an Verletzungsausfällen (Indy 2012: Bizarrerweise mit den drittmeisten Verletzungsausfällen nach AGL, 92.5 Games) sollte der Kader auf breiteren Beinen stehen und die Last besser verteilt sein. Die Turnover-Bilanz der Colts war letztes Jahr -12 und sollte sich eher verbessern als verschlechtern.

Insgesamt sind die Colts sicher besser aufgestellt als vor der letzten Saison. Gleichermaßen dürfte es aber schwer sein, den 11-5 Record zu wiederholen: Die Würfel in engen Spielen werden nicht mehr alle pro Colts fallen und den einfachsten Schedule der Liga spielt man auch nimmer (NFC West!). Obwohl: AFC South, AFC West plus Bengals und Dolphins – sieht immer noch nach einem machbaren Schedule aus… Ich sehe ein 7-9 oder 8-8 kommen. Und das ist schon ein Tribut an den einzigartigen Andrew Luck.

Miami Dolphins

Division   AFC East
Headcoach  Joe Philbin
2012       7-9
Tipp 2013  Zweiter

Das Frühjahr der Dolphins war ein extrem ereignisreiches: Großeinkauf Wallace, Ellerbe, Clabo, Wheeler, Abgang Long, Bush, Burnett, Dansby und Smith, Megatrade für Jordan – GM Jeff Ireland blieb nach der x-ten Mittelmaß-Saison (7-9 in 2012) nicht untätig, sondern versuchte, aggressiv die Baustellen im Kader zu schließen. Ich bin lange nicht überzeugt, dass es gelungen ist.

QB Ryan Tannehill spielte letztes Jahr eine grundsolide Rookiesaison, die im sensationellen Quartett Wilson-Kaepernick-Luck-RG3 mehr unterging als sie es verdient hatte. Tannehill ist kein Supertalent, aber hat alle Würfe drauf. Insofern: Keine üble Idee, einem jungen QB Hilfe anzubieten. Ireland kaufte für einen monströsen Vertrag WR Mike Wallace aus Pittsburgh ein, einen Speedster für die ganz tiefen Routen. Ein deep threat ist nie die schlechteste Idee, und Wallace ist gut, aber ich bin mir nicht sicher, ob ein Wallace in dem Timing-orientierten System von Head Coach Philbin und OffCoord Mike Sherman der optimale Spieler ist. Er ist auch kein Kaliber der Güteklasse Johnson, Vince Jackson oder Fitzgerald.

Zumal die Dolphins ihre Offense Line willkürlich schwächten: LT Jake Long wurde nach einer Verletzung ziehen gelassen, und wenn man sich ansieht, für welch moderaten Preis Long in St Louis unterschrieb, fragt man sich ernsthaft, wieso Miami das Risiko eingeht, den unerfahrenen LT Jonathan Martin, der als Rookie horrend ausgesehen haben soll, auf die Blindside-Protection abzustellen.

Ich zweifle auch ob der Moves in der Defense: DE/OLB Dion Jordan kostete einen Erst- und Zweitrundenpick, ist ein zu entwickelndes Prospect, aber seine Einberufung zeigt wenigstens die Aggressivität, mit der Ireland bereit ist, die Front-Seven zu stärken. Ein Passrush mit Wake und Jordan liest sich potenziell potent. Die Lauf-Defense um die Tackles Soliai und Vernon ist eh herausragend (2012 mit 60% Erfolgsquote die #5).

Sorgen macht alles, was dahinter kommt: Neuzugang OLB Ellerbe zeigte bisher nix, womit a) sein Gehalt gerechtfertigt wäre oder b) man ihm eine Rolle als Leaderfigur zutrauen würde. Dafür wurde Dansby ziehen gelassen: Was langfristig (Dansby ist weit jenseits der 30) die richtige Entscheidung ist, schmerzt kurzfristig: Wheeler ist noch kein gleichwertiger Ersatz.

Wo es echt übel wird: Cornerback. Du kannst in der heutigen NFL nicht so schwach auf Outside-CB besetzt sein. In den letzten zwei Jahren wurden Davis und Smith abgegeben. Nun vertraut man drauf, dass Rookie Jamar Taylor sofort einschlägt und der eingekaufte 1er-CB Brent Grimes zur Abwechslung verletzungsfrei bleibt. Das ist Harakiri, und wenn man sich die Einkaufspolitik ansieht, die eher auf das Hier und Jetzt bezogen ist, ist mir die Verkaufspolitik der Dolphins unerklärlich.

Ich sehe die Weiterentwicklung in Miami nicht. Der Kaderumbau sieht für mich nicht aus, als hätte da jemand mit allzu großer Weitsicht gebaut, sondern eher Gerümpel hin und her geschoben. Die Fins sehen unaufgeräumt aus. Wenn sich Tannehill entwickelt, ist dank durchwachsener Conference ohne weiteres eine Bilanz der Güteklasse 8-8 bis 10-6 drin. Aber man macht es ihm trotz großer Transferaktivität nicht bedeutend einfacher als es letztes Jahr war – und schafft nebenher noch Salary Cap-Probleme über 2014 hinaus.

