Date am Donnerstag, #6: Cleveland Browns – Buffalo Bills Preview

Es ist Oktober um Oktober ist der Monat des Brustkrebs-Gedenkens. Ab heute wird es also wieder für mehrere Spieltag eine sehr rosarot angehauchte NFL geben. Los geht es heute Nacht ab 02h30 bei SPORT1 US mit einem Spiel zweier Außenseiter. Übertragender Sender ist das NFL Network mit seinen Star-Kommentatoren Brad Nessler und Mike Mayock.

Zum Sportlichen: Cleveland gegen Buffalo ist eine Ansetzung, die ich sympathisch finde. Wenn ich normalerweise über idiotische Ansetzungen in der Primetime lästere, hat das andere Gründe, ein komplettes Mismatch, Interconference-Spiele, Interconference-Ansetzungen in der Saisonschlussphase usw. ClevelandBuffalo dagegen ist das Duell zweier Mittel- bis Unterklasseteams in der NFL, beide seit zehn oder mehr Jahren ohne Playoffteilnahme, die sich irgendwo auf Augenhöhe bewegen dürften und die beide in nicht völlig verheerenden Divisions-Situationen stecken: Buffalo ist zwar 0-2 in Divisionsspielen, aber insgesamt 2-2, und für Cleveland ist die 1-3 2-2 Bilanz in einer anscheinend desaströsen AFC North noch kein Beinbruch (CIN 2-2, BAL 2-2, PIT 0-4). Vor Jahren, als ORF und ESPN America nur die Topspiele übertrugen, wünschte ich mich manchmal, auch bodenständige Hausmannskost serviert zu bekommen. Die Bills habe ich glaube ich erst vor zwei Jahren erstmals live spielen sehen. Insofern wäre es inkonsequent, diese Ansetzung nun zu verdammen.

Advanced-Stats

Die Advanced-Stats sehen zwei quasi identische Teams: Cleveland kommt mit .515 aus dem Ranking an #15, Buffalo mit .490 knapp dahinter an #19. Beide haben eine fast identische Success-Rate im Laufspiel in Offense und Defense. Die Bills haben mit 5.6 NY/A die etwas bessere Pass-Offense (Cleveland ist mit 5.0 NY/A die #30 der Liga), dafür haben die Browns mit 5.0 NY/A die etwas bessere Pass-Defense (#3 der Liga, Bills sind mit 6.1 NY/A die #13). Cleveland ist dafür das deutlich diszipliniertere Team (0.39 Penalty-Yards pro Spielzug vs. 0.54 PENyds/Play für Buffalo). Cleveland hatte dafür den einfacheren Schedule. Alles in allen ergibt das eine leicht höher einzuschätzende Browns-Mannschaft, deren Sieg-Wahrscheinlichkeit dank Heimvorteil (der 57% wiegt) im Modell mit 60-zu-40 Prozent gegen Buffalo errechnet wird.

Soweit die Advanced-Stats.

Wenn die Browns den Ball haben

Bei den Browns warne ich inständig davor, aufgrund des Verkaufs eines Runningbacks (!), und sei er noch so gut, von einer verschenkten Saison zu sprechen. Das Problem in Clevelands Offense ist nicht das Runningback, sondern die QB-Position und die erstaunlich maue Offensive Line. Diese gab allerdings am Sonntag gegen Cincinnatis gefürchtete Front-Four ein ernsthaftes Lebenszeichen.

Bleibt der Quarterback: Der bald 30jährige Brandon Weeden ist nicht des Rätsels Lösung, obwohl mir Weeden in der US-Öffentlichkeit zu schlecht wegkommt. Weeden wirft keinen schlechten tiefen Ball – ein wichtiges Assett für NFL-Quarterbacks. Aber Weeden macht zu viele simple Fehler. Der zuletzt zum Einsatz gekommene Backup Brian Hoyer vermeidet die Bolzen besser, und mal ehrlich: Hoyer hatte in den letzten beiden Wochen eine Handvoll sensationell schwieriger Würfe mit dabei, die komplettiert wurden. Allein: Hoyer ist völlig eindimensional, wenn es um ein Aufziehen einer explosiveren Offense geht.

Das bekommt in diesem Matchup nicht allzu gut, denn Buffalo ist in der Abwehr am ehesten in der Secondary verwundbar, wo sich S Byrd mit Fußproblemen plagt und CB Gilmore noch mehrere Wochen ausfällt. Der Rest bei den Browns passt: Das Coaching ist brauchbar, WR Gordon (wenn gerade nicht gesperrt) ist ein extrem guter Receiver, TE Cameron ist kurz vor dem Durchbruch.

Wenn die Bills den Ball haben

Die Defense von DefCoord Ray Horton sieht in ihrem 3-4 Kleid brutal druckvoll und doch diszipliniert genug aus. Es ist eine Top-10 Defense. Der erste Schlüsselspieler ist NT #92 Phil Taylor, bei dessen Anblick ich mich zwar noch immer nicht von einigen abmahnwürdigen Aktionen als College-Spieler in Baylor lösen kann, aber ich muss zugeben, dass Taylor eine Wucht als Anker der Line ist. Der andere Superstar ist CB #23 Joe Haden, der auch exzellente Receiver in Manndeckung nimmt (Bills hätten zur Auswahl: #13 Stevie Johnson, #10 Robert Woods). Sollten auch noch S #43 Ward und Rookie-OLB Mingo zu ihrer Form finden, möchtest du nicht gerne gegen diese Unit spielen.

Die Bills haben ein intaktes Mannschaftsgerüst im Angriff mit nur wenigen Schwachstellen in der Offense Line, aber es krankt auch hier an der Quarterback-Position: Rookie #3 E.J. Manuel spielt den Umständen entsprechend sogar halbwegs okay, auch wenn längst nicht alles rosig aussieht; vor zehn Tagen in New York hatte Manuel eine katastrophale Vorstellung; am Sonntag gegen Baltimore war es besser, aber Manuel gibt nicht immer ein glückliches oder Vertrauen erweckendes Bild in der Pocket ab (siehe auch die Einschätzung von Philipp S. zu Manuels koordinativen Bewegungsabläufen).

Fazit: Sehr schwierig einzuschätzendes Matchup. Heimvorteil für Cleveland und die Browns-Defense hat es mir angetan. Leichter Vorteil für die Browns.

4 Kommentare zu “Date am Donnerstag, #6: Cleveland Browns – Buffalo Bills Preview

  1. Pingback: NFL Notizblock, Week 5: TNF Buffalo Bills @ Cleveland Browns | Sideline Reporter

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