Rivalry-Weekend Preview 2013

Der College-Samstag nach Thanksgiving ist für gewöhnlich einer der spektakulärsten des Jahres: Dutzende klassische Rivalrys werden ausgespielt, und weil gleichzeitig die meisten Entscheidungen oder Vorentscheidungen in den Conferences und National-Rankings fallen, ist eigentlich immer Action bis in die frühen Morgenstunden angesagt.

Iron Bowl 2013: Alabama Crimson Tide – Auburn Tigers

Sportlich wie kulturell ist die Iron Bowl dieses Wochenende das unbestrittene Top-Matchup: #1 Alabama (11-0) gegen #4 Auburn (10-1) entscheidet über den Einzug in das SEC-Finale. Für Alabama geht es zusätzlich natürlich um den höchstmöglichen Preis, die Qualifikation für das BCS-Endspiel, für die man dieses Jahr wohl ungeschlagen durchkommen muss (Auburns Chancen darauf sind eher gering).

Dass es in der Iron Bowl dieses Jahr um so viel geht, gießt nur zusätzliches Öl ins Feuer, das in dieser Rivalität brennt. Alabama gegen Auburn, das ist vielleicht die heftigste Rivalität des College-Football, zwei Provinzstädte im Bundesstaat Alabama gegeneinander. Die Rivalität zwischen Alabama-Tuscaloosa und Auburn ist so heftig, dass in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zwischenzeitlich vier Jahrzehnte lang nicht gegeneinander gespielt wurde – wegen einem läppischen Streit zwischen zwei Studentengruppen. Erst per kommissionellem Einschreiten der Staatsregierung in Alabama wurde das Spiel 1948 nach vier Jahrzehnten wieder eingeführt.

Iron Bowl – der Name rührt nicht von den eisenharten Defensivschlachten, sondern vom einstigen Austragungsort der Partie Crimson Tide vs Tigers: Birmingham/Alabama, die Stadt, die zu jener Zeit ungefährliches neutrales Feld bot und bekannt war für ihre Stahl- und Eisenindustrie. Erst seit Ende der 80er spielt Auburn die Rivalry zuhause, erst seit Ende der 90er spielt Alabama zuhause. Über die weitere Bedeutung habe ich vor drei Jahren schonmal ein paar Absätze zur näheren Erläuterung geschrieben (nach dem einleitenden BCS-Teil).

Das war damals wenige Tage vor dem Spiel der Spiele, Iron Bowl 2010, eine Partie, die mein Herz zerbrach und bereits vor dem Schreckgespenst „Kyle Brotzman“ alle BCS-Titelträume der Boise State Broncos zerbrach. Cam Newton, ich liebe dich, aber ich hasse dich auf ewig für jenes Spiel.

Für Alabama ist es – wir kehren zurück in die Gegenwart – die Chance, auch mal Schlagzeilen zu produzieren: Die Crimson-Jungs von Nick Saban lavieren sich dieses Jahr souverän, aber völlig unspektakulär durch die Saison. Das größte Spiel im September wurde in einem Shootout gegen Texas A&M gewonnen, ehe man im November auch mit LSU kaum Probleme hatte. Alabama 2013 ist nicht mehr so gut wie die Ausgaben von 2011 oder 2012, dafür im Gegensatz zu den Vorgängerversionen ungeschlagen. Man ist wandlungsfähiger geworden: Die Defense ist nicht mehr die Unit, die alles und jeden plättet, zumindest hatte sie dieses Jahr das eine oder andere schlampige Spiel (plus wurde von Manziel überrollt); dafür ist die Offense variantenreicher geworden. QB A.J. McCarron hat durchaus das Potenzial, einen Gegner auf mehr als einem Standardrepertoire von drei Pass-Routen zu schlagen, und bei den Runningbacks gibt es Talente ohne Ende.

Auburn dagegen ist die Sensation des Jahres. Im Sommer hatte ich diese Jungs als „SEC-Bodensatz“ eingestuft, und ihnen nicht den Hauch einer Chance gegeben. Ich kann weiterhin verteidigen, warum: So okay das Recruiting in Auburn die letzten Jahre war, so katastrophal spielten die Tigers in den letzten beiden Jahren. Z.B. wurden sie vor exakt einem Jahr von – eben – Alabama 49-0 geplättet, und das Ergebnis spiegelte nicht im Ansatz die wahren Kräfteverhältnisse wider. Der Coach seither wurde ausgetauscht, aber ich habe nicht erwartet, dass Gus Malzahn so schnell den Turnaround schaffen würde.

Klar, Auburn hatte Glück (s. Verzweiflungspass gegen Georgia), aber sie bestechen dieses Jahr auch durch flüssige Offense und durch die Bank diszipliniertes Spiel. Sie sind eine legitime Spitzenmannschaft, und das macht aus Malzahn IMHO den Coach des Jahres.

So. Leider ist das Spiel als SEC-Topspiel der Woche (des Jahres?) mal wieder Teil des CBS-Pakets, und damit außerhalb allem, was man über offiziellen Weg bei SPORT1 US oder im ESPN-Player hierzulande empfangen kann. (Ich würde ja niemals raten, woanders nach Bewegtbildern zu suchen). Auf alle Fälle: Obwohl Auburn so überraschend stark ist, ist Alabama klarer Favorit, die Partie zu gewinnen, zumal zuhause. SRS favorisiert Bama mit 10 Punkten, eine „Advanced“-Version (Rausrechnen der Gurkengegner aus der FBS und FCS) gar mit 14.

Sendepläne

Es sind die Spieltage, an denen man sich ESPN America zurückwünscht. Bei SPORT1 US kocht Schmalshans Küchenmeister:

18h    Michigan - #3 Ohio State
21h30  Georgia Tech - Georgia

Nachts gibt es nur NBA-Basketball. EUROSPORT 2 mit dem Tape von Indiana – Purdue ab 23h.

Im ESPN-Player werden voraussichtlich folgende FBS-Spiele angeboten:

  • 18h: #2 FSU-Florida, Michigan-#3 Ohio State, UNC-#24 Duke, UConn-Rutgers, Memphis-Temple
  • 18h21: Vanderbilt-Wake Forest
  • 18h30: NC State-Maryland
  • 20h: Colorado State-Air Force, Georgia State-South Alabama,
  • 21h30: TCU-#9 Baylor, #15 Wisconsin-Penn State, Georgia Tech-Georgia, New Mexico State-Idaho, Syracuse-Boston College, Virginia-Virginia Tech
  • 22h: Western Kentucky-Arkansas State
  • 1h: #10 South Carolina-#6 Clemson, Kentucky-Tennessee, ULL-ULM
  • 1h45: #5 Mizzou-#21 Texas A&M
  • 2h: #23 USC-#22 UCLA
  • 4h15: Boise State-New Mexico
  • 4h30: UNLV-San Diego State

Streifzug durch die Klassiker

The Game (18h, SPORT1 US und ESPN-Player) – Besonders einfallsreich waren die Ohio State Buckeyes (11-0) und die Michigan Wolverines (7-4) bei der Benennung ihres alljährlichen Superklassikers nicht, aber das soll uns nicht stören. The Game ist das größte Spiel der Big Ten Conference, die alljährliche Auseinandersetzung zwischen den über die Jahrzehnte dominierenden Unis der Big Ten. Das Spiel ist seit jeher der Abschluss der Regular Season um die Großen Seen und entschied häufig darüber, wer denn nun in die Rose Bowl einziehen würde. Dieses Jahr entscheidet es prinzipiell nicht mehr viel: #3 Ohio State ist bereits für das Big-Ten Finale qualifiziert und braucht schon gewaltige Ausrutscher von Alabama oder FSU, um noch durch die Hintertür ins BCS-Finale zu gelangen, während Michigan sich schwer enttäuschend durchs Jahr kämpft. Ohio State ist ungeschlagen und hat in der nunmehr fast zweijährigen Ägide unter Headcoach Urban Meyer noch kein einziges Spiel verloren, und trotzdem nimmt niemand die Buckeyes wahr. So geht es dir, wenn du erst eine Bowl-Sperre absitzen musst (2012) und dann einen windelweichen Schedule in einer mittelmäßigen Conference (Big Ten 2013) spielst. Ich halte Ohio State nicht für die drittbeste Mannschaft des Landes, aber Top-10 Material sind sie allemal; das SRS sieht die Buckeyes mit ihren Offensivstars QB Braxton Miller und RB Carlos Hyde mittlerweile als #6 im Lande.


Sunshine Showdown (18h, ESPN-Player) – Florida Gators gegen #2 Florida State Seminoles (11-0), keine jahrhundertealte Tradition, aber aufgrund der bestialischen Duelle in den 90ern, in denen fast jedesmal der Landesmeistertitel auf dem Spiel stand, gehört Florida-FSU zu den anerkannt größten Rivalitäten der Staaten. FSU scheint heuer endgültig von den Toten auferstanden zu sein und ist zwei (machbare) Siege vom BCS-Endspiel entfernt.

Florida (4-7) blamierte sich letzten Samstag bis auf die Knochen und kassierte gegen den FCS-Zwerg Georgia Southern (!) im eigenen Stadion (!!) eine 26-20 Pleite (!!!) und das noch nichtmal im typischen „Underdog-Modus“: Keine Zillionen Turnovers und fünf Return-TDs für Georgia Southern, ja noch nichtmal ein einziger komplettierter Pass für die Zwerge (sic!) sondern schlicht 400 Rush-Yards und physische Demonstration. Wer noch daran zweifelte, ob Head Coach Will Muschamp die Saison überleben würde, bekam eine klare Antwort.

Jetzt also in FSU das vermeintlich beste Team des Landes. Bei FSU ist es aufgrund des Wirbels um den wegen sexueller Belästigung (oder Vergewaltigung) am Pranger stehenden QBs Jameis Winston alles andere als ruhig, aber die Noles waren dieses Jahr so dominant, dass Florida den größten Leistungssprung aller Zeiten innerhalb einer Woche braucht, um hier nicht unterzugehen. Oder war Georgia Southern ein Täuschungsmanöver? Verleiht das Lokalderby magische Kräfte? Erleben wir die Sensation des Jahres? Wer sich traut zu wetten, ist mutig.


Clean, Old Fashionated Hate (21h30, SPORT1 US und ESPN-Player) – Das Duell zwischen den beiden größten Footballprogrammen in Georgia: Die University of Georgia aus Athens gegen die Georgia Tech University aus Atlanta. Beide erleben eine enttäuschende Saison, wobei Georgia (7-4), oft dokumentiert, insbesondere durch eine üble Verletzungsmisere runter gezogen wurde. Man hat bereits vier Niederlagen auf dem Konto; ein Sieg über Georgia Tech und seine bildhübsche triple option offense aus der Flexbone-Formation (das Werk des Head Coaches Paul Johnson) würde die Saison wenigstens emotional retten. Allerdings muss man auf den langjährigen QB Aaron Murray verzichten, der sich letzte Woche das Kreuzband riss und nicht mehr für Georgia auflaufen wird.


#10 South Carolina – #6 Clemson (1h) – Für South Carolina (9-2) geht es außer der Ehre um nix mehr, aber Clemson (10-1) kann mit einem überzeugenden Sieg (oder auch nur „mit einem Sieg“) eine hervorragende Ausgangsposition schaffen, um als „at-large“ Kandidat für die BCS-Bowls gehandelt zu werden: Clemson als 11-1 Team wäre eine logische „at-large“ Wahl für die Orange Bowl-Veranstalter (sofern FSU das BCS-Finale erreicht).


Stanford Cardinal vs Notre Dame Fighting Irish (1h, nur für Trüffelschweine) – Zwei der besten akademischen Bildungsanstalten der Vereinigten Staaten in einer Rivalry, die möglicherweise nicht mehr ewig Bestand haben wird, da Notre Dame sich der ACC annähert und immer weniger Platz im Schedule findet. Im Spiel selbst geht es eigentlich nur um die Goldene Ananas: Stanford (9-2) ist aus dem National Title-Rennen, aber zumindest fix für das Pac-12 Finale nächsten Freitag qualifiziert; Notre Dame (8-3) huscht unsichtbar durch die Saison und ist darauf bedacht, nur nirgends mehr Manti Teo-like anzuecken.


#23 USC vs #22 UCLA (2h, ESPN-Player) – das Stadtderby von Los Angeles ist sportlich nicht mehr allzu relevant, außer man findet es spannend, sich über die Mehr- oder Minderwertigkeit von Sun Bowls und Las Vegas Bowls zu unterhalten. Vielmehr geht es im Duell zweier enttäuschter Unis um die Ehre bzw. für Southern Cal (8-3) auch darum, sich baldigst zu entscheiden, welche Richtung man auf der semivakanten Headcoach-Position einschlagen will: Einen Starcoach oder geht man tatsächlich zur Überraschung aller mit Interimslösung Ed Orgeron in die Zukunft (ich würde nicht drauf wetten).

Die anderen relevanten Spiele von heute

North Carolina vs #24 Duke (18h, ESPN-Player) – Duke kann mit Auswärtssieg beim großen Feindbild UNC seinen Platz im ACC-Finale sichern. Aber aufgepasst: So groß der Name Duke (9-2) ist, so klein ist das Footballprogramm, und auch der SRS ist nur irgendwo drunten im Mittelfeld angesiedelt. Leichter Favorit ist UNC (6-5).


TCU – #9 Baylor (21h30, ESPN-Player) – die Neuauflage eines der fünf besten Footballspiele, die ich in meinem Leben je gesehen habe: TCU-Baylor zum Season-Opener 2011, mit dem Coming-Out des damals noch unbekannten Robert Griffin III. Es war das Spiel der Spiele. Diesmal sind die Vorzeichen klar: TCU ist mit 4-7 und einer Orgie an Verletzungen komplett abgekackt und ohne Chance auf die Bowl-Season, während Baylor eine phänomenale Saison spielt, allerdings letzte Woche einen herben Dämpfer erlitt: 17-49 bei Oklahoma State. Baylor (9-1) hat noch Chancen, die Big 12 zu gewinnen und die Fiesta Bowl zu erreichen, muss dabei aber dringend heute und nächste Woche gegen Texas gewinnen, und dann noch auf eine Niederlage von Oklahoma State nächste Woche hoffen.


#5 Missouri vs #21 Texas A&M (1h45, ESPN-Player) – es ist das Duell zwischen den beiden 2012 in die SEC aufgenommenen Unis. Texas A&M war 2012 das sexy-Baby, mit der Rampensau QB Johnny Manziel als Heisman-Sieger und „Face of the University“; dieses Jahr ist es umgekehrt: Gary Pinkels Mizzou Tigers rocken die Liga und haben heute mit einem Heimsieg über die Aggies die große Chance, sich für das SEC-Finale am nächsten Samstag zu qualifizieren. Mizzou ist 10-1 mit einer unglücklichen Overtime-Pleite gegen ebenso bewundernswerte #10 South Carolina Gamecocks – und genau diese Overtime-Pleite würde den Tigers zum Verhängnis, wenn Mizzou heute verliert: Aufgrund des direkten Duells würde Mizzou rausfliegen. Missouri hat eine rundum komplette Mannschaft, keine großen Superstars, und Pinkel kann auf QB wieder auf Starter James Franklin zurückgreifen, wobei manch einer durchaus gerne weiterhin Maty Mauk sehen würde, der als Ersatz richtig gut war.


Duel in the Desert (3h30, nur für Trüffelschweine) – #12 Arizona State Sun Devils gegen Arizona Wildcats. Die Sun Devils von der Party-Uni Arizona State (u.a. mit 45000 Studenten größte staatliche Uni in den Vereinigten Staaten) können sich mit einem Sieg das Heimrecht für das Pac-12 Finale nächste Woche gegen Stanford sichern. Bei Niederlage muss man nächste Woche nach Palo Alto fahren und das Endspiel auswärts bestreiten.


Boise State vs New Mexico (4h15, ESPN-Player) – abhängig vom Ausgang des um 20h ausgetragenen Spiels Utah State-Wyoming (Utah State dabei hoch favorisiert) hat Boise State (7-4) mit einem Heimsieg spätnachts noch die Chance, sich durch die Hintertür doch noch für das MWC-Finale zu qualifizieren. Der Sieg selbst ist gegen die New Mexico Lobos fix eingeplant.

