NFL Notizblock, Week 3: Green Bay Packers @ Cincinnati Bengals

Zwei sichere Playoffkandidaten trafen gestern um ein Uhr in Ohio aufeinander. Da beide Mannschaften mit einer 1-1-Bilanz antraten, ging es für beide auch darum, das Fallen in die erste kleine Grube der Saison zu verhindern. Ein Spitzenspiel war es dann tatsächlich auch, mit vielen Spielern, die herausstachen – positiv wie negativ. Die Einzelheiten nach dem Klick.

Cincinnatis Cornerback Leon Hall hat gestern gegen eine der besten QB-WR-Combos gezeigt, daß er einer der besten Defensive Backs der Liga ist. Er hat Randall Cobb überallhin verfolgt, war also die meiste Zeit im slot, und hielt ihn bei fünf catches für 50 Yards. Gekrönt hat er seine Leistung mit einer starken Interception beim Stand von 21-30 in der eigenen redzone. Diese hat wahrscheinlich das Spiel gerettet.

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Fast ebenso auffällig waren Cincys Defensive Ends Michael Johnson und Carlos Dunlap. Ständig haben sie die Offensive Line der Packers wie heillos überforderte Amateure aussehen lassen. Diese Drei, Hall, Johnson und Dunlap, waren auch die Hauptverantwortlichen dafür, daß diese Spiel nicht schon in der ersten Halbzeit für die Bengals zu einem blowout wurde.

Die Bengals marschieren im ersten Drive über das gesamte Feld, Rookie RB Gio Bernard schließt spektakulär zum 7-0 ab. Den folgenden Kickoff fumblet Green Bays Kick Returner Jeremy Ross. Einen Spielzug später steht Ben-Jarvus Green-Ellis in der Endzone: 14-0 Bengals nach sechs Minuten.

Und dann fällt alles auseinander. Es folgen vier Turnovers in den folgenden vier Drives – alle in der eigenen Hälfte. TE Jermaine Gresham fumblet, RB BJGE fumblet, QB Andy Dalton verliert einen Ball und wirft auch noch eine Interception. Ein Fumble wird direkt zum Touchdown returniert. Die anderen drei aussichtsreichen Möglichkeiten kann die Packers-Offense aber nur in zwei Field Goals ummünzen. Nach dieser Leistung muß sich Cincinnatis Verteidigung vor niemandem mehr fürchten. Aaron Rodgers macht aus 43 Paßversuchen nur 244 Yards und hatte sein erstes Spiel mit zwei Interceptions seit drei Jahren. Rodgers konnte aber auch fast nur kurze, schnelle Pässe werfen, weil er sonst im Krankenwagen hätte nach Hause fahren müssen. Seine OLine spielt mindestens zwei Klassen unter der DLine der Bengals.

Stark waren bei den Cheeseheads vor allem Rookie RB Jonathan Franklin bei seinen 13 Läufen (103 Yards)  und der unnachahmliche Jordy Nelson, der alles, aber auch wirklich alles fängt, was irgendwie in seine Richtung gesegelt kommt.

Auf der anderen Seite war Cornerback Sam Shields das Gegenstück zu Hall. Shields fing die angesprochene Interception von Dalton und hatte auch A.J. Green erstklassig im Griff. Wie auch Hall spielte er nicht eine feste Position, sondern verfolgte Green auf Schritt und Tritt. In der ersten Hälfte fing Green nicht einen Paß; insgesamt waren es bei acht targets vier catches für weniger als 50 Yards.

In Hälfte eins sah das Laufspiel ganz ordentlich aus. Vor allem Rookie Bernard macht jede Menge Spaß. Sehr gut im Griff hatten die Packers die beiden Tight Ends Gresham und Rookie Tyler Eifert.

In der ersten Hälfte hat die Defense die Bengals im Spiel gehalten; in der zweiten Hälfte hat sie das Spiel gewonnen. Nach dem TD zum 30-14 enden die folgenden drei  Packers-Drives mit Interception (Terrence Newman), Interception (Hall) und Fumble (Johnson schlägt Franklin den Ball aus der Hand). QB Andy Dalton sah sehr solide aus und führte im vierten Viertel einen lebenswichtigen Drive über 95 Yards zum Touchdown.

Wildes Spiel, einige sehr gute individuelle Leistungen, acht Turnovers. Viel besser kann ein Ein-Uhr-Spiel für die Zuschauer gar nicht sein. Und beide Mannschaften sind immer noch klare Playoff-Kandidaten.

NFL Gameday No. 3 Monday Night Game Preview: Denver Broncos – Oakland Raiders

Tja, es ist Monday Night Game, und ESPN hat nichts Besseres zu tun als uns eine Partie zu bescheren, die man erst gar nicht anzupfeifen braucht. Der Sieger steht eh schon fest: Denver. Der Verlierer auch: Der Fan. Denver BroncosOakland Raiders ist eine Ansetzung, auf die man glatt verzichten könnte, weil auch kein Al Davis mehr die Giftpfeile aus dem Grab schießen kann.

Alle Experten waren sich vor der Saison einig, dass Denver in der A.F.C. der Favorit sein wird und dass sie wegen vieler Ausfälle höchstens in den ersten Spielen Schwierigkeiten bekommen werden. Diese Schwierigkeiten äußerten sich in Form von 49:27 und 41:23 Siegen gegen die vermeintlichen schwierigsten Gegner! Mit linearer Extrapolation weiter geführt ist das mindestens ein Sieg mit 30 Punkten gegen die Raiders für Peyton Manning und Kollegen.

Die Raiders können einem ja fast leid tun. Da lobt jeder den General Manager für sein clevers Handeln, während Trainer und Mannschaft genau deswegen einen guten Mitspieler nach dem anderen verlieren und am Ende des Tages sogar einen Quarterback einsetzen müssen, bei dem niemals jemand daran gelaubte dass er fähig genug für die N.F.L. ist. Und genau dieser Quarterback wird dann zu einem der Stars der ersten beiden Wochen. Terrelle Pryor ist niedlich anzuschauen und spielt wenn schon nicht fehlerlos, dann wenigstens spektakulär mit seinen tollen Läufen! Mit diesem Kochrezept hätte Pryor vor zwei Wochen fast die Indianapolis Colts ums Eck geschlagen. In Week 2 war es gegen die Jags angerichtet für den ersten Sieg.

Statistisch möchte man in der Underdog-Rolle immer einen Zug haben, der höchstmögliche Varianz anbietet. Viel Varianz, weil der Underdog damit nur gewinnen kann: Im besten Fall ein unerwarteter Sieg, im Worst Case eine hohe Niederlage, die aber nicht weh tut, weil der Underdog sowieso fast immer verliert, wenn er mit normalem Risiko spielt. Diese Theorie der hohen Varianz scheinen die Raiders zu verfolgen. Es ist nur die Frage erlaubt, warum. Die höchstens Draftpicks kriegen in der N.F.L. die, die am öftesten verlieren, und die Oakland Raiders müssen 2013 so oft wie möglich verlieren, um die besten Talente zu bekommen. Ein Terrelle Pryor kann in diesem Unterfangen im schlimmsten Falle mit zu vielen Siegen schaden.

Heute ist es eh egal, denn die Raiders können aufstellen, wen sie wollen. Denver wird sowieso gewinnen.