College Football, Week 2: Boston College Eagles – Wake Forest Demon Deacons Preview

Heute Nacht um 2h überträgt SPORT1 US ein Freitagnachtspiel aus der Atlantic Coast Conference (ACC): Boston College Eagles vs Wake Forest Demon Deacons. Beide Teams sind eher der unteren Mittelklasse zuzuordnen, um mal nicht den Terminus „Bodensatz“ zu verwenden. Ups… oder doch.

Boston College zog letzte Saison nach einer 2-10 Saison den Stecker und feuerte den unbeliebten Head Coach Spaziani. Ersetzt wird er durch Steve Addazio, der von Temple hochkam. Addazio steht in etwa für den Football, den man sich von einem Mann mit seinem Äußeren erwarten würde: Hart. Trocken. Physisch. Bekannt wurde Addazio bei den Florida Gators als Chef-Kopfjäger für Highschool-Talente. Er ging nach Temple und sanierte dort ein brach liegendes Programm und brachte es zurück in die Big East Conference (jetzt: American Athletic Conference). Jetzt also Boston.

Ich habe eine Bekanntschaft im Studentenkörper von Boston College. Die Bekanntschaft berichtet von einer latenten Stimmung, die gar nicht so unglücklich über den Absturz war. Zu lange sei Boston College in der 8-4 Region stecken geblieben, zwar mit Sicherheit auf Bowl Season, aber ohne Hoffnungen, dass sich mal jemand überlegt, wie man mehr erreichen könnte. Das kann man verruchte Fan-Mentalität nennen, aber irgendwo bringe ich auch Verständnis für die Denke auf. Denn was ist es, was aus dem Fan das beste herauskitzelt? Richtig, es ist Hoffnung. Hoffnung, dass es besser wird. Wenn du eh weißt, was kommt, gehst du sowieso nicht richtig mit. Deswegen sehen viele in Addazio, der durchaus ein sehr erfolgsorientierter Mann ist, eine Art Heilsbringer.

Wenn’s schief geht: Nicht so schlimm. Hauptsache, einer probiert überhaupt erst mal, den nächsten Level zu erklimmen.

Unsere Freunde, die NFL-Kommentatoren

Kommentatoren-Bashing ist in jedem Land Volkssport, und ich versuche so weit es geht, dem auf diesem Blog auszuweichen. Im US-Football waren die Männer und Frauen hinter dem Mikro für mich stets weniger Ärgernis als z.B. im Fußball, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht ist es diese tief in meine hintersten Hirnkammern eingeprägte, positive Erinnerung an den besten ever, Christopher D. Ryan, der einst im ORF als NFL-Announcer kommentierenderweise Monat für Monat meinen Verstärker abrauchte. Herr Ryan, wann zahlen Sie mir die Rechnung dafür?

Aber selbst bei C.D. Ryan liebte ich nur Football und Triathlon. Vielleicht war es, weil er in diesen beiden Sportarten selbst am meisten mitfieberte?  Weil die Begeisterung auch im Studio knisterte? I don’t know. Kommentatoren-Beschreibung ist immer unfair. Sie ist immer persönlich. Daher heute mal ausnahmsweise ein Blick auf die US-Duos hinter den Mikros, die in den großen US-Networks die Spiele in Originalsprache begleiten, und damit wieder einen Herbst lang unsere Begleiter sein werden.

NBC (Sunday Night Football)

NBC – Al Michaels/Cris Collinsworth. Die Sunday Night Game Crew. Michaels ist nicht nur für mich der souveränste Play-by-Play Mann, eine Institution, der man auch beim tausendsten Mal und nach vielen Stunden Madden-Football noch gut zuhören kann. Collinsworth kann extrem gut seine Sichtweisen schildern, aber er geht vielen auf den Geist, weil er eine arrogante Attitüde („ich erklär dir jetzt mal, wie das mit dem Football geht!“) mitbringt, die dazu führt, dass man ihn manchmal etwas herablassend erfährt. Collinsworth ist ein ehemaliger Footballprofi (WR der Bengals), aber er hatte keine Hall of Fame-Karriere. Deswegen ist er unter Aktiven auch der verhassteste aller Analysts.

