Hallowe’en Gruseling Party 2013: Miami Dolphins – Cincinnati Bengals Preview

Das Donnerstagsspiel der NFL-Woche 9 lautet diesmal Miami Dolphins (3-4) gegen Cincinnati Bengals (6-2) und wird um 1h30 angepfiffen (SPORT1 US und Gamepass live). Die Partie hätte man vor rund einem Monat auf Augenhöhe empfunden, aber mittlerweile fühlt sie sich wie ein echtes Mismatch an, da hier zwei Teams mit Trendkurven in unterschiedliche Richtungen aufeinander prallen.

Geschmacksrichtung „nach unten“ sind die Dolphins mit zuletzt vier Niederlage en suite, inklusive unnötiger Divisionspleiten gegen Buffalo und New England. Es hakt vor allem in der Offense, wo QB #8 Ryan Tannehill sich nicht entfalten kann, weil die Rahmenbedingungen nicht passen: Das Play-Calling von OffCoord Mike Sherman ist nicht überzeugend, und das Tackle-Problem schlägt mittlerweile ganz heftig zu: RT Clabo hatte einen derart desaströsen Einstand in Miami, dass zuletzt der LT Jonathan Martin, ein Junge im zweiten Jahr, dem man auf links erhebliche Schwierigkeiten nachsagte, auf Clabos Position stellte, und dafür routinierten LT-Ersatz von außen holte: Den zirka 500 Pfund schweren Bomber Bryan McKinnie aus Baltimore, der in den letzten Jahre nur noch selten zeigte, weswegen er einst ein gefeierter Star in Minnesota war. Immerhin: Drei überdurchschnittliche Spiele machte McKinnie in den letzten Jahren: Alle drei kamen ausgerechnet in den letzten Playoffs…

Die Verstärkung wird dringend gebraucht: Tannehill kassierte 32 Sacks in den ersten sieben Spielen (das sind die meisten; auf 100 Pässe kassiert Tannehill 10.9 Sacks, #30 der Liga). Und der heutige Gegner Cincinnati fährt eine gefürchtete Defense Line auf, in der ein Allstar in DT #97 Geno Atkins innen kommen kann, und gefährliche Passrusher wie DE #98 Dunlap oder DE #96 Johnson über außen. Wenn die Dolphins Tannehill nicht wenigstens die Zeit zum Schauen geben können, hagelt es heute erneut Sacks.

Im Corp der Ballfänger muss Miami ab sofort Brandon Gibson vorgeben (out for season) – ein übler Verlust im Slot, wo man sich plötzlich nichts sehnlicher zurückwünschen würde als den in der Offseason nach Cleveland verkauften Davone Bess. In TE #42 Charlie Clay gibt es immerhin einen überraschenden neuen Stern, aber das Top-WR Duo #11 Mike Wallace (Ziel jedes vierten Tannehill-Wurfs) und #82 Brian Hartline sind bislang so banal wie das leblose Dolphins-Laufspiel um RB #26 Lamar Miller. Vor allem Wallace‘ Einfluss ist deutlich geringer als es sein monströser Vertrag erwarten ließ.

Der Langzeitausfall von CB #29 Leon Hall sollte heute für Cincinnati damit auch nicht allzu schwer ins Gewicht fallen; die Secondary ist überhaupt so grundsolide, dass sie schon Green Bay abwürgte. Über die Saison kassiert die kollektive Pass-Defense der Bengals ganze 5.4 NY/A, ein beeindruckendes Zeugnis für den stillen DefCoord Mike Zimmer. Zuletzt wurde sogar der letztjährige 1st-Rounder CB Dre Kirkpatrick verstärkt eingesetzt, nachdem man schon das Bust-Label befürchten musste: Kaum Einsätze 2012 + nur 2 Snaps für Kirkpatrick im Season-Opener 2013, aber zuletzt immerhin 42 Snaps gegen die Jets. „Aus der Not eine Tugend“ oder wird Kirkpatrick tatsächlich besser?

Dass Cincinnati Defense spielen kann, wusste man; umso erstaunter war man in den letzten zwei Wochen dann aber ob der plötzlichen Effizienz der Offense um den bislang als blässlich empfundenen QB #14 Andy Dalton (gegen DET und NYJ 8 TD vs 1 INT), der mittlerweile 7.3 NY/A generiert und damit einen Top-10 Pass-Angriff anführt. Ich bin noch nicht überzeugt; gegen Detroit verfehlte Dalton gleich mehrere tiefe Bälle. Der Mann bleibt limitiert. Was aber definitiv besser wurde zuletzt: Die Bengals-WRs hinter der Megawaffe A.J. Green.

Man sah zu Saisonbeginn spärliche Versuche, das Spiel von Green „unabhängiger“ zu machen, was für Cincinnati in einigen Spielen mit kaum mehr Anspielen für Green resultierte. Zuletzt wurde Green wieder mehr in die Pflicht genommen, bekam die wichtigen Routen, und schaffte somit offensichtlich auch wieder Räume für die Mitspieler – und diese, wie #12 Marv Jones oder die Tight Ends #82 Eifert | #84 Gresham nutzen diese besser. Green bleibt mit 31% Anspielen der zentrale Fokus, aber Dalton verteilte die Bälle zuletzt effizienter an seine Nebenleute.

Das Bengals-Laufspiel bleibt weiterhin extrem ineffizient; der Rookie Gio Bernard hat seinen größten Impact als Empfänger von Screenpässen mit langen Läufen nach dem Catch. Miami hat eine exzellente Lauf-Defense. Trotzdem ist nicht zu erwarten, dass Bengals-OffCoord Gruden von seiner Pass/Lauf-Ratio ablässt.

Gepaart mit der exzellenten Offense Line der Bengals, die die größte Stärke Miamis (Defense Line um DT Odrick und DE Wake) neutralisieren sollte, bleibt den Dolphins eigentlich neben dem Heimvorteil nur noch die Hoffnung der dezenten Unkonstanz der Bengals: Die machten die nominellen Spitzenteams in ihrem Schedule bisher platt, verloren aber andererseits vergleichsweise einfache Partien wie @Cleveland oder @Chicago und hatten Probleme gegen Buffalo. Ein bissl unausgereift wirkt Cincinnati schon noch im Angriff, das gebe ich gern zu, aber die Entwicklung der letzten Wochen stimmt positiv, deswegen würde ich Cincinnati hier recht klar favorisieren.

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NFL-Power Ranking 2013, Week 8: Der Teufelskerl

Peter King beschrieb in seiner allwöchentlichen Kolumne Monday Morning Quarterback die letztenden Sekunden des Krachers zwischen den Detroit Lions (5-3) und den Dallas Cowboys (4-4), das Detroit bekanntlich denkbar knapp 31-30 gewann. King beschreibt, was in Quarterback Matthew Stafford vorging, nachdem Calvin Johnson in der letzten halben Spielminute an der „halb-Yards Line“ gestoppt wurde:

“So I’m on the line, and everyone in the stadium thinks I’m spiking it, and that was the plan,’’ Stafford said. “The other 10 guys [on offense] thought I was too. I thought I was—but then I saw a couple of their guys, almost standing up, and I just had this thought: Maybe I could make it by sneaking, or just putting the ball over the line. Maybe that was our best chance.’’

But no timeouts left. Clock running. If Stafford failed, there was a chance he wouldn’t get another play off. “Oh, no question,’’ he said. “That was it. That would have been the last play of the game; we weren’t getting another one off. That runs through your mind. You think, ‘Boy, I’ll get a minus on the play sheet when we go over this.’ ‘’

NFL-Films wird in den nächsten Tagen einen fantastischen Videoschnitt der letzten Minute ausstrahlen, der wunderbar dokumentiert, wie Stafford („Clock it! Clock it! Clock it!“) erst den Ball spikte, und dann, beim zweiten Mal zwei Pässe später, über seine verblüffte Offense Line drüber zum entscheidenden Touchdown in die EndZone hüpfte.

Warum es einen Video-Review brauchte, ist mir schleierhaft, nachdem ja spätestens im Nachfassen klar war: Stafford ist in der EndZone, aber wurscht. Diese Eier zu besitzen, ohne Timeouts mit 12 Sekunden auf der Uhr anstelle des Spikes das Überraschungsmoment zum QB-Sneak zu nutzen, war ganz groß, und ist nach dem vor wenigen Wochen beschriebenen 2009er-Spiel gegen die Cleveland Browns der zweite wirklich große Moment Staffords in der NFL.

Matthew Stafford gehört zu den umstrittensten NFL-Quarterbacks der Gegenwart, weil er wie kaum ein zweiter das Spannungsfeld zwischen Elite-Potenzial und tatsächlicher Elite beschreibt. „Genie und Wahnsinn“ würde etwas zu weit gehen, aber es bleibt festzuhalten, dass er…

  • … in lichten Momenten Würfe auspackt, die kein anderer Quarterback außer Aaron Rodgers drauf hat (wie die Granate für Durham im drittletzten Spielzug).
  • … zwar von der Präsenz eines Calvin Johnson profitiert, aber eben auch diese Präsenz nutzt mit Würfen, die sich kaum ein anderer Quarterback wagen würde (wie die beiden Pässe in Doppel- und Dreifachdeckung diese und letzte Woche).
  • … trotzdem in jedem Spiel frustrierende Phasen hat, in denen man ihn zum Teufel jagen möchte.

Ich habe mich damit abgefunden, dass Matt Stafford eben… „Matt Stafford“ ist. Kein systemunabhängiger Spieler. Keiner, der ohne einen Megatron die Welt erobert. Ein Chamäleon. Das reicht zwar nicht aus, um aus den Detroit Lions ein dauerhaftes Spitzenteam zu machen, aber es gibt die Chance auf einen Superbowl-Run, und, vor allem, garantiert, dass diese Mannschaft nie langweilig wird.

Es war ein ebenso verdienter wie glücklicher Triumph über Dallas. Als Stafford wild hüpfend und gestikulierend den finalen Spielzug einleitete, liefen vor meinem geistigen Auge die Bilder ab, wie letztes Jahr Aaron Murray von der University of Georgia im SEC-Finale gegen Alabama in den letzten Sekunden das Spielfeld hinunter stürmte und uns ein ebenso unvergessliches Finish besorgte. Stafford vermied wie damals Murray den Spike. Nur einer von beiden wurde für den Mut belohnt. Aber solche Szenen sind der Hauptgrund, warum ich diesen Sport so liebe.


Zu den harten Fakten.

NFL-Power Ranking 2013, Woche 8

NFL-Power Ranking 2013, Woche 8

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 8.

Statistik-Tabelle

Die wichtigsten Statistiken nach Woche 8

Die wichtigsten Statistiken nach Woche 8

Kommentarsektion

Ich hatte nicht die Zeit, mir alle oder fast alle Condensed-Tapes durchzuschauen, aber was ich bisher vom achten Spieltag u.a. mitgenommen habe, waren die vielen, auffällig vielen, ausgespielten 4th-Downs, die mehreren Spitzenteams halfen, wie Carolina, San Francisco, Denver (mehrfach), Detroit (das allerdings auch einmal zurückschiss) oder New Orleans, und auch Jacksonville und Miami hatten die Traute, um 4th-und-kurz auszuspielen. Zufall oder Trend?

Was vielleicht mal ganz interessant ist: Ein Divisionsvergleich. So stehen die acht Divisionen nach durchschnittlichem Power-Ranking Wert knapp vor der Saisonhalbzeit 2013/14:

  1. NFC West 0.550
  2. AFC West 0.545
  3. NFC North 0.529
  4. AFC North 0.518
  5. NFC East 0.512
  6. NFC South 0.485
  7. AFC South 0.454
  8. AFC East 0.406

Die AFC East ist dabei die einzige Division, die nicht ein einziges Team in die obere Plateau-Hälfte bringt; das beste Team New England ist an #21 klassiert. Die NFC West bleibt die Königin, weil Seahawks und 49ers in den Top-3 gerankt sind. Die AFC West ist etwas überraschend als momenten stärkste AFC-Division anzusehen. Insgesamt ergibt der Conference-Vergleich folgendes Bild:

  • NFC 0.519
  • AFC 0.481

Wie erwartet also ist die NFC die aktuell höher einzustufende Conference.

Auf Team-Ebene klafft das Leistungsspektrum schön langsam auseinander: Seattle, Cincinnati und Denver sind mittlerweile auf einem Niveau, das nur wenige Teams bisher bis zum Saisonende halten konnten (zuletzt beendete Pittsburgh 2011 die Saison mit zumindest .750). Das kompletteste Team stellt dabei momentan zweifellos Seattle, aber bis runter auf #9 würde ich keine Mannschaft unterschätzen: Sie alle spielen eine Standardabweichung über durchschnittlichem Niveau. Generell bleibt festzustellen, dass bis vielleicht auf Philadelphia dieses Jahr kein Freak-Team in den Spitzenrängen mitmischt.

Nach einem wackeligen Saisonstart beißen sich die Cincinnati Bengals schön langsam oben fest: Nach dem Auswärtssieg letzte Woche in Detroit walzten die Bengals am Sonntag die NY Jets 49-9 nieder, und es hätte noch höher sein können. Zu den Bengals morgen mehr, aber vorerst nur soviel: Wenn die Pass-Offense in etwa die Pace der letzten beiden Wochen halten kann, wird die Mannschaft dem Mitfavoritenstatus mit Blick Superbowl gerecht.

Seattle bleibt trotz des mickrigen Sieges gegen St Louis vorne; die Hawks hatten hinsichtlich Effizienz-Stats das „Glück“, dass sie zusätzlich zum 80yds-Pass für Tate kaum geworfen haben, somit wurde ihr Durchschnitt nicht allzu weit runtergezogen. Die Lauf-Defense der Hawks erlebte allerdings einen Einbruch, ist nun nur mehr die #17 mit 58.7% Success-Rate. Das erinnerte gegen die Rams an schlechte Vorjahreszeiten: Die Seahawks hatten letzte Saison die zweitschlechteste Lauf-Defense der NFL.

Bei Denver frage ich mich nach dem Redskins-Spiel immer mehr: Was passiert mit diesem Team, wenn mal die Offense einen Tag Stich auslässt? Washingtons Defensive Backfield spottet jeder Beschreibung, und trotzdem reichte exzellentes Punting der Skins, um Manning und Co. zweieinhalb Viertel lang auf 7 Punkten zu halten. Die Broncos bleiben natürlich ein AFC-Topfavorit, aber wenn sich die Defense nicht noch merklich verbessert, wird Denver bis zum (bitteren?) Ende mit einem Sternchen versehen sein.

Die Chiefs – einzige verbliebene ungeschlagene Mannschaft, und daher in den meisten Power-Rankings an #1 gesetzt. Nach Pythagorean mit 13.3 Siegen weiterhin der Spitzenreiter. Hier: Ein Mittelklasse-Team. Man sehe es mal so: Kansas City hat bei aller guter Story bisher einen leichten Spielplan, und nicht nur das: Man sah häufig Backup-QBs und third stringer gegen sich, zuletzt Campbell aus Cleveland, zuvor schon Keenum und Hasselbeck Fitzpatrick, sowie den auf oder unter „Replacement-Level“ spielenden Gabbert aus Jacksonville. Die Chiefs zehrten meistens von ihren schnellen Führungen; diese sind ein Zeichen einer guten Mannschaft, keine Frage, und die Chiefs sind eine gute Mannschaft, aber es kommen in der zweiten Saisonhälfte noch je zweimal Peyton Manning und Rivers und je einmal Luck und RG3, und dann wird sich zeigen, wo der Hammer hängt. Playoffs sind mit einem 8-0 Start praktisch gebucht, aber ich erwarte weiterhin weder First-Round Bye noch Divisionssieg für die Jungs von Andy Reid.

Pittsburgh (2-5) rangiert in diesem Power-Ranking wie auch die New York Giants (2-6) im grundsoliden Mittelfeld. Beide sehen im Augentest nicht unterirdisch aus, aber es sind deutliche Schwächen (z.B. Laufspiel bei beiden, PIT #29, NYG #31) auszumachen. Auch die beiden QBs, Roethlisberger und Manning, haben mehr schlechte Momente, als gewohnt. Dafür haben beide Top-5 Lauf-Defenses und ihre Pass-Defenses sind an #10 (NYG) und #11 (PIT) klassiert mit jeweils rund 5.8 NY/A.

Die New York Jets sind ein Team, dessen 4-4 Bilanz recht respektabel aussieht, und die Play-by-Play Stats reichen, um im Power-Ranking im unteren NFL-Mittelfeld klassiert zu sein, aber sehen wir es mal anders: Nach Punktverhältnis ist Gang Green das fünftschlechteste Team der Liga (Pythagoreische Erwartung von 4.4 Siegen). Zwei der vier bisherigen Saisonsiege kamen schon seeeeehr glücklich zustande (krasse Strafen gegen die Buccs und Pats), und ein weiterer war ein Last-Second Sieg gegen komplett dezimierte Falcons. NYJ ist 4-1 in engen Spielen. Die Defense ist zwar in der Defense Line erstklassig, aber im Defensive Backfield schaut’s schütter aus; ich weiß nicht, zum wievielten Male z.B. Rookie-CB Milliner am Sonntag gebencht wurde. Ein Problem, das nach Regression schreit, ist die INT-Quote in der Defense: No Way, dass diese bei 1.0% bleibt. In der Offense sieht Geno Smith auch eine Woche okay, die nächste Woche wieder wackelig aus. Kurzum: Yup, das Team ist eine Spur besser als erwartet, aber für die Playoffs fast ein Ausschlusskandidat.

Schließlich der Bodensatz: Tampa, St Louis und die nach einer erneuten Klatsche ins Bodenlose sinkenden Jacksonville Jaguars. Die Jags nähern sich mit solchen Leistungen Allzeit-Tiefen von Teams wie den 49ers von 2005 oder den Lions und Rams von 2009.

Die Rams dagegen zeigten gegen die Seattle Seahawks ein ernsthaftes Lebenszeichen, ja man kann sogar konstatieren, dass sie als an diesem Tag bessere Mannschaft gegen das beste Team der Liga unglücklich verloren. Eine 14-9 Pleite, geschuldet mehreren Kleinigkeiten:

  • Ein kompletter Kollaps der Passdeckung (war es allein CB Jenkins, dem man die Schuld zuweisen muss?) im 80yds-TD Pass für Tate zum zwischenzeitlichen 14-3.
  • RedZone Ineffizienz.
  • Mutlosen Playcalls im Schlussviertel, als man willentlich mit Läufen einen 50+yds-Kick von „Legatron“ Greg Zuerlein vorbereitete – und der Star-Kicker prompt verfehlte. Ein gern gemachter Coaching-Fehler: Vertraut jenseits der 25-30yds Line zu sehr auf den Kick. Das sind keine Selbstgänger. Die Dinger gehen nur in ca. 55% der Fälle rein. Der Kick fehlte am Ende, als man einen TD brauchte.
  • Etwas Pech in den letzten Sekunden nahe der GoalLine. Ich habe aber keine Meinung zum Thema „hätten die Rams noch weiter laufen sollen, nachdem das schon den ganzen Tag gut gegangen war?“ Stattdessen warf QB Clements eine Incompletion mit auslaufender Uhr in die EndZone rein.

Auf alle Fälle ein kräftiges Lebenszeichen der Rams. Eine Erklärung muss man noch abgeben, warum die Rams diese Woche trotz besserer Effizienz-Stats durch die Bank im Vergleich zu letzte Woche etwas abgesackt sind (von .283 auf .265): Der Regressionsfaktor, den ich in den ersten Wochen stets einbaue, um die durch geringe Datenmengen entstehenden Schwankungen etwas auszugleichen. Nach acht Wochen sind die Daten – das zeigten zumindest die letzten Jahre – so stabil, dass ab sofort nur noch 2013er Daten vorhanden sind. Damit sollten die Rams in Zukunft noch von dieser fantastischen Leistung gegen Seattle zehren können.

Award-Watch

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe, Calvin Johnson
  • Offense-MVP Watch: P. Manning, Jimmy Graham, Calvin Johnson
  • Defensive-MVP Watch: Poe, J.J. Watt, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Justin Houston
  • Rookie of the Year-Watch: Star Lotulelei, Kiko Alonso, DeAndre Hopkins, Sheldon Richardson, Andre Ellington
  • Coach of the Year Watch: Chuck Pagano, Andy Reid, Sean Payton

Neu aufgenommen habe ich Calvin Johnson, auch wenn seine Chancen auf den Liga-MVP Award minimal sein dürften. Aus dem Offense-Watchlist musste ich nach der dritten schwachen Performance en suite RB LeSean McCoy streichen. Bei den Rookies ist Andre Ellington aus Arizona drin, nachdem er erstmals angemessen viele „touches“ bekam. Kurz vor der Aufnahme in die jeweiligen Kategorien: Aaron Rodgers für die MVP-Liste, und Ron Rivera ist nur mehr ein ausgespieltes 4th-Down von der Coach-Liste entfernt (ich habe Riveras Saisonstart noch nicht vergessen).

