NFL 2013/14, Week 11: New Orleans Saints – San Francisco 49ers und die 22h-Spiele

[01h40] Endstand New Orleans Saints 23, San Francisco 49ers 20.

Verdienter Sieg der Saints, keine Frage. San Francisco schmarotzte nur von den Fehlern und brachte selbst nicht viel zu Wege. Das hätte am Ende fast gereicht, weil man New Orleans zu nur noch Field Goals halten konnte, aber letztlich kommst du mit so einer schwachen Offense eben nicht durch: Kaepernick und Co. mit unterirdischen 3.7 NY/A Passspiel – das ist schlechter als Tebow und entsprechend auch zu wenig, um trotz vieler glücklicher Fügungen dort zu gewinnen.

Wenn du dann depperte Strafen á la Tampa Bay oder Detroit begehst, verlierst du schnell mal ein solches Spiel. Eine „Fair Catch Interference“ bei Gleichstand in den letzten zwei Minuten ist einfach ohne Hirn.

[01h35] Punt der 49ers. 1:43 vor Schluss nimmt #43 Darron Sproles an der eigenen 25yds Line den Ball per „Fair Catch“ auf. Ein 49er rauscht natürlich trotzdem heran und rammt Sproles nieder. 15yds-Strafe. Brees kann von der eigenen 40yds Line starten.

[01h32] Es wird dramatisch in New Orleans: 1tes Play der Niners, Sack gegen Kaepernick. Payton nimmt ein Timeout. Zweites Play, und Kaepernick bringt den Ball gerade vor der eigenen EndZone noch weg. Es gibt keine Intentional-Grounding, weil Kaepernick ein paar Zentimeter (nicht „well outside“ wie es der Head-Ref verkündete) außerhalb der Pocket war.

[01h27] NO 20, SF 20/Q4 2:06. Hartley nagelt ihn aus 42yds rein. Fraglich allein, weshalb die Saints ein Timeout verbrannten, das u.U. noch wichtig wird.

[01h22] Passversuch Brees, von der Seite rauscht #55 Ahmad Brooks herein und bringt Brees via Sack zu Fall. Fumble. Aber es gibt ein Personal-Foul gegen Brooks, der zu hoch gegen Brees zu Werke ging. In der Wiederholung sehen Brooks‘ Arme zirka so breit aus wie Brees Oberkörper… und das ist nichtmal eine allzu große Übertreibung.

[01h14] Ein Problem, das ich schon letztes Jahr jede Woche an Kaepernick kritisierte: Er nimmt zu viele überflüssige Timeouts. Jetzt haben wir November 2013. Kaepernick ist ein Jahr in der NFL. Da macht ihm der Coach den Gefallen, bereits alle Timeouts in der ersten Hälfte per Challenge verbrannt zu haben, und Kaepernick sagte DANKE und nimmt eben das zweite sinnlose Timeout. Solche Dinger tun dir weh. Saints sind nur 3pts hinten. SF hat nur mehr ein Timeout für die eventuell enge Schlussphase. Das kann noch weh tun. Ach, und: Punten mussten die Niners so auch.

[01h08] NO 17, SF 20/Q4 7:50. 77yds-Drive der Niners, aber sie krönen ihn nicht. Nach drei Stops direkt vor der GoalLine kriegt Sean Payton Schiss und nimmt das billige 21yds-FG, bei dem selbst Aikman möglicherweise gekickt hätte. Möglicherweise.

[01h05] Endstand Miami 20, San Diego 16.

Der letzte Drive der Chargers führt noch einmal in Scoring-Reichweite, aber weil San Diego nach einem Sack ohne Timeouts operieren musste, verging zu viel Zeit. 10-15sek vor Schluss hätte man ernsthaft über einen QB-Spike nachdenken können, der fast immer eine schlechte Idee ist, aber in dieser Situation möglicherweise die bessere Alternative gewesen wäre. 7sek, und die letzte Hail Mary fällt in der EndZone zu Boden. Anstelle 1sek auf der Uhr zu lassen, lässt der Uhr-Schiri die Uhr auf null ticken.

[00h58] NO 14, SF 20/Q4 13:22. Längster 49ers-Drive des Tages: 49yds, aber es brauchte 13 Plays.

[00h54] Miamis Trainerstab versucht, mit aggressivem PlayCalling die Chargers auszuspielen – gelingt nicht ganz, da die Fins einen Sack kassieren. Fins? 2013? Sack? Könnte man jetzt drüber lästern, aber finde ich grundsätzlich gut, das mit der Offense zu Ende bringen wollen, auch wenns wie hier scheitert. Allerdings sollte man nicht wie Tannehill aus dem Spielfeld laufen (auch wenn die Auswirkung hier dank 2min Warning minimal war… ein paar Sekunden waren’s trotzdem)

Miami Punt. San Diego hat nun 1:55 und muss von der eigenen 17 starten und einen TD erzielen.

[00h45] San Diego hat in Miami auch schon wieder in den self destruction mode geschaltet: Obwohl man eigentlich minimum ebenbürtig ist , eher die bessere Mannschaft, liegt man in Rückstand, und hier ist, warum: Sie kassieren unzählige Strafen (10/76yds) und eben beim Versuch, 5min vor Schluss heranzukommen, gelangte man in FG-Range ehe QB Rivers einen Sack kassierte. Punt von der MIA 36, 3:56 to go. Weil deine Defense ja so zuverlässig ist… Weiterhin MIA 20, SD 16.

[00h41] 4th-Down der Saints in 49ers-Territorium, 5yds to go: Brees geht tief, und der Ball fällt incomplete. Damit erneut gute Feldposition für San Francisco, aber offensichtlich brauchen die Niners noch ca. 30yds geschenkt, um Gefahr auszustrahlen. Insofern: Gute Entscheidung auszuspielen.

[00h34] Diese *sorry* Scheiße, die Aikman da labert, macht mich immer wieder narrisch, und ich kann nix dagegen machen, obwohl ich mich mental seit Stunden drauf eingestellt habe.

[00h26] NO 14, SF 17/Q3 10:52. Kaepernick nutzt den Turnover zum TD: 17yds-Rakete in die EndZone für TE #85 Davis. San Francisco mit 17 Punkten aus Drives mit 11yds, 43yds und 22yds Länge. Du nimmst die Punkte natürlich nur zu gern, aber für die Saints ist da längst noch nicht Licht aus.

[00h23] Brees mit einem weiteren schlampigen Spielzug, übersieht den in der Zone stehenden LB #55 Brooks, der einen einfachen Turnover abfängt; Brooks fumbelt im Return, darf den Ball aber behalten. Es ist der dritte Turnover der Saints – und der einzige Grund, weswegen San Francisco hier noch im Spiel ist.

[00h20] Endstand Chicago 23, Baltimore 20. K Gould würgt ihn aus 37yds rein. Tja. Ich will nicht behaupten, dass die Wahl gegen Ball und für den Wind die einzig richtige war, aber ich halte es für die bessere Alternative. Jeder Madden-Spieler würde genauso handeln.

