Sofa-QBs, Gameday 8

Aus dem Teaser:

Gameday 8 und selten lagen die Extreme weiter auseinander: in der linken Ecke und durchaus zufrieden mit ihren Teams der Packers-Sympathisant Wolfgang Pfeiffer (Die Rheinpfalz) und Lions-Kenner Thomas Psaier (Sidelinereporter), auf der anderen Seite der in Denver geprügelte Redskins-Supporter Olaf Nordwich (amfid.de) und der unerschütterliche Steelers-Fan und Gastgeber Christoph Fetzer (laola1.tv). Die Stimmung auf dem Sofa: trotzdem heiter bis freundlich.

Also: Sofa-Quarterbacks, Woche 8.

Monday Night Football, #7: St Louis Rams – Seattle Seahawks Preview

Update: Die Uhrzeit musste ich ausbessern. Natürlich wird um 1h30 angekickt, da die Zeit-Differenz zwischen Europa und den Vereinigten Staaten derzeit nur 5h Stunden beträgt.


Monday Night Football aus der NFC West heute ab 2h30 1h30 live im Gamepass und bei SPORT1 US: Seattle Seahawks (6-1) auswärts gegen die St Louis Rams (3-4), die derzeit in der eigenen Stadt massiv ins Hintertreffen geraten sind, weil die Keulenschläger aus der MLB mal wieder in der World Series stehen und ihre x-te Weltmeisterschaft gewinnen können.

Das Footballspiel fühlt sich selbst mit Heimvorteil für die Rams wie ein gigantisches Mismatch an. Die Seahawks sind aufgrund ihres sportlichen Höhenflugs aktuell ein Dauerthema und dürften relativ gut bekannt sein; hervorzuheben ist einzig ihre fassungslose Tiefe in der Defense sowie doch gröbere Probleme in der verletzungsgeplagten Offensive Line, die gegen bessere Verteidigungen einen schweren Stand hat.

Gegen die Rams sollten diese Schwierigkeiten nicht allzu schwer zuschlagen, denn diese sind eine der großen Enttäuschungen diese Saison. Nicht, dass ich Besonderes von St Louis erwartet hatte (ich sah sie als bestenfalls Mittelklasseteam), aber Baby: Drittschlechteste Offense der Liga und zweitschlechteste Pass-Defense der NFL? No way. Da hatte ich mehr erhofft.

Viel höher wird es auch nimmer gehen, denn letzten Sonntag verletzte sich der QB #8 Sam Bradford am Kreuzband und verabschiedete sich auf die IR. Prinzipiell ist Bradfords Ausfall mit seiner ängstlichen Spielweise kein allzu schwerer Verlust, hielt er die Offense eh zurück, und kann seine Verletzung nun möglicherweise die harte Entscheidung, den teuren Top-Draftpick von 2010 zu entlassen, erleichtern, aber die Kurzzeitalternative ist Kellen Clements, der das Label „career backup“ wie wenige andere trägt.

Bradfords (und OffCoord Schottenheimers) Offense war gekennzeichnet von Checkdowns; das führte zu einer der niedrigsten Turnovers-Raten (weil „sicher“ gespielt wird), aber eben auch zu schwachen 5.6 NY/A – selbst sterile Offenses wie Houston oder Arizona bringen mehr zustande. Dass das Laufspiel überhaupt nicht funktioniert und mittlerweile wegen des gefloppten Isaiah Peed auf einen 5th-Rounder im völlig unbekannten Zac Stacy zurückgreifen muss: Auch nicht hilfreich.

Das Matchup bradfordlose Rams-Offense gegen Seahawks-Defense dürfte keines auf Augenhöhe werden.

Die Rams-Defense ist allerdings auch nicht viel besser. Die D-Line um DE Quinn, DE Long und DT Brockers kriegt ganz guten Dampf im Passrush zustande, ist aber nur allzu nachlässig in der Detailarbeit, die da lautet: Run-Defense. Weil hinter diesen schlampigen Genies in Alec Ogletree ein halber Safety auf Linebacker spielt, gibt es auch immer wieder längere Runs gegen die Rams: Ogletree kann schon wunderbar Tight Ends decken, aber v.a. gegen Houston war der Mann ein sehr leichtsinniger Lauf-Verteidiger.

Am schlimmsten: Trotz akzeptablem Passrush kassiert St Louis 7.4 NY/A im Passspiel: #31 der Liga. Und das, obwohl man schon gegen Pass-Gurken wie Arizona, San Francisco, Houston oder Jacksonville spielte! Eigentlich unglaublich. Was stellt da wohl Russell Wilson mit so einem Backfield an?

Ich bewunderte Jeff Fishers Arbeit in der Saison 2012: Der talentlose Rams-Kader wurde von Fisher auf 7-8-1 Siege hinaufgecoacht, eine der größten Leistungen des Jahres. Dieses Jahr allerdings ist die Stagnation größer als befürchtet, und die 3-4 Siegbilanz spiegelt das noch nichtmal wieder (Siege über Arizona, Houston und Jacksonville). Es ist Spielermaterial da, aber noch ist man eine Baustelle. Es ist nicht zu erwarten, dass gegen die weiterhin vielleicht beste Mannschaft der NFL ein Upset aus dem Hut gezaubert wird.