NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week 8

Achter NFL-Spieltag, was nichts anderes heißt als: Wir näheren uns rasant der Saisonhalbzeit. Was heute in keinem Einleitungssatz fehlen darf: Die Warnung. Die Amerikaner stellen die Winterzeit eine Woche später um als wir Europäer, weswegen es heute Abend schon um 18h mitteleuropäischer Zeit losgeht, mit dem zweiten Slate ab 21h05 / 21h25 und dem Sunday Night Game ab 1h30.

SPORT1 US bringt heute folgendes NFL-Programm:

18h    New England Patriots - Miami Dolphins
18h    Jacksonville Jaguars - San Francisco 49ers (*)
21h25  Denver Broncos - Washington Redskins
21h25  Arizona Cardinals - Atlanta Falcons (*)
01h25  Minnesota Vikings - Green Bay Packers

PULS 4 überträgt in Österreich Denver Broncos gegen Washington Redskins, das x-te Mal also die Broncos, aber es ist im Vergleich zu den sich bietenden Alternativen verständlich. PULS4 steigt allerdings erst um 22h30 ein. Das Free-Game im Gamepass: Kansas CityCleveland.


Ab 18h MEZ aus dem Wembley-Stadion: Jacksonville Jaguars (0-7) gegen San Francisco 49ers (5-2). Ich schrieb schon am Freitag ausführlich über den Status der Jaguars in diesem Jahr, und weswegen ich trotzdem Chancen sehe, dass die Jags in den nächsten Jahren mit London warm werden – und umgekehrt Europa mit den Jags warm wird. Für heute ist es freilich eher trostlos, aber die Hütte ist dennoch voll.

Ein Faktor könnte das Wetter werden: Für heute ist ein Unwettereinbruch inklusive heftigster Stürme von 120 km/h und mehr gemeldet (sagt zumindest die BBC). San Francisco geht mit oder ohne Sturm als haushoher Favorit ins Spiel, und kriegt gegen einen besseren Sparringspartner die Chance, wieder so etwas wie Rhythmus in die seit Wochen verwaiste Offense zu bekommen. QB Colin Kaepernick, vor knapp einem Jahr die Liga überrollend, ist zwar nicht mehr so unsicher wie noch in den ersten Wochen dieser Saison, aber richtig rund läuft der Niners-Angriff noch nicht.

Als Nachtrag zu verlinktem Eintrag über NFL-International sei gesagt, dass mittlerweile die drei Spiele von 2014 bekannt gegeben worden sind:

  • Jacksonville Jaguars – Dallas Cowboys
  • Oakland Raiders – Miami Dolphins
  • Atlanta Falcons – Detroit Lions

Die genauen Termine stehen noch nicht fest.


Zurück in die Gegenwart: Auch in den Staaten wird gespielt, ab 18h MEZ. Die 18h-Partien sind:

  • Detroit Lions – Dallas Cowboys
  • Kansas City Chiefs – Cleveland Browns
  • New England Patriots – Miami Dolphins
  • New Orleans Saints – Buffalo Bills
  • Philadelphia Eagles – New York Giants
  • Jacksonville Jaguars – San Francisco 49ers

Detroit Lions (4-3) – Dallas Cowboys (4-3) gab es zuletzt vor zwei Jahren in Form eines spektalulären Comeback-Siegs der Lions inklusive eines unvergessenen Touchdown-Catches von WR #81 Calvin Johnson in Triple-Deckung. Johnson wird auch heute wieder spielen, und als Aufwärmrunde klaubte er letzte Woche einen ähnlichen Ball gegen Cincinnati aus der Luft.

Die Fangkünste von „Megatron“ dürfte heute CB #39 Brandon Carr zu verhindern versuchen, der einzige Cowboys-DB von Format. Überhaupt ist das beidseitig heute ein Duell zweier ähnlich gepolter Mannschaften, denn auch Dallas stellt einen hünenhaften WR-Schlaks, der jedem Gegenspieler Probleme bereiten kann, in #88 Dez Bryant, und auch Detroit hat in CB #23 Chris Houston nur einen wirklich guten Cornerback. Okay, die Lions können in Delmas und Quin bessere Safetys für sich reklamieren, dafür hat Dallas in Tony Romo den besseren der beiden „Neuner“ auf Quarterback.

