NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week #4

Einer der Vorteile, wenn man einen kompletten Spieltag aussetzt und sich in den freien Minuten der danach folgenden Tage haufenweise Condensed-Tapes durchschaut: Man kriegt 10-12 Spiele vorgesetzt, die man spoilerfrei sehen kann. Der Nachteil: Es dauert fast bis zum nächsten Spieltag, bis man alle Ergebnisse und Spiele kennt. Daher fiel diese Woche das Performance-Barometer aus. Es wird nun in aller Kürze nachgeholt. STL-SF hab ich noch nicht gesehen und kenne noch kein Ergebnis. Das Power-Ranking habe ich schon einmal durchlaufen lassen, aber mit den alten Koeffizienten; die nonlineare multivariate Regression für die Ermittlung der Koeffizienten werde ich erst am Dienstag oder Mittwoch durchführen können. Daher ein letztes Mal Grüppchenbildung.

Weekometer 3

CU in February Fraktion: Seattle | Denver. Die beiden stehen unüberraschend im provisorischen Power-Ranking ganz oben, und es ist not even close. Sie sind dem Rest der Liga momentan meilenweit voraus.

Rest der Top-Ten: New Orleans | Atlanta | NY Jets (!) | Indianapolis | Detroit | Kansas City | Miami | NY Giants (!). Die Colts haben die zweitbeste Lauf-Offense und sind das mit riesigem Abstand disziplinierteste Team, wenn es nach Penaltys geht. Miami ist in letzterer Kategorie übrigens Zweiter. Detroit hat die drittbeste Pass-Offense. Die Jets machen mich ziemlich baff, aber es ist wahr: Recht solide Pass-Offense und zweitbeste Pass-Defense nach Seattle. Die Giants sind zwar 0-3, aber das Modell sieht in ihnen eine gute Pass-Offense, eine INT-Quote des QBs, die nach Regression förmlich schreit (7.6% INT-Quote ist irre) und ein extrem diszipliniertes Team; plus: NYG hatte den schwersten Schedule bisher, und das mit Abstand.

Middle Class (11-20): Dallas | New England | Carolina | Tampa Bay (!)| Buffalo | Philadelphia | Houston | Cincinnati | Tennessee | San Diego. Carolina ist nirgendwo herausragend, hatte aber den zweitschwersten Schedule. Tampa sticht auch hervor: Superbe Pass-Defense und gespielt gegen den drittschwersten Schedule. Chargers werden durch eine „Flop 3“ Pass-Defense runtergezogen.

Graue Mäuse (21-28): Oakland | San Francisco | Green Bay (!)| Pittsburgh | Cleveland | Chicago (!!) | Minnesota | Baltimore (!). Chicago wird vom Modell wegen seiner viertschlechtesten Pass-Defense verachtet; die Bears hielten sich durch extremst viele Turnover und Return-TD bisher über Wasser – sie werden Regression zur Mitte erleben. Auch Baltimore ist so ein Fall: Sie sind in allen Kategorien weit unterdurchschnittlich. Der Kantersieg über Houston war z.B. u.a. zwei Return-TDs mit zu verdanken, das ist nicht zu halten. Green Bay wird durch die drittschlechteste Pass-Defense abgestraft, und weil es bisher kaum INTs fing, konnte man dies nicht kaschieren.

Bodensatz (29-32): St Louis | Arizona | Washington | Jacksonville. Eigene Kategorie für dieses Quartett, weil es im Modell meilenweit hinter den Ravens die letzten vier Plätze besetzt. Rams haben eine schwache Pass-Defense, Cards sind in beiden Pass-Statistiken weit unter Durchschnitt. Redskins haben die mit Abstand schlimmste Pass-Defense, Jacksonville völlig unüberraschend die mit weitem Abstand schlechteste Pass-Offense.

Nochmal: Vieles an diesem Modell ist noch unscharf, a) wegen der noch relativ kleinen Datenmenge und b) wegen der noch nicht aktualisierten Koeffizienten. Das Modell kratzt sich nicht um den Record einer Mannschaft, sondern versucht, die stabilsten Statistiken für Sieg und Niederlagen zu messen und sie für Down und Schedule zu adjustieren – es ist ein Modell, das versucht, künftige Leistungen zu schätzen.