ESPN (Monday Night Football)

ESPN – Mike Tirico/Jon Gruden. Das Monday Night Game-Duo, zu dem ich meine Einstellung über die Jahre komplett geändert habe. Was ist mir der Schreihals Gruden früher mit seinen Plätzchen auf die Eier gegangen. Mittlerweile empfinde ich Gruden trotz these guys und that guy als angenehme Abwechslung zur ansonsten oft steifen kommentierenden US-Reportergilde. Yup, Gruden ist Freund aller, aber das sind Assinger und Hinterseer in Österreich auch. Mal was anderes. Und Tirico hat seit dem fantastischen Call beim Seahawks/Packers-Spiel letztes Jahr sowieso einen Freischuss gut.

NFL Network (Thursday Night Football)

NFL Network – Brad Nessler/Mike Mayock. Ich gebe zu, Mayocks Stimme ist gewöhnungsbedürftig und ja, sie verbraucht sich mit der Zeit. Aber Mayocks Detailwissen ist fassungslos tief, und er schafft es anhand der TV-Bilder auch, es adäquat rüberzubringen. Nessler ist ein grundsolider Mann, der sich zurückhält, damit der Color-Commentator Mayock glänzen kann. 2011 waren die beiden unangefochten die besten. Letztes Jahr war es knapper, aber ich ziehe die beiden immer noch allen anderen Kommentatoren-Teams vor.

CBS (sonntags, Auswärtsspiele der AFC-Teams)

CBS #1 – Jim Nantz/Phil Simms. Die beiden sind CBS‘ #1-Crew, und sie sind nicht unterirdisch, aber es ist schwierig, mein Verhältnis zu den beiden zu beschreiben. Es gibt immer wieder lichte Beobachtungen, auch wenn sie faktisch nicht immer topp vorbereitet sind. Der Ruf der beiden leidet bei mir mehr… ach, sagen wir so: Nantz ist ein Privatspezl des Bush-Clans, und ich habe Nantz schon die eine oder andere Sichtweise offenbaren hören, die ich schlicht nicht teile. Und Phil „talked about“ Simms? Die Betonfrisur geht mir schlicht auf den Geist. Es brauchte eine katastrophale Simms’sche Kommentierleistung in der letzten Superbowl, dass der Mann in den amerikanischen Medien mal in etwa so über den Scheitel bekam wie ich es schon lange für angemessen halte. Störend ist an diesem Duo das krampfhafte Aufrechterhalten ihrer a priori gestrickten Storyline „Simms’ Spotlights“. Hey: Die Storyline ist das Spiel. Darum strickste deinen Faden. Und weil die Jungs das nicht abzeptieren, läuft es bei Nantz/Simms, wie es immer läuft: Wenn das Spiel vom roten Faden abweicht, wirken sie gekränkt.

CBS #2 – Greg Gumbel/Dan Dierdorf. Bei diesem Duo bin ich extrem innerlich zerrissen. Gumbel hat schon in der Football-Urzeit kommentiert und entsprechend routiniert sind seine Ansagen. Bei Pornoschnäuzer Dan Dierdorf kriegste auch Tapes von Superbowls aus den 80ern mit ihm am Mikro. Er ist ein Kommentator, der die Phrasen nur so runterdrischt, dass es dir die Haare aufstellt. Der ORF hat auch so einen ähnlichen Kommentator (Erwin Hujchek?). Dierdorf ist alles Gute und Schlechte in einem Kommentator, was man sich vorstellen kann: Seine „Analysen“ verdienen ihren Namen nicht, weil er nicht mehr kann als zwischen Lauf und Pass zu unterscheiden (alles Gehobenere wird unter Garantie falsch analysiert). Aber sein Retrostyle, seine Affinität für 95% Laufspiel-Offense sind niedlich und zeugen davon, dass auch schon in den 20er Jahren Football gespielt wurde. Es ist also eine Sache was du von den Jungs erwartest: Wenn es das ist was ich beschrieben habe, kannste dich mit ihnen köstlich unterhalten. Erwartest du eine Erklärung zu einer Slant-Route, gehste dir lieber gleich das Eingeweihde rauskotzen.

