NFL-Power Ranking 2013, Week 7

Kein Kopf für eine ausführliche Einleitung, daher sofort der Einstieg ins Ranking. Das gibt es nach dem Sprung.

NFL-Power Ranking 2013 nach Woche 7

NFL-Power Ranking 2013 nach Woche 7

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 7.

Statistik-Tabelle

Statistik-Tabelle mit den wichtigsten Input-Variablen.

Statistik-Tabelle mit den wichtigsten Input-Variablen.

Kommentarsektion

Die Philadelphia Eagles bleiben zwar eine Top-5 Offense, aber nach der leblosen Heimpleite gegen die Dallas Cowboys wandern die Jungs von Chip Kelly diese Woche in die Richtung, in die sie der common sense schon lange wandern sieht: Nach unten. An #8 sind sie aber immer noch höher eingestuft, als es ein durchschnittlicher Pundit sehen würde. Es gibt jedoch gute Nachrichten für die Iggles: QB Michael Vick wird demnächst wieder übernehmen. Backup Nick Foles zeigte in den letzten Spielen in etwa das, was man sich von Foles schon immer erwartet hatte: Er ist ein Backup. Yup, du kannste Foles zwischendurch 2-3 Spiele einsetzen und er wird dir nicht zwingend alle drei verlieren, aber so recht bauen willst du auf ihn als Franchise-QB nicht. Vick ist alles andere als kritikfrei, aber qua Gefährlichkeit ist Vick zwei Stufen über Foles anzusiedeln.

Die Carolina Panthers grooven sich zurück in die Top-10! Die Jungs von Ron Rivera, letztes Jahr der große Ausreißer mit verheerender Siegbilanz trotz starker Effizienz-Stats, hatten in den letzten beiden Wochen gegen zugegeben suspekte Gegner sehr gute Offensivleistungen, und stellen mittlerweile mit 6.3 NY/A einen haargenau durchschnittlichen NFL-Passangriff. Die Lauf-Offense ist mit 45% Success-Rate auch dort, wo man ein teuerstes Backfield der Liga erwarten würde: An #4. Heimlicher Star der Panthers ist die kollektive Pass-Defense, wo eine wuchtige Front-Seven ein schwach besetztes Defensive Backfield zu kaschieren scheint: Carolina gibt, ohne von den Aufstellungen her alles auf Pass-Defense auszurichten, nur 5.8 NY/A auf – gegen bislang eher durchschnittliche Gegner zwar, aber trotzdem. Am Donnerstag geht es gegen die zweitschlechteste Passoffense von Tampa Bay. Ich schaue schon weiter, freue mich wie Bolle auf das Panther-Duell mit den New Orleans Saints. Ach, und übrigens: Carolina ist dank hervorragendem Punktverhältnis das drittbeste Team in der Pythagoreischen Erwartung, hinter Chiefs und Seahawks.

Das einzige verbliebene ungeschlagene Team, die Kansas City Chiefs (7-0), dürfte in sämtlichen konventionellen Power-Rankings einen der ersten zwei bis drei Plätze belegen. Vielleicht nicht nur dort: Nach Pythagorean sind sie momentan ein Team, das im Schnitt 13.6 Spiele gewinnt und somit die #1. Bei mir sind die Chiefs auf #11. Sie haben zwar die mit Abstand beste Pass-Defense (4.8 NY/A), aber der Angriff ist echt mau. Dank der bärenstarken Defense können sich die Chiefs eine risikolose Offense erlauben, aber das geht nicht ewig so weiter, dass Kansas City gefühlte dreiundneunzig Prozent der Plays über RB Jamaal Charles via Ballübergabe oder Checkdown ausspielen. Der erste Gegner, der den Chiefs zehn oder mehr Punkte im ersten Viertel einschenkt, wird dieses Team schlagen. Der Chiefs-Schedule wird besser werden (u.a. kommen mit San Diego und 2x Denver im November echte Passoffenses des Weges), es wird eine Zeit kommen, in der sich der eine oder andere wichtigere Spieler weh tun wird (Chiefs sind bislang das gesündeste Team der Liga), und ich glaube nicht, dass die Chiefs deutlich besser als 11-5 oder 12-4 abschneiden werden. Das klingt alles negativer als es wahrscheinlich ist: Kansas war letztes Jahr 2-14 und das schlechteste Team der Liga. Ich hatte sie als Playoffkandidat eingetragen, aber einen 7-0 Start hatte ich bei allem Optimismus nicht erwartet.