Der TV-Sendeplan von heute

SPORT1 US hat heute folgendes Programm im Petto:

19h    Houston – Seattle
19h    Pittsburgh – Minnesota (*) (Wembley-Spiel)
22h25  Denver – Philadelphia
22h25  San Diego – Dallas (*)
02h25  Atlanta – New England

Die mit (*) gekennzeichneten Spiele laufen bei SKY im Multifeed-Kanal.

PULS4 bringt ab 22h30 die Partie Denver BroncosPhiladelphia Eagles.

Abendmahlzeit um 19h

Zwei Ansetzungen haben Spitzenspiel-Charakter: HoustonSeattle ist zwar ein Interconference-Spiel, aber beide sind die Favoriten in ihren jeweiligen Divisions, und beide sind noch ungeschlagen. Die um Welten besseren Eindrücke hinterließen dabei allerdings die Seahawks. Die Texans stehen im Ruf, gegen die Liga-Elite nur allzu schnell den Schwanz einzuziehen und zu abhängig von ihrer Front-Seven zu sein. In diesem Matchup gibt es die Chance, das Gegenteil zu beweisen: DE Watt und ILB Cushing gegen die heiß/kalt Protection der Hawks? Diese Front-Seven ist bisher die beste Lauf-Defense der Liga. Der zweite Vorteil pro Houston: Die laute Heimspielatmosphäre. Auswärtsspiele in lauten Stadien behagen Seattle nicht. Ich kann mir einen Texans-Sieg zwar ausmalen, aber die Seahawks sind mir zu gut drauf, als dass ich hier gegen sie tippen möchte.

Detroit Lions (2-1) – Chicago Bears (3-0) ist die andere nominelle Top-Paarung, und diesmal ist es ein Divisionsduell. Die Bears haben mich bisher nicht vollends überzeugt, aber es gibt positive Anhaltspunkte vor allem die besser funktionierende Offense um QB Cutler. Auf der anderen Seite wird die Leistung der Bears vielleicht durch bereit oben angesprochene Return-TDs geschönt: Man war gegen Cincinnati die schwächere Mannschaft, brauchte gegen Minnesota alles Glück der Welt und hatte gegen Pittsburgh eine schwer zu haltende +5 Turnover Ratio.

Detroit ist Detroit: Das Gesamtbild der Mannschaft sieht in etwa gleich aus wie letztes Jahr mit einer Prise mehr Konsequenz. Zuletzt hatte RB #35 Bell einen relativ guten Tag als Bush-Ersatz, aber im Laufspiel ist immer noch viel Leerlauf. HC Schwartz sammelte mit seiner 4th-Down Entscheidung gegen Spielende mächtig Pluspunkte: Schwartz‘ letzte 12 Monate als Entscheider an der Seitenlinie waren so desaströs, dass ich ihm schon die Qualität absprechen wollte. Das ausgespielte 4th Down gegen die Redskins zeigte, dass der studierte Ökonom (und einst als Wunderkind des Football-Pragmatismus gepriesene) Schwartz doch noch so etwas wie Spielgefühl besitzt.

So. Lions vs Bears. Seit etlichen Jahren gibt es dabei einen Knackpunkt: WR #81 Calvin Johnson gegen CB #33 Charles Tillman – gegen keinen direkten Gegenspieler hat Johnson mehr Probleme. Auf der anderen Seite war Chicago in den letzten Jahren für Detroit immer ein schlagbarer Gegner, gegen den nur ein einziges Mal hoch verloren wurde.

Tampa BayArizona ist das Duell zweier strauchelnder Offenses gegen jeweils recht gute Defenses. Die Buccs stehen bei 0-3 und haben den QB-Wechsel von Josh Freeman auf den Rookie Mike Glennon bereits unter der Woche vollzogen. Ich mag den Wechsel nicht, aber das hat in erster Linie persönliche Gründe: Josh Freeman ist mein aktueller NFL-Lieblingsspieler. Er hatte lichte Momente dieses Jahr, aber viel zu wenige. Der Wechsel schießt die Buccs nicht automatisch ab: Die Pass-Offense war wirklich schwach bisher, und viel tiefer wird sie mit Glennon auch nicht fallen.

