NFL Notizblock, Week 6: TNF New York Giants @ Chicago Bears

Es regnet, es stürmt und die abgefallenen Blätter liegen zum darauf Ausrutschen auf den glitschigen Bürgersteigen bereit: damit hat die Zeit begonnen, in der das uferlose Wissen Mike Mayocks über back up-safeties und street free agents nützlich wird. Die New York Giants (0-5) beispielsweise versuchen mit zwei lebenden Ersatzteillagern im Defensive Backfield und in der Offensive Line aus ihrem 0-5-Loch gerauszukraxeln. Auch wenn sich Big Blue teilweise anstellt wie ein dreifach dummer Esel, so sind es doch nur zwei Spiele Rückstand auf Platz Eins der NFC East. Bei den Chicago Bears (3-2) spielen zwei Leute von der Straße Defensive Tackle und Peanut Tillman konnte auch nur von der Seitenlinie aus zusehen. Aber auch ohne Tillman war die Frage vor dem Spiel: wo liegt das over/under für Turnovers der Giants-Offense? Fünf, sechs, sieben?

Und natürlich endet der erste Giants-Drive mit einer Interception. Und natürlich endet der zweite Drive der Giants mit einer zum Touchdown zurückgetragenen Interception. Danach lief es aber einigermaßen. Sogar das Laufspiel der Giants sah mal wieder NFL-tauglich aus (und ohne Fumbles!). Weil die jungen Running Backs entweder verletzt sind (David Wilson) oder aufgrund ihrer Fumbleitis kaum spielen dürfen (Da´relle Scott) war Brandon Jacobs der Nr. 1 RB. And guess what: das alte Schlachtroß holt mit 22 Läufen 106 Yards und 2 TDs. Auch sonst lief es eigentlich ganz gut für NY: die nächsten fünf drives führten dreimal in die Endzone.

Stats / Gamebook

Gamebook Giants/Bears

Fünf Minuten vor Schluß bekam Eli Manning beim Stand von 21-27 den Ball und damit die Chance, das Spiel zu gewinnen und die Saison irgendwie am Leben zu erhalten. Sie marschierten denn auch und marschierten – aber natürlich warf Eli in Chicagos Hälfte fünf Centimeter zu hoch für Tight End Brandon Myers und natürlich landetet der Ball direkt in den Händen von Chicagos Tim Jennings. Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh! Game Over. (Die ersten beiden Interceptions sahen – mal wieder – so aus, als hätten WRs und QB jeweils etwas anderes gedacht. Das passiert natürlich, wenn man so viele option routes läuft wie die Offense von Kevin Gilbride, aber die miscommunications haben viel zu sehr Überhand genommen und die skill players sollten sich mal ein Wochenende auf einer einsamen Berghütte einsperren und endlich mal auf den selben Nenner kommen.)

Problematisch für die Giants-D war, daß sie vor allem in der zweiten Hälfte den Angriff um Jay Cutler nicht vom Feld bekommen haben. Ihre ersten drei drives in Hälfte zwo produzierten zwar nur ein Field Goal, aber sie kamen immer in die gegnerische Hälfte und die vielen First Downs (neun in den drei Serien) haben sehr viel Zeit gefressen, die Big Blues Angriff zum Comeback gefehlt hat.

Schlimm ist vor allem das linebacking corps, in dem Jon Beason jetzt der Chef ist. Man kann deutlich sehen, warum Carolina ihn ohne Weiteres hat ziehen lassen. Der beste LB ist noch Spencer Paysinger, der in den fundamentals sehr solide ist und durch seine Athletik auch mit vielen RBs und TEs mithalten kann. Daneben besonders schlimm zu sehen war Jason-Pierre Paul. Er ist regelmäßig der langsamste off the snap, während die anderen 21 Spieler sich schon bewegen, versucht er noch seinen kaputten Rücken gerade zu machen. Entweder ist seine Rückenverletzung schlimmer als gedacht oder er hat ein ernsthaftes Motivationsproblem. Ein großer Lichtblick bleibt aber weiterhin CB Prince Amukamara, der in dieser Saison loud and proud seinen Status als ehemaliger 1st-rd pick verteidigt, der einen großen Vertrag haben will.

Chicago war so wie immer. Die Defense ist ziemlich schwach, kann das aber durch Turnovers sehr gut kaschieren. Wenn die Bälle mal anders springen, können sie einpacken. Der Angriff lebt von den beiden großen und kräftigen WRs Brandon Marshall und Alshon Jeffery. RB Matt Forte ist nicht mehr der focus point dieser Offense – und seine Leistungen sind auch nicht danach (auch wenn die OLine nicht die allergrößten Löcher reißt). Das ist aber auch kein Beinbruch, denn mit einem slant oder einem back shoulder throw zu den dicken und großhändigen Marshall und Jeffery kann regelmäßig ein Third Down verwandelt werden.

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