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 9

Letzte Woche ein 10-3 für das Power-Ranking, das damit in der überarbeiteten Version auf 38-19 oder genau zwei Drittel Vorhersagegenauigkeit hüpft. Die kalkulierten Wahrscheinlichkeiten für Woche 9:

HOME                 %   AWAY                  %
Miami               23   Cincinnati           77
Buffalo             40   Kansas City          60
Dallas              79   Minnesota            21
St Louis            35   Tennessee            65
NY Jets             29   New Orleans          71
Washington          41   San Diego            59 
Carolina            77   Atlanta              23
Oakland             33   Philadelphia         67
Seattle             92   Tampa Bay             8
Cleveland           73   Baltimore            27
New England         52   Pittsburgh           48
Houston             44   Indianapolis         56
Green Bay           76   Chicago              24

Da sind einige überraschend hohe Picks drunter. Cleveland als 73%-Favorit über Baltimore klingt ziemlich heftig, aber dann stellt man sich wieder vor: Diese Browns gewinnen 7 von 10 Heimspielen gegen diese Ravens? Yup, klingt pausibel. St Louis ist 35% Außenseiter gegen Tennessee. Die Rams werden das Spiel mit einer Leistung wie gegen Seattle gewinnen. Aber das Modell berücksichtigt eben nicht nur das Seattle-Spiel, sondern die ganze Rams-Saison, und die war kacke bisher.

Gespannt bin ich auch auf das Eagles@Raiders Spiel (Philly noch immer 67% Favorit), und darauf, ob die Texans mit Case Keenum tatsächlich das Spiel gegen die Colts relativ eng gestalten können. Klarster Favorit ist diesmal Seattle mit 92% Siegchance gegen den Totalschaden Tampa Bay.

Knappster Favorit: New England, das nur dank Heimvorteil minimal gegen Pittsburgh favorisiert ist.

Die Akademische Viertelstunde 2013, Woche 9: Die Auflösung im Fall Nevin Shapiro

Das Spitzenspiel in Woche 9 war eindeutig das Divisionsduell der SEC East, #5 Missouri Tigers gegen #23 South Carolina Gamecocks. In der abergläubischen Welt hatte sich niemand getraut, auf „Mizzou“ zu tippen, aus Angst vor dem „Jinx“, dem Fluch, mit dem man den sympathischen kleinen Underdog belegen würde. Die, die es taten, trauern dem Underdog nun nach: Missouri verlor ein hart umkämpftes Spiel zweier Mannschaften, die in einer Stadt namens Columbia zuhause sind und zwei der letzten drei #1 Recruits aus den Highschools geholt haben (South Carolina mit Jadeveon Clowney, Missouri mit Dorial Green-Beckham).

Der sympathische kleine Underdog Missouri ging mit 24:27 nach Overtime baden, trotz einer 17:0 Führung, trotz der realistischen Chance, auch in der Verlängerung das Spiel noch zu gewinnen. Aber dann versemmelte der Kicker, und die Tigers gingen unter in einem Meer der Tränen. Es dauerte aber nicht lange, da kehrte der Stolz zurück zu Mizzou: Immerhin lieferte man ohne den nominellen Quarterback einem der großen Preseason-Favoriten einen harten Kampf. Jeder, wirklich jeder, lobte nachher das Potenzial, das Gary Pinkel und seine Mannschaft mit der Offense zeigten, und die großartige Defensive Line, in der sich nach Expertenmeinungen viele künftige Profis ins Rampenlicht spielen.

Am Ende war der Held des Tages aber ein anderer: Carolinas glatzköpfiger Quarterback Connor Shaw, der in der ersten Halbzeit mit Nachwirkungen einer Verletzung draußen saß, aber dann, mit hohem Rückstand, wechselte sich Shaw quasi selbst nach neun Minuten im dritten Viertel ein und drehte die Partie für seine Mannschaft. Shaw ist ein unwahrscheinlicher Held, und er sorgte dafür, dass die Gamecocks in der Eastern Division der SEC noch eine Chance auf das Finale haben. Das Standing in der Eastern Division sieht momentan so aus:

No.  TEAM             Conf   OVR
1    Missouri          3-1   7-1
2    South Carolina    4-2   6-2
3    Florida           3-2   4-3
4    Georgia           3-2   4-3
5    Tennessee         1-3   4-4
6    Vanderbilt        1-4   4-4
7    Kentucky          0-4   1-6

Missouri bleibt damit trotz der Niederlage noch vorne, aber die Tigers müssen in den letzten beiden Wochen der Regular Season noch nach Ole Miss fahren und schließen mit einem Heimspiel gegen die Texas A&M Aggies ab. Da gibt es einfachere Lose. In der anderen Division der Southeastern Conference läuft alles auf den Iron Bowl zwischen Alabama und Auburn hinaus, der Ende November stattfindet. Das SEC-Endspiel könnte dann mal wieder zu einem „Play-in“ für das BCS Championship Game werden, aber nur, wenn Missouri bis dahin nicht mehr verliert.

Wie haben sich die Titelfavoriten geschlagen?

Antwort: Gar nicht. Bis auf einen, aber zu dem kommen wir noch. Von den echten Titelkandidaten gab sich diesmal diesmal außer Mizzou, die gegen einen sehr guten Gegner verloren, niemand Blöße. Alabama machte mit den Tennessee Volunteers kurzen Prozess (Endstand 45:10), und zeigte die beste Leistung der Saison; in zwei Wochen geht es gegen Louisiana State (diesmal müheloses 48:16 gegen das unterklassige Furham). Bei Alabama glauben mittlerweile alle, dass die Abgesänge auf die Defense nach dem Spiel gegen Johnny Manziel (Alabama kassierte 42 Punkte) zu früh kamen; seit jenem unheilvollen Spiel ließ Crimson Tide nie mehr als 10 Punkte zu.

Die Oregon Ducks erlegten in beeindruckender und trickreicher Manier die UCLA Bruins aus Los Angeles (Endstand 42:14). Der hoch gejubelte UCLA-QB Brett Hundley machte keinen Stich. Stiche setzten nur die Ducks, unter anderem in Form eines einzigartig frechen „Punt Fakes“, den der Head Coach Mark Helfrich wohl als eine Art Hommage an Chip Kelly ansagte, und der hier als GIF bestaunt werden kann. Die No. 48 war noch nie so allein.

Die Florida State Seminoles gewannen am Ende „nur“ 49:17 gegen North Carolina State, aber der Endstand täuscht, denn die Noles hatten das Spiel schon nach wenigen Minuten mehr als entschieden und gingen als Führende mit fünf Touchdowns aus dem ersten Spielviertel. Jeder Drive führte in die Endzone, egal ob als Pass oder Lauf oder das Trick. Es war eine Freude, aber man konnte getrost und ohne Sorge, etwas zu verpassen, nach diesem Viertel wegschalten, da eh klar war: Niemand stoppt die Noles. Die vielen Granden und die Trainerlegende Bobby Bowden fühlten sich auf der Tribüne an die großen Noles-Teams der 1990er Jahre erinnert.

Ohio State hatte beim 63:14 gegen die Penn State Nittany Lions überhaupt keine Schwierigkeiten; wir werden aber weiter unten in den Standings sehen, dass die Buckeyes im Simple Ranking System längst nicht Welten vor dem Rest der Big Ten Conference anzusiedeln sind. Es ist eigentlich unglaublich, wenn man die Medienlandschaft in den Vereinigten Staaten kennt: Die Ohio State University, Ohio State!, gewinnt unter dem Coach Urban Meyer, Urban Meyer!, jedes einzelne der ersten 20 Spiele (12 in 2012, 8 in 2013), und trotzdem sind sich nun alle einig, dass dieses Team maximal an No. 4 der Big Cows zu reihen ist.

Das nächste Team im Schlepptau ist Baylor, das diese Woche „nur“ 59 Punkte gegen Kansas scorte, was bei diesen Bears fast schon als Punkteflaute durchgehen muss. Die Miami Hurricanes hatten Mühe, sich gegen lowly Wake Forest mit 27:24 durchzukämpfen, und erst ein letzter guter Drive rettete die Canes vor einer peinlichen Schlappe eine Woche vor dem großen Showdown gegen Florida State.

Stanford schlug Oregon State, Clemson fand gegen Maryland nach anfänglichen Krämpfen zurück in die Erfolgsspur, Auburn machte kurzen Prozess mit Florida Atlantic. Das einzige Team aus den Top Ten, das neben Missouri verlor, ist Texas Tech, aber die Niederlage der Red Raiders gegen Oklahoma geht bloß technisch als Upset durch: Wer vor dem Spiel 10 Experten gefragt hätte, hätte wenigstens neunmal die Antwort Oklahoma als Siegertipp bekommen.

Der größte Verlierer des Tages kommt am Ende aus Virginia, denn die Virginia Tech Hokies, in der vergangenen Woche noch an No. 14 klassiert, verloren zuhause gegen die Duke Blue Devils mit 10:13. Die Hokies sind bekannt als defensivstarkes Team, und die Defense war auch stark: Nur 7 komplette Pässe beim Gegner für 107 Yards und vier Interceptions, und nur 91 Yards im Laufspiel für Duke. Das reichte nicht zum Sieg, weil es die eigene Offense zustande brachte, daraus Kapital zu schlagen: Vier Interceptions auch für VT-QB Logan Thomas, und ein verkicktes Field Goal. Die Field Goals machte Duke, aus fast unmöglichen Distanzen jeweils jenseits der 50 Yards, und holte sich nicht nur ein riesiges Upset, sondern mit dem sechsten Saisonsieg auch das Ticket für die Bowl Season. Das ist an einer Uni wie Duke, die sich allein dem Basketball verschrieben hat, ein bemerkenswerter Erfolg.

Das BCS-Ranking sieht nach dem neunten Spieltag dann so aus:

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama             8-0    26.5
#2   Oregon              8-0    29.8
#3   Florida State       7-0    31.2
#4   Ohio State          8-0    19.1
#5   Stanford            7-1    18.9
#6   Baylor              7-0    29.9
#7   Miami/FL            7-0    12.3
#8   Clemson             7-1    15.9
#9   Missouri            7-1    20.2
#10  Oklahoma            7-1    10.4
#11  Auburn              7-1    14.7
#12  Texas A&M           6-2    17.1
#13  Louisiana State     7-2    16.2
#14  South Carolina      6-2    14.3
#15  Texas Tech          7-1    10.6
#16  Fresno State        7-0     3.2
#17  Northern Illinois   8-0     4.8
#18  Oklahoma State      6-1    14.6
#19  Louisville          7-1    14.5
#20  UCLA                5-2    14.3
#21  Michigan            6-1     9.2
#22  Michigan State      7-1     9.0
#23  Central Florida     6-1    11.0
#24  Wisconsin           5-2    16.4
#25  Notre Dame          6-2     8.8

Am Samstag folgte der große Klassiker Floridas, Florida State Seminoles gegen Miami Hurricanes. Obwohl beide ungeschlagen sind und in den Rankings nicht durch viel getrennt sind, ist Florida State in den Wettbüros mit 21,5 Punkten favorisiert. Das deckt sich eigentlich ganz gut mit der Differenz im SRS, die 18,9 Punkte plus 3 Punkte Heimvorteil beträgt, also 21,9 Punkte. Wer hätte das vor der Saison gedacht?

Auch die „Cocktail-Party“ Georgia gegen Florida gewinnt wieder an Relevanz, aber nicht in der BCS, sondern nur in der SEC East, die ich eingangs beschrieben hatte: Der Sieger kann noch hoffen. Die beiden Teams sind Nachbarn im SRS, No. 23 gegen No. 24, und Georgia ist mit 1 Punkt favorisiert.

Es gibt weitere gute Spiele am Wochenende: Texas Tech gegen Oklahoma State aus der Big 12 Conference zum Beispiel, oder Michigan gegen den kleinen Bruder Michigan State. Viele erwarten in letzterem Spiel eine Überraschung, denn Michigan State ist mit seiner Defense immer in der Lage, die offensivschwachen Wolverines zu stoppen.

Damit zum non-Football-Teil.

Neues gibt es von Penn State: Die Universität gesteht den Familien der 26 Opfer des Sexskandal um dem pädophilen Assistenztrainer Jerry Sandusky insgesamt 59,7 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu. Noch größere News schreiben aber vor dem großen sportlichen Klassiker am Samstag die Miami Hurricanes…

Miami Hurricanes: Das Urteil im Fall Shapiro ist gesprochen

Mitte der letzten Woche hat die NCAA (National Collegiate Athletic Association), der Dachverband im College-Sport, die Strafen in ihrer Ermittlung gegen das Sport-Programm der University of Miami Hurricanes bekannt gegeben. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren, im Hochsommer 2011, veröffentlichte Dan Wetzel, Sportjournalist bei Yahoo!, gemeinsam mit einem Kollegen das Ergebnis einer Recherche über die verrohten Zustände bei Miami [Zusammenfassung bei Sideline Reporter]. Es ging um einen im Stolz verletzten Booster (Nevin Shapiro), der frustriert im Knast auspackte, mit welchen Methoden er bei Miami Spieler beglücken durfte. Von Drogen und Sex über Abtreibungen und ausschweifende Partys war alles mit dabei, und betroffen waren viele heute in der NFL bekannte Namen wie Vince Wilfork, Andre Johnson oder Jonathan Vilma.

Nach dieser Veröffentlichung machte sich die NCAA mit ihrem schweren Apparat an die eigene Untersuchungsarbeit, die andauerte: Zwei geschlagene Jahre vergingen bis zur Verkündigung der Strafen. Das Ergebnis: Neun gestrichene Stipendien über drei Jahre. Nicht neun pro Jahr, sondern über alle drei Jahre.

Der Aufschrei anderer in den letzten Jahren geschröpfter Unis wie Southern Cal (gestrichener National-Title, gestrichene Heisman Trophy), Ohio State (Entlassung vom Cheftrainer) oder Georgia Tech (Aberkennung eines Conference-Titles) ließ nicht lange auf sich warten, aber das Ergebnis zeigte einmal mehr: In der NCAA wird nicht immer mit dem selben Maß gemessen. Immerhin soll es besser werden: Seit 1. August hat der Verband einen neuen Strafenkatalog eingeführt, der einheitlicheres Vorgehen in den verschiedenen Ermittlungen sicherstellen soll.

Der gesamte Fall ist komplex genug um ihn nicht in einigen wenigen Absätzen zu summieren, aber nur so viel: Die Univeristy of Miami entging höheren Strafen auch deswegen, weil sie sich von Anfang an kooperativ zeigte, im Gegensatz zum Beispiel zu Southern Cal, wo man sich die Schuld bis zuletzt nicht eingestehen wollte. Und vielleicht, aber nur vielleicht, spielte im Hinterkopf der Ermittelnden auch der Fall „Sandusky“ bei Penn State mit, der der Kategorie „Skandal im College-Sport“ eine ganz neue Dimension verlieh. Da schauen ein paar Nutten auf Speed plötzlich ganz harmlos aus…

Die NCAA ist derweil selbst immer weiter in der Defensive: Bei besagtem Fall Shapiro war der Aufschrei vor zwei Jahren noch groß gewesen. Ganze Medienmeuten hatten sich über die Universität hergemacht. In diesem Sommer, 2013, wurden ähnliche Regel-Verletzungen bei Oklahoma State bekannt, aber der große Aufschrei blieb aus. Der Ärger konzentriert sich mittlerweile vor allem auf die verstaubte NCAA, die krampfhaft am Amateurstatus der College-Athleten festhält und damit Millionen, ja Milliarden, an denen vorbeiwirtschaftet, die sie generieren: Die Atleten.

Fälle wie die Millionenklage von Ed O’Bannon gegen den Verband, oder das ganz gemeinhin nach außen transportierte Bild einer verkrusteten, trägen alten Organisation, die in der Gegenwart nach einer Daseinsberechtigung sucht, trüben das Image der NCAA als Hüterin von Sitte und Moral im College-Sport Amerikas.

Sofa-QBs, Gameday 8

Aus dem Teaser:

Gameday 8 und selten lagen die Extreme weiter auseinander: in der linken Ecke und durchaus zufrieden mit ihren Teams der Packers-Sympathisant Wolfgang Pfeiffer (Die Rheinpfalz) und Lions-Kenner Thomas Psaier (Sidelinereporter), auf der anderen Seite der in Denver geprügelte Redskins-Supporter Olaf Nordwich (amfid.de) und der unerschütterliche Steelers-Fan und Gastgeber Christoph Fetzer (laola1.tv). Die Stimmung auf dem Sofa: trotzdem heiter bis freundlich.

Also: Sofa-Quarterbacks, Woche 8.

Monday Night Football, #7: St Louis Rams – Seattle Seahawks Preview

Update: Die Uhrzeit musste ich ausbessern. Natürlich wird um 1h30 angekickt, da die Zeit-Differenz zwischen Europa und den Vereinigten Staaten derzeit nur 5h Stunden beträgt.


Monday Night Football aus der NFC West heute ab 2h30 1h30 live im Gamepass und bei SPORT1 US: Seattle Seahawks (6-1) auswärts gegen die St Louis Rams (3-4), die derzeit in der eigenen Stadt massiv ins Hintertreffen geraten sind, weil die Keulenschläger aus der MLB mal wieder in der World Series stehen und ihre x-te Weltmeisterschaft gewinnen können.

Das Footballspiel fühlt sich selbst mit Heimvorteil für die Rams wie ein gigantisches Mismatch an. Die Seahawks sind aufgrund ihres sportlichen Höhenflugs aktuell ein Dauerthema und dürften relativ gut bekannt sein; hervorzuheben ist einzig ihre fassungslose Tiefe in der Defense sowie doch gröbere Probleme in der verletzungsgeplagten Offensive Line, die gegen bessere Verteidigungen einen schweren Stand hat.

Gegen die Rams sollten diese Schwierigkeiten nicht allzu schwer zuschlagen, denn diese sind eine der großen Enttäuschungen diese Saison. Nicht, dass ich Besonderes von St Louis erwartet hatte (ich sah sie als bestenfalls Mittelklasseteam), aber Baby: Drittschlechteste Offense der Liga und zweitschlechteste Pass-Defense der NFL? No way. Da hatte ich mehr erhofft.

Viel höher wird es auch nimmer gehen, denn letzten Sonntag verletzte sich der QB #8 Sam Bradford am Kreuzband und verabschiedete sich auf die IR. Prinzipiell ist Bradfords Ausfall mit seiner ängstlichen Spielweise kein allzu schwerer Verlust, hielt er die Offense eh zurück, und kann seine Verletzung nun möglicherweise die harte Entscheidung, den teuren Top-Draftpick von 2010 zu entlassen, erleichtern, aber die Kurzzeitalternative ist Kellen Clements, der das Label „career backup“ wie wenige andere trägt.

Bradfords (und OffCoord Schottenheimers) Offense war gekennzeichnet von Checkdowns; das führte zu einer der niedrigsten Turnovers-Raten (weil „sicher“ gespielt wird), aber eben auch zu schwachen 5.6 NY/A – selbst sterile Offenses wie Houston oder Arizona bringen mehr zustande. Dass das Laufspiel überhaupt nicht funktioniert und mittlerweile wegen des gefloppten Isaiah Peed auf einen 5th-Rounder im völlig unbekannten Zac Stacy zurückgreifen muss: Auch nicht hilfreich.

Das Matchup bradfordlose Rams-Offense gegen Seahawks-Defense dürfte keines auf Augenhöhe werden.

Die Rams-Defense ist allerdings auch nicht viel besser. Die D-Line um DE Quinn, DE Long und DT Brockers kriegt ganz guten Dampf im Passrush zustande, ist aber nur allzu nachlässig in der Detailarbeit, die da lautet: Run-Defense. Weil hinter diesen schlampigen Genies in Alec Ogletree ein halber Safety auf Linebacker spielt, gibt es auch immer wieder längere Runs gegen die Rams: Ogletree kann schon wunderbar Tight Ends decken, aber v.a. gegen Houston war der Mann ein sehr leichtsinniger Lauf-Verteidiger.

Am schlimmsten: Trotz akzeptablem Passrush kassiert St Louis 7.4 NY/A im Passspiel: #31 der Liga. Und das, obwohl man schon gegen Pass-Gurken wie Arizona, San Francisco, Houston oder Jacksonville spielte! Eigentlich unglaublich. Was stellt da wohl Russell Wilson mit so einem Backfield an?