Die 0-3 Bilanz täuscht aber auch hinweg: In beiden der ersten zwei Spiele machte man trotz lauer Leistung jeweils genug um zu gewinnen, verlor dann aber durch Field Goals in letzter Sekunde. Gegen New England verlor man höher, aber es war auch Pech dabei, u.a. bei vier ausgespielten 4th-Downs viermal gescheitert.

Es gibt Stimmen, die vermuten, dass HC Schiano das nichtmal so unrecht war: Schiano hatte zuvor wegen seines konservativen Handlings gegen die Saints in der Kritik gestanden, u.a. weil er seinen QB Freeman die drei Yards in einem entscheidenden 4th-Down nicht zu getraut hatte. Jezz kann Schiano die harten Nippel rausstellen und sagen, seht es euch doch an! Er hat’s ja doch nicht drauf.

Alleur: Spiel der letzten Hoffnung für die Buccs. Und das Debüt des dritten Rookie-QBs dieses Jahr.

Bei Jacksonville (0-3) – Indianapolis (2-1) gehen die Colts nach zwei richtig guten Vorstellungen als klarer Favorit ins Rennen. Das Ding letzte Woche in San Francisco war der Statement-Sieg der Colts; bisher waren es zumeist knappe, kämpferisch gute, aber spielerisch schon seeehr wackelige Siege gewesen oder einfach eine geile Story (Chuckstrong vs Packers 2012). Aber dann nach San Francisco zu fahren und die 49ers (die FOURTYNINERS!) so zu plätten, das hatte was. Beste Vorstellung der Colts seit HC Paganos Einstellung. Wenn das kein einmaliger Ausreißer war, sondern die in den letzten beiden Spielen gezeigten Ansätze „for real“ sind, sind die Colts Playoff-Anwärter. Im Power-Ranking Erstansatz von 2013 scheinen die Colts jedenfalls auf Platz 6 auf, was ein gutes Zeichen für den Rest der Saison ist.

Kansas CityNY Giants, oder wie es Kollege Herrmann schrieb:

Nächste Woche reisen die Giants nach Kansas City zu Eintracht Langeweile – allerdings haben diese in der Verteidigung mit Tamba Hali und Justin Houston noch bessere pass rushers als Carolina. Das wird dann entweder der Saisonabschluß der Giants oder der Beginn der alljährlichen Aufholjagd.

Für die Giants ist es das gefühlte Rematch des NFC-Finals 2011/12. Zumindest ist der Gegner eine 1A-Kopie, sogar im richtigen Farbton.

MinnesotaPittsburgh ab 19h aus dem Wembley-Stadion als erster Part der heuer zweiteiligen „International Series“ (am 27.10. kommt JAX-SF) der NFL. Alle beide sind sieglos gestartet. Vor allem die Steelers sind bereits im Alarm-Modus und auf der Suche nach ihrer Offense. Einen sehr bedachten Artikel zum Thema „Wie rette ich die Steelers-Offense?“ hat Mike Tanier in seinem Blog verfasst.

Kernproblematik der Steelers neben dem katastrophalen Laufspiel (25% Success-Rate ist so unterirdisch, dass sie fast von allein besser werden muss) sind bisher alerdings „glücklicherweise“ die Turnovers: Sie verlieren in der Offense in unglaublichen 6.2% der Spielzüge den Ball durch Fumble. Ligaschnitt ist heuer 2.3% und war in den letzten Jahren immer so um die 1.2% (wird sich auch dieses Jahr dahin bewegen). Man denke mal drüber nach: Pittsburgh hatte in nur drei Spielen so viele Lost Fumbles wie man normalerweise in einem ganzen Jahr verliert! Das wird besser werden. Auch Roethlisberger wird nicht ewig 3.6 INTs pro 100 Passversuchen werfen. Und dass die Defense noch nicht einen einzigen Turnover kreierte, hilft auch net.