Der Rest der Kontrahenten dürfte sich grob auf Augenhöhe begegnen, mit einem leichten Vorteil für Dallas auf Tight End, aber einer sehr viel gesünderen Front-Seven auf Seiten der Lions. Je länger das Spiel geht, desto schmerzhafter dürfte es heute für Dallas-DefCoord Monte Kiffin werden, wenn sich ein DE Hatcher im Alleingang durchplustern muss. Da ist der Gegner schon besser dran, wenn er zwischen einem Suh, einem Fairley und sechs bis sieben gleichwertigen Line-Spielern durchrotieren kann.

Ich bin gespannt auf diese Partie, denn sie hat Ingrendienzien, ein Shootout zu werden. Gleichwohl sehe ich auf beiden Seiten durchaus gute wie schlechte Matchups, bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie der einen oder anderen Mannschaft das Genick brechen und zu einem Blowout führen könnte. Detroit würde ich leicht favorisieren, aber im Prinzip kannste hier bei einer Prognose auch gleich die Münze werfen. Das macht aus einem sehr wichtigen Spiel zwischen zwei Teams am Rande von Playoffs oder Nicht-Playoffs ein wunderbares Matchup.

New England (5-2) gegen Miami (3-3) wäre vor drei Wochen das Duell zweier ungeschlagener AFC East Teams gewesen, aber mittlerweile fühlt es sich leicht „kriselig“ an. Die Patriots wissen wohl selbst nicht genau, wo sie stehen, in der Lage, mit den Bengals mitzuspielen und die Saints zu schlagen, aber dann wieder schlampig genug um sich mit den Jets auf Augenhöhe zu begegnen und mit dummen Strafen Spiele zu vergeigen.

Frage 1: Wie weit können DE Cam Wake und seine Kollegen Tom Bradys Pocket unter Druck setzen, um Brady erneut zu so vielen grausigen Würfen zu zwingen wie letzte Woche die Jets? Frage 2: Welchen Druck können die Patriots auf die üble Offense Line der Dolphins ausüben, um QB Tannehill kaltzustellen? Dieser Tannehill sah in den letzten Wochen (insbesondere Q1 letzte Woche gegen Buffalo) unterirdisch aus, weil er keine Zeit zum Werfen bekam. In den Momenten, in denen er von den Kollegen einigermaßen Zeit bekommt, glaubt man dann wieder an diesen Tannehill: Ein Mann, der alles Potenzial der Welt besitzt und in drei Jahren Allstar ist.

Namhafte Partie zweier völlig unberechenbarer Teams in Philadelphia: Eagles (3-3) gegen Giants (1-6). Ganz ehrlich: Ich habe nicht den leisesten Schimmer, was ich erwarten soll. Die Eagles waren letzte Woche ganz schrecklich drauf, was nicht nur, aber auch an der Vorstellung von QB #9 Nick Foles lag: Foles sah offene Receiver, die nicht da waren, und wurde mit zunehmendem Spielverlauf immer unsicherer, begann, grobe technische Fehler in seine Würfe einzubauen. So wild es klingt bei 3 INTs in nur einem halben Spielviertel, aber bei QB #2 Matt Barkley (eingewechselt im Schlussviertel, weil Foles mit Gehirnerschütterung runter musste) hatte ich eher das Gefühl, dass er ein halbwegs ordentliches Debüt gab: Barkley machte Anfängerfehler, die viele junge QBs machen (Wurf zum Receiver erst, als er frei ist), aber immerhin schien sich Barkley nicht komplett vom Passrush narrisch machen zu lassen. Heute soll es wurscht sein, da eh wieder Michael Vick zurückkehrt.

Bei den Giants sah ich haargenau im ersten Saisonsieg das erste wirklich furchtbare Spiel (ok, das Panthers-Spiel war ähnlich). Eli Manning durchlebt momentan ein tiefes Tal. Die Offense war noch schlechter drauf als in den letzten Wochen, aber sie vermied immerhin halbwegs die Turnover. Irgendwie scheint aber alles, was auf Runningback eingesetzt wird, den Ball wegfumbeln zu wollen.

Sicherer bin ich mir bei Saints (6-1) gegen Bills (3-4): Setze nicht gegen New Orleans in deren Heimstadion. Brees und Co. gefielen mir zuletzt in New England nicht allzu gut, und wir müssen erst schauen, wie diese Offense ohne den wichtigsten Ballfänger, TE #80 Jimmy Graham, aussieht, aber bei aller Bewunderung für die couragierten Bills: Ich sehe nicht, woher das Upset kommen soll.