Ich bewunderte Jeff Fishers Arbeit in der Saison 2012: Der talentlose Rams-Kader wurde von Fisher auf 7-8-1 Siege hinaufgecoacht, eine der größten Leistungen des Jahres. Dieses Jahr allerdings ist die Stagnation größer als befürchtet, und die 3-4 Siegbilanz spiegelt das noch nichtmal wieder (Siege über Arizona, Houston und Jacksonville). Es ist Spielermaterial da, aber noch ist man eine Baustelle. Es ist nicht zu erwarten, dass gegen die weiterhin vielleicht beste Mannschaft der NFL ein Upset aus dem Hut gezaubert wird.

NFL-Spieltag 8 live: Raiders-Steelers und Broncos-RG3

[00h40] Nachher beim Sunday Night Game (ab 1h30) wird Green Bay mit CB Casey Hayward auflaufen, der wieder fit ist.

[00h37] Denver wird dann auch einen Blowout gewinnen, der mit einem Ergebnis roundabout 45-21 noch nichtmal die Kräfteverhältnisse adäquat widerspiegelt. Redskins-Defense ist eine Katastrophe. Redskins-Offense war es heute über weite Strecken auch. Aber man konnte sich zweieinhalb Viertel mit guter Feldposition sowie Turnovers beim Gegner halbwegs im Spiel halten.

[00h33] Endstand Oakland Raiders 21, Pittsburgh Steelers 18.

Over. Katastrophales Zeit- und Auszeiten-Management der Steelers in diesem Spiel. Pittsburgh damit bei 2-5 Siegen nach einem Spiel, in dem sie sich selbst geschlagen haben mit verschossenen Fieldgoals, Apathie und richtig schlampigem Offensivspiel. Überraschenderweise sind die Raiders damit wohl in der besseren Playoff-Position als Pittsburgh dieses Jahr. In der AFC sollten 9-7 Siege reichen, vielleicht 8-8.

[00h32] 18sek für die Steelers, Start von der eigenen 2yds Line.

[00h25] Raiders erobern den Ball beim Onside-Kick. Wenn kein Raider eine Strafe oder Turnover begeht oder aus dem Spielfeld trabt, kriegen die Steelers maximal 25-28sek.

[00h22] Oakland 21, Pittsburgh 18/Q4 1:24. Eine Roethlisberger-INT wird wegen Defensive-Holding zurückgepfiffen. RB Bell wuchtet sich in Folge des Geschenks in die EndZone, und die 2pts-Conversion macht #88 Emmanuel Sanders mit einer großartigen Improvisation aus einem Broken-Play.

Jetzt natürlich: Wie sehr schmerzt das völlig überflüssig verbrannte Timeout? Extrem, wenn die Steelers den Onside-Kick nicht kriegen.

[00h20] 1:43 vor Schluss, mitten in einem „Eagles-Superbowl-2004-Gedächtnisdrive“ nimmt Roethlisberger ein Timeout! Ein Timeout ist in dieser Situation ca. 40sek wert, und damit um Welten mehr als die 5yds delay-of-game Strafe.

[00h17] Manning bringt in Denver mit einer Interception (für Pugh) nochmal etwas Buzz rein.

[00h13] Den Comeback-Versuch der Steelers kann man wohl als „stresslos“ bezeichnen.

[00h06] CB #23 Tracy Porter schnappt sich einen Brown-Drop zur Interception in Oakland. Seuche geht weiter. Steelers werden das Ding mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren, da 10-21 Rückstand mit 6:42 to go.

[00h01] Denver 31, Washington 21/Q4 14:19. Das viele Herumschieben von OLB Von Miller zahlt sich langsam aus für die Broncos: Miller provoziert einen Fumble, den die Broncos aber nicht zum TD verwerten können, weil diesmal wieder John Fox das PlayCalling zur Chefsache macht und von der 1yds Line ein 19yds-FG kicken lässt. Führung zumindest auf zwei Scores ausgebaut, wie man so schön sagt (obwohl going for it lt. 4th-Down Calculator eine glasklare Sache ist).

[23h55] Denver 28, Washington 21/Q4 14:19. Und das ging schneller als gedacht: 35yds-Pass für Moreno, der aus einem 2yds-Checkdown die Lücken nutzend den Slalom-TD macht. Denvers Comeback ging letztlich sogar noch einfacher als nach dem 7-21 angekündigt.

[23h52] Washingtons RG3 mit drei Incompletions en suite: Zweimal fangbare Bälle. Dann kommt der Punter mit einem Witz-Punt für gefühlt dreikommasieben Yards. Denver kriegt nun exzellente Feldposition und wird in Führung gehen.

[23h49] Oakland 21, Pittsburgh 10/Q4 12:11. Miller-TD wurde nicht gegeben, aber Roethlisberger antwortet mit einem wahrhaft tollen 9yds-TD Pass für Sanders. Neue Hoffnung für die Steelers, die sich grade fragen, „was wäre mit normalem Kicker drin gewesen?“

[23h47] Denver 21, Washington 21/Q4 14:57. 0,5yds TD-Pass für #81 Dreessen im 4th-Down. Denver nimmt schon wieder ein 4th-Down, Respekt. Gingen wir nach Aikman, wären wir bestenfalls 16-21.

[23h43] Pittsburgh ist im Modus angekommen, einfach tief zu werfen, und auf Oakland-Turnovers in deren Platzhälfte zu warten. OAK erfüllt den Wunsch: Fumble an der eigenen 11yds Line. Pittsburgh scort in der Folge einen „TD“ für TE Miller, der wegen Drop zurückgenommen werden dürfte.

[23h35] Washington kommt nur zwei 1st-Downs weit, u.a. auch „nur“, weil Denvers DT #99 Vickerson die zweite oder dritte Personal-Foul Strafe gegen QBs diese Saison begeht. Dann Punt. Denver startet an der eigenen 17.

[21h25] Denver 14, Washington 21/Q3 . Aikman wollte natürlich im 4th-und-2 an der WAS 20 die Punkte nehmen und ein Fieldgoal schießen, weil ja a) zuhause und b) noch ewig Zeit. Manning als QB der Neuzeit tickt natürlich anders, spielt aus, Denver drei Plays später in der EndZone. 11 Plays, 75 Yards.

[21h21]

[23h15] Jets liegen 29 Punkte in Cincinnati zurück und kicken gegen Ende drittes Viertel ein Field Goal.

[23h13] Denver 7, Washington 21/Q3 11:25. Pass Manning rechts raus für WR #88 Demariyus Thomas. CB Hall geht physisch zu Werke, fängt die Interception und returniert 26yds zum Touchdown. Macht die Sache spannender. Was kann Denvers Wunder-Offense jetzt noch reißen?

[23h10] Steelers mit einem 16-Play Drive, würgen sich mit brachialem Laufspiel, etwas ungelenker Roethlisberger-Interpretationskünste und einem horrenden Call gegen die Raiders („Personal Foul“ in Anführungszeichen) in die RedZone. Sogar Rich Gannon hinterm Mikro spricht schon was von „4 down territory“, aber dann müssen die Steelers doch das Fieldgoal schießen. Natürlich nagelt ihn Shame Shuisham aus 32yds rechts vorbei… Seuche, wie schon gesagt: Seuche.

[23h07] Denver 7, Washington 14/Q3. Manning verliert den Fumble, Washington rennt ihn in drei Plays über 19yds rein (TD Morris, 1yd). Ich traue der Skins-Führung aber noch nicht ganz…

[22h48] Halbzeit Denver 7, Washington 7.

Die 12-Mann-auffm-Feld Strafe kostete Denver vier Extrapunkte, da Washington ansonsten ein Fieldgoal geschossen hätte. Eine andere Geschichte des Spiels ist die Starting-Fieldposition für Denver, die vier Drives hatten, und an der 1, 7, 10 starteten und nur von der 23yds Line scorten.

Einige tolle Plays von RG3, aber insgesamt lesen sich die Zahlen für Washington eher mau: 4.2 NY/A Passspiel für RG3, kaum Scrambles (5 für 7yds), und eine Pass-Defense, die weit über 8 NY/A an Manning abgab. Denver ist weiterhin klarer Favorit, das Ding in der zweiten Halbzeit zu gewinnen.

[22h45] Denver 7, Washington 7/Q2 0:19. Erstklassiger Drive für RG3 und seine Skins, inklusive einiger toller Runs von Morris (27yds), toller Completions für RG3 in 3rd-Down Situation mit Blitzern in der Pocket, und eines TE Reed, der etliche Matchup-Schwierigkeiten für die Denver-Defense bereitet. Unterstützt wurde der TD dann auch noch durch eine überflüssige Strafe gegen Denver im 4th-Down. Washington konnte doch noch ausspielen, und den 7yds-TD Pass für #85 Hankerson anbringen.

[22h39] Halbzeit Oakland 21, Pittsburgh 3.

Schwache Serie der Steelers mit auslaufender Uhr, die erheblichen Nachbesserungsbedarf im Handling mit Timeouts zeigen (ließen viele Sekunden verstreichen, ehe sie mit 17sek auf der Uhr die Auszeit nahmen), und dann eine Fast-INT gegen Roethlisberger nach einem abgefälschten Ball. Dann kommt das „Shame“ in Shaun Suisham durch, und es wird auch noch das FieldGoal verkickt.

[22h34] Es bleibt ohne Wirkung, weil WR #19 Brice Butler einen eigentlich gut geworfenen Kurzpass Pryors droppt und der dahinter stehende CB #28 Cortez Allen die Interception fängt.

[22h32] Hirnrissiger Lauf von WR Brown (oder Sanders?), der 1:15 vor der Pause aus dem Spielfeld geht, um den Raiders ja genug Zeit vor der Pause zu gestatten. Es folgt ein schlechter Punt, und Oakland kriegt 68sek vor der Pause an der PIT 46 nochmal den Ball (1 Timeout).

[22h30] Es gibt immer wieder Momente, in denen die Redskins-Offense so aussieht, als würde sie an gute alte Zeiten anschließen: RB Morris mit einem guten Lauf, und dann komplettiert RG3 mit zwei Blitzern in der Fresse einen geilen Pass, ehe er komplett in die Zange genommen wird.

[22h27] Oakland 21, Pittsburgh 3/Q2 1:55. Eine Art Wildcat-Snap für McFadden nahe der GoalLine. McFadden kriegt keine Chance zu werfen, also nimmt er einfach die Option-B und geht gegen die Laufrichtung der Defense, nutzt die gigantischen Löcher in der Steelers-Defense zum 4yds-TD Lauf.

[22h17] Die Redskins sind bisher schrecklich in 3rd-Downs; nicht, dass die RG3-Offense jemals besonders viele längere 3rd-Downs verwertet hätte (letztes Jahr zirka 8 von 65 oder so), aber das setzt sich heute auf üble Weise fort. Einzig noch größeres Übel: Shanahan lässt in Situationen wie 4th-und-2 an der DEN 43yds Line punten. Das geht gar nicht, auch wenn Denver nun zum dritten Mal in diesem Spiel innerhalb seiner 10yds-Line beginnen muss.

[22h16]

[22h14] Bei den Steelers scheint Roethlisberger einigermaßen konfus drauf zu sein; Roethlisberger wirft im 3rd-Down einen Pass als er die Line-of-Scrimmage schon 4yds überschritten hatte. Punt, die Raiders bekommen einen haarscharfen Call zugesprochen, als Jacoby Ford fumbelte (Steelers hatten den Ball wohl unerlaubter Weise berührt).

[22h02] Die Raiders müssen zwar punten, aber mal ein paar Worte zu Terrelle Pryor: Der Mann ist eine Überraschung. Ich habe Ohio State dutzende Male gesehen, dutzende Male mit Pryor als QB. Nie hätte ich gedacht, dass der Mann jemals solche Pässe werfen kann wie er in dieser NFL-Saison schon geworfen hat. Auch unter Druck sieht Pryor wenig schockiert aus, sondern mausert sich einfach mit seiner Beweglichkeit raus. Freilich sind noch nicht alle Pässe superb, aber wer außer den „Big-5“ um Manning, Rodgers um Co. kann das schon behaupten? Pryor ist kein Super-QB, aber das ist einer, der eine erstaunliche Entwicklung genommen hat… und damit wird Pryor zu einer harten Nuss für die Raiders in der kommenden Offseason: Sollen sie auf einen Top-Quarterback gehen, oder sollen sie erst die Mannschaft bauen und mit dem gehen, was Pryor ihnen anbietet? Nach sechs Saisonspielen mit Pryor bin ich langsam geneigt, ihm eine echte Chance als Franchise-QB zu geben.

[21h56] Kein Kapital für die Steelers, die zum Fieldgoal einschießen müssen. OAK 14, PIT 3/Q2.

[21h48] Pryor überwirft einen Raiders-Receiver (konnte nicht erkennen ob #18 Holmes oder #19 Butler), und der dahinter stehende SS #43 Troy Polamalu fängt seine ersten Interception seit gefühlten Ewigkeiten.

[21h42] Oaklands zeckige Defense macht den Steelers einige Probleme: Laufspiel über #26 Dwyer noch völlig ineffizient, und Roethlisberger kriegt in seiner Pocket nur sehr wenig Zeit zum Werfen.

[21h35] Oakland führt zur Hälfte des ersten Viertels schon 14-0 gegen die Steelers. Der erste TD war ein 93yds-Lauf für QB Terrelle Pryor, den Kommentator Philipp S. schon im vorherigen Eintrag beschrieb. Ich übernehme ungefragt:

Ach du meine Güte, jetzt hab ich mir grade den TD von Pryor angeschaut: hat dem Dick LeBeau noch keiner erzählt, dass die Read Option inzwischen seit eineinhalb Jahren in der NFL angekommen ist? Ich meine, der Safety (sieht man in der Kamera von hinten oben super) der ins Pile hinein jogged ist auch nicht von schlechten Eltern, aber das sah grade aus wie einer der Runs von RG III Anfang des letzten Jahres, als die Defenses noch nicht auf diese Art von Plays eingestellt waren.

[21h33] Zweite Runde.

NFL-Week 8 am Nachmittag live: Detroit Lions – Dallas Cowboys

Zur Vorschau

  • DET-DAL.
  • NE-MIA.
  • KC-CLE.
  • NO-BUF.
  • PHI-NYG.
  • JAC-SF.

[21h32] Endstand Detroit Lions 31, Dallas Cowboys 30.

Man muss zu den Lions nicht mehr sagen: Diese Mannschaft kann jede Mannschaft schlagen, inklusive sich selbst. Das heutige Spiel war Mikrokosmos der Lions par excellence: Eigentlich eine dominante Vorstellung, aber das dominante Element schlug sich nicht im Ergebnis nieder, weil: Turnovers (-4), Strafen (61yds) und ein Gegner, der erst zwei 53yds-Kicks rein nagelt und danach plötzlich im vierten Viertel eine unglaubliche Explosion zeigt, für die es drei Viertel lang keine Anzeichen gab.

Auf Cowboys-Seite wird es Zeit, dem D-Line Trainerstab um Rod Marinelli ein Kompliment zu machen: Diese Unit kriecht auf dem Zahnfleisch daher, aber Marinelli kriegt aus Hatcher und einer Handvoll Unbekannter extrem viel raus. Wichtigster Mannschaftsteil der Cowboys heute, neben einem Sean Lee, der heute gleich bei drei oder vier Turnovers seine Hände im Spiel hatte (wenigstens eine war aber sehr glücklich).

Von meiner Warte aus das beste, spannendste, nervenaufreibenste Spiel der Saison. Es gibt einen Grund, weswegen ich bei dieser Mannschaft niemals vor der letzten Sekunde wegschalte.

Detroit damit 5-3, Dallas 4-4.

[21h24] Detroit 31, Dallas 30/Q4 0:12. Völlig irre, was da in Detroit abläuft: Stafford mit drei Bomben en suite für Pettigrew, Durham und Johnson (an die 0,5yds Line).

Stafford rennt mit 26sek und laufender Uhr wie von der Tarantel gestochen das Spielfeld runter und anstelle eines Spikes macht Stafford den QB-Sneak zum TD 12sek auf der Uhr. Ohne Timeouts.

Wenn der Coaching-Staff es nicht auf die Reihe bekommt, muss es der junge Quarterback machen. Ganz groß von Stafford.

… und bei den Cowboys wird man sich über einen völlig überflüssigen Holding-Call ärgern, der mit hoher Wahrscheinlichkeit das Spiel kostete.

(12 Sekunden noch auf der Uhr. Dallas mit zwei Timeouts)

[21h19] Detroit 24, Dallas 30/Q4 1:02. Holding-Strafe gegen einen Cowboy im dritten Down, die Dallas etliche Sekunden kostet, die sie ansonsten von der Uhr nehmen hätten können.

[21h14] 4th-Down, Stafford muss einen Verzweiflungspass werfen. INT wird nicht gegeben, was für Dallas aus Fieldposition-Sicht eh gut ist.

Sehr gut eignet sich das 3rd-Down zu Pettigrew, um das „almost“ im Lions-Spiel zu beschreiben. Und natürlich:

[21h09] Zwei Läufe plus im dritten Down Romo ins Aus: 2:24 für Detroit. 2 Timeouts.

[21h07] New England wird heute im „alten“ Patriots-Style gewinnen: Maximal solide Offense, Defense, die den Gegner zu sich herunterzieht, und drei opportunistische Turnovers erzwungen (INT gegen Tannehill war ein fantastisches Play vom gescholtenen McCourty und Cole).

[21h02] Detroit 24, Dallas 27/Q4 3:33. Beide Offenses sind mittlerweile „on fire“ und beenden nun auch die Drives. QB Stafford mit einem beherzten Scramble, RB Bush vollendet. Angesichts der Schlechtigkeit der Lions-Defense in den letzten Drives bin ich nun gespannt ob einer möglichen Variante „Onside Kick“ in Schwartz‘ Playbook.

[20h52] Detroit 17, Dallas 27/Q4 6:45. Langer Kickreturn #17 Harris. Dann 2nd-Down: Pass links raus für Bryant, der den direkten Gegenspieler abschüttelt und 50yds durchläuft. Wie gesagt: Erinnert an 2012, das Ganze.

[20h47] Detroit 17, Dallas 20/Q4 7:38. Nach zirka zwei Stunden wieder ein abgeschlossener Drive der Lions: 7 Plays, 80 Yards. Mit dabei waren schöne Pässe für Johnson und Bush sowie ein Super-Lauf von RB #35 Joique Bell, der improvisierte. Mit dabei war auch eine Pass-Interference gegen die DAL #32, und ich bin mir alles andere als sicher, ob dies ein richtiger Call war. Mike Pereira sieht kein Foul.

[20h41] Wie man’s besser macht, zeigt Belichick in New England: Drittes Down und 5, Patriots laufen, weil sie eh wissen, wir kicken nicht in den Wind, sondern spielen aus. Brady scrambelt im 4th-Down für die notwendigen Yards, und kurz danach ist New England in der EndZone. Diese Patriots, die so katastrophal in der ersten Halbzeit aussahen, führen mittlerweile 27-17 gegen Miami.

[20h37] Detroit 10, Dallas 20/Q4 11:32. WR Terrance Williams 71yds zum TD. Kurzpass, viele Yards nach dem Catch. Sag ich doch: Spiel aus!

[20h32] Detroit 10, Dallas 13/Q4 13:13. Johnson ist mitterlweile bei 9 Catches für 221yds, aber am Ende kickt Jim Schwartz das Fieldgoal von der 2yds-Line (19yds-FG). #Calldieichnieverstehenwerde

4th-Down Caculator rät zum Ausspielen, wenn du glaubst, auch nur 32% von 3rd-und-Goal von der 2 zu schaffen.

[20h30] Kurzes Update aus Foxboro: New England führt mittlerweile 20-17, nach einem hart erkämpften 37yds-Drive in acht Plays. Gostkowski nagelte ihn aus 48yds rein.

[20h18] Detroit 7, Dallas 13/Q3 3:02. Das ist der Unterschied: Auch Romos Pass wird abgefälscht, fliegt aber dem Safety um wenige Zentimeter zu weit links vorbei für eine INT. Dallas kriegt offensiv weiter nix zustande, muss mit einem weiteren 53yds Kick Vorlieb nehmen.

[20h17] SF 28, JAX 10/Q3. Der von mir unter der Woche gelobte WR Mike Brown macht den ersten Jaguars-TD, ein 29yds Catch.

[20h15] Seufz… und der nächste: Vierter Lions-Turnovers. Diesmal ist es ausgerechnet QB Calvin Johnson nach einem ca. 20yds-Pass. LB Lee mausert sich zum Matchwinner, forcierte auch diesen Fumble! (Johnson konnte man schon Mitschuld am ersten Turnover geben)

[20h09] Tony Romo kriegt heute aber auch nichts zustande: Wieder drittes Down, wieder nada. Dallas-Passspiel bisher trotz nicht allzu gutem Druck der Lions: 3.7 NY/A. Lions nehmen weiterhin das tiefe Spiel komplett weg. Sie lassen CB #23 Chris Houston so gut es geht von WR #88 Dez Bryant weg, was bei Houstons Geschichte gegen große, physische Gegenspieler eine gute Idee ist. Hätte Dallas nicht +3 Turnovers, könnten sie zusammenpacken.