Ich würde Pittsburgh trotz aller offensichtlichen Probleme schon allein wegen „Regression zur Mitte“ in angesprochenen Kategorien nicht abschreiben. Yup, der erste Monat war schlecht, aber es waren jetzt bei allen Problemen auch keine totalen Blamagen gegen Titans (ein Score Differenz), @Bengals (AFC-Mitfavorit) und @Bears (eingangs viertes Viertel nur ein Score Differenz, exzellente 3rd Down Defense). Alleine regelt die natürliche Regression logisch nicht alles, aber sie wird helfen.

Minnesota, das Team mit den dicksten Eiern, das einfach weiß, wie man enge Spiele gewinnt (letztes Jahr 5-1) ist dieses Jahr 0-2 in Spielen mit einem Score Differenz, mit zwei Pleiten in den finalen Sekunden. Problematisch dort ist vor allem der leblose Passrush und eine indiskutable Front-Seven. Dass RB Peterson keine 4yds/Carry zustande bekommt, ist ein Problem der vielen „9 men boxes“, die man sich als Gegner erlauben kann, weil die Vikes ein bestenfalls durchschnittliches Passspiel um QB Ponder aufziehen.

ClevelandCincinnati als Ohio-Derby. Die Browns zuletzt mit einer couragierten Leistung, aber ob das gegen diese Bengals reicht? Diese Bengals, die zwar nicht kritikfrei im Angriff sind, aber nach dem fulminanten Comeback-Heimsieg über Green Bay auch der Wahrnehmung der großen Medien im Kreis der möglichen AFC-Kandidaten angekommen sind?

Die 22h-Spiele

Die nominelle Top-Paarung ist Denver Broncos (3-0) vs Philadelphia Eagles (1-2). Denver ist zwar im Power-Ranking die #2, aber dennoch etwas schwer einordenbar: Drei glatte Siege über Gegner, die bisher sonst nicht viel gerissen haben (Baltimore, Giants, Oakland). Klare Siege über inferiore Konkurrenz ist das Zeichen einer dominanten Mannschaft, aber Denver ist im Augentest noch nicht bei 100%: Zweimal war das eine eher zähe Geschichte in der ersten Halbzeit, und der Passrush in der Abwehr ist eher so mittelmäßig zu verorten. Okay, OLB Miller fehlt noch immer, aber dennoch: Ein komplettes Team ist Denver noch nicht, und 8.9 NY/A sind auch für einen QB Peyton Manning nicht zu halten.

Auf alle Fälle ist die Eagles-Offense heute Abend aber die beste Offense, die Denver bisher gesehen hat. Wobei: Die Iggles sind noch ein kleines Rätsel. Dem furiosen Auftakt gegen Washington folgten ein lala-Spiel gegen San Diego und ein Grottenkick gegen Kansas City. In allen Spielen gab es zwischendurch Drives, in denen alles „klickte“ und in drei Plays waren die Eagles drunten in der EndZone. Aber in den letzten beiden Wochen gab es immer mehr Stotter-Drives.

Einiges kann man an der Offense Line festmachen: Die war im ersten Spiel nicht völlig überzeugend, aber noch akzeptabel. Im zweiten gab es Risse gegen den Einmann-Passrush Dwight Freeney. Im dritten war das eine Katastrophe. LT #71 Peters allein wurde von Hali fertig gemacht, der OT #68 Lane Johnson von Houston regelrecht gedemütigt. Dahinter zeigten sich bei QB Vick altbekannte Schwächen in Form von schnellen und überhasteten Pässen.

Zwei Erklärungsansätze für die Eagles-Formkurve bisher: Die gegnerische Abwehr wurde mit jedem Spiel eine Klasse stärker. Und die neu installierten Konzepte des Chip Kelly (v.a. das rasende Tempo) sind noch nicht völlig in der Team-DNA, was verständlich wäre. Fast alle Teams erlebten diese growing pains.

Denver halte ich in diesem Spiel für klar favorisiert: Sollte die Broncos-Defense tatsächlich allzu große Probleme mit Vick und Kollegen kriegen, hat man immer noch Manning gegen die alles andere als überzeugende Iggle-Defense.