Minnesota Vikings

Division   NFC North
Headcoach  Les Frazier
2012       10-6
Tipp 2013  Vierter

Die Vikings waren vor der letzten Saison ein klarer Kandidat für eine aufsteigende Kurve gewesen (u.a. 2011: 2-9 in engen Spielen). Dieses Jahr, nach dem überraschenden 10-6 inklusive Playoffqualifikation, wird es eher schwierig, die Siegbilanz zu wiederhlen (u.a. 2012: 5-1 in engen Spielen; „Siege in engen Spielen sind ein Zeichen von Qualität!“).

Der Hauptfaktor, weswegen Minnesota dieses Jahr eher enttäuschen wird, ist das mehr als suspekte Passspiel in der Offense: QB Christian Ponder stagniert auf niedrigem Niveau (5.3 NY/A, #30 der NFL) und verleiht dem kompletten Angriff einen blässlichen Eindruck (Backup Cassel ist solide, aber nicht mehr). Die Reaktion aus dem Front-Office: Man gebe ihm Hilfe. Via Draft wurde recht aggressiv WR Cordarrelle Patterson geholt, in der Free-Agency stieß der als präziser Routenläufer bekannte Greg Jennings dazu – zwei Moves, zweimal nicht schwer zu erraten, wem sie gelten.

Es ist auch das Eingeständnis, dass du in der NFL von heute nicht dauerhaft 30-Carry-Spiele für deinen Runningback ausgeben kannst. So großartig Adrian Peterson sein mag: Seine 2097yds-Saison mit 6.1 yds/Carry-Schnitt sieht auf dem Advanced-Stats Sheet überraschend ineffizient aus. Da mögen viele Carries dabei gewesen sein, in denen Peterson aussichtslose 3rd-und-lang laufen musste, aber dennoch erstaunt es bei den vielen langen Runs, dass Petersons von vielen als „episch“ deklarierter Herbst 2012 auf den wichtigen Stat-Sheets nicht besser weg kommt. Anyhow: Eine Wiederholung der Leistung ist fast zur Gänze auszuschließen. Selbst wenn Peterson einen Schnitt von 5.0yds/Carry erreichen sollte, wäre das annähernd historisch, und dann fehlen ihm bei 300-400 Carries immer noch 300-400yds. Das sind 2-3 komplette Spiele!

Gehen wir mal durch, was an Minnesota gefällt: Da wären Peterson und der Versuch, Ponders Support-Cast zu verbessern. Da wäre die mittlerweile echt starke Offense Line. Und die Defense, die auch okay geworden ist: Sie fängt zwar seit vielen Jahren erstaunlicherweise kaum INTs (2012 auch wieder nur 1.5% INT-Quote), aber eine grundsolide Front-Four mit DT Williams, DE Allen und dem in der Preseason starken Rookie-DT Floyd sowie eine Secondary mit dem exzellenten jungen Safety Harrison Smith liest sich wie eine der verlässlicheren Units.

Ich bin trotzdem skeptisch. Ponder ist das Eine. Das andere ist Percy Harvins Abgang: Klar schaffte man es letztes Jahr auch ohne Harvin in die Playoffs, aber der Angriff war ohne ihn deutlich lahmer, und Harvin war auch der einzige nennenswerte längerfristigere Ausfall (Minnesota war #2 nach AGL, nur 30.9 Spielausfälle). Wenn da der Teufel etwas grausiger zuschlägt (gilt auch für die Defense)…

Gepaart mit einem knackigen Schedule (NFC North, AFC North, NFC East plus Panthers und Seahawks) ergibt das bei den Vikes das Gesamtbild einer Mannschaft, die eher eingehen wird: Sowas wie 6-10 oder 7-9.

St Louis Rams

Division   NFC West
Headcoach  Jeff Fisher
2012       7-8-1
Tipp 2013  Dritter

„Graue Maus“ ist für die Rams nach einer halben Dekade des Grauens (nicht „Grau“ens) schon ein kleines Kompliment. Die 7-8-1 Bilanz der Rams im letzten Herbst war eine der positivsten Erscheinungen, und sie kam trotz des zweitschwersten Schedules zustande. Head Coach Jeff Fisher machte einen exzellenten Job in seinem ersten Jahr. Man muss bedenken, dass die Rams frisch aus mehreren 2-14 und 1-15 Saisons kamen, und nach etlichen Draft-Busts so ziemlich den talentfreiesten Kader besaßen.

Warum glaube ich nicht an eine lineare Fortsetzung des Aufwärtstrends? Da wäre zum ersten der Schedule: Die eigene Division ist vermutlich erneut hammerhart, dazu mischen sich NFC South und Cowboys sowie Bears als Conference-Gegner. Dazu wird man kaum erneut so gesund durch die Saison kommen (2012 war man #6 nach AGL, nachdem man 2011 #32 gewesen war). Und es gibt immer noch etliche Fragezeichen in der Offense.

