Monday Night Game Doubleheader 2013, Preview

Wie seit einigen Jahren üblich, beginnt die NFL die Regular Season mit einem Doublehader zu Monday Night, an dem ESPN zwei Spiele en suite überträgt. Dabei ist meistens das erste das spektakulärere, während die zweite Partie aufgrund der zeitlichen Situation (an der Ostküste ist es dann zum Kickoff bereits 22h15 Ortszeit) immer im Stadion eines Westküstenteams ausgetragen wird. Für uns Mitteleuropäer ist dieser Kickoff um 4h15, was für einigermaßen Frühaufsteher bedeutet: Halbzeit zwei kann man sich schonmal am Dienstagmorgen zum Frühstück geben – LIVE. SPORT1 US bringt übrigens beide Spiele:

01h    Washington - Philadelphia
04h15  San Diego  - Houston

Bei Washington Redskins vs Philadelphia Eagles wird das Thema „read-option“-Offense dominieren. Der Terminus ist NFL-weit mittlerweile quasi Oberbegriff geworden für alles, was in Anflügen nach einem College-Spielsystem aussieht. Von meiner persönlichen Warte aus gesehen:

  1. Ja, ich sehe, dass Washington und Philadelphia „anders“ spielen als das generische NFL-Team über die letzten zehn Jahre.
  2. Nein, ich kann nicht behaupten, dass ich in jedem Play „read-option“ und nicht „read-option“ voneinander unterscheiden kann.
  3. Die Detailstudien, die zeigen, dass nicht immer „read-option“ drin ist, wo „read-option“ im ersten Moment drauf steht.
  4. Möglicherweise macht man es sich zu einfach, jeden ansatzweisen Spielzug aus der Pistol-Formation udgl. per Autopilot in“read-option“ zu verwandeln.

Ausgangspunkt für diese Argumentationskette ist Ben Muths Analyse der Redskins-Offense unter QB Robert Griffin III, die zwar „Read“-Elemente beinhaltet, aber dann doch auch wieder nicht so stark abweicht von dem, was Head Coach Mike Shanahan schon in den 90ern in Denver spielen ließ. Oftmals sind es auch nur verkappte Play-Action Spielzüge, die nur im ersten Anflug wie ein „College“-Spielzug (eben: „read-option“) aussehen.

Davon ab ist es natürlich ein, sorry, geiles Matchup. RG3 kehrt zurück, vielleicht nicht 100%ig fit, aber er ist wieder da. Auf der anderen Seite debütiert Chip Kelly, der Inbegriff der spektakulären College-Offense, in der NFL. Kellys Mantra, und das wird man bei Philly auch sofort beobachten können, ist der schiere Speed, zwischen den Plays und in den Plays. Kelly nutzt natürlich viele „Read“-Elemente, aber im Kern sind seine Spielzüge Inside– und Outside Zone Plays, Spielzüge, die schon seit Shanahan und Kubiak in der NFL gang und gebe sind. Übrigens werden auch der Speed und die No Huddle-Offense schon in heftigem Ausmaß in der NFL praktiziert: In New England.

Trotzdem bin ich natürlich auf die Iggles gespannt wie ein Regenschirm. QB Vick soll gelernt haben, den Ball festzuhalten. Die Offense Line ist gesund und potenziell extrem wuchtig. Die RBs McCoy und Brown werden’s danken. Und in der Crew von Receivern und Tight Ends ist zu bemerken, dass Kelly a) in der Preseason mal zugleich vier TEs aufs Feld scheuchte, und dann auch im Kader vier Tight Ends behielt.

Die Probleme in Philly sind eher in der Defense zu verorten, wo man in der Preseason wirklich nicht gut aussah. Tja, und dann ist da noch Neuzugang CB Cary Williams, der erst einen hohen Vertrag kassierte, dann jede erdenkliche Schikane ausfindig machte um es sich mit Coaches und Ownern zu verscherzen, sportlich nix brachte und sich letzte Woche im Training eine handfeste Schlägerei mit WR Riley Cooper lieferte… ach ja, Cooper: Der Typ wird noch immer wegen seiner rassistischen Ausfälle im Suff schief angesehen. Durchaus Potenzial für Sprengstoff im Eagles-Kader also.

San DiegoHouston wird in den Staaten keine sensationellen Quoten einfahren. Zu uninspirierend wirken die Chargers im Moment; zu wenig griffig sind auch die Texans als Franchise. Sportlich könnten die Chargers für Houston durchaus ein Hinterhalt sein: Wenn QB Rivers in einen Groove kommt, ist nix ausgeschlossen. Dass es erst gar nicht dazu kommt, dafür will die extrem druchvolle Front-Seven der Texans um DE J.J. Watt und den genesenen ILB Brian Cushing sorgen. Ich erwarte kein Blitz-Festival, aber bei der attackierenden Spielweise der Texans und der unerfahrenen Offense Line der Chargers könnte es das auch gar nicht brauchen. Positiv für die Secondary von Houston: CB Joseph ist wieder fit. So viele Receiver hat San Diego gar nicht, wie die Texans mit ihrem Personal im Defensive Backfield abdecken könnten.

4 Kommentare zu “Monday Night Game Doubleheader 2013, Preview

  1. Eine Anmerkung sei noch erlaubt zu Phil;
    >“Tja, und dann ist da noch Neuzugang CB Cary Williams, der erst einen hohen Vertrag kassierte, dann jede erdenkliche Schikane ausfindig machte um es sich mit Coaches und Ownern zu verscherzen, sportlich nix brachte“.. <-
    Der hat sensationell gespielt.

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