Red River Rivalry und College-Football am Samstag den Zwölften live

[23h40] Überraschung in der Mid-American Conference: Die Central Michigan Chippewas schlagen die Ohio Bobcats 26-23. Der entscheidende Touchdown kam in 22sek vor Schluss in Form eines 5yds-Passes von QB Cooper Rush für WR Courtney Williams: Williams auf einer kurzen Slant-Route nach innen, lässt seinem Gegenspieler keine Chance. Das Ergebnis ist bemerkenswert, weil Central Michigan dieses Jahr kaum was zugetraut wurde; Ohio dagegen wie so oft als MAC-Mitfavorit gehandelt wurde. Ohio mit vier Turnovers, davon zwei Interception durch den auf diesem Blog schon des Öfteren lobend erwähnten QB Tyler Tettleton.

[23h24] Halbzeit Wisconsin 21, Northwestern 6. Ein merkwürdiges Spiel: Wisconsin führt trotz dreier Turnovers (Northwesterns Offense hat nur einen) klar, aber die Touchdowns, die die Badgers erzielten, waren nicht wirklich lange oder schön ausgespielte Drives: Der erste war jener ulkige Play-Action TD für WR Abbrederis (der wie ich mitbekommen habe wohl eine Gehirnerschütterung hat und ausfallen könnte), ein anderer ein 71yds-Run für RB Gordon. Diese Big-Plays machen bisher bei allen Turnovers, die QB Stave noch begehen will, vorne. Auf der anderen Seite sind diese langen Plays mittlerweile fast ein Markenzeichen der Badgers diese Saison: Achter TD über 60yds Distanz – nur die Rekordoffense von Baylor hat mehr.

[22h32] Neun Minuten bei Washington-Oregon gespielt und Oregon ist noch punktlos (wenn auch bereits über 100yds Offense und ein vergeigtes 4th Down).

[22h04] Recht eigenartiger Start in Madison bei Wisconsin – #19 Northwestern: Je ein Turnover für beide Teams und dann bei den Badgers: Lauf, Lauf, Lauf, Lauf… *schnarch*, Lauf, *zapfüüü*… GIGANTISCHER PLAY ACTION PASS aus dem Nichts von QB Stave für WR Abbrederis, und plötzlich führt Wisconsin 7-3.

[21h40] Ach ja, die Red River Rivalry: Texas Longhorns gewinnen 36-20 gegen die #12 Oklahoma Sooners – eine nie erwartete Sensation. Es war gemessen den bisherigen Vorstellungen nichts anderes als eine unglaubliche Leistung, die Texas in dem Spiel zeigte: Die Run-Defense war das ganze Spiel über super, was das Feld bereitete für das erste Mal in der jungen QB-Starterkarriere des Blake Bell, dass Bell entzaubert wurde: Bell mit 12/26 für nur 132yds und zwei INTs. Wurde oft gesackt und hatte keine guten Scrambles.

Ist das der dringend notwendige Statement-Sieg, der Mack Brown den Hintern rettet? Wenn ja, wäre das überhaupt gut für Texas? Oder muss Oklahoma mit Blick auf die nächste Zukunft gar fast froh sein über die Pleite, weil sie nun noch 2-3 weitere Jahre dem Gestümpere der Brown-Longhorns gegenüber stehen werden?

[21h37] RB #8 Sadale Foster entscheidet mit hoher Wahrscheinlichkeit den Shootout zwischen #20 Texas Tech und Iowa State in Lubbock/West Texas. Sechs Touchdowns, sechs verschiedene Spieler, die TDs scorten für die Red Raiders. Texas Tech mit seinem jungen Headcoach Kliff Kingsbury bleibt damit wohl neben Baylor die einzige ungeschlagene Mannschaft in der Big 12 Conference (Texas Longhorns haben auch noch keine Conference-Niederlage).