Zwar machte das Front-Office gemeinsam mit Fisher exzellent anmutende Einkäufe (u.a. LT Long, WR Austin, WR Bailey, TE Cook, OL Jones) für genau die richtigen Positionen, aber es bleibt immer noch ein großes Fragezeichen auf Runningback (Jackson ging nach Atlanta) sowie natürlich das entscheidende: Quarterback. Sam Bradford geht in sein viertes Jahr. Erstmals gibt es keine Verletzungssorgen. Erstmals bleibt der OffCoord derselbe (O.K., Schottenheimer ist eher suspekt, aber wenigstens eine Konstante). Erstmals gibt es sowas wie einen „Receiving-Corp“, wenn auch ohne echte Nummer 1. Bradford war nach DVOA von Football-Outsiders letztes Jahr ein besserer Quarterback als Joe Flacco. Nur soviel dazu: DVOA nehme ich nicht gänzlich für voll, weil ich den Code dahinter nicht kenne, aber DVOA wie auch andere Metriken zeigen, dass ein Bradford und ein Flacco so weit vom Leistungsvermögen nicht auseinander liegen. Und dass auch ein mittelmäßiger Quarterback sich in einen Rausch spielen kann, hat das Beispiel Flacco mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Für Bradford ist 2013 das make-or-break Jahr. Die Tools zum Durchbruch hat er.

Die Defense war trotz allem der bessere Mannschaftsteil. Die Front-Seven ist jung und aufstrebend, DE Long und DT Brockers gefallen mir außerordentlich und wenn bei DE Quinn (ehemaliger 1st round pick) auch irgendwann der Knopf aufgeht, gibt es vielleicht bald einen schwer überzeugenden Abwehrkern.

Die Sterne der Secondary sind im Aufgehen begriffen, aber sie sind extrem junge Sterne: CB Jenkins, CB Johnson und S McDonald sind Spieler im ersten oder zweiten Jahr. Nur CB Finnegan hat einige Jahre Erfahrung auf dem Buckel. Ohne disziplinierten Passrush könnte da zuviel Druck auf das Defensive Backfield zukommen.

Ich stehe den Rams und der Arbeit von Jeff Fisher sehr positiv gegenüber. Ich glaube trotzdem, dass 2013 noch zu früh kommt. Der letzte Herbst bot nen steilen Aufstieg, aber die Historie zeigt: Solche steilen Aufstiege erleben fast immer ein Unterbrechung, eine Phase der Stagnation. S’normale Leben geht auch nicht immer gerade nach oben. Die üble Division tut ihr übriges. Rams 2013: Graues Mittelmaß als Maxime, und das ist in diesem Fall keine ganz schlechte Maxime.

Dallas Cowboys

Division   NFC East
Headcoach  Jason Garrett
2012       8-8
Tipp 2013  Vierter

Eines der lautesten NFL-Teams – und eines der mittelmäßigsten. Die Cowboys geistern seit einigen Jahren nahe der .500-Grenze durch die Liga, immer ein paar knappe Niederlagen von den Playoffs entfernt, und immer das Gefühl vermittelnd, ihr Potenzial wegzuschmeißen. Vor allem die Offense kann an guten Tagen alles an die Wand spielen, aber an schlechten mit Fumbles und Interceptions alles in die Scheiße reiten. Die Defense ist nicht mehr als guter Durchschnitt, litt aber letzten Herbst unter extrem vielen Verletzungen (AGL der Cowboys: #28 ligaweit).

Als Reaktion wurde der durchgeknallte DefCoord Rob Ryan durch den zirka einhundertundsieben Jahre alten Methusalem Monte Kiffin ersetzt. Kiffin ist der Erfinder der Tampa-2 Defense, und er wird in Dallas nach gefühlt drei Jahrzehnten der 3-4 Defense nun ein 4-3 System einführen. Das bedeutet als allererstes: DeMarcus Ware wird künftig als Defensive End spielen, mit den Händen im Dreck, und er wird somit weniger Deckungsaufgaben übernehmen müssen, was ihm zugute kommen wird. Ware als bestem Spieler der Defense sollte der Systemwechsel helfen. Das ist aber auch alles.

Denn Kiffin ist in den letzten Jahren nie mehr dadurch aufgefallen, sein Spielermaterial optimal einzusetzen. Das System geht bei ihm über die Spieler. Man muss befürchten, dass der senile Mann mit seiner bend but don’t break-Philosophie wertvolle Ressourcen verschwendet. Die Defense Line mit Ware, DT Hatcher, NT Ratliff und DE Spencer dürfte noch das kleinste Problem sein, obwohl nach DT Crawfords Verletzung keine Tiefe mehr da ist. Fraglicher wird es schon auf Linebacker, wo LB Sean Lee bei aller Liebe keiner ist, auf den man 16 Spiele bauen kann, und der schlicht nicht dafür gebaut ist, die Rolle als Weakside Linebacker zu übernehmen. Aber immer noch lieber Lee als LB Ernie Sims, ein wandelndes missed tackles-Problem.

Ein Riesenfass ist die Secondary mit großen Löchern auf Nickelback und nach dem Rücktritt von Sensabaugh auch auf Safety. Es gibt ein Positives: Die 1.4% INT-Quote von letztem Jahr werden sich sehr wahrscheinlich zum besseren wenden; das war die schlechteste INT-Bilanz ligaweit in einer Statistik, die enorm volatil ist. Auf der anderen Seite: 6.8 NY/A war nur der 23t-beste Wert. Und das ist eine Statistik, die schwieriger ist zu verbessern, und noch schwieriger mit dem vorhandenen Personal… Diese Defense wird als Gesamtes nicht eine der schlechtesten sein, fraglos, aber sie ist im ihrer Instabilität prädestiniert dafür, das eine oder andere Spiel zu vergeigen.