OaklandWashington ist die Partie, bei der es für die Redskins händeringend darum geht, den ersten Saisonsieg einzufahren. Wenn es für die Skins gegen die Raiders nicht klappt, wann dann? Und immerhin: Zuletzt gab es aufsteigende Tendenz: Daheim gegen die Lions konnte man ein relativ offenes Spiel gestalten. Die Offense um RG3 funktioniert erwartungsmäßig besser mit zunehmendem Saisonverlauf: RG3s Würfe kommen besser, auch wenn es oft noch etwas zögerlich wirkt. Die grottenschlechte Secondary sollte mit den Raiders eines der einfachsten Lose bekommen: So beherzt Terrelle Pryor in seinen ersten Spielen aufgeigt, so ist es doch zu wenig konstant, was Pryor fabriziert. Redskins-DefCoord Haslett muss seinen Gameplan ironischerweise in erster Linie darauf ausrichten, Pryor zum Werfen zu zwingen.

Ab 22h05 übrigens auch im Programm: Jets @ Tennessee, eines der Spiele mit dem meisten Slapstick 2012. Diesmal allerdings ohne QB Sanchez. Dafür mit der Frage, welche Penalty-Rekorde New York heute brechen wird.

Um mir nicht vorwerfen lassen zu müssen, ich hätte was vergessen: Zu San DiegoDallas fällt mir net allzu viel ein. Chargers-QB Rivers bislang viel besser als erwartet, die Mannschaft macht insgesamt kaum Fehler und begeht wenige Strafen, aber die Defense ist relativ abhängig von 1-2 Einzelspielern (DE Freeney, S Weddle). Dallas ist mal so, mal so. Aber letzte Woche schossen sie die Rams so dermaßen ab, dass ich keine Ahnung habe, was das Gesicht der Boys ist. Eigentlich hätte St Louis von der Anlage alle Waffen gehabt, um Dallas Paroli zu bieten, aber schon nach wenigen Spielminuten war klar, wo der Hammer hängt.

Sunday Night Game

Das Sunday Night Game Atlanta Falcons (1-2) vs New England Patriots (3-0) ab 02h20 verspricht einiges an Erkenntniswert. Die Pats sind ein 3-0 Team, dem man am liebsten misstraut, aber es gibt trotz Holperstart positive Signale, und das nicht nur wegen der Siege.

Die Offense sah zwei Spiele lang komplett asynchron aus; gegen Tampa kam erstmals etwas Leben rein. Man muss bei rundumerneuertem Spielerpersonal aber auch von anfänglichen Wehwehchen ausgehen, vor allem wenn der wichtigste TE Gronkowski und der zweitwichtigste WR Amendola verletzt ausfallen. Die jungen WR #85 Thompkins und WR #17 Dobson sahen in den drei Spielen bisher extrem viele Bälle, und obwohl es brutal viele Drops und suboptimales Timing gab: Es waren auch die toughen Catches dabei, die dir nicht jedermann macht. QB Brady fiel zwar durch Wutanfälle auf, aber so ganz schuldlos scheint mir Brady auch nicht zu sein: Zumindest gegen Jets und Buccs waren das auch von Brady Wackelspiele mit mehr als einer Handvoll abmahnwürdigen Würfen.

Auf der anderen Seite wird die Pats-Defense nicht ganz zu Unrecht für einen ordentlichen Saisonstart gelobt, aber die gegnerischen Offenses waren halt auch eher untere Schublade: Manuel/Buffalo, Smith/Jets (mit Abstrichen zumindest) und Freeman/Buccs rissen bis dato gegen keine Defense Besonderes. Der Gewinn zu den Vorjahren: New England hatte damals teilweise selbst gegen solche Offenses Probleme.

Bei aller guter Front-Seven sind DE #95 Chandler Jones und CB #37 Dennard frustrierende Spieler, weil sie immer nach einem großen Play wieder für drei Spielzüge abtauchen und schwer erklärbare Bolzen begehen; junge Spieler: ja, aber die Pats müssen auf diese Herrschaften bauen, wenn sie in den Superbowl wollen.