[20h01] Turnover-Update von den Lions: Jetzt fumbelt RB Reggie Bush den Ball weg. Dritter Turnover der Lions in einem Spiel, das immer frappierender an die 2012er-Saison erinnert: Dominantes Spiel weggeschmissen mit Penaltys und Turnovers.

[20h00] Verletzungs-Updates von den Lions: DE Ziggy Ansah, WR Ryan Broyles und CB Bentley sind für den Rest des Spiels wohl „out“.

[19h57] Quick-Strike Pats: Fumble Tannehill, 3 Plays und 13 Yards später sind die Patriots über RB #38 Brandon Bolden in der Endzone. NE 17, MIA 17.

[19h55] Erstklassige Pass-Defense von CB #23 Chris Houston im dritten Down – Punt der Cowboys zum Start der zweiten Halbzeit.

[19h50] NE 10, MIA 17/Q3. Antwort der Pats nach dem verschossenen Field Goal: 23yds Lauf Ridley, 23yds Pass für Gronkowski, 17yds-Pass für Dobson, und Touchdown. Das ging zackzackzack, 5 Plays, 64yds, und Spiel wieder offen.

[19h44] Miami mit einem eigentlich gut aussehenden Drive, aber dann schickt Belichick im dritten Down einen „Inside-Blitz“, bei dem LB #54 Hightower im zweiten Nachfassen QB Tannehill zu greifen bekommt. Sack ist gerade lang genug, um das Field Goal für K Sturgis zu lang zu machen: Sturigs kickt aus über 40yds an die Stange. Miami führt weiterhin 17-3.

[19h42] Q3 in Foxboro beginnt. Eben war ein Bildausschnitt zu sehen, in dem man deutkich sehen konnte, wie stark Bradys rechte Hand geschwollen ist. Der Mann hat heute auch physische Probleme, keine Frage.

Halbzeitreports

[19h38] New England 3, Miami 17. New England mit 25 Offense-Passyards! In der Defense ist heute CB McCourty die Schwachstelle; McCourty ließ sich schon mehrfach von RB Clay im Slot schlagen.

Detroit 7, Dallas 10. Der Halbzeitstand ist eigentlich ein Treppenwitz, weil Detroit die bessere Mannschaft stellte. Allerdings ist die Pass-Offense weiterhin zu abhängig von Johnson. Das Play-Calling von Linehan finde ich weiterhin mickrig: Diese ganzen Runs im 1st-Down schaden bloß, die Screenpässe sind schön langsam auch vorhersehbar. Zu den INTs: Die erste war einfach Pech. Die zweite ein Play, das Dallas wohl gut gescoutet hat, denn Lee sprang fast schon vor dem Pass in die Wurfbahn.

Dallas-Offense kommt nicht in Schwung: 8/17 Pässe von Romo für 66yds (3.9 NY/A) gegen teilweise sehr gute Deckung der Lions. Auch beim TD brauchte es einen exzellenten Bryant-Catch.

San Francisco 28, Jacksonville 3. 49ers-Dampfwalze war einfach zu viel für die Jaguars, die immerhin für die Briten ein bissl Fußball einbauten und noch vor der Pause ein Fieldgoal kickten. In der Jags-Defense sieht heute der jüngst von mir gelobte S Jonathan Cyprien ganz schlecht aus.

Philadelphia 0, New York Giants 12. Vick scheint mittlerweile aus dem Spiel zu sein, nachdem man im ersten Viertel Gespräche zwischen Vick und seinen Doktoren sehen konnte; Barkley ist drin, aber die Eagles-Offense sieht heute kein Land. Giants-Offense heute mit vielen 6yds, 8yds Raumgewinnen im ersten Down. Das reicht dann meistens zu langen Drives – allein: NYG konnte diese gleich viermal nicht zum TD, sondern nur zum FG verwerten.

[19h30] Detroit 7, Dallas 10/Q2 0:46. WR Dez Bryant mit dem „Jump-Ball“ gegen CB Slay. Kein einfacher Catch für Bryant gegen gute Deckung. Romos Wurf war eher schlecht.

[19h27] INT für #50 Sean Lee, der genau in der Pass-Route (Slant-Route) steht, in den Pass springt und an die 4yds-Line returniert.

[19h23] 49ers müssen im fünften Drives das erste Mal punten: Ein Holding-Call gegen RB Hunter (?) war zu viel für die Offense.

[19h13] San Francisco in Wembley: 4 in 4.

Drives bisher (Plays/Yards): 8/76, 8/80, 10/72, 6/63. 28-0, und noch ist nichtmal Halbzeit.

[19h11] Detroit 7, Dallas 3/Q2 5:44. 53yds-FG Dan Bailey. Dallas bekommt seine Offense nicht in Gang: Detroit mit einem sehr guten GamePlan, nimmt Romo das tiefe Spiel weg, und im dritten Down wird TE Witten gnadenlos abgedeckt.

[19h00] Breaking: Sebastian Vollmer down in New England. Vollmer wird aus dem Stadion gefahren; sieht übel aus, möglicherweise ein Beinbruch.

[18h59] San Francisco scort gegen Jacksonville wie gestern die FSU Seminoles gegen NC State: Dritter Drive, dritter TD. Durch das Wembley-Stadium schwappt schon die Laola.

[18h52] Miami geht zwar 14-0 in Führung, aber die schlechte Nachricht folgt sogleich:

[18h50] INT LB #50 Sean Lee gegen Stafford nach einem abgefälschten Ball (Johnson ließ abprallen, Lee fiel der Ball in den Schoß).

[18h47] Romo mit drei Incompletions en suite – Punt und gute Starting-Fieldposition für Detroit.

In Kansas City geht das Spiel genau so, wie sich die Chiefs das erhofft haben: Sie würgen die Browns-Offense mit Backup-QB Campbell komplett ab, während die eigene Offense lange Drives durchzieht: Dreimal 9 oder mehr Plays, 13-0 Mitte Q2.

[18h44] 49ers gehen 14-0 gegen Jacksonville in Führung: QB Kaepernick zeigt hinter einer soliden Offense Line, warum er letztes Jahr die NFL im Sturm nahm, nämlich durch überragende Scrambles. 80yds in 8 Plays, obwohl die Kommentatoren sich gerade über die Qualität des Wembley-Spielfelds beklagen („das rutschige Feld macht es schwer für Runningbacks, ihren Grip zu halten“).

[18h35] Detroit 7, Dallas 0/Q1 0:54. Der Schlüsselspielzug war ein 87yds-Pass für Calvin Johnson auf einem quicken Slant: CB Carr ohne Safety-Hilfe, da sich der Safety vom Play-Action Move verarschen ließ. Johnson zündet den Nachbrenner, kommt aber um 3yds nicht in die Endzone. Den holt sich Johnson drei Plays später im 4th-Down: Lions spielen von der 2yds-Line aus (YES!), Johnson fällt mit dem TD in die Endzone.

[18h31] Jaguars kommen in London nicht in Schwung: Zwar gewinnen sie durch einen 14yds-Pass von Henne für Shorts + einem Defensive-Holding mehrere 1st-Downs, müssen dann aber doch wieder schnell punten.

[18h29] Beobachtung aus New England: Tom Brady ist IMHO heute durch diverse Dinge behindert. Auf der Bank wird er am rechten Arm verbunden. Auf dem Spielfeld starrt er bei der INT seinen Gronkowski so lange an, dass man bei einem Jüngling von einem „Rookie-Fehler“ sprechen würde.

[18h22] Erster Drive der Patriots gegen Miami: Interception gegen QB Brady. Miami übernimmt an der gegnerischen 40yds Line, und in 11 Plays walzt sich die Offense durch zum TD (QB Tannehill für WR Gibson, 4yds). Alarmierend bei den Patriots war schonmal, wie hoffnungslos der PFF-Liebling CB #32 Devin McCourty gegen den gegnerischen RB Clay aussah.

[18h18] SF 7, JAX 0/Q1. Lockerer Drive der 49ers, spielten einen 4th Down aus und in der Redzone sägt RB #21 Frank Gore sich durch. Große Lücken, die den Niners da aufgeblockt wurden; kaum Gegenwehr bei den Jags.

[18h16] Romo wird beim ersten tiefen Passversuch von DT #98 Fairley abgeschossen; Ball wird von WR #83 Williams erst aus dem Spielfeld gefangen – Punt.

[18h13] In Wembley hat das Wetter erstmal keine Auswirkungen; der Kickoff der 49ers wäre fast zum Debakel mutiert, als #10 Kyle Williams fumbelte, aber schnell selbst recoverte.

[18h07] Erster Drive der Lions scheitert an einem False-Start und anschließend überworfenem Stafford-Pass für #81 Calvin Johnson, der von CB #39 Carr gedeckt wurde.

[18h03] Kurz zu meinem Fahrplan: Detroit-Dallas ist erstmal mein persönliches Hauptspiel, nicht nur aus Gründen persönlicher Präferenzen, sondern auch, weil es eines der wichtigsten Spiele des Tages ist: Zwei mittelklassige NFC-Teams, die am Rande der Playoffs mitspielen. Mögliche Nebenspiele meinerseits könnten das Wembley-Spiel und das Pats-Dolphins Spiel sein.

[17h50] Guten Abend. Kurzes Essensintermezzo wird noch folgen, aber vorab wie immer die beiden Links als Einstimmung auf den NFL-Abend:

NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week 8

Achter NFL-Spieltag, was nichts anderes heißt als: Wir näheren uns rasant der Saisonhalbzeit. Was heute in keinem Einleitungssatz fehlen darf: Die Warnung. Die Amerikaner stellen die Winterzeit eine Woche später um als wir Europäer, weswegen es heute Abend schon um 18h mitteleuropäischer Zeit losgeht, mit dem zweiten Slate ab 21h05 / 21h25 und dem Sunday Night Game ab 1h30.

SPORT1 US bringt heute folgendes NFL-Programm:

18h    New England Patriots - Miami Dolphins
18h    Jacksonville Jaguars - San Francisco 49ers (*)
21h25  Denver Broncos - Washington Redskins
21h25  Arizona Cardinals - Atlanta Falcons (*)
01h25  Minnesota Vikings - Green Bay Packers

PULS 4 überträgt in Österreich Denver Broncos gegen Washington Redskins, das x-te Mal also die Broncos, aber es ist im Vergleich zu den sich bietenden Alternativen verständlich. PULS4 steigt allerdings erst um 22h30 ein. Das Free-Game im Gamepass: Kansas CityCleveland.


Ab 18h MEZ aus dem Wembley-Stadion: Jacksonville Jaguars (0-7) gegen San Francisco 49ers (5-2). Ich schrieb schon am Freitag ausführlich über den Status der Jaguars in diesem Jahr, und weswegen ich trotzdem Chancen sehe, dass die Jags in den nächsten Jahren mit London warm werden – und umgekehrt Europa mit den Jags warm wird. Für heute ist es freilich eher trostlos, aber die Hütte ist dennoch voll.

Ein Faktor könnte das Wetter werden: Für heute ist ein Unwettereinbruch inklusive heftigster Stürme von 120 km/h und mehr gemeldet (sagt zumindest die BBC). San Francisco geht mit oder ohne Sturm als haushoher Favorit ins Spiel, und kriegt gegen einen besseren Sparringspartner die Chance, wieder so etwas wie Rhythmus in die seit Wochen verwaiste Offense zu bekommen. QB Colin Kaepernick, vor knapp einem Jahr die Liga überrollend, ist zwar nicht mehr so unsicher wie noch in den ersten Wochen dieser Saison, aber richtig rund läuft der Niners-Angriff noch nicht.

Als Nachtrag zu verlinktem Eintrag über NFL-International sei gesagt, dass mittlerweile die drei Spiele von 2014 bekannt gegeben worden sind:

  • Jacksonville Jaguars – Dallas Cowboys
  • Oakland Raiders – Miami Dolphins
  • Atlanta Falcons – Detroit Lions

Die genauen Termine stehen noch nicht fest.


Zurück in die Gegenwart: Auch in den Staaten wird gespielt, ab 18h MEZ. Die 18h-Partien sind:

  • Detroit Lions – Dallas Cowboys
  • Kansas City Chiefs – Cleveland Browns
  • New England Patriots – Miami Dolphins
  • New Orleans Saints – Buffalo Bills
  • Philadelphia Eagles – New York Giants
  • Jacksonville Jaguars – San Francisco 49ers

Detroit Lions (4-3) – Dallas Cowboys (4-3) gab es zuletzt vor zwei Jahren in Form eines spektalulären Comeback-Siegs der Lions inklusive eines unvergessenen Touchdown-Catches von WR #81 Calvin Johnson in Triple-Deckung. Johnson wird auch heute wieder spielen, und als Aufwärmrunde klaubte er letzte Woche einen ähnlichen Ball gegen Cincinnati aus der Luft.

Die Fangkünste von „Megatron“ dürfte heute CB #39 Brandon Carr zu verhindern versuchen, der einzige Cowboys-DB von Format. Überhaupt ist das beidseitig heute ein Duell zweier ähnlich gepolter Mannschaften, denn auch Dallas stellt einen hünenhaften WR-Schlaks, der jedem Gegenspieler Probleme bereiten kann, in #88 Dez Bryant, und auch Detroit hat in CB #23 Chris Houston nur einen wirklich guten Cornerback. Okay, die Lions können in Delmas und Quin bessere Safetys für sich reklamieren, dafür hat Dallas in Tony Romo den besseren der beiden „Neuner“ auf Quarterback.

Der Rest der Kontrahenten dürfte sich grob auf Augenhöhe begegnen, mit einem leichten Vorteil für Dallas auf Tight End, aber einer sehr viel gesünderen Front-Seven auf Seiten der Lions. Je länger das Spiel geht, desto schmerzhafter dürfte es heute für Dallas-DefCoord Monte Kiffin werden, wenn sich ein DE Hatcher im Alleingang durchplustern muss. Da ist der Gegner schon besser dran, wenn er zwischen einem Suh, einem Fairley und sechs bis sieben gleichwertigen Line-Spielern durchrotieren kann.

Ich bin gespannt auf diese Partie, denn sie hat Ingrendienzien, ein Shootout zu werden. Gleichwohl sehe ich auf beiden Seiten durchaus gute wie schlechte Matchups, bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie der einen oder anderen Mannschaft das Genick brechen und zu einem Blowout führen könnte. Detroit würde ich leicht favorisieren, aber im Prinzip kannste hier bei einer Prognose auch gleich die Münze werfen. Das macht aus einem sehr wichtigen Spiel zwischen zwei Teams am Rande von Playoffs oder Nicht-Playoffs ein wunderbares Matchup.

New England (5-2) gegen Miami (3-3) wäre vor drei Wochen das Duell zweier ungeschlagener AFC East Teams gewesen, aber mittlerweile fühlt es sich leicht „kriselig“ an. Die Patriots wissen wohl selbst nicht genau, wo sie stehen, in der Lage, mit den Bengals mitzuspielen und die Saints zu schlagen, aber dann wieder schlampig genug um sich mit den Jets auf Augenhöhe zu begegnen und mit dummen Strafen Spiele zu vergeigen.

Frage 1: Wie weit können DE Cam Wake und seine Kollegen Tom Bradys Pocket unter Druck setzen, um Brady erneut zu so vielen grausigen Würfen zu zwingen wie letzte Woche die Jets? Frage 2: Welchen Druck können die Patriots auf die üble Offense Line der Dolphins ausüben, um QB Tannehill kaltzustellen? Dieser Tannehill sah in den letzten Wochen (insbesondere Q1 letzte Woche gegen Buffalo) unterirdisch aus, weil er keine Zeit zum Werfen bekam. In den Momenten, in denen er von den Kollegen einigermaßen Zeit bekommt, glaubt man dann wieder an diesen Tannehill: Ein Mann, der alles Potenzial der Welt besitzt und in drei Jahren Allstar ist.

Namhafte Partie zweier völlig unberechenbarer Teams in Philadelphia: Eagles (3-3) gegen Giants (1-6). Ganz ehrlich: Ich habe nicht den leisesten Schimmer, was ich erwarten soll. Die Eagles waren letzte Woche ganz schrecklich drauf, was nicht nur, aber auch an der Vorstellung von QB #9 Nick Foles lag: Foles sah offene Receiver, die nicht da waren, und wurde mit zunehmendem Spielverlauf immer unsicherer, begann, grobe technische Fehler in seine Würfe einzubauen. So wild es klingt bei 3 INTs in nur einem halben Spielviertel, aber bei QB #2 Matt Barkley (eingewechselt im Schlussviertel, weil Foles mit Gehirnerschütterung runter musste) hatte ich eher das Gefühl, dass er ein halbwegs ordentliches Debüt gab: Barkley machte Anfängerfehler, die viele junge QBs machen (Wurf zum Receiver erst, als er frei ist), aber immerhin schien sich Barkley nicht komplett vom Passrush narrisch machen zu lassen. Heute soll es wurscht sein, da eh wieder Michael Vick zurückkehrt.

Bei den Giants sah ich haargenau im ersten Saisonsieg das erste wirklich furchtbare Spiel (ok, das Panthers-Spiel war ähnlich). Eli Manning durchlebt momentan ein tiefes Tal. Die Offense war noch schlechter drauf als in den letzten Wochen, aber sie vermied immerhin halbwegs die Turnover. Irgendwie scheint aber alles, was auf Runningback eingesetzt wird, den Ball wegfumbeln zu wollen.

Sicherer bin ich mir bei Saints (6-1) gegen Bills (3-4): Setze nicht gegen New Orleans in deren Heimstadion. Brees und Co. gefielen mir zuletzt in New England nicht allzu gut, und wir müssen erst schauen, wie diese Offense ohne den wichtigsten Ballfänger, TE #80 Jimmy Graham, aussieht, aber bei aller Bewunderung für die couragierten Bills: Ich sehe nicht, woher das Upset kommen soll.

Im Arrowhead Stadium versuchen die Cleveland Browns (3-4), die letzten Ungeschlagenen des Jahres zu stürzen, die Chiefs (7-0). Und ganz ausschließen möchte ich eine Überraschung hier nicht. Nicht, dass ich den Chiefs völlig misstrauen würde, aber diese Browns entwickeln sich mit ihrer furztrockenen Defense zu echten Parasiten, die die gegnerische Offense zu sich herunter ziehen, nur um an der Seitenlinie mit ansehen zu müssen, wie die eigene Offense alles verkackt. Umgekehrt ist auch die Chiefs-Defense ein Monstrum: Laufspiel geht gegen eine Defense Line mit einem 180kg-Bewegungstalent #92 Dontari Poe nun mal gar nicht, und gegen den Passrush von OLBs wie #91 Hali oder #50 Houston sah noch keine Offense Line überzeugend aus. Wer die rechte Seite der Browns-Line dieses Jahr schon hat spielen sehen, der kann nicht anders als drei Sacks als Minimum zu erwarten.

Also: Chiefs-Browns hat die Zutaten, eine unansehnliche Abwehrschlacht zu werden. Wenn die schlechteste Passoffense der Liga (Browns, 4.9 NY/A) auf die beste Pass-Defense (Chiefs, 4.8 NY/A) trifft, sollte man kein 37-34 erwarten. Aber weil beide Defenses großartig sind, und beide Offenses ziemlich limitiert im Passspiel, könnte das durchaus ein punktarmes Spiel werden, und punktarme Spiele bedeuten häufig „enge Spiele“. Enge Spiele bedeuten mehr Fokus auf Turnovers und Special Teams… vielleicht kann ja einer der beiden Returnspezialisten, #22 McCluster von den Chiefs oder #80 Benjamin von den Browns, das entscheidende Akzent setzen?

Nach Neune

Die Ansetzungen ab 21h05 lauten:

  • Cincinnati Bengals – New York Jets
  • Oakland Raiders – Pittsburgh Steelers

Und ab 21h25:

  • Denver Broncos – Washington Redskins
  • Arizona Cardinals – Atlanta Falcons

Für 21h05 ist der Kickoff von Cincinnati Bengals (5-2) gegen New York Jets (4-3) angesetzt. Erstere spielen im Rahmen des Erwarteten, können aber nicht vor den Eindrücken davon laufen, dass ihre Pass-Offense zu banal ist: QB #14 Andy Dalton ist mit 7.0 NY/A über die Saison einer der bislang effizientesten Quarterbacks, aber rein optisch lässt Dalton unzählige Plays liegen; allein gegen Detroit unterwarf Dalton drei potenziell einfache lange Touchdowns (und der lange 82yder für A.J. Green war auch suboptimal geworfen). Es deutet vieles darauf hin, dass Daltons Wurf-Repertoire nicht ausreicht, um mit der Spitzenklasse mitzuhalten.

