Monday Night Football, #9 Preview: Green Bay Packers – Chicago Bears

Die älteste Rivalität als Monday Night Game bei SPORT1 US und im Gamepass, heute Nacht ab 2h30 LIVE: Green Bay Packers (6-2) gegen Chicago Bears (4-3) in einem Spiel, in dem die Bears dringender gewinnen müssen als die Käsköpp… und die schmerzhafteren Verletzungsausfälle zu beklagen haben. In erster Linie ist damit QB #6 Jay Cutler gemeint, der im Jahr eins unter dem neuen Offense-Gespann bestehend aus Headcoach Marc Trestman und OffCoord Aaron Kromer aufblühte und phasenweise brillanten Football spielte (4-3).

Die Probleme der Bears enden nicht bei Cutlers Verletzung: Richtig weh tut der Abgesang der einst gefürchteten Bears-Defense, die dieses Jahr die mit großem Abstand schlechteste Pass-Defense der Liga stellt (8.1 NY/A) und an der Nadel der Turnovers hängt. Es ist nicht nur der Austausch des alten „Tampa 2“-Stabs um Lovie Smith und Marinelli gegen den neuen Defensiv-Staff um Mel Tucker. Es ist auch eine Kombination aus Alter und Verletzungen; etwas, das man lange hat sehen können.

DE #90 Julius Peppers hatte für m.E. nur ein gutes Spiel dieses Jahr (gegen Detroit), und rotiert ansonsten schwer angeschlagen zwischen Seitenlinie und Special-Packages, weil er nimmer in der Lage ist, durchzuspielen. Die Nebenmänner #69 Melton und Paea sind entweder parttime- oder dauerverletzt, und bei DE #92 Shea McClellin beginnt Chicago mit der Einsicht, dass der ehemalige Boise State Bronco dann doch – wie von allen prognostiziert – besser in die 3-4 Defense passen würde. Dazu sind Granden wie Urlacher oder wertvolle Backups wie Idonije weg, und ein Lance Briggs im Verletztenstand. In der Secondary lässt man CB #33 Charles Tillman nur noch widerwillig durchspielen, aber es gibt kaum Alternativen dazu. Kurzum: Diese Unit ist unfertig bzw. „fertig“. Ein Mega-Passrusher sowie ein echt guter Cornerback würden ungemein helfen (die Rollen von Peppers und Tillman in der jüngsten Vergangenheit), aber die sind nunmal nicht. Cutler und seine Offense konnten gemeinsam mit den Turnovers die Abwehrprobleme bislang kaschieren, aber nun muss QB Josh McCown den Laden schmeißen – und bei allem Guten, was Trestman und Kromer mit der Offense bewirkt haben: Das reicht nicht.

Green Bay hat seine eigenen Wehwehchen durch zu viele Verletzungsausfälle, aber dürfte ein gutes Matchup gegen Chicago sein: Die instabile Offense Line sollte gegen beschriebene auf dem Zahnfleisch kriechende Bears-DL zumindest soweit halten, dass QB #12 Aaron Rodgers Zeit bekommt, und ein Rodgers mit Zeit ist immer ein guter Rodgers. Ich gebe nicht allzu viel auf die Glaubwürdigkeit des Packers-Laufspiels (es ist nicht effizienter oder ineffizienter als in der Vergangenheit), denn die treibende Kraft der Offense ist noch immer Rodgers, der derzeit auch mit einem arg in Mitleidenschaft gezogenen WR-Corp gute Resultate einfährt; meine Rübe, der erste TD-Pass für #87 Nelson letzte Woche war sooo geil.

Ich kann mir viele Szenarien ausmalen, in denen die Packers heute gewinnen, aber nur eines (Return-TDs, Return-TDs, Return-TDs), in denen Chicago wirklich ernsthaft genügend Punkte auf das Tablett kriegt um die Überraschung zu schaffen. Green Bay ist also zu favorisieren.