CBS #3 – Ian Eagle/Dan Fouts. Ein tolles Duo. Eagle macht keine Fehler und hat eine Stimme, hmm… souverän, markant. Wiedererkennbar. Ich mag aber auch und vor allem Dan Fouts, der als recht kultige Erscheinung des Weges kommt. Man möchte gar nicht glauben, dass Fouts einst der beste Quarterback war, der den NFL-Football revolutionierte und nur unglücklich knapp vor der Superbowl scheiterte.

CBS #4 – Marv Albert/Rich Gannon. Gannons Stimme ist mir ziemlich sympathisch, und bei ihm muss ich immer an diese NFL Films-Sequenzen denken, in denen ein zirka dreiundsiebzigjähriger Raiders-QB namens “Gannon” per Pump Fake die ganz tiefen Bomben vorbereitet. Leeeeeider, leider ist Gannon ein sehr banaler „Experte“, wenn er etwas anderes als ein Passspielzug samt Catch erklären muss. Defense? Nie gehört. Die hohe Kunst des Vorblockens? Für den ex-QB Gannon unter seiner Würde.

CBS #5 – Kevin Harlan/Solomon Wilcots. Bei Harlan und Wilcots ist als allererstes fix: Die beiden pallavern! Geschwiegen wird hier die kürzeste Zeit, dass es fast manchmal zu viel ist. Als jemand, der fast alle Fußballspiele mit italienischen Kommentaren schaut, stört mich ein Radiokommentar zum Fernsehbild vielleicht weniger als die meisten. Und inhaltlich: Harlan ist einer meiner Favoriten.

CBS #6 – Bill Macatee/Steve Tasker. Fällt mir jetzt beim besten Willen nix zu ein. Die beiden kommentieren auch nicht regelmäßig, sondern nur, wenn CBS wirklich mal sechs Sonntagsspiele auf dem Programm hat.

CBS #7 – Spero Dedes/Steve Beuerlein. Dedes kenne ich von der March Madness, wo er mir zweimal extrem positiv aufgefallen ist. Beuerlein? Mutiger Mann, weil manchmal schon mit sehr kritischer Meinung zu dem, was sich ihm da drunten auf dem Feld offenbart.

FOX (sonntags, Auswärtsspiele der NFC-Teams)

FOX#1 – Joe Buck/Troy Aikman. Das #1-Duo von FOX, das alle Topspiele der NFC kommentiert – leider. Bei Joe Buck habe ich immer den Eindruck, er verachtet das, was er da grade macht – Sport kommentieren – da schlicht kein Fetzen Begeisterung zu spüren ist. Buck kommentierte einst einen der spektakulärsten Spielzüge in der Superbowlgeschichte als wäre der Schwiegertante der Keks durch die Finger geflutscht. Ein Hilfselektriker im dreiundzwanzigsten Jahr seiner Tätigkeit bringt mehr Empathie für seinen Job auf. Aikman ist Aikman. Sagt dir jedes Mal pro Viertel, wieviele Superbowlringe er gewonnen hat und steuert zum Spiel bis auf den offensiven Passspielzug inhaltlich nix bei.

FOX #2 – Kenny Albert/Daryl Johnston. Mir fiele bei beiden nix Negatives ein. Was an den Übertragungen dieses Duos ärgerlich ist, sind die völlig verdummten Schaltungen runter aufs Spielfeld, wo Tony „Goose“ Siragusa zu 100% belanglose Information liefert.

FOX #3 – Thom Brennaman/Brian Billick. Bei Brennaman bin ich voreingenommen seit seinem leidenschaftlichen „Rant“ in der Fiesta Bowl 2007, als er in der Overtime im landesweiten TV mit Nachdruck die Boise State Broncos ins BCS-Finale hypen wollte. Billick mag ich eigentlich; aber Billick hat immer wieder What the Fuck?-Momente in seiner Kommentierung, wie letztes Jahr in den Playoffs, als er bei Sechspunkterückstand der Seahawks in der letzten Spielminute (!) laut darüber spekulierte, ob es gescheit sei, in der RedZone (!!) ein Field Goal (!!!) zu kicken und danach einen Onside Kick zu probieren.