Ein Klassiker: Oakland (2-4) gegen Pittsburgh (2-4), ein Duell, das Succus aus der Historie in Form von unzähligen Schlachten in den 70ern ziehen kann. Heute sieht die Sache etwas anders aus: Beide sind 2-4, und während die Raiders damit etwas besser unterwegs sind als man befürchtet hatte, geht es den Steelers umgekehrt. Das Gute für Pittsburgh: Die Mannschaft scheint langsam in Schwung zu kommen; QB Roethlisberger zuletzt gegen Baltimore mit einer für meine Begriff erstklassigen Leistung, bekam ein Jota mehr Zeit von seiner Offense Line und hielt nicht mehr ständig den Ball für 13sek. Was auch lobenswert an Pittsburgh ist: Das Laufspiel um den erstaunlich agilen RB #26 Bell kommt in die Gänge; Bell hatte ich als komplett anderen Spielertyp aus dem College in Erinnerung.

Ein Lob muss man bei den Steelers auch mal OffCoord Todd Haley machen, dessen Spielzugdesign und -ansagen mir in den letzten beiden Spielen gegen Jets und eben Ravens hervorragend gefielen: Haley verließ sich nimmer auf die nicht mehr vorhandene individuelle Spitzenklasse im Kader, sondern kreierte einfache Routen und schnelle Reads für Roethlisberger und seine Jungs um WR Brown und WR Sanders; dass TE Miller noch nicht in Form ist (aber wenigstens wieder da!), wurde von Haley auch gebührend berücksichtigt.

Jezz‘ aba bidde aufgepasst, denn die Raiders-Defense ist auch ohne große Namen eine unangenehme. Ich habe keine Ahnung, was diese Defense kurz und knackig beschreiben könnte. Außer eben „unangenehm“. Da scheinen ein paar Altstars und ein paar Youngsters sich gefunden zu haben und soweit zu harmonieren, dass es gegen die mitteklassigen NFL-Teams für Upsets reichen kann.

Die anderen beiden Spiele starten um 21h25. Arizona (3-4) vs Atlanta (2-4)? Die Cards müssen sich nach dem pathetischen Auftritt gegen Seattle erstmal verspielten Kredit bei mir zurückholen, und wenn das sieben ausgespielte 4th-Downs an der 10yds-Line bedeutet. Ich traue den Jungs dabei durchaus einen Heimsieg zu, denn Atlanta hat a) keine überzeugende Defense und b) eine Offense, in der außer QB Matt Ryan nimmer viel beim gewohnten Alten ist. Jener Ryan stopfte letzte Woche mit einer einwandfreien Leistung gegen die Buccs-Defense vielen Kritikern das Maul (Stichwort: „Ryan ist Produkt seiner Skill-Player“). Allerdings muss man zum heutigen Zeitpunkt auch sagen: Eine motivierste Cards-Defense ist schwerer zu bespielen als eine unmotivierte Buccs-Defense. Insofern: Eher würden ich hier zu den Cardinals tendieren.

Sunday Night Game

Ab 2h30 1h30

Zu Green Bay Packers (4-2) gegen Minnesota Vikings (1-5) fällt mir nicht viel ein, da es wie ein Mismatch aussieht: Die Packers-Offense marschiert zwar wohl ohne das Ballfänger-Trio Cobb/Finley/Jones auf, aber solange QB Aaron Rodgers eine dezimierte Vikings-Secondary vorgesetzt bekommt, nehme ich jedesmal Rodgers. Fraglich ist, ob Minnesota überhaupt die Punkte auf das Tableau kriegt, um die Partie länger als eine Halbzeit spannend zu gestalten: QB Freeman ist nach dem schwachen Debüt erstmal mit Gehirnerschütterung draußen, was The Return of the Ponder bedeutet, oder besser: Weiterhin anämische Vikings-Offense. Dass Green Bay ein Laufspiel ausschalten kann, hat man gegen San Francisco schon bewiesen, nur dass dort auch noch sowas wie Pass-Offense existierte; in Minnesota tut das nicht. Schade, denn es wären halbwegs gute Skill-Players da: WR Jennings, ein einstiger Rodgers-Buddy, der Rodgers in der Offseason arg kritisierte, WR Patterson und TE Rudolph sind allesamt Spieler, die mit akzeptablem Quarterback durchaus was reißen könnten.

Sport-Abend live: Clasico aus Barcelona und College-Football aus Amerika

Zur Vorschau

  • Oregon-UCLA.
  • Mizzou-South Carolina.
  • Kansas-Baylor.
  • Oregon State-Stanford.

[22h27] 5 in 5.

[22h11] Seufz. Turnover NC State, vierter Noles-TD im vierten Drive. 28 zu null. Noch keine neun Minuten gespielt.

[22h04] Dritter Drive, dritter TD: FSU 21, NC State 0. Das geht aber auch sehr einfach für die Ballträger, die untouched immer 10-12yds laufen können. Die ESPN-Kommentatoren appellieren schon an den Stolz bei NC State „you’re calling yourself the Wolfpack, and there’s not only a Wolf, but you have to be also a Pack!“

Partie darf schon nach noch nichtmal acht Spielminuten als entschieden gelten.

[21h52] Zwei Drives, zwei Touchdowns: Florida State lässt hier keine Zweifel ob etwaiger Nachlässigkeiten. Erst RB #9 Karlos Williams, nun QB Winston per 39yds-Pass für WR Kelvin Benjamin. Florida State 14, NC State 0.

[21h38] Zu Bobby Bowden hat Seminole vor drei Jahren mal eine Hommage geschrieben: Alles Gute, Bobby Bowden

Bowden war der, der ab den 70er Jahren eine der mächtigsten Football-Programme aus dem quasi Nichts aufbaute. Persönlich erinnere ich mich leider nur mehr an die späten Jahre, als Bobby ein greiser Headcoach war, der sich auf der PK nicht mehr an die Namen seiner Co-Trainer erinnern konnte.

[21h30] Ab 21h30 gibt es im ESPN-Player durchaus beachtenswerten Football aus der ACC:

  • #2 FSU-NC State: Winston-Watch, und die Frage nach der mentalen Fitness der Noles, die letztes Jahr das Spiel gegen NC State abschenkten. Außerdem wird ziemlich Wirbel um Coach-Legende Bobby Bowden gemacht, der heute erstmals seit seinem offiziell mit „Rücktritt“ umschriebenen Abgang Anfang 2010 im Stadion ist.
  • Maryland-#9 Clemson: Die letzten Opfer der Noles. Wie ist Clemson nach dem Debakel letzte Woche drauf?
  • #14 Virginia Tech-Duke: Die Hokies sind was für Defensiv-Liebhaber. Die Hokie-Offense um QB Cam Thomas schmeißt ihr Talent nur allzu gern weg, aber die Defense gehört zu den fünf besten im Lande. Duke ist längst kein Bombengegner, aber mit 5-2 immerhin nur noch einen Sieg von der Bowl-Season entfernt.
  • UNC-Boston College: UNC ist schwach in die Saison gekommen, aber letzte Woche fast ein Upset über Miami/FL. Boston College wurde vor wenigen Wochen von FSU zumindest nicht abgeschossen.

[21h28] Interception der Canes-Defense (Ball war einen Wake-Receiver durch die Hände gefluscht), und damit erneut knapper Sieg der Canes, die ungeschlagen bleiben, und sich mittlerweile ganz schön durch die Saison lavieren: Turnoverunterstützte Siege über Florida und UNC, und heute erneut ein extrem knapper Heimsieg über den krassen Außenseiter Wake.

Zeitgleich walzt sich Minnesotas QB Phil Nelson 48sek vor Ende in die EndZone. die Gophers führen 34-23 gegen #24 Nebraska – Huskers sind ohne Timeout, und werden dieses Spiel fast sicher verlieren. Durchaus beachtenswertes Upset gegen von allen vor der Saison hoch eingeschätzte Nebraska Cornhuskers (zweite Saisonpleite).

[21h23] Miami/FL 24, Wake Forest 21/Q4 0:53. Massiver, physischer Drive der Canes, die Wake schlicht und einfach überpowerten. Sogar QB Stephen Morris bekam mal einen gescheiten Pass zustande. Ein eigentlich regulärer TD für RB #8 Duke Johnson wird aus unerfindlichen Gründen von den Refs selbst nach einem eigentlich eindeutigen Video-Review nicht gegeben. Im nächsten Play scort Johnson dann wirklich.

Duke nun mit 1 Timeout + dem Wind im Rücken.

[21h05] Miami/FL 17, Wake Forest 21/Q4: Dramatische Schlussphase: Wake mit einem 4th Down in der eigenen Platzhälfte, spielt aus, dann QB Tanner Price für den rechts freien WR #14 Gibson, der zum TD durchläuft! 4:02 zu spielen, der Drive war 6 Plays, 75yds, 1:34min verbraucht. Die Canes kommen damit in Nöte.

[20h55] Miami/FL 17, Wake Forest 14/Q4. Es ist ein Gemurkse, aber dann bringt Miami doch einmal einen längeren Drive zustande: 8 Plays, 51 hart erarbeitete Yards. Als Arbeitstier wird nun vor allem der Speedster RB #8 Duke Johnson eingesetzt. Johnson verwertet dann auch zum TD.

[19h58] #7 Miami/FL plagt sich übelst gegen Wake: 10-14 Rückstand im dritten Viertel. QB Stephen Morris mit schwachen Offense-Stats (9/15 für 96yds Passing).

[19h54] Endstand Barcelona 2, Real Madrid 1. Verdienter, aber etwas glücklicher Sieg für Barcelona. Real Madrid sammelt bei mir aber nach dem fürchterlichen Auftritt gegen Juve Pluspunkte, und bot eine richtig gute zweite Halbzeit, in der man mit etwas Glück bei einer Elfmeterentscheidung (Schubser gegen Ronaldo) sowie einem Lattenschuss und mehreren knappen Situationen durchaus hätte den zwischenzeitlichen Ausgleich machen können. So entschied letztlich ein „Tor des Monats“ für Alexis ein letztlich von beiden Seiten intensiv und fair (kaum Diskussionen am Platz) geführtes Spiel.

[19h49] Barcelona 2, Madrid 1/91te Jese. Ballgewinn Pepe am eigenen Sechzehner, der sofort nach vorn für Ronaldo spielt, dessen Querpass von Jese völlig freistehend verwertet wird. Schöner Konter gegen eine erstaunlich aufgerückte Barca-Mannschaft.

[19h44] 86te, erneut wird auf der rechten Abwehrseite ein Spieler frei gespielt: #6 Khedira scheitert nach Ronaldo-Zuspiel an Valdes. Drittes oder viertes Mal, dass zwischen Alves und Pique so viel Raum von einem Madrilenen genutzt wurde.

[19h42] 82te, #22 Dani Alves macht Ronaldo nass, schießt aber aus spitzem Winkel den Tormann Lopez an. Dann wird #11 Neymar gegen #7 Pedro Rodriguez ausgewechselt.

[19h38] Barcelona 2, Madrid 0/78te Alexis Sanchez. Ballgewinn Barca, Neymar sofort mit dem Pass in die Tiefe. #9 Sanchez gewinnt das Laufduell mit #3 Pepe und überlupft Torwart Lopez in einem sehenswerten Treffer.

[19h33] 76te, Letzter Wechsel Ancelottis in einem mittlerweile großartigen Spiel: #22 Di Maria raus, #20 Jese rein. Bei Barcelona kommt #17 Song für den starken #8 Iniesta.

[19h30] Mittlerweile ist Barcas Führung glücklich. 72te, Pass in den Strafraum, #14 Mascherano mit einem Schubser gegen Ronaldo, aber der Ref gibt den Elfmeter nicht.

Mit der Wut im Bauch zieht #9 Benzema eine halbe Minute später aus 22m ab und der Ball schlägt nach atemberaubender Flugkurve am Lattenkreuz ein.

[19h27] Madrid gewinnt immer mehr Übergewicht. In der 64ten hatte #22 Di Maria den Ausgleich auf dem Fuß, aber der überraschte Di Maria mit einer schlechten Ballannahme.

Barcelona wechselt in der 70ten Stürmer (!) #9 Alexis Sanchez gegen #4 Fabregas ein.

[19h18] Nächster Tausch bei Madrid: Der enttäuschende #11 Bale runter für #9 Benzema, der unter einer schweren Torkrise leiden soll und vorerst auswärts besser eingesetzt wie zuhause: Am Mittwoch wurde Benzema im Bernabeu 90min konstant ausgepfiffen.

[19h15] Spiel gewinnt an Drive: 58te, Balleroberung Modric, der sofort tief spielt. Ronaldo zieht sofort ab und zwingt Valdes zu einer sensationellen Parade.

[19h13] Der gelb-belastete #4 Ramos muss in der 56ten runter für #24 Illaramendi.

[19h10] Sehr intensiver Beginn der zweiten Halbzeit in Barcelona – von beiden. Madrid kommt nach einer wunnderbaren Kombination über Ronaldo und Khedira zu einer ersten Chance, aber im Gegenzug schnürt dann wieder Barca Madrid für Minuten hinten rein. Dann langer Ball Mascherano für Neymar, nimmt volley aus 8m, und Lopez wehrt ab.

[18h58] USF 3, Louisville 17/Q2. 69yds-Pass von Bridgewater für einen zirka 20m allein stehenden WR Christian. Kompletter Breakdown einer USF-Defense, bei der durchaus Spieler mit Kredenzien spielen: S Aaron Lynch zum Beispiel – vor zwei Jahren massivst gehypt und kurz davor, bei FSU einzuschreiben. Lynch ging dann nach Notre Dame, fühlte sich aber nicht wohl und gurkt nun in einer anscheinend richtig schwachen USF-Defense herum.

[18h51] USF 3, Louisville 10/Q2. Louisville spielt den zweiten langen Drive nicht ganz zu Ende, weil man von der 1yds Line lieber das Fieldgoal nimmt. QB Bridgewater mit einer bisher souveränen Vorstellung, kann immer wieder die sicheren kurzen Optionen nehmen. USF dagegen noch sehr bruchstückhaft in der Offense.

[18h49] Halbzeit Barcelona 1, Madrid 0. Barcelona ist die bessere Mannschaft, drängt Real Madrid immer wieder weit zurück, aber Madrid erholte sich nach rund 20-25 Minuten aus der Umklammerung. Es gibt immer wieder die Momente, in denen Madrid gefährlich aussieht, immer, wenn sie auf den Flügeln schnell ins „vertikale Spiel“ kommen.

[18h43] Ronaldo tankt sich links durch, Flanke und 5m vor dem Tor kommt #6 Khedira an den Ball, aber Valdez kriegt den Ball. Khedira reklamiert wie wild ein Handspiel.

[18h37] Die einzigen Momente, in denen Madrid den Ball in den gegnerischen Strafraum bringt, sind lange Freistöße. Diesmal nach einem ungestümen Foul von #21 Adriano gegen #7 Ronaldo.

[18h27] Direkt nach dem 1:0 hatte Messi viel Platz auf der rechten Seiten, stürmte runter, aber verzog um gut 1m.

Danach erste Lebenszeichen von Real Madrid, die aber ungleich hölzern in ihren Passversuchen aussehen. Vor allem das zentrale Mittelfeld kriegt noch keinen Zugriff: Khedira mit einer sehr insouveränen Leistung, sein Nebenmann Ramos schon mit einer gelben Karte belastet.

[18h20] Barcelona 1, Madrid 0/18te Neymar. Neymar wird perfekt vom „downfield“ sprintenden Iniesta halblinke im Strafraum freigespielt, zieht schnell ab und der abgefälschte Ball schlägt rechts unten ein. Keine Chance für Lopez.

[19h12] Zehn Minuten gespielt in Barcelona. Real Madrid ist sehr abwartend eingestellt, darauf bedacht, angesprochene Lücke zwischen Abwehr und zentralem Mittelfeld so klein wie möglich zu halten; daher trabt sogar Cristiano Ronaldo in eigener Strafraumnähe herum.

Barca tritt schon sehr dominant auf, aber bislang ist Messi am rechten Flügel komplett isoliert.

[17h56] Die Aufstellungen in Barcelona:

Barcelona: Valdes, Alves, Pique, Mascherano, Adriano, Xavi, Busquets, Iniesta, Messi, Cesc, Neymar.

Real Madrid: Diego Lopez, Carvajal, Varane, Pepe, Marcelo, Ramos, Khedira, Modric, Bale, Di Maria, Ronaldo.

[17h40] Mal wieder ein Sportabend am Samstag. Ab 18h habe ich neben College-Football noch eine Fußball-Alternative anzubieten: Spanische Liga, Barcelona vs Real Madrid auf Laola1.tv, einer von gefühlt dutzenden Clasicos jedes Jahr. Barcelona habe ich dieses Jahr unter dem neuen Coach Gerardo Martino noch nicht gesehen. Der neue Stürmer #11 Neymar soll sich recht gut eingeführt, aber noch nichts Revolutionäres im Spielsystem von Barca bewirkt haben. Neymar spielt zwar meist von Anfang an und soll ein exzellenter „Role-Player“ sein, aber die Barca-Maschinerie läuft weiterhin wie gehabt – was nicht per se ein schlechtes Zeichen ist.

Real Madrid habe ich am Mittwoch gegen Juve in der Champions League gesehen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass man schon dieses heutige Spiel im Kopf gehabt hat, aber das war unterirdisch von beiden Teams dort. Madrid mit einer merkwürdigen Aufstellung im Mittelfeld, das größtenteils keinen Zugriff auf das Spiel bekam und nur rausgerissen wurde, weil Juve sich in verheerendem Zustand präsentierte. Vor allem #24 Illaramendi wirkte komplett „out of sync“ mit dem Rest der Mannschaft, trabte oft am Platz herum ohne zu wissen, welche Rolle er denn nun einnehmen sollte. Da waren #19 Modric und #6 Khedira schon besser, aber so richtig eingespielt kam Madrid noch nicht daher, und wenn die Abstände zwischen Real-Abwehr und dem Mittelfeld heute erneut so eklatant sind, wird Barca heute eine Handvoll Treffer einschenken.

Ein potenzieller Knackpunkt für Barca: Sie müssen schießen. Beide Torhüter-Option von Madrid sind unterdurchschnittlich; Casillas merkte man am Mittwoch deutliche Verunsicherung an. Heute soll wieder Diego Lopez im Kasten sein. Das war auch nicht immer der sicherste Kandidat…

Zum College-Football: #20 Louisville muss ab 18h nach Tampa zu den USF Bulls. USF kam unter dem neuen Headcoach Willie Taggert (kam von Western Kentucky) so schlecht in die Saison, dass nach den ersten vier Spielen schon Rufe nach einer Entlassung Taggerts laut wurden. Seither: Zwei Conference-Spiele, zwei Siege, und Taggert ist etwas aus der Schusslinie. Allerdings kamen die beiden Siege gegen Cincinnati und UConn ohne Touchdown der Offense zustande. Es gibt viele Verletzte bei USF, und das Positivste, was man über diese Jungs zu berichten weiß, ist der ungebrochene Kampfgeist; im Gegensatz zu den Buccs aus der NFL gibt dieses Team aus Tampa trotz eindeutiger Probleme nicht auf. Louisville muss sich von der Enttäuschung gegen UCF inklusive Ende der BCS-Titelträume erholen und wenn möglich einen hohen Sieg einfahren.

Preview für die Hauptspiele habe ich schon am Vormittag geschrieben.

College Football, Week 9 Preview

Das erste große Favoritenstolpern war letzte Woche. Dieses Mal sehen die Ansetzungen wie folgt aus (Ranking-Positionen ab sofort dem BCS-Ranking entnommen):

18h       South Florida - #20 Louisville
21h30     Maryland - #9 Clemson
01h       #3 Oregon - #12 UCLA
03h30 (*) #25 Oregon State - #6 Stanford

(*) Achtung: Heute Nacht wird in Europa die Uhr auf Winterzeit umgestellt; die Amerikaner sind damit eine Woche später dran, also werden alle Partien, die ab 3h (Sommerzeit) angepfiffen werden, für eine Woche nur mit 5h Zeitdifferenz in Europa gezeigt.

