NFL-Spätspielevorschauer 2013, Week 11

Teil 2 der NFL-Vorschau auf den heutigen 11ten Sonntag im NFL-Kreis 2013 mit den Spielen um 22h05 und 22h25 [Teil 1 hier].

Miami Dolphins – San Diego Chargers

Kickoff 22h05

Zwei Teams mit 4-5 Bilanzen, insofern ist es ein nicht unwichtiges Spiel im AFC-Wildcardrennen. Beide Teams wurden auf diesem Blog in den letzten Wochen schon ziemlich rauf- und runtergenudelt [Dolphins][Chargers]. Ich bin immer noch erstaunt, dass die Chargers nicht mehr Aufmerksamkeit erregen, denn die Bolts-Offense ist wirklich eine Sahne: QB Philip Rivers als Leader der zweit-effizientesten Pass-Offense der NFL mit 7.6 NY/A in einer sehr variantenreichen Offense, der allerdings ein klarer Top-Wideout abgeht. Rookie #13 Keenan Allen hat sich als erste Option herauskristallisiert, aber der Angriff in San Diego ist alles andere als zentriert auf 1-2 Köpfe. Das führt dann auch dazu, dass San Diego die im Schnitt längsten Drives der Liga durchzieht: 40.2yds/Drive mit der zweitbesten Drive-SR% (76%) der Liga (Drive-SR% = in 76% der Fälle folgt für San Diego nach einem 1st-Down ein weiteres 1st-Down oder ein Touchdown anstelle von FG, Turnover oder Punt).

San Diego ist für mich relativ klarer Favorit in diesem Spiel, nachdem die Dolphins in der Incognito-Sache immer noch mit sich selbst beschäftigt sind und in den letzten Wochen die Offense um QB Tannehill zu stagnieren schien. Der Hoffnungsschimmer für Tannehill könnte das personelle ausgedünnte Chargers-Personal in der Front-Seven sein: U.a. stehen wohl die drei besten Passrusher nicht zur Verfügung.

New Orleans Saints – San Francisco 49ers

Kickoff 22h25, live bei SPORT1 US und mit pünktlichem Einstieg ab 22h25 auch bei PULS 4

Sahnepartie. New Orleans (7-2) als Inhaber einer knappen Divisionsführung in der NFC South gegen Superbowl-Teilnehmer San Francisco (6-3) als Team mit Dreispiele-Rückstand in der NFC West, und als Team, das sich seines Playoff-Seeds nicht mehr 100%ig sicher sein kann.

Das Matchup, über das man bei dieser Partie schreiben muss, ist – erfasst! – Saints-Offense (#3 mit 7.6 NY/A Passspiel, #9 nach SR% im Laufspiel) gegen die 49ers-Defense (#6 mit 5.5 NY/A Passspiel, #2 mit 63% SR% im Laufspiel). Das sind zwei der besten, beständigsten Mannschaftsteile in der NFL über Jahre.

Bei San Francisco ist eine Erkenntnis dabei, dass es nichtmal die beste Secondary braucht, um eine sehr gute Pass-Abwehr auf die Beine zu stellen: Über Leute wie #22 Rogers oder #25 Brown lacht die halbe Liga, und trotzdem ist den Niners nicht einfach beizukommen. So geht das, wenn vorne die Front-Seven dominiert (heute u.a. dürfte auch #99 Aldon Smith wieder zurück sein) und sowohl Laufspiel ohne zusätzliche Safety-Unterstützung kaputt macht als auch mittels kompletter Linebacker wie #52 Willis oder #53 Bowman kein kurzes Passspiel über Runningbacks und Tight Ends zulässt (SF gehört zu den fünf besten Teams im Abdecken von TE).

Gegen New Orleans trifft man aber auf die vielseitigste Offense der Liga, und das in deren Dome. Man hat Brees dort schon die besten Defenses des Landes zerlegen sehen, insofern wird San Francisco mit hoher Wahrscheinlichkeit mit seiner Offense punkten müssen…

…und darin liegt wohl der wahre Knackpunkt der Partie: Können Colin Kaepernick und Kollegen mit der Brees-Pace mithalten? Kaepernicks Pass-Offense ist bizarrerweise mit 6.5 NY/A die 10t-beste der Liga, aber das Blatt wendet sich schnell, wenn man die Freak-Performance im Season-Opener gegen Green Bay und die Spiele ohne TE Davis und/oder ohne WR Boldin rausrechnet: Dann haben wir eine mega-ineffektive Offense. Das reicht gegen Mittelklasse-Teams, weil San Francisco genügend sonstige Waffen in Offense und Defense hat, aber das reicht meistens nicht gegen die Spitzenteams – New Orleans ist ein solches, vor allem zuhause.