Aber gut. Die Ravens haben es nicht nur dort verloren. Die Ravens haben es verloren, weil dieses Jahr die Regression etwas böser zustößt als letztes Jahr, als sie mit letzter Kraft einen Freak-Titelrun holten.

[00h16] Punt der Ravens, und die Bears bewegen gleich den Ball relativ souverän, sind nach einem Supercatch des TE #83 Bennett in FG-Reichweite.

[00h07] Halbzeit New Orleans 14, San Francisco 10.

Enttäuschendes Spiel beider Offenses bis jetzt. Auf der anderen Seite sehr gute Abwehr-Vorstellung vor allem der Saints bislang. Bei den Niners kann man in der Secondary in S #31 Whitner (lt. Aikman einer der besten Safetys der Liga) eine recht klare Sollbruchstelle ausmachen, selbst ohne All-22 Tape.

[00h04] Ravens gewinnen den Münzwurf und nehmen natürlich auf meine Gedanken scheißend das Ballrecht. Chicago damit in einer guten Position, wenn die Ravens nicht gleich den TD machen.

[00h00] Baltimores K Tucker gleicht 3sek vor Schluss gegen die Bears zum 20-20 aus. Es wird in die Overtime gehen, und mein Gedanke in diesen Windverhältnissen: Wer den Münzwurf gewinnt, muss eigentlich Kickoff wählen, also deferren. Das ist verrückt, aber in diesen Windverhältnissen möglicherweise die bessere Entscheidung. (wer den Münzwurf verliert, entscheidet die Platzhälfte)

— den Wind nehmen— das hat vor vielen Jahren ein Detroit-HC (Marty Mornhinweg?) gemacht und wurde dafür geprügelt. Mit den neuen Overtime-Regeln ist das möglicherweise mittlerweile eine gute Entscheidung.

[23h58] NO 14, SF 10/Q2 1:58. 1yds-Lauf FB Jed Collins. New Orleans nutzte den langen 80yds-Return des Kickreturners. Danach powerte sich RB #29 Thomas über 3-4 Leute durch zur 1yds-Line in einem Play, in dem sich Niners-CB #25 Brown verletzte. Dann der TD.

[23h52] Halbzeit Seattle 24, Minnesota 13.

Bei den Seahawks ist heute erstmals WR #11 Percy Harvin mit dabei. Endlich. Harvin ist einer der besten Spieler der Liga (nicht bloß „Receiver“), und dürfte nach den Jahren in der Schrott-Offense in Minnesota nun erstmals adäquates Personal um sich sehen – und adäquates Personal + Harvin liest sich wie eine der besten Offenses im Lande. Harvin dann auch gleich mit 1-2 Super-Catches.

Auch Russell Wilson ist heute gut drauf. Da sind dann immer wieder Wilson-Pässe eingestreut, bei denen du dir denkst, mann, das kriegen selbst Luck und RG3 nicht zustande! Zum Beispiel der TD kurz vor der Pause war so ein fantastischer Wurf.

[23h47] NO 7, SF 10/Q2 3:34. Phil Dawson nagelt ihn aus 55yds rein. Es ist ein Gewürge für die Niners, die zwar schematisch nun die richtigen Plays auf diese simpel-aggressive Saints-Defense ansagen, aber es fehlen einfach genügend Wide Receiver oder gute Tight Ends mit guten Händen (hallo, Vance McDonald!), dass es erfolgreicher wäre.

[23h41] INT des CB #24 White gegen Kaepernick. Knifflige Sache, der Spielzug: White wird beim Catch vom Receiver zu Boden gestoßen, rennt aber weiter und fumbelt an der 1yds-Line den Ball in die EndZone zum Touchback. Der Video-Review dauert minutenlang und ist totale Auslegungssache: Schiri-Guru Pereira hätte down by contact gegeben, aber der offizielle Ref gibt den Touchback, und damit den 49ers sofort den Ball zurück.

[23h36] Halbzeit in Miami mit Stand 10-10. Auch optisch geben sich beide Teams recht wenig. San Diegos QB Rivers fast nur mit Kurzpässen, bringt zwar 8/12 an den Mann, aber soweit ich das sehe kein Pass für einen Receiver, alles Gewichse für RB und TEs. Bei den Dolphins hat die Offense Line ein paar Probleme, vor allem bei Blitzes aus dem Defensive Backfield. Ansonsten keine größeren Tendenzen abzulesen.

[23h23] NO 7, SF 7/Q2 10:16. Ein Play später kommt Kaepernick mit einem Fade für #81 Boldin raus – Touchdown gegen CB #24 Lewis.

[23h21] Einer der höchst gelobten Coaches der Liga, Jim Harbaugh, hat eine Woche nach dem schlechten Spiel gegen Carolina den nächsten eventuell schlechten: Wenige Minuten nach dem völlig sinnlosen Challenge gegen Brees wird auch sein Ruf um eine Anerkennung eines klar gedroppten „TD-Catches“ von WR Baldwin (die process-Regel) nicht wahrgenommen. Keine Challenges für Harbaugh mehr heute.

[23h17] Wenn schon San Francisco aus eigener Kraft nix zustande kriegt, hilft Saints-WR Lance Moore mit, der einen Punt in der eigenen RedZone fumbelt (respektive im offiziellen Regelbuch „Muff“).

[23h11] Die Befürchtungen der Chargers, dass Rookie Fluker als Left Tackle die Sollbruchstelle werden könnte, bestätigt sich in der ersten Halbzeit nicht. Gute Protection für Rivers für meinen Geschmack; die Bolts-Offense ist aber etwas vorhersehbar, wenn ich mit einem Auge zuschauend jedes Mal genau den Draw für RB Woodhead prognostizieren kann.

[23h05] NO 7, SF 0/Q1 0:44. Super-Drive der Saints: 11 Plays, 97yds, abgeschlossen mit 1yds-Pass für TE #89 Hill. Mit drin waren:

  • RB Ingram, jener bislang so verspottete Mark Ingram, der schon letzte Woche gute Läufe gegen Dallas hatte.
  • RB Sproles, der mit nicht gut aussehender Verletzung runter musste.
  • Eine überflüssige Challenge des Niners-Coaches Harbaugh.
  • Sehr abwechslungsreiches Spiel der Saints; Schlüsselspielzug war für WR #17 Meachem, der zwischen die Zonen kam und 44yds machte.

[23h00]

[22h53] In Chicago wurde eben ein bissl genauer auf das Feld gezoomt: Es ist in einem Wort beschrieben ein Schlachtfeld. Da dürfte die Erfolgschance am besten sein, einfach gradeaus zu laufen, da Haken schlagen nimmer physikalisch möglich ist.