Potenzielle ESPN-Player Kandidaten wären:

  • 18h: #23 Central Florida-UConn, #7 Miami/FL-Wake Forest, Akron-Ball State, #16 Texas A&M-Vanderbilt, Minnesota – #24 Nebraska, South Florida-#20 Louisville, Rutgers-Houston
  • 18h30: Virginia-Georgia Tech
  • 20h: Ohio-Miami/OH
  • 20h30: Bowling Green-Toledo
  • 21h: Massachussetts-Western Michigan, SMU-Temple
  • 21h30: UNC-Boston College, Kent State-Buffalo, #18 Northern Illinois-Eastern Michigan, Maryland-#9 Clemson, #14 Virginia Tech-Duke, #2 Florida State-NC State, Illinois-Michigan State
  • 22h: Western Kentucky-Troy
  • 0h: Nevada-UNLV
  • 1h: #3 Oregon-#12 UCLA, #5 Missouri-#21 South Carolina, Kansas-Baylor, ULM-Georgia State, Texas State-South Alabama, LSU-Furman
  • 1h30: Ole Miss-Idaho, #11 Auburn-Florida Atlantic
  • 2h: #4 Ohio State-Penn State, New Mexico State-ACU

Vorsicht, der nachfolgende Block ist schon in MEZ (also Winterzeit!) angegeben:

  • 3h30: #25 Oregon State-#6 Stanford, San Diego State-Fresno State

Um 21h30 und offiziell in Europa nicht bekömmlich: #1 Alabama gegen die Tennessee Volunteers. Letztere beenden damit ihre Wochen der Wahrheit mit Gegnern wie Oregon, Georgia oder South Carolina im Schedule. Alabama ist haushoch favorisiert.

Um mal einen Blick auf ein paar “neue” Teams zu richten, ein bissl genauere Einführung in die Nachtspiele.

#3 Oregon Ducks – #12 UCLA Bruins

1h

Das 1h-Spiel bei SPORT1 US ist #3 Oregon Ducks (7-0) gegen die #12 UCLA Bruins (6-1) aus der Pac-12 Conference. Ich möchte nicht behaupten, dass Oregon dieses Jahr auf diesem Blog unter dem Radar fliegt, aber gemessen an anderen Jahren, yup, war ich vielleicht etwas weniger Oregon-lastig. Das liegt daran, dass ich die Ducks in der post-Kelly Ära noch nicht oft gesehen habe.

Dabei scheint der Übergang von Chip auf den neuen Head Coach Mark Helfrich recht reibungslos von statten gegangen zu sein: Die Offense hat noch immer dasselbe Gesicht, ist höchstens eine Spur „zentrierter“ geworden. Etwas wortreicher soll das heißen, dass der Angriff QB-lastiger geworden ist, auf Marcus Mariota, den hawaiianischen Wurfkünstler, der schon letztes Jahr massiv aufgeigte und heuer in seinem zweiten Jahr als Starter Heisman-artige Stats auf den Boden bringt. Mariota soll dem Vernehmen nach auch schon in der NFL Interesse geweckt haben. NFL-kompatibel ist auch der Quarterback beim Gegner: Brett Hundley, ein Jungspund, der allerdings auch schon das dritte Jahr aus der Highschool ist und bei Lust und Laune auch 2014 in die NFL gehen könnte.

#5 Missouri Tigers – #21 Couth Carolina Gamecocks

1h

Parallel dazu dürfte es im ESPN-Player #5 Missouri Tigers (7-0) gegen #21 South Carolina Gamecocks (5-2) zu sehen geben (Kickoffzeit 1h MESZ). South Carolina ist auf diesem Blog mittlerweile ein alter Bekannter, einer konstanten, sehr ordentlichen sportlichen Leistung und Charakterköpfen wie Head Coach Steve Spurrier, (ex-)QB Stephen Garcia oder Spielern wie Jeffery, Lattimore oder Clowney sei Dank. Wenige Teams boten in den letzten Jahren bessere Gelegenheit, über sie zu schreiben.

Anders Mizzou, das zwar auch seine Geschichte geboten hätte, z.B. dank Conference-Wechsel von der Big 12 in die SEC, aber: Mizzou umgibt ein bissl das Image der grauen Maus, bei der man schon letztes Jahr nicht ganz kapierte, warum die SEC ausgerechnet sie als 14tes Team einladen wollte. Der letzte Fetzen Sexyness geht der University of Missouri auf alle Fälle ab, und ich gebe zu, mir geht es nicht anders: Im Sommer überlegte ich Uni für Uni im College-Football Countdown, ob ich ihr einen Blogeintrag spendieren wollte; bei Mizzou fiel die Antwort negativ aus.

Vor einigen Wochen entdeckte ich im Simple Ranking System die Tigers ganz weit oben; es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Außenseiter in den ersten Wochen in einem SRS nach oben gespült wird, aber Mizzou blieb nicht nur oben; Mizzou verbesserte sich jede Woche. Vor zwei Wochen wurde schließlich trotz Verletzung von QB James Franklin der BCS-Contender Georgia auswärts geschlagen und ein damit ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Letzte Woche würgte Mizzou die Florida Gators komplett ab; Georgia und Florida, die beiden Topfavoriten der SEC-East 2013, wurden von den großteils ohne Starting-QB und ohne besten CB E.J. Gaines spielenden Missouri Tigers mit insgesamt 34 Punkten geschlagen!

Die Tigers hatten im Laufe der letzten Jahre immer wieder Superspieler im Kader; Head Coach Gary Pinkel gilt auch als relativ guter Recruiter, der die Midlands entlang des Mississippi nach Rohdiamanten abgrast und immer wieder eine Granate aus dem Ärmel schüttelt. Seit Mizzou 2007 um ein Haar ins BCS-Title Game eingezogen wäre, spielten Granaten wie Aldon Smith, Brad Smith (der Wildcat-Smith der Jets und Bills, ein sagenhafter College-QB), Sean Weatherspoon, Ziggy Hood, Sheldon Richardson oder Blaine Gabbert (vergiss dabei mal seine NFL-Entwicklung) an dieser Uni.

Diesmal ist der Skill Player-Corp die bestbesetzte Uni. WR #15 Dorial Green-Beckham war in der Recruiting-Saison 2011/12 der am höchsten bewertete Highschool-Footballer landesweit. Seiner Pressekonferenz zur Verkündung der glücklichen Uni spendierte ich einst einen eigenen kurzen Blogeintrag. In den eineinhalb Spielzeiten seither entwickelte sich „DGB“ gut, aber nicht überragend; andere Leute im WR-Corp gelten als noch besser.

QB bei Mizzou ist seit einigen Jahren der etwas blässliche James Franklin Quarterback; nach dessen Verletzung wurde einfach der nächste Scrambler eingewechselt, Maty Mauk, eine komplette Unbekannte, und Mauk lieferte seither sensationelle Performances gegen die Abwehrbollwerke von Georgia und Florida ab. Pinkel hat da eine großartig besetzte Offense beisammen.

Wie wird sie gegen die nicht minder großartige Gamecocks-Defense aussehen? Wie wird die Offense gegen den ultimativen gegnerischen DE #7 Jadeveon Clowney eingestellt werden? Haut Pinkel die Eier, mehr als eine Handvoll Plays über Clowneys Seite laufen zu lassen, oder folgt er der Blaupause anderer Coaches, die schlicht und einfach die Mehrzahl der Plays in die Clowney-freie Zone ansagten?

Kansas Jayhawks – #8 Baylor Bears

1h

Bei Kansas Jayhawks gegen #8 Baylor Bears (auch 1h MESZ) gibt es die letzte Chance für Baylor, sich gegen einen „eineinhalbt-klassigen“ Gegner einzuspielen auf die höheren Aufgaben aus der Big 12 Conference, die im November in Form von Oklahoma, Texas, Texas Tech oder TCU kommen werden. Wenn Baylor Bears 6-0 sind, ist man immer gerne skeptisch und schielt verstohlen auf den Schedule, und man sieht dann für dieses Jahr noch keinen echten ernst zu nehmenden Gegner.

Aber, meien Herren: Was die Jungs von Head Coach Art Briles da an Offense-Zahlen auf das Parkett zaubern, habe ich in den letzten Jahren noch nichtmal von Oregon, Oklahoma State oder West Virginia gesehen; das ist selbst gemessen für diesen Schedule nichts anderes als atemberaubend. Dass Baylor die krasseste Spread-Offense ever spielt, habe ich schon im Sommer geschrieben. Dass Baylor aber in einer Beständigkeit das Yardage-Duell mit roundabout 700 zu 150 Yards Offense gewinnt: Alle Achtung.

#25 Oregon State Beavers – #6 Stanford Cardinal

3h30 (Winterzeit!)

Ab 4h15 gibt es noch ein wichtiges Divisionsduell aus der Pac-12 Conference: #25 Oregon State Beavers gegen #7 Stanford Cardinal. Oregon State kam mit einer Pleite gegen ein FCS-Team (Eastern Washington?) desaströs in die Saison, aber seither sind die Jungs von HC Mike Riley durchaus beachtlich in Fahrt gekommen. Stanford auf der anderen Seite muss nach der Pleite bei Utah vor zwei Wochen unbedingt eine weitere Niederlage vermeiden, um sich die Chance zu erhalten, im November die Oregon Ducks eventuell doch noch per Auswärtssieg abzufangen.

NFL Notizblock, Week 8: TNF Carolina Panthers @ Tampa Bay Buccaneers

Die Lage der Tampa Bay Buccaneers (0-6) hat korsakoff gestern bereits in der Vorschau ausführlich beleuchtet. Die Lage ist hoffnungslos und alle warten nur noch auf die Implosion. Damit waren die Carolina Panthers (3-3) in einer undankbaren Lage: sie mußten überzeugend gewinnen, andererseits wären sie bis Sonntag die Trottel vom Dienst gewesen, für die sogar ein sinkendes Schiff eine zu große Herausforderung darstellt; Wasser auf die Mühlen derer, die das recht patente Auftreten der Cardiac Cats in den letzten Wochen auf das ihnen zum Fraß vorgeworfene Fallobst schieben.

Aber schon im ersten Viertel hat Carolina deutlich gemacht, wer hier auf dem aufsteigenden und wer auf dem absteigenden Ast ist. Nachdem die Verteidigung Tampa nach drei snaps zum punten zwingt, marschiert der Angriff neun Minuten lang in aller Seelenruhe in die gegnerische Endzone. Was sofort auffiel, war die Kreativität Mike Shulas. Ich nörgel ja schon seit Jahren an dieser plumpen, ideenlosen pass-first offense rum. Gestern im ersten Drive Carolinas gab es so viele verschiedene Formationen und personnell groupings wie in den letzten drei Jahren und unter Shula und seinem Vorgänger als Offensive Coordinator Rob Chudzinski zusammen.

Stats / Gamebook

Gamebook Panthers@Buccaneers

Was gleichzeitig auffiel, war die Rolle, die Tampas coaching staff Darrelle Revis zugedacht hatte. Zugegeben: er verteidigte und verfolgte immer mal wieder WR Steve Smith in enger Manndeckung über das gesamte Spielfeld. Aber immer mal wieder stand er eben auch als Zonenverteidiger in der/die/das rechten flat (der Raum einige Yards hinter der Anspiellinie) rum und langweilte sich. So kam es auch gleich in der ersten Serie, daß Smith seinen längsten catch der Saison hatte (21 yards). Er lief unbewacht zur Mitte des Feldes, suchte sich ein lauschiges Plätzchen zwischen Linebackers und Safeties, winkte kurz Cam Newton zu und machte das first down – es war ein 3rd&9. Wenn nicht bei einem 3rd&long, wann denn sonst soll Revis Smith ausschalten? Völlig unverständlich. Zumal die anderen WRs, Brandon LaFell und Ted Ginn kaum eine Gefahr darstellen.

Es half natürlich auch nicht, daß Newton ohne blitzes nicht unter Druck gesetzt werden konnte. Aber gerade wenn ich mit meiner front four keinen pass rush bringe, dann kann ich doch keine simple Zonenverteidigung spielen! Es sei denn, ich habe einen Weltklassedeckungsspieler, der eine Sonderaufgabe bekommt und – äh, nee, das hatten wir ja gerade schon.

Die Bucs mit ihrem Milchbubi-QB Mike Glennon versuchten händeringend irgendwie im Spiel zu bleiben. Teilweise war das run blocking ganz gut, und manchmal machten Vincent Jackson oder Tiquan „Hightop“ Underwood starke Fänge, aber dann lagen sie eben schnell mit 14-3 hinten. Glennon spielte den typischen Rookie: viele Würfe weit daneben (meist zu hoch); zwei fumbled snaps (beide aber recovered, sonst wär das ein richtig häßlicher Abend geworden); und manchmal auch ein guter Wurf, bei dem er sein Talent aufblitzen läßt.

Den Touchdown zum besagten 14-3 machte RB DeAngelo Williams mit einem Lauf über 12 Yards und wie bereits vorher im selben Drive bei einem Lauf von Mike Tolbert über 24 Yards zeichneten sich LaFell und Ginn als gute blockers aus und Tampas Verteidiger durch missed tackles und bad angles. Auch Newton sammelte bei seinen scrambles fleißig Meilen. Die Drei zusammen benötigten in Q1&2 nur 11 Läufe für 75 Yards. So kann man mit vier Absätzen die erste Halbzeit (14-6 Carolina) zusammenfassen – danach passierte nichts mehr.

Tampas Offense machte im dritten Viertel ein First Down; Freaking´Ron Rivera läßt natürlich wieder einen 4th Down ausspielen – RIVERA!  because that´s just what he does, folks!  – und beim Stand von 21-6 fumblet ein gewisser Herr Page einen Punt und das Spiel ist vorbei.

Am interessantesten wird in den nächsten Wochen sein, wie Carolinas Angriff sich präsentiert, wenn sie mal unter Druck stehen, unbedingt Punkte machen zu müssen. In den letzten drei Wochen waren die Panthers von Anfang an in Führung und konnten dank ihrer Verteidigung auch ganz ruhig und unaufgeregt spielen. Wie entwickelt sich das playcalling, wenn Not am Mann ist;, wie reagiert Newton (der auch gestern wieder wirklich cool, calm and collected war) auf einen Rückstand, auf eine eklige aggressive Defense – sie werden in den nächsten Wochen wahrscheinlich oftmals auf diese Fragen Antworten finden müssen: vs Falcons; @49ers; vs Patriots (MNF); @Dolphins; Ruhepause gegen Bucs; @Saints; vs Jets; vs Saints; @Falcons. Ohne großen Sieg gegen ein großes Team bisher und mit diesem schedule sind die Panthers immer noch borderline Playoff-Kaliber und nicht mehr.

Jacksonville Jaguars vor ihrer Wembley-Premiere

Um einen potenziell ausufernen Einleitungsabsatz kurz und knackig zu halten: Am Sonntag findet das zweite Saisonspiel er NFL-International Series statt. Mit dabei sind diesmal die San Francisco 49ers (waren schon 2010 eingeladen) und das designierte Heimteam für NFL-Wembley, die Jacksonville Jaguars. Zu denen gleich mehr. Es ist die London-Premiere der Jaguars. Aufzupassen ist wie immer Ende Oktober auf die Kickoffzeit: Diese ist 17h Ortszeit oder 18h MEZ, da die Vereinigten Staaten wie immer ihre Zeitumstellung auf Winterzeit nicht schon morgen Nacht, sondern erst nächste Woche vornehmen.

Nein, ich werde nicht vor Ort dabei sein, und nein, ich bin diesmal auch nicht „einfach so“ in London. NFL-Wembley gibt es für mich wieder vom Arbeitszimmer aus, aber ich weiß von einigen Lesern, dass sie dort sein werden. Wer Fotomaterial oder einen kurzen Erlebnisbericht beisteuern will, möge mir entsprechende Unterlagen in textlicher oder bildlicher Form zukommen lassen (eMail Adresse ist im Impressum zu finden). Ich werde es gerne veröffentlichen, wenn gewünscht.


Zustand der International Series

Schon letztes Jahr erörterte ich den Zustand der NFL-International Series und insbesondere auch der für vier Jahre zum Heimteam deklarierten Jacksonville Jaguars. Seither wurde bekannt, dass ab 2014 noch ein drittes Wembley-Spiel installiert wird, was mich verblüffte, da die NFL jahrelang ergebnislos versuchte, ein zweites Europaspiel zu implementieren, ehe es nun innerhalb kürzester Zeit gar zu einem dritten kommt. Man muss wissen, dass für das UK-Territorium Wembley seit Jahren die Exklusivrechte auf die NFL-Spiele besitzt, und es hatte lange den Anschein, als dass weder London/Wembley, noch irgendeine andere Stadt innerhalb oder außerhalb des UK bereit war, die finanziellen Forderungen auf das Heimspielrecht (die nicht gering sind), zu erfüllen.

Mir ist nicht bekannt, ob die NFL sich den Wembley-Spaß mittlerweile aus eventuell strategischen Gründen weniger fürstlich entlohnen lässt und wenn ja, warum, oder ob Wembley auf der Suche nach Auslastung (oder aus anderen Motiven) mehr Geld in die Hand nimmt, um eine bis dato noch immer ausverkaufte Veranstaltung weiter auszubauen. Werden die Grenzen von „NFL in Europa“ ausgelotet? Verfolgt die eine (NFL) oder andere (Wembley) Partei damit wirklich längerfristige Ideen mit Blick auf eine zukünftige NFL-Franchise in London? Fragen, auf die ich keine Antwort liefern kann.

London Jaguars

Meine Überraschung zum Thema „Jaguars und London“ habe ich schon vor fast genau einem Jahr kundgetan. Meine Einstellung Richtung der neuen Besitzerfamilie Khan hat sich seither entwickelt, und das zum Positiven: Ich halte Khan für einen ambitionierten Owner, der viele Bausteine bewegt hat, um die kleinste und anonymste NFL-Franchise auf Vordermann zu bringen. Nicht nur, dass sich die Auslastungsproblematik bei Heimspielen verbessert hat: Senior Shadid Khan hat mittlerweile eine neues Front-Office unter der Aufsicht seines Sohnes installiert, einen neuen General Manager im ambitionierten David Caldwell, der aus dem Hause der Atlanta Falcons kommt, und einen Trainerstab um Gus Bradley.

Freilich fruchtet das noch nicht in einem sportlich brauchbaren Produkt, das zweifellos dringend notwendig ist, um die Jaguars auch als „Marke“ in London und Europa zu implementieren bzw. zu platzieren. Schlimmer: Die Jaguars 2013 sind auf dem Weg, die schlechteste Saison ihrer Franchise-Geschichte (2012 mit 2-14) nochmal zu unterbieten.

Bei aller guten Grundlagenarbeit, die Khan in den nunmehr fast zwei Jahren seit Besitzübernahme der Franchise gemacht hat, sind leblose 2-14 oder 1-15 Saisons für schnelle Fanbindung nicht gut. Denn der gemeine Fan will für einen Sieger jubeln, und nicht einen Loser.

Jacksonville Jaguars 2013

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sieben Spiele, sieben Niederlagen. Schlechteste Punktausbeute in der Offense (76 in sieben Spielen). Zweitschlechteste Punktausbeute in der Defense (222 in sieben Spielen). Pythagoreische Erwartung von 1.1 (!) Spielen – das gab so noch nichtmal 2008 bei den Lions. Platzierung im Power-Ranking: 32. Dazu ein Kader, aus dem man selbst mit etwas Wohlwollen nur RB Jones-Drew und LB Poluszny als sowas ähnliches wie „Stars“ herauspicken kann. Mal ehrlich: Der momentane Kader der Jaguars ist so schwach wie gesichtslos. Da kann ein Trainerstab eben nur Begrenztes herausholen, selbst wenn das bedeutet, dass meine Ankündigung von Saisonbeginn, Jacksonville werde „deutlich mehr“ als zwei Saisonsiege holen, mittlerweile zu hoch gegriffen klingt.

Die Defense ist dabei noch das kleinere Übel, auch wenn diese am Sonntag gegen San Diego die bisher schlechteste Saisonleistung zeigte und absolut kein Land gegen den „underneath“-Stuff der Chargers sah. Ein Hoffnungsträger ist Poluszny. Die anderen der zukunftsträchtigeren Spieler sind im Defensive Backfield aufgestellt: FS Jonathan Cyprien gefällt mir ungemein mit seiner Dynamik, und manch einer sieht auch im 6th-Rounder SS Josh Evans einen echten Hoffnungsträger. Nun ist eine Defense, die auf ILB und Safety gut, im Rest schwach besetzt ist, nie die Vertrauen erweckendste, aber immerhin: Es sind einige Bausteine für Bradley vorhanden.

Viele der Probleme bei den Jaguars kann man wie so oft in der NFL an der QB-Position festmachen: Der 2011 gedraftete Blaine Gabbert ist aufgegeben und wird mit quasi 100%iger Sicherheit kein Franchise-QB mehr. Backup Chad Henne ist nur marginal besser und mittlerweile auch von mir als einem der wenigen verbliebenen Henne-Gläubigen als Hoffnungsträger abgeschrieben. Mit solchen Quarterbacks geht in der NFL nix.

Jacksonville Jaguars 2014

Das Gute: Im Draft 2014 hat man etliche Optionen, einen guten Quarterback an Land zu ziehen, vom aus Florida stammenden Terry Bridgewater über exotischere Männer wie Mariota, Carr, Boyd, Hundley oder Manziel. Fix ist: Jacksonville wird einen Quarterback draften, und wenn sie den richtigen erwischen, kann es in der NFL innerhalb von 2-3 Jahren schnell mal steil nach oben gehen.

