NFL Notizblock, Week 4: SNF New England Patriots @ Atlanta Falcons

Tom Brady und seine sieben Zwerge (drei Spiele, drei Siege) sind am Sonntag ins Königreich der Falken gefahren, wo die Viererbande um Matt Ryan immer noch jedem das Fürchten lehren kann. Atlanta hat in dieser Spielzeit schon zwei Spiele – wenn auch gegen ziemlich gute Teams – verloren und will sich nicht gleich von den Saints in der NFC South abhängen lassen. Die Gäste im lauten Georgia Dome wurden zur Prime Time geladen und erwarteten ein schönes Spektakel – was sie dann auch bekamen, ein Sunday Night Game wie es im Buche steht.

Da Danny Amendola, Shane Vereen und der Gronk immer fehlen, spielte Brady mal wieder mit folgender Garnitur: die Rookies Kenbrell Thompkins, Aaron Dobson, Josh Boyce plus der alte Hase Julian Edelman als WRs; Stevan Ridley, Brandon Boldin, LaGarette Blount und James Devlin als RB/FBs; und als Highlight mit Zack Sudfeld, Michael Hoomanawanui und Matt Mulligan als Tight Ends. Was für Team!

Stats / Gamebook

Gamebook Patriots@Falcons

Nachdem man darüber wieder mal gelacht oder auch den Kopf geschüttelt hatte, fing Mulligan einen TD. Und auch Thompkins. Und auch Blount machte einen. New Englands Laufspiel ist richtig stark und zum ersten Mal in dieser Spielzeit sah das Paßspiel teilweise so richtig gefährlich aus. (Wobei sich aber immer mehr der Eindruck aufdrängt, daß Brady ein Mü schlechter geworden ist.) Der Angriff läuft immer so vor sich hin und eh man sich versieht, stehen schon wieder 30 Punkte auf der Uhr. Am Sonntag kam ihnen auch zugute, daß einer etatmäßig recht guten Defense unter Mike Nolan mit CB Asante Samuel, LB Sean Weatherspoon und Überallspieler Kroy Biermann drei der wichtigsten Akteure verletzt fehlten. Insgesamt standen verdammt viele junge Spieler auf dem Feld, alleine die Pats hatten 14 Rookies im Kader.

Und wo schon einmal so viele junge Spieler dabei waren, hat Tony Gonzalez sich gedacht, daß es sich ja richtig lohnt, hier und heute eine Lehrstunde abzuhalten. Nach 12 catches und 150 Yards hatten dann Bill Belichick und sein DC Matt Patricia genug von dem Spaß und gaben Jerod Mayo und Jamie Collins den Auftrag, gemeinsam Gonzalez zu verteidigen wie den Gunner eines Punt Teams. Der Tight End wird direkt an der LOS von zwei dicken Typen angegen und bis zum nächsten Pfiff nicht mehr losgelassen: das hab ich so auch noch nie gesehen. Es hat funktioniert.

Überhaupt haben sich rocket scientist Patricia und Darth Vader Belly einige interessante Dinge ausgedacht und während des Spiels auch wieder geändert. Man wird sich nochmal das Tape angucken müssen um das alles zu erkennen, darum hier nur die  auffälligsten.

Belichicks Prämisse ist immer, den gefährlichsten Spieler des Gegners auszuschalten, wie auch immer. Hier hatte er sich offensichtlich WR Julio Jones ausgeguckt. Dieser wurde die ersten drei Viertel über von CB Aquib Talib in Manndeckung genommen, wobei dieser immer auch safety help over the top hatte. In Hälfte Eins kam Jones so nur zu sechs Yards aus zwei gefangenen Bällen. Der deutlich angeschlagene Roddy White hatte in dieser Zeit Alfonzo Dennard gegen sich, wenn er an der Seitenlinie war und in Kyle Arrington einen der besten slot corners der Liga.

Später dann (es muß so irgendwann im dritten Viertel gewesen sein) übernahm Talib ganz alleine White, weil die Pats ihn wohl als Teil einer Doppeldeckung verschwended sahen, Dennard übernahm diesen Part, Arrington klammerte sich an Harry Douglas und Gonzalez bekam das Mayo/Collins-Tag-Team auf den Hals gehetzt. In dieser Konstellation entfaltete sich ein wildes Treiben, nachdem die Pats knapp 10 Minuten vor Schluß zum 27-13 erhöht hatten: erfolgreiche Onside Kicks, Fumbles von Brady, WOW!-catches von Jones, WOW!-Interceptions von Talib, replay system kaputt und Darth Vader darob sehr verärgert, 4th-down-for-overtime und wat nicht alles. So soll Sunday Night Football sein!