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Black-Friday Preview 2013

Der Tag nach Thanksgiving wird in den Staaten “Black Friday” genannt und hat sich zu einer Art semi-offiziellem Nationalfeiertag entwickelt. Die Leute stürmen die Malls und beginnen ihre Weihnachtseinkäufe, und am Abend legt der College-Football mit dem Rivalry-Weekend so richtig los.

OK, „so richtig“ ist heuer relativ, denn die wirklich guten Matchups gibt es erst morgen, aber trotzdem: Es wird durchgespielt. SPORT1 US überträgt ab 2h nachts das „kleine“ Florida-Derby zwischen #19 Central Florida Knights aus Orlando und den South Florida Bulls aus Tampa, wo UCF den Conference-Gewinn der American Athletic Conference und damit auch die Fixqualifikation für eine BCS-Bowl klarmachen kann.

Der ESPN-Player hat folgendes Programm:

  • 18h: Nebraska-Iowa, Houston-SMU, Akron-Toledo
  • 19h: Ball State-Miami/OH
  • 19h30: Buffalo-Bowling Green
  • 20h: Ohio-UMass, Central Michigan-Eastern Michigan, Troy-Texas State
  • 21h30: Pitt-Miami/FL
  • 2h: #19 UCF-South Florida

Nebraska ist 8-3 und damit *pling, Überraschung!* noch einen Sieg und eine Niederlage von der patentierten 9-4 Saison entfernt. Huskers-Coach Bo Pelini könnte um seine Zukunft coachen.

Bei Buffalo Bulls vs Bowling Green Falcons geht es um den Einzug ins Conference-Finale der MAC, wo der Gegner #14 Northern Illinois sein wird – ein Gegner, dem man die perfect season und die Qualifikation für eine BCS-Bowl versauen könnte.

Miami/FL muss um 21h30 dringend gewinnen, will man im Falle einer Duke-Pleite morgen Abend noch die Chance auf das ACC-Finale erhalten. Der Gegner Pitt gilt trotz einer sehr guten Front-Seven als schlagbar.

NfT (Nur für Trüffelschweine)

Folgende Partien sind bei uns nur „irgendwo im Internet“ bekömmlich:

Battle for the Golden Boot (20h30) – #17 Louisiana State gegen Arkansas im Battle for the Golden Boot, eine Trophäe, die in ihrer Form dem Stiefel angeleht ist, den die Staatsgrenzen der beiden angrenzenden US-Bundesstaaten Louisiana und Arkansas bilden. Was erst vor zwei Jahren zu diesem Zeitpunkt das Spitzenspiel #1 gegen #3 war, gilt heute als glasklare Angelegenheit: LSU trotz dreier Saison-Pleiten klarer Favorit gegen die Hogs, die nur noch im Mittelfeld der SEC herumkrebsen. Der neue Head Coach Bielema, für teures Geld aus Wisconsin geholt, scheint den Turnaround noch nicht geschafft zu haben; immerhin: Arkansas hat schon mal stilistisch den Wandel von der besten Pass-Offense der SEC zu einem 60er-Jahre Lauf-Team geschafft.

Apple Cup (21h30) – das Spiel der beiden Pac-12 Unis aus dem Bundesstaat Washington, Washington Huskies gegen Washington State Cougars. Erstere sind das bekanntere, erfolgreichere Programm, aber die feel good-Story 2013 sind eher die Coogs aus den Wäldern nahe Idaho: Der 2012 geholte Head Coach Mike Leach hat die Uni zum ersten Mal seit vielen Jahren in der Bowl-Season, nachdem der Vorgänger Paul Wulff nur neun Siege in vier Jahren zustande gebracht hatte. Washington State ist noch kein klassisches Air Raid-Team im Leach’chen Sinn, schaffte unterm Jahr sogar einen erstaunlichen 10-7 Sieg bei den USC Trojans… sagen wir so: Die Mannschaft ist in der Transformationsphase, mit überragenden Phasen, aber auch mit katastrophalen.

San Jose State vs #16 Fresno State (21h30) – Fresnos letzte Station vor dem MWC-Finale, für das man schon fix qualifiziert ist. Mission: Ungeschlagen bleiben. San Jose State sollte dieses Jahr keine unüberwindbare Hürde sein.

Civil War (1h) – Es gibt landesweit Aufsehen erregendere Rivalrys als den Civil War, das Derby zwischen den #11 Oregon Ducks und den Oregon State Beavers, aber es gibt wenige, die auf lokaler Ebene hitziger gelebt werden. Oregon State aus Corvallis und Oregon aus Eugene haben ihren Campus jeweils im bevölkerungsreichsten Tal des Bundesstaates, und kämpfen seit Äonen um die Vorherrschaft in einem Staat, in dem der College-Sport den Profisport meilen in den Schatten stellt. Mehr geschrieben hab ich schon vor Jahren. Nach den Ereignissen von letzter Woche ist es diesmal aber schwierig, sich Thrill in Form von schleimiger Soße aus der Nase zu ziehen: Oregon und Oregon State ließen sich jeweils willenlos von Pac-12 Mittelklasseteams wie Arizona oder Washington abschlachten und spielen heute nur noch um sowas wie einen versöhnlichen Abschluss der Regular Season. Krass, wie Oregon innerhalb weniger Wochen von besser denn ever zu Wir wollen Chip Kelly zurück! abstürzte. BCS-Bowl für Oregon ist wohl außer Reichweite.

Thanksgiving-Preview 2013

Thanksgiving ist nicht nur das größte Familienfest in den Vereinigten Staaten, sondern auch der Auftakt zu einem der besten Footballwochenenden des Sportjahres. Das amerikanische Erntedankfest wird TV-technisch in den Staaten traditionell truthahnverspeisend von NFL-Football aus Detroit und Dallas begleitet, mit dem neumodischen Zusatz einer rotierenden Primetime-Partie. Wer sich nach drei NFL-Spielen noch nicht sattgesehen hat am Football, der kann in den nächsten Tagen Rivalry-Games en masse aus dem College-Football bestaunen, plus zwölf NFL-Spiele am Sonntag und Monday Night Game als Abrundung. Für eierige Unterhaltung ist also gesorgt.

Thanksgiving 2013 ist auch das erste NFL-Dankfest seit Jahren, das ich passiv erlebe. Ich habe heute Abend pünktlich zum zweiten Viertel die letzte Orchesterprobe vor dem Konzert am Samstag, was mir Live-Konsum der Partie unmöglich macht. Das ist schade, denn die Thanksgiving-Partie am späten Donnerstagnachmittag (nach MEZ) gehört für mich ganz unabhängig von persönlichen Präferenzen zu den Highlights der NFL-Saison.

Detroit Lions – Green Bay Packers

Kickoff 18h30 | live bei SPORT1 US, US-Broadcaster FOX

Thanksgiving ist auch alljährlich die Gelegenheit, den Status quo der Detroit Lions zu eruieren, dieser verfluchten Franchise, die sich in den letzten Jahren ganz gut gemacht hat wie ich finde. Es mischen sich aber ambivalente Gefühle in das Gesamtbild der Lions: Wären wir in 2009, ich wäre begeistert über die Art und Weise, wie diese Mannschaft spielt. Aber wir schreiben 2013, und wir könnten im Prinzip die selben Dinge schreiben wie in den letzten beiden Jahren, da sich wenig bis nix geändert hat: Diese Jungs spielen einen Ball, der den Hardcore-Fan in eine beständige Welt zwischen himmelhochjauchzend und zu-Tode-betrübt versetzt.

Das Spiel gegen Tampa Bay am Sonntag war eins. Jenes gegen Pittsburgh ein anderes. Und dann hätten wir da noch eine Partie gegen Dallas vor ein paar Wochen. Oder gegen Chicago. Alle Spiele nach demselben Schema. Aber nur zwei davon gewonnen. Das Tampa-Spiel war exakt das Dallas-Spiel, bloß ohne den Goal-Line Sneak des Quarterbacks Matthew Stafford. Ansonsten? Dominant in jeder Kategorie: Fast doppelt so viele Offense-Yards, fast ein ganzes Yard mehr im Schnitt pro Spielzug, doppelt so gute 3rd-Down%, doppelt so viele Sacks usw. Aber verloren. Der Grund: Turnovers, Big Plays bei den Buccs. Detroit schafft es immer wieder, sich selbst hinunter auf den Level des Gegners zu spielen, oder, wahlweise gegen die Top-Gegner, sich hinauf zu ziehen zum Gegner. Credo: Das Spiel muss, egal gegen wen, auf ein bizarres Finish hinauslaufen. Ist es ein QB-Sneak, gut. Ist es ein Drop zur INT des besten Spielers (Johnson), auch gut. Hauptsache knapp.

Das macht es einfach, mit dieser Mannschaft mitzuleiden, aber auch einfach, sie zu verdammen. Vor zwei Jahren war Detroit 10-6 und in den Playoffs. Letztes Jahr 4-12 und mit Top-5 Pick. Diesmal war man 6-3 und in scheinbar komfortabler Position. Jetzt ist man 6-5. In Wahrheit hat sich am Spiel genau geändert: Nix. Alle Spiele laufen nach demselben Schema F: Völlig dominante Phasen, völlig bizarre Fehler. Der Löwe wie die Raubkatze, die mit ihrem Mäuschen spielt. Allein: Das Mäuschen hat in realiter keine Chance. In Detroit ist das anders.

Diese Murmeltierschleife, in der die Franchise steckt, wird allerdings auch zum Problem für Head Coach Jim Schwartz, der längst nicht mehr sicher im Sattel sitzt. „Coachen“ ist auch „in der Entwicklung begleiten“ bzw. „die Entwicklung fördern und steuern“, aber diese Entwicklung stagniert seit ziemlich genau zwei Jahren. Die Schwierigkeiten sind seit ziemlich genau zwei Jahren dieselben, und sie sind mehr oder weniger ungelöst.

Thanksgiving läutet den Saison-Endspurt ein, und auch hier sorgten die Lions in den letzten 3-4 Jahren stets für angemessene Unterhaltung, sei es durch unbeherrschtes Nachtreten (Ndamukong Suh) oder unbeherrschten Flaggenwurf (Schwartz). Es ist immer was los. Es ist vor allem dann was los, wenn der Gegner Green Bay heißt und es ein Divisionsduell in einer knappen Staffel NFC North ist.

Green Bay musste den November ohne QB Aaron Rodgers bestreiten und verlor prompt zweieinhalb von drei Spielen. Weil die Hauskonkurrenz in Lions (6-5) und Chicago Bears (6-5) aber den Gefallen machte zu warten, bleibt es eine Division auf Messers Schneide.

Die Ansetzung Lions-Packers gab es bereits 2011 zu Thanksgiving, als sich Suh mit einem Tritt gegen einen Packers-Guard zum US-weiten Feindbild und Symbolbild des „dreckigen Spielers“ machte. Nun wird in der NFL mit harten Bandagen gekämpft, und du könntest in jedem Spiel eine Handvoll grenzwertiger Aktionen isolieren, aber Ndamukong Suh ist bis heute ein zweifelhafter Ruf geblieben. Ein bemerkenswertes Portrait über einen der umstrittensten NFL-Spieler hat Jordan Conn bei Grantland.com verfasst:

Sportlich der Unterschied zu 2011: Suh ist mittlerweile ein kompletter Spieler geworden, der gemeinsam mit DT-Kollege #98 Fairley das Herz der im Kern simplen Lions-Verteidigung bildet. Keine andere NFL-Defense ist so abhängig davon, dass vorne die beiden Tackles das Heft in die Hand nehmen; jeder Spielzug ohne schnelles Durchbrechen der Defense Line wird für Detroit aufgrund einer mäßigen Secondary zum Harakiri-Ritt.

Die Lions-Defense von DefCoord Gunther Cunningham ist nicht „schlecht“. Sie ist bloß banal, und vertraut auf die individuelle Klasse dieser zwei Spieler in der Line. Die wirklich guten Quarterbacks wissen das zu nützen, vor allem, wenn sie Zeit bekommen.

Nun ist nicht ganz klar, ob Aaron Rodgers heute Abend wirklich auflaufen wird; Rodgers soll schmerzfrei werfen können, aber riskierst du eine erneute Verletzung und das endgültige Saisonaus wegen eines – und sei es noch so wichtiges – Spiels? So makaber es klingt, aber der Gegner weiß um Rodgers‘ wunde, noch nicht vollends auskurierte Stelle, und er wird sie attackieren. 15yds-Strafen für intentionale Hits und ein angeknackstes Schlüsselbein? Die NFL ist kalt genug, um das ohne mit der Wimper zu zucken durchzuziehen, und es wird noch nichtmal Kritik an solchen Taktiken geben.

So wird vermutlich der Notnagel QB Matt Flynn auflaufen, der – auch hier haben wir eine Geschichte parat – in der NFL vor allem deswegen bekannt wurde, weil er mit zwei exzellenten Einsätzen in der Regular Season Millionen scheffelte, aber in Seattle und Oakland jeweils von QB-Grünschnäbeln verdrängt wurde. Eine dieser beiden fantastischen Flynn-Spielen in der Regular Season? 2011/12 gegen Detroit, als er ca. 500 Pass-Yards und sechs Touchdowns fabrizierte. Am Sonntag feierte Flynn sein Comeback als Packers-QB und rettete ohne zu glänzen ein Remis gegen die Minnesota Vikings.

Flynn ist ein klassischer Backup-QB: Nicht in der Lage, aus dem Nichts eine dauerhaft tragbare Offense zu leiten, aber auch nicht unterirdisch genug, dass du mit ihm das Spiel schon vor dem Kickoff abhakst. Er wird einige gute Plays machen, und wenn es der Tag erlaubt reicht das für einen herausgewürgten Sieg. Angesichts der Umstände lönnte man durchaus nachvollziehen, wenn Packers-Headcoach Mike McCarthy heute Flynn statt Rodgers aufstellt.

Ob mir oder ohne Rodgers: Ich halte Detroit heute für grundsätzlich favorisiert. Green Bay gewann zwar die meisten der letzten direkten Duelle, aber es war fast immer knapp (hehe…), und minimum drei dieser Partien hätte Detroit mit einer Prise mehr Konsequenz gewinnen können. Im Oktober war es noch am klarsten, aber da waren die Vorzeichen im Vergleich zu heute grundverschieden: Lions damals ohne WR #81 Calvin Johnson, Packers mit einem fitten Rodgers und einem fitten OLB #52 Matthews.

Dallas Cowboys – Oakland Raiders

Kickoff 21h | live bei SPORT1 US, US-Broadcaster CBS

Dallas gegen Oakland ist ein Thanksgiving-Duell, das immer seine Zuschauer anziehen wird, selbst bei sportlicher Misere beider dieser zu den bekanntesten und beliebtesten Franchises der NFL gehörenden Organisationen. „Sportliche Misere“ wäre bei den Cowboys 2013 zu negativ formuliert, denn Dallas führt immerhin mit 6-5 Bilanz die NFC East Division an und hat immer wieder brillante Ansätze. Im Kern treffen viele der obigen Beschreibungen der Lions-Franchise auch auf die Cowboys zu, mit kleinen Unterschieden: Dallas hat den deutlich schlechteren in-Game Coach (obwohl auch Schwartz kein Genie ist), und Dallas hat die dünnere Defense.

Heute sollte das nicht zu schwer ins Gewicht fallen.

Denn die Oakland Raiders sind so oder so klarer Außenseiter. Ehre und Respekt an Head Coach Dennis Allen, mit diesem für NFL-Verhältnisse furchtbaren Kader stattliche vier Saisonsiege herausgewürgt zu haben – das ist schon jetzt mehr als erwartet. Besonders gut sind die Raiders trotzdem nicht (Power-Ranking #31), aber mit ihrer zeckigen Defense können sie die mittelmäßigen Gegner im Schedule jederzeit zu sich herunter ziehen. Die Cowboys-Offense ist allerdings nicht „mittelmäßig“, sondern durchaus zu den besseren im Lande zu zählen.

So oder so glaube ich kaum, dass Oakland die fire power in der Offense hat, um mit Romo und seiner Pass-Armada mitzugehen: QB Terrelle Pryor habe ich vor einigen Wochen mal zaghaft gelobt, aber seitdem sind Pryors Zahlen ähnlich weit den Bach runtergespült worden wie es das GameTape optisch hergibt: Mittlerweile bin ich wieder auf Stand 2011, überzeugt, dass man mit Pryor keinen Franchise-QB in spe im Kader hat. Der Backup ist Matt McGloin, ein ehrenwerter Recke, der nach dem Desaster bei Penn State am College durch nichts mehr zu erschrecken ist, aber McGloin ist mit seinem limitierten Arm nicht mehr als ein Notnagel. Kurzum: Schon allein wegen der zu ineffizienten Offense gebe ich den Raiders in Dallas keine ernsthafte Chance.

Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers

Kickoff 2h | live bei SPORT1 US, US-Broadcaster NBC

Der einstige „Grudge Bowl“ als Krisengipfel in der Thanksgiving-Nacht? Nehm ich. Baltimore (5-6) gegen Pittsburgh (5-6) ist ein nie zu verachtendes Duell, eines der wenigen Rivalry-Games der NFL, das zwischen zwei wirklich philosophisch klar trennbaren Franchises ausgetragen wird: Beide sind stolz auf ihre Reputation als Defense-Schmieden, aber die konzeptionelle Herangehensweise ist grundverschieden. Während die Steelers sich einen Namen als „Blitzburgh“ mit massivem Zug zum Quarterback gemacht haben, agieren die Ravens vor allem über körperliche Härte und blaue Flecken. Allein: Beide Defenses sind nicht mehr so furchteinflößend wie in der Vergangenheit. Die großen Stars der letzten Jahre (Ray Lewis, Ed Reed, James Harrison, Troy Polamalu) sind entweder zurückgetreten, gewechselt oder spielerisch nicht mehr auf dem Niveau der Vergangenheit.

Baltimore hat immerhin eine verjüngte Defense beisammen, die im Laufe der Saison immer besser geworden ist, aber dafür tun sich Waale in der Offense auf: QB Joe Flacco sieht ohne adäquate Unterstützung von den Receivern schlimmer aus denn je und spielt wie erwartet meilenweit unter dem Niveau, das sein rekordverdächtiger Vertrag verlangt. Aber es kommt auch vom Laufspiel wenig bis nichts: Die SR% ist mit 30% katastrophal, der Y/A-Schnitt mit 2.9 Y/A auch nicht viel besser, und das trotz so explosiver, vielseitiger Backs wie Ray Rice oder Bernard Pierce. Man ist in der Lage, aus exzellenten Starting-Feldpositionen drei bzw. hin und wieder sogar sieben Punkte mitzunehmen, aber nach Drive-Länge ist Baltimores Offense auch im untersten NFL-Viertel zu verorten.

Pittsburgh offenbart eine gefährlichere Offense, in der RB #26 LeVeon Bell mittlerweile ein NFL-Standardlaufspiel aufziehen kann. G DeCastro spielt ein so gutes Jahr, dass man ihm zutraut, einen der Ravens-DTs im Alleingang zu übernehmen. QB Roethlisberger dahinter sieht ein wenig eingerostet aus und damit die Offense streckenweise hausbacken, aber Big Ben hatte auch Spiele mit längeren lichten Phasen, und wenn er nicht gerade Sacks für -17 Yards kassiert, ist Ben in Kombination mit dem sensationellen WR #84 Antonio Brown immer in der Lage, auch lange Drives zum TD auszuspielen. Das sieht zwar holprig aus, aber die Effizienz ist zurück. Man sollte auch dem oft in den Senkel gestellten OffCoord Haley nicht zu sehr verdammen; der ehemalige Steelers-Ballbub Haley hatte heuer wenigstens zwei oder dreimal auffallend gute GamePlans mit designten Routenkombinationen, in denen sich sogar zweitklassige Steelers-Receiver frei gelaufen bekamen.

Für mich ist Pittsburgh summa summarum in dieser Partie Favorit. Außer natürlich, Flacco zeigt, dass der Playoff-Lauf kein Zufall war und er nur mit uns allen spielt, uns in die Ecke treibt und dann aus dem Nichts einen neuerlichen Sechs-Siege Lauf in die Playoffs führt (Spoiler: wird nicht passieren).

NFL-Power Ranking 2013, Week 12

Diese NFL-Saison 2013/14 ist nicht nur gefühlt sehr schwer zu prognostizieren, sondern auch auf dem Stat-Sheet: Das Power-Ranking hat nach 12 Wochen noch immer keine allzu gefestigte Form, und in Sachen Preview-Genaugkeit am abgelaufenen Wochenende erneut eine negative Bilanz eingefahren: 5-8 (bei einem Remis). und steht nun bei 67-44 richtigen Tipps über die Saison (60.3%).

Ich erwarte nicht, dass das Power-Ranking 100% richtig tippt. Besser: Ich will es nicht. Wenn mein Power-Ranking den Tampa Bay Buccaneers nur eine 21%ige Chance gibt, in Detroit zu gewinnen, dann heißt das nicht, dass Tampa immer verlieren wird. Nein: Auf Basis des Modells erwarte ich, dass Tampa ca. zweimal in zehn Versuchen auswärts gewinnen kann. Andernfalls wäre das Modell überkonfident.

Und mal ehrlich: Viel mehr kann dir nicht in den Schoß fallen als ein Dreipunktesieg mit fünf Turnovers (davon drei INTs an der GoalLine plus zweimal abgefälschte INT) beim Gegner plus geblocktem Punt in der RedZone. Ach ja, und: INT-Return zum TD und ein einzelner 85yds-Pass TD. Das war so ziemlich der einzige Weg, wie Tampa gewinnen konnte, daher würde ich die 79%ige Siegchance für Detroit auch nach dem negativen Ergebnis bestätigen. Was Detroit da veranstaltete, war Selbstzerstörung galore. Es war auch der einzige Weg, wie Tampa die Partie gewinnen konnte.

Im Ranking spiegelt sich die insgesamt maue Leistung auch in Form von sich verschlechternden Werten nieder; Detroit fällt auf #11 zurück. Dafür geistern sich nach den Ergebnissen am Wochenende andere Teams nach oben.

NFL-Power Ranking 2013, Week 12

NFL-Power Ranking 2013, Week 12

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 12.

Statistik-Tabelle

Statistik-Inputs für Power-Ranking 2013, Week 12

Statistik-Inputs für Power-Ranking 2013, Week 12

Kommentarsektion

Die Carolina Panthers sind das clutchigste Team der Liga. Sie gewannen schon wieder in den letzten Spielsekunden und brachten mit ihrer Clutchiness erneut die Refs dazu, eine enge Entscheidung pro Carolina zu fällen. Das ist Qualität! Carolina = neues Clutch-Team der Liga. Cam Newton = Eli Manning 2.0, nur besser!

Die San Diego Chargers sind das einbeinigste one trick pony der NFL, zumindest auf Makro-Ebene: Was die Pass-Offense um den wiedererstarkten QB Philip Rivers aufbaut, reißt die verheerende Secondary wieder ein. Auf Mikro-Ebene ist der Pass-Angriff der Chargers allerdings so breit, dass es breiter nicht geht: Es gibt keinen klaren Top-Wideout, auch wenn WR #13 Keenan Allen die Partie am Sonntag im Alleingang offen hielt und gefühlt 95% der Bolts-Yardage machte. Dahinter haste viele unbekannte Waffen, plus TE Gates plus den wendigen RB #39 Woodhead, der so gut drauf ist wie vielleicht nur noch 2010, als er sein Coming-Out in New England hatte. Der Mann mit dem Sieg-TD am Sonntag heißt übrigens Ajirotutu.

Einziger Konkurrent im one trick pony-Rennen: Denver, aber das wussten wir bereits.

Carolina ist clutch! Sie haben gelernt, die engen Spiele zu gewinnen!

Houston und Atlanta waren vor ziemlich genau einem Jahr in der Pole-Position auf den jeweiligen #1-Playoffseed in AFC und NFC. Heute sind sie Topfavoriten auf den Top-Draftpick 2014. So schnell kann’s gehen. Das Power-Ranking sieht allerdings beide Teams relativ entfernt vom Bodensatz, und das macht diese beiden Teams zu mächtigen Sleepern für 2014: Man stelle sich vor, Atlanta und Houston picken jeweils in den Top-3. Die Optionen wären gigantische: Passrusher wie Clowney oder Barr könnten warten, oder ein Franchise-QB für Houston. Sollte Atlanta tatsächlich die Wettbewerbsfähigkleit in der letzten Wochen einstellen (z.B. in Form von unglücklichen Schulterverletzungen bei QB Ryan) und ganz oben picken, könnten die Falcons auch massig Draftpicks per Trade einkaufen.

Trainerkarussell

Es gibt im Trainerkarussell fast immer eine Überraschung, aber rund einen Monat vor Saisonende können wir ja mal auf die offensichtlicheren Trainersituationen schauen. Ich hab das Thermometer mal an die Trainerstühle gehalten:

  • Heiß: Tampa Bay/Schiano, Minnesota/Frazier, Tennessee/Munchak, Washington/Shanahan, Houston/Kubiak
  • Warm: Detroit/Schwartz, Dallas/Garrett, Miami/Philbin
  • Am Abkühlen: Pittsburgh/Tomlin, NY Jets/Ryan

Schiano ist trotz Kampfgeist in der Mannschaft dead man walking. Favoriten auf die Nachfolge könnten Player’s Coach Lovie Smith (hat eine Buccs-Vergangenheit) oder der SF-OffCoord Greg Roman sein. Frazier ist für mich eigentlich ein guter in-Game Coach und nicht zwingend ein Entlassungskandidat, aber die Vikes werden im April (oder Mai? Wann ist Draft?) wohl einen neuen QB holen, und das geht oft mit einem neuen Coach einher (die Logik könnte man auch umdrehen). Munchak in Tennessee ist für mich ein no brainer: Munchak hat zwar eine ewige Historie in dieser Franchise, aber der Owner Bud Adams ist vor wenigen Wochen gestorben, und die neue Führung könnte sich veranlasst sehen, eine modernere Richtung einzuschlagen. Washington und Shanahan erhitzt sich rasant.

Kubiak? Es verdichten sich die Anzeichen, dass 2011 und 2012 die Ausreißer bei Kubiak waren, und nicht alle anderen sechs Saisons. Kann ein Coach deutlicher seine Situation beschreiben als der temporäre QB-Wechsel von Keenum zurück auf Schaub letzte Woche?

Vielleicht sollte man auch Philbin in die „Heiß“-Kategorie werfen; hier ist die Incognito-Untersuchung abzuwarten. Schwartz in Detroit ist aufgrund von Murmeltierschleifenproblemen unter mittlerweile strenger Beobachtung. Garrett in Dallas? Ich weiß, was Jerry Jones gesagt hat, aber Jerry Jones redet viel wenn der Tag lang ist. Und mal ehrlich: Garrett ist einer der schlechtesten in-Game Coaches. Du kannst einen Fan von der Tribüne an die Seitenlinie stellen und er coacht dir ein besseres Spiel.

Potenziell könnte sich in New York ein Trainerstuhl aufmachen, der nicht von Rex Ryan handelt: Es wird kolpotiert, dass der alternde Tom Coughlin seinen Rücktritt anbieten wird. Der Trainersessel bei den Giants dürfte einer der begehrtesten sein; könnte interessant werden…

Award-Watch

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Brees, Calvin Johnson, Dontari Poe
  • Offensiv-MVP: Manning, LeSean McCoy, Calvin Johnson, Jimmy Graham
  • Defensiv-MVP: J.J. Watt, Poe, Justin Houston, Luke Kuechly, Richard Sherman
  • Rookie-Watch: Sheldon Richardson, Star Lotulelei, Kiko Alonso, Andre Ellington, Eddie Lacy, Keenan Allen, Larry Warford
  • Coaches: Ron Rivera, Sean Payton, Andy Reid, Belichick

Ich habe Romo und Andrew Luck aus der Watchlist gestrichen; beide sind Super-Spieler, aber die letzten Wochen waren insgesamt doch sehr blass. Ich überlege mittlerweile, zwei andere QBs in die Liste aufzunehmen: Chargers-QB Rivers, der gegen Kansas City eine weitere bärenstarke Leistung inklusive fantastischem TD-Pass zur Entscheidung beisteuerte. Und einen Langweiler: Brady. Bradys erste Saisonhälfte war teilweise schwach, aber Fakt ist auch, dass er mit einem Receiving-Corp ähnlich den Ravens zirka 300% das herausgeholt hat, was ein Flacco in Baltimore macht. New England ist ganz fett im Rennen und ich bezweifle, dass es einen wichtigeren Mann als Brady gab.

In der Defense beginne ich auch mal mit einer Aussortierung: Suh fliegt raus. Suh und Gerald McCoy sind beides Super-DTs, aber wir haben so viele Top-Kandidaten auf den Award, dass ich das Feld lieber mal beginne, einzuschränken. Man könnte überlegen, den Buccs-LB #54 David aufzunehmen: Großartiger Mann. Aber David ist wohl wie Hali in Kansas City: Es gibt in der eigenen Defense vmtl. 1-2 Leute, die noch wertvoller sind.

Bei meinem Lieblings-RB Jamaal Charles glaube ich weiterhin nicht, dass er in die Watchlist gehört: Charles‘ Laufspiel ist nicht effizient, und diese vielen Drops bei Kurzpässen werden schön langsam zu einem Problem für die Chiefs, zumal diese Checkdowns der Hauptbestandteil der Chiefs-Offense sind.

Bei den Coaches habe ich – ach wie langweilig – Belichick in die Watch-List aufgenommen. Es ist nicht nur die bemerkenswerte und in meinen Augen richtige Entscheidung, den Wind zu nehmen, nein: Belichick ist wie immer mehr: Belichick hat einen Kader in etwa auf Augenhöhe mit, sagen wir, den Rams, plus Brady. Er hat damit verdammt viel gemacht in der ersten Saisonhälfte, und ist, mit New England mittlerweile auf #8 im Power-Ranking (das mag die Pats sogar unterschätzen) mittlerweile wieder ein legitmer, ernst zu nehmender Superbowl-Favorit.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 13

Woche 12 war wie geschrieben enttäuschend für das Power-Ranking, aber wenn Jacksonville, Tampa und St Louis gewinnen, sind alle mathematischen Systeme chancenlos. Die Wahrscheinlichkeiten für den kommenden Spieltag:

HOME                 %   AWAY                  %
Detroit             52   Green Bay            48
Dallas              72   Oakland              28
Baltimore           44   Pittsburgh           56
Cleveland           86   Jacksonville         14
Indianapolis        59   Tennessee            41
Minnesota           43   Chicago              57
NY Jets             44   Miami                56
Philadelphia        64   Arizona              36
Carolina            76   Tampa Bay            24
Houston             42   New England          58
Buffalo             62   Atlanta              38
San Francisco       80   St Louis             20
Kansas City         30   Denver               70
San Diego           43   Cincinnati           57
Washington          41   NY Giants            59
Seattle             57   New Orleans          43

Viele knappe Matchups diesmal: Sechs Spiele sind innerhalb des 3pts-Spreads (57% Wahrscheinlichkeit), und drei weitere kratzen haarscharf daran. Der knappste Favorit ist Detroit, wobei das Modell weder weiß, noch sich drum scheißt, ob und in welchem Zustand Aaron Rodgers auflaufen wird.

SeattleNew Orleans ist das bislang hochwertigste Matchup der Saison: Seahawks wie Saints stehen im Ranking bei .754 auf #1 und #2, und werden erst durch die vierte Nachkommastelle getrennt. Durch den Heimvorteil schätzt das Modell folgerichtig die Siegchance der Hawks auf 57%.

Akademische Viertelstunde vor dem Rivalry-Weekend

Das letzte College-Wochenende vor Thanksgiving hat nicht enttäuscht und standesgemäße Ergebnisse geliefert, die uns ein Thanksgiving-Wochenende bescheren werden, das sich komplett gewaschen hat. Zu den Details mehr im Laufe der Woche. Heute ein Blick zurück auf die Spielwoche 13, aufgeteilt diesmal nach Conferences.

Southeastern Conference (SEC)

#1 Alabama schlafwandelte sich durch ein 49-0 über Chattanooga aus der FCS und verbrauchte dabei in etwa so viel Energie wie Auburn, das am nächsten Wochenende der Gegner in Tuscaloosa sein wird, nämlich gar keine.  Die Iron Bowl wird zum Play-in für das SEC-Finale, und Auburn hat sogar noch Außenseiterchancen auf das BCS-Finale. Wenn mir das einer im Sommer gesagt hätte…

Aber es ist nicht nur Auburn in der SEC, es ist auch #5 Missouri. Mizzou hält sein Schicksal in der anderen SEC-Division (East) weiterhin selbst in der Hand, putzte Ole Miss in einem Spiel mit viel Spoiler-Potenzial souverän 24-10, und kann durch die Bank zufrieden sein: QB James Franklin kehrte wieder zurück, und der Sieg kam in erster Linie durch eine geschlossene Mannschaftsleistung zustande. Mizzou ist damit 6-1 in der SEC-East, South Carolina 6-2, wobei die Gamecocks das direkte Duell gewonnen haben. Mizzou braucht am Samstag immer noch einen Heimsieg gegen Texas A&M.