[22h50] Die Offenses kommen noch nicht recht in Schwung. Die Saints spielen eine sehr aggressive Defense, stellen die Box voll und auf jeden potenziellen Ballfänger einen Mann in „Press-Coverage“ ab – gegen San Francisco sehr wichtig, da die Niners im Pass wie im Lauf eine Gefahr darstellen. Dann tiefer Pass, CB Jabari Greer knickt bei einer haarigen Pass-Defense (keine Flagge für PI?) um und muss raus – sieht nicht so aus, als wäre der Fuß nur verstaucht.

[22h38] Da freust du dich auf ein Superspiel, und das erste vom Spiel ist die Stimme Troy Aikmans.

[22h28] Weiter geht’s mit dem hochklassigen 22h30-Feld. Die Vorschau habe ich zu Mittag online gestellt. In Miami gehen derweil schon die Kopfjäger um:

NFL-Week 11 am Abend: Liveblogging von einem großen Footballabend

[22h35] Oakland gewinnt überraschend in Houston. Texans fallen auf 2-8 Siege. Ein Riesen-Boohay wird um den Umstand gemacht, dass WR Andre Johnson nach einigen unschönen Worten vom QB Matt Schaub vorzeitig das Feld verließ. Schaub ging dann auch nicht mehr zum Handschlag aufs Feld und trottete Johnson hinterher in die Endzone.

[22h32] Endstand Pittsburgh Steelers 37, Detroit Lions 27.

Vermeidbare Niederlage für Detroit, das in der zweiten Halbzeit nix mehr zustande brachte. Man wird sehen müssen, was Dick LeBeau in der zweiten Halbzeit umstellte, aber aufalle Fälle ging immer viel. Johnson mit null Einbindung. Viele Drops (allerdings auf beiden Seiten).

Pittsburgh mit einem verdienten, hart erkämpften Sieg. Die Steelers wurden im zweiten Viertel überrollt, aber sie haben sich zurück ins Spiel gebissen und bei allen Schwierigkeiten einige saubere Drives gespielt. Keiner war besser als der 16-Play, 97yds-Drive zum TD nach dem missglückten FG-Fake der Lions. Dieser Super-Drive lässt die Entscheidung von Schwartz natürlich noch dümmer aussehen. Aber trotzdem: Schön zu sehen, dass Schwartz auch Eier hat.

[22h27] Die 22h-Spiele beginnen. Ich werde den entsprechenden Eintrag öffnen, wenn die 19h-Spiele alle entschieden sind.

[22h23] RG3 wirft unter Druck einen Verzweiflungspass in die EndZone – und der wird abgefangen von #22 Boykin. Meiner Meinung nach ein überflüssiger Pass Griffins, da es 3rd-und-1 war und noch ein weiteres Down zur Verfügung gestanden hätte. Damit gewinnen die Eagles die Partie 24-16.

[22h21] PIT 37, DET 27/Q4 2:28. TD Cotchery ins linke Eck der EndZone – ein wunderschön designter Pass zur Entscheidung. Jetzt fehlen natürlich die drei Punkte vom FG-Versuch und alle Pundits werden sich dran aufhängen.

[22h18] Super-Play der Redskins, die ein 3rd-und-25 verwerten.

[22h16] Dann kommt der Fehler: Stafford tief, INT für CB Allen und Return hinein tief in die Platzhälfte der Lions. Detroit hat nur mehr 2 Timeouts.

[22h11] Washington war 0-24 hinten. Dann wachten RG3 und seine Pass-Offense auf, und nun sind die Skins nach zwei erfolgreichen 2pt-Conversions bei 16-24 und 81yds vom nächsten TD entfernt. Ich glaube, es wäre das erste Mal in der NFL-Geschichte, dass ein 0-24 mit drei TD+2pts aufgeholt würde.

[22h09] PIT 30, DET 27/Q4 4:46. Monster-Drive der Steelers, 16 Plays für 97yds und 8:03min verbrannt. Mehrere Schlüsselspielzüge waren dabei, aber keiner war wichtiger als gleich das erste 3rd-Down, das tief in der eigenen RedZone ausgespielt werden musste, und der heute überragende WR #84 Brown machte es; Brown hatte heute auch seine Drops, aber den wichtigen fing er.

Danach schöner Kampfgeist der Steelers, mit unterschiedlichen Spielzugdesigns, 4th-Downs und schließlich 1yds-TD Pass für Brown. Detroit muss nun antworten.

[21h51] YES! Detroit 27, Pittsburgh 23, Lions an der 8yds-Line gestoppt, und Jim Schwartz sagt einen Fieldgoal-Fake an! Der scheitert, aber Schwartz, das ist mal ne Ansage, nachdem er letzte Woche kritisiert wurde, bei 20-13 keine 2pts-Conversion probiert zu haben.

[21h46] Ende des dritten Viertels in Pittsburgh, und es war ein schlechtes Viertel, was Ausführungsqualität anging: Dropps, überworfene Bälle, Personal-Fouls… die ganze Latte. Da spricht der Evantfan in mir: „Können wir nun bitte zurück zu Qualitätsstufe Zweites Viertel wechseln?“

[21h34] PIT 23, DET 27/Q3 5:14. Ein Drive, in dem die Steelers den verwaisten WR #84 Antonio Brown wiederfinden, der auch prompt mehrere gute Catch+Läufe macht. Brown geht an die 0,5yds Line. Aber dann macht Detroit den Lauf platt und Roethlisberger überwirft einen meterweit in der EndZone frei stehenden Tight End mit #81 um zirka einen Meter. Ohne Not, einfach so. Tomlin nimmt am Ende lieber das FG von der 3yds-Line – eine sehr schlechte Entscheidung nach 4th-Calculator.

[21h31] Kuriose Szenen in Houston: Case Keenum wird auf die Bank gesetzt und durch Matt Schaub ersetzt. Sieht nicht so aus als wäre Keenum verletzt oder irgendwas. Einfach straight gebencht. Warum?

[21h27] Chicago – Baltimore wird fortgesetzt.

[21h22] TB 38, ATL 6/Q3. Brutales Spiel für die Falcons, die zum dritten Mal en suite abgeschossen werden. Verletzungen ja, aber die Defense ist trotzdem katastrophal, auch wenn man die Erwartungen an die Gegenbenheiten anpasst. Tampas QB Glennon sieht ohne Anflüge von Druck aus wie ein Pro Bowler (10.3 NY/A bislang). Noch besser: RB Bobby Rainey, der eine 1A-Kopie vom verletzten Doug Martin abgibt. Nochmal: Rainey war ungedraftet. Wenn man bedenkt, dass für Trent Richardson gleich zweimal 1st-Rounder (1x ein Top-3 Pick) ausgegeben wurden…

[21h17] Erstmals ein gut getimter Passrush für einen OLB der Steelers (Worilds kommt im rechten Moment durch), und schwupps auch 3’n’out für Detroit. Nach dem Punt gibt es Nickligkeiten, u.a. stößt die Pittsburgh #54 Carter einen „Blau-Weißen“ zu Boden.

[21h13] 70yds-Punt der Steelers nach einem 3’n’out zu Beginn zweite Halbzeit (Schwartz hatte mit einer Challenge Recht: Steelers-Pass war incomplete).

