NFL-Nachtvorschauer, Week 11: Denver Broncos – Kansas City Chiefs Preview

NBC hat dank “Flex-Scheduling” die Möglichkeit erhalten, das Spiel des Tages, Denver Broncos (8-1) vs Kansas City Chiefs (9-0) in die Primetime zu verschieben und als Sunday Night Game auszustrahlen. Deswegen wird es heute erst um 02h25 angepfiffen (live SPORT1 US und Gamepass).

Es ist in mehrerlei Hinsicht eines der großen Spiele dieser NFL-Saison, und es ist eines, das in den Staaten vergleichsweise wenig Beachtung findet – zumindest im Vergleich zu anderen Spielen dieser Größenordnung. Wenn ich mich zurückerinnere an die Saison 2007/08, als zu ähnlich fortgeschrittener Zeit im Saisonverlauf die ungeschlagenen Patriots auf die ungeschlagenen Colts trafen: Was war das für ein fassungsloser Hype damals! Und es war damals nicht einmal eine Partie, die in der US-Primetime lief.

Broncos gegen Chiefs kriegt auch vielleicht deswegen nicht die Aufmerksamkeit, weil viele den Chiefs misstrauen: 9-0 ja, aber gegen wen? Da scheinen „Kaliber“ wie Jacksonville, Giants, Titans, Raiders, Browns oder Bills und Texans (jeweils mit third stringer) auf, viele von denen waren arg verletzungsgeschwächt. Mein Power-Ranking sieht die Chiefs momentan trotz bestem Record in der Liga nur auf Rang 14 als quasi durchschnittliche Mannschaft.

Das hat Gründe: Die Offense ist durchaus labil. 5.2 NY/A im Passspiel ist der drittschwächste Wert der Liga in genau der Kategorie, in der es sich eine Spitzenmannschaft am wenigsten leisten sollte. QB #11 Alex Smith brilliert zwar als Verwalter der Offense, der die großen Bolzen vermeidet (1.3% INT-Quote ist der beste Wert der Liga), aber das funktioniert mangels ernsthafter Anspieloptionen (WR Bowe darf trotz Sauftour heute spielen) auch nur solange wie die Chiefs keinem Rückstand hinterherlaufen müssen – bisher selten der Fall, weil gegnerische third stringer nun mal keine drei Touchdowns in den ersten 20 Minuten auf das Feld zaubern.

Bei QB Peyton Manning (8.3 NY/A) und seiner geölten Pass-Armada dürfte das anders werden, wobei: Manning umwehen heute Geschichten von einer Knöchelverletzung; Manning ist „probable“, aber sein Einsatz soll nicht gefährdet sein.

Manning sieht seinerseits heute eine Defense, die er so dieses Jahr noch nicht kennt: 5.2 NY/A gibt die Chiefs-Defense ihrerseits nur auf – drittbester Wert der Liga. Die komplette Abwehr ist bisher eine Augenweide: Den NT #92 Poe habe ich oft gepriesen, und auch DE #94 Jackson soll ein Superjahr spielen. Dahinter operiert die beste Linebacker-Gruppe der Liga neben vielleicht noch San Francisco. Der OLB #91 Hali ist eindimensional wie Fladenbrot, aber ein Passrusher vor dem Herrn. Der OLB #50 Houston ist der kompletteste Linebacker der Liga und bisher vielleicht der Spieler der Saison.

Dahinter operiert ein Defensive Backfield mit drei Cornerbacks #24 Flowers, #27 Sean Smith und dem Rookie-Nickelback #31 Marcus Cooper und einem Safety #29 Eric Berry („The Fifth Dimension“), das sich gewaschen hat. Es bestehen Restzweifel, ob diese Secondary nur gegen die Liga-Mittelklasse dominiert oder das auch gegen Manning vermag, aber diese Fragen werden sich heute (hoffentlich) klären.

Für Denver ist es der Auftakt zu einem brutalen Drei-Spiele-Plan: Nächste Woche muss man ebenso in der Primetime nach New England, und dann ist schon der Auswärtstrip nach Kansas City angesagt. Das macht diese Partie für Denver heute zum „must win“: Der Wildcard-Playoffplatz in der AFC ist quasi schon fix, aber will man den Divisionssieg attackieren, muss zwingend erstmal das Heimspiel gegen Kansas gewonnen werden – gegen einen Head Coach Andy Reid, der fast schon eine legendäre Serie an Siegen nach der bye week innehat: 14 Jahre bye week, 13 Siege.

Ich würde nicht darauf wetten, dass die Serie anhält. Wenn Manning nicht tatsächlich schwerer verletzt ist, ist Denver meiner Meinung nach hier recht klar zu favorisieren. Die 72er Dolphins brauchen keine allzu große Angst um ihren Status als einzige Ungeschlagene der NFL-Neuzeit zu haben.


Komplettere Vorschau noch haben Andy Benoit von MMQB-Deep Dive und der unvergleichliche Mike Tanier von Sports on Earth geschrieben.

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