Schlußendlich hat ein sehr gute Patriots-Team gegen ein ziemlich gutes Falcons-Team gewonnen. Die Patriots machen den Eindruck, als würden sie sich in nicht allzu ferner Zukunft in eine gefährliche Dampfwalze transformieren. Die jungen skill players werden immer besser, der Gronk und Amendola kommen wieder zurück; die Verteidigung hat eine starke Secondary, eine ganze Handvoll guter Linebackers und wenn sich der werte Herr Chandler Jones mal wieder bequemen würde, sein Talent zu zeigen, auch einen guten Pass Rush. Atlanta steht nun irgendwie dumm da mit vielen Verletzten und drei Niederlagen, aber eine Ryan-Jones-White-Gonzalez-Offense in einer NFC, in der man sich nicht gerade um die Wild Cards zu streiten scheint, wird bis zum Schluß im Rennen bleiben.

9 Kommentare zu “NFL Notizblock, Week 4: SNF New England Patriots @ Atlanta Falcons

  1. Schöne Retrospektive zu einem spannenden und unterhaltsamen SNF-Game.

    EIn paar Anmerkungen meinerseits. Der Gronk wird bald zurück kommen, das stimmt. Es gibt ein Großes ABER dabei: Eine Rücken-OP kann zwar sehr gut verheilen ohne dass langfristige Schäden oder Beeinträchtigungen bleiben, aber das dauert sehr lange. Dwight Howard (der Basketballer) hatte in der Offseason eine ähnliche OP und war zum Saisonstart einsatzbereit. Es hat aber die komplette RS gedauert, bis er wieder annähernd auf dem Level war von vor der Verletzung. Was ich damit sagen will: Gronk kommt zwar zurück, man sollte sich aber nicht wundern, wenn wir in dieser Spielzeit 13/14 nicht den Spieler sehen, den wir kennen. Er braucht einfach Zeit.
    Nebenbei gesagt finde ich es ziemlich seltsam, dass sein Daddy anscheindn so viel zu sagen hat und über seinen Einsatz zu entscheiden hat.

    Vince Wilfork fällt mit Achillessehnenriss aus (natürlich die ganze Saison). Ein mieser RÜckschlag für den eh schon schwächeren Pass Rush.

    ANsonsten waren die Adjustments während des Spiels von BB gut, auch wenn es am Ende noch einmal unnötig spannend war.

    Zu Tom Brady: Ich teile die Einschätzung, dass sein Saisonstart eher schwach war (bzw. schwächer als man den GOAT Brady kennt). Ob das aber daran liegt, dass er – wie im Text – einfach grundsätzlich schwächer sein soll, bezweifel ich zu diesem Zeitpunkt noch. Er hat sich ständig gesteigert in jedem Spiel und evtl. hat er dieses Jahr eine bessere Spätform. In den vergangenen Saisons hatte er sein Pulver sehr früh schon verschossen, so der Anschein.

  2. solange sie weiterhin so durchkommen kann sich der Gronk und auch Amendola ruhig zeitlassen mit der regeneration. Gerade Gronkowski ist seit letzter Saison ein gebranntes Kind evt. zu frühe Rückkehr nach Verletzung angeht…

  3. Der Ausfall von Vince Wilfork wurde durch Joe Vellano eigentlich gut ersetzt.
    Zu Tom Brady;
    Was mir auffällt betrifft die unterschiedliche Präzision der Pass-Würfe.
    T.Brady knallt manchmal wahre „Geschosse & Granaten“ ab auf kurze 10-20 Yard Distanzen.
    Dabei leidet der Punkt genaue Treffer auf seine Empfänger, die in ihren Sprints -um Nuancen die ‚Geschosse‘ einfach nicht zum greifen kriegen, knapp verpassen, oder diese wieder an ihnen unkontrolliert ‚eiern‘, dadurch auch ein Fumble eher provoziert wird.

    In der gleichen Situation wirken die Würfe von Peyton. Manning etwas besser ‚temperiert‘, präziser an den Mann im Lauf, so diese die Bälle ‚weicher‘ erhalten, dementsprechend auch kontrolliert sichern können.

  4. @Poohdini76ers
    Bei Gronkowski soll es im Moment eher der Arm, als der Rücken sein. Da hat er natürlich einiges an Masse verloren.

    @Colo
    Das ist mir auch schon aufgefallen. Brady haut die Dinger teilweise so fest auf die Receiver, wie es eigentlich (oft) nicht nötig ist. Gerade Dobson, der eher Butterfinger hat, ist damit wenig geholfen.

  5. Bei Gronkowski soll es im Moment eher der Arm, als der Rücken sein. Da hat er natürlich einiges an Masse verloren.

    Im Moment vielleicht ja. Trotzdem ist für Gronkowskis Karriere der Arm nicht ein halb so großes Problem wie die Rückenprobleme, die schon auf College-Zeiten zurückgehen und seit einem dreiviertel Jahr wieder aktuell sind. Diese sind Gronkowskis wahres Problem.

  6. Pingback: NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week #5 | Sideline Reporter

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