Dass der nicht ausgeschlossen ist, dafür steht die Leistung der Texas A&M Aggies dieses Wochenende: Ein 10-34 bei den LSU Tigers. LSU ist die einzige Mannschaft im College-Football, die Johnny Manziel zweimal wirklich entzaubern konnte; das schaffte nichtmal Alabama. Manziel mit einer gemessen an seinem Standard grottenschlechten Vorstellung, 16/41 und zwei INTs. Bärenstarke Defense-Leistung dagegen von LSU, das diese Saison bloß etwas zu wechselhaft war; LSU auf der Höhe ist eine Top-5 Mannschaft dank seiner Defense.

Ein krasses Ergebnis haben die Florida Gators anzubieten: Sie verloren zuhause gegen Georgia Southern, ein Mittelklasseteam aus der FCS (!) mit 20-26, und für den eh schon angeknockten Headcoach Muschamp muss die Art und Weise einem Kündigungsschreiben gleichkommen: Georgia Southern komplettierte nicht einen einzigen Pass mit seiner Offense, lief aber mit weit über 400yds über Florida drüber! Am Samstag kommt #2 FSU nach Gainesville; das wird dann entweder das größte Upset der Saison, oder der erste 70-Punkte-Sieg für FSU über den großen Staatsrivalen Florida.

Big 12 Conference

Ich weine um die Baylor Bears, die am Samstag von Oklahoma State komplett platt gemacht wurden und in Stillwater/OK mit 17-49 untergingen. Halb Amerika kriecht nun unter den Sitzen hervor und unterstellt Baylor „Gimmick“ und „not for real“, aber ich weiß nicht, ob das zu kurz greift: Ja, auch ich hatte am Samstag vor lauter Paranoia geschrieben, Baylor könne immer stolpern, aber das ist doch College-Football: Keine Mannschaft ist komplett genug, um per se ohne etwas Glück ungeschlagen durchzukommen. Am Samstag lief alles gegen Baylor: Verletzungsausfällen mehrerer Offense-Stars (u.a. RB Seastrunk) und daraus folglich kein Laufspiel; ein Turnover früh im Spiel an der OSU-1yds Line, ehe die Cowboys mit einem 99yds-TD Drive antworteten, und danach brachen alle Dämme: Drei Ballverluste für Baylor, fast 600yds in der Defense kassiert. Solche Dinge passieren.

Damit ist Oklahoma State in der Pole-Position in der Big 12 Conference: Die Cowboys sind 7-1 conference-intern und können in zwei Wochen mit einem Sieg im Bedlam-Derby gegen die Oklahoma Sooners (6-2) den Conference-Titel „clinchen“. Es wird allerdings wohl einen Sieg brauchen, denn Baylor ist mit 6-1 nicht weit dahinter; Baylor spielt noch gegen Texas und TCU, und wird beide Siege plus eine Pleite von Oklahoma State brauchen, um durch die Hintertür doch noch in die Fiesta Bowl einzuziehen.

Big Ten Conference

Nach den Ergebnissen von Samstag steht die Finalpaarung der Big Ten Conference fest: #3 Ohio State trifft auf #11 Michigan State; OSU fuhr über Indiana drüber, gewann nach 42-0 Führung mit 42-14. Michigan State gewann auch, hatte sogar erstmals seit langer Zeit sowas wie ein brauchbares Offense-Spiel beim 30-6 über Northwestern – jenes Northwestern, das nach seinem 4-0 Start vom September sieben Spiele en suite verloren hat und nun sogar aus der Bowl-Season gefallen ist.

Ohio State hat noch Außenseiterchancen auf die BCS, aber dazu müssten wohl entweder Alabama oder FSU beide verlieren… und das B1G-Finale gegen die Spartans ist auch kein Selbstgänger.

Atlantic Coast Conference

#2 FSU mit einem 80-14 über die Idaho Vandals ist durch und im ACC-Finale; die Noles am Samstag wie oben geschrieben mit einem trap game in Gainesville: Da kannste eigentlich nur verlieren nach dem totalen Abschuss der Gators. Der ACC-Finalgegner ist noch unklar: #24 Duke, das kleine versnobte Duke ist mit 5-2 Conference-Record (9-2 Bilanz overall) in der Front-Position, muss aber am Wochenende noch gegen den größten Rivalen UNC spielen. Ein Sieg reicht für Duke zum ACC-Finale. Verlieren die Blue Devils allerdings, droht blankes Chaos… aber wer will sich schon freiwillig den FSU Seminoles am ersten Dezemberwochenende stellen?

Pac-12 Conference

Oregon ließ sich abschießen wie sonst nur Oregon andere abschießt: 16-42 gegen die Arizona Wildcats, bei Leibe kein Weltklassegegner. Damit ist Oregon im Rennen um die Pac-12 Krone raus und ohne Chance auf die Rose Bowl. QB Mariota mit einer schwachen Vorstellung, eliminierte sich aus dem Heisman-Rennen.

Stanford und die Arizona State Sun Devils (Sieg über UCLA) bestreiten das Pac-12 Finale am Nikolaustag. Arizona State ist für Beobachter des SRS keine allzu große Überraschung: Die Sun Devils sind seit vielen Wochen in der unteren Hälfte der National-Polls gerankt, aber mit dem fünft- oder sechstbesten SRS-Wert landesweit. Diese Jungs sind brandgefährlich, aber zu unkonstant, um wirklich sauber durch die Saison zu kommen. Am Wochenende spielen sie gegen den innerstaatlichen Rivalen Arizona, und mit einem Sieg erspielen sich die Jungs von Todd Graham das Heimrecht im Pac-12 Finale, obwohl man zu Saisonbeginn das erste direkte Duell mit Stanford verloren hatte.

Die anderen Conferences

The AmericanUCF bleibt in der Pole-Position um den Conference-Sieg, der einen AQ für die BCS-Bowls garantiert. Louisville leistet sich zwar seit dem Lapsus gegen eben UCF keine größeren Blöße, aber man braucht Schützenhilfe, um noch irgendwie an UCF vorbei zu ziehen. Und mal ehrlich: Beide gehören qualitativ nicht in die BCS.

Mid-American Conference#14 Northern Illinois bleibt ungeschlagen und ist für das MAC-Finale qualifiziert. NIU ist kein richtig BCS-würdiges Team, ganz offen gesagt, aber die Huskies sind noch immer in der Pole-Position auf den BCS-Spoiler. Solange die Regelung es zulässt, ist das okay. Es ist bloß so, dass die Huskies im Vergleich zu anderen Mid-Major Giganten wie Utah, Boise, Nevada oder TCU zwei Nummern kleiner ist. Der MAC-Endspielgegner wird entweder Bowling Green oder Buffalo sein; beide sind keine unschlagbaren Gegner.

Mountain West Conference#16 Fresno State steht im Conference-Finale; der Gegner steht noch nicht fest, aber er wird dieses Wochenende zwischen Utah State (6-1 Conference) und Boise State (5-2 Conference) entschieden. Utah State hat dabei dank Heimspiel gegen Wyoming die deutlich bessere Position. Aber die Aggies wursteln sich in den letzten Wochen auch schön mit knappen Siegen durch die Saison. Boise verlor seine Spitzenreiter-Position durch eine Overtime-Pleite bei San Diego State. Kurios: Nach SRS sind sowohl Utah State als auch Boise State in einem Endspiel gegen Fresno leicht zu favorisieren.

Das BCS-Bowl Bild sieht damit in etwa so aus (Achtung, ich treffe viele Annahmen):

  • BCS-Title Game: Alabama – Florida State ist die wahrscheinlichste Paarung.
  • Orange Bowl: [at-large] – [at-large] ist am wahrscheinlichsten.
  • Sugar Bowl: Auburn/Mizzou/Alabama – [at-large]
  • Rose Bowl: Ohio State/Michigan State – Stanford/Arizona State
  • Fiesta Bowl: Oklahoma State/Baylor/Texas – [at-large]

Ein At-large Bid geht an den Sieger der The American: UCF wie geschrieben der Favorit, aber Louisville hat noch eine kleine Außenseiterchance. Ein zweiter At-large Bid könnte an einen Mid-Major gehen, wobei NIU favorisiert ist, wenn man ungeschlagen durchkommt; Fresno State könnte bei NIU-Niederlage bereit stehen, hat aber wohl den schwierigeren verbleibenden Schedule.

Weitere Kandidaten für At-large Bids: Wisconsin (2 Niederlagen, davon eine unberechtigte) aus der Big Ten Conference; sollte Ohio State das Conference-Finale verlieren, ist auch Ohio State ein Kandidat, per At-large durch die Hintertür in die BCS zu rutschen (wobei es für Ohio State sehr schnell auch bei entsprechenden Ergebnissen noch hoch ins BCS-Title Game gehen kann). Clemson (1 Niederlage) aus der ACC könnte für die Orange Bowl ein attraktiver, weil geographisch naher Kandidat sein. Oder wird es Duke? Die Blue Devils können sich ja noch per Sieg im Conference-Finale automatisch qualifizieren. Aber eins nach dem anderen: Erstmal muss Duke überhaupt dorthin kommen.

Sugar Bowl: Hier ist noch alles offen. Auburn-Mizzou-South Carolina sind alle noch potenzielle Conference-Champs und könnten Alabama stürzen. Sollte das passieren, könnte es für Auburn/Mizzou aber sogar noch hoch ins BCS-Title Game gehen.

Es ist also noch vieles drin, und genau so soll es vor den letzten beiden Spieltagen sein: Viel zu gewinnen, viel zu verlieren. Dann ist es aufregend. Abschließend wie immer die BCS-Rankings nebst SRS-Werten.

Die BCS-Rankings nach Woche 13

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama            11-0    25.9
#2   Florida State      11-0    31.2
#3   Ohio State         11-0    22.0
#4   Auburn             10-1    17.0
#5   Missouri           10-1    20.9
#6   Clemson            10-1    18.3
#7   Oklahoma State     10-1    22.0
#8   Stanford            9-2    20.5
#9   Baylor              9-1    26.8
#10  South Carolina      9-2    16.2
#11  Michigan State     10-1    13.3
#12  Arizona State       9-2    22.7
#13  Oregon              9-1    24.7
#14  Northern Illinois  11-0     9.5
#15  Wisconsin           9-2    21.0
#16  Fresno State       10-0     7.5
#17  Louisiana State     8-3    17.6
#18  Oklahoma            9-2    11.3
#19  Central Florida     9-1     9.3
#20  Louisville         10-1    10.6
#21  Texas A&M           8-3    14.2
#22  UCLA                8-3    16.2
#23  USC                 9-2    15.1
#24  Duke                9-2     9.7
#25  Notre Dame          8-3     7.1

Instant Classic: New England Patriots – Denver Broncos

Das Sunday Night Game New England Patriots vs Denver Broncos hatte viele Elemente von „Instant Classic“, inklusive großer Comebacks, interessanter Coaching-Entscheidungen und adäquatem Overtime-Verlauf. Es war nicht das beste Spiel der Saison, aber eines der spektakulärsten. Ein paar Dinge, die in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz kommen dürften:

  1. QB Peyton Manning hatte eine verheerende Nacht: 38 Dropbacks und dabei nur 3.7 NY/A, das ist – erraten – unter der Tebow-Zone. Das geht vielleicht unter, weil Denver schnell hoch führte und Manning einen großen Comeback-Drive orchestrierte, aber insgesamt sind das bemerkenswert schlechte Zahlen.
  2. Die eh schon dezimierte „innere“ Patriots-DL hat weiterhin große Probleme, das Laufspiel zu stoppen; die Defense, die als #31 der Lauf-Verteidigungen nach SR% ins Spiel gegangen war, ließ sich von Denvers nur mäßig furchteinflößendem RB-Duo Ball/Moreno für 280yds überlaufen.
  3. Fumbles waren eine wichtige Geschichte des Spiels: Ich meine, ich habe oft thematisiert, wie komplett zufällig sich die Fumble-Recovery verhält; sie ist ein Münzwurf-Spielzug, über die keine NFL-Mannschaft Kontrolle hat. Am Montag? New England hatte sechs Fumbles, Denver fünf. Das sind freakig hohe Zahlen für ein NFL-Spiel und ich bin mir nicht sicher, ob die Eiseskälte in Foxboro dafür mitverantwortlich war (eine frühere Studie von mir zeigte nur sehr begrenzte Korrelation zwischen kaltem Wetter und Fumbles). Denver eroberte gleich die ersten drei und ging 24-0 in Führung. Danach passierten noch acht Fumbles, und New England eroberte davon sechs.
  4. Ein bissl fühlte ich mich zwischendurch an das letztjährige Monday Night (oder Sunday Night?) Game der Patriots gegen San Francisco zurückversetzt: Auch dort lagen die Pats zwischenzeitlich mit vier Touchdowns zurück, obwohl sie eigentlich ebenbürtig gespielt hatten; auch damals waren die Turnovers für das tiefe Loch mitverantwortlich. Auch damals drehte New England das Spiel, als sich die ganz größten Zufälle nicht mehr allein gegen die Pats verschwört hatte.
  5. Keine Lust auf eine „momentum“-Diskussion. Nur so viel: Bei so vielen unkontrollierbaren Zufallsevents wie Fumbles und Windstärken von 20 mph dürfte emotionale Konzentration nicht der spielbestimmende Faktor gewesen sein, trotz der 24-0 und 31-0 Runs der beiden Teams. Der Spielverlauf bestätigt das; Denvers Pass-Offense war prinzipiell nie im Spiel, da die Broncos schon 17-0 führten, als Manning zum ersten Mal ernsthaft geprüft war.
  6. Ich fand Belichicks Entscheidung, den Wind zu nehmen, mutig. Und ich fand die Entscheidung richtig; vor ein paar Wochen prügelte ich auf Ravens-HC Harbaugh ein, der in ähnlichen Verhältnissen den Ball nahm. Ich akzeptiere in diesem Punkt gerne andere Meinungen und glaube nicht, dass es die absolute Wahrheit ist, aber in einem Dome fände ich die Overtime-Entscheidung haarig. In solchen Windverhältnissen wie Foxboro wäre es für mich ein no brainer, den Wind zu nehmen und zu hoffen, dass meine Defense selbst den besten gegnerischen QB Manning stoppen kann. Denn: Der zweite Ballbesitz ist „four down football“. Teams werden dort u.U. zu ihrem Glück gezwungen, den Drive auszuspielen. Das ist sehr viel erfolgsversprechender als three down football. Wie gesagt: In einem Dome ließe ich mit mir reden. Im windigen Foxboro nicht.

Am Ende ein krasser Spielverlauf in einem Spiel, das nur wenig Aufschluss über die wahre Stärke beider Teams gab. Es war bezeichnend, dass ein kurioser muffed punt mit dem eigentlich so verlässlichen Wes Welker im Mittelpunkt die Partie am Ende entschied. Schade für die vielen Zuschauer, die zur Pause nach Hause gefahren waren; auf der anderen Seite: Von New Englands wetterwendischem Publikum ist man nicht viel besseres gewohnt. Und wer nicht kapiert, wie zufällig Denvers hohe Führung überhaupt zustande gekommen war, ohne großes eigenes Zutun, der ist selbst schuld (außer natürlich, er war verkühlt und hatte am Montagmorgen einen lebenswichtigen Termin).

Taking the Wind

24. November 2002: Marty Mornhinweg, Lions-Headcoach, bevorzugt nach gewonnenem Münzwurf in der Overtime gegen die Chicago Bears mit Star-QB Jim Miller den Wind anstelle des Ballrechts. Detroit verliert. Der Call ist regelmäßiger Gast in den Top-10 Momenten der schlimmsten Fehlentscheidungen von NFL-Coaches.

24. November 2013: Bill Belichick, Patriots-Headcoach, bevorzugt nach gewonnenem Münzwurf in der Overtime in der Overtime gegen die Denver Broncos mit Backup-Journeyman Peyton Manning „under center“ den Wind anstelle des Ballrechts. New England gewinnt. Der Call…

…ach, lasst den Medienleuten doch ihre Freude am Geschichten spinnen.