Absturz der Detroit Lions, die auf #13 abfallen, obwohl man mit den Cincinnati Bengals einer gemeinhin als sehr gut eingestuften Mannschaft auf Augenhöhe begegnete, und nur aufgrund von Haarspaltereien in allerletzter Sekunde verlor. Das Power-Ranking bestraft die Lions aber mittlerweile in vielerlei Hinsicht:

  • Die Pass-Offense ist mit 6.9 NY/A nur noch die #10 der Liga. Das deckt sich mit den Beobachtungen: Enorm viele Incompletions, und wenn nicht gerade Calvin Johnson in Dreifachdeckung die Äpfel von den Bäumen klaubt, ist der Angriff unkonstant „at best“. Was QB Stafford bislang herausreißt: Die extrem niedrige INT-Quote, 1.4% ist viertbester Ligawert. Es ist aber nicht alles schlecht: Der WR-Corp wird immer fitter, Johnson ist wieder gesund, und wenn diese knapp überworfenen Bälle gegen eine geschlagene Secondary mal doch irgendwie gefangen werden, ist Detroit immer in der Lage, auch die Liga-Elite zu schlagen.
  • Das Laufspiel ist mit 38% nur das die #20. Wer DET-CIN sah, der kann erahnen, warum: OffCoord Linehan ließ die 1st-Downs gleich in Dutzenden in Form eines Handoffs über die Spielfeldmitte ausspielen – ein einziger produzierte einen Erfolg. Einer aus gefühlt 20. Nun waren die Bengals vor allem darauf aus, das Laufspiel zu stoppen, verständlich bei dieser Spielzugansage. Ich erwartete für zirka zweieinhalb Stunden einen Play-Action Spielzug der Lions im ersten Down; er kam nicht. Warum nicht? Linehan hat offenbar ein anderes Spiel als ich gesehen.
  • Die Pass-Defense ist mit 6.9 NY/A auch nur mehr die #26. Auch hier decken sich Augentest und Statistik. Es ist nicht mal so sehr das dürftig besetzte Backfield auf Cornerback; es war zumindest gegen Cincinnati mehr die Mitteldistanz: Man fand gegen TE Gresham und TE Eifert kein Mittel. Dieser underneath-Stuff killte die Lions, selbst gegen einen Durchschnitts-QB wie Dalton. Das ist besorgnis errgend. Positiv: Viel bessere Offensive Lines als Cincinnati werden nimmer kommen, und selbst gegen diese hatten Suh und Co. halbwegs guten Rabatz gemacht. Was leicht gen Mitte wandern wird: Die INT-Quote. Die Lions fangen mit 3.7 INTs auf 100 Pässe überdurchschnittlich viele Pässe bisher ab.

Detroit am Sonntag gegen die passgewaltigen Dallas Cowboys: Riecht nach einem eher schlechten Matchup. Danach Bye-Week und am 9.11. geht es gegen Cutler-lose Bears (Cutler fällt 4-6 Wochen aus) in einem extrem wichtigen Spiel, in dem Detroit (4-3) einen lebenswichtigen zweiten Sieg gegen Chicago (momentan auch 4-3) einfahren und damit quasi zwei Spiele Vorsprung herausschießen kann.

Der größte Sprung der Woche gehört den Washington Redskins, die von 26 auf 16 hüpfen und in Chicago den zweiten Saisonsieg einfuhren. OK, man durfte eine Halbzeit lang gegen den Backup-QB der Bears spielen, aber man hatte auch Cutler ganz gut im Griff. Sehr positiv ist vor allem die ansteigende Formkurve der Offense, wo RG3 jede Woche besser aussieht. Ein fitter RG3, eine nur leicht verbesserte Pass-Defense, und wir müssen die Skins (2-4) wieder im Auge behalten: Der Rückstand auf die Divisionsspitze ist derzeit nur 1.5 Spiele. Der Schedule war der bislang drittschwerste, auch der wird etwas einfacher werden: Also, schreibt mir die Skins noch nicht ab.