[21h11] Es geht weiter in Pittsburgh. Mike Tomlin eben mir einem problematischen Halbzeit-Statement, sinngemäß:

Wir müssen nix am System ändern. Wir müssen nix bei Ike Taylor ändern. Ike muss einfach besser spielen.

Ich weiß nicht, ob Tomlin damit die wahren Probleme in Pittsburgh verkennt…

[21h06] Man mag das Power-Ranking runtermachen, man mag die Redskins in Grund und Boden reden, aber Baby: Die Eagles haben was. Auch in dieser Partie wieder mit einer fast perfekten Offense-Vorstellung für QB Foles (bislang 12.0 NY/A) und vor allem: Einer großartigen Defense-Vorstellung. RG3 macht keinen Stich. Washingtons Pass-Offense mit 14 Drop-Backs für 3 (in Worten: DREI) Yards Raumgewinn! 36yds in 10 Würfen, 4 Sacks für -28yds.

[20h58] Gewaltiger 91yds-TD für #15 Michael Floyd im dritten Down: Hab ich eben Pittsburghs Ike Taylor für schlechtes Tackling gebasht? Jacksonvilles Defensive Backfield macht kollektiv den Taylor. Floyd flutscht minimum drei oder vier Jags durch die Finger und läuft durch. Arizona führt damit 24-14.

Halbzeitreport

[20h51] Pittsburgh Steelers 20, Detroit Lions 27

Fassungslose Stats der Quarterbacks in Pittsburgh: Roethlisberger mit 211 Pass-Yards (9.7 NY/A), Stafford trotz einiger Fehler zu Spielbeginn mit 327 (!!) Yards (10.9 NY/A). Calvin Johnson schon wieder mit 179 Receiving-Yards inklusiver mindestens zweier sensationeller Zirkus-Aktionen.

Pittsburghs Defense gibt mir Rätsel auf: Das ist keine Steelers-Defense. Null, wirklich NULL Passrush für Stafford. Das kann nicht allein am Ausfall von OLB Woodley liegen. Das müssen strukturelle Probleme sein. Ist an den Abgesängen auf DefCoord Dick LeBeau doch was dran? Mal schauen, ob LeBeau wenigstens halbwegs was wie Adjustments zur Pause zustande bekommt. Denn klar ist: Da muss aus Steelers-Sicht was passieren.

Pittsburgh sah nur Land, wenn Stafford Mist baute: Überworfene Bälle (drei Drives der Lions wurden mit Staffords unpräzisen Bällen beendet, und möglicherweise wären alle drei zum TD gegangen) bzw. direkt von Stafford in die Hände der Steelers geworfene Bälle: CB Taylor droppte zwei INTs.

[20h36] Beim Battle of Ohio passieren heute nur unvorhergesehene Dinge: Nach dem INT-TD Return für Cleveland machen die Bengals einen blocked-FG TD und einen Fumble-Return TD und führen nun trotz schlechtem Spiel der Offense 28-13.

[20h31] PIT 20, DET 24/Q2 1:42. Meine Fresse, wie leicht lässt sich die Steelers-Defense hier ausspielen? RB #35 Bell über 2yds zum TD, aber schon vorher konnte Bell mutterseelenallein einen Checkdown über das halbe Spielfeld tragen, mit Begleitschutz OG #75 Warford, der erstaunlich athletisch einen entscheidenden Gegenspieler aus dem Weg räumte.

[20h28] Aus Chicago:

[20h25] Hallo, Hallo: Erstes Three’n’Out für die Steelers, und von den Rängen fliegen die Boo-Birds!

[20h20] PIT 20, DET 17/Q2 3:52. 19yds-TD. Wie schon geschrieben: Das Spiel hat das „Make-Up“ eines gigantischen Shootout. 5 Plays, 74yds. Pettigrew, Pettigrew, Pettigrew, Durham, Johnson und TD. Geht so einfach, und die Defense kriegt keinen Zugriff. Bei FOX wird danach eine Hymne auf Calvin Johnson als sehr gebildeter Mensch abgehalten.

[20h17] Eagles-Offense: Pässe für 49, 42, 26, 24, 23, 19, 15 Yards. Ich will nicht sagen, dass ich nicht vor der Schlechtigkeit der Redskins-Secondary gewarnt hätte… Philly führt ungefährdet 17-0.

[20h13] PIT 20, DET 10/Q2 7:19. Weiterhin zahnlose Lions-Defense: RB Bell kriegt einen Checkdown genau zwischen die Zonen der Linebackers und macht daraus einen Riesen-Raumgewinn. Dann verpasst Roethlisberger mit einem suboptimal geworfenen Ball für TE Miller den Touchdown, auch wenn Miller den Ball durchaus auch hätte festhalten können. Unglaublich, wie viele Punkte hier schon verschenkt wurden… aber so wie die Offenses hier die Eier bewegen, werden da noch viele Yards und Punkte kommen.

[20h11] CIN 14, CLE 13/Q2. Sanu ist der Superstar des Drives: 6yds-TD Catch, aber schon vorher hatte er eine 25yds-Completion als Quarterback für Bernard – ein Pass, der durchaus schön genug ist um mit Dalton mitzuhalten.

[20h08] Mike Pereira:

Das Spiel würde nicht neu gestartet, sondern fortgesetzt.

[20h05] PIT 17, DET 10/Q2 10:13. Erster Spielzug, tiefer Ball Stafford für WR #81 Johnson in komplett zusammengebrochener DEckung. Von der Seite rauscht CB #24 Ike Taylor heran und unternimmt einen Tackleversuch wie ein homophobes Mauerblümchen. Johnson kann locker zum 79yds-TD durchlaufen.

[20h03] PIT 17, DET 3/Q2 10:29. Diesmal ist es Roethlisberger mit dem weggeschmissenen TD. Nur Fieldgoal.

[19h59] Zwei Ereignisse von anderen Feldern:

  • Tampa-Atlanta: Fantastischer TD-Lauf für RB Bobby Rainey, dem kleinen Zwerg von der Western Kentucky University. Rainey war ungedraftet. Danach spielt Schiano einen überraschenden Onside-Kick aus! Schiano! Toll, dass der Kick auch noch gelang. Schiano holt mächtig Pluspunkte.
  • Houston-Oakland: Case Keenum ist zu geil. Ein Spaßfootballer aus dem Bilderbuch. Der neue Favre. OK, das mag übertrieben sein, aber Keenum sieht in diesen ersten Spielen seiner Profi-Karriere aus wie der Anti-Schaub. Und genau den hatten die Fans doch gesucht.

[19h55] Fumble Reggie Bush, frei geschlagen vom Steelers-DB #20. LB Timmons mit einem Return in die RedZone hinein.

[19h54] Impressionen aus Chicago:

[19h51] CIN 7, CLE 13/Q2. Spektakel in Cincinnati: Nun ist es OLB James Harrison mit einer INT gegen QB Campbell, inklusive eines saucoolen INT-Returns, auf den so mancher Runningback stolz wäre. Zwei Plays später: 25yds-TD für TE Gresham. Pathetische Browns-Defense allerdings beim TD.