Atlanta habe ich erst zweimal gesehen. Die Offense gab zweimal relativ schnell das Laufspiel auf, obwohl es so schwach nie aussah. Die Offense Line hat einige Probleme über ihre linke Seite. Die Defense ist vor allem in der Secondary besser als befürchtet (CB Alford gefällt mir außerordentlich), aber wo bitteschön soll der Passrush kommen?

Atlanta hat den Heimvorteil und ist wohl der bislang kompletteste Gegner, den New England in dieser frühen Saisonphase sieht. Gut möglich, dass eines der Schlüssel-Matchups sein wird, ob der wie ein Linebacker gebaute CB #31 Talib mit seiner physischen Spielweise den WR #11 Julio Jones in den Griff bekommen kann. Ist Jones ausgeschaltet oder eingebremst, wird es für Atlanta schwierig. Atlanta ist aber extrem heimstark, deswegen halte ich die Falcons hier für favorisiert.

(Green Bay und Carolina haben spielfrei)

9 Kommentare zu “NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week #4

  1. Super Zusammenfassung, freu mich auf Denver vs Philly.
    Darf man fragen, warum Freeman dein Lieblingsspieler ist? 🙂

  2. Ich weiß die Ravens finden sich deinem Modell des Öfteren mal unter „ferner liefen“ wieder, aber man darf doch ruhig erwähnen, dass sie um 19 Uhr gegen Buffalo spielen. 😉

    Mal sehen ob Bmore das eigene Laufspiel irgendwie mal in Gang bekommt und ob die, bisher sehr gute Laufdefense, CJ-Spiller unter Kontrolle bekommt, der ja auch eher mäßig ins neue Jahr gestartet ist. Was das Passspiel angeht bleibe ich sehr skeptisch. Flacco bringt die Würfe an den Mann, aber es fehlen Reciever die diese zuverlässig fangen. In der Defense wird mich Jimmy Smith einiges an Lebenszeit kosten dieses Jahr und die Herren Elam und Huff sind auch noch nicht wirklich da wo man sie gerne hätte.

  3. Darf man fragen, warum Freeman dein Lieblingsspieler ist? 🙂

    Soll ich dafür eine rationale Antwort liefern? Dann scheitere ich leider.

    Super Artikel, aber Houston ist nicht mehr ungeschlagen. 😉

    Korrekt. Wird ausgebessert.

    Mal sehen ob Bmore das eigene Laufspiel irgendwie mal in Gang bekommt und ob die, bisher sehr gute Laufdefense, CJ-Spiller unter Kontrolle bekommt,

    Sehr gut ist sehr relativ. Ravens sind nach Success-Rate die #22 der Liga im Lauf-Verteidigen, wenn auch gegen einen Top-10 Schedule.

  4. Das mit der Success Rate mag stimmen, aber man hat dabei lediglich 3,4 Y/A abgegeben und als längsten Lauf 10y zugelassen.
    Das mag davon verzerrt sein, dass Manning in Woche 1 einfach kein Laufspiel gebraucht hat, um die Ravens in der zweiten Hälfte zu zerlegen, aber schwach ist meiner Meinung nach was anderes. 🙂

  5. „Schwach“ ist dieses Jahr generell in der NFL bisher erst eines: Die Laufspiel-Offense aller Mannschaften außer vllt. noch Eagles, Colts und mit großen Abstrichen Green Bay 😉

  6. Pingback: NFL-Gameday #4 zum Abendessen: Detroit Lions, Chicago Bears und die Krümeln zum Aufputzen | Sideline Reporter

  7. Ein Wort noch zum Sunday Night Game
    Was die Coaching Staff der NE Patriots aus diesen ‚No Names‘ Jung’s (Rookie, Draft, Free Agend) rausgeholt hat verdient meinen höchsten Respekt.
    Eindruckvolkes und diszipliniertes Spiel an diesem Abend mit einem Leader -QB Tom Brady und dem Head Coache Bill Belichick als ‚Architekt‘ des ganzen.

    Eine Beobachtung am Rande des Spielfeldes ergab, dass Belichick laufend mit der Defensive sprach während die Offensive am Werke war.

    Die Patriots werden mit ihrer ‚Arbeit‘ auf jeden Fall wieder bei der Playoff mit mischen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.