NFL Notizblock, Week 2: TNF NY Jets @ NE Patriots

Was für ein Gegurke. So ein Spiel zum sehr frühen Frühstück am Freitagmorgen liegt schwer im Magen. Das lag bei beiden Offenses vor allem daran, daß sie nur trocken Brot und Margarine anbieten konnten. Der leckere Käse und die frische Marmelade sind im Krankenhaus, im Knast oder bei anderen Teams.

Da Danny Amendola, Shane Vereen und der Gronk (immer noch) verletzt fehlten, haben die New England Patriots am häufigsten mit Julian Edelman, Stevan Ridley, Kenbrell Thompkins, Michael Hoomanawanui und James Develin gespielt. Ha! Da hat ´ne Rex-Ryan-Defense bestimmt richtig Angst vor. Mit diesem „Arsenal“ im Paßspiel haben sich die Jets vorrangig darauf konzentriert, das starke Laufspiel der Pats zu stoppen. Obwohl sie immer noch auf Quinton Coples verzichten mußten, hat das auch hervorragend geklappt.

Ryan hat – wie schon letzte Woche – seine Bear-Front ausgepackt, die der Herr Vater in den 80er bei den Bears als 46-Defense berühmt und gefürchtet machte. Dabei stehen den beiden Guards und dem Center der Offense jeweils direkt ein Verteidiger gegenüber. Im Falle New Yorks waren das Mu Wilkerson (Superstar), 1st-rd pick  Sheldon Richardson (könnte Ryans nächster Liebling werden) und ein Typ, den sie „Snacks“ nennen (Damon Harrison, ca. 160kg). Daß Gang Green sich nicht besonders um das Paßspiel kümmern mußte, wurde dann auch sehr schnell deutlich.

Letzte Woche war es Thompkins, der aussah, als würde er das erste Mal mit Tom Brady zusammenspielen. Deren Zusammenspiel klappte diese Woche etwas besser. Dafür war der andere Rookie Aaron Dobson katastrophal. Golden Boy Brady mußte mehrfach fast körperlich daran gehindert werden, Dobson Eine zu zimmern. Thompkins war zumindest so OK, daß sein Gegenspieler, Rookie CB Dee Milliner, die zweite Hälfte auf der Bank verbringen mußte, wenn ich das richtig gesehen habe. Immerhin war zu erkennen, was OC Josh McDaniels mit KT und Dobson vorhat: im Gegensatz zu den letzten Jahren gab es viele tiefe Routen.

Alles blieb an Edelman hängen. Er fing denn auch 13 Bälle und war der Einzige, der mal mit einem guten Catch einen Drive am Leben halten konnte. Wie gesagt: Laufspiel durch Masse zerstört, Paßspiel schlecht durch mieses Personal. Am Ende hat New England 10 oder 11 Mal gepuntet, so oft wie seit zehn Jahren nicht mehr. Fast so viele Punts, wie sie am Ende Punkte hatte: 13.

Aber das macht ja nichts, wenn auf der anderen Seite die „Offense“ der Jets steht. Rookie Geno Smith sah lange Zeit gar nicht so schlecht aus. Aber er hatte das gleiche Problem wie Brady: keine Anspielstationen. Santonio Holmes war entweder noch durch seine langwierige Verletzung fußlahm oder CB Aquib Talib hat ihn hervorragend verteidigt, das war bei der Übertragung nicht zu erkennen. Neben Holmes mußte Smith sich verlassen auf Leute wie Jeff Cumberland, Clyde Gates und Stephon Hill, der eventuell an einer Lederallergie leidet. Entweder er fängt den Ball gar nicht erst oder er fumblet ihn in des Gegners Hälfte. Diesen Fumble returnierte Devin McCourty bis an New Yorks 9-Yard-Linie, es folgte ein Field Goal und in der Endabrechnung waren das genau die drei Punkte die New England mehr auf dem scoreboard hatte.

Überhaupt: Turnovers. Am Ende hat Smith das Spiel verloren mit drei Interceptions im vierten Viertel, mit teils sanchez-mäßiger Inakuratesse. Bis dahin war er gar nicht so schlecht. Aufgefallen sind aber zwei Schwächen: er ist teilweise sehr langsam in seinem Entscheidungsfindungsprozeß; und er hält einfach den Ball zu lange und frißt dadurch Sacks, wo er vorher den Ball auch hätte wegwerfen können.

Am Ende ein schlecht anzusehendes Spiel. Immerhin waren die Verteidigungsreihen ganz anständig und es gab ein paar Bear Fronts, was man ja auch nicht so oft sieht. Es gibt schlimmere Dinge, mit denen man seinen Freitag beginnen kann. Die Pats haben zwei häßliche Siege mitgenommen und Rex Ryan hat seinen heißen Stuhl mit zwei defensiv sehr guten Spielen gegen (vermeintlich?) starke Teams etwas runtergekühlt.

3 Kommentare zu “NFL Notizblock, Week 2: TNF NY Jets @ NE Patriots

  1. Gegurke trifft es wohl… Smith hat wirklich den Ball zu lange gehalten in vielen Situationen und noch dazu einige Male den freien Mann übersehen… Ich dachte mir immer noch jetzt wirf doch, wirf doch… ZACK, nächster Sack… Insgesamt sehr schade für die Jets, da wäre viel mehr drinnen gewesen an diesem Tag…

  2. Hab mir in der Früh ohne das Ergebnis zu kennen am Gamepass den ersten Drive der Pats angeschaut – für mehr hat die Zeit nicht gereicht. Erst danach hab ich gemerkt, dass ich gerade den einzigen TD der Patrioten erlebt habe. Brauch mir wohl den Rest nicht mehr geben.

  3. Thompkins wird bei jedem Passspielzug gehalten. War gegen die Bills schon so. Gestern kam endlich mal eine Flagge…aber es hätten viele mehr sein müssen.

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