Im Arrowhead Stadium versuchen die Cleveland Browns (3-4), die letzten Ungeschlagenen des Jahres zu stürzen, die Chiefs (7-0). Und ganz ausschließen möchte ich eine Überraschung hier nicht. Nicht, dass ich den Chiefs völlig misstrauen würde, aber diese Browns entwickeln sich mit ihrer furztrockenen Defense zu echten Parasiten, die die gegnerische Offense zu sich herunter ziehen, nur um an der Seitenlinie mit ansehen zu müssen, wie die eigene Offense alles verkackt. Umgekehrt ist auch die Chiefs-Defense ein Monstrum: Laufspiel geht gegen eine Defense Line mit einem 180kg-Bewegungstalent #92 Dontari Poe nun mal gar nicht, und gegen den Passrush von OLBs wie #91 Hali oder #50 Houston sah noch keine Offense Line überzeugend aus. Wer die rechte Seite der Browns-Line dieses Jahr schon hat spielen sehen, der kann nicht anders als drei Sacks als Minimum zu erwarten.

Also: Chiefs-Browns hat die Zutaten, eine unansehnliche Abwehrschlacht zu werden. Wenn die schlechteste Passoffense der Liga (Browns, 4.9 NY/A) auf die beste Pass-Defense (Chiefs, 4.8 NY/A) trifft, sollte man kein 37-34 erwarten. Aber weil beide Defenses großartig sind, und beide Offenses ziemlich limitiert im Passspiel, könnte das durchaus ein punktarmes Spiel werden, und punktarme Spiele bedeuten häufig „enge Spiele“. Enge Spiele bedeuten mehr Fokus auf Turnovers und Special Teams… vielleicht kann ja einer der beiden Returnspezialisten, #22 McCluster von den Chiefs oder #80 Benjamin von den Browns, das entscheidende Akzent setzen?

Nach Neune

Die Ansetzungen ab 21h05 lauten:

  • Cincinnati Bengals – New York Jets
  • Oakland Raiders – Pittsburgh Steelers

Und ab 21h25:

  • Denver Broncos – Washington Redskins
  • Arizona Cardinals – Atlanta Falcons

Für 21h05 ist der Kickoff von Cincinnati Bengals (5-2) gegen New York Jets (4-3) angesetzt. Erstere spielen im Rahmen des Erwarteten, können aber nicht vor den Eindrücken davon laufen, dass ihre Pass-Offense zu banal ist: QB #14 Andy Dalton ist mit 7.0 NY/A über die Saison einer der bislang effizientesten Quarterbacks, aber rein optisch lässt Dalton unzählige Plays liegen; allein gegen Detroit unterwarf Dalton drei potenziell einfache lange Touchdowns (und der lange 82yder für A.J. Green war auch suboptimal geworfen). Es deutet vieles darauf hin, dass Daltons Wurf-Repertoire nicht ausreicht, um mit der Spitzenklasse mitzuhalten.

Ein Klassiker: Oakland (2-4) gegen Pittsburgh (2-4), ein Duell, das Succus aus der Historie in Form von unzähligen Schlachten in den 70ern ziehen kann. Heute sieht die Sache etwas anders aus: Beide sind 2-4, und während die Raiders damit etwas besser unterwegs sind als man befürchtet hatte, geht es den Steelers umgekehrt. Das Gute für Pittsburgh: Die Mannschaft scheint langsam in Schwung zu kommen; QB Roethlisberger zuletzt gegen Baltimore mit einer für meine Begriff erstklassigen Leistung, bekam ein Jota mehr Zeit von seiner Offense Line und hielt nicht mehr ständig den Ball für 13sek. Was auch lobenswert an Pittsburgh ist: Das Laufspiel um den erstaunlich agilen RB #26 Bell kommt in die Gänge; Bell hatte ich als komplett anderen Spielertyp aus dem College in Erinnerung.

Ein Lob muss man bei den Steelers auch mal OffCoord Todd Haley machen, dessen Spielzugdesign und -ansagen mir in den letzten beiden Spielen gegen Jets und eben Ravens hervorragend gefielen: Haley verließ sich nimmer auf die nicht mehr vorhandene individuelle Spitzenklasse im Kader, sondern kreierte einfache Routen und schnelle Reads für Roethlisberger und seine Jungs um WR Brown und WR Sanders; dass TE Miller noch nicht in Form ist (aber wenigstens wieder da!), wurde von Haley auch gebührend berücksichtigt.