Monday Night Preview, #12: Washington Redskins – San Francisco 49ers

Den Abschluss von NFL-Woche 12 macht heute Nacht das Monday Night Game (ach was?) zwischen Washington Redskins (3-7) und den San Francisco 49ers (6-4). Die Ansetzung ist reizvoll, nicht nur wegen zwei der spektakulärsten Quarterbacks in der NFL, sondern auch wegen der Umstände: Für Washington ist es das Spiel der letzten Chance. Für San Francisco noch nicht, aber die 49ers brauchen dennoch dringend die Big-Points, um im hochklassigen Wildcard-Rennen der NFC nicht ins Hintertreffen zu geraten. Und schließlich auf Match-Up Ebene: Der strauchelnde Pass-Angriff der Niners gegen die schlechteste Secondary der Liga (WAS mit 7.5 NY/A die #32) – wenn nicht heute, wann dann gibt es die Chance zur Renaissance für Colin Kaepernick und seine Jungs?

Offen gestanden: Mit einer Einschätzung, ob diese Renaissance heute gelingen wird, schieße ich ins Dunkle. Ich habe keine Ahnung. Ich habe im Power-Ranking von letzter Woche beschrieben, weswegen mich die Offense der Niners perplex hinterlässt: Kaepernick ist Kaepernick. Granaten-Wurfarm, Super-Scrambler, schlampig „pre-snap“ (viele verbrannte Timeouts) und ungestüm nach dem Snap. Hatten wir alles 2012. Haben wir alles 2013.

Zwei Dinge, die allerdings diesmal anders sind: Das downfield-Element. Das geht den Niners komplett ab. Boldin ist per Definition eine Mitteldistanzwaffe. Vernon Davis ist offensichtlich nicht fit genug für die markanten tiefen Routen durch die Spielfeldmitte, die 2012/13 so großartig funktionierten. Heute soll WR Crabtree sein Comeback feiern. Ich würde nicht drauf wetten, dass ein von Achillessehnenriss kurierter Crabtree sofort massiven Impact hat, aber es gibt zumindest die Hoffnung.

Das zweite Element: Kaepernick kassiert viel mehr Sacks als letztes Jahr (fast um 50% höhere Sack-Rate). Ich würde rein den optischen Eindrücken nach vieles davon auf beschriebenes mangelndes downfield-Element schieben; Kaep muss einfach zu oft den Ball halten. Aber Kaep dürfte nicht komplett freizusprechen sein: Ein mobiler QB sollte hinter einer so guten Offense Line nicht so viele Sacks einstecken.

Der Gegenüber Robert Griffin III erlebt aktuell, wie das NFL-Leben ohne reibungsloses Laufspiel aussieht. RG3 ist nicht horrend, aber es geht alles einen Zapfen unrunder als letztes Jahr. Die Scrambles sind zögerlicher, die Würfe eine Spur unpräziser, und weil Washington mit seiner katastrophalen Defense häufig Rückständen hinterher läuft, ist RG3 noch öfter gefragt, per den Gegner per Wurfarm zu attackieren. RG3 hat alle Tools, aber die nutzt er dieses Jahr zu ineffizient. Er hat auch nicht die optimale Unterstützung durch die Skill-Players, und er ist noch blutjung, insofern würde ich nicht zu viele Abgesänge anstimmen. Wäre RG3 letztes Jahr nicht so sensationell gewesen, würden wir ihm keinen Strick aus einem okayen, aber nicht großartigen zweiten Profijahr (zumal nach schwerer Verletzung) drehen.

Personell ist San Francisco vor allem in der Defense den Redskins haushoch überlegen besetzt. Es bräuchte schon einen unvorhergesehenen kompletten Zusammenbruch der Niners-Defense, damit ich Washington eine reelle Siegchance gebe. Tipp: 49ers gewinnen und Mike Shanahan kann beginnen, sich gedanklich auf einen neuen Arbeitgeber für 2014 einzustellen.

Bissl zu spät: NFL-Sonntag #12 live

Ich nicht nur als Stat-Head. Hinausgezogene Entscheidungen = keine Entscheidungen. Gilt für Fußball, Football und eigentlich für alles im Leben.

[23h09] Luck mit einem, naja… schlechten Ball unter Höchstdruck, und LB #56 Dansby spaziert die Interception zum Touchdown. Die Colts gewinnen die AFC und in der NFC fliegen die Granaten gleich serienweise aus dem Playoffrennen…

[23h06] Die Arizona Cardinals schauen aus wie eine Topmannschaft. Stell dir vor, die hätten wenigstens ein bissl  der Offense Line (oder weniger Verletzungspech dort)… Seattle würde aufschrecken.

[23h03] Denver hat damit eine folgene Chance, mit einem Sieg heute in New England die AFC-Poleposition endgültig zu sichern: Tie-Breaker mit den Chiefs gewinnt man höchstwahrscheinlich durch guten Division-Record selbst bei (unwahrscheinlicher) Pleite nächste Woche in Kansas City, und der verbleibende Schedule ist lächerlich.

[22h57] Remis in Green Bay. Das Spiel war nach allem, was ich davon gesehen habe, keine Offenbarung von beiden Seiten. Für Green Bay dürfte es sich wie eine Pleite anfühlen. Bitte, bitte, lass Aaron Rodgers wieder fit werden, damit wir nächste Woche ein gescheites Thanksgiving-Spiel haben. Ich weiß, Detroit wird einen Weg finden, auch gegen Flynn oder Tolzien ein knappes Spiel zu führen, aber trotzdem: Rodgers, werde fit.

[22h53] T.Y. Hilton möglicherweise out.

[22h50] Mendenhall in Arizona effizienter als gewohnt, aber die Stars in dieser ersten Halbzeit sind trotzdem andere: QB Palmer und WR Floyd zum Beispiel. Gewaltiger TD-Pass von Palmer für Floyd zum 14-3 Cardinals. 3 Drives der Cards, 226yds Offense!

[22h47] Les Frazier spielt im 4th-Down aus remis und puntet.

[22h44] 3rd-Down in Green Bay, und das Blockschema erlaubt es LB Henderson, ungeblockt durchzukommen. Henderson mit etwas, das man „Abschuss“ nennt, gegen QB Flynn. Punt, und Minnesota kriegt 206 Sekunden, um die Overtime per Fieldgoal zu gewinnen.

[22h42] Completely useless: Denard Robinson hatte heute einen Passversuch für die Jags (incomplete).

[22h41] Alle Pundits, die Kansas City bis letzten Sonntag an #1 gerankt hatten, bitte vortreten.

[22h39] Minnesota hat einen Lauf-Fetisch. Ponder deswegen im 3rd-Down gezwungen, den Ball zu werfen, und WR Patterson flutscht der sichere Sieg durch die Finger. 26-26, nur noch 3:59min to go in der Overtime. Remis nicht mehr unwahrscheinlich.

[22h30] Field Goal für Green Bay in der Overtime.

[22h27] Gesagt, geschrieben: Fantastischer TD-Pass von Philip Rivers für einen Wide Receiver (#16), dessen Name ich nie im Leben – zumindest nicht heute – auszuschreiben in der Lage bin. 24sek vor Schluss, San Diego geht erneut in Führung.

[22h24] Cam Newton = „Clutch“ Eli Manning.

[22h21] Bin ich ein Depp oder einfach ein schlechter Fan, wenn ich hoffe, dass Green Bay seine Partie gewinnt? Die besten Spieler bitte in die Playoffs. Calvin Johnson und Suh gehören dazu, aber Rodgers ist der beste von allen.

[22h17] Kansas City Chiefs gehen 1:22 vor Schluss im Arrowhead in Führung: 5yds-Bombe (yup, Bombe) von QB Smith für WR Bowe. Rivers hat heute Tag der offenen Tür, aber die gewohnt üble Chargers-Defense hält die Chiefs im Spiel. KC 38, SD 34, aber datt Ding is‘ nich vorbei…

[22h13] Overtime in Green Bay.

[22h11] Endstand Detroit 21, Tampa Bay 24. Keine Analyse notwendig. Verschissenes Spiel, obwohl auch reichlich Pech dabei war. Ich bin glücklicherweise zu besoffen, um Mobiliar zu zertrümmern.

[22h09] Man sollte natürlich mit seiner Offense in Comeback-Versuchen keine Timeouts verbrennen… aber das ist Football-Grundkurs, zweite Stunde.

[22h08] Ausgleich in Green Bay.

[22h06] 3rd-Down, Stafford geht tief, Johnson fängt, aber der Ball flutscht durch die Finger nach Hit des bereits bekannten Buc-DB #37. S #23 Barron fällt der Ball an der 2yds Line in die Hände. Also noch ein Turnover. Eh klar.

[22h00] Paar knappe Finishes bahnen sich mal wieder an…

[21h57] Flynn ist nicht super-effizient, aber er bringt die Packers aus 20-23 gegen Minnesota heran.

[21h54] 3rd-Down, Glennon schaut und schaut und schaut und schaut, und DE #79 Young rauscht heran und sackt Glennon für -8yds und Young begeht zu meinem Erstauen kein Facemask oder dgl. Der rekord-bezahlte K Koenen kommt raus und verschießt erneut, diesmal aus 50yds. #neverpaythekickerbigbucks

3:49 to go.

[21h51] Natürlich ein Fumble von Lions-WR #18 Durham. Vierter Lions-Turnover im Spiel (plus ein „fünfter“ durch geblockten Punt).

[21h47]

Von Schwartz gelernt.

[21h45] Schwartz, du Depp. Billick, du Depp. Natürlich spielt man 4th-und-0.1 Zentimeter aus.

[21h42] Keine Strafe gegen Schiano, obwohl Schiano unerlaubter Weise die rotte Flagge ausm Stiefel gezogen hatte. Fieldgoals sind nicht überprüfbar, frag nach bei den Pats (September 2012 gegen die Ravens).

[21h40] Ziggy Ansah mit dem Sack, und dann verkicken die Buccs das Fieldgoal (haarscharfe Entscheidung). Übel verschenkte Chance für Tampa. Die einzige Mannschaft, die Detroit an Idiotie überietet, ist… natürlich Tampa.

[21h36] Sack gegen Stafford, Boo-Birds im Ford-Field, und dann blocken die Buccs den Punt und beginnen den nächsten Drive an der DET 11.

[21h32] Nun macht schon Brian Billick Werbung für das FOX-Programm.

[21h28] Was treibt die Texans-Defense? Nicht viel. Jacksonville Jaguars machen quasi, was sie wollen. Dass Jacksonville bisher trotzdem nur 10 Punkte angeschrieben hat, spricht für sich.

[21h26] DET 21, TB 24/Q4 14:05. Harhar. Zusammenbruch der Lions-Coverage. Superstar #11 Underwood rennt CB #23 Chris Houston auf und davon und QB Glennon bringt den Ball an den Mann.

[21h22] Ende Q3 in Detroit. Wie schon in der Halbzeit geschrieben: „Lioniger“ (oder so) geht es nimmer. Bessere Mannschaft, aber nur +4 und Buccs-Ball.

[21h21] Punt der Lions geht an die 5yds-Line der Buccs. Trotzdem: Fuck, Schwartz, bei 4th und Zentimeter puntet man nicht.

[21h16] Chicago versucht sich unerfolgreich am 4th-und-1 an der GoalLine. Bears weiterhin 10pts in Rückstand. Halb Pundit-Amerika schäumt aufgrund der „idiotischen“ Entscheidung über. Take the points, Trestman! Es workt, immer!

[21h12] Sorry, aber: Scheiß-Wurf für Stafford. Den CB konnte er nicht sehen. Johnson dahinter war frei; aber von den Freak-QBs verlangste, dass sie wissen, wo sich jeder Defensive Back befinden könnte, insofern fällt die INT auf Stafford zurück.

[21h09] Stafford mit der zweiten INT in der Buccs-RedZone: Die Buc-#37 pfückt einen überzogenen Pass in der EndZone herunter. Dass Detroit trotz klassischem Lions-Spiel (sprich: drei Turnovers) führt, sagt einiges aus. OK: Tampa muss seit der Pause ohne CB #24 Revis auskommen.

[21h02] Carolina mit einem massiven Drive zum Start der zweiten Halbzeit: QB Newton verkürzt per 5yds-TD auf 13-16 (14 Plays, 83yds, 6:52min für die Panthers).

[20h58] Andernorts: QB Philip Rivers kann sich nach schlechtem Schlaf heute Nacht in der Pocket ausruhen (SD geht folgerichtig 17-14 in Führung), Matt-Flynn-Time in Green Bay. Hat Flynn seit dem „total yards“ Rekord gegen Detroit 2011/12 irgendwas in der NFL bewirkt?

[20h53] DET 21, TB 17/Q3 9:36. Gar nicht einfacher 18yds-TD Catch für #87 Pettigrew. Hätte Johnson den gemacht, würde hier eine dreizeilige Hymne auf Calvin folgen.

[20h51] Tebow-Stats für Geno Smith eingangs Q3: 2/8 für 21yds, 1 Sack. Wo bleibt der Hype?

[20h44] Randy Moss als Studiopundit. Ich wollte Randy eigentlich als genialsten Wide Receiver ever in Erinnerung behalten…

[20h31] Halbzeit elsewhere.

MIA-CAR geht mit 16-6 pro Miami in die Pause. Carolina ist damit sogar glücklich, weil es Sekunden vor der Pause dringend eine Strafe wegen unerlaubtem Hit gegen den Fins-Receiver in der EndZone hätte geben müssen. Aber immerhin drei eher unwahrscheinliche Punkte für Carolina wenige Sekunden vor der Pause nach einem haarscharfen Drive.

KC-SD geht mit 14-10 in die Pause. Die Chargers mit der Einmann-Offense: WR #13 Keenan Allen.

CLE 3, PIT 13. Roethlisberger mit einigen liegen gelassenen Chancen.

STL 21, CHI 14. Tavon Austin mit einem famosen 65yds-Lauf zum TD. Warum alle so scharf auf Austin waren? Weil er ein geiler Spieler ist. Draftpick #8 ist für alle Irrwische der Welt außer Percy Harvin ein überzogener Pick, aber Austin beginnt, seine Duftmarke zu hinterlassen.

[20h28] Halbzeit Detroit 14, Tampa Bay 17.

Gab bessere Halbzeiten für die Detroit Lions. Man ist die etwas souveränere Mannschaft, aber die letzten 2min waren aufgrund des INT-Return TDs plus eines verschenkten deep balls für #81 Calvin Johnson verschenkt.

[20h23] BAL-NYJ geht mit 9-3 pro Ravens in die Pause. Ist es ein fürchterliches Spiel? Sie entscheiden. Es ist auf alle Fälle ein Spiel im Rahmen des Erwarteten.

[20h20] DET 14, TB 17/Q2 0:50. 48yds-INT Return für S #29 Leonard Johnson. Nope, Stafford ist nicht unterirdisch. Aber das war einer der Würfe, weswegen man Stafford als einen der frustrierenden QBs der NFL der bezeichnet.

[20h12] Einer der Punkte, in dem ich Philipp S. vehement widersprechen würde: Haden/CLE ist nicht der beste Cornerback der Liga. Haden hatte dieses Jahr einige Spiele, in denen er der Inkompetenz gegnerischer QBs danken musste, nicht im Ruf tief gefallen zu sein. Haden mit guten Coverage-Stats, aber: Schaue das All-22 Tape (Nelson/GB und AJ Green/CIN vernaschten Haden für gigantische Spiele). Haden in Pittsburgh? Gibt eben einen üblen 41yds-TD für #84 Antonio Brown auf. PIT 10, CLE 3.

[20h04] DET 14, TB 10/Q2 4:33. 10yds-Pass für TE Fauria, der haarscharf in der EndZone die Füße auffn Boden bringt. Wieder ein guter Lions-Drive in einer Partie, die weniger Punkte aufs Tablett gebracht hat als es die Offense-Qualität vermuten ließe.

[19h55] DET 7, DET 10/Q2 8:42. Reibungsloser Buccs-Drive, der einige saubere Catches (#83 Vince Jackson, looking @you!) inkludiert. Ein perfektes Lions-Play gegen den Lauf (Suh?) reicht nicht aus. 5yds-TD am Ende für #11 Underwood.

[19h51] Hallo, hallo: Seit wann ist Thom Brennaman so stark ergraut? Habe ich die NFL zu wenig verfolgt die letzten Jahre?