Bei den Pittsburgh Steelers freut mich, dass sie sich in die Saison zurückbeißen. Ich hatte Roethlisberger und Co. für eine der unglücklichsten Mannschaften der ersten Wochen gehalten. Das Laufspiel ist mit 34% zwar weiterhin das drittschlechteste der Liga, aber wenn man sich den #26 LeVeon Bell so ansieht, dann möchte man fast glauben, es wird demnächst besser. Bell ist allein vom Bewegungsablauf nicht mehr wiederzuerkennen mit dem Mann, der vor eineinhalb Jahren über die Boise State Broncos drüberwalzte: Das ist mittlerweile ein richtig fluider Back geworden. Knackpunkt bei den Steelers weiterhin: Sie fangen keine INTs ab. Die einst beste Passverteidigung der Liga rangiert bei lauen 1.1% INT-Quote an vorletzter Stelle der Liga. Lass Polamalu mal die Butterfinger ablegen, und Pittsburgh wird ins Wildcard-Rennen noch einmal eingreifen.

Bei den Cleveland Browns wird es Zeit, QB Weeden abzusägen: Die Pass-Offense ist mit 4.9 NY/A mittlerweile die schlechteste der Liga und nur noch minimal über Tebow-Zone. Es wäre ja nicht so, dass die Browns gegen echte Granaten gespielt hätten: Buffalo, Detroit oder Green Bay waren die letzten Gegner, und sie alle hatten eher suspekte Secondarys, und konnten dank der Browns-Schwäche ihre Effizienz-Stats in der Pass-Defense aufbolstern. Alles andere an den Browns ist heavy. Wenn GM Lombardi im April den richtigen Quarterback aus der Lostrommel zieht, steht eine goldene Ära in Cleveland bevor…

Award Section

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe
  • Offense-MVP Watch: P. Manning, Jimmy Graham, LeSean McCoy
  • Defensive-MVP Watch: Poe, J.J. Watt, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Justin Houston
  • Rookie of the Year-Watch: Star Lotulelei, Kiko Alonso, DeAndre Hopkins, Sheldon Richardson
  • Coach of the Year Watch: Chuck Pagano, Andy Reid, Sean Payton

Sieg-Wahrscheinlichkeiten

Letzte Woche eine 10-5 Bilanz für das Power-Ranking. Damit ist es in der korrigierten Version bei mittlerweile 28-16 (.636). Die Tipps für NFL-Woche 7:

HOME                 %   AWAY                  %
Tampa Bay           27   Carolina             63
Detroit             54   Dallas               46
Kansas City         70   Cleveland            30
New England         57   Miami                43
New Orleans         76   Buffalo              24
Philadelphia        73   NY Giants            27
Jacksonville        15   San Francisco        85
Cincinnati          71   NY Jets              29
Oakland             43   Pittsburgh           57
Denver              75   Washington           25
Arizona             46   Atlanta              54
Minnesota           24   Green Bay            76
St Louis            18   Seattle              82

Für das Wembley-Spiel Jacksonville vs San Francisco habe ich neutralen Boden angenommen. Aber auch mit Heimvorteil würde Jacksonvilles Siegchance nur auf 19% ansteigen. Das zweitklarste Matchup ist das Monday Night Game, wo die Rams nun auch noch auf QB Sam Bradford werden verzichten müssen. Die 82% Siegchance für die Seahawks könnten da noch zu niedrig gegriffen sein.

New England spielt schon wieder in einem Divisionsspiel gegen einen auf neutralem Boden fast identischen Gegner; diesmal haben die Pats Heimvorteil und sind damit nicht 57%-Außenseiter, sondern 57%-Favorit. Detroit ist auch nur dank Heimspiel-Bonus favorisiert.

Ansonsten diesmal viele eher deutliche Matchups – zumindest auf dem Papier.