[21h32] Mizzou gewinnt 41-26 gegen Georgia. Das öffnet die Türen für eine andere Mannschaft aus der SEC East…

Denn: Gleich geht #10 LSU Tigers#17 Florida Gators in Baton Rouge los. Das Spiel ist offiziell bei uns nicht zu sehen. Eine kleine Vorschau bin ich noch schuldig, nachdem ich heute Vormittag eher knapp angehalten war: LSU wird von vielen favorisiert, und ich zähle mich seit dem exzellenten Auftaktspiel der Tigers zu den bandwagoners bzw. zu denen, die LSU mehr zutrauen als es ihr relativ anonymes Ranking im Sommer hatte vermuten lassen. Vor allem QB Mettenberger spielt eine überraschend gute Saison.

Florida hat schon eine Niederlage (@Miami/FL), aber Achtung: Es war eine Pleite unter höchst unglücklichen Umständen. Die Gators haben seither in Tyler Murphy einen neuen Quarterback für den verletzten Jeff Driskel eingebaut; ein neuer QB in einem der gefürchteten Stadien des College-Football – ist das für die Gators ein ernsthaftes Problem?

Nicht, wenn die Gator-Defense weiter so aufgeigt wie bisher: Die Passdefense von Florida ist die beste im Lande, und neben CB Poucheiz ist vor allem das Tackle-Duo Orr/Jacobs sensationell drauf und macht den verletzungsbedingten Verlust des künftigen Erstrundenpicks DT Easley vergessen. Klar, Florida sieht aufgrund seiner Spielanlage nicht viele Plays, insofern sind die „Total-Yards“ immer niedrig, aber Florida ist auch Down für Down überragend in der Defense.

Was passiert, wenn Mettenberger seine beiden einzigen ernsthaften Anspielstationen Beckham/Landry nicht oft genug anspielen kann? Was, wenn das langweilige, aber recht effiziente Laufspiel die Tigers-Defense zu sehr beschäftigt?

LSU halte ich für eine Super-Mannschaft und es hat Heimvorteil, aber bitte unterschätzt mir nicht die Florida Gators. Ein „Upset“ in diesem Spiel wäre für mich kein Upset.

[21h24] Schöner Catch des einstigen Top-Recruites WR #15 Green-Beckham und zwei Plays später ist Mizzou in der Endzone. Das war dann wohl die Entscheidung 2:18 vor Schluss: Georgia 26, Mizzou 41. Den Bulldogs schwimmen die Felle davon, und die letzten BCS-Chancen gehen baden.

[21h21] Aber HALLO: Georgia beginnt 4:25 den Drive der letzten  (oder zumindest vorletzten) Hoffnung, und QB Murray wirft einen viel zu kurzen Pass nach rechts draußen – Interception und damit hat Mizzou Chancen, Zeit von der Uhr zu nehmen und im Optimalfall sogar mit Punkten das Spiel zu entscheiden. Murray wird heftigst abgeschossen, aber es gibt kein roughing the passer.

[21h11] Oklahoma verkürzt in Dallas gegen Texas: INT-Return für #85 Grissom über 54yds zum TD. Schlechter Pass von QB Case McCoy. Nur noch Texas 36, Oklahoma 20. Zehn Minuten sind noch zu spielen.

[21h04] Was macht man in so einer Situation? Richtig: Man greift in die Trickkiste, und zwar sehr tief hinein. Gary Pinkel sagt einen Halfback-Pass an, und #21 Bud Sasser feuert in die EndZone. Dort wird WR L’Dainian Washington gehalten und gehalten (kein Flagge?) und fängt das Ei trotzdem runter! Touchdown. Aber weil nicht alles gut gehen kann, versemmelt Mizzou den PAT – nicht unwichtig, denn nun beträgt die Führung „nur“ 34-26, also weiterhin nur einen Score.

