NFL 2013, #10: San Diego Chargers – Denver Broncos Preview

San Diego Chargers (4-4) vs Denver Broncos (7-1) gehört zu den unterschätzten Matchups am heutigen Tag. Die Partie ist für 22h25 angesetzt, und nur im Gamepass zu sehen. Sie hat massive Auswirkungen auf die AFC West Division und noch mehr auf das komplett offene Wildcardrennen in der AFC (alle Teams außer Jacksonville sind noch recht gut im Rennen).

Chargers – Broncos ist für mich auch eine Partie mit Upset-Potenzial. San Diego ist unter dem neuen Tandem Head Coach McCoy (kam ausgerechnet aus Denver) und OffCoord Whisenhunt eine der großen positiven Überraschungen der Saison, und dies weniger aufgrund der 4-4 Bilanz, sondern vor allem wegen des „Wie“: Sie haben die Offense revitalisiert. Eine Offense, die zuletzt nichtmal mehr Norv Turner in Gang halten konnte.

QB #17 Philip Rivers, nach zuletzt eineinhalb mickrigen Saisons fast schon abgeschrieben, wartet in der ersten Saisonhälfte 2013/14 mit 7.8 NY/A im Passspiel auf – der zweitbeste Wert der Liga in der wichtigsten Statistik der NFL- #1 ist mit 8.3 NY/A freilich der heutige Gegenüber Manning, allerdings kann Manning auf eine ganz andere Latte an Passfängern zugreifen, wie die beiden „Thomase“ (WR Demariyus und TE Julius), WR Decker oder WR Welker. Das ist der breiteste Support-Cast der NFL. Rivers’ Jungs sind Schulbuben dagegen:

Der Mann mit den meisten Catches ist RB Danny Woodhead, der kleine Irrwisch, der in New England aus unerfindlichen Gründen nicht mehr erwünscht war (49 Catches, 391yds, 3 TD); ein Mann für Checkdowns. Der Mann mit den zweitmeisten Catches ist TE Antonio Gates, der primär noch vom großen Namen lebt, aber als mittlerweile ganzes Bröckerl durch die Abwehr bolzt (48 Catches, 550yds, 2 TD).

Erst dann kommen die Receiver: Rookie Keenan Allen mit 34 Catches (527yds, 3 TD), „2nd year“ Vince Brown (27 Catches, 282yds, 1 TD) und TD-Maschine Eddie Royal (26 Catches, 341yds, aber 7 TD). Vor allem Allen ist eine große Geschichte. Über den Mann schrieb ich vor dem vergangenen Draft:

Keenan Allen (1.88m) von Cal ist eher der Anti-Woods: Bekam zwar auch viel Presse, aber die Presse schrieb ihn dann im Frühjahr zunehmend aus der ersten Runde raus, runter in die mittleren Runden. Das Problem: Allen war ein extrem produktiver Receiver am College, technisch sauber, sehr sichere Fanghände, präziser Routenläufer, aber nicht die sensationelle Explosivität – und zuletzt mit einer mittelschweren Knieverletzung. Die hinderte Allen im Frühjahr daran, auf voller Höhe die Vorstellungs-Einheiten zu absolvieren, und so waren viele Werte nicht bloß enttäuschend, sondern schlicht unter den Benchmarks vieler NFL-Teams. Es gilt jedoch als sicher, dass einige Teams weiterhin bereit sind, einen hohen Pick für Allen zu investieren.

Allen ging nur in der dritten Runde, und ist mittlerweile einer der besten Kandidaten auf den Rookie-des-Jahres-Preis 2013.

Rivers also mit Super-Stats. Die Broncos mit einer der ineffizientesten Pass-Defenses der Liga, trotz eines famosen Passrushers wie OLB Von Miller: 6.8 NY/A gegen Denvers Defense, #25 der Liga. Miller dürfte heute Doppeldeckung kriegen, denn kein Mensch traut den Chargers-Tackles eine Chance im 1-vs-1 zu. Und weil Rivers dieses Jahr aufgrund der kürzeren Routen der Receiver schneller werfen kann, sollte sich das Zeit-Problem in der Pocket halbwegs in Grenzen halten.

San Diego muss heute viel werfen, vor allem im 1st-Down. Rivers ist der effizienteste QB der Liga bei Würfen im ersten Down. McCoy und Whisenhunt dürfen sich nicht einlullen lassen. San Diego braucht Punkte, und muss daher viele Yards schon im ersten Down vorlegen. Laufspiel kann man auf die „power-Situationen“ beschränken, auf die 3rd-und-2 Momente. Das ist das einzige Down, in dem Denvers Lauf-Defense verwundbar ist.

Für die Chargers-Defense gibt es in Ermangelung von wirklich guten Einzelspielern heute nur ein Rezept: Bend-but-don’t break. Hoffe, dass deine Offense das Tempo vorgibt. Schau, dass du Manning ungeduldig machen kannst; Manning hatte in den letzten Wochen die Tendenz, schnell die tiefen Big-Plays zu suchen, wenn die Offense in 2-3 Drives en suite nicht richtig in Gang kam. Diese Ungeduld könnte eine Waffe für San Diego sein; wichtig wird dabei aber, dass S #32 Weddle wieder besser drauf ist als in den letzten Wochen, als er sich u.a. vom Rookie-TE der Redskins, Jordan Reed, ausspielen ließ. Einen Julius Thomas sollte er nicht 6 catches für 73yds geben. Am besten für die Chargers wäre es, Weddle nicht zu weit „vorne“ spielen zu lassen. Ich erwarte ohnehin viel press coverage der Chargers mit einem eher tief spielenden S Weddle, um die großen Big-Plays zu verhindern.

Ich gebe den Chargers eine gute Chance, die Partie zu gewinnen. McCoy und Whisenhunt müssen sich allerdings von den ängstlichen Strategien im 4th-Down verabschieden und sollten ein aggressives Spiel mit der Offense ansagen. Denver ist ohne Head Coach (John Fox ist noch mit Herz-OP außer Gefecht). Die Chargers haben den Heimvorteil. Viele Mannschaften gibt es nicht, die konzeptionell so drauf sind, dass sie die Broncos in große Bedrängnis bringen können; San Diego ist es. Daher würde ich hier mit einem Upset gehen.

2 Kommentare zu “NFL 2013, #10: San Diego Chargers – Denver Broncos Preview

  1. Pingback: NFL 2013/14, Week 10 Liveblog | Sideline Reporter

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