[19h45] PIT 14, DET 3/Q2 14:05. Stafford in Stafford-Form: Dritter Drive, diesmal hinein in die RedZone, aber dann überwirft Stafford schon wieder im dritten Down einen offenen Receiver (TE Pettigrew). Pettigrew hätte den Catch zum Touchdown trotzdem machen können, aber da muss der QB einfach präziser sein. Großer Rückstand zwar für Detroit, aber mit ein wenig Präzisions-„Adjustment“ für Stafford sind die Lions hier voll im Spiel.

[19h43] CIN 0, CLE 13/Q1. INT-Return #23 Haden. Es war die zweite INT für Haden im ersten Viertel.

Die erste: Erstklassige INT von Haden in Cincinnati gegen QB Andy Dalton. Aber auch Daltons Wurf ist mit „suboptimal“ noch schön beschrieben; ich würde die komplette Schuld an dem Pick Dalton zuschieben, da konnte der WR #18 Green nix dafür.

[19h37] In Chicago sieht es nun nach einer wetterbedingten Spielunterbrechung aus.

[19h35] Die Steelers-Trikots hatten wir letztes Jahr schon mal in einem eigenen Blogeintrag, samt Link zur Geschichte dieses sehr ähem… speziellen Trikots.

[19h32] PIT 14, DET 0/Q1 3:58. 47yds-Catch’n’Run Touchdown erneut für WR #84 Brown. Wusste gar net, dass Brown so schnell ist, dass er sämtlichen Cornerbacks auf und davon rennen kann. Erkenntnisse aus dem Spiel bislang: Die Steelers probieren sich stark an der no huddle Offense, und Roethlisberger scheint damit blendend zurecht zu kommen. Weniger Detroit, deren Front-Seven null Druck zustande bringt. Zahnlose Abwehrvorstellung bislang.

[19h30] Ich frage mich gerade, ob Joe Flacco mit seinem starken Arm heute in Chicago einen „Wettbewerbsvorteil“ der besonderen Güte besitzt? In dem Wind sind besonders hart geworfene Bälle deutlich von Vorteil.

[19h28] Matt Stafford mit den gewöhnlichen Eingewöhnungsproblemen im ersten Viertel, überwirft im zweiten Drive zum zweiten Mal im dritten Down einen völlig offenen Ballempfänger (#11 Ogletree wäre zum TD durchgelaufen). Detroit muss punten.

[19h21] PIT 7, DET 0/Q1 6:20. 34yds-Pass für #84Antonio Brown rechts raus; Brown nimmt den kurzen Pass auf und lässt zwei Verteidiger abprallen, kann danach locker durchlaufen. Sehr „runder“ Drive der Steelers auf einem schwer bespielbaren Feld: 8 Plays, 68yds, TD.

[19h18] CHI 0, BAL 7/Q1. Ray Rice straft mich im ersten Drive gleich mal Lügen mit einem 47yds-Lauf; Rice schließt den Drive dann auch gleich per 1yds-TD ab.

[19h13] In Detroit überwirft QB Stafford im dritten Down den offenen Reggie Bush, und danach wird im Heinz-Field (schweres Stadion für Kicker) der 4th-Down von der PIT 31 ausgespielt – nicht erfolgreich.

[19h06] Die beiden bad weather-Spiele heute sind in Chicago (Sturmböen) und Pittsburgh (leichter Regen) zu verorten.

[18h43] Das Wetter heute früh war so schlecht, dass ich am liebsten sofort ins NFL-Playoffgeschehen eingestiegen wäre, aber dann kam ein Freund zu Hilfe, und wir machten eine erste Erkundungstour im Skigebiet. Schlechtes Wetter ist manchmal Ansichtssache.

Schlechtwetter ist Ansichtssache

Schlechtwetter ist Ansichtssache

Weil ich bis in die Mittagsstunden droben war, gab es heute eine zerstückelte NFL-Vorschau auf einen großartigen Footballabend mit etlichen Topspielen. Davor aber wie immer der Verweis auf die zwei wichtigsten Dinge:

Calvin Johnson hat zwar unter der Woche nicht immer voll trainieren können, aber er spielt.

NFL-Nachtvorschauer, Week 11: Denver Broncos – Kansas City Chiefs Preview

NBC hat dank “Flex-Scheduling” die Möglichkeit erhalten, das Spiel des Tages, Denver Broncos (8-1) vs Kansas City Chiefs (9-0) in die Primetime zu verschieben und als Sunday Night Game auszustrahlen. Deswegen wird es heute erst um 02h25 angepfiffen (live SPORT1 US und Gamepass).

Es ist in mehrerlei Hinsicht eines der großen Spiele dieser NFL-Saison, und es ist eines, das in den Staaten vergleichsweise wenig Beachtung findet – zumindest im Vergleich zu anderen Spielen dieser Größenordnung. Wenn ich mich zurückerinnere an die Saison 2007/08, als zu ähnlich fortgeschrittener Zeit im Saisonverlauf die ungeschlagenen Patriots auf die ungeschlagenen Colts trafen: Was war das für ein fassungsloser Hype damals! Und es war damals nicht einmal eine Partie, die in der US-Primetime lief.

Broncos gegen Chiefs kriegt auch vielleicht deswegen nicht die Aufmerksamkeit, weil viele den Chiefs misstrauen: 9-0 ja, aber gegen wen? Da scheinen „Kaliber“ wie Jacksonville, Giants, Titans, Raiders, Browns oder Bills und Texans (jeweils mit third stringer) auf, viele von denen waren arg verletzungsgeschwächt. Mein Power-Ranking sieht die Chiefs momentan trotz bestem Record in der Liga nur auf Rang 14 als quasi durchschnittliche Mannschaft.

Das hat Gründe: Die Offense ist durchaus labil. 5.2 NY/A im Passspiel ist der drittschwächste Wert der Liga in genau der Kategorie, in der es sich eine Spitzenmannschaft am wenigsten leisten sollte. QB #11 Alex Smith brilliert zwar als Verwalter der Offense, der die großen Bolzen vermeidet (1.3% INT-Quote ist der beste Wert der Liga), aber das funktioniert mangels ernsthafter Anspieloptionen (WR Bowe darf trotz Sauftour heute spielen) auch nur solange wie die Chiefs keinem Rückstand hinterherlaufen müssen – bisher selten der Fall, weil gegnerische third stringer nun mal keine drei Touchdowns in den ersten 20 Minuten auf das Feld zaubern.

Bei QB Peyton Manning (8.3 NY/A) und seiner geölten Pass-Armada dürfte das anders werden, wobei: Manning umwehen heute Geschichten von einer Knöchelverletzung; Manning ist „probable“, aber sein Einsatz soll nicht gefährdet sein.