FOX #4 Kevin Burkhardt/John Lynch. Ich habe genau null Einträge zu Burkhard in meiner Datenbank. Lynch mag ich. Seine Stimme ist soft und deswegen unverwechselbar, und Lynch macht auch nimmer so viele Fehler wie noch vor wenigen Jahren.

FOX #5 – Chris Myers/Tim Ryan. Chris Myers ist eher banal, aber Tim Ryan ist ein interessanter Mann, der mir in den letzten beiden Jahren immer wieder aufgefallen ist: Die Erklärungen Ryans sind nicht immer simpel beschriebene Punktlandungen, sondern können durchaus etwas technischer ausfallen, aber das ist endlich mal was anderes als biederes Aikman-Gefräsel. Ryan ist ein ehemaliger Defensive Liner, und achtet als solcher auch auf Nuancen in einem Spiel. Bei Ryan gefällt mir extrem, dass er auch Fehler von Star-Spielern anspricht und immer wieder Kleinigkeiten thematisiert, die im Eifer des Gefechts untergehen. Und er kann coole Einwände einschieben („but what a cute sack bei Chris Long, are you kiddin’me?“).

FOX #6 – Dick Stockton/Ronde Barber. Der greise Stockton (längst jenseits der 70) ist ähnlich wie Dierdorf einer der lebenden Beweise für die Historie des Footballs. Er kriegt dieses Jahr einen neuen Partner: Ronde Barber, der erst im Frühjahr vom aktiven Sport zurückgetreten ist. Ronde ist der Zwilling von Tiki Barber, dem man einst eine große Zukunft in der Medienwelt voraussagte, der sich aber mittlerweile komplett ins Abseits manövrierte. Hoffentlich macht es Ronde besser.

FOX #7 – Sam Rosen/Heath Evans. Evans ist ein ehemaliger Fullback und fiel in seiner Zeit als Studiopundit beim NFL Network nur durch meinungsstarke Fehlschüsse auf, aber Rosen ist ein Mann, der es mir angetan hat, weil er den Job als Blogger relativ einfach macht: Kein Play, in dem nicht wenigstens die Formation (11-Personal, 12-Personal etc.) genannt wird, und häufig werden vor dem Snap noch schnell die personellen Wechsel runtergerattert. Da weißte wenigstens, wer denn nu’ gleich auffem Spielfeld steht.

Das sind jetzt erstmal alle offiziell gelisteten Kommentatoren-Paarungen (NBC wird sicher für die Wildcard-Playoffs noch eine Paarung benennen), die wir im Laufe des Herbstes in der NFL hören werden. Ich gebe noch mal zu, dass meine Notizen recht subjektiv sind und vielleicht unter der alten Krankheit leiden: Ein Kommentator verbraucht sich. Vielleicht verbraucht er sich umso mehr, wenn du ihn jede Woche hörst – wie bei den Top-Duos von CBS und FOX, die wegen der interessantesten Paarungen auch am öftesten zu hören sind.

NFL Kickoff Game 2013: Denver Broncos – Baltimore Ravens live

[07h30] Endstand Denver Broncos 49, Baltimore Ravens 27. Manning mit 7 TD-Pässen. Nochmal: Komisches Spiel, weil trotz einiger krasser Individual-Stats einige Wünsche offen blieben. Bronco-LB #59 Danny Trevathan verlor sogar noch aus Nachlässigkeit bei einem INT-Return nahe der GoalLine den Ball, wie einst vor zirka zehn Jahren mal ein Offensivspieler der Houston Texans.

[06h05] Denver 42, Baltimore 17/Q4 13:13. 26yds-Pass für WR Demariyus Thomas per angetippeltem Catch. 6ter TD-Pass für Manning. Ich mache damit Schluss. Spiel ist entschieden. Nachher werde ich noch das Endergebnis hier oben eintragen.

Klar, man kann sich an den beiden ersten Touchdowns der Broncos in der zweiten Halbzeit aufhängen: Die Nicht-Challenge Harbaughs kostete letztlich einen TD, der geblockte Punt ist einer dieser kleinen „Black Swans“ in einem Footballspiel. Aber das ändert nix dran, dass die zweite Halbzeit der Ravens ein Offenbarungseid war.