Die Offense Line muss dafür sicher eine zweite Priorität bekommen: Den Left Tackle hat man in Luke Joeckel bereits heuer gedraftet, bloß sitzt der momentan auf der Injuried Reserve Liste. Der Rest der Line ist eine Katastrophe.

Hinter RB Jones-Drew gibt es keine Tiefe im Backfield, aber ich sehe durchaus Potenzial im Corp der Ballfänger: Justin Blackmon mag ein charakterlicher Problemfall sein, aber den lass mal mit einem echten QB spielen. TE Marcedes Lewis gehört zu den überbezahltesten Spielern, aber ein Mittelklasse-TE ist er trotzdem, und als solcher sicher brauchbar. Und in der „Irrwisch-Kategorie“ haben wir drei potenzielle Kandidaten:

  • Denard Robinson
  • Ace Sanders. Finde ich bisher… hm. Gut, er war 5th-Rounder. Insofern für 2013 entschuldigt.
  • Mike Brown. Den habe ich am Sonntag zum ersten Mal registriert. Soll ein UDFA von einem kleinen FCS-College sein, der dort QB spielte. Vom ersten Eindruck ist der klar besser als Robinson und Sanders zusammen. Brown ist mit 1.78m zwar per Definition eher Typ Slot-WR, aber gegen San Diego spielte er meinen Eindrücken nach vor allem außen. Bei diesem Herrn würde ich abwarten, aber wenn das kein einmaliger Ausrutscher nach oben war, ist das ein potenzieller Sleeper für die nächsten Jahre.

Jacksonville könnte ein weiteres dieser Umbau-Experimente werden, das es sich zu verfolgen lohnt. Ich habe es nach der berühmten sieglosen 2008er-Saison der Detroit Lions mit „meinem“ Lieblingsteam erlebt: Ein radikaler Schnitt hat was, und man ist bei allen hohen Niederlagen, die zu Beginn kommen werden, dankbar, es erlebt zu haben. Jacksonville 2014 ist längst nicht so gut aufgestellt wie Carolina 2011 oder Indianapolis 2012 und Lichtjahre von Kansas City 2013 entfernt, aber Jacksonville 2014 hat ein besseres Fundament als die Lions nach 2008.

Ich erwarte, dass man Bradley selbst im „Worst-Case“ (die unwahrscheinliche, aber nicht mehr ganz auszuschließende 0-16 Saison) behalten wird. Dann würde ich alle Ressourcen in der Offseason rücksichtslos in meine Offense stecken, um dem neuen Franchise-QB eine passable Offense Line und Skill-Players zu geben mit denen er arbeiten und sich entwickeln kann.

Also. So vermurkst die Situation im Moment aussieht: Es rührt sich was. Ich sehe einige Hoffnung am Firmament.

Date am Donnerstag, #8: Tampa Bay Buccaneers – Carolina Panthers Preview

Das heutige Donnerstagnachtspiel (02h30 LIVE bei SPORT1 US) kommt aus der NFC South und bietet mir die Chance, den Scheinwerfer auf die chaotische Situation der Tampa Bay Buccaneers zu richten – jene Buccaneers, die ich zu meinen Superbowl-Favoriten 2013/14 gezählt hatte, und die nach sieben Spieltagen mit 0-6 Bilanz als eine der schlechtesten Mannschaften der Saison am Bodensatz dümpeln.

Mehr noch: Die Buccs sind zur Lachnummer verkommen. Ein in weiten Teilen der Anhängerschaft mittlerweile komplett verhasster und zum Abschuss frei gegebener Head Coach Greg Schiano in seinem heute vielleicht letzten Spiel als Buccs-Trainer. Schiano, ein Grund-Unsympath von Mensch mit einer diffusen Vergangenheit (windige Machenschaften schon bei Rutgers am College), sägte erst QB Josh Freeman bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ab um Freeman auch gleich noch unterschwellig ein Drogenproblem zu unterstellen.

Dieses Durchsickern der Freeman-Problematik könnte Schiano auch unabhängig von der sportlichen Enttäuschung den Strick drehen, denn die NFLPA ermittelt in dieser „Leaking“-Geschichte: ein baldiges Untersuchungsergebnis wird erwartet, und bei für Schiano negativem Report könnte er im Entlassungsfall auch den Anspruch auf Abfindung verlieren. Spitze Zungen behaupten, Tampa warte nur noch das (für Schiano negative) Gutachten in einer NFLPA-Ermittlung ab, um die Millionen zu sparen. Dass Schiano rasiert wird, gilt als fix. Das zeitnah erwartete Untersuchungsergebnis sowie die zehn Tage Pause bis zum nächsten Spiel summieren sich zu einem „idealen“ Zeitpunkt für eine Entlassung.

Sportlich führte sich das Team mit einer Unzahl an Strafen und Penaltys in den ersten Wochen der Saison ein, dass Stänkerer nicht anders konnten als darauf hinzuweisen, dass man von einer Mannschaft, deren Trainerstab selbst die „Victory-Formation“ zum Abknien attackieren lässt, nix besseres erwarten kann. Dass Teams, die sich so verhalten, überhaupt leichter in die Lage kommen, die gegnerische Victory-Formation gegen sich zu sehen. Aber da waren die Pleiten noch knapp, und trotz der Defense-Strafen in erster Linie der anämischen Offense zuzuschreiben.

Aber mittlerweile läuft selbst in der Defense alles aus dem Ruder. Zuletzt in Atlanta trat die eigentlich bärenstark besetzte Defense unabängig von den Strafen auf eine Art und Weise auf, die man im Fußball mit „spielen gegen den Trainer“ umschreibt. Da kommt nix mehr. Dieses Jahr ist abgeschrieben.

Als Memo an mich: Der Trainerstab ist eine extremst wichtige Komponente einer Footballmannschaft. Ein herausragender Trainerstab kann eine mittelmäßige Mannschaft weiter bringen als ein herausragender Kader einen mittelmäßigen Trainerstab. Ich habe das Coaching-Problem in Tampa unterschätzt. Aber einen derartigen Absturz hätte ich auch mit viel Pessimismus niemals sehen kommen.

Das „scheming“-Problem der Buccs lässt sich wunderbar am Einsatzgebiet des CBs #24 Darrelle Revis ablesen: Revis‘ Ruf wie Donnerhall gründet auf seiner Fähigkeit, gegnerische Top-Receiver im 1-vs-1 kaltzustellen, scheißegal, wo der sich an der Anspiellinie aufstellt. Dieses meisterhafte Neutralisieren der besten Waffe des Gegners machte Revis quasi zu einer lebenden Legende.

In Tampa wird der beste Manndecker der Liga in eine Zonendeckung gesteckt, acc. to Greg Cosell. Der muss es wissen. Mehr muss man zur fachlichen Qualität des Trainerstabs nicht sagen.

Was heißt das für die Zukunft der Buccs?

Nicht unbedingt Schlechtes. Kaderqualität ist, wie wir wissen, nicht alles, aber sie ist nichtsdestotrotz eminent wichtig. Und Tampa Bay hat von der personellen Besetzung einen der 4-5 besten der Liga, wenn wir die QB-Position rausrechnen. Fast alle Schlüsselpositionen (außer QB) sind mit jungen Weltklassespielern besetzt, von denen niemand besorgnis errgend teure Verträge besitzt: RB mit Doug Martin (2013 allerdings out for the season), OT mit Penn, OG mit Nicks und Joseph, WR mit Jackson und Williams, DT mit McCoy, DE mit Clayborn und mit Abstrichen Bowers, LB mit Lavonte David, Secondary mit Revis und Barron. Mal ehrlich: Seattle hat vielleicht noch einen breiteren Kader, San Francisco ist in der Spitze vielleicht etwas besser besetzt, aber sonst?

Der neue Trainerstab findet 2014 für NFL-Verhältnisse paradiesische Zustände vor, und hat zu allem „Überfluss“ noch das Glück, aus einer breit besetzten QB-Klasse den neuen Franchise-QB auszuwählen. Dass der diesjährige third rounder Mike Glennon nicht des Rätsels Lösung ist, dürfte klar sein. Glennon kann einem in dieser Situation schon etwas Leid tun, als derjenige, der sich dem Spott auf dem Feld ausgesetzt sieht.

Für dieses Jahr ist Tampa abzuschreiben. Vielleicht geht es nach Schianos Rauswurf Richtung Mitte, und Tampa schließt mit einer 5-5 Serie oder so das Jahr ab.


Wie schnell ein neuer Franchise-QB einer Franchise nicht bloß ein neues Image, sondern auch sportliche Perspektive geben kann, zeigt der heutige Gegner. Dort wurde 2011 Cameron Newton mit dem Top-Pick geholt, und quasi über Nacht war eine leblose Franchise wieder ein Contender. Ich verhehle nicht, dass ich Newtons Einberufung damals gelinde gesagt skeptisch gesehen habe, aber ich habe meine Meinung geändert: Newton ist ein Volltreffer. Vielleicht kein Luck oder RG3, aber er macht mit schlechterem Supporting-Cast ähnlich vieles.

Deswegen, und wegen der monströsen Panthers-Front 7, ist Carolina in diesem Spiel zu favorisieren.

NFL-Power Ranking 2013, Week 7

Kein Kopf für eine ausführliche Einleitung, daher sofort der Einstieg ins Ranking. Das gibt es nach dem Sprung.

NFL-Power Ranking 2013 nach Woche 7

NFL-Power Ranking 2013 nach Woche 7

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 7.

Statistik-Tabelle

Statistik-Tabelle mit den wichtigsten Input-Variablen.

Statistik-Tabelle mit den wichtigsten Input-Variablen.

Kommentarsektion

Die Philadelphia Eagles bleiben zwar eine Top-5 Offense, aber nach der leblosen Heimpleite gegen die Dallas Cowboys wandern die Jungs von Chip Kelly diese Woche in die Richtung, in die sie der common sense schon lange wandern sieht: Nach unten. An #8 sind sie aber immer noch höher eingestuft, als es ein durchschnittlicher Pundit sehen würde. Es gibt jedoch gute Nachrichten für die Iggles: QB Michael Vick wird demnächst wieder übernehmen. Backup Nick Foles zeigte in den letzten Spielen in etwa das, was man sich von Foles schon immer erwartet hatte: Er ist ein Backup. Yup, du kannste Foles zwischendurch 2-3 Spiele einsetzen und er wird dir nicht zwingend alle drei verlieren, aber so recht bauen willst du auf ihn als Franchise-QB nicht. Vick ist alles andere als kritikfrei, aber qua Gefährlichkeit ist Vick zwei Stufen über Foles anzusiedeln.

Die Carolina Panthers grooven sich zurück in die Top-10! Die Jungs von Ron Rivera, letztes Jahr der große Ausreißer mit verheerender Siegbilanz trotz starker Effizienz-Stats, hatten in den letzten beiden Wochen gegen zugegeben suspekte Gegner sehr gute Offensivleistungen, und stellen mittlerweile mit 6.3 NY/A einen haargenau durchschnittlichen NFL-Passangriff. Die Lauf-Offense ist mit 45% Success-Rate auch dort, wo man ein teuerstes Backfield der Liga erwarten würde: An #4. Heimlicher Star der Panthers ist die kollektive Pass-Defense, wo eine wuchtige Front-Seven ein schwach besetztes Defensive Backfield zu kaschieren scheint: Carolina gibt, ohne von den Aufstellungen her alles auf Pass-Defense auszurichten, nur 5.8 NY/A auf – gegen bislang eher durchschnittliche Gegner zwar, aber trotzdem. Am Donnerstag geht es gegen die zweitschlechteste Passoffense von Tampa Bay. Ich schaue schon weiter, freue mich wie Bolle auf das Panther-Duell mit den New Orleans Saints. Ach, und übrigens: Carolina ist dank hervorragendem Punktverhältnis das drittbeste Team in der Pythagoreischen Erwartung, hinter Chiefs und Seahawks.

Das einzige verbliebene ungeschlagene Team, die Kansas City Chiefs (7-0), dürfte in sämtlichen konventionellen Power-Rankings einen der ersten zwei bis drei Plätze belegen. Vielleicht nicht nur dort: Nach Pythagorean sind sie momentan ein Team, das im Schnitt 13.6 Spiele gewinnt und somit die #1. Bei mir sind die Chiefs auf #11. Sie haben zwar die mit Abstand beste Pass-Defense (4.8 NY/A), aber der Angriff ist echt mau. Dank der bärenstarken Defense können sich die Chiefs eine risikolose Offense erlauben, aber das geht nicht ewig so weiter, dass Kansas City gefühlte dreiundneunzig Prozent der Plays über RB Jamaal Charles via Ballübergabe oder Checkdown ausspielen. Der erste Gegner, der den Chiefs zehn oder mehr Punkte im ersten Viertel einschenkt, wird dieses Team schlagen. Der Chiefs-Schedule wird besser werden (u.a. kommen mit San Diego und 2x Denver im November echte Passoffenses des Weges), es wird eine Zeit kommen, in der sich der eine oder andere wichtigere Spieler weh tun wird (Chiefs sind bislang das gesündeste Team der Liga), und ich glaube nicht, dass die Chiefs deutlich besser als 11-5 oder 12-4 abschneiden werden. Das klingt alles negativer als es wahrscheinlich ist: Kansas war letztes Jahr 2-14 und das schlechteste Team der Liga. Ich hatte sie als Playoffkandidat eingetragen, aber einen 7-0 Start hatte ich bei allem Optimismus nicht erwartet.

Absturz der Detroit Lions, die auf #13 abfallen, obwohl man mit den Cincinnati Bengals einer gemeinhin als sehr gut eingestuften Mannschaft auf Augenhöhe begegnete, und nur aufgrund von Haarspaltereien in allerletzter Sekunde verlor. Das Power-Ranking bestraft die Lions aber mittlerweile in vielerlei Hinsicht:

  • Die Pass-Offense ist mit 6.9 NY/A nur noch die #10 der Liga. Das deckt sich mit den Beobachtungen: Enorm viele Incompletions, und wenn nicht gerade Calvin Johnson in Dreifachdeckung die Äpfel von den Bäumen klaubt, ist der Angriff unkonstant „at best“. Was QB Stafford bislang herausreißt: Die extrem niedrige INT-Quote, 1.4% ist viertbester Ligawert. Es ist aber nicht alles schlecht: Der WR-Corp wird immer fitter, Johnson ist wieder gesund, und wenn diese knapp überworfenen Bälle gegen eine geschlagene Secondary mal doch irgendwie gefangen werden, ist Detroit immer in der Lage, auch die Liga-Elite zu schlagen.
  • Das Laufspiel ist mit 38% nur das die #20. Wer DET-CIN sah, der kann erahnen, warum: OffCoord Linehan ließ die 1st-Downs gleich in Dutzenden in Form eines Handoffs über die Spielfeldmitte ausspielen – ein einziger produzierte einen Erfolg. Einer aus gefühlt 20. Nun waren die Bengals vor allem darauf aus, das Laufspiel zu stoppen, verständlich bei dieser Spielzugansage. Ich erwartete für zirka zweieinhalb Stunden einen Play-Action Spielzug der Lions im ersten Down; er kam nicht. Warum nicht? Linehan hat offenbar ein anderes Spiel als ich gesehen.
  • Die Pass-Defense ist mit 6.9 NY/A auch nur mehr die #26. Auch hier decken sich Augentest und Statistik. Es ist nicht mal so sehr das dürftig besetzte Backfield auf Cornerback; es war zumindest gegen Cincinnati mehr die Mitteldistanz: Man fand gegen TE Gresham und TE Eifert kein Mittel. Dieser underneath-Stuff killte die Lions, selbst gegen einen Durchschnitts-QB wie Dalton. Das ist besorgnis errgend. Positiv: Viel bessere Offensive Lines als Cincinnati werden nimmer kommen, und selbst gegen diese hatten Suh und Co. halbwegs guten Rabatz gemacht. Was leicht gen Mitte wandern wird: Die INT-Quote. Die Lions fangen mit 3.7 INTs auf 100 Pässe überdurchschnittlich viele Pässe bisher ab.

Detroit am Sonntag gegen die passgewaltigen Dallas Cowboys: Riecht nach einem eher schlechten Matchup. Danach Bye-Week und am 9.11. geht es gegen Cutler-lose Bears (Cutler fällt 4-6 Wochen aus) in einem extrem wichtigen Spiel, in dem Detroit (4-3) einen lebenswichtigen zweiten Sieg gegen Chicago (momentan auch 4-3) einfahren und damit quasi zwei Spiele Vorsprung herausschießen kann.

Der größte Sprung der Woche gehört den Washington Redskins, die von 26 auf 16 hüpfen und in Chicago den zweiten Saisonsieg einfuhren. OK, man durfte eine Halbzeit lang gegen den Backup-QB der Bears spielen, aber man hatte auch Cutler ganz gut im Griff. Sehr positiv ist vor allem die ansteigende Formkurve der Offense, wo RG3 jede Woche besser aussieht. Ein fitter RG3, eine nur leicht verbesserte Pass-Defense, und wir müssen die Skins (2-4) wieder im Auge behalten: Der Rückstand auf die Divisionsspitze ist derzeit nur 1.5 Spiele. Der Schedule war der bislang drittschwerste, auch der wird etwas einfacher werden: Also, schreibt mir die Skins noch nicht ab.

Bei den Pittsburgh Steelers freut mich, dass sie sich in die Saison zurückbeißen. Ich hatte Roethlisberger und Co. für eine der unglücklichsten Mannschaften der ersten Wochen gehalten. Das Laufspiel ist mit 34% zwar weiterhin das drittschlechteste der Liga, aber wenn man sich den #26 LeVeon Bell so ansieht, dann möchte man fast glauben, es wird demnächst besser. Bell ist allein vom Bewegungsablauf nicht mehr wiederzuerkennen mit dem Mann, der vor eineinhalb Jahren über die Boise State Broncos drüberwalzte: Das ist mittlerweile ein richtig fluider Back geworden. Knackpunkt bei den Steelers weiterhin: Sie fangen keine INTs ab. Die einst beste Passverteidigung der Liga rangiert bei lauen 1.1% INT-Quote an vorletzter Stelle der Liga. Lass Polamalu mal die Butterfinger ablegen, und Pittsburgh wird ins Wildcard-Rennen noch einmal eingreifen.

Bei den Cleveland Browns wird es Zeit, QB Weeden abzusägen: Die Pass-Offense ist mit 4.9 NY/A mittlerweile die schlechteste der Liga und nur noch minimal über Tebow-Zone. Es wäre ja nicht so, dass die Browns gegen echte Granaten gespielt hätten: Buffalo, Detroit oder Green Bay waren die letzten Gegner, und sie alle hatten eher suspekte Secondarys, und konnten dank der Browns-Schwäche ihre Effizienz-Stats in der Pass-Defense aufbolstern. Alles andere an den Browns ist heavy. Wenn GM Lombardi im April den richtigen Quarterback aus der Lostrommel zieht, steht eine goldene Ära in Cleveland bevor…

Award Section

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe
  • Offense-MVP Watch: P. Manning, Jimmy Graham, LeSean McCoy
  • Defensive-MVP Watch: Poe, J.J. Watt, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Justin Houston
  • Rookie of the Year-Watch: Star Lotulelei, Kiko Alonso, DeAndre Hopkins, Sheldon Richardson
  • Coach of the Year Watch: Chuck Pagano, Andy Reid, Sean Payton

Sieg-Wahrscheinlichkeiten

Letzte Woche eine 10-5 Bilanz für das Power-Ranking. Damit ist es in der korrigierten Version bei mittlerweile 28-16 (.636). Die Tipps für NFL-Woche 7:

HOME                 %   AWAY                  %
Tampa Bay           27   Carolina             63
Detroit             54   Dallas               46
Kansas City         70   Cleveland            30
New England         57   Miami                43
New Orleans         76   Buffalo              24
Philadelphia        73   NY Giants            27
Jacksonville        15   San Francisco        85
Cincinnati          71   NY Jets              29
Oakland             43   Pittsburgh           57
Denver              75   Washington           25
Arizona             46   Atlanta              54
Minnesota           24   Green Bay            76
St Louis            18   Seattle              82

Für das Wembley-Spiel Jacksonville vs San Francisco habe ich neutralen Boden angenommen. Aber auch mit Heimvorteil würde Jacksonvilles Siegchance nur auf 19% ansteigen. Das zweitklarste Matchup ist das Monday Night Game, wo die Rams nun auch noch auf QB Sam Bradford werden verzichten müssen. Die 82% Siegchance für die Seahawks könnten da noch zu niedrig gegriffen sein.

New England spielt schon wieder in einem Divisionsspiel gegen einen auf neutralem Boden fast identischen Gegner; diesmal haben die Pats Heimvorteil und sind damit nicht 57%-Außenseiter, sondern 57%-Favorit. Detroit ist auch nur dank Heimspiel-Bonus favorisiert.