Auf die Fresse kriegen wird dafür aber sowieso jemand anderes: QB Tony Romo. Romo gehört zu den umstrittensten Figuren in unserer heutigen NFL, largely, weil er vor Jahren mal als Holder (!) ein Playoffspiel verschenkte. Romos Clutch-Bilanz in engen Spielen ist 23-25, also nicht unterirdisch, aber sein exponierter Charakter und der schlichte Fakt, dass er Cowboys-QB ist, sorgen dafür, dass ihn regelmäßig halb Amerika zum Teufel jagen möchte, trotz guter Effizienz-Stats.

Der Support-Cast für Romo ist bärenstark: WR Dez Bryant kennt man nur, weil seine Mutti ne an der Nadel hängende Nutte war, aber wer regelmäßig Dallas verfolgt, weiß sehr schnell zu schätzen, welches gigantische Talent da rumläuft. Letztes Jahr hab ich mehrmals bei Cowboys-Spielen die Audiospur der Dallas-Radiokommentare gehört, und Bryant kam meistens schlecht weg („I’ve never said that before, but put that guy on the bench!“). Die Jungs täten gut daran, diesen sensationellen Receiver höher zu schätzen und ihn entsprechend einzusetzen. Hinter Bryant gibt es verletzungsanfällige Ergänzungsspieler wie Austin, Harris, Beasley und den grundsoliden TE Jason Witten.

Das Laufspiel wird um den explosiven DeMarco Murray gebaut, einen meiner Lieblings-Backs. Leider ist Murray auch oft genug verletzt, um in zwei Jahren nur selten mehr als 15 Carries gehabt zu haben. Ist Rookie Joseph Randle eine Alternative? Ein viele Jahre altes Problem ist die rechte Seite Offense Line, wo man es einfach nicht schafft, aus RG Bernadeau und RT Free eine verlässliche Combo zu bauen. Immerhin ging man das Center-Problem mit einem Wisconsin-Prospect im Draft an: Travis Frederick. Dallas bekam für den Pick medial auf die Rübe, und Frederick soll in der Preseason tatsächlich überfordert ausgesehen haben. OL-Probleme, ick hör eur trappsen.

Dem Kurzbeschrieb von Stärken und Schwächen folgt der negativste Punkt: Ich hab etwas Angst um Dallas. Potenzial ist da um die mittelmäßige NFC East zu gewinnen. Aber a) hat das Team nicht genügend Tiefe um ein, zwei verletzte Schlüsselspieler zu ersetzen, b) ist der neue OffCoord und PlayCaller in Bill Callahan nicht unbedingt ein Mann, der bisher durch zuviel Spielgefühl aufgefallen wäre. Und c) wird der Head Coach-Kontroverse das ganze Jahr über Dallas schweben. Jason Garrett ist angesägt, und Owner/GM Jerry Jones versucht schon gar nicht mehr, Garrett irgendwie den Rücken zu stärken indem er einfach mal die Fresse hält. Quasi gefeuerter Cheftrainer, Assistenztrainer mit Denke aus den 90ern: Puuuhhh.

Deswegen wird der Saisonstart extrem wichtig: Ein paar Siege, eine halbwegs ordentliche Bilanz Mitte Oktober, und es kehrt etwas Ruhe ein. Aber man stelle sich vor, es hagelt wieder knappe Niederlagen in den ersten Wochen; Dallas ist 2-5 und 1-4 in engen Spielen: Jones wird ungeduldig, Medien werden bissig, und Garrett überlebt das Jahr nicht. Weil Dallas ein Faible für enge Spiele hat (2010: deren elf, mit 3-8 Bilanz, 2012: deren zwölf, mit 7-5 Bilanz), und deren Ausgang schwer kontrollierbar ist, besteht durchaus die Gefahr einer Implosion für eine Franchise, die prinzipiell mehr Potenzial haben sollte. Das erste Pulverfass wartet bereits diesen Sonntag mit den New York Giants: Ebenso unberechenbares Team, und ein Divisionsgegner…

Philadelphia Eagles

Division   NFC East
Headcoach  Chip Kelly
2012       4-12
Tipp 2013  Dritter

Die Eagles sind auch ein Divisionsgegner der Cowboys, und vielleicht die größte Wundertüte in diesem Jahr mit ihrem neuen Wundercoach Chip Kelly, dem Wunderknaben von der University of Oregon, dem ich schon mehrere Stücke widmete. Wer noch mal nachlesen will, weshalb ich von Kelly so viel halte, dem verlinke ich an dieser Stelle noch mal die zwei ausführlichsten Artikel und einen Podcast:

Kelly steht vor einem spannenden Jahr: Zum ersten will jeder sehen, wie „seine“ Offense in der NFL aussieht. Zum zweiten geben die Zahlen hinter den Eagles viele Gründe, an eine schnelle Verbesserung der Saisonbilanz zu glauben. Also: Die Eagles kollabierten 2012 komplett. Andy Reid war schnell dead man walking, aber immer wenn solche Teams so schnell einbrechen wie Philly 2012, geht es im Jahr darauf wieder bergauf. Dafür ist seit vielen Jahren zu viel Talent im Kader vereint. Zum zweiten: Die Eagles hatten unglaubliches Pech bei Fumble-Recoverys (nur 35%). Und sie hatten die schlechteste Turnover-Bilanz der Liga (u.a. wegen der Fumbles und der viertschlechtesten INT-Quote in der Defense).