Leben in Offense und Defense waren ausgehaucht. Viel Pech für Baltimore, dass wichtige Spieler wie WR Jones ausfielen. Aber auch Denver hatte schwerwiegende Ausfälle. Denver wirkte bedeutend fitter in der zweiten Halbzeit.

Das Spiel selbst war eher enttäuschend. Die Stimmung im Stadion schien lange Zeit eher mau zu sein. Viele Strafen (Stand jetzt: 13), viele Incompletions, die oft ungenauen Würfen entsprangen. Einige Nickligkeiten und billige Shots.

Also: Nicht restlos überzeugende Broncos. In der zweiten Halbzeit enttäuschende Ravens. Für Überreaktionen ist es aber natürlich viel zu früh.

[06h01] Immer, wenn sich die Freundin zum Morgensport aufmacht und das Nachtspiel noch läuft, wünsche ich mir, dass die Uhr langsam runtertickert. Dank Gewitter haben wir noch ein komplettes Viertel zu gehen.

Drittes Viertel

[05h57] Flacco bringt keinen Ball mehr an den Mann. Es ist nicht nur er: Bei einem tiefen Ball hechelt WR Stokley sieben, acht Meter dem Ball hinterher, der mutterseelenallein zu Boden fällt. Im dritten Down ein gewaltiger Blitz von 2-3 Broncos, die Flacco unter sich begraben.

[05h53] Unansehnliches Spiel im Moment. Jedes zweite Play eine Strafe und haufenweise Incompletions nun von QB Manning. Mal schauen, ob in Baltimores Offense doch noch ein Lebenszeichen auszumachen ist.

[05h49] Der 120 Mio.-Mann Flacco übersieht im 4th Down einen zirka 30 Meter offenen WR Torrey Smith downfield und anschließend das nächste Personal Foul der Ravens: Diesmal ist C Gino Gradkowski der Missetäter.

[05h45] CB #22 Jimmy Smith schießt bei einem Fair-Catch einen Bronco gnadenlos von der Blindside ab. Viel Frust bei den Ravens, die acc. to einer Einstellung eben bei NBC 6 Yards Offense im kompletten dritten Viertel haben!

[05h38] Three’n’out für Baltimore.

[05h32] Denver 35, Baltimore 17/Q3 6:37. 2yds-Pass für Welker. Die alte Manning-Offense: 9 Plays, 63yds, 2:29 Minuten von der Uhr genommen. Baltimores Defense sieht shot aus.

[05h23] Momentan sieht es nach kompletter Demolierung der Ravens aus: Denvers Front-Seven spielt plötzlich mit viel Wucht und im dritten Down eine Art 3-3-5 Nickel-Defense, und von hinten rauscht S #26 Rahim Moore, der Sündenbock im Jänner, heran und knockt TE #87 Clark mit einem sauberen Hit aus. Punt und die Chance zur Entscheidung.

[05h18] Denver 28, Baltimore 17/Q3 10:28. 6yds-Pass für Welker.

[05h16] Jetzt fallen die Würfel in Denver: Denver-Defense mit viel mehr Druck, Tackle for Loss und Sack durch #90 Phillips. Der folgende Punt wird in der Ravens-Redzone geblockt und Denver startet an der BAL 11.

[05h10] Denver 21, Baltimore 17/Q3 12:30. 28yds-CAtch Caldwell. Die Broncos springen von der Schippe: Im dritten Down im „Mittelfeld“ droppt Welker völlig offensichtlich einen Ball, aber die Refs geben „Catch“. Harbaugh verpasst die Challenge (weil er in der ersten Halbzeit eine überflüssige Challenge im ersten Down geworfen hatte?), und drei Plays später klingelt es: WR Thomas (die Demaryius-Variante), RB Ball und WR Andre Caldwell vollenden. Die Nicht-Challenge könnte damit Stoff für Bill Barnwells Kolumne „Thank You For Not Coaching“ am Montag auf Grantland.com werden.

[05h07] WR Jacoby Jones und RT Oher sind questionable.