Ansonsten diesmal viele eher deutliche Matchups – zumindest auf dem Papier.

Akademische Viertelstunde nach der Rückkehr der Giganten

Kollegin Seminole ist noch immer berauscht vom Kantersieg „ihrer“ Florida State Seminoles beim Schlager der Woche in Clemson (ein 51-14 Sieg), durch den die Noles auf #3 in der Erstausgabe der BCS-Rankings 2013 vorrückten. So berauscht, dass die Akademische Viertelstunde heute ausnahmsweise von mir geschrieben wird.

Recap: Clemson Tigers – Florida State Seminoles

Clemsons Fans wollten einen neuen Rekord für Lautstärke in Footballstadien aufstellen, aber das Death Valley war schon zur Halbzeit selbiges: Tot. FSU führte zur Pause unangefochten 27-7, und nur dank eines späten Touchdowns konnte Clemson das Endergebnis kurz vor Schluss mit 51-14 ein Tüpfelchen erträglicher gestalten. Der Blowout fühlte sich wie ein Klassenunterschied an. Die Tigers wurden gekillt.

Wie schrieb Andy Staples von Sports Illustrated so schön?

An entire generation of college football fans has come of age with no recollection of when Florida State was the baddest team in the universe, when Sanders and Charlie Ward and Warrick Dunn and Peter Warrick and Peter Boulware steamrolled nearly every team they played. It has been 13 years since the Seminoles finished a season ranked in the top five of the AP Poll. Within the ACC, the fear of Florida State dissipated with each random loss to NC State or Wake Forest. People forgot how thoroughly a fully realized Florida State team can destroy a quality opponent. On Saturday, when Florida State receiver Rashad Greene put a finger to his lips when he reached the terminus of a 72-yard second-quarter touchdown pass and the Clemson crowd complied with silence, the memories came flooding back.

Quelle: FSU looks like dominant ‚Noles teams of past in rout of Clemson, Andy Staples|SI.com.

Was bleibt vom Spiel? Ein sensationeller QB #5 Jameis Winston, der nicht nur großartige Stats lieferte, sondern vor in der Königsdisziplin brillierte: Unter Druck. Clemson-DefCoord Venables war schon in Oklahoma für fröhliches Blitzen bekannt und blitzte auch Winston munter, aber Winston verbrannte jeden einzelnen Blitz. Das war eine der besten Vorstellungen, die ich von einem College-QB bisher gesehen habe. Und Winston ist erst Freshman. Scary, scary shit.

Es war nicht nur der künftige Top-Draftpick Winston (444 Passyards) in der Offense: TE O’Leary und WR Greene jeweils mit über 150yds und krassen Yards-nach-dem-Catch Läufen, aber den Catch des Tages hatte mit Kelvin Benjamin ein anderer. Benjamin scorte den ersten TD auf spektakuläre Weise im Eck am Pylon. Dass der Catch in der NFL nicht gezählt hätte, spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Die FSU-Defense war beeindruckend, hielt den hoch gehandelten QB Tajh Boyd bei 17/37 komplettierten Pässen und praktisch null downfield-Passspiel. Gefühlt ging nicht ein einziger Ball über 20yds. Überragender Mann war ein Altbekannter, und ich muss schon wieder in Lobeshymnen verfallen bei einem Mann, den ich für schlicht nicht genügend gewertschätzt halte: Defensive Back-Allrounder #20 Lamarcus Joyner war der Schlüsselspieler, nicht nur wegen der beiden früh forcierten Fumbles, die den Blowout einleiteten und wegen der INT später. Joyner wird praktisch nie als potenziell hoher Draftpick genannt. Das verstehe, wer will. Ich verehre Joyner seit Jahren abgöttisch, und weiß nicht wie oft ich das auf diesem Blog geschrieben habe: Das ist einer der besten Verteidiger, die ich im College-Football kenne. Flexibel, vielseitig, pfeilschnell. Was ist das Problem bei Joyner? Sein Zwergenwuchs?

Jedenfalls hat FSU die erste richtig schwere Aufgabe der Saison mit Bravour gelöst. Es gibt noch große Gegner im Schedule: Die Miami Hurricanes werden am 2. November empfangen, und am 30.11. muss man zu den Florida Gators nach Gainesville fahren – tja, und dann kommt wohl noch das ACC-Finale, wo man erneut Miami/FL vorgesetzt bekommen könnte.

Ein gefährlicher Gegner für FSU ist FSU selbst: Unter Jimbo Fisher vergeigten die Noles noch in jeder Saison ein Spiel gegen einen Kleinen. Den Statement-Sieg haben sie eingefahren. Nun wird es wichtig, gegen die „Jausengegner“ nicht nachzulassen. Nächste Woche kommt NC State. Gegen die verloren die Seminoles letztes Jahr.

Upsets, soweit das Auge reicht

Die Favoriten fielen wie die Fliegen: Fünf Teams aus den Top-10 kassierten Pleiten, insgesamt 8 Pleiten gerankter Teams gegen niedriger eingestufte Gegner. Gehen wir mal die Liste durch (die Nummern in diesem Abschnitt stehen für die AP-Rankings vor Woche 7):

  • #3 Clemson mit besagter 14-51 Klatsche gegen #5 FSU.
  • #6 LSU in letzter Sekunde 24-27 gegen Ole Miss verloren. QB Mettenberger mit 3 INT, und Ole Miss zeigte das, was man von Ole Miss vor der Saison erwartet hatte: Noch nicht gut genug, um eine ganze Saison auf Topniveau durchzuspielen, aber durchaus mit genügend individueller Klasse um ein Topteam an einem guten Tag zu schlagen. Tja, und mit einem fehlerlosen QB Bo Wallace. Das reichte, um per Last-Second Field Goal zu gewinnen.
  • #7 Texas A&M verliert 41-45 gegen Auburn. QB Manziel zwar mit erneut über 500 Total-Yards by himself, aber mit 2 Turnovers und am Ende sogar ausgeknockt. Auburn mit 60 (!) Laufspielzügen und 379 Laufyards und einem RB Tre Mason in Weltklasseform. Ich habe Auburn dieses Jahr noch nie komplett gesehen, aber mehrmals teilweise: Gus Malzahns Jungs sind nicht fehlerfrei, aber sie sind potenziell gut genug, um uns eine eventuell spannende „Iron Bowl“ Ende November gegen Alabama zu bescheren. Auf alle Fälle ist Auburn 6-1 und damit bereits bei doppelt so vielen Siegen wie in der kompletten letzten Saison.
  • #8 Louisville kassierte schon am Freitag eine 38-35 Heimpleite gegen den einzigen halbwegs nennenswerten Gegner im Schedule, Central Florida.
  • #9 UCLA verliert in Stanford 10-24. Dritte Niederlage für UCLA innerhalb von elf Monaten gegen #13 Stanford. Stanfords Pass-Defense machte den Unterschied, hielt den NFL-kompatiblen QB Brett Hundley bei 4.9 NY/A. Ich kann das Duell Stanford @ Oregon nicht erwarten: Da trifft eine der besten Offenses auf die vielleicht beste Defense im College-Football. Bei Stanford ist mir einzig die Offense in manchen Momenten zu pathetisch. UCLA kriegt nächste Woche auswärts das heftigste Los der Saison: @Oregon.
  • #11 South Carolina mit einer 21-23 Pleite in Tennessee dank Field Goal mit auslaufender Uhr. Ich habe das Spiel nicht zur Gänze gesehen, aber der Grund, weswegen die Gamecocks die Partie verloren haben, dürfte in den 2 Turnovers liegen. South Carolina ansonsten in allen statistischen Kategorien etwas besser als Tennessee. QB Shaw wurde ausgeknockt. Für Tennessee natürlich ein geiler, geiler Tag, der erste „Statement-Sieg“ der Ära Butch Jones; die Vols kommen immer besser in Schwung: Teil 1 des brutalen Schedules wurde noch verschissen (u.a. der Abschuss gegen Oregon), aber zuletzt Georgia in die Overtime getrieben und nun South Carolina geschlagen – aller Ehren wert! Bei den Gamecocks spielt übrigens wieder DE Jadeveon Clowney mit, den manche schon abschreiben wollten. Bullshit. Das ist der beste Abwehrspieler nach Suh (und noch klar vor Lamarcus Joyner), den ich im College-Football jemals gesehen habe. Clowney hatte dann zur Krönung auch mal wieder so einen Hit, der in den Highlight-Reels rauf und runter genudelt werden kann.
  • #14 Mizzou#22 Florida (Endergebnis 36-17 pro Mizzou) ist technisch gesehen kein Upset, aber es fühlt sich wie eines an. Mizzou marschierte mit einem komplett unbekannten Backup-QB Maty Mauk an und fuhr über Florida drüber: 500 Offense-Yards. Florida mit sagenhafte schlechtem Output im Angriff: 151 Yards aus 60 Spielzügen (unter 3yds/Spielzug!). Mizzou bleibt ungeschlagen. Das Simple Ranking System sieht Mizzou als eines der drei besten Teams des Jahres.Die Skill-Player in der Offense von Mizzou sind richtige Granaten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass nicht South Carolina, Georgia oder Florida die SEC-East gewinnen, sondern Mizzou? Sicher höher als zu Saisonbeginn angenommen. Und sowohl Georgia als auch Florida haben die Tigers schon geschlagen. Next Up: Mizzou vs South Carolina, nächsten Samstag.
  • Nächste Pleite für #15 Georgia (27-31 gegen Vanderbilt). Bei Georgia schlagen die extrem vielen Verletzungen für die Schlüsselspieler immer böser durch, und auch die Kadertiefe ist längst nicht mehr die, die ein BCS-Anwärter haben sollte. Georiga führte schon mit 13 Punkten, wurde aber in der zweiten Halbzeit komplett platt gemacht. QB Murray nur mit 14/28 für 114yds/1 INT.
  • #20 Washington, bei denen man sich vor zwei Wochen noch fragte, ob sie „for real“ sind, ging böse, böse bei Arizona State unter: 24-53. Washingtons hoch gelobter Angriff mit -5 (!) Rushing-Yards. Sacks zählen im College als Laufyards, aber trotzdem… Arizona State ist übrigens auch so ein Team wie Ole Miss: Zu unkonstant, zu wenig tief besetzt für eine richtig krasse Saison, aber immer für einen Ausreißer nach oben zu haben und deswegen nie zu unterschätzen.

Weitere Favoriten taten sich schwer: #10 Miami/FL kämpfte schon am Donnerstag mit den bisher so enttäuschenden UNC Tar Heels und kam mit einem blauen Auge davon. #17 Texas Tech tat sich schwer gegen das unberechenbare West Virginia. #4 Ohio State mühte sich gegen Iowa.

Da lobt man sich #1 Alabama (52-0 über Arkansas), #2 Oregon (62-14 gegen Washington State) oder #12 Baylor (71-7 gegen Iowa State), die ihre Pflichtaufgaben ohne Pipapo lösten. Zwei Bemerkungen dazu:

  • Das BCS-Rennen vorne wird zum Knüller: Alabama, Oregon, FSU und Ohio State sind ungeschlagen und derzeit „Front-Runner“ (Ohio St vor allem wg. mauem Schedule). Baylor und Mizzou als ungeschlagene Alternativen, deren Hauptproblem die Akzeptanz ist: Man traut diesen kleinen Unis nicht so recht.
  • Nochmal Baylor: Die Bears sind der absolute Hammer. Klar, die Gegner bisher waren keine „Juggernauts“, aber trotzdem: 69-70-70-73-35-71. Keine Lottozahlen ohne Zusatzzahl, sondern die Punktausbeute der Bears-Offense in den ersten sechs Saisonspielen. Oklahoma und Texas kommen noch, aber Baylor empfängt beide zuhause.

Drama für Wisconsin: Die Badgers stehen bei 5-2 und werden in den Rankings zurückgehalten, weil sie ein Spiel gegen Arizona State wegen eines Referee-Aussetzers verloren. Das ist schade. Wisconsin könnte durchaus höher gerankt sein. Wenn man vergleicht, dass Michigan ähnlich gut eingeschätzt wird… Wisconsin würde ich gegen Michigan mit zwei Touchdowns nehmen.

BCS-Rankings, Erstausgabe 2013

Wie setzt sich das BCS-Ranking zusammen? Wie ich schon in den letzten Jahren schrieb, besteht das sagenumwobene BCS-Ranking aus drei Teilen:

  • Coaches Poll von USA Today: Zirka 60 Headcoaches stimmen dort ab. Hauptkritikpunkt ist der Interessenskonflikt der Coaches, die natürlich nur allzu gerne das eigene Team oder Teams aus der eigenen Conference in die Richtung klassieren, die ihnen selbst am meisten hilft.
  • Harris Poll: Ein Retorten-Poll, das 2005 gegründet wurde, weil das AP-Poll aus der BCS austrat. Im Harris-Poll stimmen einige Experten, Altstars und Journalisten ab. Es gab in den letzten Jahren immer wieder Skandälchen, Stichwort Bias und Zuneigung von Votern für Teams aus ihrer Region, und einige der Voter gaben unumwunden zu, den College-Football so genau eigentlich gar nicht zu verfolgen.
  • Computer-Rankings: Die künstliche, pseudoneutrale Ansammlung von 10 Computer-Algorithmen, bei denen jeweils das beste und das schlechteste Ranking jeder Mannschaft eliminiert wird, und daraus ein Durchschnitt kalkuliert wird. Großer Kritikpunkt dieses Rankings: Es darf keine „Margin of Victory“ (Höhe des Sieges) berücksichtigen. Nicht alle Rankings sind (meiner Erinnerung nach) transparent, es konnten bei den wenigen transparenten in den letzten Jahren immer wieder Rechenfehler bzw. falsche Ergebniseingaben (!) nachgewiesen werden. Als „pseudoneutral“ bezeichne ich diese Rankings deswegen, weil ihre Algorithmen im Laufe der Jahre immer weiter angepasst wurden, um den beiden „menschlichen Polls“ möglichst nahe zu kommen – mit all ihren inherenten Befangenheiten.

Jeweils zu gleichen Teilen (ein Drittel) werden diese Rankings für das umfassende BCS-Ranking verwendet. Die #1 spielt im Jänner gegen die #2 im BCS-Championship Game. Notre Dame kriegt eine garantierte Einladung in eine BCS-Bowl, wenn es in den Top-8 klassiert ist. Der beste Champion einer Mid-Major Conference kriegt eine automatische Einladung in eine BCS-Bowl, wenn er an #12 oder besser klassiert ist bzw. zwischen #12 und #16, wobei er in letzterem Szenario auf jeden Fall besser klassiert sein muss als zumindest ein Champion aus einer BCS-Conference.

Generell bleibt festzuhalten, dass die Ranking-Kriterien schwer zu definieren sind: Du musst Sieg/Niederlagen berücksichtigen, ebenso wie Stärke der Gegner; beeindruckende Siege musst du höher einzustufen als knappe usw. Am Ende hat jeder ein ähnliches, aber kein komplett gleiches Bild der Rankings im Kopf.

Sicher ist ein SRS (Simple Ranking System) näher an der „Wahrheit“ als die Pseudo-Computerrankings, die für die BCS-Liste zählen, weil das SRS die Höhe der Siege berücksichtigt, die ihm erst die Vorhersage-Genauigkeit gibt. Aber: Die BCS-Liste soll nicht in die Zukunft schauen, sondern möglichst die „verdientesten“ Finalteilnehmer aussuchen.

War Notre Dame letztes Jahr eines der zwei besten Teams des Landes? Nein, aber das wussten wir alle schon vor dem BCS-Finale. Trotzdem ging die Finaleinladung gefühlt in Ordnung, weil Notre Dame gegen einen respektablen bis schwierigen Schedule ungeschlagen durchkam. Und darum geht es im Sport: Spiele zu gewinnen. Nicht darum, das Torverhältnis (im Football besser: das Punktverhältnis) über 12 Spiele zu optimieren.

Letzteres kann ein Indikator für die „wahre Stärke“ sein; aber im College-Football wird eben nicht immer der stärkste belohnt, sondern eine derjenigen sieben, acht Mannschaften der Saison, von denen man jede nominieren könnte. College-Football würfelt sich in Ermangelung einer besseren Methode aus sieben, acht würdigen Titel-Kalibern zwei glückliche Finalisten aus, die sich den Meister ausspielen.

Ist der Meister immer der beste? Nein, aber auch der Fußball-Weltmeister ist nicht immer die beste Mannschaft der Welt.

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama             7-0    25.8
#2   Florida State       6-0    34.3
#3   Oregon              7-0    28.4
#4   Ohio State          7-0    15.9
#5   Missouri            7-0    23.0
#6   Stanford            6-1    18.7
#7   Miami/FL            6-0    15.0
#8   Baylor              6-0    30.1
#9   Clemson             6-1    16.5
#10  Texas Tech          7-0    12.7
#11  Auburn              6-1    13.8
#12  UCLA                5-1    16.1
#13  Louisiana State     6-2    18.9
#14  Virginia Tech       6-1    10.3
#15  Oklahoma            6-1     8.6
#16  Texas A&M           5-2    14.6
#17  Fresno State        6-0     3.7
#18  Northern Illinois   7-0     4.9
#19  Oklahoma State      5-1    12.7
#20  Louisville          6-1    15.3
#21  South Carolina      5-2    12.9
#22  Michigan            6-1     9.3
#23  Central Florida     5-1    11.1
#24  Nebraska            5-1     7.5
#25  Oregon State        6-1    11.1

Ich gebe zu, ich bin einigermaßen überrascht, dass die Seminoles dank der Computer-Rankings an Oregon vorbeiziehen, nachdem sie in beiden Polls hinter Oregon zurückliegen. Baylor ist in Coaches- und Harris Poll jeweils an #5 klassiert, aber bei den Computer nur an #12, fällt dadurch auf #8 im BCS-Ranking zurück. Allerdings kriegt Baylor noch gute Gegner in Oklahoma und Texas, und damit Möglichkeiten auf einen besseren SOS. Gefühlt würde ich ganz vorne sagen: FSU > Oregon > Alabama.

Von den Mid-Majors haben im Prinzip nur noch Fresno State und Northern Illinois BCS-Busterchancen. Beide haben allerdings schlechte SRS-Werte. Fresno ist mit seinem Punte-Rating von 3.7 über dem durchschnittlichen FBS-Team nichtmal in den Top-50 des SRS gerankt! Wenn die Bulldogs im MWC-Finale noch einmal auf Boise State treffen, wären sie nach SRS selbst mit Heimvorteil Außenseiter!

Nach SRS sind auch andere Teams in diesem BCS-Ranking überbewertet: Miami/FL und Texas Tech gehören zwar ins Ranking, aber nicht in die Top-10. Oklahoma schaut nicht wie ein Big-12 Favorit aus. Fresno und NIU hatten wir. Michigan und Nebraska sind auch eher untere Kategorie. Dagegen ist das nach SRS sechstbeste Team des College-Football, Arizona State (+19.9), nicht in den ersten BCS-Rankings vertreten (Sun Devils sind 5-2).

Spielerstreik bei Grambling State

Zum Abschluss ein Ausflug weg von der Glitzerwelt der FBS, denn auch in der zweiten und dritten Division wird College-Sport betrieben – und folglich ist auch folgende Geschichte College-Football.

Aus der FCS, der zweiten Ebene des College-Footballs: Die Spieler von Grambling State haben am Wochenende gestreikt. Der Grund liegt lt. Associated Press in den horrenden Bedingungen, unter denen die Spieler arbeiten müssen: Da ist von Schimmel in den Facilities die Rede, von verunreinigter Spiel-Ausrüstung, die zu bakteriellen Infekten in Teilen der Mannschaft führte. Die Sportabteilung ist quasi pleite, die Spieler müssen selbst ihre Ausrüstungen bezahlen, und bekommen keinen Schluck Gatorade mehr gratis. Das Fass zum Überlaufen soll dann die Entlassung vom Head Coach Doug Williams (Ehemaliger der Uni, Superbowl-Champ als erster schwarzer Starting-QB mit Washington) letzte Woche gebracht haben.

Grambling State ist keine unbekannte Uni: Als HBCU (historisch gewachsene Uni für Schwarze) spielt man in der SWAC (Southwestern Athletic Conference) mit, einer Conference, die sich nicht an den FCS-Playoffs beteiligt. Vor zwei Jahren stand Grambling State im SWAC-Finale, wurde bei ESPN America gezeigt. Dieses Jahr war man 0-7, und ist jetzt 0-8, da das bestreikte Spiel gegen Jackson State mit 0-1 gewertet wurde – dem Ergebnis, das im Football als einziges neben „1-1“ technisch unmöglich zu erreichen ist, sobald es angestoßen wird.