Das sind Faktoren, die für Regression zur Mitte schreien. Kelly lässt eine eher NFL-unorthodoxe Offense spielen, in der relativ viel gelaufen wird, was schon mal qua Spielplanung zu weniger Turnovers führt. Quarterback für dieses Jahr ist erstmal Michael Vick, der mit seinen zwei Zusatzdimensionen „Mobilität“ und „Monsterwurfarm“ durchaus kompatibel sein sollte. Vick wird mit Sicherheit nicht völlig von der Leine gelassen werden.

Dafür steht Kelly zu sehr auf seine gefinkelten Laufspielzüge und die Hurry Up-Offense. Das Spielermaterial abseits des Quarterbacks hat er. In der Preseason schickte er manches Mal vier Tight Ends zugleich aufs Feld. Die Wide Receivers Cooper und DeSean Jackson sind gute NFL-Klasse, auch wenn Maclins Kreuzbandriss schmerzt.

Das wichtigste Novum ist aber die Offensive Line. LT Jason Peters und C Kelce kehren von schweren Verletzungen zurück, und RT Lane Johnson kommt als frischer vierter Draftpick und US-Staatsmeister im Bären-Wrestling nach Philadelphia. Die zuletzt viel kritisierte Line dürfte somit per Knopfdruck von einer der schlechtesten zu einer der besten mutieren – wenn alle gesund bleiben. Profitieren tun davon die boom or bust-Backs der Iggles: LeSean McCoy und Bryce Brown hatten letztes Jahr extrem viele Negativ-Spielzüge, aber auch extrem viele Big-Gains.

Philadelphia wäre für mich durchaus ein Playoffkandidat, wäre da nicht die Defense. Die Umstellung auf 3-4 offenbarte in der Preseason eklatante Schwächen vor allem gegen den Lauf. In DE Cox und OLB Graham werden zwei der besten jungen Spieler mehr oder minder quasi per System neutralisiert. Not good. Die Einkäufe in der Front-Seven lesen sich in Barwin und Sopoaga auch eher mäßig, weswegen es ein langer Herbst werden könnte.

Das ist aber nix gegen die Secondary: Dort wurde CB Cary Williams aus Baltimore ein haarsträubender Vertrag gegeben, und Williams hatte in der kompletten Offseason dann auch nix besseres zu tun als sich über die Eagles lustig zu machen. FS Phillips musste gar schon wieder entlassen werden. Dort hinten steht nix, nix, nix, das dich beruhigt schlafen lässt.

Ich glaube trotzdem, dass es kein unterirdisches Jahr zu Kellys Einstand werden wird. Von 8-8 wird Philadelphia keine Lichtjahre entfernt sein, und im Draft 2014 kannste dann auf die Suche nach deinem Franchise-QB gehen.

Washington Redskins

Division   NFC East
Headcoach  Mike Shanahan
2012       10-6
Tipp 2013  Zweiter

Die Washington Redskins waren letzte Saison mit 10-6 und einer richtig guten Offense eine positive Erscheinung, die nun vor einer schweren Saison steht. Die erste und wichtigste Frage wird sich um den Zustand von QB Robert Griffin III drehen: Wie fit kommt RG3 zurück? Die Redskins spielten letztes Jahr durchaus keine so atypische Offense, wie man gemeinhin angenommen hat, aber trotzdem: Wie wird sich Griffin anpassen können an die Antworten der Defense, jetzt, wo jeder Scramble Ängste im Hinterkopf auslösen wird? Nach einer epischen Rookiesaison, der vielleicht besten ever, sehe ich ein ungewisses Jahr auf Griffin zukommen.

Mike und Kyle Shanahan haben genug Kredit auf der Bank, dass man ihnen zutraut, Griffin erneut die richtigen Plays auf den Leib zu schneidern, und dass sie RG3s Skill-Set auch weiterhin nutzen, um ganze Waale für den „anderen“ Star-Rookie aufzureißen: RB Alfred Morris, der über 1600yds machte. Morris mag ein Produkt des Systems sein, aber du brauchst als Back immer noch den Speed und das Auge um die Lücke zu nutzen. Insofern: Nein, Morris ist kein Peterson, aber er muss es auch nicht sein.

Der Knackpunkt wird sein, wie lange Washington mit dem suboptimalen Spielermaterial auf Wide Receiver durchkommt. Es können ganze Bücher darüber geschrieben werden, wie Washingtons Spielzugdesign seine durchschnittlichen Receiver freigelaufen bekommt (siehe auch obigen Link), aber es ist die NFL, und da dauert es oft nicht lange, bis die Reaktion der Defense kommt. Garcon, Hankerson, Moss: Wenn die Jungs auf ihre Skills angewiesen sind und nicht auf den Play-Action Pass, sehe ich schwarz mit erneut über 7.0 NY/A im Passspiel.