Zweites Viertel

[04h56] Halbzeit Denver 14, Baltimore 17. Schwaches Kickoff-Game. Beide Teams wirken, als wären sie zeitweise noch in der Preseason. Baltimore mag Glück gehabt haben beim Welker-Fumble, aber die Ravens sind die bessere Mannschaft von zwei nicht überzeugenden Teams.

Denver: Die Offense kriegt überhaupt keinen Rhythmus. Die drei besten Pässe kamen jeweils zu TE Thomas, jeweils „gefühlt“ aus dem Nichts: Einmal nach einer INT, und dann zweimal klassischer Manning „quick-strike“ en suite. Zweimal Touchdown. Aber der Rest war eher zum Vergessen. In der Defense kriegen die Broncos ohne Blitz-Unterstützung quasi keinen Druck zustande.

Baltimore: Flacco nutzt diese Zeit, aber die Ravens sind seit der Verletzung von Jacoby Jones durch „friendly fire“ (©Al Michaels) in der Offense nicht wiederzuerkennen, zögerlich, unsicher. Es brauchte fast das komplette zweite Viertel, bis BAltimore seinen Groove wieder fand.

Denver kriegt nun als erstes den Ball in der zweiten Halbzeit.

[04h50] Denver 14, Baltimore 17/Q2 0:07. Eigentlich guter Drive der Ravens, aber dann wird mir John Harbaugh in der letzten Minute zu konservativ, zu besorgt, ja nur hauptsächlich die Uhr runterzuarbeiten. Folge: Nachdem TE #87 Clark einen sicheren TD fallen lässt, muss Denver mit drei Punkten Vorlieb nehmen. Oder besser: Vier verschenkten Punkten.

[04h30] Ein Coverage-Sack von #91 Ayers gegen Flacco im 1st Down killt den Ravens-Drive frühzeitig. Guter Punt, am Ende dessen Ravens-LB McClellan ein sinnloses Personal-Foul gibt. PR Holliday fliegt meterweit durch die Luft. Denver kriegt gute Feldposition und die Stimmung auf dem Spielfeld kippt langsam.

[04h24] Denver 14, Baltimore 14/Q2 5:34. Grad als sich die Broncos mit einer Offensive PI gegen Eric Decker selbst in Kalamitäten bringen, taucht aus dem Nix ein neuer Star auf: TE #80 Julius Thomas, der schon den ersten Touchdown find. Thomas erst mit einem 44yds-Catch gegen den Safety Huff, dann im nächsten Play ein 23yds-TD über die Spielfeldmitte. Wenn man sich die Statur vom 1.96m/112kg gebauten Thomas anschaut und seine Beweglichkeit, würde man nicht drauf kommen, dass wir es hier mit einem Third-Stringer zu tun haben.

[04h17] Denver 7, Baltimore 14/Q2 8:03. 2yds-Lauf von Rice über rechts. Wie vorhin bei Denver: Brauchte nach dem Turnover nur einen Spielzug.

[04h15] Die Verletzung für Jones hat die Ravens um ihren Offense-Schwung gebracht, aber an der 2yds Line fumbelt Welker völlig unnötigen den Punt und die Ravens können gleich einschenken.

[04h04] Denver 7, Baltimore 7/Q2 11:35. Erstes Big-Play der Denver-Defense: CB #25 Chris Harris springt in einen für Slot-WR #80 Stokley gedachten Ball und einen Spielzug später findet Manning mit viel Druck einen komplett vereinsamten TE #80 Julius Thomas für den 24yds-TD.

[04h00] Manning versucht halbherzig, das Tempo anzuziehen und prompt gibt es um ein Haar die Interception, aber LB #51 Daryl Smith kann den schwachen Ball nicht festhalten. Beim anschließenden Punt gibt es etwas Slapstick, als sich zwei Ravens-Returner übern Haufen laufen. Folge Denver kann an der 1yds-Line den Ball sicherstellen. [Edit: Baltimore beginnt nicht von der eigenen 1, sondern von der eigenen 16] #12 Jacuby Jones humpelt verletzt vom Feld.

