NFL-Recap, Week 1: Washington Redskins – Philadelphia Eagles

Chip Kellys NFL-Debüt endete in einem 33-27 Auswärtssieg beim direkten Divisionsrivalen Washington Redskins, ein Endstand, der sich knapper anfühlte als es das Spiel hergab. Es war aufgrund einer ansprechenden zweiten Halbzeit keine unterirdische Vorstellung der Redskins, aber insgesamt fühlte sich das Spiel über weite Strecken wie ein Blowout an, was auch der zwischenzeitliche Stand von 33-7 (Redskins-TD war nur durch einen zweifelhaften Fumble-Return TD zustande gekommen) erwarten lassen würde.

Die Eagles-Offense hatte ein beeindruckendes Spiel, und sie sah zeitweise vom schieren Speed zwischen den Plays wirklich wie die Oregon-Offense 2.0 aus, mit teilweise nur 15-18sek Zeitverbrauch zwischen Spielzugende und nächstem Snap. Da brauchste nichtmal Condensed-Version im Gamepass. Das war zeitweise massiv und die Redskins hatten mit ihrer – zugegeben: enttäuschenden – Defense extreme Probleme, mitzuhalten.

Die massiv aufgebolsterte Offensive Line fand ich dabei nicht mal so überragend, wie ich sie erwartet hatte. Pro Football Focus vergab Noten jenseits von gut und böse, aber mein Gefühl sagt mir, dass da ein paar Kumpels der Herren Mathis (vermute ich ja schon länger) und Kelce mit im Spiel waren. Bei allein vier oder fünf Plays konnte selbst ich klare verpasste Blocks erspähen, die mir einfach aussagen. Es war aber wie schon geschrieben wurscht.

Denn das Laufspiel über RB #25 LeSean McCoy funktionierte trotzdem. McCoy zeigte sich von seiner Sahneseite, ganz wie der Running Back, der letztes Jahr extremst boom or bust war: Damals war die O-Line übel. Immer wenn RBs mit üblen Offense Lines extremste boom or bust-Stats haben (also entweder +10yds oder -5yds und nix dazwischen), tendieren die Backs zu sensationellen Statistiken, wenn sie denn endlich brauchbare Blocks bekommen. McCoy im MNG: 31 Carries, 184yds, und es hätten mehr sein können. Große Moves, viel Wucht wenn notwendig in Power-Situationen – McCoy war vielleicht der Mann des Spiels.

WR #10 DeSean Jackson hatte ebenso ein starkes Spiel in den ersten drei Vierteln. Philly hatte nur 15 komplette Pässe, aber sieben davon gehörten Jackson für 104yds. Zeitweise richtig ansehnliche downfield-Passoffense. QB Michael Vick war auch in Ordnung. “In Ordnung” klingt etwas banal für einige der Raketen Vicks, aber seine Vorstellung war nicht fehlerfrei, weil Vick ganz einfach nimmer der präziseste Werfer werden wird.

Die Offense hatte ich eh auf der Höhe erwartet. Erstaunter war ich über die Eagles-Defense, die drei Viertel lang um Welten besser spielte als es die Preseason hatte befürchten lassen. Die Defense Line fand ich eher so lala, und NT Sopoaga taugt nicht als ehrlicher Ankerpunkt auf Nose Tackle, aber dafür hatte der OLB #58 Trent Cole ein großartiges Spiel und war immer in Ballnähe. Das war der alte Cole! Dazu Big-Plays der Eagles bei mehreren verzögerten Blitzes über #95 Mychal Kendricks und #59 DeMeco Ryans (ich glaube, beide hatten einen Sack).

Unisono gelobt wurde in der Eagles-Secondary CB Cary Williams, bei mir Ziel einiger Attacken nahe der Gürtellinie in den letzten Tagen. Ich glaube, Williams hatte eine der beiden INTs. Davon ab war seine Deckung gewiss relativ eng, aber das Auffälligste war die Intensität, mit der Williams spielte: Da war zumindest für dieses eine Spiel ein Mann on mission. Kein Vergleich zu dem Mann, der in der Superbowl dringend hätte einen Platzverweis kassieren müssen.

Und noch was Positives bei den Iggles: Chip Kelly ließ kurze 4th Downs ausspielen. Mehr noch: Beim ersten Drive spielte Philly eines aus, und die Iggles mussten nicht mal überlegen, ob sie ausspielen. Als sei es in ihrer Football-DNA schon verankert! Vick trottete gemütlich Highspeed an die Anspiellinie und ließ den vierten Versuch snappen.