[19h45] DET 7, TB 3/Q2 11:50. 11 Plays, 80yds, 5yds-Catch für Nae Burleson. Erfolgreicher Drive für die Lions, die einen Fumble und ein Holding (im 1st Down) überstehen und mit massig Passspiel den TD machen.

[19h35] Schwaches erstes Viertel von Case Keenum in Houston gegen Jacksonville: 3.8 NY/A, aber vor allem: Einige katastrophale Würfe.

[19h28] DET 0, TB 3/Q1 3:23. Die Buccs mühen sich nach einer Stafford-INT zu drei Punkten.

[19h25] Aaron Murray von der University of Georgia hat sich gestern das Kreuzband gerissen. College-Karriere over. Habe ich schon mal erwähnt, dass die platonische Liebe meinerseits für Murray groß ist?

[19h23] Calvin Johnson = active.

[19h17] N’Abend.

NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week 12

Für die NFL-Sonntagsvorschau ist heute wieder Philipp S. eingesprungen mit einem langen, nein: laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangen Vorschautext. Bitteschön, dankeschön.


Week 12 und ich gebe ihr drei Headlines:

1) The Playoff Chase is on! Gilt (eh logisch zu dieser Jahreszeit) für beide Conferences, ist aber in der AFC um einen Tick spannender im Moment, weil nicht weniger als 9 Teams (auch wenn ich hier die Bills dazuzähle) sich um einen einzigen Wild Card Spot matchen. Und alle haben durchaus realistische Chancen. Talk about making every game count!

2) The Return-Week is on! Wes Welker nach Foxborough, Ed Reed und Rex Ryan nach Baltimore, Greg Jennings nach Green Bay – da ist diesmal einiges an extra Pfeffer in der Suppe diesen Sonntag!

3) The Bridgewater Bowl is on! Siehe Jaguars @Texans…

Without further ado, here are my Weekend’s headliners:

New York Jets @ Baltimore Ravens

Kickoff 19h

Ich habe es eingangs bereits avisiert. Ein – wenngleich in der Form von Ed Reed eher unerwartetes – Return-Game. Für Rex Ryan immer ein besonderes Spiel, weil er bei den Ravens als DC wirklich groß (wenngleich er immer schon voluminös war) wurde und dann mit Teilen seines Band of Brothers ein paar Kilometer weiter nach New York zog.

Viel spannender für den neutralen Beobachter sind hier die Playoff Implikationen. Die Jets haben theoretisch in meinen Augen als einziges AFC East Team noch die Chance auf den Division Title (weil sie als einziges Team im Division Record – und das ist der erste Tiebreaker – noch einigermaßen an den Patriots dran sind) aber nicht wenn der Geno-Coaster weiter seine Runden dreht. Die Ravens auf der anderen Seite sind in einem schwierigen Spot und müssen im Prinzip gewinnen, sonst sind sie draußen, weil ihnen inkl. Tiebreaker (Conference Record in dem Fall) wahrscheinlich bereits 3 Spiele fehlen würden.

Am Feld haben wir die Wundertüte Geno Smith bei den Jets und die Wundertüte Joe Flacco bei den Ravens. Gut, der Vergleich ist – Flacco gegenüber – vielleicht etwas unfair, aber in meinen Augen ist´s wirklich extrem schwer zu sagen was hier passieren wird. Wenn die O-Line hält kann Flacco die schwache Secondary der Jets (spannend übrigens auch, wie viele Chancen Ryan dem First-Round Pick Dee Milliner noch geben wird, bevor auch er einsieht, dass man da keinen zweiten Revis gedraftet hat) auseinandernehmen. Wenn Flacco seine Regular Season (Un)Form mal wiederauspackt, könnten die Ravens mit einstelliger Punktezahl daheim vom Feld und aus dem Playoff Race gejagt werden. Hinzu kommt, dass beide Teams und Coaches in den letzten Jahren die Fähigkeit bewiesen haben, sich gut auf solche wichtigen Nailbiter einstellen und motivieren zu können.

Aber wie heißt es so schön, im Zweifelsfall gegen den Rookie-QB, deshalb mein Tipp: Ravens.

Pittsburgh Steelers @ Cleveland Browns

Kickoff 19h

Spiel Nummer 2 um die AFC North abzuhandeln. Ich würde klar meinen, dass hier Strength vs. Strength (Steelers O vs. Browns D) und Weakness vs. Weakness (man drehe den Spaß um) spielen. Entgegen aller Widrigkeiten und Big Ben Trade-Rumours (lächerlich in meinen Augen, ein gesunder Starting QB mit Vertrag wird in der heutigen NFL nicht getraded, da tauscht man vorher OC, HC oder von mir aus die gesamte restliche Mannschaft aus) sind die Steelers zweiter in der Division und können mit einem Sieg einerseits die Bengals vielleicht ein wenig schrecken und andererseits richtig ins Wildcard-Race einsteigen.

Die Browns, naja, sind halt die Browns. In einer Saison, in der man eigentlich nichts erreichen wollte (um endlich einen gescheiten QB draften zu können) erreicht man doch einiges – und irgendwie aber doch nicht genug. Irgendwie die 1860er der NFL. Zum Absteigen zu gut, zum Aufsteigen zu schwach und das Gefühl hat man auch, wenn sie in Week 12 noch theoretisch um die Playoffs spielen.

Nichtsdestotrotz tippe ich auf die Browns und das wegen einem Mann: Joe Haden. Für mich aktuell der beste Corner der Liga und ich sage der nimmt Antonio Brown aus dem Spiel. Und dann wird der Tag für Big Ben lang, denn die Browns Defense ist auch sonst stark. Und Weeden – auch wenn für die Playoffs zu schwach – wird gegen den Pensionisten-Steel-Curtain genug Plays machen um die Steelers ins Niemandsland zu schießen. Hätte eine Prise Ironie, denn da sind normalerweise sonst die Browns daheim.

Tampa Bay Buccaneers @ Detroit Lions

Kickoff 19h

Es geht um die NFC North und um Greg Schianos Job. Die Bucs haben Momentum gesammelt, auch wenn keinem so ganz genau klar ist, was das jetzt noch bringen soll. Man könnte nun sagen, dass nun ganz einfach die Kleinigkeiten stimmen, die zu einigen der 8 Losses geführt haben. Mag durchaus stimmen, wird aber glaube ich Schiano als HC nicht retten. Zu stark war er Anfang des Jahres durch teaminterne Querelen bereits angezählt. Ich glaube er darf die Saision fertigspielen wenn das Team gut weitermacht, aber im Jänner war´s das für ihn und er kann einen längeren Urlaub buchen.

Stichwort Urlaub und damit zum Spiel. Megatron dürfte da wohl einen Urlaub buchen und zwar auf Revis Island™. Sehr spannendes Matchup, vor allem wenn man bedenkt, dass Stafford teils unterirdischst spielt, wenn man Megatron gut rausnimmt. Und das obwohl jedes normale Team dafür 2 oder gar 3 DBs benötigt. Heißt auf Deutsch: wenn Revis ihn alleine neutralisieren kann, dann sehe ich Chancen für die Bucs. Aber selbst in dem Fall nicht allzu grandiose, da in meinen Augen Glennon nicht das Zeug zum Starter hat. Ja, da waren einige gute Spiele dabei, aber wenn man sich das angesehen hat ist sein Decision Making teils mehr als fragwürdig und seine Mobilität ist vergleichbar mit Brady und Manning (das ist kein Kompliment).

Insofern und weil es für die Lions auch wirklich um was geht mein Tipp: Detroit

Minnesota Vikings @ Green Bay Packers

Kickoff 19h

It´s on für Scott Tolzien. Er bekommt wie es scheint noch einen Start und damit eine weitere Chance. Fairerweise muss man dazusagen, dass er nicht der Hauptgrund für die Misere von GB ist, denn er hat bei Gott nicht extrem mies gespielt. Die Drives waren teils ansehnlich, aber er konnte sie nicht beenden – ein durchaus normales Problem für unerfahrene QBs, weil in der Redzone das Feld einfach viel kleiner ist, die Defense aber trotzdem noch 11 Mann am Feld hat.

Trotzdem ist das Spiel für die Packers schon haarig. Gegen Minnesota kann man immer verlieren, weil man gegen AP immer verlieren kann. Die Packers wissen das natürlich, aber die unsichere QB-Situation der Vikings ist diesbezüglich nicht unbedingt ein Vorteil, weil derjenige der am Feld steht seine Chancen nutzen muss. Und das könnte gegen eine poröse Defense fatale Folgen für die Packers haben. Betonung liegt hier auf dem Konjunktiv, denn ich glaube nicht, dass es passieren wird. Die Packers um diese Jahreszeit (nasty weather possible!) am Lambeau Field gegen ein Dome-Team. Backup-QB hin oder her, die Packers holen sich das Ding und geben Rodgers ab Thanksgiving wenigstens eine realistische Chance seine Magie auszupacken und die Mannschaft in die Playoffs zu führen.

Jacksonville Jaguars @ Houston Texans

Kickoff 19h

Der Ausreißer unter den AFC-Spielen, denn hier geht’s nicht um die Playoffs. Ganz im Gegenteil will dieses Spiel (obwohl´s natürlich keiner zugeben wird) eigentlich niemand gewinnen, weil beide Teams händeringend einen QB suchen und der Sieger aus dieser Partie sich in der Bridgewater-Bowl ins Abseits schießt.

Damit wäre eigentlich alles gesagt und ich meine das Spiel kann man sich anschauen, wenn man Lust auf ein bisschen Spaß hat, denn hier könnte es gut sein, dass die Partie mehr einem College-Spiel als einer NFL-Partie ähnelt. Trickspielzüge, dumme Fehler und schlechte Decisions – das kann einen Heidenspaß machen, oder auch richtig öde sein, wenn´s einfach nur fad ist.

Da die Texans daheim spielen fällt mein Tipp auf sie, weil sie sich sonst einfach auch die jahrelange Aufbauarbeit bezüglich ihrer Fanbase langsam aber sicher zunichte machen. Die müssen sich anstrengen und werden deswegen gewinnen.

San Diego Chargers @ Kansas City Chiefs

Kickoff 19h

Redemption-Game für die Chiefs. Sie und ihre Fanbase haben das ganze Jahr allen Unkenrufen und Power Rankings mit ihrem Record getrotzt – nur um dann die guten 1.600 Meter aus den Rockies geprügelt runtersteigen zu müssen. Talk about a mood-dampener!

Nichtsdestotrotz, die Chiefs sind Playoff-bound und bärenstark. Problematisch war es vor allem zu sehen, dass der Pass-Rush gegen Manning (und eine an sich keineswegs überirdische O-Line) nichts ausrichten konnte. Da sehe ich für die Playoffs schwarz – allerdings nicht für das Matchup mit den Chargers.

Die wiederum sind irgendwo spannend. Im letzten Jahr wurde Rivers in Grund und Boden geschreiben. Er sei am körperlich am Ende (lächerlich mit Anfang 30 und ohne Verletzungen), sein Decision-making ist schlecht, er kann einfach nicht mehr. Was lernt man daraus? Ein QB sollte auf Basis seiner gesamten Leistungen bewertet werden und wenn eine Saison ausreißt (wie bei Rivers nach unten; gleiches gilt aber auch für nach oben, hello Mr. Flacco) dann sollte man nicht überreagieren, sondern die Gründe eher wo anders suchen. Bei den Chargers im letzten Jahr zB in einer O-Line statt der man 5 Hydranten (einen davon mit Snap-Automatik) hinstellen hätte können und Rivers wäre wahrscheinlich besser gefahren, weil er sich von denen wenigstens Konsistenz erwarten hätte können.

Kurz und gut: Rivers ist da und er wird auch gegen die Chiefs stark spielen. Ich schwanke bei diesem Spiel, weil auch die Chargers D gut ist und in jeder anderen AFC Division die Chargers wohl mit einem positiven Record dastehen würden. Aber, Heimvorteil (und der ist groß in Arrowhead) und der Ärger vom Broncos-Game bescheren den Chiefs den knappen Sieg.

Carolina Panthers @ Miami Dolphins

Kickoff 19h

Das Duell um den Süden (Jags und Falcons kann man ja wirklich nicht Ernst nehmen und die Saints zähle ich eher schon zum Mittelsüdwesten, auch wenn das eine individuelle und schwammige Definition sein mag). Und es wird ein gutes Spiel.

Im Gegensatz zum Tenor der meisten Medien fand ich Cam Newton gegen die Patriots nicht so stark, sondern eher lucky. Man schiebe das auf mein Pats-Bias, aber ich versuche es trotzdem zu erläutern: im Prinzip hat er 2 Interceptions geworfen (die halt von den DBs nicht gefangen wurden) und einige weitere Würfe waren einfach schlecht, weil überworfen. Dazu sind diese Scrambles natürlich super anzuschauen, aber jeder einzelne davon ist riskant und geht keineswegs immer auf. Man verstehe mich nicht falsch, ich fand das Spiel von Newton letzte Woche richtig stark, vor allem die wichtigen Drives hat er im Prinzip ohne Run-Game alleine durchgezogen. Aber ich fand es nicht so extrem stark, wie es im Nachhinein gehyped wurde.

Und da sind wir beim aktuellen Spiel, denn die Miami-D ist gut. Besser als jene der Pats. Und wenn die Panthers da kein Run-Game zusammenbringen, dann wird’s schwierig für Newton, weil die DBs der Dolphins gut sind.

Bei denen wird es vor allem darum gehen was Tannehill leisten kann und ob man Wallace endlich mal richtig ins Spiel bringt. Das Bust-Damoklesschwert senkt sich mit jedem Spiel in dem Wallace außer zwei oder drei kurzen Catches nichts macht. Das Problem ist vor allem, dass dann das große Fehlersuchen beginnt. Ist´s der OC, der einfach die falschen Plays callt und mit Wallaces Stärken nicht umgehen kann? Ist´s der QB, der die richtigen Pässe nicht werfen kann? Ist´s Wallace, der vielleicht wirklich nur ein One-Trick Pony ist? Und so weiter. Das ist Gift für die gesamte Offense und damit für das gesamte Team.

Ich tippe hier auf die Panthers, denn sie haben letzte Woche gezeigt, dass sie auch knappe Spiele gewinnen können und werden Tannehill genügend aus dem Konzept bringen um den Sieg heim nach Charlotte zu bringen.

Dallas Cowboys @ New York Giants

Kickoff 22h25

The NFC Least is on the line. Und wer ist auf einmal mit dabei? Die vor einigen Wochen noch geprügelten Giants. Dieses Spiel dürfte wirklich unterhaltsam werden und ist zu Recht ein Nachmittagsspiel – und nicht (wie andere in diesem Jahr) weil die Amis grundsätzlich (America’s Team und so) einfach ein extremes NFC East-Bias haben.

Mit einem Sieg sind die Giants wieder dabei was das Rennen um die Divisonskrone betrifft (Wild Card erscheint wenig wahrscheinlich für eine dieser Mannschaften, da dürften die 49ers und die Panthers/Saints einzementiert sein), wenngleich der Divison Record klar für die Cowboys spricht.

Ich kann inhaltlich wenig sagen, da ich kein großer NFC East Fan (durch 2 Super Bowl Niederlagen gebrandmarkter Pats-Fan) bin und deshalb auch kaum Spiele anschaue. Es fällt mir aber auf Grund des Heimvorteils und der Tatsache, dass Eli anscheinend wieder entdeckt hat, dass man auch ohne INTs ein QB sein kann, nicht schwer die Giants als Sieger zu tippen.

Denver Broncos @ New England Patriots

Kickoff 2h30 (Sunday Night Game)

Prime-Time Baby und die Storylines sind natürlich mannigfaltig. Manning vs. Brady. Welker (wenngleich eventuell auf Grund von Gehirnerschütterung draußen) returns. Und die große Frage die dem ganzen zu Grund liegt: können die Pats es wirklich schaffen, gegen Playoff-Kaliber zu gewinnen. Dass die Broncos es können, daran besteht nämlich kein Zweifel (und es würde auch für den Fall einer Niederlage keinen geben).

Auf Seiten der Pats zweifle ich im Moment in erster Linie an der Defense. Immerhin, das unterbinden des Laufspiels hat letzte Woche gut funktioniert und mit der Mobilität von Newton ist Manning nun nicht wirklich vergleichbar, insofern fällt eine Gefahrenquelle weg. Aber, Dennard ist wieder draußen, Talib wohl nur halbfit und damit bleibt, selbst wenn Welker und im schlimmsten Fall auch Julius Thomas ausfallen sollten, ein sehr starkes Receiver Corps, gepaart mit einem tödlichen QB gegen eine mehr als fragwürdige Secondary. Ich glaube nichtmal, dass Manning das Laufspiel brauchen wird und ich glaube auch nicht, dass er großartig drauf setzen wird.