Manning sieht seinerseits heute eine Defense, die er so dieses Jahr noch nicht kennt: 5.2 NY/A gibt die Chiefs-Defense ihrerseits nur auf – drittbester Wert der Liga. Die komplette Abwehr ist bisher eine Augenweide: Den NT #92 Poe habe ich oft gepriesen, und auch DE #94 Jackson soll ein Superjahr spielen. Dahinter operiert die beste Linebacker-Gruppe der Liga neben vielleicht noch San Francisco. Der OLB #91 Hali ist eindimensional wie Fladenbrot, aber ein Passrusher vor dem Herrn. Der OLB #50 Houston ist der kompletteste Linebacker der Liga und bisher vielleicht der Spieler der Saison.

Dahinter operiert ein Defensive Backfield mit drei Cornerbacks #24 Flowers, #27 Sean Smith und dem Rookie-Nickelback #31 Marcus Cooper und einem Safety #29 Eric Berry („The Fifth Dimension“), das sich gewaschen hat. Es bestehen Restzweifel, ob diese Secondary nur gegen die Liga-Mittelklasse dominiert oder das auch gegen Manning vermag, aber diese Fragen werden sich heute (hoffentlich) klären.

Für Denver ist es der Auftakt zu einem brutalen Drei-Spiele-Plan: Nächste Woche muss man ebenso in der Primetime nach New England, und dann ist schon der Auswärtstrip nach Kansas City angesagt. Das macht diese Partie für Denver heute zum „must win“: Der Wildcard-Playoffplatz in der AFC ist quasi schon fix, aber will man den Divisionssieg attackieren, muss zwingend erstmal das Heimspiel gegen Kansas gewonnen werden – gegen einen Head Coach Andy Reid, der fast schon eine legendäre Serie an Siegen nach der bye week innehat: 14 Jahre bye week, 13 Siege.

Ich würde nicht darauf wetten, dass die Serie anhält. Wenn Manning nicht tatsächlich schwerer verletzt ist, ist Denver meiner Meinung nach hier recht klar zu favorisieren. Die 72er Dolphins brauchen keine allzu große Angst um ihren Status als einzige Ungeschlagene der NFL-Neuzeit zu haben.


Komplettere Vorschau noch haben Andy Benoit von MMQB-Deep Dive und der unvergleichliche Mike Tanier von Sports on Earth geschrieben.

NFL-Spätspielevorschauer 2013, Week 11

Teil 2 der NFL-Vorschau auf den heutigen 11ten Sonntag im NFL-Kreis 2013 mit den Spielen um 22h05 und 22h25 [Teil 1 hier].

Miami Dolphins – San Diego Chargers

Kickoff 22h05

Zwei Teams mit 4-5 Bilanzen, insofern ist es ein nicht unwichtiges Spiel im AFC-Wildcardrennen. Beide Teams wurden auf diesem Blog in den letzten Wochen schon ziemlich rauf- und runtergenudelt [Dolphins][Chargers]. Ich bin immer noch erstaunt, dass die Chargers nicht mehr Aufmerksamkeit erregen, denn die Bolts-Offense ist wirklich eine Sahne: QB Philip Rivers als Leader der zweit-effizientesten Pass-Offense der NFL mit 7.6 NY/A in einer sehr variantenreichen Offense, der allerdings ein klarer Top-Wideout abgeht. Rookie #13 Keenan Allen hat sich als erste Option herauskristallisiert, aber der Angriff in San Diego ist alles andere als zentriert auf 1-2 Köpfe. Das führt dann auch dazu, dass San Diego die im Schnitt längsten Drives der Liga durchzieht: 40.2yds/Drive mit der zweitbesten Drive-SR% (76%) der Liga (Drive-SR% = in 76% der Fälle folgt für San Diego nach einem 1st-Down ein weiteres 1st-Down oder ein Touchdown anstelle von FG, Turnover oder Punt).

San Diego ist für mich relativ klarer Favorit in diesem Spiel, nachdem die Dolphins in der Incognito-Sache immer noch mit sich selbst beschäftigt sind und in den letzten Wochen die Offense um QB Tannehill zu stagnieren schien. Der Hoffnungsschimmer für Tannehill könnte das personelle ausgedünnte Chargers-Personal in der Front-Seven sein: U.a. stehen wohl die drei besten Passrusher nicht zur Verfügung.

New Orleans Saints – San Francisco 49ers

Kickoff 22h25, live bei SPORT1 US und mit pünktlichem Einstieg ab 22h25 auch bei PULS 4

Sahnepartie. New Orleans (7-2) als Inhaber einer knappen Divisionsführung in der NFC South gegen Superbowl-Teilnehmer San Francisco (6-3) als Team mit Dreispiele-Rückstand in der NFC West, und als Team, das sich seines Playoff-Seeds nicht mehr 100%ig sicher sein kann.

Das Matchup, über das man bei dieser Partie schreiben muss, ist – erfasst! – Saints-Offense (#3 mit 7.6 NY/A Passspiel, #9 nach SR% im Laufspiel) gegen die 49ers-Defense (#6 mit 5.5 NY/A Passspiel, #2 mit 63% SR% im Laufspiel). Das sind zwei der besten, beständigsten Mannschaftsteile in der NFL über Jahre.

Bei San Francisco ist eine Erkenntnis dabei, dass es nichtmal die beste Secondary braucht, um eine sehr gute Pass-Abwehr auf die Beine zu stellen: Über Leute wie #22 Rogers oder #25 Brown lacht die halbe Liga, und trotzdem ist den Niners nicht einfach beizukommen. So geht das, wenn vorne die Front-Seven dominiert (heute u.a. dürfte auch #99 Aldon Smith wieder zurück sein) und sowohl Laufspiel ohne zusätzliche Safety-Unterstützung kaputt macht als auch mittels kompletter Linebacker wie #52 Willis oder #53 Bowman kein kurzes Passspiel über Runningbacks und Tight Ends zulässt (SF gehört zu den fünf besten Teams im Abdecken von TE).

Gegen New Orleans trifft man aber auf die vielseitigste Offense der Liga, und das in deren Dome. Man hat Brees dort schon die besten Defenses des Landes zerlegen sehen, insofern wird San Francisco mit hoher Wahrscheinlichkeit mit seiner Offense punkten müssen…

…und darin liegt wohl der wahre Knackpunkt der Partie: Können Colin Kaepernick und Kollegen mit der Brees-Pace mithalten? Kaepernicks Pass-Offense ist bizarrerweise mit 6.5 NY/A die 10t-beste der Liga, aber das Blatt wendet sich schnell, wenn man die Freak-Performance im Season-Opener gegen Green Bay und die Spiele ohne TE Davis und/oder ohne WR Boldin rausrechnet: Dann haben wir eine mega-ineffektive Offense. Das reicht gegen Mittelklasse-Teams, weil San Francisco genügend sonstige Waffen in Offense und Defense hat, aber das reicht meistens nicht gegen die Spitzenteams – New Orleans ist ein solches, vor allem zuhause.