[21h01] Jetzt kommt es dicke für die Mizzou Tigers, deren QB #1 James Franklin in die Linebacker-Zange genommen wird und ausgetauscht werden muss. Franklin hatte bisher ein paar klasse Spielzug-Improvisationen drauf. Der eingewechselte Backup ist ein Freshman, der sich zwar mit einem beherzten Scramble zum 1st Down einführt, aber halt eben auch ein Freshman ist.

[20h53] Spannender geht es bei Georiga-Mizzou zu, wo die Georgia Bulldogs wie von mir nicht unerwartet zurückgekommen sind und 12 Minuten vor Toreschluss nur noch 26-28 zurückliegen. QB Murray in der zweiten Halbzeit zwar mit mehr Incompletions, aber zwei TD-Drives (2pts-Conversion scheiterte). Die Georiga-Defense quillt derweil vor lauter Energie über und prügelt Mizzous Offense schon tief in deren Hälfte in Grund und Boden.

[20h43] Zum Ende des dritten Viertels sieht Oklahomas Defense in etwa so aus, wie wir jene von Texas erwartet hatten… und kaum schreibe ich dies, kassiert CB #15 Sanchez (ein Freshman) einen langen 38yds-TD gegen #1 Mike Davis – ein sauberer Catch nahe der Seitenlinie von Davis. Texas 36, Oklahoma 13. Das hatte man in etwa anders rum erwarten können.

[20h36] Die Seuche für Oklahoma geht weiter: QB Bell spürt in der kollabierenden Pocket den Druck der Defensive Tackles, nimmt aber trotzdem im dritten Down den Verzweiflungspass – und der wird von Texas-S #21 Thomas abgefangen. Zweiter Turnover für Oklahoma, das seine Offense heute ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht ins Rollen kriegt.

[20h26] ESPN thematisiert die extreme Schwüle in Dallas, die beiden Mannschaften zu schaffen macht. Bei Texas-PR #4 Daje Johnson ist davon nichts zu merken: Er returniert einen hohen Punt über 85yds in die EndZone. Den ersten Sooner in der Nähe aussteigen gelassen, und danach war unendlich Platz und niemand kam mehr annähernd mit einer Hand an Johnson heran. PAT wird geblockt, Texas führt nun 29-13, und schön langsam bahnt sich die Sensation wirklich an.

[20h11] Zum Start der zweiten Halbzeit verkürzt Oklahoma auf 13-23. Es war ein ordentlicher Drive: Man versucht sich weiterhin im „Power-Running“ Spiel, notfalls auch über die Mitte, und QB Bell streute einen souveränen Ball zwischen die Zonen der Texas-Linebackers auf RB #33 Trey Miller.

[20h00] Noch mehr Überraschung in Athens, wo die #25 Mizzou Tigers zur Pause mit 28-10 (!) gegen die #7 Georgia Bulldogs führen. Georgia eigentlich von den Stats her ebenbürtig, aber mit zwei Turnovers durch Fumbles, von denen einer sogar direkt zum TD returniert wurde. QB Aaron Murray bisher recht tadellos: 15/22 für 182yds, TD. Vom Gefühl her würde ich nach Blick aufs Stat-Sheets sagen: Das Ding ist noch nicht vorbei.

[19h54] Halbzeitstand Texas Longhorns 23, Oklahoma Sooners 10.

Noch drei Punkte für die Longhorns mit auslaufender Uhr. Überraschende erste Halbzeit mit Führung für Texas, das als Underdog mit zwei Touchdowns ins Spiel der vielleicht schon letzten Hoffnung für Mack Brown gegangen war. Die Texas-Offense sieht recht souverän aus was ich im Durchspulen erkennen konnte. QB Case McCoy mit 10/15 für 143yds und TD, das Laufspiel über die Herren Gray/Brown mit 30 Läufen für bereits 160yds. Texas ist stark in den dritten Downs, nutzt die vielen kurzen Versuche bisher zu 9/12 konvertierte 3rd Downs.