Ich sage, das wird ein Shootout. Die Pats werden versuchen ausgewogen zu spielen, das könnte auch gut klappen in der Offense. Dass sie es nämlich auch gegen eine starke Defense können, haben sie letzte Woche jedenfalls bewiesen und mit Shane Vereen ist endlich wieder ein 3rd Down Back in der Mannschaft. Ob es reicht – fraglich, wenn die Defense keine Turnovers produzieren kann, weil ich nicht glaube, dass es den Pats möglich sein wird, Manning besonders aus dem Konzept zu bringen.

Ich denke, dass Belichick viel Standard-Defense spielen wird (Disguises bringen gegen Manning eh grundsätzlich recht wenig) und die 1 vs. 1-Duelle den Ausschlag geben werden. Knapp wird es bleiben, einfach weil Brady vs. Manning immer knapp ist.

Jedenfalls werden es beide Teams als Playoff-Test sehen, denn in den Divions geht’s nicht um besonders viel. NE ist mehr oder weniger durch und die Broncos schlagen bei einer Niederlage einfach die Chiefs nächste Woche und sind wieder auf der 1.

Nachsatz

Reminder für alle: nächste Woche ist Thanksgiving-Week. Bedeutet: Traditionsreichster Donnerstag der NFL-Geschichte und ein geiler Donnerstag. Der werte Verfasser dieses Artikels wird heuer erstmals den Truthahn im Ganzen zubereiten und bei der Thanksgiving-Football-Partie mit Freunden verspeisen. Gibt’s was Geileres als Football am Donnerstag ab 18 Uhr? Ich sage nein 🙂


Thx an Philipp. Nachfolgend sei noch wie üblich der Sendeplan für den heutigen Sonntag eingebaut. SPORT1 US bringt folgende Spiele (* steht für den bei SKY angebotenen Multifeed-Kanal):

19h    Kansas City Chiefs - San Diego Chargers
19h    Baltimore Ravens - New York Jets (*)
22h05  Arizona Cardinals - Indianapolis Colts (*)
22h25  New York Giants - Dallas Cowboys
02h25  New England Patriots - Denver Broncos

PULS 4 bringt in Österreich ab 22h40 – nein, ich habe mich nicht verschaut und auf der PULS4-Homepage den falschen Kasten für die falsche Woche im Dezember herausgesucht – die klangvolle Partie Giants – Cowboys. Man kann drüber diskutieren, ob Cards-Colts nicht die sportlich hochwertigere Partie ist, aber gut: Ist aufgrund der großen Namen natürlich vertretbar.

Gamepass hat as ever alles, und wie schon die letzten Wochen mit Gratistesten eine Woche. Hier entlang, aber die Kündigungsoptionen bitte beachten.

College Football 2013/14, Week 13 Preview

Das letzte Wochenende vor Thanksgiving ist meistens ein eher ruhiges, aber diesmal gibt es doch eine Handvoll Super-Ansetzungen. Das größte Spiel des Tages ist vermutlich um 2h nachts #10 Oklahoma State Cowboys gegen #4 Baylor Bears, das nur im ESPN-Player (hoffentlich) stattfindet.

Baylor – Oklahoma State ist vermutlich das Spiel zwischen den beiden besten Big-12 Unis dieses Jahr. Baylors Offense habe ich schon vorgeführt: Das Zauberwort ist „Spread“. Als zusätzliche Einstimmung kann man bei Matt Brown einen Artikel über das tief besetzte RB-Quartett von Baylor lesen: Baylor’s Big Ground Game. Der Superstar ist dabei Lache Seastrunk, der quasi im Alleingang dafür sorgt, dass der Gegner stets auch die Spielfeldmitte nicht vernachlässigen darf, und somit Räume für die extrem breit aufgestellten Wide Receivers entstehen.

Oklahoma State ist seinerseits kein trauriges Kind, was Offense angeht: Hier wurden Gurus wie Dana Holgorsen ausgebildet, und somit spielt die Uni seit Jahren in derselben Tradition, aus der auch Baylors Headcoach Art Briles stammt: Air Raid Offense. Das ist nicht zwingend eine reine Passgewalt, wie der Name vermuten ließ, sondern durchaus auch effektives Laufspiel. Baylor und Oklahoma State gehören zu den beiden Unis, die die Air Raid-Offense vergleichsweise lauflastig auslegen. Baylor ist heute hoher Favorit, und man darf gespannt sein, ob die Bears wieder 40, 50, 60 oder gar 70 Punkte scoren.

Auf der anderen Seite: Baylor ist auch immer mal für einen Ausrutscher gut…


Andere gute Ansetzungen heute: Um 18h spielen die in den letzten Wochen zusammengefalteten Northwestern Wildcats gegen die #13 Michigan State Spartans. Ich habe nicht in Erfahrung bringen können, ob MSU bereits für das Big Ten Finale qualifiziert ist, aber IMHO müsste es eigentlich soweit sein: 6-0 Conference-Record. Die beiden Nachzügler Michigan und Nebraska sind beide 4-2, und haben jeweils ihr direktes Duell mit den Spartans bereits verloren.

Um 21h30 zeigt SPORT1 US Basketball. Die Footballansetzungen wären #22 LSU gegen #12 Texas A&M (im CBS-Paket, und somit auch nicht im ESPN-Player) sowie Arizona – #5 Oregon Ducks. Oregon kann mit einem Sieg eine hervorragende Position im Rennen um einen Pac-12 Finalplatz schaffen.

Ebenso um 21h30 spielen die Katholiken von der Notre Dame University gegen die Mormonen von der Brigham Young University. Das Spiel könnte ohne Geoblocking im NBC-Stream laufen.

Auch 21h30 die #2 FSU Seminoles gegen Idaho. Es verdichten sich die Anzeichen, dass sich in Tallahassee möglicherweise ein Skandal größeren Ausmaßes zusammenbraut: Es geht ausgerechnet um die Symbolfigur der Noles, QB Jameis Winston, der in eine Geschichte um sexuelle Belästigung verwickelt ist; soweit nix Ungewöhnliches im US College-Sport (man drehe mir aus dieser fatalistischen Formulierung bitte keinen Stich). Aber Winston ist nicht der gewöhliche Backup von Oklahoma State, sondern der Topfavorit auf die diesjährige Heisman-Trophy. Dass die Story ausgerechnet jetzt, neun Monate der Aktenlegung, wieder neu aufgerollt wird, lässt aufhorchen. Eine Timeline hat die Journalistin Patricia Lee von Grantland.com zusammengestellt: What We Know so Far. Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Ein schnelles Abflauen ist ebenso möglich wie ein mediales Gewitter. Heisman-Trophys wurden eh schon zur Genüge an unkoschere Jungs vergeben, aber auf der anderen Seite hat man es in den USA auch schon erlebt, dass von außen so viel Druck auf eine Uni hineingetragen wurde, dass der Spieler kurz vor der Suspendierung stand; gegen Idaho wird’s wurscht sein, aber es sind noch sieben Tage bis zum Sunshine Showdown gegen die Florida Gators…

Nicht im ESPN-Player: #14 UCLA gegen #17 Arizona State, das in den Staaten bei FOX läuft und somit außerhalb des ESPN-Rechtepakets. Hier geht es um die Vorentscheidung um den Pac-12 Finalplatz der Süd-Division: Arizona State, dieses Ausreißerteam mit sensationellem SRS-Wert, ist 6-1, UCLA ist 5-2. Arizona State ist mit einem Sieg fix qualifiziert und könnte sich nächste Woche eine Niederlage erlauben.

Um 1h45 im ESPN-Player: #24 Ole Miss Rebels gegen #8 Missouri Tigers. Mizzou hat ein Spiel Vorsprung in der SEC-East Division auf South Carolina, aber das direkte Duell mit den Gamecocks verloren. Nur ein Auswärtssieg von Mizzou sichert IMHO den Finalplatz der Tigers, die dann in zwei Wochen gegen Alabama oder Auburn um den Einzug in die Sugar Bowl spielen könnten. Ole Miss ist allerdings nicht zu unterschätzen.

Alle Standings kann man bei ESPN nachschlagen.

Das Footballprogramm im TV sieht also diese Woche so aus: SPORT1 US ab 18h mit NorthwesternMichigan State, ab 01h mit TennesseeVanderbilt und ab 04h30 mit Oregon StateWashington. Ich weiß nun nicht, ob SPORT1 US nicht die Rechte an gewissen Spielen besitzt oder einfach nicht freie Auswahl bei College-Spielen hat, aber angesichts des 2h-Krachers mit Baylor-Oklahoma St finde ist „erstaunlich“ die Vokabel, die man benutzen muss, um die Programmplanung zu beschreiben. Da hätte man ruhig eine Stunde Bullriding von eins bis zwei bringen können, dann das Spitzenspiel des Tages, dann joined in progress die Pac-12 Partie Beavers-Huskies (die ja sooo prickelnd nun auch nicht ist…). Aber man muss nicht alles verstehen, und ehrlich: Man wundert sich schon gar nicht mehr.

Der ESPN-Player hat heute potenziell folgendes Programm zu bieten:

  • 18h: #7 Clemson-Citadel, Northwestern-#13 Michigan State, #21 Louisville-Memphis, UNC-Old Dominion, Wake Forest-Duke, Houston-Cincinnati, Miami/FL-Virginia
  • 18h21: Arkansas-Mississippi State
  • 12h30: NC State-East Carolina, Syracuse-Pitt
  • 19h: #11 South Carolina-Coastal Carolina, Central Michigan-UMass, Eastern Michigan-Bowling Green
  • 19h30: Georgia Tech-Alabama A&M
  • 20h: #1 Alabama-Chattanooga, Florida-Georgia Southern
  • 21h: Arkansas State-Georgia State
  • 21h30: #2 FSU-Idaho, #3 Ohio State-Indiana, Arizona-#5 Oregon, #25 Minnesota-#19 Wisconsin, Maryland-Boston College
  • 22h: #15 Fresno State-New Mexico
  • 1h: South Alabama-ULM, South Florida-SMU, Georgia-Kentucky, Temple-UConn, Texas State-Western Kentucky, Tennessee-Vanderbilt
  • 1h45: #24 Ole Miss-#8 Mizzou
  • 2h: #10 Oklahoma State-#4 Baylor
  • 4h30: Oregon State-Washington

Vor dem Grey Cup 101: Saskatchewan Roughriders vs Hamilton Tiger-Cats

Am Sonntag findet parallel zum NFL-Sonntag ab 22h30 MEZ auch das Endspiel der Canadian Football League 2013 statt, der Grey Cup, und es ist das von vielen erhoffte Traumfinale zwischen den Saskatchewan Roughriders und den Hamilton Tiger-Cats. Endspielort ist das altehrwürdige Mosaic Stadium von Regina/Saskatchewan, die Heimspielstätte der Roughriders, ein Stadion, das einen ganz eigenen Charme hat, aber den Zahn der Zeit fühlt und in spätestens vier Jahren durch ein neues Schmuckkästchen ersetzt wird.

Saskatchewan… ich werde dieses Land, diesen Fluss und diese Leute nicht vergessen. Die Roughriders sind Ersatzreligion in diesen Weiten des Nichts, diesen wunderschönen Prärielandschaften. Eine so relaxte Stimmung habe ich sonst noch nicht erlebt. Ein paar Impressionen aus dieser wunderschönen Gegend (teilweise bis hinüber in die Nachbarprovinz Alberta reichend):

Saskatchewan gegen Hamilton, das ist eine Partie der beiden Außenseiter, die jeweils überraschend auswärts ihre Halbfinalspiele gewinnen konnten. Die Roughriders gewannen vor malerischer Kulisse im verschneiten Olympiaort von 1988, Calgary, mit ihrer knüppelharten Defense (5 Turnovers) 35-13, während sich Hamilton im „Lokalderby“ gegen die Toronto Argonauts nach Comebacksieg durchsetzen konnte.

Das Endspiel ist auch das Wiedersehen von Hamilton-WR Andy Fantuz, einem langjährigen Roughrider, und Fantuz ist in Saskatchewan noch immer ein Publikumsliebling, dessen Abgang den Fans weh tut. Auch der Hamilton-QB Henry Burris, ein bald 40jähriger Recke, spielte früher mal in Regina.

Die Saskatchewan Roughriders sind vermutlich das populärste CFL-Team in Kanada, vielleicht auch, weil sie ähnlich wie die Green Bay Packers ein echter „Verein“ sind und den Fans gehören. Diese Fans sind brutal fanatisch und sorgen für echte Heimspielatmosphäre in diesem morschen Mosaic Stadium. Genannt werden sie aus mir etwas suspekten Gründen melonheads („Melonenköpfe“). Auf alle Fälle laufen tausende Fans mit Wassermelonen auffm Kopf durch die Gegend. Diese Verkleidungskünste sind vergleichbar mit den Hundemasken in Cleveland oder den Käsköpp in Green Bay oder der Verkleidungspracht in Oakland.

Saskatchewan erreichte in seiner über 100jährigen Geschichte 19x den Grey Cup, gewann den Pokal aber nur dreimal, zuletzt 2007. Hamilton ist auch so ein ewiger Underdog, und es ist das erste Mal seit über 15 Jahren, dass die Ti-Cats wieder das Endspiel erreicht haben.

Der Superstar in Saskatchewan ist immer mehr QB #4 Darian Durant, ein schwarzer Brocken von Mann, der in den letzten Jahren immer mal für einen Bock gut war, aber 2013 seine beste Saison spielt. Durant erinnert mich ein bissl an meinen Hero aus ersten NFL-Tagen, Steve McNair: Auch so ein schwarzer Scrambler, nicht der beste Werfer, nicht der schnellste Sprinter, aber immer wenn es knüppeldick kommt, kannst du dich als Mannschaft auf ihn verlassen. Ich weiß, dass dies von Zahlen und Fakten kaum zu untermauern ist, aber das schiere Gefühl, das einem McNair wie Durant vermittelten, macht es einem als Fan einfach.

Prognosen abgegeben ist in einer CFL immer schwer. Bei den Buchmachern sind die Roughriders Favorit mit 5.5 Punkten. Ich würde partout auch auf Saskatchewan tippen, aber ich glaube, ich bin in der CFL in den letzten Jahren so oft daneben gelegen, dass ich mich eines Endspieltipps ehrlicherweise enthalten möchte.


Das Spiel wird in der Nacht von Sonntag auf Montag um Mitternacht MEZ angepfiffen. Die Angaben ob der Live-Übertragung in Europa ist wie in den letzten Jahren nicht eindeutig geklärt. Die Auskünfte der TSN-Mitarbeiter sind widersprüchlich, wie aus den letzten Jahren bekannt. „on-demand“ ist das Game-Tape aber wie immer bei TSN zu erhalten.

Die Wüstenmuschi

Zaha Hadid wird morgen den Entwurf für eines der WM-Stadien für Katar 2022 vorstellen, die Arena von Al Wakrah. Die Designvorlage für das spektakuläre Dach ist laut Architektenbüro ein traditionelles katarsches Boot. Man kann darin auch eine Muschel erkennen. Und die ganz Kreativen erkennen darin eine Muschi.

Der Entrüstungssturm auf Twitter und im Boulevard („It is not clear whether or not all their stadiums will be shaped like ladies’ private parts.”) ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Es wird minütlich darauf gewartet, dass die nächste millionenstarke Anti-Kampagne auf Facebook gegründet wird.

Date am Donnerstag, #12: Atlanta Falcons – New Orleans Saints

Heute Nacht: Das Duell aus der NFC South, von dem man vor der Saison hatte mehr erwarten können als eine 2-8 Truppe der Atlanta Falcons, die gegen New Orleans Saints mit inversem Record trifft. Ab 02h30 live bei SPORT1 US und im Gamepass.

Donnerstagsspiele geben mir oft die Gelegenheit, ansonsten übersehene Mannschaft zu analysieren. New Orleans ist diesmal nicht „übersehen“. Die Saints werden nach Woche 11 als #1 im Power-Ranking ausgespuckt, mit einer Sieg-Erwartung von 76% auf neutralem Feld gegen den durchschnittlichen NFL-Gegner. Alles über 75% ist schon sehr dominant und wird fast nie von einer Mannschaft über die gesamte Saison gehalten.