WR Michael Crabtree könnte helfen: Der Mann hat seinen Achillessehnenriss bald auskuriert, und wird demnächst wieder spielen; Crabtree war letztes Jahr, nach der Einwechslung von Kaepernick, dessen Lieblings-Anspielstation, und die Combo Kaepernick-Crabtree gehörte zum feinsten der NFL. Das ist erst ein Jahr her! Crabtree wird möglicherweise schon heute spielen (Status „uncertain“), auch wenn man sich schon fragen muss, ob es dieses Spiel, so wichtig es ist, wert ist, einen halbfitten Crabtree möglicherweise gleich schon wieder zu verheizen – zumal er nicht von Minute 0 an geschmiert laufen dürfte.

Also: New Orleans ist für mich im Superdome fast immer favorisiert. So auch heute.

New York Giants – Green Bay Packers

Kickoff 22h25

Es ist nun ziemlich genau einen Monat her, da waren die Giants 0-6 und die Lachnummer der NFL. Mein Power-Ranking protestierte. Es sah eine Mannschaft, die zwar unterdurchschnittlich drauf war (#22 der Liga), die aber immer noch wie ein Team spielte, das historisch gesehen die Saison mit 7 Siegen gegen einen durchschnittlichen Schedule beenden wird. Seither haben die Giants drei Spiele bestritten. Resultat waren drei Siege, und so steht „Big Blue“ heute mit 3-6 Siegen da, keine Welten vom Divisionsleader in der NFC East entfernt (Dallas mit 5-5) und heute mit der Chance, gegen einen schwer angeknockten Gegner aus Green Bay (5-4, muss heute wieder mit third stringer Scott Tolzien auf Quarterback ran) den vierten Saisonsieg einzufahren und sich endgültig im Playoff-Rennen zurückzumelden. Klingt verrückt.

Wenn man die Giants etwas genauer betrachtet, ist ihre Saison nicht 0-6 und dann 3-0. Sondern:

  • Recht explosive Pass-Offense zu Saisonbeginn, aber ein verrückter Turnover-Lauf, der die komplette Offense in die Scheiße ritt: Turnovers durch QB Manning, Fumble-Orgie durch so ziemlich jeden einzelnen Ballträger, plus 0-2 in engen Spielen.
  • Danach eine solidere Pass-Offense mit weniger Turnovers, aber auch weniger NY/A. Gegner mit Backup-QBs (Freeman/MIN, Barkley/PHI) und ein 2-0 Lauf in engen Spielen.

Gut und schlecht sind wie so oft relativ. Giants sind im Power-Ranking schon auf #13 hochgekraxelt, und dürften heute für viele leichter Favorit im Heimspiel gegen die Packers sein.

Seattle Seahawks – Minnesota Vikings

Kickoff 22h25

Diese Partie dürfte in Seattle (9-1) einen klaren Favoriten sehen, obwohl die Seahawks einige Spiele dieses Jahr knapper gestalteten als es ihnen lieb sein durfte. Trotzdem stellt Seattle die bessere, breitere, kompaktere Mannschaft, und solange man nicht völlig unterschätzt, was der Gegner an Quarterbacks heute aufmarschiert, sollte es ein souveräner Sieg werden.

Im Prinzip musst du Minnesota (2-7) nur die Box vollstellen. RB Peterson ist zwar weiterhin einer der besten, aber er ist natürlich nicht in der Lage, eine 8-Mann-Box dauerhaft zu killen. Eher umgekehrt: Dann wird er selbst gekillt. Das Problem an der Sache liegt sowieso woanders, nämlich in der suboptimal besetzten Quarterback-Position der Vikes. Wer auch immer spielt, das Passspiel ist kaum ernst zu nehmen. Deswegen sind die Vikes so leicht auszurechnen, und wenn nicht alle Würfel wie letztes Jahr auf ihre Seite fallen, sind sie relativ leicht einzubremsen.

NFL-Abendspielevorschauer 2013, Week 11

Wie am Morgen angekündigt, Teil 1 der zerstückelten NFL-Vorschau auf den heutigen Sonntag, beginnend mit den Partien, die um 19 Uhr MEZ angepfiffen werden. Den kompletten Sendeplan kann man im Eintrag von heute früh einsehen.

Chicago Bears – Baltimore Ravens

Chicago (5-4) hat nach der Verletzung des Packers-QB Rodgers plötzlich recht gute Aussichten auf einen Contender-Platz in der NFC North, muss aber heute selbst mit dem Backup-QB Josh McCown ran. Baltimore (4-5) auf der anderen Seite ist nominell im Rennen, aber die optischen Eindrücke des Superbowl-Titelverteidigers sind bisher meh.

Die Ravens kranken an einer Offense, für die ich das richtige Wort nicht finde. „Steril“ beschreibt es noch am knackigsten, aber die Vokabel hab ich schon für deutlich flüssigere Offenses verwendet, ist insofern mit Vorsicht zu genießen. Die beiden wichtigsten Effizienz-Stats der Ravens:

  • 5.6 NY/A im Passspiel ist ligaweite #25.
  • 28% Success-Rate im Laufspiel ist so abgeschlagenes Schlusslicht, dass ich keine historischen Vergleiche habe.

Dass die Offense halbwegs Punkte erzielt, liegt u.a. an relativ guter durchschnittlicher Starting-Fieldposition (28yds-Line, #10 der Liga), und z.B. letzte Woche wurde den Ravens von Cincinnati das Spiel mit Turnovers und -15yds Läufen in der Overtime quasi in den Schoß gelegt.

Die Bears-Defense auf der anderen Seite ist ihrerseits nicht wiederzuerkennen, kassiert mit 7.5 NY/A die meisten Passyards auf Down-Ebene ligaweit. Die Bears-Defense. Letzter in der Liga. Das hat mehrere Gründe, vom Philosophie-Wechsel des Front-Office (das mehr Offense wollte, was auch super funkiontiert) über neue Coordinators über alternde Stars hin zu Verletzungen (CB Tillman, LB Briggs fallen heute aus). Wenn die Ravens heute keine Yards machen können, ist ihnen auch nimmer zu helfen.

Auf der anderen Seite haben wir ein höherklassiges Duell Bears-Offense gegen Ravens-Defense. Beide Units sind jünger, beide sind in der oberen Ligahälfte zu verorten. Das Bears WR-Duo Marshall/Jeffery wird seinem Ruf gerecht, bei den Ravens klickt die Abwehr seit einigen Wochen gut genug, um diese ansonsten total enttäuschende Mannschaft in engen Spielen zu halten und vier Siege herausgewürgt zu haben.

Buffalo Bills – New York Jets

Das Livespiel bei SPORT1 US ist Buffalo Bills (3-7) – New York Jets (5-4) aus der AFC East, durchaus nicht so klar zu verorten wie es die Records der beiden Mannschaften vermuten ließen: Die Jets sind ein Heiß/Kalt-Team, das wunderbar eine Woche gewinnt, die nächste verliert. Die Entwicklung in den ersten neun Spielen: WLWLWLWLW. Demzufolge wäre heute in Orchand Park eine Niederlage dran.