Positiv für die Aussichten der Skins wird nicht nur die Rückkehr des besten Abwehrspielers OLB Brian Orakpo (Kandidat für regelmäßig 10-15 Sacks) sein, sondern generell die zu erwartende Regression zur Mitte in Sachen Verletzungen (2012 war WAS dort #29 mit 89.4 verpassten Adjusted-Games; u.a. Orakpo und S Meriweather das komplette Jahr).

Mit Orakpo in der Aufstellung muss DefCoord Haslett auch weniger Risiko eingehen und seine Scheune mit Blitzes abfackeln. Orakpo und OLB Kerrigan stehen für ordentlichen Passrush, durch den die Secondary sich dahinter mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren kann, die da lautet: Deckung. Das war letztes Jahr zu wenig. Im ersten Halbjahr 2012 hatte Washington die zweitschlechteste Defense der Liga! Haslett machte die richtigen Moves, aber die Saison zeigte: Es braucht bei dieser geringen Kadertiefe nicht viel für die Katastrophe. Vielmehr: Die Katastrophe zeichnet sich schon ab. In Carriker und Jenkins fallen zwei wichtige Defense Liner für viele Monate aus.

Trotz der Rückkehr der beiden besten Spieler RG3/Orakpo, trotz des soliden Backup-QBs Cousins, trotz pipapo: Die genannten Punkte ergeben mir ein zu ungewisses Bild, als dass ich mit viel Selbstvertrauen einen Divisionsfavoriten Washington ausrufen möchte. Ich sehe ein ungemütliches Jahr auf die Skins und den Shanaclan zukommen. Die Playoffs wären selbst in der durchaus machbaren NFC East eine Überraschung.

Baltimore Ravens

Division   AFC North
Headcoach  John Harbaugh
2012       10-6
Tipp 2013  Dritter

Der Titelverteidiger als Wackelkandidat für die Playoffs? Soll vorkommen, und war in den letzten Jahren immer mal wieder ähnlich. Baltimore geht als relative Unbekannte in diese 2013er Saison: Letztes Jahr stellte man bis zu den Playoffs eine eher unterdurchschnittliche Mannschaft, die sich nur mit Biegen und Brechen durch die Regular Season quängelte, nur um im Jänner wie eine Bombe einzuschlagen und auswärts die Topfavoriten gleich serienweise zu meucheln.

Danach baute GM Ozzie Newsome den Kader so radikal wie rücksichtslos um. Verschont wurde nur der lange Zeit als blass wahrgenommene QB Joe Flacco (Regular Season 2012: 6.3 NY/A, Playoffs: 8.3 NY/A), der eine rekordverdächtige Vertragsverlängerung bekam. Drum herum wurde vieles erneuert: LB-Legende Ray Lewis punditiert mittlerweile bei ESPN, Safety-Legende Reed verdingt sich in Houston, LB Ellerbe nach Miami, LB Kruger nach Cleveland. Der Schnitt war so hart wie notwendig. Auch ohne Superbowl hätte Newsome den Raben rupfen müssen: Baltimores Zyklus, eine lange Zeit verschwendete und letztlich im letzten Abdrücker noch vergoldete Generation, war sowieso am Ende.

Jetzt geht John Harbaugh mit einer Mannschaft voller Fragezeichen in die Saison: Flacco muss erst den Nachweis erbringen, dass der „richtige“ Flacco der Playoff-Flacco ist und nicht der 2008-Ende 2012er Flacco. Hat OffCoord Jim Caldwell was Besseres drauf als sechs lange Pässe pro Spiel anzusagen und zu hoffen, dass der Safety im rechten Moment daneben hüpft? Der Receiving-Corp schaut nach dem Verkauf von WR Boldin sehr „unfertig“ aus: TE Pittas karrierebedrohende Hüftverletzung ist nicht planbar, aber ein Ballfängertrio aus Torrey Smith, Jacoby Jones und Tandon Doss? Meine Fresse. Von wegen „unfertig“. Da sind kaum Teams schlechter aufgestellt.

In der Pass-Protection ist es nicht schwer, ein Desaster auf beiden Tackle-Positionen kommen zu sehen; in der Defense vertraut man auf ILB in Arthur Brown auf einen Rookie. Auf einen hochgelobten zwar, aber man muss wissen, wie die Ravens-Abwehr in den letzten zwei Jahrzehnten funktionierte: Es war die Achse Ngata-Suggs-Lewis-Reed. Letztere waren die Anführer. Beide sind nun weg, Ngata und Suggs ächzen schon unter ersten Alterserscheinungen.

Was sich positiv auf die Abwehr auswirken sollte, ist dass sie vermutlich gesünder bleiben wird: Fast alle der o.g. Achsenspieler plus der beste CB Webb waren 2012 zumindest über Strecken außer Gefecht (Baltimores Defense war #25 nach AGL mit 46.4 verpassten „adjusted-Games“).