[03h53] Flacco kriegt weiterhin nicht allzu viel Druck, aber Baltimore spoilert sich einen eigentlich guten Drive mit einer Strafe gegen die Offense. Im langen 3rd-und-17 für TE #84 Dickson gibt es ein gutes Beispiel für die „neuen“ Hits in der NFL: Der Safety kommt so dahergeflogen, dass Kopf-vs-Kopf Kontakt vermieden wird.

Erstes Viertel

[03h42] Denvers Offense kommt ein paar 1st Downs weit, aber richtig Rhythmus ist noch nicht drin. Bis auf WR Welker ist noch kein Receiver im Spiel und das gelegentlich eingestreute Laufspiel bleibt erstmal ineffizient. Wirkt noch a bissl wie Preseason.

[03h31] Denver 0, Baltimore 7/Q1 7:11. TD Leach, 2yds Catch. Rattenscharf analysiert von Cris Collinsworth:

The lack of pass rush has quickly become the story of the game.

 Denver blitzte einmal in der RedZone, und das war das einzige Mal, als Flacco unter Zugzwang kam (und bei richtig schlechten Pass Glück hatte). Der Rest war ein unbedrängter Flacco für einen alleingelassenen WR Jacoby Jones, der locker seine 3-4 Catches machen konnte.

[03h24] Denver kommt ein 1st Down weit (10yds-Pass für Welker), aber Manning mit insgesamt drei Incompletions, und der Drive ist schnell fertig. Haarscharfer Einsatz von CB Graham gegen WR Thomas.

[03h20] 3’n’out für Baltimore, u.a. dank sehr sicherem Tackling von LB #52 Woodyard und im dritten Down durch den Slot-CB #25 Chris Harris. Denvers D-Line sah im ersten Play wohl so aus (wurde korrigiert):

DE #95 Wolfe
DT #94 Knighton
DT #99 Vickerson
DT DE #91 Ayers
DE/OLB #90 Phillips

[03h10] Die Hymne ist unterwegs. Zeit, noch einige spieltaktische Dinge zu berücksichtigen:

  • Die Zusammenstellung der Defensive Line wird zu beachten sein: Miller und Dumervil sind aus bekannten Gründen absent. In Wolfe, Phillips, Ayers gibt es drei potenzielle DEs, die alle eigentlich im System von DefCoord Del Rio zum Tackle umgeschult werden sollten. Vorteil für Denver: Die gegnerischen Offense Tackles McKinnie/Oher gelten als eher untere Schublade.
  • CB Bailey fehlt. Bailey gilt noch immer als hochklassig. Bailey hatte aber gegen Flaccos Bomben im Jänner ein katastrophales Spiel.
  • Inwiefern wird Welkers Einkauf die Bronco-Offense diversifizieren? Weiterhin Kurzpassgewichse, oder gibt es künftig auch überraschendere Elemente wie z.B. tiefere Bälle für WR Thomas?

Tja, und dann geht es los. Der Regen hat nun richtig eingesetzt.

[02h57] Kickoff wird sich noch für Momente verzögern: 3h10 MESZ. NBC überbrückt die Zeit mit Schaltungen an den Spielfeldrand zu Dan Patrick, Tony Dungy und Rodney Harrison, die mittlerweile ihre Schirme brauchen: Regen hat eingesetzt, gespenstische Stimmung über dem Stadion. Unvermeidliches Thema bei NBC: Baltimore und die Verzögerungen, Stichwort natürlich Super Bowl 2013.

[02h43] Das Radarbild sieht eigentlich unverdächtig aus:

Radarbild (Bild entnommen dem NFL-Gamepass)

Radarbild (Bild entnommen dem NFL-Gamepass)

Es soll sich allerdings um „lokale“ Schauer handeln. Über dem Stadion scheint derweil schon wieder die Sonne.

[02h30] Der Himmel über dem Broncos-Stadion wirkte schon in zwei Einstellungen vorhin recht düster. Al Michaels informiert uns über Konkreteres: Spiel wird wegen Unwetterwarnung (Blitz-Gefahr) um zirka eine Viertelstunde verschoben. Neuer Kickoff soll 02h55 sein. NBC geht in die Werbung und der erste Clip verkündet 15 minutes will save you 15 minutes of car insurance. (die altbekannte GEICO-Werbung).

[02h23] Moagen.