Oklahomas Offense wirkt verunsichert. QB Blake Bell wird gut unter Kontrolle gehalten und hatte nur 5 Completions ins 12 Versuchen für 35 Offense-Yards! Im Laufspiel bis auf einen längeren Versuch von RB Shepard bisher recht wenig; der einzige TD wurde nach langem 73yds-Kickreturn erzielt, als vornehmlich über RB-Talent Trey Milliard und Damien Williams gelaufen wurde.

Die an #11 im AP-Poll gerankten Sooners werden sich sputen müssen, kriegen nun aber zuerst den Ball.

[19h37] Nach einem langen Studien-Wochenende noch ein bissl College-Football zum Ausklang. Ich steige kurz vor der Halbzeit in der Cotton Bowl in Dallas ein, bei Texas vs Oklahoma, Zwischenstand überraschend 20-3 pro Texas Longhorns.

Das Spiel begann mit jeweils langen Opening-Drives beider Mannschaften, die zu Field Goals führten. Im zweiten Sooners-Drive warf QB Blake Bell unter Druck eine Interception, die Defense Liner Whaley zum TD returnierte. Der zweite Touchdown war ein 59yds-Pass von Case McCoy für Marcus Johnson. McCoy schaut etwas angeschlagen aus, wurde im zweiten Viertel zwischenzeitlich recht heftig abgeschossen.

Texas hatte auch schon einen Turnover in der Offense, aber der blieb folgenlos, weil Whaley direkt danach den INT-Return hatte. Aber insgesamt lesen sich die Stats von QB Bell eher trist.

3:22 min vor Halbzeit versenkt Texas per Field Goal zum 20-3. Oklahoma anwortet mit einem 73yds-Kickoffreturn (KR Roy Finch), in dem nur knapp der Touchdown verhindert wurde. Der kam dann gleich danach, weil Texas‘ Defense gegen den Lauf der Sooners ein echtes Sieb war und kein Land sah (RB #26 Damien Williams vollendete). Texas-Oklahoma 20-10 1:06 vor der Pause.

4 thoughts on “Red River Rivalry und College-Football am Samstag den Zwölften live

  1. Erstmal danke für den Blog. Lese hier seit einer ganzen Weile und mich aufgrund dessen entschieden öfters Football zu schauen. Sehe grade Northwestern-Wisconsin, hab auch nochmal beide Beiträge im Countdown zu den Teams gelesen. Kurze Dumme Frage jetzt, wenn Wisconsin das Ding wippt (find die gut bis jetzt) ist das ein dickes Upset?

  2. Also mir hat diese Riesensensation den Wettschein bei bwin versemmelt! Hätte NIE gedacht, dass die Longhorns heute so ne Leistung raushauen können. Mit der größte Upset dieser (noch jungen) Saison.

  3. @drichtig: Für mich wäre es keine große Sensation. Die Big Ten Conference ist erstens nicht allzu schwierig, zweitens ist Northwestern zwar eine echt begeisternde Truppe, für die ich ganz klammheimlich immer die Daumen drücke, aber rein vom Spielermaterial her gilt Northwestern als kleine Elite-Uni einfach als benachteiligt, und drittens ist Wisconsin eine mehr als ordentliche Footballmannschaft: Wenn wir mal den Quervergleich Ohio State hernehmen, gegen den Northwestern und Wisconsin beide gespielt haben – beide verloren ähnlich hoch (10 bzw. 7 Punkte). Und hätte Wisconsin etwas mehr Glück mit den Refs gehabt, sie hätten auch eine 4-1 Bilanz und wären sicher in den AP Polls gerankt.

  4. Ein geiler Spieltag mit dem einen wie anderen ‚ungewohnten‘ Ausgang.

    Leider habe ich mal schlapp gemacht, sah dann aber
    doch noch die längste, verrückteste Overtime im Beaver Stadium, plus einen Johnny Football, der dem Game wieder seinen Stempel aufdrückte..

    @korsakoff -Bin schon gespannt auf deine weiteren Einschätzungen, die mir noch mehr Einblicke in das komplexe College Geschehen geben.

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