Insofern dürfte der Ravens-Kader noch immer die Qualität und das Coaching besitzen, um in Playoffnähe mitzuspielen. Aber es wird viel mehr als in der Vergangenheit auf Flaccos Schultern lasten, und das macht angesichts von Flaccos Vergangenheit Sorgen. Es sei denn, der Mann hat ab sofort die Weisheit geerbt. Aber solche Breakouts waren geschichtlich eher selten langfristig, und als Regelfall muss man eher annehmen, dass Flacco nach diesem „Outlier“ (Außreißer nach oben) wieder näher an seine „wahre Stärke“ zurückfällt. Baltimore sieht mir nach einem .500-Team aus, selbst in der mäßigen AFC.

16 thoughts on “Die furchtlose NFL-Vorschau 2013/14: Second Down, die grauen Mäuse

  1. Klasse Artikel, viele Infos und mit den Ravens und Redskins auch zwei Teams dabei, die ich generell vielleicht ein wenig höher einschätzen würde. Deine Argumente sind aber vollkommen nachvollziehbar. Bei letzteren allerdings eine kleine Berichtigung: Jenkins fehlt nicht monatelang sondern ist nur 4 Spiele suspendiert, das ist also nicht ganz so schlimm.

  2. zu den Colts:
    CB Smith aus Miami ging glaub ich zu KC (Vontae Davis kam per Trade aus Miami, aber schon 2012)
    Wenn man die Verträge etwas genauer unter die Lupe nimmt kommt man dahinter, dass da gar nicht so viel Risiko dabei ist, nur wenig $ sind wirklich garantiert (Ausnahme Cherilus) und können praktisch nach dem ersten Jahr ohne (große) Verluste gecuttet werden. Ewiges Thema Schedule – wusste man schon vorher dass die Gegner nicht die stärksten sind…trotzdem wurde uns nix zugetraut… dann gewinnen wir 11 Spiele und es heißt jaja wegen des lockeren Spielplans… come on man!

  3. ich habe werner paar mal in den preaseason games live gesehen,meiner Meinung spielt er die falsche position. Bei den Seminoles hat er als Defensive End gespielt jetzt muss er als Outside Linebacker ran.ich finde er kann auf dieser position nicht so richtig druck machen auf den Quarterback,Ist natürlich etwas zu früh für eine Analyse aber man sieht das er auf dieser neuen Position Probleme kriegt.

  4. Alter schwede… Ich verfolge ja schon seit einiger Zeit die Beiträge und predictions von dir (manchmal gut, manchmal weniger gut) aber bei der NFC east haste wohl diesmal ziiiiiiieeeeehmlich ins Scheisshaus gegriffen kollege😉

  5. Yogibär, wo würdest du die Teams denn verorten? NFC East ist auch für mich 4 Teams die allesamt 7-8 Siege holen sollten und damit im Niemandsland enden, ausser eben ein Team, das 2 mal öfter knapp gewinnt und mit 9 oder 10 Siegen die Division gewinnt. Mein Favorit sind die Giants, kann aber genauso gut auch wer anderes werden. Wird von Glück, Zufall abhängen. Wildcards sehr ich bei NFC South und West.

  6. Ich hätte in der NFC East auch NYG > WAS getippt, nur DAL und PHI vielleicht getauscht. Die Erklärungen von Korsakoff sind aber nachvollziehbar und ich kann damit leben. Ich tippe z.B.
    NYG 10-6
    WAS 8-8
    DAL 8-8
    PHI 6-10

    Dallas sehen überhaupt viele Experten auf die man ein paar Cents geben kann, dieses Jahr ziemlich schwach. Korsakoff ist der dritte oder 4. Experte der Dallas so niedrig sieht (ich habe schon einen 5-11 Record für Dallas tippen sehen). Die Garrett Controversy schreckt wohl viele ab, und der „90er Jahre Coaching Staff“ (danke dafür ;-)) macht es wohl auch nicht besser.

    BTW: Bill Barnwell hat bei Grantland einen ähnlichen Countdown gestartet:http://www.grantland.com/story/_/id/9626548/bill-barnwell-bottom-eight-teams-nfl-2013
    Bei ihm heißen die untersten Acht Cellar Dwellers, und es sind die gleichen Teams wie bei Korsakoff außer dass Barnwell Minnesota und St. Louis da drunten einordnet (San diego und Clelveand sind bei Barnwell höher, und Korsa schrieb ja auch schon dass er die Browns gerne höher eingestuft hätte).

  7. @SunnyB: Thx für den Tipp mit Smith. Ich hatte das gestern Abend noch recherchiert, aber ihn dann vergessen rauszustreichen. Hab ihn auch im Chiefs-Eintrag erwähnt.

    Re: Verträge. Ja, mag stimmen. Aber ein Erik Walden kostet im nächsten Jahr selbst in entlassenem Zustand 750k Vertragsstrafe. Da kriegste zum halben Preis einen dreimal besseren Spieler in der fünften Runde Draft, wenn man den PFF-Noten Glauben schenken darf.

  8. Verstehe auch nicht, warum die NFC East Einschätzung ein „Scheißhaufen“ sein soll.

    Hab grad die beiden Barnwell Artikel zu den Minnesota Vikings gelesen und muss sagen, ich bin schon näher bei deiner Einschätzung zu den Vikes als bei ihm. Kann mir nicht vorstellen dass die Viks im Winter 5-11 oder 4-12 sein werden, obwohl natürlich so viel an AP hängt und Ponder immer noch Ponder ist. Aber drei 1st rounder im Draft sollte man nicht vergessen, und die Viks haben viele gute junge Spieler im Roster. Mein Tipp: Irgendwo 8-8 oder in der Nähe.