Bei den Redskins kam lange Zeit überhaupt kein Groove in die Offense um RG3. Bis Ende drittes Viertel hatten die Skins sieben Punkte auf dem Scoreboard, und die waren einem etwas glücklichen, weil haarscharfen Fumble-Return von CB #23 Hall entsprungen. Ich fand die Offense Line der Skins nicht überzeugend. RG3 wirkte lange Zeit gehemmt, wohl noch das Produkt der Verletzungsnachwirkungen und der geringen Spielpraxis. Erst gegen seichter werdende Deckung der Iggles nach der Pause wurde es besser. RG3 bekam aber meiner Meinung nach zu wenig Zeit. Das aus der letzten Saison mit viel Play-Action gewohnte, markante Offense-System zündete nicht, der Druck der Eagles-Front Seven würgte die meisten Räume relativ schnell nach dem Snap ab.

Damit habe ich mimt beiden Picks in der NFC East am ersten Spieltag in die Grütze gegriffen. So rein vom Optischen sahen die Eagles vielleicht am besten aus, die Giants trotz der vielen Turnovers next, dann Dallas, dann Washington. Aber ich sehe noch keinen Grund, nicht immer noch ein enges Rennen zwischen vier Mannschaften zu erwarten, die qualitativ keine sieben Meilen auseinander liegen.

9 Kommentare zu “NFL-Recap, Week 1: Washington Redskins – Philadelphia Eagles

  1. Konform. Das wird eng. Diese Gruppe im Vorfeld einschätzen, fast unmöglich.
    Freuen und wundern wir uns einfach über diese Wundertüte.

    Mit Barkley und Foles stehen gute QB Backs im Hintergrund, die in der Preseason in das System -Ch.Kelly- Eagles voll integriert wurden, dies in Bezug eines Ausfalls von M.Vick.

    Wenn die Def. das Spiel eng halten kann, dann ist der Taktik des Tempowechsels der Offensive mehr Raum gewährt.

    Zitat:
    „Das war das erste Mal seit dem College, dass ich Sauerstoff genommen habe“, schlug Eagles-Center Jason Kelce in die gleiche Kerbe wie sein Quarterback. „Das laugt dich wirklich aus, aber ich glaube, es laugt die Defensive noch mehr aus. „Ich denke, wir werden im Verlauf der Saison noch mehr Spieler mit Krämpfen sehen.“

  2. diese offense hat richtig spaß gemacht!
    @RamsFan
    ja diese Formation war der hammer – und dann läuft McCoy auch noch für 10 yards und schafft das first down… unglaublich 🙂

  3. Ich hab das Spiel auch genossen, war großartig anzusehen, was die Eagles da abgeliefert haben. Das Tempo zu Beginn war einfach unpackbar. Würd mich für die Eagles freuen, wenn sie zumindest die Division holen könnten, nach dem Seuchenjahr letzte Saison…

  4. Vick wird nicht nur nicht der präziseste Werfer, er lernt auch das sliden nicht mehr. Rennt fürs First Down und frisst trotzdem den Hit. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

    Aber mal schauen wie es weitergeht mit den Eagles. Aktuell würde ich immer noch sagen, dass das Spiel mit McCoy steht und fällt.

    Hatte eigentlich noch jemand den Eindruck, dass Vick ein paar ziemlich krasse Missreads in der ersten Halbzeit hatte? Entweder waren das gecallte Runs aus einem Readoptionlook oder er hat ein paar mal ziemlich daneben gegriffen.

  5. „Da brauchste nichtmal Condensed-Version im Gamepass.“
    Genau das war auch mein Gedanke :D. Macht Spaß zuzuschauen. So ein Spiel kann man sich auch um 4 Uhr Morgens ansehen, ohne einzupennen. Kein Vergleich zu den Steelers, die die Uhr auch zu Beginn bzw. Rückstand komplett auf 2-3 Sekunden melken.

    Das einzige, was ich noch vermisse, ist das Androhen einer 2pt. Conversion nach jedem Touchdown, um dann, weil die Matchups in der NFL eh stimmen sollten, doch den Extrapunkt zu schießen.

  6. Eagles waren schön anzuschauen, muss man sagen. Mal sehen wie lange die Gegner brauchen sich auf diese Offense einzustellen. Kommt ja öfters mal wenn ein College-Coach was beweisen will und innovativ ist, dass es ne halbe bis 2 Saisons dauert, dann ist auch wieder vorbei. Bei neu HCs die vorher schon in der NFL waren geht es ja meist konservativer zu..

    Und sehr schön, dass die NFC East jetzt als einzige Division (für mich) ohne Titelkandidat doch zur interessantesten werde könnte

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