WR Michael Crabtree könnte helfen: Der Mann hat seinen Achillessehnenriss bald auskuriert, und wird demnächst wieder spielen; Crabtree war letztes Jahr, nach der Einwechslung von Kaepernick, dessen Lieblings-Anspielstation, und die Combo Kaepernick-Crabtree gehörte zum feinsten der NFL. Das ist erst ein Jahr her! Crabtree wird möglicherweise schon heute spielen (Status „uncertain“), auch wenn man sich schon fragen muss, ob es dieses Spiel, so wichtig es ist, wert ist, einen halbfitten Crabtree möglicherweise gleich schon wieder zu verheizen – zumal er nicht von Minute 0 an geschmiert laufen dürfte.

Also: New Orleans ist für mich im Superdome fast immer favorisiert. So auch heute.

New York Giants – Green Bay Packers

Kickoff 22h25

Es ist nun ziemlich genau einen Monat her, da waren die Giants 0-6 und die Lachnummer der NFL. Mein Power-Ranking protestierte. Es sah eine Mannschaft, die zwar unterdurchschnittlich drauf war (#22 der Liga), die aber immer noch wie ein Team spielte, das historisch gesehen die Saison mit 7 Siegen gegen einen durchschnittlichen Schedule beenden wird. Seither haben die Giants drei Spiele bestritten. Resultat waren drei Siege, und so steht „Big Blue“ heute mit 3-6 Siegen da, keine Welten vom Divisionsleader in der NFC East entfernt (Dallas mit 5-5) und heute mit der Chance, gegen einen schwer angeknockten Gegner aus Green Bay (5-4, muss heute wieder mit third stringer Scott Tolzien auf Quarterback ran) den vierten Saisonsieg einzufahren und sich endgültig im Playoff-Rennen zurückzumelden. Klingt verrückt.

Wenn man die Giants etwas genauer betrachtet, ist ihre Saison nicht 0-6 und dann 3-0. Sondern:

  • Recht explosive Pass-Offense zu Saisonbeginn, aber ein verrückter Turnover-Lauf, der die komplette Offense in die Scheiße ritt: Turnovers durch QB Manning, Fumble-Orgie durch so ziemlich jeden einzelnen Ballträger, plus 0-2 in engen Spielen.
  • Danach eine solidere Pass-Offense mit weniger Turnovers, aber auch weniger NY/A. Gegner mit Backup-QBs (Freeman/MIN, Barkley/PHI) und ein 2-0 Lauf in engen Spielen.

Gut und schlecht sind wie so oft relativ. Giants sind im Power-Ranking schon auf #13 hochgekraxelt, und dürften heute für viele leichter Favorit im Heimspiel gegen die Packers sein.

Seattle Seahawks – Minnesota Vikings

Kickoff 22h25

Diese Partie dürfte in Seattle (9-1) einen klaren Favoriten sehen, obwohl die Seahawks einige Spiele dieses Jahr knapper gestalteten als es ihnen lieb sein durfte. Trotzdem stellt Seattle die bessere, breitere, kompaktere Mannschaft, und solange man nicht völlig unterschätzt, was der Gegner an Quarterbacks heute aufmarschiert, sollte es ein souveräner Sieg werden.

Im Prinzip musst du Minnesota (2-7) nur die Box vollstellen. RB Peterson ist zwar weiterhin einer der besten, aber er ist natürlich nicht in der Lage, eine 8-Mann-Box dauerhaft zu killen. Eher umgekehrt: Dann wird er selbst gekillt. Das Problem an der Sache liegt sowieso woanders, nämlich in der suboptimal besetzten Quarterback-Position der Vikes. Wer auch immer spielt, das Passspiel ist kaum ernst zu nehmen. Deswegen sind die Vikes so leicht auszurechnen, und wenn nicht alle Würfel wie letztes Jahr auf ihre Seite fallen, sind sie relativ leicht einzubremsen.

Ein Kommentar zu “NFL-Spätspielevorschauer 2013, Week 11

  1. Pingback: NFL 2013/14, Week 11: New Orleans Saints – San Francisco 49ers und die 22h-Spiele | Sideline Reporter

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