Gehen wir zu den Falcons, die nach der 13-3 Bilanz letztes Jahr diesmal eher Richtung Top-Draftpick unterwegs sind. Ich behaupte, dass ich vor der Saison als Pessimist gegolten hatte, als ich Atlanta am unteren Ende der Playoff-Kandidaten und als schlechtestes Team der NFC South eingestuft hatte. Atlanta unterbietet dieses Jahr aber selbst meine moderaten Erwartungen.

Erstes Problem: Die 2-4 Bilanz in engen Spielen. Die Falcons unter Mike Smith waren nun viele Jahre lang eines der erfolgreichsten Teams in engen Spiele mit maximal einem Score Differenz. Nicht so 2013. Zuletzt aber waren die Probleme eher Blowouts. Die kann man an mehreren Dingen festmachen: Verletzungen (alles an wichtigen Skill-Players ist dauerhaft oder zeitweise verletzt) und die erwartet furchtbare Pass-Defense (#29 der Liga mit 7.2 NY/A). Es regnete eine ganze Latte an Big-Plays gegen Atlantas zahnlose Abwehr. Das ist Redskins-Level. Meine Excel-Tabelle weißt 36 Pass-Plays auf, die gegen Atlanta über 20yds gingen, ligaweites Schlusslicht. Wenn du dann auch noch auf die gewohnten INTs verzichten musst (Atlantas traditionell INT-hungrige Defense heuer mit nur 1.8% INT-Quote), geht es schnell den Berg runter.

Die Offense um QB Matt Ryan passt eigentlich soweit halbwegs: Ryan ist nicht spektakulär gut, aber er hält den Laden besser als erwartet zusammen. Er wirft zwar mehr INTs als aus den letzten Jahren gewohnt (2.9% INT-Quote), aber du kannst Ryans niedrige Quoten nicht auf Dauer halten. In Julio Jones fehlt der klare Top-WR schon fast die ganze Saison, und auch andere angedachte Stars wie Roddy White oder RB Steven Jackson humpeln sich durchs Jahr. Und die mangelnde Tiefe vor allem bei den Ballfängern hatte ich schon im Sommer als einen der negativsten Punkte herausgehoben.

Sieht insgesamt nicht gut aus für die Falcons. Schon in der ersten Saison-Woche spielte man gegen New Orleans. Schon damals war man – noch mit fittem Kader – die etwas schwächere Mannschaft. Man hätte trotzdem in der letzten Sekunde noch gewinnen können, aber weil die Würfel dieses Jahr schon von Anfang an eher gegen Atlanta fallen, verlor man auch dieses Spiel. Ich würde nicht darauf wetten, dass es diesmal anders ausgeht.

NFL-Power Ranking 2013, Week 11: Den Geschmacksnerv getroffen

Das Monday Night Game Carolina PanthersNew England Patriots traf meine Geschmacksnerven am süßlichen Ort. Es gehörte zu den Spielen dieser Regular Season, die mich am meisten begeisterten: Knappes Spiel, gute Ausführung, knisternde Atmosphäre. Carolina, dieser heimliche Riese, der seit über einem Jahr massiv unterschätzt wird, weil er keine knappen Spiele gewinnen kann, holte sich die zweite hautenge Partie en suite: 24-20 gegen einen AFC-Favoriten New England, der nicht schlechter war, aber ein bissl unglücklicher.

Man kann sich an der Referee-Entscheidung aufhängen oder nicht. Ich kann die Aufregung nachvollziehen, aber ich kann ebenso nachvollziehen, weswegen die geworfene Flagge am Ende wieder eingesteckt wurde: Der Kontakt kam reichlich spät, als der Ball bereits deutlich unterworfen war; Gronkowski bewegte sich bereits vom Ball weg und „uncatchable“ fand ich beim zweiten Hinschauen für ein adäquates Bewertungsmaß. Um über weitere Penalty-Möglichkeiten wie Defense-Holding urteilen zu können, fehlt mir die Detail-Regelkenntnis. Festzuhalten bleibt allerdings eins: #59 Luke Kuechly, dieser famose Abwehrchef der Panthers, riskierte mit dem unnötigen Körperkontakt die Partie.

Fakt ist: Das Spiel war geil. Wenige Drives, aber lange Drives. Fast immer endeten sie in Punkten. Nur drei Punts. Beide Offenses mussten sich gehörig in die Waagschale legen, um die Yards zu erkämpfen, da beide Defenses hielten. Es gab nur vier Spielzüge, die weiter als 20yds gingen – und es störte kein Jota. Dafür hohe Verwertungsraten in dritten Downs. Ein QB Cameron Newton mit einem der spektakulärsten broken play-Rettungen des Jahres. Überhaupt waren beide Quarterbacks gut drauf und hatten hohe Completion-Rate auf ihren kurzen Routen.

Es gab 12 Strafen? Sie fielen nichtmal so ins Gewicht; vielleicht sind wir in der heutigen NFL mit ihren restriktiven Regeln für besseren Gesundheitsschutz einfach mehr gewohnt. Talib gegen Steve Smith war erwartet unterhaltsam, u.a. mit einer zünftigen Schlägerei. Die Panthers sprangen nicht nur im letzten Play von der Schippe, sondern schon in der ersten Halbzeit: Im ersten oder zweiten Pats-Drive verlängerten sie zweimal in 3rd-Downs mit Penaltys den Drive, eroberten aber in der RedZone einen Fumble und blieben unbeschadet.

New England muss sich nicht wegen der Leistung grämen, aber hätte im vierten Viertel von der CAR 8yds Line bei 17-17 Zwischenstand mit 6:35 auf der Uhr ein 4th-und-1 ausspielen können; Belichick ließ zur Führung kicken. Der 4th-Down Calculator ist nicht so eindeutig wie es mein Gefühl vermuten ließ (61% Break-Even, allgemeine Verwertungsrate 68%), aber ausspielen wäre definitiv die wünschenswerte Alternative gewesen, vor allem mit dem besten Sneak-QB der NFL-Geschichte in Brady.

Du kickst von der gegnerischen 8yds-Line und endest mit einem Verzweiflungs-Play von der gegnerischen 18yds Line – so geht es oft in der NFL. Ich hätte ausgespielt. Immer mehr Coaches folgen derzeit dem Mathletics-Beispiel, aber noch nicht alle. Belichick, dieser Guru und auch in Sachen Advanced-Stats einer der Vorreiter, zog es diesmal vor zu kicken.

Das Power-Ranking nach Woche 11.

NFL-Power Ranking 2013, Week 11

NFL-Power Ranking 2013, Week 11

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 11.

Statistik-Tabelle

Wichtigste Statistik-Inputs für Power-Ranking #11, 2013

Wichtigste Statistik-Inputs für Power-Ranking #11, 2013

Kommentarsektion

Führungswechsel ganz oben: Die Saints gewannen zwar nur knapp gegen die 49ers, aber hinter dem Endergebnis von 23-20 steckt eine dominante Performance, die sich die Saints mit einer Latte an überflüssigen Turnovers zwischenzeitlich selbst kaputt zu machen drohten.

Die 49ers auf der anderen Seite fallen nach einer weiteren pathetischen Offense-Vorstellung auf #9 zurück. Die Offense ist nach kurzem Strohfeuer im Oktober nun wieder auf 6.1 NY/A und Liga-Mittelmaß im Passspiel zurückgefallen. QB Colin Kaepernick hat weiterhin in Boldin und Davis nur zwei Anspielstationen, brachte am Sonntag gegen die stark verbesserte, aber noch nicht wirklich hochklassige Saints-Defense katastrophale 3.7 NY/A an den Mann.

Auffällig: San Francisco hat kein vertikales Element mehr im Spiel. Der Bolzen Boldin ist per Definition eine Mitteldistanzwaffe, und Davis wohl nicht fit genug um öfters downfield zu gehen, und dahinter gibt es nix. Manningham und Baldwin waren auch am Sonntag Ausfälle. Kaepernick muss Teil des Problems sein, denn die Coaches scheinen ihm nicht mehr so viel vom Spiel in die Hände legen zu wollen, aber ich tue mir schwer, Unterschiede zwischen Kaepernick 2012 und Kaepernick 2013 herauszuarbeiten: Der Mann wirft weiterhin relative Raketen, und gelegentlich überzogen hat er letztes Jahr auch. Ich bin momentan geneigt, viele der Niners-Probleme an den Skill-Positionen festzumachen. WR Crabtree kann nicht schnell genug zurückkommen, aber nach Achillessehnenriss wird er kaum sofort bei 100% sein. Und genau diese 100% bräuchte San Francisco händeringend.

Philadelphia ist offiziell das alljährliche Ausreißerteam, Ausgabe 2013. Die Eagles machten die Washington Redskins dreieinhalb Viertel lang komplett nieder, gewannen am Ende aufgrund eines aufgelackerten Comebacks viel zu knapp 24-16. Ich finde genug Dinge, die mich bei den Iggles skeptisch machen, aber Fakt ist auch: Sie halten sich quasi von Beginn des Power-Rankings vor sechs Wochen dort oben fest. Und die Defense schaute gegen RG3 lange Zeit total dominant aus. Philly mit 7.5 NY/A die viertbeste Pass-Offense plus eine mittelmäßige Defense, und das gegen einen Schedule, der schwerer ist als jener der anderen Topteams dort oben.

Cincinnati bleibt weiterhin in den Top-5, aber ich zweifle nach der katastrophalen Offensiv-Vorstellung gegen Cleveland (dass Cincinnati 41 Punkte machte, ist Wahnwitz) deutlicher als je zuvor an der Qualität des QBs Dalton. Verrückter Gedanke: Sollte ein Team wie Atlanta (also eines ohne echten QB-Need) den Top-Pick erhalten, würde ich an Bengals-Stelle darüber nachdenken, „all in“ zu gehen und mir mit Nachdruck einen Freischuss auf ein Top-QB Prospect erkaufen… ok, ich denk noch mal drüber nach, aber die Idee schleppe ich seit 2-3 Wochen mit mir herum und wollte ich mal dokumentiert haben.

Cleveland rutscht übrigens auf #14 hoch! Die Browns verloren zwar besagt 20-41 in Cincinnati, aber: TD-Drives der Bengals waren 22, 38 und 52yds, also alle aus exzellenter Feldposition. Die Browns-Defense ist kein Problem, sie ist vielmehr nach den Metriken dieser Power-Rankings die drittbeste der NFL (u.a. #3 Passdefense mit 5.1 NY/A und #4 Laufspiel). Die beste? Cincinnati: 5.0 NY/A Passspiel als #2, und neuntbeste Lauf-Defense.

Muss ich über das Sunday Night Game schreiben? Ja, kurz. Beide Teams haben ziemlich genau das Erwartete gezeigt: Broncos mit 8.1 NY/A Passspiel fast genau im Saison-Soll, die Chiefs waren mit dem erwartet schnellen Rückstand erwartet überfordet. QB Smith mit unter 50% Completion-Rate und nur 4/13 Rate bei 3rd-Downs, und vor allem: War schnell zum Scrambeln gezwungen. So mobil Smith ist: Das ist nicht seine gewohnte Methode. Ausgangs des dritten Viertels schlug sich die Dominanz der Broncos auch in Punkten nieder. Kansas City ist womöglich besser einzustufen als #17 im Power-Ranking, aber ich tue mir trotzdem hart, diese Mannschaft als, sagen wir, 12-4 Kaliber einzustufen.

Zum Bodensatz: Tampa arbeitet sich hoch. Die Buccs grooven! Ich sitze mit heller Begeisterung vorm PC und staune über die mutigen PlayCalls des Head Coaches Schiano. Schiano ist dead man walking und wird der Rasur im Jänner kaum enfliehen, aber diese letzten Wochen waren trotzdem fantastisch. Am Sonntag muss man Detroit, und völlig chancenlos ordne ich die Buccs nicht ein. Das direkte Duell CB Revis gegen WR Calvin Johnson dürfte eine Augenweide werden.

Ein Wort noch zu Detroit: Ich schrieb schon im Liveblog, dass die Schwartz’sche Entscheidung zum Fieldgoal-Fake keine ökonomische Entscheidung im rationalen Sinne war, aber ich war trotzdem angenehm angetan von der Entscheidung: Zu oft habe ich einen zu ängstlichen Schwartz in den letzten Jahren gesehen. Da hab ich ehrlich lieber mal ein schlecht kalkuliertes Risiko als noch dreimal den eingezogenen Schwanz… und ganz nebenher: Solche FG-Fakes sind häufig weniger mathematisches Produkt, sondern die Tatsache, dass man im Videostudio eine Schwachstelle beim Gegner entlarvt hat. Der Spielstand war 27-23 pro Lions, ein TD hätte die Partie quasi entschieden. Ich kann mit der Entscheidung gut leben, trotz allem.

Der Conference-Vergleich sieht die AFC (.464) diese Woche eine Spur auf die NFC (.536) aufholen. Bei den Divisionen sieht das Power-Ranking weiterhin alle vier NFC-Divisionen auf den ersten vier Plätzen; der Spitzenreiter bleibt die West-Division mit durchschnittlicher Qualität von .568; das Schlusslicht ist noch immer die South-Division mit .402.

Award Watch

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe, Calvin Johnson
  • Offensiv-MVP: Manning, Jimmy Graham, Calvin Johnson, LeSean McCoy
  • Defensiv-MVP: J.J. Watt, Poe, Justin Houston, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Luke Kuechly
  • Rookie-Watch: Sheldon Richardson, Star Lotulelei, Kiko Alonso, Andre Ellington, Eddie Lacy, Keenan Allen, Larry Warford
  • Coach-Watch: Sean Payton, Andy Reid, Ron Rivera

Ich entschließe mich nach PFF-Lektüre, den Lions-OG #75 Larry Warford in die Watchlist für den Rookie-Preis aufzunehmen. Zugegeben, qualitativ kann ich nicht viel in der Diskussion beitragen, aber die verfügbaren Metriken lassen auf eine bockstarke Lions-Line „interior“ schließen – und das fällt auch auf Warford zurück. Sehr guter Mann.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 12

Woche 11 glückte mir im persönlichen Bauchgefühl-Tippen so gut (12-3 korrekt), dass ich bei NFL-Crush die zwischenzeitlich verlorene Führung zurückerobern konnte. Ich weiß: Sie hält nicht lange an, deswegen mach ich mal ein Bier drauf auf. Das Power-Ranking war eine Spur weniger präzise, krankt vor sich hin: 9-6 gewonnene Tipps (62-36, 63.2%). Die Tipps für Woche 12 schauen so aus:

HOME                 %   AWAY                  %
Atlanta             20   New Orleans          80
Cleveland           62   Pittsburgh           38
Detroit             79   Tampa Bay            21
Green Bay           83   Minnesota            17
Kansas City         55   San Diego            45
St Louis            38   Chicago              62
Miami               39   Carolina             61
Baltimore           47   NY Jets              53
Houston             87   Jacksonville         13
Oakland             34   Tennessee            66
Arizona             65   Indianapolis         35
NY Giants           63   Dallas               37
New England         40   Denver               60
Washington          39   San Francisco        61

New England ist nach diesem Modell +/- 4pts-Außenseiter zuhause gegen Denver. Das mag erstaunen oder nicht. Aber Denver ist mit seiner Pass-Offense weiterhin eines der NFL-Spitzenteams. Im zweiten großen Primetime-Spiel ist San Francisco ähnlich klarer Favorit in Washington; wenn die 49ers gegen die inexistente Secondary der Redskins nicht punkten, wann dann?

Klarster Favorit des Tages ist Houston, das gegen Jacksonville ran darf. Das Modell gibt den Texans dabei einen zusätzlichen Boost durch den Heimspielvorteil, aber wer das letzte Spiel der Texans im Reliant Stadium sah, fragt sich ob des gellenden Pfeifkonzerts, ob das ein Vorteil ist. Wen Head Coach Kubiak diesmal benchen wird?

Das 9-1 Team Kansas City ist nur dank Heimspiel leichter Favorit gegen San Diego. Auf der anderen Seite werden die Ravens mittlerweile so negativ angesehen, dass sie schon nichtmal mehr gegen die Jets als Favorit im eigenen Stadion gelten. Wie auch? Die Jets sind Week-to-Week W-L-W-L-W-L-W-L-W-L… was wohl diesmal folgen wird?