    Wenn ich etwas an deinen Einschätzungen bislang ändern könnte, würde ich Rams und Browns tauschen. Bin überrascht, dass du Cleveland unter den schlechtesten acht Teams siehst, nachdem die bisherigen Kommentare dazu immer eher positiv angefärbt waren.

  9. Im großen Modo gehe ich konform mit den Einschätzungen.

    Ein Fragezeichen bleiben für mich die -New York Giants-.
    In der Preasaison haben sie alles andere wie überzeugt.

    Der zu spielende Schedule wird je nach Team den kleinen „Vorteil“ entscheiden in den Conferencen. Home oder Away gegen den gleichen Gegner.

  10. Deine Einschätzung zu meinen Cowboys kann ich leider nicht teilen und das sage ich nicht nur, weil ich Fan bin.

    Bei den Linebackern spielt Lee gar nicht auf Will, sondern auf Mike, wo er Chef der Defense ist und mit seiner Vielseitigkeit sowohl gegen den Pass als auch gegen den Lauf Plays machen kann. Seine Verletzungen aus den letzten beiden Jahren waren dazu einfach nur Pech. 2011 verletzt er sich das Handgelenk, als er beim Tackling von Mike Vick dessen Helm blöd dagegen bekommt, letztes Jahr fällt ihm ein O-Liner auf den Fuß, so dass er operiert werden muss.

    Unseren Will-Linebacker gibt Bruce Carter, der von vielen Scouts als kommender Superstar gesehen wird. Superathletisch (letztes Jahr hat er gegen Atlanta einen das Feld hinuntersprintenden Julio Jones eingeholt!) und mit der nötigen Übersicht, um an der richtigen Stelle zu stehen.

    Auf Nickelback sehe ich auch kein Loch, denn auch wenn Orlando Scandrick kein Leon Hall ist, so gibt es doch deutlich schlechtere. Er müsste es mal schaffen, konstanter seine Leistungen abzurufen. Dahinter steht mit B.W. Webb ein talentierter Rookie.

    Auf Safety kommt Barry Church zurück, der bis zu seiner Verletzung letztes Jahr sehr gut aussah. Nur die Position neben ihm ist mMn nicht ideal besetzt, doch denke ich, dass man mit Will Allen erstmal über die Runden kommt.

    Die Berichte, in denen erwähnt wird, dass Frederick in der Preseason überfordert aussah, vergessen dabei wohl zu erzählen, dass das dann der Fall war, wenn er auf Guard eingesetzt wurde. Ich habe auch schon andere Quellen gelesen, in denen er für sein Spiel als Center gelobt wurde und den Eindruck hatte ich auch. Er ist dort deutlich besser, weshalb die Coaches dann auch eher Free auf Guard rübergeschoben haben als Frederick.

    Die drei Fragezeichen, die ich bei meinen Cowboys habe, sind:

    1. Zweiter Safety

    2. Wie schafft es Nick Hayden, den Ausfall von Jay Ratliff (PUP) zu kompensieren?

    3. Schaffen es Bernadeau und Leary auf Guard fit zu bleiben?

    Wenn die Antwort auf Frage 3 „ja“ ist, dann sollte die Offense besser sein als letztes Jahr. Die Defense kann eigentlich nur fitter sein als letztes Jahr und mit dem neuen System deutlich mehr Turnover produzieren.

    Dazu bin ich mir auch nicht so sicher, wie „angesägt“ Jason Garrett wirklich ist. Die Spieler sind begeistert von ihm, die Fans lieben ihn und Jerry Jones will einfach, dass er Erfolg hat, weil er seit vielen Jahren mit seinen Eltern befreundet ist. Sollten die Cowboys komplett abschmieren, wird er wohl gehen müssen, wenn sie wieder knapp die Playoffs verpassen, wäre ich mir da nicht so sicher.

  11. @Rice Up

    Der Einschätzung der Browns bei Korsa würde ich absolut zustimmen. Da verstehe ich um ehrlich zu sein überhaupt nicht, warum viele Experten die so stark einschätzen, weil einfach zu viel an einem mittelmäßigen und viel zu alten 2nd-year QB in Weeden hängt. Genau der, der letztes Jahr nix zusammengebracht hat (obwohl er da schon nur deshalb gedraftet wurde, weil er trotz seines Alters als „NFL-ready“ deklariert worden ist) soll nun mit teils mehr als fragwürdigen Additions in der Defense (Kruger?) den Karren aus dem Dreck ziehen?

    Mehr als fraglich in meinen Augen; für mich hört sich da viel danach an, als ob Lombardi seine sicherlich sehr guten Beziehungen zu diversesten Reportern spielen lässt um für Weeden Ruhe herbeizuschreiben. Das ändert allerdings nichts an seinem Skillset.

  12. Naja ESPN giert schon. Wenn Garrett gegen die Giants nicht gewinnt, dann bleiben sie das 8-8 Team und er damit kein Coach…

    Mal abwarten. Am Sonntag werden die Karten aufgedeckt…

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