Jezz‘ aba bidde aufgepasst, denn die Raiders-Defense ist auch ohne große Namen eine unangenehme. Ich habe keine Ahnung, was diese Defense kurz und knackig beschreiben könnte. Außer eben „unangenehm“. Da scheinen ein paar Altstars und ein paar Youngsters sich gefunden zu haben und soweit zu harmonieren, dass es gegen die mitteklassigen NFL-Teams für Upsets reichen kann.

Die anderen beiden Spiele starten um 21h25. Arizona (3-4) vs Atlanta (2-4)? Die Cards müssen sich nach dem pathetischen Auftritt gegen Seattle erstmal verspielten Kredit bei mir zurückholen, und wenn das sieben ausgespielte 4th-Downs an der 10yds-Line bedeutet. Ich traue den Jungs dabei durchaus einen Heimsieg zu, denn Atlanta hat a) keine überzeugende Defense und b) eine Offense, in der außer QB Matt Ryan nimmer viel beim gewohnten Alten ist. Jener Ryan stopfte letzte Woche mit einer einwandfreien Leistung gegen die Buccs-Defense vielen Kritikern das Maul (Stichwort: „Ryan ist Produkt seiner Skill-Player“). Allerdings muss man zum heutigen Zeitpunkt auch sagen: Eine motivierste Cards-Defense ist schwerer zu bespielen als eine unmotivierte Buccs-Defense. Insofern: Eher würden ich hier zu den Cardinals tendieren.

Sunday Night Game

Ab 2h30 1h30

Zu Green Bay Packers (4-2) gegen Minnesota Vikings (1-5) fällt mir nicht viel ein, da es wie ein Mismatch aussieht: Die Packers-Offense marschiert zwar wohl ohne das Ballfänger-Trio Cobb/Finley/Jones auf, aber solange QB Aaron Rodgers eine dezimierte Vikings-Secondary vorgesetzt bekommt, nehme ich jedesmal Rodgers. Fraglich ist, ob Minnesota überhaupt die Punkte auf das Tableau kriegt, um die Partie länger als eine Halbzeit spannend zu gestalten: QB Freeman ist nach dem schwachen Debüt erstmal mit Gehirnerschütterung draußen, was The Return of the Ponder bedeutet, oder besser: Weiterhin anämische Vikings-Offense. Dass Green Bay ein Laufspiel ausschalten kann, hat man gegen San Francisco schon bewiesen, nur dass dort auch noch sowas wie Pass-Offense existierte; in Minnesota tut das nicht. Schade, denn es wären halbwegs gute Skill-Players da: WR Jennings, ein einstiger Rodgers-Buddy, der Rodgers in der Offseason arg kritisierte, WR Patterson und TE Rudolph sind allesamt Spieler, die mit akzeptablem Quarterback durchaus was reißen könnten.

6 Kommentare zu “NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week 8

  1. Wie ihr ja mittlerweile alle wisst und auch jedes mal an meinem Profilbild seht, finde ich die Lions ganz gut 😀 !!!

    Daher freue ich mich heute Abend besonders auf das Spiel gegen Dallas.
    Ich bin der Meinung, dass die Lions in den kommenden drei Wochen einen riesen Schritt in Richtung Wild Card Round machen können, sollten sie die Duelle gegen die Cowboys und gegen die Cutler-losen Bears gewinnen. Dann würde man nach Week 10 bei einer Bilanz von 6-3 stehen. Ich drücke die Daumen und glaube, dass nach der unglücklichen Niederlage letztes Wochenende gegen die Bengals , wieder gefeiert werden darf.

    Ich würde mich auch freuen, wenn es sobald es Infos zu den London-Game 2014 gegen die Falcons gibt, was zum Beispiel Ticketpreise etc. angeht, dass sie hier preisgegeben werden.
    Hoffentlich befinden sich die Ticketpreise in erschwinglicher Höhe.

    Hat einer Erfahrung von euch, wie viel man in diesem Jahr zahlen musste?

    Grüße euer Zillasch 🙂

  2. @zillasch ich war Ende September beim London Game (Steelers vs. Vikings) und habe für das Ticket ca. 65€ gezahlt. Bestellt direkt zum Start des Ticketverkaufs.

    Gruß

  3. Pingback: NFL-Week 8 am Nachmittag live | Sideline Reporter

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