Aber die Bills haben schon die ganze Saison über mit Verletzungsproblemen zu kämpfen: Erst war es die QB-Rotation, die runter bis zum vierten QB Jeff Tuel ging, nun ist es das WR-Problem: #10 Woods fällt heute aus, #13 Stevie Johnson ist mehr als fraglich (Leiste). Immerhin ist QB #3 E.J. Manuel wieder fit, aber Manuel allein kann nix richten: Der Mann ist noch sehr jung und unerfahren, und sah bislang noch nicht richtig reif für die NFL aus. Ohne adäquates Receiver-Personal könnte es ähnlich bitter werden wie im „Hinspiel“ gegen die Jets, als die Bills kein Laufspiel in die Gänge bekamen und Manuel gefühlt 60x werfen musste und 8-10x gesackt wurde. Wie der Teufel es will, haben sich die Jets unter der Woche auch noch mit S Ed Reed verstärkt.

Spricht eigentlich einiges für die Jets – diese Jets, die aber die 5-4 Bilanz mehr glücklichen Umständen zu verdanken haben als es dem geneigten Fan lieb sein dürfte. Heimvorteil Buffalo, leichte Favoritenstellung Buffalo würde ich meinen.


Die weiteren 19h-Spiele sind:

  • Pittsburgh (3-6) – Detroit (6-3). Wie funktioniert Detroits Passspiel im schlecht bespielbaren Heinz Field in Pittsburgh? Welcher Cornerback wird primär auf Calvin Johnson abgesetzt? Wie sieht das direkte Duell der Detroit-DL um Suh und Fairley gegen den starken jungen Steelers-Guard DeCastro aus? Wie ist generell der GamePlan der Steelers-Offense gegen eine Lions-Defense, die ihre Stärken plötzlich vorne in der Lauf-Verteidigung zu haben scheint?
  • Cincinnati (6-4) – Cleveland (4-5). Die Bengals sind ein Mysterium, obwohl jeder was, was sie gut und schlecht können. Das erste Duell der beiden im „Battle of Ohio“ endete dann auch passenderweise in einer Überraschung mit Browns-Sieg. Heute: Cleveland mit Backup-QB Campbell, der vielen Leuten besser gefällt als der demontierte Starter Weeden. Cincinnati ist solange Favorit wie sie die Bälle in der Offense nicht grundlos per Turnover verschenken.
  • Philadelphia (5-5) – Washington (3-6). Das erste Saisonspiel ist mittlerweile gefühlt weit weg, aber damals überrollte Philly mit QB Vick die Redskins nach Strich und Faden. Heute treten die Eagles ohne Vick an, dafür mit QB Foles (u.a. 16 TD, 0 INT). Foles wirkt blasser, ist aber bisher gegen eher subpare Defenses effizient. Phillys Offense ist ligaweit #2 nach meinen Ranking-Methoden. Die Redskins-Passdefense ist nicht „subpar“, sondern grottig. Bei den Skins werkelt man eifrig, um RG3 wieder auf altbekannte Höhen zu kriegen.
  • Tampa Bay (1-8) – Atlanta (2-7). Zwei große Enttäuschungen in einer Partie, in der es eher um den Top-Draftpick als um NFL-Playoffs geht. Die Buccs gefallen mir seit Wochen mit ihrem Kampfgeist, nachdem sie ein, zwei Spiele lang so ausgesehen hatten, als würden sie auseinander fallen. QB Mike Glennon ist immer dann gut, wenn seine Offense Line ihm Zeit gibt. Bricht der Passrush aber durch, ist es brutal, Glennon zuzuschauen. Er sieht dann so aus wie ein Gabbert: Man möchte meinen, er sieht dann die sprichwörtlichen Geister. Atlantas Lazarett kriegt aber nicht mit Gewissheit genügend Druck für eine Geisterstunde zusammen.
  • Jacksonville (1-8) – Arizona (4-5). War mein Cardinals-Hype unter der Woche verfrüht? Nicht sicher, ob wir dies heute erfahren werden, denn Jacksonville hat erstmal den ganz großen Angstschweiß vor der 0-16 Saison von der Stirn gewischt. Das spannendste an dem Spiel wird also sein, wie Arizonas Trainerstab die Carries verteilt zwischen dem ineffizienten Starting-RB Mendenhall (ist er überhaupt spielfit?) und dem Backup-RB Ellington, der zu den effizientesten Offensivspielern der Liga gehört, obwohl er fast keine Einsatzzeit kriegt.
  • Houston (2-7) – Oakland (3-6). Die Texans sind drei knappe Niederlagen von der Relevanz entfernt. Die Mannschaft spielt ordentlich, selbst mit dem third stinger Case Keenum, der allerdings etwas besser aussieht als es seine Stats vermuten lassen. Bei den Raiders ist es heute das Comeback des ehemaligen Penn State-QBs Matt McGloin. McGloin wurde viele Jahre lang verspottet als „Quarterback ohne Arm Strength“, als Mann, der Mühe hat, auch nur die 7yds-Checkdowns mit Pfeffer anzubringen. Das änderte sich für McGloin in seinem letzten College-Jahr, 2012, als er die von Sexskandalen, Sperren und Abgängen dezimieten Nittany Lions unter neuem Coach (Bill O’Brien) anführte und ein tolles Jahr spielte. Das reicht gar für McGloin, in die NFL zu kommen. Dort ersetzt er heute den verletzten Terrelle Pryor, der selbst eine ganz eigene unkonventionelle Geschichte ist. Damit haben wir heute zwei ungedraftete Rookie-QBs gegeneinander.

Sendeplan für NFL-Sonntag #11

Es gibt Gründe dafür, dass die Vorschau auf den heutigen NFL-Sonntag erst im Laufe des Tages erscheinen wird. Deswegen sei in der Frühe hier nur auf die Sendepläne des heutigen Footballtages verwiesen. Es ist ein leckerer Tag. SPORT1 US bringt folgende Partien:

19h    Buffalo Bills - New York Jets
19h    Cincinnati Bengals - Cleveland Browns (*)
22h25  New Orleans Saints - San Francisco 49ers
22h25  New York Giants - Green Bay Packers (*)
02h25  Denver Broncos - Kansas City Chiefs

PULS4 bringt in Österreich natürlich Saints vs 49ers (unterschiedliche Angaben auf deren Homepage, ob man ab 22h25 oder 22h40 einsteigt scheint 22h25 zu sein). Der Gamepass ist mittlerweile gefühlt jede Woche gratis zu haben, so auch diesmal (Kündigungsfrist für die Gratis-Jäger: 23.11.).

Tja, und CFL wird auch noch gespielt: Conference-Finals 2013. Live nur für jene, die keine Scham vor irgendwas kennen; on-demand ab morgen in der TSN-Datenbank. Vorschau dazu habe ich schon geschrieben.

Vorschau zur NFL wird noch kommen. Dazu muss ich mich aber erst durch die Matchups graben.